Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Laudenbach (Stadt Weikersheim, Main-Tauber-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

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Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
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Hinweis: es gab jüdische Gemeinden auch in Laudenbach (Stadtteil von Karlstadt, Landkreis Main-Spessart) und in Laudenbach (VG Kleinheubach, Kreis Miltenberg)
   
   
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
   
In Laudenbach, das 1641 bis 1794 die Grafen von Hatzfeld als würzburgisches Lehen innehatten, lebten Juden bereits im Mittelalter (1336 Judenverfolgung) und in der Neuzeit bis 1939. 

Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. Im 17. Jahrhundert ist eine jüdische Ansiedlung ab 1677 bezeugt; 1696 wird Jud Mayer genannt. 
     
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl jüdischer Bewohner wie folgt: 1807 74 jüdische Einwohner, 1824 105, 1843 138, 1854 155, 1858 158, 1872 126, 1900 89 (8,9 % von insgesamt 1.000 Einwohnern), 1910 57. Die jüdischen Familien lebten hauptsächlich vom Handel mit Vieh und Produkten (u.a. Textilien). Es gab auch jüdische Handwerker wie den 1911 verstorbenen Gerber Meier Löwengart (siehe Bericht unten). Die Vermögensverhältnisse werden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit "teils gut, teils gering" bezeichnet. Die häufigsten Familiennamen waren in Laudenbach Eisemann, Levi, Löwenstein, Schloß und Selz.    
 
Aus Laudenbach stammte der spätere Stuttgarter Rabbiner Dr. Joseph (von) Maier (Geburtsname Josef Rosenthal), der in Laudenbach 1798 geboren ist (Geburtshaus Herrgottstraße 4) und 1873 in Stuttgart starb.  
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (seit 1828 in einem Anbau zur Synagoge; seit 1880 gab es im Rathaus zwei Schulzimmer: eines für die katholische, eines für die jüdische Schule; von den 1840er-Jahren bis um 1900 bestand eine israelitische Volksschule) und ein rituelles Bad (im Keller eines Hauses im Marktplatzgässle, früheres Gebäude Marktplatz 93, wo auch der jüdische Lehrer wohnte; Gebäude ist abgebrochen, auf dem Grundstück wurde eine Scheune erstellt). Die Toten der Gemeinde wurden zunächst in Unterbalbach, seit 1729 auf dem jüdischen Friedhof in Weikersheim beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Der letzte Lehrer der Gemeinde, Gabriel Kahn, starb 1914 (er stammte aus Affaltrach, wo er 1845 geboren ist: 1869 Lehrer in Dörzbach, 1879-1886 in Freudental, danach Lehrer in Laudenbach). Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Mergentheim.  
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Josef Eisemann (geb. 26.3.1893 in Laudenbach, gef. 12.4.1916), Hermann Hähnlein (geb. 27.8.1885 in Laudenbach, gef. 16.6.1915), Gefreiter Siegfried Löwenstein (geb. 27.6.1891 in Laudenbach, vor 1914 in Nürnberg wohnhaft, gest. 18.8.1916 in Gefangenschaft), Unteroffizier Karl Rosenthal (geb. 9.3.1890 in Laudenbach, gef. 16.7.1915) und Julius Schloß (geb. 16.9.1893 in Laudenbach, gef. 28.5.1918(. Mit dem Eisernen Kreuz I und dem Bayerischen Militärverdienstkreuz III wurde Vizefeldwebel Max Löwenstein ausgezeichnet. Die Namen der fünf jüdischen Gefallenen stehen auf dem Kriegerdenkmal im Friedhof oberhalb der Pfarrkirche.   
 
Um 1924, als zur Gemeinde 21 Personen gehörten, waren die Gemeindevorsteher Sigmund Selz, Siegfried Eisemann und Josef Rosenthal. An jüdischen Vereinen gab es noch den Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa (1924 unter Leitung von Joseph Rosenthal mit 9 Mitgliedern). 1932 war Vorsteher der Gemeinde (weiterhin) Sigmund Selz.
   
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien / Personen sind bekannt: Viehhandlung Siegfried Eisemann (Marienstraße 14, abgebrochen), Kohlenhandlung Löwengardt (Bachstraße 18), Viehhandlung Lippmann Löwenstein (Erbsengasse 6, abgebrochen, und Hintere Furchgasse 2), Textilgeschäft Josef Rosenthal (Herrgottstraße 4), Metzgerei, Viehhändler, Makler Isaak Schloß (Am Markt 4), Metzgerei, Viehhändler, Makler Karl Schloß (Zehnthof 5), Textilgeschäft Sigmund und Wilhelm Selz (Bachstraße 17).    
      
1933 lebten noch 13 jüdische Personen in Laudenbach. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung sind in den folgenden Jahren mehrere von ihnen von Laudenbach verzogen. Fünf Personen starben noch in Laudenbach vor Beginn der Deportationen.  Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört (s.u.). Im Juli 1939 wurde die israelitische Gemeinde aufgelöst. Die sechs letzten jüdischen Einwohner wurden nach Riga (1. Dezember 1941) beziehungsweise nach Theresienstadt (22. August 1942) deportiert. 
      
Von den in Laudenbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Julie Baum geb. Schloß (1875), Fanny Brader geb. Hofmann (1878), Selma Bravmann geb. Rosenstock (1887), Clara Dreifuß geb. Schloß (1868), Siegfried Eisemann (1886), Paula Forchheimer geb. Löwenstein (1884), Frieda Freudenberger (1893), Rosa Guttmann geb. Löwenstein (1888), Anna Hähnlein (1887), Jenny Hähnlein (1890), Frieda Heilbrunn geb. Eisemann (1887), Helene Heimann geb. Löwenstein (1886), Ricka Hirsch geb. Adler (1882), Paula (Pauline) Kahn (1872), Cilli Kirchheimer geb. Rosenthal (1888), Pauline Kohn geb. Löwenstein (1884), Benno Löwenstein (1882), Julius Löwenstein (1887), Adolf Rosenstock (1883), Paula Rosenthal (1892), Getta Schlossmann geb. Löwengardt (1882), Frida Schömann geb. Schloß (1882), Wilhelm Selz (1903), Karoline Steigerwald geb. Löwengardt (1854), Hanna (Johanna) Stern geb. Löwenstein (1862), Jette Stern geb. Schloß (1860), Selma Teutsch geb. Eisemann (1885).  
  
Hinweis: Es kann zu Verwechslungen in den Listen der Umgekommenen mit Personen kommen, die aus der jüdischen Gemeinde in Laudenbach (Stadt Karlstadt) stammen.     
 
Eine Gedenktafel für die jüdische Gemeinde befindet sich am Dorfgemeinschaftshaus.    
   
   
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde                     
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zum Tod des im Gefecht bei Tauberbischofsheim verwundeten jüdischen Soldaten Bernhard Levi aus Laudenbach (1866)   

Laudenbach w Israelit 08081866.jpg (198396 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. August 1866: "Weikersheim an der Tauber, 3. August (1866). Am vorigen Montag wurde hier der im Gefechte bei Tauberbischofsheim schwer verwundete jüdische Soldat Bernhard Levi von dem benachbarten Laudenbach beerdigt, seligen Andenkens. - Er starb im nahen Mergentheim, wohin er vom Schlachtfelde zur Verpflegung gebracht worden war, und hat nun den Vorzug, bei seinen Vätern begraben zu sein, da sein Geburtsort zum Kreise des hiesigen Friedhofs gehört. Das in Mergentheim liegende Militär begleitete des Waffenbruders Leiche mit allen üblichen Ehrenzeichen bis vor die Stadt hinaus und die Jehudim und Christen von hier und den benachbarten Orten, darunter auch der katholische Geistliche vom Geburtsort, bildeten einen großen Zug bis zum Friedhof. Nur unser hiesiger Rabbiner ging, obschon der Kondukt an dem Gasthofe vorüberging, in dem er sich eben befand und das seltene Leichenbegängnis notorisch bekannt war, nicht mit der Beerdigung, weil, wie er behauptete, er nicht offiziell dazu bestellt worden sei. Eine Leichenrede wurde somit dem jungen Manne, der den Ehrentod für sein Vaterland starb, nicht gehalten. In Württemberg wird nämlich gegen eine Taxe von 2 Gulden 42 Kreuzer, respektive 1 Gulden 45 Kreuzer, nur dann eine Trauerrede vom Rabbiner der Vorsänger gehalten, wenn dies verlangt worden ist. - Dagegen hat Einer dieser Beamten, am Rabbinatssitz der Geistliche, eine konfirmierte (!) Person ex officio zu begleiten und für die Totengebete, ein kurzes deutsches Formular nebst Hazor tamim ('der beständige Hort'), einen Gulden als Gebühr anzusprechen. Über Soldatenleichen besteht nun allerdings keine Vorschrift in der Synagogenordnung, allein selbst ein württembergischer Rabbiner kann seine Pflichten hierüber im Jore dea (sc. zweiter Teil des Schulchan Aruch) finden, wenn er sie erfüllen will. Diese Zurückgezogenheit (?) macht großes Aufsehen, und das christliche Publikum weiß es sich nicht zu erklären, warum der Rabbi den Krieger mied, zumal er ein Angehöriger seines Sprengels war. Vielleicht fordert ihn seine vorgesetzt Behörde zur Verantwortung über sein rätselhaftes Benehmen auf und schenkt dann auch dem Publikum so klaren Wein ein, wie der erwähnte Gasthof ihn bieten mag."         

    
Zum Tod von Babette Schloss (1902)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1902: "Laudenbach (Württemberg), Ende Tischri. An Vorabend zum 2. Sukkottag (= 16. Oktober 1902) ist hierselbst die Ehefrau des Meier Schloss, Babette, 76 Jahre alt, in die ewige Hütte eingezogen. Als wackere Frau erzog sie im Verein mit ihrem noch lebenden Gatten ihre beiden Söhne, die mit ihren Frauen echt religiöse Familien gründeten, in jüdischem Sinne. (hebräisch und deutsch:) Hand und Haus waren stets offen für Bedürftige. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."              

 
Zum Tod von Meier Löwengart (1911)  

Laudenbach w FrfIsrFambl 27101911.jpg (24893 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27. Oktober 1911: "Laudenbach (Württemberg). Im 98. Lebensjahr verschied hier der frühere Gerber Meier Löwengart. Der Verstorbene erfreute sich in allen Kreisen der Bevölkerung der Wertschätzung."  

     
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
  
Anzeige der Eisenhandlung von J. S. Löwengardt (1879)    

Laudenbach w Israelit 19021879.jpg (37612 Byte)Anzeige vom 19. Februar 1879: "Lehrstelle-Gesuch. Unter sofortigem Eintritt suche für meinen Sohn (Israelit) eine Lehrstelle, womöglich in einem Eisen- oder Manufaktur-Geschäft. Derselbe ist im Besitz des Einjährigen-Zeugnisses. Reflektanten wollen sich mit Unterzeichnetem in Benehmen setzen. 
J.S. Löwengardt
, Eisenhandlung, Laudenbach bei Mergentheim."  

   
Anzeige von M. D. Schloss (1884)  

Laudenbach TBB Israelit 06031884.jpg (66250 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1884: "Ein jüdisches Mädchen, 17 Jahre alt, welches die besten Schulzeugnisse aufzuweisen, und gute Kenntnisse in der englischen und französischen Sprache, sowie auch in der Buchführung hat, sucht eine Stelle als Ladnerin in einem am Samstag geschlossenen Geschäft, bei Kost und Logis in dem betreffenden Hause, oder zur Aufsicht und Unterricht für Kinder entsprechenden Alters. Reflektanten wollen sich gefälligst wenden an 
M. D. Schloss
, in Laudenbach an der Tauber."  

  

Weitere Dokumente  
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)    

Brief von Koppel David Schloss aus Laudenbach an 
Heinrich Thalheimer in Aufhausen (1863) 

 
Laudenbach Dok 275a.jpg (97363 Byte) Laudenbach Dok 275b.jpg (116475 Byte) Laudenbach Dok 275c.jpg (76496 Byte) Laudenbach Dok 275.jpg (162098 Byte)
Der Brief wurde am 29. Oktober 1863 von Koppel David Schloss aus Laudenbach verschickt. Koppel war der Neffe von Heinrich Thalheimer, dessen Schwester Esther am 21. Mai 1829 David Schloss aus Laudenbach heiratete. Im Brief teil der Neffe seinem Onkel die Geburt seiner Tochter Thekla mit und dass Mutter und Kind wohlauf sind. Der Empfänger Heinrich Thalheimer ist am 22. Juni 1822 in Aufhausen geboren, heiratete am 9. September 1835 Sophie geb. Fröhlich und war von Beruf Weber. 
     

    
    
Sonstiges        
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: Grabstein in New York für Isaac Plaut aus Laudenbach (1826-1889)        
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn. 
Hinweis: In den RSA-Familienregistern Laudenbach konnte keine Familie Plaut in Laudenbach gefunden werden. 
 vgl. https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
 

Laudenbach New York Salem 1673a.jpg (100531 Byte)   Laudenbach New York Salem 1673.jpg (105848 Byte) Grabstein für "Isaac Plaut  
Born in Laudenbach by Mergentheim. 
August 19th 1826  
Died February 4th 1889  
Aged 62 years 6 months".   

    
    
    
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge           
     
Franz Graf von Hatzfeld und Gleichen hatte 1714 einen 1680 erstmals ausgestellten Generalschutzbrief für die Juden erneuert, die sich in den Ämtern Haltenbergstetten (das heißt in Niederstetten) und Laudenbach befanden. In ihm wurde unter anderem geregelt, "dass diesen gesamten jetzigen und künftigen Juden, eine Synagog zu halten und einen Rabbiner, Vorsänger und Schulmeister anzunehmen und zu ihren jüdischen Zeremonien zu gebrauchen wie in Prag, Frankfurt und sonst im Römischen Reich bevor ab im Lande Franken üblich und Herkommens ist, gnädig erlaubt... [ist].“ Möglicherweise haben – wie damals in Niederstetten – auch die Laudenbacher Juden einen Betsaal eingerichtet. 1747 ist jedenfalls in einer Aufstellung der sechs jüdischen Haushaltungen mit zusammen 43 Seelen) auch "der Schulmeister“ der Gemeinde genannt, was zu dieser Zeit eine "Judenschule“, das heißt einen Betsaal für diese Zeit voraussetzt.  
  
Den Antrag zum Bau einer neuen "Judenschule" richteten am 4. Juli 1797 die Vorsteher der jüdischen Gemeinde Laudenbachs - Löb Samuel und Isac Moses - an die "Hochfürstliche Landesregierung in Würzburg". Demnach war die alte Synagoge vom Einsturz bedroht, ein Neubau unumgänglich. Der würzburgische Amtmann in Niederstetten befürwortete das Baugesuch, weil er von der christlichen Gemeinde keine Einwände erwartete und der "Höchsten Landesherrschaft" bei einer Ablehnung verschiedene Einnahmen verloren gehen könnten. Doch war die christliche Gemeinde nicht ohne weiteres mit dem Bau einverstanden. Die Einsprachen, in Briefen und Protokollen niederlegt, füllen ein umfangreiches Aktenbündel. Schließlich wurde der Bau unter dem Vorbehalt genehmigt,  dass sich sein Standort nicht in der Nähe der Kirche, des Pfarrhauses, der Hauptstraße oder sonst einer Straße befindet, an der gewöhnlich Prozessionen vorbeigehen, damit die christliche Gemeinde in ihrem Gottesdienst nicht gestört werde. Außerdem dürfe die "Judenschule" nicht das Aussehen einer Kirche haben. Deshalb sollte sie aus zwei Fensterstöcken wie ein Privathaus erbaut und mit zwei Schlöten versehen werden. Letzte Differenzen gab es schließlich darüber, ob man für die Fenster der Synagoge große Tafelscheiben zugestehen könne oder ob nur kleine Fenster einzubauen seien. 
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch unbekannte Täter fast vollständig zerstört. Das Gebäude wurde später zu einem Wohnhaus umgebaut (Am Markt 3). Das Synagogengebäude ist bis heute in der Substanz erhalten (neuer Dachstock; Türsturz alt). Seit 1998 erinnert eine Gedenktafel vor der ehemaligen Synagoge an die Geschichte des Hauses.
      
      
      
Fotos 
Historisches Foto: 
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser in Württemberg. 1932. S. 93)   

Laudenbach Synagoge1932.jpg (168087 Byte)

Die Synagoge in Laudenbach 1932  

 
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)  
Laudenbach Synagoge 205.jpg (69009 Byte) Laudenbach Synagoge 203.jpg (100516 Byte)
 
 
 
Das ehemalige Synagogengebäude 
in äußerlich völlig 
umgebauten Zustand 
  Der Vergleich mit dem historischen Foto
 oben zeigt die identische Lage der 
Fenster; die Mauer im Vordergrund 
blieb gleichfalls erhalten 
   
      
  Laudenbach Synagoge 204.jpg (51250 Byte) Laudenbach Synagoge 206.jpg (79687 Byte)
   Der Türsturz der Synagoge am 
Eingang blieb erhalten
Rückseite des ehemaligen
 Synagogengebäudes 
     
Fotos Juni 2003:
(Fotos: Hahn)
 
Laudenbach Synagoge 201.jpg (99520 Byte)
 
Laudenbach Synagoge 202.jpg (85645 Byte)
    Blick auf die ehemalige Synagoge 
mit Gedenkstein 
Die alte Steinmauer vor dem 
Gebäude ist wohl beseitigt worden 
     
Laudenbach Synagoge 200.jpg (73182 Byte) Laudenbach Haus R1.jpg (83003 Byte) Laudenbach HausR2.jpg (55191 Byte)
Gedenkstein 
von 1998  
Oben: eines der erhaltenen ehemaligen jüdischen Häuser in Laudenbach: 
ehemaliges Textilgeschäft von Josef Rosenthal Herrgottstraße 4, zugleich Geburtshaus 
des Stuttgarter Rabbiners Dr. Joseph von Maier (1797-1873) 
    

   
   

Links und Literatur

Links:   

Website der Stadt Weikersheim   

Literatur:

Germania Judaica II,1 S. 471.
Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 155-156.
Art. "Begangenes Unrecht muss entlarvt und darf nicht schöngeredet werden". Erinnerungstafel vor der ehemaligen Synagoge in Laudenbach enthüllt. in: Tauber-Zeitung vom 11.11.1998 S. 22.
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 99-100.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  

  

    
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Laudenbach  Wuerttemberg. The community suffered in the Armleder massacres of 1336-39 and in the Thirty Years War (1618-48) and grew from 74 in 1807 to 155 in 1854 before members began emigrating. A Jewish elementary school was opened in the 1940s but closed in 1911 for lack of students. The synagogue was vandalized on Kristallnacht (9-10 November 1938) and partially blown oup in December 1938. Of the 13 Jews in Laudenbach in 1933, four may have survived the Holocaust.  
    
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 18. Oktober 2013