Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte des Ortes


Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bad Mergentheim wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 9. März 2012.  
   
Es konnte erst ein Teil der Texte abgeschrieben werden. Zum Lesen der nicht abgeschriebenen Texte bitte Textabbildungen anklicken.    

  
Übersicht:

Allgemeine Beiträge zur jüdischen Geschichte in Bad Mergentheim und zur Bedeutung der Stadt für jüdische Kurgäste   
-  Allgemeiner Beitrag zu Mergentheim (1849)   
-  Zur jüdischen Geschichte in Bad Mergentheim (1909)    
-  Bericht über Bad Mergentheim und seine jüdische Gemeinde (1915)    
-  "Badebrief" über Bad Mergentheim: "Vom deutschen Karlsbad" (Juli 1926)   
-  "Badebrief" über Bad Mergentheim: "Vom deutschen Karlsbad" (August 1926) 
Die weitere Entwicklung Bad Mergentheims als Kurstadt (1929)    
Bad Mergentheim auf einem medizinischen Kongress in Kairo (1929) 
Jüdische Kurgäste können weiterhin zur Kur in die Stadt kommen (1936) 
Aus der Geschichte des Rabbinates in Mergentheim  
Zum Tod von Rabbiner Hirsch Kunreuther, Rabbiner in Mergentheim 1813 bis 1818 (1847)   
Rabbiner Salomon Wassermann wird pensioniert - Rabbinatskandidat Max Sänger kommt nach Mergentheim (1855)  
Richtigstellung zu dem (korrekten) Verhalten des Rabbiners anlässlich eines Todesfalles (1866) 
Rabbiner Dr. Max Sänger wird an die königliche Tafel geladen (1867)   
Rabbiner Dr. Max Sänger verabschiedet sich vor seinem Weggang nach Hamburg auch in seiner Heimatgemeinde Laupheim (1867)    
Rabbiner Dr. Max Sänger verlässt Mergentheim und tritt eine neue Stelle in Hamburg an (1867)    
Das Rabbinat Mergentheim ist nach dem Weggang von Rabbiner Dr. Max Sänger neu zu besetzen (1867)  
Zur Ausschreibung des Rabbinates (1867)   
Rabbiner Samson Gunzenhauser kommt von Buttenhausen nach Mergentheim (1867) 
Predigt-Veröffentlichung von Rabbiner Samson Gunzenhauser (1870) 
Richtigstellungen im Blick auf Vorurteile gegenüber den "württembergischen Rabbinen" (1881) 
Zum Tod von Rabbi David Sulzbacher (1887)
Der Bezirksrabbiner aus Mergentheim raucht am Schabbat eine Zigarre (1890) 
Rabbiner Samson Gunzenhauser stirbt bei einer christlichen Beerdigung (1893)     
Dr. Hirsch Sänger wird Bezirksrabbiner von Mergentheim (1893)  
Rabbiner Dr. Hirsch Sänger tritt sein Amt an (1894) 
Schreiben von Rabbiner Dr. Hirsch Sänger an das Israelitische Kirchenvorsteheramt Edelfingen (1903)    
Einweihung der "König-Wilhelms-Quelle" durch den König - Rabbiner Dr. Sänger ist eingeladen (1907)   
Zum Tod von Rabbiner Dr. Hirsch Sänger (1909)   
Zum Tod von Betty Sänger, Witwe des Rabbiners Dr. Sänger (1922) 
Dr. Moritz Moses Kahn wird neuer Rabbiner in Mergentheim (1909)   
Zur Beisetzung von Klara Kahn, Gattin von Rabbiner Dr. Moritz Moses Kahn (1934) 
Hochzeitsanzeige von Rabbiner Dr. Kahn und Lina geb. Oppenheimer (1937)                                                
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und weiterer Kultusbeamten 
-  Ausschreibung der Stelle des Schächters (1871)   
Lehrer Hermann Schlesinger tritt in den Ruhestand (1889)    
-  Zum Tod des Religionslehrers Raphael Fränkel (1890)    
-  Ausschreibungen der Stelle des Vorsängers und Religionslehrers (1923 / 1924 / 1926 / 1929)  
-  Bezirkstagung der Lehrer des Bezirkes Mergentheim (1925)   
Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
-  Gründung einer Ortsgruppe des Verbandes der Sabbatfreunde (1906)   
-  Beobachtungen anlässlich eines Manövers in Bad Mergentheim (1909)   
-  Ein Eruv wird um den Kurpark gelegt (1922)    
-  25-jähriges Stiftungsfest des Synagogenchores (1929)  
-  Ausflug des Synagogenchores von Bad Mergentheim nach Bad König (1931)    
-  Chanukka-Feier des Synagogenchores (1931)     
-  Bezirkstagung der "Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" in Bad Mergentheim (1932)   
-  Bezirksversammlung der Agudas Jisroel in Bad Mergentheim (1936)  
-  Bezirkstagung in Bad Mergentheim (1936)    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
-  Über Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn (Großvater des Dichters Ludwig Börne; Artikel von 1849)     
-  Zum 100. Geburtstag von Ludwig Börne (1886)     
-  Über Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn (Großvater des Dichters Ludwig Börne; Artikel von 1904) 
    - Wie ein Mergentheimer Arzt dem Papst das Leben rettete

-  Zum Tod von Moses Ifri (1878) 
-  Zum Tod von Rabbiner Lew Goldstein von Niederstetten (1900)  
-  Diamantene Hochzeit von Isack und Mina Schloss (1906)   
Zum Tod von Isaak Schloss (1907)     
-  Zum Tod von Mina Schloss (1911)  
-  Auszeichnung für Unteroffizier Max Marx (1915)  
Todesanzeige für Lehrer Bernhard Sichel (1915)    
-  Zum Tod von Haimann Marx (1915)   
Über Fliegerleutnant Max Pappenheimer (1918) 
Ein "Misrachi-Bild" von Hermann Fechenbach (1922)  
Der neue Misrach von Hermann Fechenbach (1922)  
Rabbiner Dr. Ansbacher über das Werk von Hermann Fechenbach (1922) 
Über "Neue Werke jüdischer Graphiker", darunter Hermann Fechenbach - Beiträg von Theodor Harburger (1930) 
Zum Tod von Abraham Pakelnischki (1922)    
Zum Tod von David Fröhlich (1925)  
Zum Tod von Fanny Emanuel (1929)     
Zum Tod von Helene Sulzbacher geb. Hopfenmeyer (1929)  
60. Geburtstag von Albert Adler (1930)    
80. Geburtstag von Clara Ullmann geb. Ifri (1933)    
90. Geburtstag von Joseph Heidelberger (geb. 1844 in Sennfeld, seit 1924 in Mergentheim wohnhaft) 
Zum Tod von Gerson Rothschild (1936)                  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
-  Anzeige der Eisenwarenhandlung Simon Höchheimer (1869)  
Anzeige des Eisen- und Spezereigeschäftes N. Hirsch (1869)   
Anzeigen des Eisengeschäftes der Gebr. Falk (1890 / 1901)   
Anzeige der Witwe H. Schloß (1898)     
Anzeige der Mazzenbäckerei A. Fechenbach (1901)    
-  Anzeige der Lederhandlung L. Oppenheimer (1904)   
-  Lehrlingssuche von Emanuel Igersheimer (1906) 
Anzeige des Gasthofes-Hotels-Restaurants Fechenbach (1911)   
Anzeigen des Hotel-Restaurants Fechenbach (1924 / 25)   
Anzeige des Restaurants "Spiegelsaal" (1925) 
Heiratsanzeige von Max Fröhlich und Käte geb. Schwarzenberger (1927)   
Werbeanzeige für die Kur in Bad Mergentheim (1928)    
Anzeige der Fa. Hermann Adler (1928) 
Verlobungsanzeige von Hedwig Hirsch und Max Katzenstein (1929)  
Werbeanzeige für die Kur in Bad Mergentheim (1930)  
Geburtsanzeige des Sohnes von Adolf Frankfurt und Emmi geb. Wechsler (1931) 
Verlobungsanzeige von Fanny Oppenheimer und Siegfried Fröhlich (1934)      
Anzeige der Pension Gerstner (1934)    
Verlobungsanzeige von Selma Rothschild und Arno Katz (1936)    
Verlobungsanzeige von Sara Kahn und Ludwig Adler (1936)          
Weitere Dokumente zu einzelnen jüdischen Personen / Gewerbebetrieben 
Umschlag eines Schreibens an Wolf Hirsch in Mergentheim (1878)   
         

 

Allgemeine Beiträge zur jüdischen Geschichte in Bad Mergentheim und zur Bedeutung der Stadt für jüdische Kurgäste  
Allgemeiner Beitrag zu Mergentheim (1849)
 
      

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 11. Mai 1849: "Mergentheim
Dieses zwar kleine, aber sehr schöne Städtchen an der Tauber, ehemals die Residenz des Deutsch-Meisters, hat eine uralte jüdische Gemeinde, die unter der Regierung der Herren vom deutschen Orden, immer ruhig lebten, und jetzt der Wohltaten der württembergischen Regierung sich erfreuen. - Hier lebt noch im segnenden Andenken ein Brüderpaar, Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn. Jener war Hofagent, dieser Leibmedikus des letzten Deutsch-Meisters. - Rabbi Baruch - Großvater Börne's - verewigte sein Andenken durch manchfache wohltätige Stiftungen, indem Rabbi Samuel durch weise Leitung der Gemeinde und durch das Ansehen, in welchem er bei seinem Fürsten stand, allen Juden in den sämtlichen, weit ausgebreiteten Besitzungen des deutschen Ordens sehr nützlich wurde.*)    
*) Von Rabbi Samuel Bonn, hieß bloß Rabbi Samuel Doktor genannt, erzählte man mir folgende Anekdote, die in den Familien-Papieren desselben eingeschrieben sein soll. 
Er begleitete einst den Deutsch-Meister nach Rom. Der Papst, wahrscheinlich Oius VI., litt damals an einer schmerzhaften chronischen Krankheit, die allen Anstrengungen der römischen Ärzte hartnäckigen Widerstand leistete. 
Der Deutsch-Meister wagte es, seinen eigenen Arzt dem Papste zu empfehlen; und da es früher häufig vorkam, dass Päpste jüdischer Ärzte sich bedienen, so fand der Vorschlag von Seiten des hohen Patienten keinen Anstand. Rabbi Samuel wurde ins Consilium zu den Ärzten, die bisher die Behandlung hatten, wo er nur nach vieler Mühe seinen Anordnungen den Sieg verschaffen konnte. - Das Rezept wurde in die Apotheke geschickte. Bald aber eilte der jüdische Arzt, wie von geheimer Macht dazu getrieben, in die Apotheke des Vatikans, um zur Eile zu ermahnen. Er nahm die halbgefüllte Phiole in die Hand, ob zufällig oder absichtlich vom Arzte zerbrochen, wird nicht gesagt - es musste also die Arznei noch einmal gemacht werden, der Arzt blieb zugegen, bis die Ingredienzien aus den verschienenen Flaschen und Boiten zusammengesetzt und die Arznei gefertigt war, die er alsdann mit sich nahm und dem leidenden Kirchenfürst brachte. Aber er nahm auch die zerbrochene Phiole nebst dem Rest der Arznei, welche sich noch darin befand, mit sich, nahm auf seinem Zimmer die Untersuchung vor, und siehe - die Arznei war vergiftet worden. Der fromme Arzt, der seine schnelle Ahnung mit Recht als eine Art von Offenbarung hielt, die sein und vielleicht das Unglück vieler seiner Glaubensgenossen verhinderte, feierte in Folge diesen Tag alljährlich durch Fasten und hielt immer an den darauf folgenden Tag eine Art von Purim durch. 
  
Mergentheim DtrZionswaechter 11051849a.jpg (289890 Byte)Wenden wir uns aber von den frommen Heimgegangenen zu den frommen Lebenden, die der liebe Gott noch recht lange erhalten wolle. Hier zu Mergentheim traf ich den dasigen ehrwürdigen greisen Rabbiner, Herr Salomon Wassermann, ein Mann, der mit gründlichen und ausgebreiteten talmudischen Kenntnissen ausgerüstet, auch in deutschen Arbeiten, und nicht ohne Glücke, sich versuchte. (Wo ich nicht irre, geschieht seine Erwähnung in Zunzen's 'Gottesdienstliche Vorträge'.). - Herr Wassermann, ein ehemaliger Zögling der Hochschule zu Fürth und ein Schüler des vor etwa 10 Jahren zu Ansbach verstorbenen, wegen seinen ungewöhnlichen grammatikalischen und mathematischen Kenntnissen, nicht weniger durch sein talmudisches Wissen berühmten Rabbiner, Moses Höchheimer, besitzt noch jetzt in seinem 70. Lebensjahre den Scharfsinn und die Lebhaftigkeit des Geistes, die die bessere Gelehrten zu Fürth so vorteilhaft auszeichneten. Konversiert man mit ihm über irgend einen in Briefwechseln einschlagenden Gegenstand, so wird er so lebhaft und es folgt Einwurf auf Einwurf und Beweis auf Beweis, dass man glauben sollte, er sei erst gestern von der Jeschiwa gekommen.
Weitere persönliche Merkwürdigkeiten sind der Rentier Rabbi Jehuda Ifri (Jffri), ein Gelehrter wie sie zu allen Zeiten zur größten Seltenheit gehörten, und der ganz dem Studium der heiligen Wissenschaft lebt. Ferner Rabbi Seligmann Fechenbach, ein Metzger von Profession, von welcher Profession er sich auch anständig ernährt. Er ist einer der scharfsinnigsten Köpfe, die mir je vorgekommen; ein Gelehrter ersten Ranges, besitz er auch so viele höhere Handels- und Finanzwissenschaften, die es ihm möglich machten, einen siegreichen Kampf mit dem Ober-Steuerrat von Mohl - gegenwärtig bei der Nationalversammlung in Frankfurt - zu bestehen. 
Der Fall war dieser: Als vor zwei Jahren bei den Landständen über Errichtung einer Bank und über Kreierung von Papiergeld verhandelt wurde, trat Herr Ober-Steuerrat Mohl als Gegner dieses Projektes auf, und ließ im Schwäbischen Merkur sehr lange und wahrscheinlich auch sehr gelehrte Aufsätze deshalb erscheinen. Herr Fechenbach trat ihm aber entgegen und zeigte, dass die Voraussetzungen des Herrn Mohl auf Irrtümer beruhen, und dass dennoch auch seine Folgerungen falsch seien. - Gewiss ein Kampf eigener Art, wenn ein Mann aus dem Schlachthause heraustretet, die Schürze ablegt, an den Schreibtisch sich setzt, und in aller Eile einen Aufsatz für den Merkur schreibt, welcher Aufsatz sogleich der Post übergeben werden muss, damit der Eindruck, den die gelehrten Thesen eines Ober-Steuerrats etwa auf die Mitglieder der Kammer gemacht haben durfte, alsogleich wieder verwischt werde, und dieses Manöver eine Zeitlang fortsetzt, denn der Herr Mohl ließ es an Suppliken nicht fehlen. Ist der Kampf eigener Art, so ist der Sieg, den ein Handwerksmann einem Ober-Steuerrat gegenüber in Finanz-Sachsen erringt, vielleicht ein unerhörter."            
   
Mergentheim DtrZionswaechter 18051849.jpg (373563 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 18. Mai 1849: "Noch verdienen bemerkt zu werden, die Familien Hirsch und Iggersheimer, die aus sehr achtungswürdigen, gebildeten und dem orthodoxen Judentum aufrichtig ergebenen Mitgliedern bestehen. - Der hiesige Talmudverein (?) zählt sehr tüchtige Genossen, und verwendet täglich mehrere Stunden dem Studium des Talmud, was ihr nur darum möglich ist, weil ihre Mitglieder sehr wohlhabend sind.   
Die weiteren Abschnitte dieser Seite beziehen sich nicht auf Mergentheim.     

      
Zur jüdischen Geschichte in Bad Mergentheim (1909)  

Mergentheim Israelit 25051909.jpg (243698 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1909: "Die Juden in Mergentheim. Zum Gedächtnis der 100-jährigen Vereinigung des Fürstentums Mergentheim mit Württemberg am 29. April 1809 schreibt Herr Gustav Barth im 'Neuen Tageblatt' über Die Juden in Mergentheim folgendes: 'Bekanntlich war es den Juden in den tiefsten Zeiten des Mittelalters nur schwer möglich, eine Heimstätte zu finden. In Mergentheim jedoch verstanden sie es schon im 13. Jahrhundert unter der wohlwollenden Regierung der Deutsch-Ordens-Herren, sich niederzulassen, wurden zwar allerdings im Jahr 1298 verfolgt, sodass der damalige König Adolf (der Nassauer) durch seinen Landfrieden die Verfolgung derselben abzustellen für nötig fand; aber schon 1336 (nicht 1366) wurden die armen Juden in Mergentheim und in der ganzen Gegend nicht bloß verfolgt, sondern von den Bauern ermordet und ausgeplündert. Bald darauf nahm sich König Ludwig 1341 derselben insofern an, als er dem Deutsch-Orden in Mergentheim erlaubte, sich daselbst 6 seßhafte Juden, welche er seine Kammerknechte nannte, zu halten. Die Ruhe für das verfolgte Volk dauerte aber nicht lange. Anno 1349 wurden sie beschuldigt, die damals allgemein grassierende Pest, den sogenannten schwarzen Tod durch die Vergiftung der Brunnen herbeigeführt zu haben, und im ganzen Frankenland zog das Volk in Scharen gegen sie aus, plünderte ihre Häuser und brachte sie um, wo man sie fand. Allein in Rothenburg wurden mehrere hundert erschlagen, nur in Mergentheim ist man wegen des vorhanden kaiserlichen Freibriefes milder mit ihnen verfahren; die Chronik schreibt, dass die eigentliche Ursache gegen sie keine andere gewesen sei, als weil sie wegen ihrer zunehmenden Reichtümer verhasst waren. Bald darauf muss sich die Judenschaft wieder gut erholt haben, denn als 1385 ein Mergentheimer Jude namens Abraham in Rothenburg in Verhaft genommen wurde, nahmen sich die Herren Ulrich und Konrad von Hohenlohe mit drei anderen Rittern, denen Abraham zuvor manche Freundschaft getan hatte, seiner an und verbürgten sich für die von Rothenburg zu seiner Freilassung, verlangte unerhört hohe Summe von 11.000 Gulden, wofür die beiden Herren Hohenlohe noch obendrei ihre Stadt Weikersheim nebst Zubehörden in Pfand gegeben mussten.
Mitte des 16. Jahrhunderts kam von den Deutsch-Ordenschen Untertanen viele Klagen gegen die Juden, worauf sich der damalige Kommentur Walter von Cronberg veranlasst sah, scharfe Mandate zu erlassen, was anfangs des 17. Jahrhunderts wiederholt wurde, doch wurde ihnen bald nach dem Dreißigjährigen Kriege erlaubt, eine Synagoge zu erbauen und einen Rabbiner anzustellen; sie mussten aber für den ihnen von dem Deutschorden gewährten Schutz jährlich 100 Gulden an die Pfarrkirche bezahlen und elf herrschaftliche Jagdhunde sowie die nötigen Postpferde halten. Ein fremder Jude, der nach Mergentheim kam, zahlte 4 Kreuzer, ein reitender acht Kreuzer, für einen toten Juden mussten die Hinterbliebenen dem Orden 1 Gulden bezahlen. Ihre Zahl betrug anfangs des 18. Jahrhunderts zirka 70, 100 Jahre später etwas über 200. Einer der letzten Rabbiner unter deutschordenscher Herrschaft war Simon Baruch, der Großvater Ludwig Börnes, der einen Teil seiner Kindheit im großelterlichen Hause, dem Rabbinat in Mergentheim zubrachte."            

   
Bericht über Bad Mergentheim und seine jüdische Gemeinde (1915) 

Mergentheim AZJ 03091915.jpg (152458 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. September 1915: "Bad Mergentheim, im August (1915). Das Oberamtsstädtchen Mergentheim im lieblichen württembergischen Taubertale war das Ziel meiner diesjährigen Erholungsreise. Mergentheim, ein sauberes Städtchen mit zirka 4.500 Einwohnern - hiervon etwa 3.000 Katholiken, 1.200 Protestanten und 300 Juden -, schönen Giebelhäusern, einem hübschen alten Rathause, einem Schloss - früher Residenz des Deutschmeisterordens -, einem schattigen Schlosspark, besitzt eine heilkräftige Quelle, die Karlsquelle, die dem Örtchen den Namen 'das deutsche Karlsbad' eingetragen hat. Aber nicht von den Naturschönheiten Mergentheims, noch von dessen Heilquelle will ich berichten, sondern von der jüdischen Gemeinde des Ortes. Diese blickt, wie aus den Inschriften von Leichensteinen, die gewissermaßen die Archive solcher Gemeinden bilden, hervorgeht, auf ein Alter von 600 Jahren zurück. Die Gemeinde hat sich unter der Herrschaft des Deutschmeisterordens, der ihr wohlgesinnt war, gut entwickelt und dauernd vergrößert. Die hiesige jüdische Gemeinde, welche seit dem Jahre 1806 zu Württemberg gehört, wird von fünf Vorstandsmitgliedern verwaltet; der Rabbiner führt, entsprechend der württembergischen Kirchenverfassung, in diesem Kollegium den Vorsitz. Als Protokollführer amtiert der Vorbeter, der zugleich der Vorsitzende-Stellvertreter ist. Die Gemeinde hat eine schöne Synagoge, die im Jahre 1912 renoviert worden ist. Die Mitglieder der Gemeinde leben, was mir besonders angenehm auffiel, in bestem Einvernehmen miteinander. Hier sind weder Neid noch Missgunst zu finden, was viel sagen will. Die bei weitem größte Anzahl der hiesigen Juden lebt nach alter Tradition gemäß; die Geschäfte der jüdischen Kaufleute sind an den Sabbaten, bis auf geringe Ausnahmen, geschlossen. Was mich aber ganz besonders erfreute, ist der Umstand, dass hier tiefster konfessioneller Friede herrscht. Aber die hiesigen Juden unterscheiden sich auch weder in Sprache noch in sonstigem Gebaren von ihren andersgläubigen Mitbürgern. - Ich bin fest davon überzeugt, dass lediglich hierdurch Frieden und Eintracht gefördert werden. Ich mag meine Mitteilungen nicht ohne den Wunsch schließen, dass solches Verhalten unserer Glaubensgenossen vorbildlich wirken möge, denn dies ist das beste und wirksamste Mittel, um dem Antisemitismus die Wurzeln abzugraben. Nathan Cohn, Berlin."         

   
"Badebrief" über Bad Mergentheim: "Vom deutschen Karlsbad" (Juli 1926)  

Mergentheim Israelit 22071926.jpg (194110 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juli 1926: "Vom deutschen Karlsbad. (Ein unpolitischer Badebrief.). 
Bad Mehrregenheim
, 4. Juli (1926). Es ist kein Druckfehler. Es schien mir dies der richtige Name für das Bad zu sein, in dem bei meiner Ankunft der liebe Gott alle Schleusen des Himmel geöffnet hatte, sodass die Arche des Kurhauses nicht ausreichte, um die schutzsuchenden Männlein und Weiblein aufzunehmen und der Boden zwischen den Alleen aussah wie eine schlecht abgewaschene 'Fangopackung' - Mergentheimer Kurspezialität -. Kaum hatte ich aber die provozierende Überschrift auf dem Papier, als die Sonne durch all die grauen bleibeschlagenen Wolkenbänke brach, lachend, strahlend, zwickelnd, glitzernd, ja sengend, und alles hob mit ihr den Kopf, lachte und strahlte, vom Herrn Kurdirektor und dem betressten Hotelportier bis zu den roten Rosen in der Schlossgartenallee und den Weißfischen, die im Flachwasser unter der Holzbrücke mit geöffnetem Munde der von den Kurgästen zugeworfenen Brocken harren. Dann tat ich, was alle taten. Legte Feder und Konzept beiseite und ging hinaus, der Sonne nach, den Vögeln nach, die herrlichen Alleen entlang unter dem Baldachin der Akazienblätter, im Dufte der Tannennadeln, längs der im Abendglanze kristallglitzernden Tauber, indes am Hange rechts die Lichter des Waldhäuser 'Ferdinand' und 'Waldeck' wie die Riesenglühwürmer in die Landschaft leuchteten. Manch trübgeregnetes Gemüt, das gestern noch missvergnügt witzelte: 'Mer - gehn - Heim', sagte heute umgestimmt: 'Mer - gehen - net - Heim.'
Man hört des öfteren sagen, Mergentheim sei das deutsche Karlsbad. Karlsbad liegt für mich - und auch für andere - hinter böhmischen Bergen. Aber wer Mergentheim im Sonnenscheine gesehen, wird mit mir versucht sein - falls eine Ähnlichkeit zwischen beiden Bädern konstatierbar - Karlsbad das tschechische Mergentheim zu nennen.
Der Tag beginnt hier, wie auf allen Kurplätzen, mit dem Morgentrank am Brunnen, wo die Kurkapelle auch an den 'neun Tagen' nicht gerade 'Eli Zion' spielt und die Menschen, das Glas in der Rechten, sich einander eine zeitlang in den Weg laufen, bis sie, na, man weiß ja ... Dann läuft alles programmmäßig ab. Man frühstückt, badet, wird 'gepackt', ruht, schwitz und ruht wieder, hat bei Tisch dann Gelegenheit, so zwischen Fleisch und Nachtisch, den Zuckergehalt, die Gallensteineanzahl seiner lieben Tischnachbarn zu erfahren, auch das Soll und Haben. Am Nachmittag ist es entweder so tropisch heiß, dass man sich nicht aus dem Hause wagt, oder es regnet so beharrlich, dass man sich ins Haus flüchtet. Die Abende sind schön, märchenhafter als alle Märchen, die ich kenne. Man verbringt sie entweder im Kurgarten bei Mozart und Beethoven oder in einem der vielen Biergärten, mit Gleich- oder Ungleichgesinnten in mehr oder weniger friedlicher Unterhaltung. So weit alles wie 'in der Welt überall, wohin die Menschen kommen ohne ihre Qual.' Aber es kommt hier noch ein Neues hinzu, das auch für die Hebung des Gesundheitsstatus, dem hier alles lebt, nicht unbeträchtlich in Gewicht fällt: das jüdische Mergentheim.           
Mergentheim Israelit 22071926a.jpg (263108 Byte)Mergentheim, als Stadt mit ihren Türmen, Schlössern, Brunnen und Brücken und allerlei monumentalen Zeugnissen historischen Geschehens, so altfränkischinteressant wie das Bad neuzeitlich ausgebaut und liebevoll gepflegt, beherbergt bei seinen fünf- oder sechstausend Bürgern über siebenzig jüdische Familien, die fast alle noch, wie man hier so sagt, um 'guten alten Geschlechte' zählen. An alten und neuen Pfosten kleiner und großer Außentüren zeigt die Mesusah sichtbar das jüdische Heim und eine scheitelgekrönte Matrone schaut hie und da zum Fenster hinaus auf die sommerlich belebte Kleinstadtstraße. Wem es liegt, kann hier, statt um sieben beim Brunnen, schon um sechs morgens mit dem gemeinsamen Gebete seine Kur beginnen, und wenn abends nach sieben das Konzert im Kurgarten zu Ende ist, kann man, bevor man sich an die Abendtafel setzt, die schmale alte Gasse hinaufwallen und durch den unscheinbaren Scheunenhof in die mehr interessant, denn schön gebaute und bequem eingerichtete Synagoge eintreten, um das Tagesprogramm mit gemeinsamem Abendgebet und sogar einem labenden Trunk, gereicht vom Herrn Rabbiner aus dem Lebenssprudel alter Lernhäuser, abzuschließen. Wie vollgefüllt sind die Reihen, in denen die Pulte zu hoch und die Sitze zu tief sind, am Freitagabend und Sabbat! Nichts von den Kriterien und jüdischen Lebensmöglichkeiten einer echten, rechten, alten Kehilloh fehlte. Ein zuverlässiger Eruw, eine jüdische Konditorei, eine zuverlässige Wurstlerei. Im Hotel Fechenbach, wo jüdische Gastfreundschaft die starre Hotelform sprengt, wird bei peinlichster ritueller Genauigkeit auf bestmögliche Verpflegung in schönster moderner Aufmachung gesehen. Ein jüdischer gesetzeskundiger Arzt von herrlichen menschlichen und jüdischen Qualitäten weiß bei der Kurverordnung auch auf die jüdische und rleigiöse Einstellung eines heiungs- und erholungssuchenden Kurgastes bestens einzugehen. So arbeiten Hotel und Arzt, Stadt und Bad, Kurverwaltung und Gemeinde zusammen, dem Kurbedürftigen angenehmen und nutzbringenden Aufenthalt zu sichern. Wert Mergentheim einmal entdeckt hat - es ist noch nicht genügend entdeckt - kommt wieder schon aus Dankbarkeit.  Und noch eines. Man sieht hier keinen Aufwand, keine 'Toiletten'. Man sieht sie auch anderswo manchmal nicht... Aber dort liegt das Ärgerliche in dem, was man nicht sieht. Hier ist das Eichfache, das Unauffällige wohltuend. Gutes Bürgertum dominiert, besserer Mittelstand, einige Lehrer von ernstem Streben, ein paar Akademiker ohne Gelehrtendünkel, Kaufleute, die mehr Prozente an Zucker als von ihren Friedenspapieren haben. Und kaum einer dabei, der es nicht nötig hätte.
Alles ist auch hier auf diese Mittellinie der Börse eingestellt. Von der Kurtaxe und den Bäderpreisen, die stets mit irgend einem 'Abzug' berechnet werden, bis zu den ganz unkurgemäß zivilen Preisen in den Hotels und Cafes. Und über allen ruht wie ein weicher Seidenschleier die gutschwäbische Gemütlichkeit. Der Polizeidiener sagt 'Grüß Gott!' Der Herr Notar wünscht: 'Gute Zeit!'. Das Mädchen am Badeschalter lacht und kennt jeden Kurgast beim Namen. Am 'Brückenkopf' (am Kopfende der schmalen Holzbrücke) sitzt die Frau mit dem Strumpf in der Hand vor der großen Waage, davor mit großen Lettern geschrieben steht: 'Hier kenne d'Leit gwoge wärre. 10 Pf.'. Es ist eine gute Frau, die für ein kleines Trinkgeld ab und zu - je nachdem, ob jemand ab- oder zunehmen will - geben kann...   
Nun leuchtet seit acht Tagen herrliche Sonne über die mattblauen Waldhöhen hinunter zur Talmulde, dass sie, vom zackigen 'Waldeck' gesehen, wie ein Kessel voll flüssigen Goldes ausschaut. Die Gewitterwolken, die sich jetzt erfrischend mit Licht und Lärm entladen, als wollten sie polternd den Goldkessel waschen, erhöhen nur die Lust. Sie jagen uns für eine Stunde unter Dach und drücken mit das angefangene Konzept wieder in die Hand.  
Indess, die Überschrift passt nicht; denn schon heitert sich's im Westen auf und durch die reine Luft hallen und locken Töne und Klänge, wie sie zwischen den hohen, grauen Mauern der Großstadtstraßen nie gehört werden. Es ist nun Zeit, dass ich die Feder aus der Hand lege.   
Der nächste Brief beim nächsten Regen. Hoffentlich nicht sobald!..."    
 
Hinweis: der Teil II des "Badebriefes" über Bad Mergentheim ist ein Bericht über die jüdische Leben in Edelfingen.     

  
"Badebrief" über Bad Mergentheim: "Vom deutschen Karlsbad" (August 1926) 

Mergentheim Israelit 19081926.jpg (246354 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1926: "Vom deutschen Karlsbad. III. Jahrhundertfeier. Der eigene Reiz eines kleinen Badeortes liegt in der engen Berührung von Dorf und Stadt, in dem lieblichen Gemisch von ländlicher Geruhsamkeit und mondäner Betriebsamkeit. Mit Holzlatten schadhaft umhegter Kraut- und Gemüsegarten grenzt hart an die herrlich angelegte Akazienallee, Dunggeruch aus dem Bauernhofe reicht bis zum Parfüm im teppichbelegten Vestibül des Grandhotel. Dörfisches Stilleben und Großstadtglanz reichen sich die Hand. 
Wenn ich morgens zum Fenster meiner Wohnung hinausschaue, dann sehe ich auf ein dürftig gepflastertes längliches Dreieck, umsäumt von alten, hübschen Häuschen, auf denen das spitze Dach wie eine Nachthaube mit langer Quaste auf einem müden Kopf bis zu den verschlafenen Augen sitzt. In der Mitte des Platzes ein barocker, monumental ummauerter Brunnen mit Figuren, die Heilige und Ritter darstellen. Das Kopfende des Dreiecke nimmt, als hätte sie den Vorsitz in diesem Bereiche, eine alte einfache schlossartige Kirche ein. Unten am Fußende schließt eine langgebaute Wirtschaft, die sich merkwürdigerweise 'Zur Rose' nennt, die Partie ab. Ein paar Bäckerläden, ein Friseurladen, eine kleine Buchhandlung mit Ansichtskartenauslagen füllen die Fronten hüben und drüben aus. Zwischen Brunnen und Mauer, die zur alten Kirche führt, kauen behaglich zwei Esel, an einen Milchwagen gespannt, ihren Morgenimbiss. Langsam geht die Erkertüre des Friseurladens in die Höhe. Ein dralles Mädchen, einfach und ländlich, kommt mit einer Milchkanne über den Weg. Bauern rollen mit kleinen Wägelchen über den Platz und biegen durch den Torbogen der Kirche zum großen Markte zwischen Rathaus und Kirche ab, wo sie ihr Obst und Gemüse auslegen. Alles hübsch ländlich, dörfisch, unverfälscht die Menschen wie die Dinge.   
Und nur wenige Meter weiter geht man durch den Schlossgarten und über das Brücklein, dem Eisenbahndamm entlang, und ist mitten im wogenden Menschenhaufen um die Karlsquelle und den Wilhelmsbrunnen vor dem stattlichen Kurhauspalast, wo die Kapelle schon morgens um sieben Mozart, Beethoven, Lortzing, Tschaikowski und Johann Strauß spielt, wo mannsgroße Plakate an allen Ecken Reunions, Tanztees, Konzerte und Abendgesellschaft ankündigen. Auf dem Theaterzettel stehen 'Madame Butterfly' und die 'Königin der Nacht'. Es ist Großstadtleben, kleines Weltbad.   Nachmittag: Der Dreieckplatz brütet in praller Sonne. Ein Bauer kommt mit vollbeladenem Heuwagen des Weges gefahren. Hinter ihm bellt ein Hund. Ein Mädchen holt aus dem Bäckerladen drüben ein frisch gebackenes Brot. Barfüßige Bauernjungen tummeln sich um den Brunnen und setzen sich abwechselnd auf die Rücken der steinernen Heiligen und der lebendigen Grautiere, die immer noch ohne sichtlichen Grund dastehen und kauen. Aber ein paar Schritte weiter, am Bahnhof, im Kurgarten, in den Promenaden, in den Häusern an den Hängen singt und spielt und tanzt und tobt die Großstadt.   
Ich wüsste nichts davon zu erzählen, wenn nciht auf diesen kleinen Badeplätzen es einmal so wäre, dass auch 'ein Mann, der nicht tanzen kann', ganz unschuldig in diesen Wirbel hineingezogen wird. Man geht nachmittags ahnungslos in einen Garten, um seinen Tee oder seinen 'Schwarzen' einzunehmen, sitzt still und arglos an seinem Marmortischchen und lobt die Stille und Feierlichkeit der Natur. Da erhebt es sich plötzlich und unerwartet, orkanartig. In irgendeiner bisher unsichtbaren Ecke erschallt Musik. Ein Mann bläst in ein vorsintflutliches Instrument, das aussieht, wie Großvaters lange Pfeife und doch keine ist, ein anderer schlägt wütend in Pauke und Trommel und selbst das friedliche Haustier, das Klavier, macht, unter wuchtigen Schlägen eines handfesten Mannes mit. Aus all dem entsteht Höllenlärm, und schon bewegen sich die Paare und rennen dich mitsamt deinem Tischchen und deinem 'Schwarzen' einfach über den Haufen. Das Ganze wird dann Jazz oder Foxtrott oder Tango genannt oder mit sonst irgendeinem Worte bezeichnet, das in keinem Duden zu finden ist. Für diesen organisierten Wahnsinn hat die deutsche Sprache - zu ihren Ehren sei es gesagt - noch keinen Ausdruck.   
Vormittags 'Fango', nachmittags 'Tango!'. Womit aber nicht gesagt sein soll, dass letzteres wie ersteres eine Mergentheimer Spezialität sei. Man muss zugeben, dass gerade in Mergentheim im Vergleich zu anderen Bädern         
Mergentheim Israelit 19081926a.jpg (327576 Byte) der Tanzkult noch ziemlich mäßig betrieben wird. Und es muss zu Ehren Mergentheims konstatiert werden, dass auch ernste Kunst hier weit heimischer ist als in vielen anderen Bädern des In- und Auslandes. Die Kurkapelle - unter Leitung eines Herrn Kahn - steht auf ansehnlicher Höhe und wagt sich mit bestem Erfolg an die schwierigsten musikalischen Aufgaben heran. )In der großen stallartigen Turnhalle, wo Meister Kühn mit einer Beharrlichkeit, die seinem Namen Ehre macht, unter primitivsten Verhältnissen mit Hilfe einer kleinen Künstlerschar sogar klassische Stücke herausbringt, kommt auch der verwöhnteste Großstädter auf seine Rechnung. Nun hat Mergentheim - fast wie Bayreuth, Heidelberg oder Salzburg - sogar seine Festspiele. Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Bades.    
Die Gesundheitsquellen von Mergentheim sind vor hundert Jahren von einem Schäfer entdeckt worden, richtiger von seinen Schafen. Es war nämlich so, dass die Schafe, die über die Äcker zur Weide getrieben wurden, an einer Stelle immer stehen blieben und nicht wegzubringen waren. Der gute Schäfer gab als der klügere nach, blieb auch selber stehen und untersuchte den Grund der Verkehrsstockung innerhalb seiner sonst so frommen und willigen Gemeinde. Mit dem Instinkte des erdverbundenen Schäfer fand er bald den Salzgeruch und Salzgeschmack des durch den Sand schmal rieselnden Wässerleins heraus. Dann kamen die Architekten und Ingenieure, weniger findig wie der Schäfer, aber ausgestattet mit ihren Röhren und Pumpmaschinen und holten das Wässerlein aus dem Boden, dass es in lustigem Sprudel aufschieße. Und da es einmal im Leben so ist, dass, wenn eine Sache mit Schafen beginnt, ihr bestes Gedeihen gesichert ist, so haben wir nun hundert Jahre Bad Mergentheim, hundert Jahre der Heilwirkung für die kranke Menschheit, hundert Jahre frommer Wallfahrt gläubiger Menschen, die zu dem Gesundheitsbrunnen von Bad Mergentheim Jahr für Jahr pilgern, um neue Kraft für Nerven und Nieren und vieles andere zu schöpfen. Für alles weitere sorgte die Regierung, der Staat, die Stadt, die Aktiengesellschaft und die Kurverwaltung. Neue herrliche Bauten wuchsen aus der Erde, Promenaden und Anladen wurden aus steinigem Boden gezaubert, Hotels und Villen entstanden. Sogar ein Wald wurde aufgeforstet, in dessen Schatten aber erst unsere Enkel ruhen werden. Und wie alles aufs beste wie aus Gotteshand gestaltet war, kamen die Badeärzte hinterher und entdeckten die universelle Heilkraft der Quellen und Bäder - für Leber, Magen und Darm, für Galle, Zucker und Nerzen, gegen Korpulenz und Magerkeit, gegen Trägheit und Reizbarkeit der Verdauungsorgane, kurzum für und gegen alle Krankheiten, die seit je existierten und eventuell von einer späteren Wissenschaft noch entdeckt werden sollten... 
Für die Jahrhundertfeier hat ein heimischer Dichter, Hans Heinrich Ehrler, ein Festspiel gedichtet, das am Sonntag den 15. August neben vielen anderen Festveranstaltungen auf der Freilichtbühne im Hofe des mittelalterlichen Deutschordensschlosses von Dilettanten und Schauspielern vor großer Zuschauermenge zur Hauptaufführung kam. Damit aber auch die anderen Kurgäste, die mit ihren Beschwerden nicht grade zur Jahrhundertfeier kommen, etwas davon haben, durften wir schon an vorhergehenden Sonntagen das Festspiel auf der Freilichtbühne genießen. Es besteht aus einem Rahmenspiel aus dem Jahre 1219 und schließlich aus einem Nachspiel aus 1826. Das Vorspiel passt zum Binnenspiel, wie die beiden Spiele zum Nachspiel und das Ganze zum Festanlass, wie das Dorf zur Großstadt, der ländliche Heuwagen zum Kurgarten, der Esel am Milchwagen vor dem Brunnen zur Reunion, und dennoch rollt sich ein schönes, buntes Bild ab, das von viel Kunstsinn und Heimatliebe zeugt. Ritter treten in der zweiten Szene auf, direkt aus Jerusalem vom Kreuzzuge kommend, erzählen von ihren Erlebnissen, legen Gelöbnisse ab für Kirche und Heimat. Und das alles so sentimental harmlos, dass der Geschichtskundige und gar der Kenner jüdischer Geschichte, der mit dem Kreuzzug ganz andere Vorstellungen verbindet, wünschte, all die Herren Ordensritter von damals hätten ihr Lebtag nichts anderes getan, als hier von der oberen auf die untere Bühne zu wandeln, Schwüre mit kühn ausgestrecktem Pappdeckeldegen in die Luft zu senden und Artigkeiten den aufgeputzten Damen zu deklamieren. Wie gut das alles gemeint ist, zeigt am besten der Umstand, dass gute jüdische Bürgerstöchter zum Mitspielen herangezogen sind und ganz ausgezeichnet den Ordensrittern bei ihren feierlichen Eiden für Kirche usw. sekundieren. Dann tritt im Nachspiel der Kolumbus Mergentheims auf, der historische Schäfer von 1826, der, im Gegensatze zum richtigen Kolumbus, nicht das Land, sondern das Wasser entdeckt hat, und spricht einen von Hans Heinrich Ehrler verfassten Prolog. Was ist natürlicher, als dass Schäfer im Kreise ihrer weidenden Schäflein Prologe in Reim und Rhythmus und Jamben sprechen! Ein rieselndes Geräusch, die Quelle ist entdeckt, und allerliebste Brunnenmädchen stehen mit Schalen in der Hand, singen und rezitieren. Dann setzt - wenn man dem Programm glauben soll - 'edel pathetische Musik' ein. Keine Kleine, die mit dabei ist, ist vom Schlusse unbefriedigt. Sie fragt andauernd: 'Wo bleiben die Schafe?'   
Es ist eine harmlose unschuldige Sache, die den Leuten, zunächst den Darstellern selbst, ungeheuer viel Vergnügen macht. Und man hat alles in allem einen sehr hübschen Nachmittag verlebt.  Diese Hundertjahrfeier verdient auch in jüdischen  
Mergentheim Israelit 19081926b.jpg (67227 Byte)Zeitungen erwähnt zu werden. Hundert Jahre Heilarbeit, hundert Jahre Kampf gegen die Krankheitskeime in Leber, Galle, Magen. Galle, Zucker - schon an sich eine gut jüdische Sache! Kommt noch hinzu, dass Mergentheim bereits vor hundert Jahren eine blühende jüdische Gemeinde hatte mit allen jüdischen Lebensmöglichkeiten, was selbstverständlich von Anfang an eine besondere Zugkraft auf jüdische Patienten und Erholungsbedürftige ausübte. Stadt und Kurverwaltung wissen dieses Moment zu schätzen. Bei Einweihung eines neuen Brunnens am Festtage sprach neben den beiden Geistlichen der zwei Konfessionen auch der Herr Rabbiner.  
Es würde dieser Anlass sogar zu einem kurzen Rückblick reizen auf die hundertjährige Entwicklung der jüdischen Dinge in Mergentheim und überhaupt in Württemberg, wo die Welle der Reform gleich zu Anfang mit größter Wucht einsetzte und dann im Flachwasser einer Zwangsorganisation in Form einer staatlichen Kirchenbehörde stecken blieb. Das jüdische Element war und ist, wenigstens in den Mittel- und Kleingemeinden, noch von so echtem Holze, dass ihm alle Anstürme im wesentlichen nichts machen konnten. Doch darüber ein anderes Mal."       

    
Die weitere Entwicklung Bad Mergentheims als Kurstadt (1929)     

Mergentheim Israelit 07021929.jpg (77091 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1929: "Bad Mergentheim. Die von Jahr zu Jahr gewaltig zunehmende Frequenz (mit der Saison 1928 wurde das Dreieinhalbfache der höchsten Vorkriegszahl erreicht!) macht den ständigen Ausbau der Unterbringungsmöglichkeiten nötig. Jedes Jahr entstehen weitere Hotelbauten, Sanatorien und Pensionen. Auch während des diesjährigen Winters ist eine große Anzahl Neu- und Erweiterungsbauten vorgenommen worden, sodass Bad Mergentheim in jeder Beziehung für die Saison 1929 gerüstet ist. Die am 20. Februar öffnende bekannte Kuranstalt Hohenlohe (Direktion W. Maier) hat ebenfalls Verbesserungen vorgenommen und besitzt mehr Raum zur Unterbringung als bisher."      
 
Mergentheim Israelit 07031929.jpg (91967 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. März 1929: "Bad Mergentheim. Die gewaltige Entwicklung dieses Bades macht es notwendig, jedes Jahr einen neuen Prospekt herauszubringen, um auf die mannigfaltigen Neubauten, Veränderungen und Verbesserungen gebührend aufmerksam zu machen. Das für die Saison 1929 gültige Material ist in diesen Tagen erschienen und uns heute zugegangen. Es besteht aus einem sehr geschmackvollen Prospekt, der auf farbigem Umschlag das bekannte Ritterbild Bad Mergentheims zeigt und sehr reichhaltigen und interessanten Bilderschmuck aufweist. Besonders bemerkenswert sind die ausführlich gehaltenen Heilanzeigen, die im vergangenen Jahre durch eine große Anzahl der bekanntesten deutschen und österreichischen Internisten neu aufgestellt worden sind. In einem besonders umfangreichen Heft, das eine Gesamtansicht des Bades zeigt, werden die Unterbringungsmöglichkeiten eingehend geschildert."         
 
Mergentheim Israelit 18041929.jpg (231654 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1929:  "Vor fünf Jahren war es doch noch recht wenig bekannt, das nun so berühmte Bad Mergentheim - und dies ist eigentlich der einfachste und beste Beweis für die unübertreffliche Heilkraft seiner Quellen. Nicht umsonst haben sich im vergangenen Jahre die bedeutendsten Internisten der deutschen und österreichischen Universitäten dort eingefunden, um an Ort und Stelle die Wirkung zu prüfen und für seine Indikationen eine genau wissenschaftliche Formel festzusetzen. Doch lassen wir sie selbst darüber sprechen. In Bad Mergentheim ist in den letzten Jahren eine völlige Neuorganisation aller wesentlichen Einrichtungen durchgeführt worden. Da das Bad in seiner Entwicklung durch keinerlei nichtärztliche Rücksichten festgelegt war, so ergab sich hier die seltene Möglichkeit, großzügige, mustergültige und jedem Anspruch gerecht werdende Neuschöpfungen vollständig einheitlich nach fachärztlichen Ratschlägen ins Leben zu rufen. Es stehen somit neben den in Deutschland einzig dastehenden Quellen Kurhäuser, Sanatorien und Pensionen zur Verfügung, welche in individueller Weise sowohl den gesundheitlichen wie den sozialen Ansprüchen weitester Kreise zu genügen imstande sind.  
Aber nicht die Heilkraft seiner Quellen allein ist es, die Bad Mergentheim zu einem solchen Anziehungspunkte macht: Es ist das Gefühl des behaglichen Geborgenseins, das die gemütliche, ehemalige Deutschordensresidenz und die interessante Umgebung des alten schwäbisch-fränkischen Kulturkreises in jedem Kurgast auslöst. Rothenburg, Dinkelsbühl, Würzburg, Wertheim, Creglingen mit dem besten Werk Riemenschneiders, Weikersheim, die idyllische Hohenloheresidenz, Langenburg, Seelchens Heimat, Amorbach, Miltenberg. Kaum sind die Schönheiten alle aufzuzählen, die sich den Kurgästen Bad Mergentheims darbieten, nciht zu vergessen im Frühling die bezaubernde Fahrt durch das blühende Jagst- und Neckartal nach dem vielbesungenen Heidelberg."       

   
Bad Mergentheim auf einem medizinischen Kongress in Kairo (1929)  

Mergentheim Israelit 21021929b.jpg (52756 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Februar 1929:  "Bad Mergentheim in Kairo. Als einziges deutsches Bad war Bad Mergentheim auf der Ausstellung des großen internationalen medizinischen Kongresses in Kairo vertreten. Der Stand, der berechtigtes Aufsehen erregte, wurde bei der Eröffnung der Ausstellung von König Fuad I. eingehend besichtigt. Als besondere Anerkennung wurde Mergentheim durch den ägyptischen Unterrichtsminister eine Medaille überreicht."      

       
Jüdische Kurgäste können weiterhin zur Kur in die Stadt kommen (1936)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1936:     

     
    
Aus der Geschichte des Rabbinates in Mergentheim    
Rabbiner in Mergentheim waren seit der Mitte des 18. Jahrhunderts:   
1741-1763: Naftali Hirsch Katzenellenbogen (geb. ca. 1715 in Schwabach, gest. 1800 in Mannheim): studierte in Frankfurt; 1741 Rabbiner für den Tauber-Neckar-Kreis des Deutschen Ordens mit Sitz in Mergentheim, 1763 Landesrabbiner der Kurpfalz mit Sitz in Leimen, zugleich 1763-68 Hausrabbiner bei Hoffaktor Aron Elias Seligmann min Leimen; 1768 Amtssitz nach Mannheim verlegt, hier gleichzeitig Oberrabbiner an der Klaus, entfaltete eine reiche Lehr- und Forschungstätigkeit (insbesondere zum Talmud). 
1764-1790: Abraham Broda (geb. in Mergentheim, gest. 1790 ebd.: studierte in Frankfurt, seit September 1764 Nachfolger seines Vaters Salomon Broder als Oberlandrabbiner der Judenschaft im Tauber- und Neckarkreis des Deutschritterordens mit Sitz in Mergentheim.
1794-1799: Jakob-Joseph Gersfeld (geb. in Gersfeld, gest. 1814 in Bamberg): war ca. 1785 Rabbiner in Wüstensachsen als fürststiftlich-würzburgischer Unterrabbiner, 1794 Oberlandesrabbiner des unteren Meistertums des Deutschen Ordens in Bad Mergentheim, 1799 oberhessischer Landesrabbiner in Friedberg, 1802 Landesrabbiner des Fürststifts Bamberg.
1801-1811: Salomon Kohn (geb. als Sohn des Rabbiners Meschullam Kohn von Fürth; gest. 1824 in Biala / Zülz, Oberschlesien): 1793 oberpfälzischer Landesrabbiner mit Sitz in Schnaittach, 1901 Oberlandesrabbiner für den Tauberkreis des Deutschritterordens mit Sitz in Mergentheim, 1811 Rabbiner in Zülz, Oberschlesien.
1813-1818: Naftali Hirsch Kunreuther (geb. 1771 in Kunreuth oder Baiersdorf, gest. 1847 in Gelnhausen): studierte in Mainz und Fürth; 1813 Rabbiner in Mergentheim, 1818 Rabbiner in Gelnhausen.
1834-1835: Dr. Moses von Wassermann (geb. 1811 in Gunzenhausen, gest. 1892 in Stuttgart): studierte in Ansbach, Würzburg und Tübingen; 1834 Rabbinatsverweser in Bad Mergentheim, 1835 Rabbinatsverweser in Mühringen, 1837 Bezirksrabbiner ebd.; 1873 Bezirksrabbiner in Stuttgart.
1835-1854: Salomon Wassermann (geb. 1780 in Oberdorf, gest. 1859 in Laupheim): studierte in Wallerstein und Fürth, später auch in Tübingen; 1825 Rabbiner in Laupheim, 1835 Bezirksrabbiner in Mergentheim, wo er auch eine Talmudschule betrieb, 1854 Ruhestand.   
1855-1867: Dr. Max Sänger (geb. 1821 in Laupheim, gest. 1882 in Hamburg): studierte in Tübingen; 1846-54 Privatlehrer ("Hofmeister") in Wien, 1855 Rabbinatsverweser in Bad Mergentheim, 1857 Bezirksrabbiner ebd., Promotion 1867 in Jena; 1867 Prediger am Hamburger Tempel.   
1867-1893: Samson Gunzenhauser (geb. 1830 in Binswangen, gest. 1893 in Mergentheim): lernte in Aschaffenburg und Würzburg, studierte in Würzburg und München; 1855 Distriktsrabbiner in Reckendorf, 1859 Rabbinatsverweser in Buttenhausen, 1860 Bezirksrabbiner ebd., seit 1867 Bezirksrabbiner in Bad Mergentheim.
1893-1909: Dr. Hirsch Sänger (geb. 1843 in Buttenwiesen, gest. 1909 in Mergentheim): studierte in Mainz, München, Würzburg, Berlin, Gießen; bis 1893 Rabbiner der orthodoxen Gemeinde in Bingen, 1893/94-1909 Bezirksrabbiner in Mergentheim.   
1910-1939: Dr. Moritz Moses Kahn (geb. 1871 in Baisingen, gest. 1946 in Bnei Berak, Israel): studierte in Berlin, Würzburg, Tübingen: 1895-1898/99 Lehrer an der Frankfurter Religionsschule, 1899-1910 Religionslehrer am Seminar in Esslingen, von hier aus auch Rabbinatsverweser in Freudental; 1910-1939 Bezirksrabbiner in Bad Mergentheim; beim Novemberpogrom 1938 schwer misshandelt, 1939 emigriert. 
  
     
         
Zum Tod von Rabbiner Hirsch Kunreuther, Rabbiner in Mergentheim 1813 bis 1818 (1847)
    

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 16. März 1847 (leicht abgekürzt zitiert): "Nekrolog. Aus Kurhessen. Ein betrübendes Ereignis ist dieser Tage in einer nicht unbedeutenden Gemeinde Kurhessens eingetreten, eine Trauerkunde, die überall die gebührende Teilnahme in Anspruch nehmen wird. So ungern ich auch der Überbringer einer Trauerbotschaft bin, so wenig kann ich es jedoch über mich gewinnen, eine solche Zeitung mit Stillschweigen zu übergehen, sie nicht zur Kunde Aller zu bringen. Am 26. Schewat (12. Februar 1847) starb der allgemein geachtete und gelehrte Kreisrabbiner zu Gelnhausen, Rabbiner Hirsch Kunreuther - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, in einem Alter von 75 Jahren. Er war geboren zu Baiersdorf in Oberfranken in Bayern, besuchte in seiner Jugend die Jeschibah zu Mainz, welcher damals der bekannte Rabbiner Herz Scheuer - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - vorstand. Nachdem er, mehrere Jahre dort verweilend, sich tüchtige Kenntnisse im rabbinisch-talmudischen Fache angeeignet hatte, kehrte er wieder in seine Heimat zurück, wo er als Privatmann lebte. Später erhielt        
Gelnhausen DtrZionsw 16031847a.jpg (228932 Byte)er das Rabbinat zu Mergentheim an der Tauber, welches er längere Zeit verwaltete, und wo er sich die Zufriedenheit, Liebe und Achtung aller Angehörigen seines Sprengels in reichem Maße erworben hatte. Endlich wurde er nach Gelnhausen berufen, an welcher Stelle er über 28 Jahre gewissenhaft und pünktlich alle Funktionen seines seinem Glauben mit ganzem Herzen anhängenden, und mit der Religion es ernst meinenden Rabbinen eifrigst oblag. Er hatte im Anfange seines Amtsantrittes eine Jeschibah in Gelnhausen gegründet, wohin aus verschiedenen Gegenden Jünglinge kamen, die bei ihm im Talmud und rabbinischen Wissenschaften unterrichtet wurden. Er suchte Jeden zum eifrigen Talmud-Studium zu ermuntern und es gelang ihm, eine große Anzahl wissbegieriger Jünglinge um sich zu versammeln, da er eine gediegene Kenntnis aller talmudischen Disziplinen besaß, eine gute Methode im Lehren befolgte, ein tiefes und ausgebreitetes Wissen in allen sonstigen rabbinischen Fächern bekundete, und durch seine scharfsinnigen Disputationen die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer fesselte.   
Wer den Dahingeschiedenen kannte, wie ein echter, frommer Sinn ihn beseelte, wie er für den altehrwürdigen Glauben erglühte, der wird den innigen Schmerz und das Gefühl der Trauer mit uns empfinden, welches bei der Nachricht von seinem Hinscheiden in uns erregt worden. Gottesfurcht und Tugend waren die Leitsterne auf seiner Lebensbahn, sein Sanftmut und seine liebevolle Zuvorkommenheit gegen Jedermann, seine gastliche Aufnahme, mit der er jeden beehrte, seine Bereitwilligkeit, mit Rat und Tat zu helfen, verschafften ihm Achtung und Liebe bei allen Gemeinden seines Kreises. Zwar wurden ihm die letzten Jahre seines Lebens, die freundliche Sonne, die ihn in seinen früheren Tagen lieblich und hell umstrahlte, durch drohende düstere Wolken getrübt und verfinstert, was wir jedoch zur Ehre derer, welche diese Leiden ihm verursacht, gerne verschweigen, indem wir hierdurch seine edlen Grundsätze, die er im praktischen Leben so schön bewährte, erfüllen; auch er hatte allen seinen Gegnern ihre Unbilden verziehen, denn, als der streng orthodoxen Richtung angehörend, befolgte er alle Prinzipien des Talmuds... Süß ist der Schlaf des Arbeiters, der seinen Beruf und seines Standes Pflichten treu erfüllt, der redlich stets gewandelt, Tugend und Wohlwollen stets geübt, die ihm ein herrliches Denkmal setzen, dauernder als Erz. Sit illi tara levis (die Erde sei ihm leicht)."     

        
Rabbiner Salomon Wassermann wird pensioniert - Rabbinatskandidat Sänger kommt nach Mergentheim (1855)  

Mergentheim AZJ 19021855.jpg (27434 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Februar 1855: "Der greise Rabbine Salomon Wassermann in Mergentheim wird jetzt pensioniert und das dortige Rabbinat wird durch den Rabbinatskandidaten Sänger, der bis jetzt in Wien als Hofmeister fungierte, verwaltet werden."         

   
Richtigstellung zu dem (korrekten) Verhalten des Rabbiners anlässlich eines Todesfalles (1866)  

Mergentheim AZJ 05091866.jpg (76299 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. September 1866: "Mergentheim. Um nicht dem Verdacht ausgesetzt zu sein, als habe auch er seine Schuldigkeit an der Leiche des verstorbenen Soldaten Levi von Laudenbach nicht getan, hat der Rabbiner hier, wo Levi starb, von dem Rechtskonsulenten Ellinger hier im 'Beobachter', worin der Vorfall auch erwähnt worden war, das Zeugnis erhalten, dass er den Toten nicht nur wie jeder Jehudi begleitet, sondern auch am Scheideplatz ein würdiges Gebet gesprochen habe, und der Berichterstatter hat dann in dem politischen Blatte zu allem Überflusse berichtigen lassen, dass sich der Tadel auf den Rabbinen in Weikersheim bezogen habe, wo Levi beerdigt, aber vom Rabbiner nicht begleitet worden ist. Das wäre uns genug!"      

   
Rabbiner Sänger wird an die königliche Tafel geladen (1867)  

Mergentheim AZJ 11061867.jpg (78318 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Juni 1867: "Mergentheim, 26. Mai (1867). Am 24. Mai dieses Jahres besuchten Seine Majestät, unser König die hiesige Stadt und war der Empfang ein sehr festlicher. Bei dieser Gelegenheit hatten mehrere geistliche und weltliche Beamten die Ehre zur königlichen Tafel gezogen zu werden, darunter auch der würdige Herr Rabbiner Sänger von hier, welcher sich gleich den Engeln, die bei unserem Erzvater Abraham jenen Besuch abstatteten, bloß dem Anscheine nach beim Mahle beteiligte. Dieser unser Herr Rabbiner wird leider nicht mehr lange bei uns verweilen, indem derselbe den ehrenvollen Ruf als Prediger der israelitischen Tempelgemeinde zu Hamburg erhielt. Diese darf sich zu dieser Wahl in der Tat gratulieren, da Herr Sänger eine sehr gediegene wissenschaftliche Bildung, einen biederen Charakter besitzt, und für einen vernünftigen Fortschritt im Judentum stets eifrigst bestrebt ist."      

 
Rabbiner Dr. Max Sänger verabschiedet sich vor seinem Weggang nach Hamburg auch in seiner Heimatgemeinde Laupheim (1867)
      
Anmerkung: Rabbiner Dr. Max Sänger ist am 9. Januar 1821 in Laupheim geboren als Sohn des Lehrer der jüdischen Gemeinde Abraham Sänger und der Eva geb. Weil. Er war verheiratet mit Clara geb. Mayer aus Laupheim (1834-1874), daher blieben die engen Kontakte nach Laupheim bestehen. Im nachfolgenden Abschnitt ist von der Dissertation Sängers die Rede, die er jedoch über den Propheten Maleachi und nicht über Micha verfasste mit dem Titel: "Maleachi. Eine exegetische Studie über die Eigenthümlichkeiten seiner Redeweisen", Dissertation Jena 1867. 
Literatur u.a. Rolf Emmerich: Rabbiner Dr. Max Sänger aus Laupheim. In: Maajan. Zeitschrift für jüdische Familienforschung 16. 2002 S. 2012-2016..     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August 1867: "Laupheim. Am Sabbat Paraschat Balak (Sabbat mit der Toralesung Balak = 4. Mose 22,2 - 25,9, das war Sabbat, 20. Juli 1867) hielt der hier geborene nach Hamburg berufene Dr. Sänger, zur Zeit Bezirksrabbiner in Mergentheim, auf Ersuchen der Gemeinde eine Abschiedsrede in der Synagoge (sc. also in Laupheim) über Micha 6,8, welche nach Form und Inhalt befriedigte. Während seines Hier seins traf die Nachricht von Jena ein, dass dessen literarische Arbeit über den Propheten Micha an der dortigen Universität mit dem Doktordiplome beehrt worden ist. Es sollen noch einige druckfertige Manuskripte seiner linguistischen Studien bald veröffentlicht werden. Mit Vergnügen hat 'Einsender dieses aus dem Munde dieses Predigers vernommen, dass er in seinem neuen Wirkungskreise in Hamburg auf jüdisch-religiösem Boden wie in der meist orthodoxen Gemeinde zu Mergentheim fortzuarbeiten bemüht sein werde."          

 
Rabbiner Dr. Sänger verlässt Mergentheim und tritt eine neue Stelle in Hamburg an (1867)  

Mergentheim AZJ 15101867.jpg (76820 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Oktober 1867:     

   
Das Rabbinat Mergentheim ist nach dem Weggang von Rabbiner Max Sänger neu zu besetzen (1867)  

Mergentheim Israelit 17041867.jpg (123598 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. April 1867:     

  
Zur Ausschreibung des Rabbinates (1867) 

Mergentheim Israelit 11091867.jpg (117254 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. September 1867:       

    
Rabbiner Gunzenhauser kommt von Buttenhausen nach Mergentheim (1867)    

Mergentheim Israelit 06111867.jpg (71686 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1867:     

  
Predigt-Veröffentlichung von Rabbiner S. Gunzenhauser (1870) 

Mergentheim Israelit 19101870.jpg (30806 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1870: "Gunzenhauser, S., (Rabbiner in Mergentheim) 'Kurz und gut!' Zwanzig Predigten für Feste, Sabbathe und Gelegenheiten. Zum Gebrauch der Prediger, Vorbeter und Lehrer in kleineren Gemeinden. 2. Ausgabe. Breslau 1870. 12 Sgr."     
   
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Oktober 1870: "Gunzenhauser, S., (Rabbiner in Mergentheim) 'Kurz und gut!' Zwanzig Predigten für Feste, Sabbathe und Gelegenheiten. Zum Gebrauch der Prediger, Vorbeter und Lehrer in kleineren Gemeinden. 2. Ausgabe. Breslau 1870. 12 Sgr."     

      
Richtigstellungen im Blick auf Vorurteile gegenüber den "württembergischen Rabbinen" (1881)  

Mergentheim Israelit 07091881.jpg (159896 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. September 1881:     
Mergentheim Israelit 07091881a.jpg (109741 Byte)   

   
Zum Tod von Rabbi David Sulzbacher (1887)   

Mergentheim Israelit 07071887.JPG (133437 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1887: "Mergentheim (Württemberg). Am 24. Siwan (= 16. Juni 1887) starb dahier Rabbi David Sulzbacher, welcher als berühmter Gelehrter in hiesiger Gegend wohl bekannt war. Er widmete sich schon frühzeitig dem Torastudium und saß zu den Füßen von Großen Israels, der damaligen hiesigen Rabbinen. Wegen seiner großen Lernbegierde und Aufmerksamkeit wurde er als Knabe von 9 Jahren über die Lösung einer schwierigen Talmudstelle von Herrn Rabbiner Hirsch Kunreuther - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - öffentlich in der Synagoge bei einer Predigt in Gegenwart der ganzen Gemeinde belobt. Nachdem im Jahre 1828 die Kultusverhältnisse der Israeliten Württembergs umgestaltet wurden, wurde die kleine Jeschiwa, welche hier existierte, durch den Wegzug des damaligen Rabbinen Mosche - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - nach Trier, aufgehoben. Rabbi David widmete sich nun dem Handelsstande. Sein Streben war, eine bleibende Pflanzstätte der Tora dahier zu erreichen; er hatte es auch im Verein mit dem Rabbiner Dr. M. Sänger - sein Licht leuchte - dahingebracht, eine Unterrichts-Anstalt zu gründen, in welcher nebst Thora auch im profanen Wissen unterrichtet wurde. Die Anstalt erhielt sich aber nur einige Jahre, weil die Mittel nicht zureichen waren. Bis zu seinem Ende war Rabbi David stets einer, der sich mit der Tora befasste. Täglich wurde in seinem Hause ein Schiur Gemara vorgetragen, an welchem sich einige Gemeindemitglieder beteiligten. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."          

 
Der Bezirksrabbiner aus Mergentheim raucht am Schabbat eine Zigarre (1890) 
Anmerkung: Der Bericht ist aus der konservativen, orthodox-jüdischen Zeitschrift "Der Israelit" entnommen. 

Berlichingen Israelit 03071890.jpg (106541 Byte)Aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1890: "Aus Württemberg, im Juni. Unsere Tagespresse beschäftigt sich gegenwärtig in mehrfachen Kundgebungen mit Vorkommnissen in jüdischen Kreisen. Von der Tauber wurde berichtet, der Bezirksrabbiner von Mergentheim habe auf einer amtlichen Turnusreise zur Abhaltung des Sabbatgottesdienstes in Berlichingen sich einer Sabbatentweihung zuschulden kommen lassen; er soll nämlich von zwei dortigen Israeliten am Sabbat betroffen worden sein, wie er eine Zigarre schmauchte. Eine Versammlung von Notabeln aus dem Bezirke Mergentheim beschloss, gegen den Bezirksrabbiner bei der Königlichen israelitischen Oberkirchenbehörde im Beschwerdewege vorzugehen und hat eine Deputation an dieselbe nach Stuttgart entsendet. Die Sache erregt auch in nichtjüdischen Kreisen Aufsehen, und man ist auf das Vorgehen der Zentralbehörde gespannt. 
(Anmerkung der Redaktion. Obschon uns diese Nachricht schon vor Wochen von verschiedenen Seiten zugegangen, unterließen wir in Anbetracht der überaus schweren Anklage eine Veröffentlichung derselben. Da aber nunmehr die Sache durch alle jüdischen und viele nichtjüdische Blätter gegangen, ohne dass von Seiten des Beschuldigten eine Entgegnung bekannt geworden, stehen auch wir nicht mehr an, dieselbe unseren Lesern mit dem Ausdruck unseres tiefsten Bedauerns über diesen großen Chilul Haschem (Gotteslästerung) mitzuteilen".   

   
Rabbiner Gunzenhauser stirbt bei einer christlichen Beerdigung (1893)   

Mergentheim Israelit 23021893.jpg (34760 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Februar 1893: "Mergentheim, 13. Februar (1893). Unser Herr Rabbiner Gunzenhauser, welcher einem christlichen Leichenbegängnisse anwohnte, fiel während der Rede des Stadtpfarrers Stochdorph im Wartesaal vom Schlage gerührt nieder und was nach wenigen Minuten eine Leiche."     
   
Mergentheim AZJ 03031893.jpg (30467 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. März 1903: "Rabbiner Gunzenhauser in Mergentheim, welcher am 13. dieses Monats einem Leichenbegängnisse anwohnte, fiel während der Rede des Stadtpfarrers Stockdorph im Wartesaal vom Schlage gerührt nieder und war nach wenigen Minuten eine Leiche."     

    
Dr. Hirsch Sänger wird Bezirksrabbiner von Mergentheim (1893)   

Mergentheim Israelit 30111893.jpg (63413 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1893: "Mainz, 28. November (1893). Unser verehrter Freund und Mitarbeiter Herr Dr. Hirsch Sänger, seither Rabbiner der israelitischen Religionsgesellschaft in Bingen am Rhein, wurde durch Verfügung des königlichen Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens in Stuttgart zum Bezirksrabbiner von Mergentheim in Württemberg ernannt. Möge es den Erwählten ... vergönnt sein, in seinem neuen erweiterten Wirkungskreise mit gleichem Feuereifer wie seither und ungeschwächter Tatkraft für unsere heiligsten Interessen einzutreten.   

    
Rabbiner Dr. Sänger tritt sein Amt an (1894) 

Mergentheim Israelit 08011894.jpg (65493 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1894: "Aus Mergentheim wird uns berichtet: Am 28. Dezember traf unser neu ernannter Rabbiner, Herr Dr. Sänger hier ein. 
Derselbe wurde am Bahnhof von der ganzen Gemeinde, dem Königlichen Bezirksamtmann, dem Stadt-Vorstand und der Schuljugend empfangen und durch die reich beflaggte Stadt in die feierlich beleuchtete Synagoge geleitet, wo das Abendgebet stattfand. Am Samstag fand die Antrittsrede in der Synagoge statt, die bei allen Zuhörern den tiefsten Eindruck hervorrief. Am 31. veranstaltete die Gemeinde zu dessen Ehre ein solennes Festessen, bei dem viele schöne Toaste in schwunghafter Weise ausgebracht wurden.   
Möge der neue Rabbiner zum Heile und Wohle seiner Gemeinde wirken; das walte Gott!"     

        
Schreiben von Rabbiner Dr. Hirsch Sänger an das Israelitische Kirchenvorsteheramt Edelfingen (1903)  
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)   

Edelfingen Dok 610a.jpg (109853 Byte) Edelfingen Dok 610.jpg (142817 Byte) Edelfingen Dok 610b.jpg (155516 Byte)
Die Postkarte des Rabbinats Mergentheim - unterschrieben von Rabbiner Dr. Hirsch Sänger mit Hinweis auf den Kirchenrat Dr. Kroner - 
wurde am 21. Januar 1903 an das Israelitische Kirchenvorsteheramt in Edelfingen geschickt. Die Ausschnittvergrößerung links zeigt 
den Stempel des Rabbinates Mergentheim. Rabbiner Dr. Sänger erkundigt sich nach den in der Gemeinde bestehenden 
Wohltätigkeitsvereinen und bittet um Zusendung von Statuten und Jahresbericht.     

     
Einweihung der "König-Wilhelms-Quelle" durch den König - Rabbiner Dr. Sänger ist eingeladen (1907)  

Mergentheim Israelit 30051907.jpg (83466 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1907: "Mergentheim, 27. Mai (1907). Am Freitag, den 17. Mai, traf der König und die Königin mit Gefolge in Bad Mergentheim ein, um der Einweihung der neu erschlossenen 'König-Wilhelms-Quelle' anzuwohnen. Sowohl an dem Empfang der Majestäten als auch an der Einweihungsstelle nahm unter den anderen offiziellen Persönlichkeiten auch Herr Bezirks-Rabbiner Dr. Sänger teil. Unter den zur Einweihung der neuen Quelle geladenen Gästen im Königszelt befand sich Dr. Sänger ebenfalls. Desgleichen war der Rabbiner zur Königlichen Tafel geladen, die im neuen Saale des Kurhauses stattfand. Während dieses Galadiners wurde Herrn Dr. Sänger die Ehre zuteil, vom König ins Gespräch gezogen zu werden, wobei der Landesvater sich auch nach dem Stand der israelitischen Gemeinde Mergentheim erkundigte."        

 
Zum Tod von Rabbiner Dr. Sänger (1909)  

Mergentheim Israelit 10061909.jpg (171814 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Juni 1909:    

 
Zum Tod von Betty Sänger, Witwe des Rabbiners Dr. Sänger (1922)  

Mergentheim Israelit 28121922.jpg (157067 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Dezember 1922:     

  
Dr. M. Kahn wird neuer Rabbiner in Mergentheim (1909)  

Mergentheim FrfIsrFambl 31121909.jpg (14259 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. Dezember 1909: "Stuttgart. Zum Rabbiner des Bezirks Mergentheim wurde Dr. M. Kahn - Esslingen berufen."      

    
Zur Beisetzung von Klara Cahn, Gattin von Bezirksrabbiner Dr. Moritz Moses Kahn (1934)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1934: "Bad Mergentheim, 29. Oktober (1934). Gestern wurde hier Frau Klara Cahn, die Gattin unseres Bezirksrabbiners Dr. M. Kahn, unter großer Beteiligung zur letzten Ruhestätte nach Unterbalbach geleitet. 'Siehe, im Zelt' (1. Mose 18,9) bezeichnet wie das Leben Sarahs so auch das dieser frommen Rabbinersfrau, deren Sinn ganz auf ihre Tätigkeit in ihrem frommen Hause gerichtet war. Sie war eine liebende Gattin und eine treusorgende Mutter ihrem einzigen Sohne. Dann aber war sie Freundin all den vielen, welche als Bekannte kamen oder als Lernende zu jeder Tagesstunde eine freundliche Aufnahme bei ihr fanden, sie war Beraterin all den Vielen, welche ihres Mannes und ihren Rat suchen. In den Werken der menschlichen Liebestätigkeit (25 Jahre lang war sie Vorsteherin des Grauenvereins) reichte aber ihr Wirken weit über die Grenzen ihres Zeltes hinaus. So ist sie, mehr als die meisten ihrer Bekannten wussten, segnende und gesegnete Helferin ihres Mannes geworden. Möge Gott ihren Hinterbliebenen Trost senden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1934: 
"In der Frühe des gestrigen Sabbats ist unsere innigst geliebte Gattin, Mutter und Großmutter 
Frau Klara Kahn geb. Marx
 
nach langem geduldig ertragenem Leiden von der gütigen Vorsehung in die ewige Ruhe hinübergenommen worden.  
Bad Mergentheim, 28. Oktober 1934. 
Rabbiner Dr. M. Kahn   Erich Kahn und Frau Else geb. Jeselsohn."

      
Hochzeitsanzeige von Rabbiner Dr. Kahn und Lina geb. Oppenheimer (1937)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juli 1937:     

   

   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und weiterer Kultusbeamten 
Ausschreibung der Stelle des Schächters (1871) 

Mergentheim Israelit 26071871.jpg (54512 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1871:     

  
Lehrer Hermann Schlesinger tritt in den Ruhestand (1889)  
Anmerkung: Lehrer Hermann Schlesinger (verheiratet mit Karoline geb. Fränkel) war der Vater von Rabbiner Dr. Abraham Schlesinger: geb. 1882 in Mergentheim, gest. 1961 in Jerusalem (war 1916-1938 Rabbiner in Bad Buchau). 

Mergentheim Israelit 31011889.jpg (169636 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1889:     

   
Zum Tod des Religionslehrers Raphael Fränkel (1890) 

Mergentheim Israelit 13021890.jpg (186653 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Februar 1890:      

    
Ausschreibungen der Stelle des Vorsängers und Religionslehrers (1923 / 1924 / 1926 / 1929)  

Mergentheim Israelit 02081923.jpg (45695 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1923:    
  
Mergentheim Israelit 31011924.jpg (68758 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1924:    
   
Mergentheim Israelit 17121925.jpg (42605 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1925:     
   
Mergentheim Israelit 29081929.jpg (82937 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1929:    

   
Bezirkstagung der Lehrer des Bezirkes Mergentheim (1925)  

Mergentheim Israelit 29101925.jpg (142768 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Oktober 1925:     
Mergentheim Israelit 29101925a.jpg (216743 Byte)   

    
  
  

Berichte aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Gründung einer Ortsgruppe des Verbandes der Sabbatfreunde (1906
)      

Artikel in der "Frankfurter Israelitischen Familienzeitung" vom 31. August 1906:  

 
    
Beobachtungen anlässlich eines Manövers in Bad Mergentheim (1909)   

Mergentheim AZJ 08101909.jpg (89212 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Oktober 1909:     

  
Ein Eruv wird um den Kurpark gelegt (1922)  

Mergentheim Israelit 29061922.jpg (46797 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juni 1922:     

  
25-jähriges Stiftungsfest des Synagogenchores (1929) 

Mergentheim Israelit 14111929.jpg (144535 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. November 1929:    

       
Ausflug des Synagogenchores von Bad Mergentheim nach Bad König (1931)  

Koenig iO Israelit 06081931.jpg (126750 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1931: "König im Odenwald, 31. Juli (1931). Der gesamte Synagogenchor von Bad Mergentheim unternahm am vergangenen Sonntag einen Ausflug nach unserem freundlichen Luft- und Stahlbad König. Bei dieser Gelegenheit wurde die altehrwürdige Synagoge besucht, woselbst der Chor einige herrliche Gesänge zum Vortrag brachte, die auf die Mitglieder der hiesigen Religionsgemeinde und auf viele anwesende Kurgäste, die erschienen waren, einen tiefen Eindruck hinterließen. Der zufällig anwesende Herr Isaac Oppenheimer, ein geborener Königer, Mitglied des Oberrats der israelitischen Religionsgemeinden Hessens wurde gebeten, die Begrüßungsansprache zu halten, und wurde von demselben u.a. darauf hingewiesen, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl ganz besonders in jetziger Zeit gepflegt werden müsse, im Interesse der israelitischen Gemeinden selbst und im besonderen Interesse der Gesamtjudenheit. Der mit anwesende Rabbiner der Gemeinde von Bad Mergentheim erwiderte in schönen Worten auf die Begrüßungsansprache, gleichzeitig Dank sagend für den schönen Empfang in Bad König, ebenso brachte das Vorstandsmitglied, Herr Adler, ebenso auch der Vorsitzende des Synagogenchores Dankesworte zum Ausdruck. Nach den Gesangsvorträgen wurde das Minchagebet verrichtet. - Gegen 17 Uhr wurde mit Auto die Rückreise durch den schönen Odenwald angetreten."   

     
Chanukka-Feier des Synagogenchores (1931)  

Mergentheim Israelit 07011932.jpg (196430 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Januar 1932:      

  
Bezirkstagung der "Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" in Bad Mergentheim (1932) 

Mergentheim Israelit 25081932a.jpg (105531 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. August 1932:     
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Bezirksversammlung der Agudas Jisroel in Bad Mergentheim (1936) 
 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1936:   

  
Bezirkstagung in Bad Mergentheim (1936)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juni 1936:     

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
  
Über Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn (Artikel von 1849)  

Mergentheim treueZionsw 11051849a.jpg (127960 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 11. Mai 1849:     
Mergentheim treueZionsw 11051849b.jpg (285757 Byte)   

  
Zum 100. Geburtstag von Ludwig Börne (1886)
   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Mai 1886:   

   
Über Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn (Großvater des Dichters Börne) (Artikel von 1904)
Wie ein Mergentheimer Arzt dem Papst des Leben rettete 
   

Mergentheim FrfIsrFambl 12021904.jpg (224812 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Februar 1904:    
Mergentheim FrfIsrFambl 12021904a.jpg (86986 Byte)  

  
Zum Tod von Moses Ifri (1878)  

Mergentheim Israelit 24071878.jpg (152444 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juli 1878:    

    
Zum Tod von Rabbiner Lew Goldstein von Niederstetten (1900)  

Mergentheim Israelit 01021900.JPG (119019 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1900:      

   
Diamantene Hochzeit von Isack (Isaak) und Mina Schloss (1906)   

Mergentheim FrfIsrFambl 19101906.jpg (30797 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Oktober 1906:     

 
Zum Tod von Isaak Schloss (1907)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. März 1907: "Mergentheim (Württemberg). Hier verstarb im Alter von 93 Jahren der älteste Einwohner unserer Stadt, Privatier Isaak Schloß. Noch vor einem Vierteljahr war es demselben vergönnt, mit seiner Gattin die diamantene Hochzeit zu feiern, aus welchem Anlass sich das Jubelpaar einer Auszeichnung seitens unseres Königspaares erfreuen durfte."        

 
Zum Tod von Mina Schloss (1911)  

Mergentheim Israelit 21121911.jpg (105817 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Dezember 1911: "Mergentheim, 4. Dezember (1911). Eine wahrhaft fromme Frau haben wir heute im Alter von 92 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Frau Mina Schloss senior hat an der Seite ihres vor 5 Jahren verstorbenen Gatten Herrn Isak Schloss - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - 61 Jahre lang ein mustergültiges jüdisches Haus geführt. Sie vereinigte alle erhabenen Tugenden in sich, welche eine jüdische Frau auszuzeichnen vermögen. Eine immer sorgende Gattin, Mutter, Großmutter und Urgroßmutter war sie ihrer Familie. In der Gemeinde war sie um ihrer Aufrichtigkeit und steten Hilfsbereitschaft willen hoch angesehen. Ihre müde Hand war jederzeit bereit wohl zu tun, wovon zahlreiche mit ihrem Gatten errichtete Stiftungen Zeugnis ablegen Noch mehr aber werden viele Bedürftige die stille Wohltäterin jetzt vermissen. Alle diese Vorzüge wurden gekrönt von einer rührenden Einfachheit, Bescheidenheit und Friedensliebe. Ein hohes und gesegnetes Alter hat ihr der Allgütige zuteil werden lassen. Denn bis zu ihrem letzten, wenige Tage dauernden Krankenlager war ihr die volle Kraft des Geistes ungeschwächt erhalten geblieben. Ihr letzter Gruß an die Nachwelt, welcher bei ihren Tachrichim (Sterbekleidern) lag, war ein Friedenswunsch. Ein Friedensgruß begleite sie daher auch in die Welt des ewigen Lichte. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."     

  
Auszeichnung für Unteroffizier Max Marx (1915)  

Mergentheim Israelit 11031915.jpg (34272 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1915: "Mergentheim, 28. Februar (1915). Unteroffizier Max Marx bei der Etappen-Hilfsbäckerei-Kolonne im 2. bayrischen Armeekorps erhielt die bayrische Militärverdienstmedaille mit Schwertern und Krone. Derselbe ist der Sohn des Privatiers H. (= Haimann) Marx, der den Feldzug 1870 mitmachte und früher in Edelfingen wohnhaft war."        


Todesanzeige für Lehrer Bernhard Sichel (1915)
     

Archshofen TA 1915 BSichel.jpg (43611 Byte)Todesanzeige in der Tagespresse Bad Mergentheim: "Todes-Anzeige
Am 12. dieses Monats starb für das Vaterland im Lazarett Landshut infolge Krankheit, die er sich im Feldzuge gegen Russland zugezogen, und nachdem er schon einmal im Kampfe gegen Frankreich verwundert worden war, unser lieber Sohn 
Bernhard Sichel, zuletzt Lehrer in Archshofen.
 
Unteroffizier im Regiment Nr. 122, Inhaber der silbernen Verdienstmedaille 
nach 8-monatlichem Leiden im Alter von 25 Jahren. Mergentheim, den 14. Oktober 1915. 
Der Vater: Samuel Sichel. Beerdigung: Freitag Vormittag 9 Uhr vom hiesigen Bahnhof aus."        

  
Zum Tod von Haimann Marx (1915)  

Mergentheim Israelit 11111915.jpg (76383 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. November 1915: "Mergentheim, 4. November (1915). Am Freitag, 29. Oktober (1915) bewegte sich ein Trauerzug vor die Stadt, wie selten einer zu sehen war. Galt es doch, die letzte Ehre dem verstorbenen Haimann Max zu erweisen, der vor einigen Jahren hierher gezogen war. Der Verblichene war ein treubesorgter Gatte, liebevoller Vater, ein guter Jehudi. Wie gern weilte er im Gotteshause, wie erfüllte er seine religiösen Pflichten, welch großer Wohltäter war er gegen die Armen sowohl im Lande als in Palästina. In seiner früheren Gemeinde Edelfingen war er längere Zeit Mitglied des Vorsteheramtes. In herrlichen Worten schilderte Herr Bezirksrabbiner Dr. Kahn die edlen Eigenschaften und Verdienste des Verklärten. Da der Verstorbene auch Veteran aus dem Kriege 1870-71 war, so beteiligte sich auch der Militärverein Mergentheim an der Beerdigung. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."        

   
Über Fliegerleutnant Max Pappenheimer (1918)  

Mergentheim FrfIsrFambl 08021918.jpg (182868 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Februar 1918:     

  
Ein "Misrachi-Bild" von Hermann Fechenbach (1922)  

Mergentheim FrfIsrFambl 24081922.jpg (227081 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. August 1922:    

  
Der neue Misrach von Hermann Fechenbach (1922)  

Mergentheim Israelit 16111922.jpg (130185 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. November 1922:    

  
Rabbiner Dr. Ansbacher über das Werk von Hermann Fechenbach (1922) 

Mergentheim Israelit 26101922.jpg (144782 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Oktober 1922:     


Über "Neue Werke jüdischer Graphiker", darunter Hermann Fechenbach - Beitrag von Theodor Harburger (1930)  

Mergentheim BayrGZ 15041930.jpg (242349 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. April 1930:     
Mergentheim BayrGZ 15041930a.jpg (52242 Byte)     

  
Zum Tod von Abraham Pakelnischki (1922)  

Mergentheim Israelit 27041922.jpg (62881 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. April 1922:     

  
Zum Tod von David Fröhlich (1925)  

Mergentheim Israelit 19031925.jpg (170583 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. März 1925:    

    
Zum Tod von Fanny Emanuel (1929)  

Mergentheim Israelit 21021929.jpg (132430 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Februar 1929:     

   
Zum Tod von Helene Sulzbacher geb. Hopfenmeyer (1929)  
Anmerkung: Helene (Lena) geb. Hopfenmayer ist 1848 in Kairlindorf geboren als Tochter von Maier Hopfenmayer und seiner Frau Hanna (lebten später in Erlangen). Sie heiratete 1871 in Würzburg Hermann (Hayum) Sulzbacher (geb. 1844 in Mergentheim als Sohn von David Sulzbacher und Fanny geb. Monheimer), der bereits 1888 gestorben ist. Die sechs im Abschnitt genannten Kinder waren Mina (1873), Sabine (1874), Max (1877), Moritz (1878), Klara (1880) und Isac (1884).     

Mergentheim Israelit 05041929.jpg (100725 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1929: "Mergentheim, 21. Mrz (1929). Nach kurzem Krankenlager starb im 81. Lebensjahre Frau Helene Sulzbacher aus Mergentheim. Sie entstammte der echtfrommen Kaufmannsfamilie Hopfenmeyer aus Erlangen. Schon in jungen Jahren war sie Witwe mit 6 unmündigen Kindern. Gestützt auf felsenfestes Gottvertrauen, das einer tiefen, streng gläubigen Religiosität entsprang und auch in Krankheit und Schicksalsschlägen nicht wankte, gelang es der mutigen, gewissenhaften Frau, sich als eine echte wackere Frau zu bewähren. In rühriger Tätigkeit erzog sie ihre Kinder in Ehren als würdige Schwiegertochter des Reb David Sulzbacher. Herr Rabbiner Dr. Kahn schilderte in ehrenden Worten vor dem Hause das Leben und fromme Wirken der Entschlafenen und am Grabe sprach der Schwiegersohn, Herr Lehrer Heinemann aus Neunkirchen (Saar) ergreifende Worte der Liebe, Dankbarkeit und des Abschieds namens ihrer Kinder. Ihr Andenken wird stets ein gesegnetes sein. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."         

  
60. Geburtstag von Albert Adler (1930)  

Mergentheim Israelit 14081930.jpg (41160 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. August 1930: "Bad Mergentheim, 1. August (1930). Am 19. August dieses Jahres feiert Herr Albert Adler senior, hier, seinen 60. Geburtstag. Herr Adler, langjähriger Vorstand der Chewro Gemilus Chasodim (= Wohltätigkeitsverein), seit einigen Jahren Mitglied des israelitischen Vorsteheramtes und der israelitischen Landesversammlung in Württemberg, tritt stets für die Belange des gesetzestreuen Judentums ein. Wir wünschen ihm alles Gute. Bis 100 Jahre!       

  
80. Geburtstag von Clara Ullmann geb. Ifri (1933) 
Anmerkung (nach Strätz Biographisches Handbuch Würzburger Juden II, 638-639): Clara Ullmann geb. Ufri war die Tochter von Moses Ifri in Bad Mergentheim und seiner Frau Hannchen geb. Steindecker. Sie lebte seit 1879 in Würzburg mit ihrem Mann Moritz Ullmann (1843 in Schwabach - 1899 in Würzburg). Dieser war Schuhwarenhändler in Würzburg. Die beiden hatten sieben Kinder: Rosa (1872), Hedwig (1880), Ida (1882), Hirsch (1883), Max (1884), Regina (1886), Jenny (1891). Mehr zur Geschichte der Familien der Kinder bei Strätz.  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. März 1933: Würzburg, 27. März (1933). Frau Clara Ullmann geb. Ifri, in Würzburg, Sofienstraße 14, aus Mergentheim, feierte am Erew Rosch Chodesch Nissan (= 27. März 1933) in körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. (Alles Gute) bis 120 Jahre."    

    
90. Geburtstag von Joseph Heidelberger (geb. 1844 in Sennfeld, seit 1924 in Mergentheim wohnhaft) 

Sennfeld Israelit 05071934.jpg (59845 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1934: "Bad Mergentheim, 2. Juli (1934). Vor kurzem feierte Herr Joseph Heidelberger in körperlicher und geistiger Frische und Rüstigkeit seinen 90. Geburtstag. Herr Heidelberger, in Sennfeld (Baden) geboren und dort bis vor 10 Jahren wohnhaft, ist sowohl bei seinen Geschäftsfreunden infolge seiner Reellität und Hilfsbereitschaft als auch bei seinen Bekannten dort und hier wegen seines freundlichen und liebenswürdigen Wesens allgemein geschätzt und beliebt. Am Sabbat wurde seines Festes in der Synagoge Erwähnung getan und am Sonntag war sein Haus voll von Gratulanten von hier und auswärts. Mögen ihm noch weitere Jahre der Gesundheit und Rüstigkeit beschieden sein!"

  
Zum Tod von Gerson Rothschild (1936)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1936:    

      
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
   
Anzeige der Eisenwarenhandlung Simon Höchheimer (1869)
   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Dezember 1869:    

    
Anzeige des Eisen- und Spezereigeschäftes N. Hirsch (1869) 
 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Dezember 1869:    

       
Anzeigen des Eisengeschäftes der Gebr. Falk (1890 / 1901)  

Mergentheim Israelit 13111890.jpg (40682 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1890:    
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1901:     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. August 1901:  

  
Anzeige der Witwe H. Schloß (1898) 
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1898: 

   
Anzeige der Mazzenbäckerei A. Fechenbach (1901) 

Mergentheim Israelit 18021901.jpg (41638 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1901:    

   
Anzeige der Lederhandlung L. Oppenheimer (1904)  

Mergentheim Israelit 22021904.jpg (44747 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Februar 1904:    

   
Lehrlingssuche von Emanuel Igersheimer (1906)   

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. März 1906:       

  
Anzeige des Gasthofes-Hotels-Restaurants Fechenbach (1911)   

Mergentheim Israelit 01061911.jpg (79591 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni 1911:     

    
Anzeigen des Hotel-Restaurants Fechenbach (1924/25)   

Mergentheim Israelit 13111924.jpg (61571 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1924:     
 
Mergentheim Israelit 18061925a.jpg (53587 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1925:   

  
Anzeige des Restaurants "Spiegelsaal" (1925)    

Mergentheim Israelit 18061925.jpg (37211 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1925:     

     
Heiratsanzeige von Max Fröhlich und Käte geb. Schwarzenberger (1927)    

Mergentheim Israelit 16061927.jpg (35425 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juni 1927:     

 
Werbeanzeige für die Kur in Bad Mergentheim (1928)   

Mergentheim Israelit 09021928.jpg (49537 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1928:     

   
Anzeige der Fa. Hermann Adler (1928)  

Mergentheim Israelit 16081928.jpg (38199 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1928:      

     
Verlobungsanzeige von Hedwig Hirsch und Max Katzenstein (1929)  

Mergentheim Israelit 07031929a.jpg (26003 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. März 1929:      

    
Werbeanzeige für die Kur in Bad Mergentheim (1930)  

Mergentheim Israelit 27031930.jpg (47763 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. März 1930:      

     
Geburtsanzeige des Sohnes von Adolf Frankfurt und Emmi geb. Wechsler (1931)  

Mergentheim Israelit 30071931.jpg (26504 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1931:     

   
Verlobungsanzeige von Fanny Oppenheimer und Siegfried Fröhlich (1934)           

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1934: 
"Gott sei gepriesen    
Fanny Oppenheimer - Siegfried Fröhlich.
V
erlobte. 
Frankfurt am Main  Bärenstraße 12  -  Petach-Tikwah / Bad Mergentheim".      

  
Anzeige der Pension Gerstner (1934)  

Mergentheim Israelit 14061934.jpg (24238 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1934:      

    
Verlobungsanzeige von Selma Rothschild und Arno Katz (1936)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juni 1936:      

  
Verlobungsanzeige von Sara Kahn und Ludwig Adler (1936)
        

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. September 1936:  
"Gott sei gepriesen.  
Sara Kahn - Ludwig Adler. Verlobte.  
Bad Mergentheim / Baisingen  -  Markelsheim bei Bad Mergentheim".       

 
  
Weitere Dokumente zu einzelnen jüdischen Personen / Gewerbebetrieben   
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)  

Umschlag eines Schreibens an 
Wolf Hirsch in Mergentheim (1878)
Mergentheim Dok 1102.jpg (70460 Byte) 
   Der Brief an Wolf Hirsch wurde am 25. Juli 1878 von Stuttgart nach Mergentheim verschickt; Wolf Hirsch (geb. 1817 in Mergentheim, gest. 1901 ebd.) war Seifensieder in Mergentheim. 
        

    

    

   

    

 

 

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Stand: 09. März 2012