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in Bad Mergentheim
Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte des Ortes
Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit
Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bad Mergentheim wurden in jüdischen Periodika
gefunden.
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am
9. März 2012.
Es konnte erst ein Teil der Texte abgeschrieben werden.
Zum Lesen der nicht abgeschriebenen Texte bitte Textabbildungen anklicken.
Übersicht:
Allgemeine Beiträge zur jüdischen Geschichte in Bad
Mergentheim und zur Bedeutung der Stadt für jüdische Kurgäste
Allgemeiner Beitrag zu Mergentheim (1849)
Artikel
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 11. Mai
1849: "Mergentheim.
Dieses zwar kleine, aber sehr schöne Städtchen an der Tauber, ehemals
die Residenz des Deutsch-Meisters, hat eine uralte jüdische Gemeinde, die
unter der Regierung der Herren vom deutschen Orden, immer ruhig lebten,
und jetzt der Wohltaten der württembergischen Regierung sich erfreuen. -
Hier lebt noch im segnenden Andenken ein Brüderpaar, Rabbi Baruch und
Rabbi Samuel Bonn. Jener war Hofagent, dieser
Leibmedikus des letzten Deutsch-Meisters. - Rabbi Baruch - Großvater
Börne's - verewigte sein Andenken durch manchfache wohltätige
Stiftungen, indem Rabbi Samuel durch weise Leitung der Gemeinde und durch
das Ansehen, in welchem er bei seinem Fürsten stand, allen Juden in den
sämtlichen, weit ausgebreiteten Besitzungen des deutschen Ordens sehr nützlich
wurde.*)
*) Von Rabbi Samuel Bonn, hieß bloß Rabbi Samuel Doktor genannt,
erzählte man mir folgende Anekdote, die in den Familien-Papieren
desselben eingeschrieben sein soll.
Er begleitete einst den Deutsch-Meister nach Rom. Der Papst,
wahrscheinlich Oius VI., litt damals an einer schmerzhaften chronischen
Krankheit, die allen Anstrengungen der römischen Ärzte hartnäckigen
Widerstand leistete.
Der Deutsch-Meister wagte es, seinen eigenen Arzt dem Papste zu empfehlen;
und da es früher häufig vorkam, dass Päpste jüdischer Ärzte sich
bedienen, so fand der Vorschlag von Seiten des hohen Patienten keinen
Anstand. Rabbi Samuel wurde ins Consilium zu den Ärzten, die bisher die
Behandlung hatten, wo er nur nach vieler Mühe seinen Anordnungen den Sieg
verschaffen konnte. - Das Rezept wurde in die Apotheke geschickte. Bald
aber eilte der jüdische Arzt, wie von geheimer Macht dazu getrieben, in
die Apotheke des Vatikans, um zur Eile zu ermahnen. Er nahm die
halbgefüllte Phiole in die Hand, ob zufällig oder absichtlich vom Arzte
zerbrochen, wird nicht gesagt - es musste also die Arznei noch einmal
gemacht werden, der Arzt blieb zugegen, bis die Ingredienzien aus den
verschienenen Flaschen und Boiten zusammengesetzt und die Arznei gefertigt
war, die er alsdann mit sich nahm und dem leidenden Kirchenfürst brachte.
Aber er nahm auch die zerbrochene Phiole nebst dem Rest der Arznei, welche
sich noch darin befand, mit sich, nahm auf seinem Zimmer die Untersuchung
vor, und siehe - die Arznei war vergiftet worden. Der fromme Arzt, der
seine schnelle Ahnung mit Recht als eine Art von Offenbarung hielt, die
sein und vielleicht das Unglück vieler seiner Glaubensgenossen verhinderte,
feierte in Folge diesen Tag alljährlich durch Fasten und hielt immer an
den darauf folgenden Tag eine Art von Purim durch. |
Wenden
wir uns aber von den frommen Heimgegangenen zu den frommen Lebenden, die
der liebe Gott noch recht lange erhalten wolle. Hier zu Mergentheim traf
ich den dasigen ehrwürdigen greisen Rabbiner, Herr Salomon Wassermann,
ein Mann, der mit gründlichen und ausgebreiteten talmudischen Kenntnissen
ausgerüstet, auch in deutschen Arbeiten, und nicht ohne Glücke, sich
versuchte. (Wo ich nicht irre, geschieht seine Erwähnung in Zunzen's
'Gottesdienstliche Vorträge'.). - Herr Wassermann, ein ehemaliger Zögling
der Hochschule zu Fürth und ein Schüler des vor etwa 10 Jahren zu
Ansbach verstorbenen, wegen seinen ungewöhnlichen grammatikalischen und
mathematischen Kenntnissen, nicht weniger durch sein talmudisches Wissen
berühmten Rabbiner, Moses Höchheimer, besitzt noch jetzt in seinem 70.
Lebensjahre den Scharfsinn und die Lebhaftigkeit des Geistes, die die
bessere Gelehrten zu Fürth so vorteilhaft auszeichneten. Konversiert man
mit ihm über irgend einen in Briefwechseln einschlagenden
Gegenstand, so wird er so lebhaft und es folgt Einwurf auf Einwurf und
Beweis auf Beweis, dass man glauben sollte, er sei erst gestern von der Jeschiwa
gekommen.
Weitere persönliche Merkwürdigkeiten sind der Rentier Rabbi Jehuda
Ifri (Jffri), ein Gelehrter wie sie zu allen Zeiten zur größten
Seltenheit gehörten, und der ganz dem Studium der heiligen Wissenschaft
lebt. Ferner Rabbi Seligmann Fechenbach, ein Metzger von
Profession, von welcher Profession er sich auch anständig ernährt. Er
ist einer der scharfsinnigsten Köpfe, die mir je vorgekommen; ein
Gelehrter ersten Ranges, besitz er auch so viele höhere Handels- und
Finanzwissenschaften, die es ihm möglich machten, einen siegreichen Kampf
mit dem Ober-Steuerrat von Mohl - gegenwärtig bei der Nationalversammlung
in Frankfurt - zu bestehen.
Der Fall war dieser: Als vor zwei Jahren bei den Landständen über
Errichtung einer Bank und über Kreierung von Papiergeld verhandelt wurde,
trat Herr Ober-Steuerrat Mohl als Gegner dieses Projektes auf, und ließ
im Schwäbischen Merkur sehr lange und wahrscheinlich auch sehr gelehrte
Aufsätze deshalb erscheinen. Herr Fechenbach trat ihm aber entgegen und
zeigte, dass die Voraussetzungen des Herrn Mohl auf Irrtümer beruhen, und
dass dennoch auch seine Folgerungen falsch seien. - Gewiss ein Kampf
eigener Art, wenn ein Mann aus dem Schlachthause heraustretet, die
Schürze ablegt, an den Schreibtisch sich setzt, und in aller Eile einen
Aufsatz für den Merkur schreibt, welcher Aufsatz sogleich der Post
übergeben werden muss, damit der Eindruck, den die gelehrten Thesen eines
Ober-Steuerrats etwa auf die Mitglieder der Kammer gemacht haben durfte,
alsogleich wieder verwischt werde, und dieses Manöver eine Zeitlang fortsetzt,
denn der Herr Mohl ließ es an Suppliken nicht fehlen. Ist der Kampf
eigener Art, so ist der Sieg, den ein Handwerksmann einem Ober-Steuerrat
gegenüber in Finanz-Sachsen erringt, vielleicht ein
unerhörter." |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 18. Mai
1849: "Noch verdienen bemerkt zu werden, die Familien Hirsch
und Iggersheimer, die aus sehr achtungswürdigen, gebildeten und dem
orthodoxen Judentum aufrichtig ergebenen Mitgliedern bestehen. - Der
hiesige Talmudverein (?) zählt sehr tüchtige Genossen, und
verwendet täglich mehrere Stunden dem Studium des Talmud, was ihr nur
darum möglich ist, weil ihre Mitglieder sehr wohlhabend sind.
Die weiteren Abschnitte dieser Seite beziehen sich nicht auf
Mergentheim. |
Zur jüdischen Geschichte in Bad Mergentheim
(1909)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
25. Mai 1909: "Die Juden in Mergentheim. Zum Gedächtnis der
100-jährigen Vereinigung des Fürstentums Mergentheim mit Württemberg am
29. April 1809 schreibt Herr Gustav Barth im 'Neuen Tageblatt' über Die
Juden in Mergentheim folgendes: 'Bekanntlich war es den Juden in den
tiefsten Zeiten des Mittelalters nur schwer möglich, eine
Heimstätte zu finden. In Mergentheim jedoch verstanden sie es schon im
13. Jahrhundert unter der wohlwollenden Regierung der
Deutsch-Ordens-Herren, sich niederzulassen, wurden zwar allerdings im Jahr
1298 verfolgt, sodass der damalige König Adolf (der Nassauer) durch
seinen Landfrieden die Verfolgung derselben abzustellen für nötig fand;
aber schon 1336 (nicht 1366) wurden die armen Juden in Mergentheim
und in der ganzen Gegend nicht bloß verfolgt, sondern von den Bauern
ermordet und ausgeplündert. Bald darauf nahm sich König Ludwig 1341
derselben insofern an, als er dem Deutsch-Orden in Mergentheim erlaubte,
sich daselbst 6 seßhafte Juden, welche er seine Kammerknechte nannte, zu
halten. Die Ruhe für das verfolgte Volk dauerte aber nicht lange. Anno
1349 wurden sie beschuldigt, die damals allgemein grassierende Pest, den
sogenannten schwarzen Tod durch die Vergiftung der Brunnen herbeigeführt
zu haben, und im ganzen Frankenland zog das Volk in Scharen gegen sie aus,
plünderte ihre Häuser und brachte sie um, wo man sie fand. Allein in
Rothenburg wurden mehrere hundert erschlagen, nur in Mergentheim ist man
wegen des vorhanden kaiserlichen Freibriefes milder mit ihnen verfahren;
die Chronik schreibt, dass die eigentliche Ursache gegen sie keine andere
gewesen sei, als weil sie wegen ihrer zunehmenden Reichtümer verhasst
waren. Bald darauf muss sich die Judenschaft wieder gut erholt haben, denn
als 1385 ein Mergentheimer Jude namens Abraham in Rothenburg in Verhaft
genommen wurde, nahmen sich die Herren Ulrich und Konrad von Hohenlohe mit
drei anderen Rittern, denen Abraham zuvor manche Freundschaft getan hatte,
seiner an und verbürgten sich für die von Rothenburg zu seiner
Freilassung, verlangte unerhört hohe Summe von 11.000 Gulden, wofür die
beiden Herren Hohenlohe noch obendrei ihre Stadt Weikersheim nebst Zubehörden
in Pfand gegeben mussten.
Mitte des 16. Jahrhunderts kam von den Deutsch-Ordenschen
Untertanen viele Klagen gegen die Juden, worauf sich der damalige
Kommentur Walter von Cronberg veranlasst sah, scharfe Mandate zu erlassen,
was anfangs des 17. Jahrhunderts wiederholt wurde, doch wurde ihnen
bald nach dem Dreißigjährigen Kriege erlaubt, eine Synagoge zu erbauen
und einen Rabbiner anzustellen; sie mussten aber für den ihnen von dem
Deutschorden gewährten Schutz jährlich 100 Gulden an die Pfarrkirche
bezahlen und elf herrschaftliche Jagdhunde sowie die nötigen Postpferde
halten. Ein fremder Jude, der nach Mergentheim kam, zahlte 4 Kreuzer, ein
reitender acht Kreuzer, für einen toten Juden mussten die Hinterbliebenen
dem Orden 1 Gulden bezahlen. Ihre Zahl betrug anfangs des 18. Jahrhunderts
zirka 70, 100 Jahre später etwas über 200. Einer der letzten Rabbiner
unter deutschordenscher Herrschaft war Simon Baruch, der Großvater Ludwig
Börnes, der einen Teil seiner Kindheit im großelterlichen Hause, dem
Rabbinat in Mergentheim
zubrachte." |
Bericht über Bad Mergentheim und seine jüdische
Gemeinde (1915)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 3. September 1915: "Bad Mergentheim, im August (1915). Das
Oberamtsstädtchen Mergentheim im lieblichen württembergischen Taubertale
war das Ziel meiner diesjährigen Erholungsreise. Mergentheim, ein
sauberes Städtchen mit zirka 4.500 Einwohnern - hiervon etwa 3.000
Katholiken, 1.200 Protestanten und 300 Juden -, schönen Giebelhäusern,
einem hübschen alten Rathause, einem Schloss - früher Residenz des
Deutschmeisterordens -, einem schattigen Schlosspark, besitzt eine
heilkräftige Quelle, die Karlsquelle, die dem Örtchen den Namen 'das
deutsche Karlsbad' eingetragen hat. Aber nicht von den Naturschönheiten
Mergentheims, noch von dessen Heilquelle will ich berichten, sondern von
der jüdischen Gemeinde des Ortes. Diese blickt, wie aus den
Inschriften von Leichensteinen, die gewissermaßen die Archive solcher
Gemeinden bilden, hervorgeht, auf ein Alter von 600 Jahren zurück. Die
Gemeinde hat sich unter der Herrschaft des Deutschmeisterordens, der ihr
wohlgesinnt war, gut entwickelt und dauernd vergrößert. Die hiesige
jüdische Gemeinde, welche seit dem Jahre 1806 zu Württemberg gehört,
wird von fünf Vorstandsmitgliedern verwaltet; der Rabbiner führt,
entsprechend der württembergischen Kirchenverfassung, in diesem Kollegium
den Vorsitz. Als Protokollführer amtiert der Vorbeter, der zugleich der
Vorsitzende-Stellvertreter ist. Die Gemeinde hat eine schöne Synagoge,
die im Jahre 1912 renoviert worden ist. Die Mitglieder der Gemeinde leben,
was mir besonders angenehm auffiel, in bestem Einvernehmen miteinander.
Hier sind weder Neid noch Missgunst zu finden, was viel sagen will. Die
bei weitem größte Anzahl der hiesigen Juden lebt nach alter Tradition
gemäß; die Geschäfte der jüdischen Kaufleute sind an den Sabbaten, bis
auf geringe Ausnahmen, geschlossen. Was mich aber ganz besonders erfreute,
ist der Umstand, dass hier tiefster konfessioneller Friede herrscht.
Aber die hiesigen Juden unterscheiden sich auch weder in Sprache noch in
sonstigem Gebaren von ihren andersgläubigen Mitbürgern. - Ich bin fest
davon überzeugt, dass lediglich hierdurch Frieden und Eintracht
gefördert werden. Ich mag meine Mitteilungen nicht ohne den Wunsch
schließen, dass solches Verhalten unserer Glaubensgenossen vorbildlich
wirken möge, denn dies ist das beste und wirksamste Mittel, um dem
Antisemitismus die Wurzeln abzugraben. Nathan Cohn,
Berlin." |
"Badebrief" über Bad Mergentheim: "Vom deutschen
Karlsbad" (Juli 1926)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
22. Juli 1926: "Vom deutschen Karlsbad. (Ein unpolitischer
Badebrief.).
Bad Mehrregenheim, 4. Juli (1926). Es ist kein Druckfehler. Es schien
mir dies der richtige Name für das Bad zu sein, in dem bei meiner Ankunft
der liebe Gott alle Schleusen des Himmel geöffnet hatte, sodass die Arche
des Kurhauses nicht ausreichte, um die schutzsuchenden Männlein und
Weiblein aufzunehmen und der Boden zwischen den Alleen aussah wie eine
schlecht abgewaschene 'Fangopackung' - Mergentheimer Kurspezialität -.
Kaum hatte ich aber die provozierende Überschrift auf dem Papier, als die
Sonne durch all die grauen bleibeschlagenen Wolkenbänke brach, lachend,
strahlend, zwickelnd, glitzernd, ja sengend, und alles hob mit ihr den
Kopf, lachte und strahlte, vom Herrn Kurdirektor und dem betressten
Hotelportier bis zu den roten Rosen in der Schlossgartenallee und den
Weißfischen, die im Flachwasser unter der Holzbrücke mit geöffnetem
Munde der von den Kurgästen zugeworfenen Brocken harren. Dann tat ich,
was alle taten. Legte Feder und Konzept beiseite und ging hinaus, der
Sonne nach, den Vögeln nach, die herrlichen Alleen entlang unter dem
Baldachin der Akazienblätter, im Dufte der Tannennadeln, längs der im
Abendglanze kristallglitzernden Tauber, indes am Hange rechts die Lichter
des Waldhäuser 'Ferdinand' und 'Waldeck' wie die Riesenglühwürmer in
die Landschaft leuchteten. Manch trübgeregnetes Gemüt, das gestern noch
missvergnügt witzelte: 'Mer - gehn - Heim', sagte heute umgestimmt: 'Mer
- gehen - net - Heim.'
Man hört des öfteren sagen, Mergentheim sei das deutsche
Karlsbad. Karlsbad liegt für mich - und auch für andere - hinter böhmischen
Bergen. Aber wer Mergentheim im Sonnenscheine gesehen, wird mit mir
versucht sein - falls eine Ähnlichkeit zwischen beiden Bädern
konstatierbar - Karlsbad das tschechische Mergentheim zu nennen.
Der Tag beginnt hier, wie auf allen Kurplätzen, mit dem Morgentrank am
Brunnen, wo die Kurkapelle auch an den 'neun Tagen' nicht gerade 'Eli
Zion' spielt und die Menschen, das Glas in der Rechten, sich einander eine
zeitlang in den Weg laufen, bis sie, na, man weiß ja ... Dann läuft
alles programmmäßig ab. Man frühstückt, badet, wird 'gepackt', ruht,
schwitz und ruht wieder, hat bei Tisch dann Gelegenheit, so zwischen
Fleisch und Nachtisch, den Zuckergehalt, die Gallensteineanzahl seiner
lieben Tischnachbarn zu erfahren, auch das Soll und Haben. Am Nachmittag
ist es entweder so tropisch heiß, dass man sich nicht aus dem Hause wagt,
oder es regnet so beharrlich, dass man sich ins Haus flüchtet. Die Abende
sind schön, märchenhafter als alle Märchen, die ich kenne. Man
verbringt sie entweder im Kurgarten bei Mozart und Beethoven oder in einem
der vielen Biergärten, mit Gleich- oder Ungleichgesinnten in mehr oder
weniger friedlicher Unterhaltung. So weit alles wie 'in der Welt überall,
wohin die Menschen kommen ohne ihre Qual.' Aber es kommt hier noch ein
Neues hinzu, das auch für die Hebung des Gesundheitsstatus, dem hier
alles lebt, nicht unbeträchtlich in Gewicht fällt: das jüdische
Mergentheim. |
Mergentheim,
als Stadt mit ihren Türmen, Schlössern, Brunnen und Brücken und
allerlei monumentalen Zeugnissen historischen Geschehens, so
altfränkischinteressant wie das Bad neuzeitlich ausgebaut und liebevoll
gepflegt, beherbergt bei seinen fünf- oder sechstausend Bürgern über siebenzig
jüdische Familien, die fast alle noch, wie man hier so sagt, um
'guten alten Geschlechte' zählen. An alten und neuen Pfosten kleiner und
großer Außentüren zeigt die Mesusah sichtbar das jüdische Heim und
eine scheitelgekrönte Matrone schaut hie und da zum Fenster hinaus auf
die sommerlich belebte Kleinstadtstraße. Wem es liegt, kann hier, statt
um sieben beim Brunnen, schon um sechs morgens mit dem gemeinsamen Gebete
seine Kur beginnen, und wenn abends nach sieben das Konzert im Kurgarten
zu Ende ist, kann man, bevor man sich an die Abendtafel setzt, die schmale
alte Gasse hinaufwallen und durch den unscheinbaren Scheunenhof in
die mehr interessant, denn schön gebaute und bequem eingerichtete Synagoge
eintreten, um das Tagesprogramm mit gemeinsamem Abendgebet und sogar einem
labenden Trunk, gereicht vom Herrn Rabbiner aus dem Lebenssprudel
alter Lernhäuser, abzuschließen. Wie vollgefüllt sind die Reihen, in
denen die Pulte zu hoch und die Sitze zu tief sind, am Freitagabend und
Sabbat! Nichts von den Kriterien und jüdischen Lebensmöglichkeiten einer
echten, rechten, alten Kehilloh fehlte. Ein zuverlässiger Eruw, eine
jüdische Konditorei, eine zuverlässige Wurstlerei. Im Hotel
Fechenbach, wo jüdische Gastfreundschaft die starre Hotelform
sprengt, wird bei peinlichster ritueller Genauigkeit auf bestmögliche
Verpflegung in schönster moderner Aufmachung gesehen. Ein jüdischer
gesetzeskundiger Arzt von herrlichen menschlichen und jüdischen
Qualitäten weiß bei der Kurverordnung auch auf die jüdische und
rleigiöse Einstellung eines heiungs- und erholungssuchenden Kurgastes
bestens einzugehen. So arbeiten Hotel und Arzt, Stadt und Bad,
Kurverwaltung und Gemeinde zusammen, dem Kurbedürftigen angenehmen und
nutzbringenden Aufenthalt zu sichern. Wert Mergentheim einmal entdeckt hat
- es ist noch nicht genügend entdeckt - kommt wieder schon aus
Dankbarkeit. Und noch eines. Man sieht hier keinen Aufwand, keine
'Toiletten'. Man sieht sie auch anderswo manchmal nicht... Aber dort liegt
das Ärgerliche in dem, was man nicht sieht. Hier ist das Eichfache, das
Unauffällige wohltuend. Gutes Bürgertum dominiert, besserer Mittelstand,
einige Lehrer von ernstem Streben, ein paar Akademiker ohne
Gelehrtendünkel, Kaufleute, die mehr Prozente an Zucker als von ihren
Friedenspapieren haben. Und kaum einer dabei, der es nicht nötig hätte.
Alles ist auch hier auf diese Mittellinie der Börse eingestellt. Von der
Kurtaxe und den Bäderpreisen, die stets mit irgend einem 'Abzug'
berechnet werden, bis zu den ganz unkurgemäß zivilen Preisen in den
Hotels und Cafes. Und über allen ruht wie ein weicher Seidenschleier die
gutschwäbische Gemütlichkeit. Der Polizeidiener sagt 'Grüß Gott!' Der
Herr Notar wünscht: 'Gute Zeit!'. Das Mädchen am Badeschalter lacht und
kennt jeden Kurgast beim Namen. Am 'Brückenkopf' (am Kopfende der
schmalen Holzbrücke) sitzt die Frau mit dem Strumpf in der Hand vor der
großen Waage, davor mit großen Lettern geschrieben steht: 'Hier kenne
d'Leit gwoge wärre. 10 Pf.'. Es ist eine gute Frau, die für ein kleines
Trinkgeld ab und zu - je nachdem, ob jemand ab- oder zunehmen will - geben
kann...
Nun leuchtet seit acht Tagen herrliche Sonne über die mattblauen
Waldhöhen hinunter zur Talmulde, dass sie, vom zackigen 'Waldeck'
gesehen, wie ein Kessel voll flüssigen Goldes ausschaut. Die
Gewitterwolken, die sich jetzt erfrischend mit Licht und Lärm entladen,
als wollten sie polternd den Goldkessel waschen, erhöhen nur die Lust.
Sie jagen uns für eine Stunde unter Dach und drücken mit das angefangene
Konzept wieder in die Hand.
Indess, die Überschrift passt nicht; denn schon heitert sich's im Westen
auf und durch die reine Luft hallen und locken Töne und Klänge, wie sie
zwischen den hohen, grauen Mauern der Großstadtstraßen nie gehört
werden. Es ist nun Zeit, dass ich die Feder aus der Hand
lege.
Der nächste Brief beim nächsten Regen. Hoffentlich nicht
sobald!..." |
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| Hinweis: der Teil II des
"Badebriefes" über Bad Mergentheim ist ein Bericht über die jüdische
Leben in Edelfingen. |
"Badebrief" über Bad Mergentheim: "Vom
deutschen Karlsbad" (August 1926)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
19. August 1926: "Vom deutschen Karlsbad. III.
Jahrhundertfeier. Der eigene Reiz eines kleinen Badeortes liegt in der
engen Berührung von Dorf und Stadt, in dem lieblichen Gemisch von
ländlicher Geruhsamkeit und mondäner Betriebsamkeit. Mit Holzlatten
schadhaft umhegter Kraut- und Gemüsegarten grenzt hart an die herrlich
angelegte Akazienallee, Dunggeruch aus dem Bauernhofe reicht bis zum
Parfüm im teppichbelegten Vestibül des Grandhotel. Dörfisches Stilleben
und Großstadtglanz reichen sich die Hand.
Wenn ich morgens zum Fenster meiner Wohnung hinausschaue, dann sehe ich
auf ein dürftig gepflastertes längliches Dreieck, umsäumt von alten,
hübschen Häuschen, auf denen das spitze Dach wie eine Nachthaube mit
langer Quaste auf einem müden Kopf bis zu den verschlafenen Augen sitzt.
In der Mitte des Platzes ein barocker, monumental ummauerter Brunnen mit
Figuren, die Heilige und Ritter darstellen. Das Kopfende des Dreiecke
nimmt, als hätte sie den Vorsitz in diesem Bereiche, eine alte einfache
schlossartige Kirche ein. Unten am Fußende schließt eine langgebaute
Wirtschaft, die sich merkwürdigerweise 'Zur Rose' nennt, die Partie ab.
Ein paar Bäckerläden, ein Friseurladen, eine kleine Buchhandlung mit
Ansichtskartenauslagen füllen die Fronten hüben und drüben aus.
Zwischen Brunnen und Mauer, die zur alten Kirche führt, kauen behaglich
zwei Esel, an einen Milchwagen gespannt, ihren Morgenimbiss. Langsam geht
die Erkertüre des Friseurladens in die Höhe. Ein dralles Mädchen,
einfach und ländlich, kommt mit einer Milchkanne über den Weg. Bauern
rollen mit kleinen Wägelchen über den Platz und biegen durch den
Torbogen der Kirche zum großen Markte zwischen Rathaus und Kirche ab, wo
sie ihr Obst und Gemüse auslegen. Alles hübsch ländlich, dörfisch,
unverfälscht die Menschen wie die Dinge.
Und nur wenige Meter weiter geht man durch den Schlossgarten und über das
Brücklein, dem Eisenbahndamm entlang, und ist mitten im wogenden
Menschenhaufen um die Karlsquelle und den Wilhelmsbrunnen vor dem
stattlichen Kurhauspalast, wo die Kapelle schon morgens um sieben Mozart,
Beethoven, Lortzing, Tschaikowski und Johann Strauß spielt, wo
mannsgroße Plakate an allen Ecken Reunions, Tanztees, Konzerte und
Abendgesellschaft ankündigen. Auf dem Theaterzettel stehen 'Madame
Butterfly' und die 'Königin der Nacht'. Es ist Großstadtleben, kleines
Weltbad. Nachmittag: Der Dreieckplatz brütet in praller
Sonne. Ein Bauer kommt mit vollbeladenem Heuwagen des Weges gefahren.
Hinter ihm bellt ein Hund. Ein Mädchen holt aus dem Bäckerladen drüben
ein frisch gebackenes Brot. Barfüßige Bauernjungen tummeln sich um den
Brunnen und setzen sich abwechselnd auf die Rücken der steinernen
Heiligen und der lebendigen Grautiere, die immer noch ohne sichtlichen
Grund dastehen und kauen. Aber ein paar Schritte weiter, am Bahnhof, im
Kurgarten, in den Promenaden, in den Häusern an den Hängen singt und
spielt und tanzt und tobt die Großstadt.
Ich wüsste nichts davon zu erzählen, wenn nciht auf diesen kleinen
Badeplätzen es einmal so wäre, dass auch 'ein Mann, der nicht tanzen
kann', ganz unschuldig in diesen Wirbel hineingezogen wird. Man geht
nachmittags ahnungslos in einen Garten, um seinen Tee oder seinen 'Schwarzen'
einzunehmen, sitzt still und arglos an seinem Marmortischchen und lobt die
Stille und Feierlichkeit der Natur. Da erhebt es sich plötzlich und
unerwartet, orkanartig. In irgendeiner bisher unsichtbaren Ecke erschallt
Musik. Ein Mann bläst in ein vorsintflutliches Instrument, das aussieht,
wie Großvaters lange Pfeife und doch keine ist, ein anderer schlägt
wütend in Pauke und Trommel und selbst das friedliche Haustier, das
Klavier, macht, unter wuchtigen Schlägen eines handfesten Mannes mit. Aus
all dem entsteht Höllenlärm, und schon bewegen sich die Paare und rennen
dich mitsamt deinem Tischchen und deinem 'Schwarzen' einfach über den
Haufen. Das Ganze wird dann Jazz oder Foxtrott oder Tango genannt oder mit
sonst irgendeinem Worte bezeichnet, das in keinem Duden zu finden ist.
Für diesen organisierten Wahnsinn hat die deutsche Sprache - zu ihren
Ehren sei es gesagt - noch keinen Ausdruck.
Vormittags 'Fango', nachmittags 'Tango!'. Womit aber nicht gesagt sein
soll, dass letzteres wie ersteres eine Mergentheimer Spezialität sei. Man
muss zugeben, dass gerade in Mergentheim im Vergleich zu anderen
Bädern |
der
Tanzkult noch ziemlich mäßig betrieben wird. Und es muss zu Ehren
Mergentheims konstatiert werden, dass auch ernste Kunst hier weit
heimischer ist als in vielen anderen Bädern des In- und Auslandes. Die
Kurkapelle - unter Leitung eines Herrn Kahn - steht auf ansehnlicher Höhe
und wagt sich mit bestem Erfolg an die schwierigsten musikalischen
Aufgaben heran. )In der großen stallartigen Turnhalle, wo Meister Kühn
mit einer Beharrlichkeit, die seinem Namen Ehre macht, unter primitivsten
Verhältnissen mit Hilfe einer kleinen Künstlerschar sogar klassische
Stücke herausbringt, kommt auch der verwöhnteste Großstädter auf seine
Rechnung. Nun hat Mergentheim - fast wie Bayreuth, Heidelberg oder
Salzburg - sogar seine Festspiele. Aus Anlass des
hundertjährigen Bestehens des Bades.
Die Gesundheitsquellen von Mergentheim sind vor hundert Jahren von einem
Schäfer entdeckt worden, richtiger von seinen Schafen. Es war nämlich
so, dass die Schafe, die über die Äcker zur Weide getrieben wurden, an
einer Stelle immer stehen blieben und nicht wegzubringen waren. Der gute
Schäfer gab als der klügere nach, blieb auch selber stehen und
untersuchte den Grund der Verkehrsstockung innerhalb seiner sonst so
frommen und willigen Gemeinde. Mit dem Instinkte des erdverbundenen
Schäfer fand er bald den Salzgeruch und Salzgeschmack des durch den Sand
schmal rieselnden Wässerleins heraus. Dann kamen die Architekten und
Ingenieure, weniger findig wie der Schäfer, aber ausgestattet mit ihren
Röhren und Pumpmaschinen und holten das Wässerlein aus dem Boden, dass
es in lustigem Sprudel aufschieße. Und da es einmal im Leben so ist,
dass, wenn eine Sache mit Schafen beginnt, ihr bestes Gedeihen
gesichert ist, so haben wir nun hundert Jahre Bad Mergentheim, hundert
Jahre der Heilwirkung für die kranke Menschheit, hundert Jahre frommer
Wallfahrt gläubiger Menschen, die zu dem Gesundheitsbrunnen von Bad
Mergentheim Jahr für Jahr pilgern, um neue Kraft für Nerven und Nieren
und vieles andere zu schöpfen. Für alles weitere sorgte die Regierung,
der Staat, die Stadt, die Aktiengesellschaft und die Kurverwaltung. Neue
herrliche Bauten wuchsen aus der Erde, Promenaden und Anladen wurden aus
steinigem Boden gezaubert, Hotels und Villen entstanden. Sogar ein Wald
wurde aufgeforstet, in dessen Schatten aber erst unsere Enkel ruhen
werden. Und wie alles aufs beste wie aus Gotteshand gestaltet war, kamen
die Badeärzte hinterher und entdeckten die universelle Heilkraft der
Quellen und Bäder - für Leber, Magen und Darm, für Galle, Zucker und
Nerzen, gegen Korpulenz und Magerkeit, gegen Trägheit und
Reizbarkeit der Verdauungsorgane, kurzum für und gegen alle Krankheiten,
die seit je existierten und eventuell von einer späteren Wissenschaft
noch entdeckt werden sollten...
Für die Jahrhundertfeier hat ein heimischer Dichter, Hans Heinrich
Ehrler, ein Festspiel gedichtet, das am Sonntag den 15.
August neben vielen anderen Festveranstaltungen auf der Freilichtbühne im
Hofe des mittelalterlichen Deutschordensschlosses von Dilettanten
und Schauspielern vor großer Zuschauermenge zur Hauptaufführung kam.
Damit aber auch die anderen Kurgäste, die mit ihren Beschwerden nicht
grade zur Jahrhundertfeier kommen, etwas davon haben, durften wir schon an
vorhergehenden Sonntagen das Festspiel auf der Freilichtbühne genießen.
Es besteht aus einem Rahmenspiel aus dem Jahre 1219 und schließlich aus
einem Nachspiel aus 1826. Das Vorspiel passt zum Binnenspiel, wie
die beiden Spiele zum Nachspiel und das Ganze zum Festanlass, wie das Dorf
zur Großstadt, der ländliche Heuwagen zum Kurgarten, der Esel am
Milchwagen vor dem Brunnen zur Reunion, und dennoch rollt sich ein
schönes, buntes Bild ab, das von viel Kunstsinn und Heimatliebe zeugt.
Ritter treten in der zweiten Szene auf, direkt aus Jerusalem vom Kreuzzuge
kommend, erzählen von ihren Erlebnissen, legen Gelöbnisse ab für Kirche
und Heimat. Und das alles so sentimental harmlos, dass der
Geschichtskundige und gar der Kenner jüdischer Geschichte, der mit dem Kreuzzug
ganz andere Vorstellungen verbindet, wünschte, all die Herren
Ordensritter von damals hätten ihr Lebtag nichts anderes getan, als hier
von der oberen auf die untere Bühne zu wandeln, Schwüre mit kühn ausgestrecktem
Pappdeckeldegen in die Luft zu senden und Artigkeiten den aufgeputzten
Damen zu deklamieren. Wie gut das alles gemeint ist, zeigt am besten der
Umstand, dass gute jüdische Bürgerstöchter zum Mitspielen
herangezogen sind und ganz ausgezeichnet den Ordensrittern bei ihren
feierlichen Eiden für Kirche usw. sekundieren. Dann tritt im Nachspiel
der Kolumbus Mergentheims auf, der historische Schäfer von 1826,
der, im Gegensatze zum richtigen Kolumbus, nicht das Land, sondern das Wasser
entdeckt hat, und spricht einen von Hans Heinrich Ehrler verfassten
Prolog. Was ist natürlicher, als dass Schäfer im Kreise ihrer weidenden
Schäflein Prologe in Reim und Rhythmus und Jamben sprechen! Ein
rieselndes Geräusch, die Quelle ist entdeckt, und allerliebste
Brunnenmädchen stehen mit Schalen in der Hand, singen und rezitieren.
Dann setzt - wenn man dem Programm glauben soll - 'edel pathetische Musik'
ein. Keine Kleine, die mit dabei ist, ist vom Schlusse unbefriedigt. Sie
fragt andauernd: 'Wo bleiben die Schafe?'
Es ist eine harmlose unschuldige Sache, die den Leuten, zunächst den Darstellern
selbst, ungeheuer viel Vergnügen macht. Und man hat alles in allem einen
sehr hübschen Nachmittag verlebt. Diese Hundertjahrfeier verdient
auch in jüdischen |
Zeitungen
erwähnt zu werden. Hundert Jahre Heilarbeit, hundert Jahre Kampf gegen
die Krankheitskeime in Leber, Galle, Magen. Galle, Zucker - schon an sich
eine gut jüdische Sache! Kommt noch hinzu, dass Mergentheim bereits vor
hundert Jahren eine blühende jüdische Gemeinde hatte mit allen
jüdischen Lebensmöglichkeiten, was selbstverständlich von Anfang an
eine besondere Zugkraft auf jüdische Patienten und Erholungsbedürftige
ausübte. Stadt und Kurverwaltung wissen dieses Moment zu schätzen. Bei
Einweihung eines neuen Brunnens am Festtage sprach neben den beiden
Geistlichen der zwei Konfessionen auch der Herr Rabbiner.
Es würde dieser Anlass sogar zu einem kurzen Rückblick reizen auf die
hundertjährige Entwicklung der jüdischen Dinge in Mergentheim und
überhaupt in Württemberg, wo die Welle der Reform gleich zu Anfang mit
größter Wucht einsetzte und dann im Flachwasser einer Zwangsorganisation
in Form einer staatlichen Kirchenbehörde stecken blieb. Das jüdische
Element war und ist, wenigstens in den Mittel- und Kleingemeinden, noch
von so echtem Holze, dass ihm alle Anstürme im wesentlichen nichts machen
konnten. Doch darüber ein anderes
Mal." |
Die weitere Entwicklung Bad Mergentheims als Kurstadt
(1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7.
Februar 1929: "Bad Mergentheim. Die von Jahr zu Jahr gewaltig
zunehmende Frequenz (mit der Saison 1928 wurde das Dreieinhalbfache
der höchsten Vorkriegszahl erreicht!) macht den ständigen Ausbau der
Unterbringungsmöglichkeiten nötig. Jedes Jahr entstehen weitere
Hotelbauten, Sanatorien und Pensionen. Auch während des diesjährigen
Winters ist eine große Anzahl Neu- und Erweiterungsbauten vorgenommen
worden, sodass Bad Mergentheim in jeder Beziehung für die Saison 1929
gerüstet ist. Die am 20. Februar öffnende bekannte Kuranstalt
Hohenlohe (Direktion W. Maier) hat ebenfalls Verbesserungen
vorgenommen und besitzt mehr Raum zur Unterbringung als bisher."
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Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
7. März 1929: "Bad Mergentheim. Die gewaltige
Entwicklung dieses Bades macht es notwendig, jedes Jahr einen neuen
Prospekt herauszubringen, um auf die mannigfaltigen Neubauten,
Veränderungen und Verbesserungen gebührend aufmerksam zu machen. Das
für die Saison 1929 gültige Material ist in diesen Tagen erschienen und
uns heute zugegangen. Es besteht aus einem sehr geschmackvollen Prospekt,
der auf farbigem Umschlag das bekannte Ritterbild Bad Mergentheims zeigt
und sehr reichhaltigen und interessanten Bilderschmuck aufweist. Besonders
bemerkenswert sind die ausführlich gehaltenen Heilanzeigen, die im
vergangenen Jahre durch eine große Anzahl der bekanntesten deutschen und österreichischen
Internisten neu aufgestellt worden sind. In einem besonders umfangreichen
Heft, das eine Gesamtansicht des Bades zeigt, werden die
Unterbringungsmöglichkeiten eingehend
geschildert." |
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Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18.
April 1929: "Vor fünf Jahren war es doch noch recht wenig
bekannt, das nun so berühmte Bad Mergentheim - und dies ist
eigentlich der einfachste und beste Beweis für die unübertreffliche
Heilkraft seiner Quellen. Nicht umsonst haben sich im vergangenen Jahre
die bedeutendsten Internisten der deutschen und österreichischen
Universitäten dort eingefunden, um an Ort und Stelle die Wirkung zu
prüfen und für seine Indikationen eine genau wissenschaftliche Formel
festzusetzen. Doch lassen wir sie selbst darüber sprechen. In Bad
Mergentheim ist in den letzten Jahren eine völlige Neuorganisation aller
wesentlichen Einrichtungen durchgeführt worden. Da das Bad in seiner
Entwicklung durch keinerlei nichtärztliche Rücksichten festgelegt war,
so ergab sich hier die seltene Möglichkeit, großzügige, mustergültige
und jedem Anspruch gerecht werdende Neuschöpfungen vollständig
einheitlich nach fachärztlichen Ratschlägen ins Leben zu rufen. Es
stehen somit neben den in Deutschland einzig dastehenden Quellen
Kurhäuser, Sanatorien und Pensionen zur Verfügung, welche in
individueller Weise sowohl den gesundheitlichen wie den sozialen
Ansprüchen weitester Kreise zu genügen imstande sind.
Aber nicht die Heilkraft seiner Quellen allein ist es, die Bad Mergentheim
zu einem solchen Anziehungspunkte macht: Es ist das Gefühl des
behaglichen Geborgenseins, das die gemütliche, ehemalige
Deutschordensresidenz und die interessante Umgebung des alten
schwäbisch-fränkischen Kulturkreises in jedem Kurgast auslöst.
Rothenburg, Dinkelsbühl, Würzburg, Wertheim, Creglingen mit dem besten
Werk Riemenschneiders, Weikersheim, die idyllische Hohenloheresidenz,
Langenburg, Seelchens Heimat, Amorbach, Miltenberg. Kaum sind die
Schönheiten alle aufzuzählen, die sich den Kurgästen Bad Mergentheims
darbieten, nciht zu vergessen im Frühling die bezaubernde Fahrt durch das
blühende Jagst- und Neckartal nach dem vielbesungenen
Heidelberg." |
Bad Mergentheim auf einem medizinischen Kongress in
Kairo (1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
21. Februar 1929: "Bad Mergentheim in Kairo. Als
einziges deutsches Bad war Bad Mergentheim auf der Ausstellung des großen
internationalen medizinischen Kongresses in Kairo vertreten. Der
Stand, der berechtigtes Aufsehen erregte, wurde bei der Eröffnung der
Ausstellung von König
Fuad I. eingehend
besichtigt. Als besondere Anerkennung wurde Mergentheim durch den ägyptischen
Unterrichtsminister eine Medaille überreicht." |
Jüdische Kurgäste
können
weiterhin zur Kur in die Stadt kommen (1936)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
11. Juni 1936: |
Aus der Geschichte des Rabbinates in Mergentheim
Rabbiner in Mergentheim waren seit der Mitte
des 18. Jahrhunderts:
- 1741-1763: Naftali Hirsch Katzenellenbogen (geb.
ca. 1715 in Schwabach, gest. 1800 in Mannheim): studierte in Frankfurt; 1741
Rabbiner für den Tauber-Neckar-Kreis des Deutschen Ordens mit Sitz in
Mergentheim, 1763 Landesrabbiner der Kurpfalz mit Sitz in Leimen, zugleich
1763-68 Hausrabbiner bei Hoffaktor Aron Elias Seligmann min Leimen; 1768
Amtssitz nach Mannheim verlegt, hier gleichzeitig Oberrabbiner an der Klaus,
entfaltete eine reiche Lehr- und Forschungstätigkeit (insbesondere zum
Talmud).
- 1764-1790: Abraham Broda (geb. in Mergentheim, gest. 1790
ebd.: studierte in Frankfurt, seit September 1764 Nachfolger seines Vaters
Salomon Broder als Oberlandrabbiner der Judenschaft im Tauber- und Neckarkreis
des Deutschritterordens mit Sitz in Mergentheim.
- 1794-1799: Jakob-Joseph Gersfeld (geb. in Gersfeld,
gest. 1814 in Bamberg): war ca. 1785 Rabbiner in Wüstensachsen
als fürststiftlich-würzburgischer Unterrabbiner, 1794 Oberlandesrabbiner des
unteren Meistertums des Deutschen Ordens in Bad Mergentheim, 1799 oberhessischer
Landesrabbiner in Friedberg, 1802 Landesrabbiner des Fürststifts Bamberg.
- 1801-1811: Salomon Kohn (geb. als Sohn des Rabbiners
Meschullam Kohn von Fürth; gest. 1824 in Biala / Zülz, Oberschlesien): 1793
oberpfälzischer Landesrabbiner mit Sitz in Schnaittach,
1901 Oberlandesrabbiner für den Tauberkreis des Deutschritterordens mit Sitz in
Mergentheim, 1811 Rabbiner in Zülz, Oberschlesien.
- 1813-1818: Naftali Hirsch Kunreuther (geb. 1771 in Kunreuth
oder Baiersdorf,
gest. 1847 in Gelnhausen): studierte in
Mainz und Fürth; 1813 Rabbiner in Mergentheim, 1818 Rabbiner in Gelnhausen.
- 1834-1835: Dr. Moses von Wassermann (geb. 1811 in Gunzenhausen,
gest. 1892 in Stuttgart): studierte in Ansbach, Würzburg und Tübingen; 1834
Rabbinatsverweser in Bad Mergentheim, 1835 Rabbinatsverweser in Mühringen,
1837 Bezirksrabbiner ebd.; 1873 Bezirksrabbiner in Stuttgart.
- 1835-1854: Salomon Wassermann (geb. 1780 in Oberdorf,
gest. 1859 in Laupheim): studierte in Wallerstein und Fürth, später auch in
Tübingen; 1825 Rabbiner in Laupheim, 1835 Bezirksrabbiner in Mergentheim, wo er
auch eine Talmudschule betrieb, 1854 Ruhestand.
- 1855-1867: Dr. Max Sänger (geb. 1821 in Laupheim, gest.
1882 in Hamburg): studierte in Tübingen; 1846-54 Privatlehrer
("Hofmeister") in Wien, 1855
Rabbinatsverweser in Bad Mergentheim, 1857 Bezirksrabbiner ebd., Promotion 1867
in Jena; 1867 Prediger am Hamburger Tempel.
- 1867-1893: Samson Gunzenhauser (geb. 1830 in Binswangen,
gest. 1893 in Mergentheim): lernte in Aschaffenburg und Würzburg, studierte in
Würzburg und München; 1855 Distriktsrabbiner in Reckendorf,
1859 Rabbinatsverweser in Buttenhausen,
1860 Bezirksrabbiner ebd., seit 1867 Bezirksrabbiner in Bad Mergentheim.
- 1893-1909: Dr. Hirsch Sänger (geb. 1843 in Buttenwiesen,
gest. 1909 in Mergentheim): studierte in Mainz, München, Würzburg, Berlin,
Gießen; bis 1893 Rabbiner der orthodoxen Gemeinde in Bingen, 1893/94-1909
Bezirksrabbiner in Mergentheim.
- 1910-1939: Dr. Moritz Moses Kahn (geb. 1871 in Baisingen,
gest. 1946 in Bnei Berak, Israel): studierte in Berlin, Würzburg, Tübingen:
1895-1898/99 Lehrer an der Frankfurter Religionsschule, 1899-1910
Religionslehrer am Seminar in Esslingen, von hier aus auch Rabbinatsverweser in
Freudental; 1910-1939 Bezirksrabbiner in Bad Mergentheim; beim Novemberpogrom
1938 schwer misshandelt, 1939 emigriert.
Zum Tod von Rabbiner Hirsch Kunreuther, Rabbiner in Mergentheim 1813 bis 1818
(1847)
Artikel
in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 16. März 1847
(leicht abgekürzt zitiert): "Nekrolog. Aus Kurhessen.
Ein betrübendes Ereignis ist dieser Tage in einer nicht unbedeutenden
Gemeinde Kurhessens eingetreten, eine Trauerkunde, die überall die
gebührende Teilnahme in Anspruch nehmen wird. So ungern ich auch der
Überbringer einer Trauerbotschaft bin, so wenig kann ich es jedoch über
mich gewinnen, eine solche Zeitung mit Stillschweigen zu übergehen, sie
nicht zur Kunde Aller zu bringen. Am 26. Schewat (12. Februar 1847)
starb der allgemein geachtete und gelehrte Kreisrabbiner zu Gelnhausen,
Rabbiner Hirsch Kunreuther - das Andenken an den Gerechten ist zum
Segen -, in einem Alter von 75 Jahren. Er war geboren zu Baiersdorf
in Oberfranken in Bayern, besuchte in seiner Jugend die Jeschibah zu Mainz,
welcher damals der bekannte Rabbiner Herz Scheuer - das Andenken an den
Gerechten ist zum Segen - vorstand. Nachdem er, mehrere Jahre dort
verweilend, sich tüchtige Kenntnisse im rabbinisch-talmudischen Fache
angeeignet hatte, kehrte er wieder in seine Heimat zurück, wo er als
Privatmann lebte. Später
erhielt |
er
das Rabbinat zu Mergentheim an der Tauber, welches er längere Zeit
verwaltete, und wo er sich die Zufriedenheit, Liebe und Achtung aller
Angehörigen seines Sprengels in reichem Maße erworben hatte. Endlich
wurde er nach Gelnhausen
berufen, an welcher Stelle er über 28 Jahre gewissenhaft und pünktlich
alle Funktionen seines seinem Glauben mit ganzem Herzen anhängenden, und
mit der Religion es ernst meinenden Rabbinen eifrigst oblag. Er hatte im
Anfange seines Amtsantrittes eine Jeschibah in Gelnhausen gegründet,
wohin aus verschiedenen Gegenden Jünglinge kamen, die bei ihm im Talmud
und rabbinischen Wissenschaften unterrichtet wurden. Er suchte Jeden zum
eifrigen Talmud-Studium zu ermuntern und es gelang ihm, eine große Anzahl
wissbegieriger Jünglinge um sich zu versammeln, da er eine gediegene
Kenntnis aller talmudischen Disziplinen besaß, eine gute Methode im
Lehren befolgte, ein tiefes und ausgebreitetes Wissen in allen sonstigen
rabbinischen Fächern bekundete, und durch seine scharfsinnigen
Disputationen die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer
fesselte.
Wer den Dahingeschiedenen kannte, wie ein echter, frommer Sinn ihn
beseelte, wie er für den altehrwürdigen Glauben erglühte, der wird den
innigen Schmerz und das Gefühl der Trauer mit uns empfinden, welches bei
der Nachricht von seinem Hinscheiden in uns erregt worden. Gottesfurcht
und Tugend waren die Leitsterne auf seiner Lebensbahn, sein Sanftmut und
seine liebevolle Zuvorkommenheit gegen Jedermann, seine gastliche
Aufnahme, mit der er jeden beehrte, seine Bereitwilligkeit, mit Rat und
Tat zu helfen, verschafften ihm Achtung und Liebe bei allen Gemeinden
seines Kreises. Zwar wurden ihm die letzten Jahre seines Lebens, die
freundliche Sonne, die ihn in seinen früheren Tagen lieblich und hell
umstrahlte, durch drohende düstere Wolken getrübt und verfinstert, was
wir jedoch zur Ehre derer, welche diese Leiden ihm verursacht, gerne
verschweigen, indem wir hierdurch seine edlen Grundsätze, die er im
praktischen Leben so schön bewährte, erfüllen; auch er hatte allen
seinen Gegnern ihre Unbilden verziehen, denn, als der streng orthodoxen
Richtung angehörend, befolgte er alle Prinzipien des Talmuds... Süß ist
der Schlaf des Arbeiters, der seinen Beruf und seines Standes Pflichten
treu erfüllt, der redlich stets gewandelt, Tugend und Wohlwollen stets
geübt, die ihm ein herrliches Denkmal setzen, dauernder als Erz. Sit illi
tara levis (die Erde sei ihm leicht)." |
Rabbiner Salomon Wassermann wird pensioniert -
Rabbinatskandidat Sänger kommt nach Mergentheim (1855)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 19. Februar 1855: "Der greise Rabbine Salomon Wassermann in
Mergentheim wird jetzt pensioniert und das dortige Rabbinat wird durch den
Rabbinatskandidaten Sänger, der bis jetzt in Wien als Hofmeister
fungierte, verwaltet werden." |
Richtigstellung zu dem (korrekten) Verhalten des
Rabbiners anlässlich eines Todesfalles (1866)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 5. September 1866: "Mergentheim. Um nicht dem
Verdacht ausgesetzt zu sein, als habe auch er seine Schuldigkeit an der
Leiche des verstorbenen Soldaten Levi von Laudenbach nicht getan,
hat der Rabbiner hier, wo Levi starb, von dem Rechtskonsulenten Ellinger
hier im 'Beobachter', worin der Vorfall auch erwähnt worden war, das
Zeugnis erhalten, dass er den Toten nicht nur wie jeder Jehudi
begleitet, sondern auch am Scheideplatz ein würdiges Gebet gesprochen
habe, und der Berichterstatter hat dann in dem politischen Blatte zu allem
Überflusse berichtigen lassen, dass sich der Tadel auf den Rabbinen in
Weikersheim bezogen habe, wo Levi beerdigt, aber vom Rabbiner nicht
begleitet worden ist. Das wäre uns genug!"
|
Rabbiner Sänger wird an die königliche Tafel geladen
(1867)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 11. Juni 1867: "Mergentheim, 26. Mai (1867). Am 24.
Mai dieses Jahres besuchten Seine Majestät, unser König die hiesige
Stadt und war der Empfang ein sehr festlicher. Bei dieser Gelegenheit
hatten mehrere geistliche und weltliche Beamten die Ehre zur königlichen
Tafel gezogen zu werden, darunter auch der würdige Herr Rabbiner Sänger
von hier, welcher sich gleich den Engeln, die bei unserem Erzvater Abraham
jenen Besuch abstatteten, bloß dem Anscheine nach beim Mahle beteiligte.
Dieser unser Herr Rabbiner wird leider nicht mehr lange bei uns verweilen,
indem derselbe den ehrenvollen Ruf als Prediger der israelitischen
Tempelgemeinde zu Hamburg erhielt. Diese darf sich zu dieser Wahl in der
Tat gratulieren, da Herr Sänger eine sehr gediegene wissenschaftliche
Bildung, einen biederen Charakter besitzt, und für einen vernünftigen
Fortschritt im Judentum stets eifrigst bestrebt ist." |
Rabbiner Dr. Max Sänger verabschiedet sich vor seinem Weggang nach Hamburg auch
in seiner Heimatgemeinde Laupheim (1867)
Anmerkung: Rabbiner Dr. Max Sänger ist am 9. Januar 1821 in Laupheim
geboren als Sohn des Lehrer der jüdischen Gemeinde Abraham Sänger und der Eva
geb. Weil. Er war verheiratet mit Clara geb. Mayer aus Laupheim (1834-1874),
daher blieben die engen Kontakte nach Laupheim bestehen. Im nachfolgenden
Abschnitt ist von der Dissertation Sängers die Rede, die er jedoch über den
Propheten Maleachi und nicht über Micha verfasste mit dem Titel: "Maleachi.
Eine exegetische Studie über die Eigenthümlichkeiten seiner Redeweisen",
Dissertation Jena 1867.
Literatur u.a. Rolf Emmerich: Rabbiner Dr. Max Sänger aus Laupheim. In: Maajan.
Zeitschrift für jüdische Familienforschung 16. 2002 S.
2012-2016..
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. August
1867: "Laupheim. Am Sabbat Paraschat Balak (Sabbat
mit der Toralesung Balak = 4. Mose 22,2 - 25,9, das war Sabbat, 20.
Juli 1867) hielt der hier geborene nach Hamburg berufene Dr. Sänger, zur
Zeit Bezirksrabbiner in Mergentheim, auf Ersuchen der Gemeinde eine
Abschiedsrede in der Synagoge (sc. also in Laupheim) über Micha 6,8,
welche nach Form und Inhalt befriedigte. Während seines Hier seins traf
die Nachricht von Jena ein, dass dessen literarische Arbeit über den
Propheten Micha an der dortigen Universität mit dem Doktordiplome beehrt
worden ist. Es sollen noch einige druckfertige Manuskripte seiner
linguistischen Studien bald veröffentlicht werden. Mit Vergnügen hat
'Einsender dieses aus dem Munde dieses Predigers vernommen, dass er in
seinem neuen Wirkungskreise in Hamburg auf jüdisch-religiösem Boden wie
in der meist orthodoxen Gemeinde zu Mergentheim fortzuarbeiten bemüht
sein werde." |
Rabbiner Dr. Sänger verlässt Mergentheim und tritt eine neue
Stelle in Hamburg an (1867)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 15. Oktober 1867: |
Das Rabbinat Mergentheim ist nach dem Weggang von Rabbiner Max
Sänger neu zu besetzen (1867)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
17. April 1867: |
Zur Ausschreibung des Rabbinates (1867)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
11. September 1867: |
Rabbiner Gunzenhauser kommt von Buttenhausen nach
Mergentheim (1867)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
6. November 1867: |
Predigt-Veröffentlichung von Rabbiner S. Gunzenhauser
(1870)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
19. Oktober 1870: "Gunzenhauser, S., (Rabbiner in Mergentheim)
'Kurz und gut!' Zwanzig Predigten für Feste, Sabbathe und Gelegenheiten.
Zum Gebrauch der Prediger, Vorbeter und Lehrer in kleineren Gemeinden. 2.
Ausgabe. Breslau 1870. 12 Sgr." |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Oktober 1870:
"Gunzenhauser, S., (Rabbiner in Mergentheim) 'Kurz und gut!'
Zwanzig Predigten für Feste, Sabbathe und Gelegenheiten. Zum Gebrauch der
Prediger, Vorbeter und Lehrer in kleineren Gemeinden. 2. Ausgabe. Breslau
1870. 12 Sgr." |
Richtigstellungen im Blick auf Vorurteile gegenüber
den "württembergischen Rabbinen" (1881)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
7. September 1881: |
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Zum Tod von Rabbi David Sulzbacher (1887)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
7. Juli 1887: "Mergentheim (Württemberg). Am 24. Siwan (= 16.
Juni 1887) starb dahier Rabbi David Sulzbacher, welcher als berühmter
Gelehrter in hiesiger Gegend wohl bekannt war. Er widmete sich schon
frühzeitig dem Torastudium und saß zu den Füßen von Großen
Israels, der damaligen hiesigen Rabbinen. Wegen seiner großen
Lernbegierde und Aufmerksamkeit wurde er als Knabe von 9 Jahren über die
Lösung einer schwierigen Talmudstelle von Herrn Rabbiner Hirsch
Kunreuther - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -
öffentlich in der Synagoge bei einer Predigt in Gegenwart der ganzen
Gemeinde belobt. Nachdem im Jahre 1828 die Kultusverhältnisse der
Israeliten Württembergs umgestaltet wurden, wurde die kleine Jeschiwa,
welche hier existierte, durch den Wegzug des damaligen Rabbinen Mosche
- das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - nach Trier,
aufgehoben. Rabbi David widmete sich nun dem Handelsstande. Sein Streben
war, eine bleibende Pflanzstätte der Tora dahier zu erreichen; er hatte
es auch im Verein mit dem Rabbiner Dr. M. Sänger - sein Licht leuchte
- dahingebracht, eine Unterrichts-Anstalt zu gründen, in welcher nebst
Thora auch im profanen Wissen unterrichtet wurde. Die Anstalt erhielt sich
aber nur einige Jahre, weil die Mittel nicht zureichen waren. Bis zu
seinem Ende war Rabbi David stets einer, der sich mit der Tora befasste.
Täglich wurde in seinem Hause ein Schiur Gemara vorgetragen, an
welchem sich einige Gemeindemitglieder beteiligten. Seine Seele sei
eingebunden in den Bund des Lebens."
|
Der Bezirksrabbiner
aus Mergentheim raucht am Schabbat eine Zigarre (1890)
Anmerkung: Der Bericht ist aus der konservativen, orthodox-jüdischen
Zeitschrift "Der Israelit" entnommen.
Aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1890: "Aus
Württemberg, im Juni. Unsere Tagespresse beschäftigt sich gegenwärtig
in mehrfachen Kundgebungen mit Vorkommnissen in jüdischen Kreisen. Von
der Tauber wurde berichtet, der Bezirksrabbiner von Mergentheim habe auf
einer amtlichen Turnusreise zur Abhaltung des Sabbatgottesdienstes in
Berlichingen sich einer Sabbatentweihung zuschulden kommen lassen; er soll
nämlich von zwei dortigen Israeliten am Sabbat betroffen worden sein, wie
er eine Zigarre schmauchte. Eine Versammlung von Notabeln aus dem Bezirke
Mergentheim beschloss, gegen den Bezirksrabbiner bei der Königlichen israelitischen
Oberkirchenbehörde im Beschwerdewege vorzugehen und hat eine Deputation
an dieselbe nach Stuttgart entsendet. Die Sache erregt auch in
nichtjüdischen Kreisen Aufsehen, und man ist auf das Vorgehen der
Zentralbehörde gespannt.
(Anmerkung der Redaktion. Obschon uns diese Nachricht schon vor Wochen von
verschiedenen Seiten zugegangen, unterließen wir in Anbetracht der
überaus schweren Anklage eine Veröffentlichung derselben. Da aber
nunmehr die Sache durch alle jüdischen und viele nichtjüdische Blätter
gegangen, ohne dass von Seiten des Beschuldigten eine Entgegnung bekannt
geworden, stehen auch wir nicht mehr an, dieselbe unseren Lesern mit dem
Ausdruck unseres tiefsten Bedauerns über diesen großen Chilul Haschem
(Gotteslästerung) mitzuteilen". |
Rabbiner Gunzenhauser stirbt bei einer christlichen
Beerdigung (1893)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
23. Februar 1893: "Mergentheim, 13. Februar (1893). Unser Herr
Rabbiner Gunzenhauser, welcher einem christlichen Leichenbegängnisse
anwohnte, fiel während der Rede des Stadtpfarrers Stochdorph im Wartesaal
vom Schlage gerührt nieder und was nach wenigen Minuten eine Leiche."
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Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 3. März 1903: "Rabbiner Gunzenhauser in Mergentheim,
welcher am 13. dieses Monats einem Leichenbegängnisse anwohnte, fiel
während der Rede des Stadtpfarrers Stockdorph im Wartesaal vom Schlage
gerührt nieder und war nach wenigen Minuten eine Leiche." |
Dr. Hirsch Sänger wird Bezirksrabbiner von Mergentheim
(1893)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
30. November 1893: "Mainz, 28. November (1893). Unser
verehrter Freund und Mitarbeiter Herr Dr. Hirsch Sänger, seither Rabbiner
der israelitischen Religionsgesellschaft in Bingen
am Rhein, wurde durch Verfügung des königlichen Ministeriums des
Kirchen- und Schulwesens in Stuttgart zum Bezirksrabbiner von Mergentheim
in Württemberg ernannt. Möge es den Erwählten ... vergönnt sein, in
seinem neuen erweiterten Wirkungskreise mit gleichem Feuereifer wie
seither und ungeschwächter Tatkraft für unsere heiligsten Interessen
einzutreten. |
Rabbiner Dr. Sänger tritt sein Amt an (1894)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
8. Januar 1894: "Aus Mergentheim wird uns berichtet: Am 28.
Dezember traf unser neu ernannter Rabbiner, Herr Dr. Sänger hier
ein.
Derselbe wurde am Bahnhof von der ganzen Gemeinde, dem Königlichen
Bezirksamtmann, dem Stadt-Vorstand und der Schuljugend empfangen und durch
die reich beflaggte Stadt in die feierlich beleuchtete Synagoge geleitet,
wo das Abendgebet stattfand. Am Samstag fand die Antrittsrede in der
Synagoge statt, die bei allen Zuhörern den tiefsten Eindruck hervorrief.
Am 31. veranstaltete die Gemeinde zu dessen Ehre ein solennes Festessen,
bei dem viele schöne Toaste in schwunghafter Weise ausgebracht
wurden.
Möge der neue Rabbiner zum Heile und Wohle seiner Gemeinde wirken; das
walte Gott!" |
Schreiben von Rabbiner Dr. Hirsch Sänger an das Israelitische Kirchenvorsteheramt
Edelfingen (1903)
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)
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Die Postkarte des
Rabbinats Mergentheim - unterschrieben von Rabbiner Dr. Hirsch Sänger mit
Hinweis auf den Kirchenrat Dr. Kroner -
wurde am 21. Januar 1903 an das Israelitische Kirchenvorsteheramt in Edelfingen
geschickt. Die Ausschnittvergrößerung links zeigt
den Stempel des Rabbinates Mergentheim. Rabbiner Dr. Sänger erkundigt
sich nach den in der Gemeinde bestehenden
Wohltätigkeitsvereinen und bittet um Zusendung von Statuten und
Jahresbericht. |
Einweihung der "König-Wilhelms-Quelle" durch den König - Rabbiner
Dr. Sänger ist eingeladen (1907)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai
1907: "Mergentheim, 27. Mai (1907). Am Freitag, den 17.
Mai, traf der König und die Königin mit Gefolge in Bad Mergentheim ein,
um der Einweihung der neu erschlossenen 'König-Wilhelms-Quelle'
anzuwohnen. Sowohl an dem Empfang der Majestäten als auch an der
Einweihungsstelle nahm unter den anderen offiziellen Persönlichkeiten
auch Herr Bezirks-Rabbiner Dr. Sänger teil. Unter den zur Einweihung
der neuen Quelle geladenen Gästen im Königszelt befand sich Dr. Sänger
ebenfalls. Desgleichen war der Rabbiner zur Königlichen Tafel geladen,
die im neuen Saale des Kurhauses stattfand. Während dieses Galadiners
wurde Herrn Dr. Sänger die Ehre zuteil, vom König ins Gespräch gezogen
zu werden, wobei der Landesvater sich auch nach dem Stand der
israelitischen Gemeinde Mergentheim erkundigte." |
Zum Tod von Rabbiner Dr. Sänger (1909)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
10. Juni 1909: |
Zum Tod von Betty Sänger, Witwe des Rabbiners Dr. Sänger
(1922)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
28. Dezember 1922: |
Dr. M. Kahn wird neuer Rabbiner in Mergentheim
(1909)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 31. Dezember 1909: "Stuttgart. Zum Rabbiner des Bezirks Mergentheim
wurde Dr. M. Kahn - Esslingen berufen." |
Zur Beisetzung von Klara Cahn, Gattin von Bezirksrabbiner Dr. Moritz Moses Kahn
(1934)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1934: "Bad
Mergentheim, 29. Oktober (1934). Gestern wurde hier Frau Klara
Cahn, die Gattin unseres Bezirksrabbiners Dr. M. Kahn, unter
großer Beteiligung zur letzten Ruhestätte nach Unterbalbach
geleitet. 'Siehe, im Zelt' (1. Mose 18,9) bezeichnet wie das Leben
Sarahs so auch das dieser frommen Rabbinersfrau, deren Sinn ganz auf ihre
Tätigkeit in ihrem frommen Hause gerichtet war. Sie war eine liebende
Gattin und eine treusorgende Mutter ihrem einzigen Sohne. Dann aber war
sie Freundin all den vielen, welche als Bekannte kamen oder als Lernende
zu jeder Tagesstunde eine freundliche Aufnahme bei ihr fanden, sie war
Beraterin all den Vielen, welche ihres Mannes und ihren Rat suchen. In den
Werken der menschlichen Liebestätigkeit (25 Jahre lang war sie
Vorsteherin des Grauenvereins) reichte aber ihr Wirken weit über die
Grenzen ihres Zeltes hinaus. So ist sie, mehr als die meisten ihrer
Bekannten wussten, segnende und gesegnete Helferin ihres Mannes geworden.
Möge Gott ihren Hinterbliebenen Trost senden. Ihre Seele sei
eingebunden in den Bund des Lebens." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1934:
"In
der Frühe des gestrigen Sabbats ist unsere innigst geliebte Gattin,
Mutter und Großmutter
Frau Klara Kahn geb. Marx
nach langem geduldig ertragenem Leiden von der gütigen Vorsehung in die
ewige Ruhe hinübergenommen worden.
Bad Mergentheim, 28. Oktober 1934.
Rabbiner Dr. M. Kahn Erich Kahn und Frau Else geb.
Jeselsohn." |
Hochzeitsanzeige von Rabbiner Dr. Kahn und Lina geb.
Oppenheimer (1937)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
29. Juli 1937: |
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und weiterer Kultusbeamten
Ausschreibung der Stelle des Schächters (1871)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
26. Juli 1871: |
Lehrer Hermann
Schlesinger tritt in den Ruhestand
(1889)
Anmerkung: Lehrer Hermann Schlesinger (verheiratet mit Karoline geb.
Fränkel) war der Vater von Rabbiner Dr. Abraham Schlesinger: geb. 1882 in
Mergentheim, gest. 1961 in Jerusalem (war 1916-1938 Rabbiner in Bad
Buchau).
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
31. Januar 1889: |
Zum Tod des Religionslehrers Raphael Fränkel (1890)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
13. Februar 1890: |
Ausschreibungen der Stelle des Vorsängers und Religionslehrers
(1923 / 1924 / 1926 / 1929)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
2. August 1923: |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar
1924: |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember
1925: |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August
1929: |
Bezirkstagung der Lehrer des Bezirkes Mergentheim
(1925)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
29. Oktober 1925: |
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Berichte
aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
Gründung einer Ortsgruppe des Verbandes der Sabbatfreunde (1906)
Artikel
in der "Frankfurter Israelitischen Familienzeitung" vom 31.
August 1906: |
Beobachtungen anlässlich eines Manövers in Bad Mergentheim
(1909)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 8. Oktober 1909: |
Ein Eruv wird um den Kurpark gelegt (1922)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
29. Juni 1922: |
25-jähriges Stiftungsfest des Synagogenchores
(1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
14. November 1929: |
Ausflug des Synagogenchores von Bad Mergentheim nach Bad König (1931)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1931: "König
im Odenwald, 31. Juli (1931). Der gesamte Synagogenchor von Bad
Mergentheim unternahm am vergangenen Sonntag einen Ausflug nach unserem
freundlichen Luft- und Stahlbad König. Bei dieser Gelegenheit wurde die
altehrwürdige Synagoge besucht, woselbst der Chor einige herrliche
Gesänge zum Vortrag brachte, die auf die Mitglieder der hiesigen
Religionsgemeinde und auf viele anwesende Kurgäste, die erschienen waren,
einen tiefen Eindruck hinterließen. Der zufällig anwesende Herr Isaac
Oppenheimer, ein geborener Königer, Mitglied des Oberrats der
israelitischen Religionsgemeinden Hessens wurde gebeten, die
Begrüßungsansprache zu halten, und wurde von demselben u.a. darauf
hingewiesen, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl ganz besonders in
jetziger Zeit gepflegt werden müsse, im Interesse der israelitischen
Gemeinden selbst und im besonderen Interesse der Gesamtjudenheit. Der mit
anwesende Rabbiner der Gemeinde von Bad Mergentheim erwiderte in schönen
Worten auf die Begrüßungsansprache, gleichzeitig Dank sagend für den
schönen Empfang in Bad König, ebenso brachte das Vorstandsmitglied, Herr
Adler, ebenso auch der Vorsitzende des Synagogenchores Dankesworte zum
Ausdruck. Nach den Gesangsvorträgen wurde das Minchagebet verrichtet. -
Gegen 17 Uhr wurde mit Auto die Rückreise durch den schönen Odenwald
angetreten." |
Chanukka-Feier des Synagogenchores (1931)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
7. Januar 1932: |
Bezirkstagung der "Freien Vereinigung für die Interessen
des orthodoxen Judentums" in Bad Mergentheim (1932)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
25. August 1932: |
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Bezirksversammlung der Agudas Jisroel in Bad Mergentheim
(1936)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11.
Juni 1936: |
Bezirkstagung in Bad Mergentheim
(1936)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
25. Juni 1936: |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Über Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn (Artikel von
1849)
Artikel in der Zeitschrift "Der treue
Zionswächter"
vom 11. Mai 1849: |
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Zum 100. Geburtstag von Ludwig Börne (1886)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Mai
1886: |
Über Rabbi Baruch und Rabbi Samuel Bonn (Großvater
des Dichters Börne) (Artikel von 1904)
Wie ein Mergentheimer Arzt dem Papst des Leben rettete
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 12. Februar 1904: |
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Zum Tod von Moses Ifri (1878)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24.
Juli 1878: |
Zum Tod von Rabbiner Lew Goldstein von Niederstetten
(1900)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
1. Februar 1900: |
Diamantene Hochzeit von Isack
(Isaak) und Mina Schloss
(1906)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 19. Oktober 1906: |
Zum Tod von Isaak
Schloss
(1907)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 15. März 1907: "Mergentheim (Württemberg). Hier
verstarb im Alter von 93 Jahren der älteste Einwohner unserer Stadt,
Privatier Isaak Schloß. Noch vor einem Vierteljahr war es
demselben vergönnt, mit seiner Gattin die diamantene Hochzeit zu feiern,
aus welchem Anlass sich das Jubelpaar einer Auszeichnung seitens unseres
Königspaares erfreuen durfte." |
Zum Tod von Mina Schloss (1911)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21.
Dezember 1911: "Mergentheim, 4. Dezember (1911). Eine wahrhaft
fromme Frau haben wir heute im Alter von 92 Jahren zur letzten Ruhe
bestattet. Frau Mina Schloss senior hat an der Seite ihres vor 5
Jahren verstorbenen Gatten Herrn Isak Schloss - das Andenken an den
Gerechten ist zum Segen - 61 Jahre lang ein mustergültiges jüdisches
Haus geführt. Sie vereinigte alle erhabenen Tugenden in sich, welche eine
jüdische Frau auszuzeichnen vermögen. Eine immer sorgende Gattin,
Mutter, Großmutter und Urgroßmutter war sie ihrer Familie. In der
Gemeinde war sie um ihrer Aufrichtigkeit und steten Hilfsbereitschaft
willen hoch angesehen. Ihre müde Hand war jederzeit bereit wohl zu tun,
wovon zahlreiche mit ihrem Gatten errichtete Stiftungen Zeugnis ablegen
Noch mehr aber werden viele Bedürftige die stille Wohltäterin jetzt
vermissen. Alle diese Vorzüge wurden gekrönt von einer rührenden
Einfachheit, Bescheidenheit und Friedensliebe. Ein hohes und gesegnetes
Alter hat ihr der Allgütige zuteil werden lassen. Denn bis zu ihrem
letzten, wenige Tage dauernden Krankenlager war ihr die volle Kraft des
Geistes ungeschwächt erhalten geblieben. Ihr letzter Gruß an die
Nachwelt, welcher bei ihren Tachrichim (Sterbekleidern) lag, war ein
Friedenswunsch. Ein Friedensgruß begleite sie daher auch in die Welt des
ewigen Lichte. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."
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Auszeichnung für Unteroffizier Max Marx (1915)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
11. März 1915: "Mergentheim, 28. Februar (1915).
Unteroffizier Max Marx bei der Etappen-Hilfsbäckerei-Kolonne im 2.
bayrischen Armeekorps erhielt die bayrische Militärverdienstmedaille mit
Schwertern und Krone. Derselbe ist der Sohn des Privatiers H. (= Haimann)
Marx, der den Feldzug 1870 mitmachte und früher in Edelfingen
wohnhaft war." |
Todesanzeige für
Lehrer Bernhard Sichel (1915)
Todesanzeige
in der Tagespresse Bad Mergentheim: "Todes-Anzeige.
Am 12. dieses Monats starb für das Vaterland im Lazarett Landshut infolge
Krankheit, die er sich im Feldzuge gegen Russland zugezogen, und nachdem
er schon einmal im Kampfe gegen Frankreich verwundert worden war, unser
lieber Sohn
Bernhard Sichel, zuletzt Lehrer in Archshofen.
Unteroffizier im Regiment Nr. 122, Inhaber der silbernen
Verdienstmedaille
nach 8-monatlichem Leiden im Alter von 25 Jahren. Mergentheim, den
14. Oktober 1915.
Der Vater: Samuel Sichel. Beerdigung: Freitag Vormittag 9 Uhr vom
hiesigen Bahnhof
aus." |
Zum Tod von Haimann Marx (1915)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
11. November 1915: "Mergentheim, 4. November (1915). Am
Freitag, 29. Oktober (1915) bewegte sich ein Trauerzug vor die Stadt, wie
selten einer zu sehen war. Galt es doch, die letzte Ehre dem verstorbenen
Haimann Max zu erweisen, der vor einigen Jahren hierher gezogen war. Der
Verblichene war ein treubesorgter Gatte, liebevoller Vater, ein guter
Jehudi. Wie gern weilte er im Gotteshause, wie erfüllte er seine
religiösen Pflichten, welch großer Wohltäter war er gegen die Armen
sowohl im Lande als in Palästina. In seiner früheren Gemeinde Edelfingen
war er längere Zeit Mitglied des Vorsteheramtes. In herrlichen Worten
schilderte Herr Bezirksrabbiner Dr. Kahn die edlen Eigenschaften und
Verdienste des Verklärten. Da der Verstorbene auch Veteran aus dem Kriege
1870-71 war, so beteiligte sich auch der Militärverein Mergentheim an der
Beerdigung. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."
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Über Fliegerleutnant Max Pappenheimer (1918)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 8. Februar 1918: |
Ein "Misrachi-Bild" von Hermann Fechenbach
(1922)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 24. August 1922: |
Der neue Misrach von Hermann Fechenbach (1922)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
16. November 1922: |
Rabbiner Dr. Ansbacher über das Werk von Hermann
Fechenbach (1922)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
26. Oktober 1922: |
Über "Neue Werke jüdischer Graphiker",
darunter Hermann Fechenbach - Beitrag von Theodor Harburger (1930)
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. April 1930: |
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Zum Tod von Abraham Pakelnischki (1922)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
27. April 1922: |
Zum Tod von David Fröhlich (1925)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19.
März 1925: |
Zum Tod von Fanny Emanuel (1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
21. Februar 1929: |
Zum Tod von Helene Sulzbacher geb. Hopfenmeyer
(1929)
Anmerkung: Helene (Lena) geb. Hopfenmayer ist 1848 in Kairlindorf
geboren als Tochter von Maier Hopfenmayer und seiner Frau Hanna (lebten später
in Erlangen). Sie heiratete 1871 in Würzburg Hermann (Hayum) Sulzbacher (geb.
1844 in Mergentheim als Sohn von David Sulzbacher und Fanny geb. Monheimer), der
bereits 1888 gestorben ist. Die sechs im Abschnitt genannten Kinder waren Mina
(1873), Sabine (1874), Max (1877), Moritz (1878), Klara (1880) und Isac
(1884).
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
5. April 1929: "Mergentheim, 21. Mrz (1929). Nach kurzem
Krankenlager starb im 81. Lebensjahre Frau Helene Sulzbacher aus
Mergentheim. Sie entstammte der echtfrommen Kaufmannsfamilie Hopfenmeyer
aus Erlangen. Schon in jungen Jahren
war sie Witwe mit 6 unmündigen Kindern. Gestützt auf felsenfestes
Gottvertrauen, das einer tiefen, streng gläubigen Religiosität entsprang
und auch in Krankheit und Schicksalsschlägen nicht wankte, gelang es der
mutigen, gewissenhaften Frau, sich als eine echte wackere Frau zu
bewähren. In rühriger Tätigkeit erzog sie ihre Kinder in Ehren als
würdige Schwiegertochter des Reb David Sulzbacher. Herr Rabbiner Dr. Kahn
schilderte in ehrenden Worten vor dem Hause das Leben und fromme Wirken
der Entschlafenen und am Grabe sprach der Schwiegersohn, Herr Lehrer
Heinemann aus Neunkirchen (Saar)
ergreifende Worte der Liebe, Dankbarkeit und des Abschieds namens ihrer
Kinder. Ihr Andenken wird stets ein gesegnetes sein. Ihre Seele sei
eingebunden in den Bund des Lebens." |
60. Geburtstag von Albert Adler (1930)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
14. August 1930: "Bad Mergentheim, 1. August (1930). Am 19.
August dieses Jahres feiert Herr Albert Adler senior, hier, seinen
60. Geburtstag. Herr Adler, langjähriger Vorstand der Chewro Gemilus
Chasodim (= Wohltätigkeitsverein), seit einigen Jahren Mitglied des
israelitischen Vorsteheramtes und der israelitischen Landesversammlung in
Württemberg, tritt stets für die Belange des gesetzestreuen Judentums
ein. Wir wünschen ihm alles Gute. Bis 100 Jahre! |
80. Geburtstag von Clara Ullmann geb. Ifri (1933)
Anmerkung (nach Strätz Biographisches Handbuch Würzburger Juden II,
638-639): Clara Ullmann geb. Ufri war die Tochter von Moses Ifri in Bad
Mergentheim und seiner Frau Hannchen geb. Steindecker. Sie lebte seit 1879 in
Würzburg mit ihrem Mann Moritz Ullmann (1843 in Schwabach - 1899 in Würzburg).
Dieser war Schuhwarenhändler in Würzburg. Die beiden hatten sieben Kinder:
Rosa (1872), Hedwig (1880), Ida (1882), Hirsch (1883), Max (1884), Regina
(1886), Jenny (1891). Mehr zur Geschichte der Familien der Kinder bei Strätz.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. März 1933: Würzburg,
27. März (1933). Frau Clara Ullmann geb. Ifri, in Würzburg,
Sofienstraße 14, aus Mergentheim, feierte am Erew Rosch Chodesch
Nissan (= 27. März 1933) in körperlicher und geistiger Frische ihren
80. Geburtstag. (Alles Gute) bis 120 Jahre." |
90. Geburtstag von Joseph Heidelberger
(geb. 1844 in Sennfeld, seit 1924 in Mergentheim wohnhaft)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1934: "Bad
Mergentheim, 2. Juli (1934). Vor kurzem feierte Herr Joseph
Heidelberger in körperlicher und geistiger Frische und Rüstigkeit seinen
90. Geburtstag. Herr Heidelberger, in Sennfeld
(Baden) geboren und dort bis vor 10 Jahren wohnhaft, ist sowohl bei seinen
Geschäftsfreunden infolge seiner Reellität und Hilfsbereitschaft als
auch bei seinen Bekannten dort und hier wegen seines freundlichen und
liebenswürdigen Wesens allgemein geschätzt und beliebt. Am Sabbat wurde
seines Festes in der Synagoge Erwähnung getan und am Sonntag war sein
Haus voll von Gratulanten von hier und auswärts. Mögen ihm noch weitere
Jahre der Gesundheit und Rüstigkeit beschieden sein!" |
Zum Tod von Gerson Rothschild (1936)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
30. April 1936: |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige der Eisenwarenhandlung Simon Höchheimer (1869)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Dezember
1869: |
Anzeige des Eisen- und Spezereigeschäftes N. Hirsch (1869)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Dezember
1869: |
Anzeigen des Eisengeschäftes der Gebr. Falk
(1890 / 1901)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
13. November 1890: |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai
1901: |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. August
1901: |
Anzeige der Witwe H. Schloß
(1898)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1898: |
Anzeige der Mazzenbäckerei A. Fechenbach (1901)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
18. Februar 1901: |
Anzeige der Lederhandlung L. Oppenheimer (1904)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22.
Februar 1904: |
Lehrlingssuche von Emanuel Igersheimer
(1906)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. März
1906: |
Anzeige des Gasthofes-Hotels-Restaurants Fechenbach
(1911)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
1. Juni 1911: |
Anzeigen des Hotel-Restaurants Fechenbach
(1924/25)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
13. November 1924: |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
18. Juni 1925: |
Anzeige
des Restaurants "Spiegelsaal" (1925)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
18. Juni 1925: |
Heiratsanzeige von Max Fröhlich und Käte geb.
Schwarzenberger (1927)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
16. Juni 1927: |
Werbeanzeige für die Kur in Bad Mergentheim
(1928)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
9. Februar 1928: |
Anzeige der Fa. Hermann Adler (1928)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
16. August 1928: |
Verlobungsanzeige von Hedwig Hirsch und Max Katzenstein
(1929)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
7. März 1929: |
Werbeanzeige für die Kur in Bad Mergentheim
(1930)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
27. März 1930: |
Geburtsanzeige des Sohnes von Adolf Frankfurt und Emmi
geb. Wechsler (1931)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
30. Juli 1931: |
Verlobungsanzeige
von Fanny Oppenheimer und Siegfried Fröhlich (1934)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 4. Januar 1934:
"Gott sei gepriesen
Fanny Oppenheimer - Siegfried Fröhlich. V
erlobte.
Frankfurt am Main Bärenstraße 12 - Petach-Tikwah / Bad
Mergentheim". |
Anzeige der Pension Gerstner (1934)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14.
Juni 1934: |
Verlobungsanzeige von Selma Rothschild und Arno Katz
(1936)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11.
Juni 1936: |
Verlobungsanzeige
von Sara Kahn und Ludwig Adler (1936)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. September
1936:
"Gott sei gepriesen.
Sara Kahn - Ludwig Adler. Verlobte.
Bad Mergentheim / Baisingen
- Markelsheim bei Bad
Mergentheim". |
Weitere
Dokumente zu einzelnen jüdischen Personen / Gewerbebetrieben
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)
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