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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version see Hohebach) In
dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts reichsritterschaftlichen (seit 1605
Herren von Eyb) Dorf Dörzbach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1907. Ihre
Entstehung geht in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. Erstmals
werden 1627 sechs jüdische Familien in Dörzbach genannt. 1688 wurden die Juden
ausgewiesen; 1752 konnten sich - zunächst zwei jüdische Familien aus Hohebach
- wieder am Ort niederlassen. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um
1841 mit 169 Personen erreicht. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörten auch
die wenigen noch in Laibach und Altkrautheim
lebenden Juden zur Dörzbacher Gemeinde. Die Gemeinde wurde 1832 dem Rabbinat
Weikersheim zugeteilt. Seit den 1850er-Jahren ging die Zahl der Juden am Ort
durch Abwanderung stark zurück, bis die Gemeinde aufgelöst und die hier noch
lebenden Juden der Hohebacher Gemeinde
zugeteilt wurden. Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge Zunächst benutzten die Dörzbacher
Juden die Einrichtungen in Hohebach. 1685
wurden sie allerdings dafür bestraft, dass sie ohne Erlaubnis die Gottesdienste
im Nachbarort besuchten. Dort bestand zu dieser Zeit ein Betsaal in einem
Privathaus. Drei Jahre später wurden die Dörzbacher Juden ausgewiesen. Nach
der Wiederaufnahme 1752 erhielt Judenvorsteher Israel von Dörzbach mit den
Seinen die Erlaubnis, die Schule des Judenschulmeisters Jakob in Hohebach für jährlich
zwei Gulden zu besuchen. Ein erster Betsaal in Dörzbach wurde 1782 von den
inzwischen acht jüdischen Familien eingerichtet (Standort unbekannt). Sie
hatten hierfür von der Ortsherrschaft die Erlaubnis bekommen. 1807 lebten
bereits 17 jüdische Familien (75 Personen) in Dörzbach. Sie benutzten nach
einem Bericht des Kreisamtmannes aus Öhringen eine Synagoge
"in einem Miethaus", wobei es sich vermutlich immer noch um den 1782
eingerichteten Betsaal gehandelt hat. Um 1810/15 wurde eine (neue) Synagoge erbaut.
Jedenfalls geht aus einem Bericht des Oberamtes Künzelsau vom 1. Juni 1822
hervor, dass die damals 20 jüdischen Familien "erst vor wenigen Jahren
eine Synagoge erbaut haben, auf welche sie noch eine bedeutende Kapitalsumme
schuldig sind". In diesem Synagogengebäude war im unteren Stock die jüdische
Schule, im oberen Stock der Betsaal. Bei einer Medizinalvisitation der Oberamtes
Künzelsau im September 1836 wurden jedoch die beengten und ungesunden Verhältnisse
im Schulraum beanstandet. Die Schule mit damals 44 Kindern sei in einem engen
und relativ niederen Raum, der nur von einer Seite durch zwei Fenster Licht
erhielt. Die jüdische Gemeinde wurde zur schnellen Veränderung dieser
unhaltbaren Situation aufgefordert. Doch ließ sich weder das Zimmer erhöhen
noch konnte ein weiteres Fenster eingebaut werden. Auch war im Ort kein anderes
Zimmer für die Schule anzumieten. Die Gemeinde plante daraufhin zunächst,
einen neuen Betsaal an das Gebäude anzubauen und die Schule in den oberen
Stock, wo bislang der Betsaal war, zu verlegen. Kreisbauinspektor Roth hatte
gegenüber diesem Plan jedoch erhebliche Bedenken, von denen sich die jüdischen
Gemeindevertreter überzeugen ließen. Im Frühjahr 1838 beschloss die jüdische Gemeinde daraufhin den Bau einer neuen Synagoge, in dem Betsaal und Schule sowie ein Zimmer für den Synagogenrat untergebracht werden konnten. Die Entscheidung fiel aus finanziellen Gründen nicht leicht, zumal nach einem Bericht von 1839 damals mehrere jüdische Familien Dörzbachs in "gänzlicher Armut" lebten, die anderen nur ein "geringes Vermöge" hatten. Im März 1838 konnte ein Grundstück außerhalb des Ortes an der Straße nach Hohebach gekauft werden. Oberamt und Kreisregierung erklärten sich einverstanden, dass die Schule bis zur Fertigstellung im alten Schullokal verbleiben könne, zumal die Schülerzahl auf 26 zurückgegangen war. Im November 1838 wurden die Baupläne für das neue Synagogen- und Schulgebäude von der Israelitischen Oberkirchenbehörde und dem evangelischen Konsistorium genehmigt. In einem Bericht der Behörden wird die Begründung für den Bau der neuen Synagoge übrigens so beschrieben: "In Folge des in neuerer Zeit auch bei den Israeliten vermerkten Sinnes für die Würde des Gottesdienstes sieht sich auch die israelitische Gemeinde Dörzbach durch den schlechten Zustand ihrer Synagoge und Schule veranlasst, ein neues Gebäude für den Gottesdienst und den Schulunterricht zu erbauen...". Die Kosten wurden vor Baubeginn auf 5.303 Gulden hochgerechnet. Einen Teil hatte die Gemeinde bereits angespart, sodass von der Gesamtsumme zunächst noch 3.675 Gulden fehlten. Am 18. April 1839 wurde ein Staatsbeitrag in Höhe von 350 Gulden genehmigt. Nach einem Bericht vom Mai 1839 war damals der Bau "im vollen Lauf". Noch 1839 oder spätestens 1840 wurde die Synagoge eingeweiht. Etwa ein halbes Jahrhundert war die neue Dörzbacher Synagoge der Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens am Ort. In den 1890er-Jahren war jedoch immer weniger ein regelmäßiger Gottesdienst möglich, da die Zehnzahl der jüdischen Männer nicht mehr erreicht wurde. Nach 1900 besuchten die Dörzbacher Juden die Synagoge in Hohebach. Das Synagogengebäude wurde verkauft; das Inventar fiel an die Hohebacher Gemeinde. Das Gebäude der Synagoge ist als Wohnhaus erhalten (Hohebacher Straße 4).
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