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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Weikersheim (Main-Tauber-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
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noch gearbeitet - bitte schauen Sie bei Gelegenheit wieder vorbei.
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english
version)
In der bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Grafschaft
Hohenlohe gehörenden Residenzstadt Weikersheim bestand eine jüdische Gemeinde
zunächst im Mittelalter, die mehrmals im Zusammenhang mit Judenverfolgungen
(1298, 1336/37 und 1349) vernichtet wurde. Im 15. Jahrhundert gab es vereinzelte
Ansiedlungen (1437 Seligmann Löw genannt). 1455 wurde die Niederlassung von
Juden in der Stadt verboten.
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in die Zeit
des Dreißigjährigen Krieges zurück. 1637 wurden Schutzbriefe für die Juden
Mosche und Maunaß erteilt, die als Stammväter der neuzeitlichen Gemeinde
gelten. Seit dem 17. Jahrhundert war Weikersheim Sitz eines Rabbiners.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1807 mit 158 Personen
erreicht. 1845 waren es noch 131
Personen in 32 Familien.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Die Schule war seit ihrer Gründung 1835
im Vorderhaus des Gebäudekomplexes Wilhelmstraße 16 untergebracht. Hier
befanden sich bis 1914 auch das Rabbinat und die Lehrerwohnung. Bei der
Neueinteilung der württembergischen Rabbinate wurde 1832 Weikersheim Sitz eines
Bezirksrabbinates. 1914 wurde es aufgelöst.
Die Familien lebten vom Handel (beziehungsweise von
Einzel- und Großhandlungen) mit Landesprodukten, Textilien und anderen Waren.
1934 wurde die Gemeinde aufgelöst.
1933 wurden noch 16 jüdische
Einwohner in Weikersheim gezählt.
Von den in Weikersheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Jakob Ascher
(1888), Meta Ascher geb. Grünewald (1888), Ida Emrich geb. Königsberger
(1858), Siegbert Emrich (1898), Sigmund Emrich (1893), Wolf Emrich (1855), Recha
Gern geb. Kahn (1885), Theodor Heilbronn (1869), Elsa Heinsfurter geb. Adler
(1888), Isaak Krautkopf (1877), Mina Ledermann geb. Ascher (1879), Lina Marx
geb. Kahn (1877), Anna Mayer geb. Sontheimer (1876), Rosa Moritz geb.
Königsberger (1892), Rosalie Ottenheimer geb. Ascher (1877), [Jeanette
Rosengarten (1866)*], Betty Rothstein geb. Kahn (1871), Recha Rotschild geb.
Emrich (1892), Simon Saemann (1878), Sophie Scharff geb. Rosenfeld (1879), Aron
Schweizer (1909), Ferdinand Wolfsheimer (1874), Moritz Wolfsheimer (1888).
Die Eintragung von Jeanette Rosengarten im Gedenkbuch ist ein Fehler.
Jeanette Rosengarten ist in Weyhers
geboren.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
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Rabbiner Dr. Heilbronn wird durch den württembergischen König empfangen
(1867)
25-jähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Heilbronn (1887)
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
25-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer
Leopold Frank (1889)
Anmerkung: Lehrer Karl Leopold Frank ist am 16. Mai 1845 in
Edelfingen als Sohn eines Mehlhändlers geboren. Er studierte von 1862 bis 1864
am Lehrerseminar in Esslingen. Von 1871 bis 1909 war er als Lehrer in
Weikersheim tätig; auch 1914 wohnte er noch in Weikersheim.
Aus dem
jüdischen Gemeindeleben
Die Gemeinde erhält aus der Staatskasse
einen Zuschuss für das neue Schulhaus (1846)
Berichte
zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Manuel Adler
(1876)
Zum Tod des aus Weikersheim stammenden Prof. Dr. jur. Leopold Pfeiffer (gest. in
Tübingen 1881; beigesetzt in Stuttgart)
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Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Von Einrichtungen der
mittelalterlichen Gemeinde ist wenig bekannt. Im 16. Jahrhundert wird als
Ortsbezeichnung eine "Judengerch" bzw. "Judenkirch"
genannt, vermutlich als Erinnerung an die mittelalterlichen Synagoge
(Standort unbekannt; im Bereich der Wilhelmstraße gab es jedoch [vermutlich
bereits im 17. Jahrhundert] die Straßenbezeichnung "In der
Judenschulgasse", was sich auf den Synagogenstandort im Mittelalter
oder im 17. Jahrhundert beziehen könnte).
Die seit 1637 aufgenommenen Juden haben, nachdem sich ihre
Zahl im Laufe der folgenden Jahre mehrte, einen Betsaal eingerichtet. 1653
erregten die jüdischen Gottesdienste freilich das Missfallen der christlichen
Umgebung. Der Herrschaft wurde angezeigt, dass die Juden bei ihren "Schabbatischen
Zusammenkünften" so laut gesungen haben, dass es Ärgernis erregte.
1688 wurde eine erste Synagoge gebaut. Damals waren
Seligmann und Simon die angesehensten Juden der Stadt. Sie waren gleichzeitig
die Vorsteher (Parnassim) der Gemeinde. Simon hatte ein Grundstück gestiftet,
das zum dauernden Besitz der Gemeinde werden sollte. Auch spendete er unter
anderem eine Torarolle, die in Weikersheim bleiben sollte, solange die
israelitische Gemeinde fortbesteht. Noch im 20. Jahrhundert war dieses "Prachtstück
von Pergamentschrift" nach dem Bericht von Rabbiner Abraham Schweizer
(1917) in der Synagoge vorhanden. Für seine Wohltaten wurden dem Vorsteher
Simon und seiner Frau Hanna jeden Schabbat ein Segenswort gesprochen ("Mi
scheberach"). In dieser ersten Synagoge gab es nach dem in den
1930er-Jahren noch erhaltenen Kahalbuch der Gemeinde Weikersheim 15 feste Plätze
im Männerabteil, 13 feste Plätze im Frauenabteil. Die Namen der Inhaber wurden
festgehalten. Vorsteher Simon bekam den Ehrensitz ganz vorne an der rechten
Seite vom Toraschrein. Seit 1697 war ein Gemeinderabbiner angestellt, der jährlich
eine Besoldung von zwei Reichstalern erhielt.
Eine besondere Stellung nahmen die Weikersheimer Hofjuden
ein, die im Dienst der Fürsten von Hohenlohe standen. Seit 1743 war Marx
Anschel am Hof tätig, der Stammvater der Familie Marx, die später den Namen
Pfeiffer annahm und schließlich nach Stuttgart übersiedelte. Das Memorbuch der
Weikersheim Gemeinde rühmt die Frömmigkeit und Bescheidenheit von Marx
Anschel. Er veranlasste 1768 den Bau einer neuen Synagoge, die er selbst
reich ausstattete. Er starb 1780. 1748 wurde das Gemeindehaus gebaut, für das
Abraham Maier Levi 50 Gulden gestiftet hatte.
Marx Anschels dritter Sohn (Marx) Ezechiel Pfeiffer
(1766-1827) war gleichfalls als Hofagent tätig. Als Vorsteher der Weikersheimer
Gemeinde ließ er mit einem Aufwand von 3.000 Gulden 1824/25 den Gebäudekomplex
der Synagoge samt dem späteren Rabbinatshaus neu bauen (heute Wilhelmstraße
16, früher Haus Nr. 185: späteres Rabbiner-Wohnhaus und Haus Nr. 185a: die
Synagoge sowie ein Waschhaus von Stein an der Stadtmauer). Auch stiftete
Pfeiffer ein Kapital in Höhe von 5.000 Gulden für den Zweck der Anstellung
eines wissenschaftlich gebildeten Rabbiners in Weikersheim. In der Weikersheimer
Synagoge wurden von der im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer
kleiner werdenden jüdischen Gemeinde bis 1928 Gottesdienste abgehalten.
Schon 1917 hatte Rabbiner Schweizer angesichts der Auflösung der Gemeinde über
die Gebäude in der Wilhelmstraße 16 geschrieben: "Das Rabbinatshaus in
Weikersheim... ist verödet, der Rabbinatssitz in der Synagoge verlassen, die
Synagoge selbst, nur wenig mehr aufgesucht von der arg dezimierten jüdischen
Bevölkerung in Weikersheim, hat ihren Glanz verloren".
In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge der
Innenraum der Synagoge durch auswärtige SA-Leute demoliert. Das Gebäude ist
erhalten und dient als Schreinerei (Hintergebäude zu Wilhelmstraße 16). In den
1950er Jahren wurde in die Schreinerei eine Zwischendecke eingezogen. Darüber
ist bis heute die flach verputzte Decke mit stukkierten Rosetten erhalten. Die
Decke weist eine mehrfarbige Bemalung mit einem Sternenhimmel auf. Die Arkadenbrüstung
der ehemaligen Frauenempore ist ebenfalls teilweise erhalten. 1981 wurde eine
Gedenktafel angebracht. Die Erhaltung des Gebäudes für die Zukunft wurde
gesichert. Das Dach ist teilweise erneuert worden. Der auf Teilflächen lose
Deckenputz wurde im Inneren durch Restaurator Michael Helget durch Injektionen
stabilisiert sowie die Anstriche an Decke und Wänden mit einem Bindemittel
gefestigt.
Fotos / Plan
Historische Fotos
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg. 1932.
S.134-135):

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| Blick über den Almemor zum Eingang in den Betsaal und die
Frauenempore |
Im Mittelpunkt des Betsaales: Toraschrein (links) und
Almemor |
Plan:
Standort der Synagoge am Rand der Altstadt (Quelle: Stadt
Weikersheim s.u.)
Fotos nach 1945/Gegenwart:
(Quelle: Hahn; Aufnahmedatum der Fotos: Juni 2003)
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| Blick auf den Gebäudekomplex Wilhelmstr. 16: vorne
ehemalige Judenschule und Rabbinat; die Synagoge war im Hintergebäude |
Seitenansicht der ehemaligen Synagoge (Nordseite) |
Seitenansicht der ehemaligen Synagoge (Südseite) |
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Gedenktafel von 1981 |
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Die bis heute erhaltene, farbig
bemalte Decke der Weikersheimer Synagoge
(Fotos: Restaurator Michael Helget, Bad Mergentheim) |
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Charakteristischer
Sternenhimmel |
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| Details der
Deckenbemalung |
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| Bemalung der Seitenwand |
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Links und Literatur
Links:
Neu eingestellt in 2008 -
erarbeitet von Rolf Hofmann (harburgproject)
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern.
1966, S. 188-191 |
 | Germania Judaica II,2 S. 867. |
 | H. Hermann: Zur Geschichte der Juden in Weikersheim. Vier Teile, in:
Weikersheimer Wochenspiegel September 1987. |
Meyers Konversationslexikon, Eine Encyklopädie des allgemeinen
Wissens, vierte Auflage, Leipzig, 1888-1889:
Weikersheim, Stadt im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Mergentheim, an
der Tauber und der Linie Krailsheim-Mergentheim der Württembergischen
Staatsbahn, 234 m ü. M., hat eine evang. Kirche, eine Synagoge, ein Schloss des
Fürsten Hohenlohe-Langenburg mit schönem Rittersaal, Orgelbau,
Zinnpfeifenfabrikation und (1885) 1821 Einw. Dabei das Jagdschloss Karlsberg mit
Wildpark.

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Weikersheim Wuerttemberg. Jews were
victimized in the Rindfleisch (1298) and Armleder (1336) massacres and the
community was destroyed in the Black Death persecutions of 1348-49. Subsequently
Jewish settlement was banned for three centuries. The renewed community
developed in the 18th century and numbered 158 (total 1,871) in 1807, thereafter
declining through emigration. Most prominent in this period was the Pfeiffer
family of Court Jews serving the kings of Wuerttemberg. The first synagogue was
dedicated in 1678 and a Jewish school was opened in 1835. Jews numbered 82 in
1900 and just 16 in 1933; ten managed to emigrate.

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