Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Weikersheim (Main-Tauber-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge  

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Zur Geschichte der Synagoge   
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
  (english version)        
      
In der bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Grafschaft Hohenlohe gehörenden Residenzstadt Weikersheim bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter, die mehrmals im Zusammenhang mit Judenverfolgungen (1298, 1336/37 und 1349) vernichtet wurde. Im 15. Jahrhundert gab es vereinzelte Ansiedlungen (1437 Seligmann Löw genannt). 1455 wurde die Niederlassung von Juden in der Stadt verboten.   
       
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. 1637 wurden Schutzbriefe für die Juden Mosche und Maunaß erteilt, die als Stammväter der neuzeitlichen Gemeinde gelten. Seit Ende des 17. Jahrhunderts war Weikersheim Sitz eines Rabbiners. Seit 1697 wirkte Rabbi Jakob, später Rabbi Ischah in der Stadt. 1748 wurde Rabbiner Moses Feis nach Weikersheim berufen (gest. 1788). Er war Verfasser des 1785 in Fürth gedruckten Talmudtraktats Schekalim (Darbone Sahab). 1819 bis 1827 war Moses Lazarus (= Moses ben Elieser Schach) Rabbiner in Weikersheim (geb. 1773 in Glogau, gest. 1840 als Rabbiner in Trier).   
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1807 mit 158 Personen erreicht. 1845 waren es noch 131 Personen in 32 Familien. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war (neben dem Rabbiner, der Aufgaben im ganzen Bezirk hatte) ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Schule war seit ihrer Gründung 1835 im Vorderhaus des Gebäudekomplexes Wilhelmstraße 16 untergebracht. Hier befanden sich bis 1914 auch das Rabbinat und die Lehrerwohnung. 
   
Bei der Neueinteilung der württembergischen Rabbinate wurde 1832 Weikersheim Sitz eines Bezirksrabbinates. Inhaber des Bezirksrabbinates waren Mayer Mainzer (1825 bis 1861), Dr. Israel Heilbronn (1862 bis 1903) und Dr. Abraham Schweizer (1904 bis 1914). 1914 wurde es aufgelöst, Rabbiner Dr. Schweizer wechselte nach Horb
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Arnold Adler (geb. 18.11.1886 in Weikersheim, gef. 19.8.1914).     
       
Die Familien lebten vom Handel (beziehungsweise von Einzel- und Großhandlungen) mit Landesprodukten, Textilien und anderen Waren. Bis nach 1933 gab es an jüdischen Gewerbebetrieben: Textilgeschäft Jakob Ascher (Hauptstraße 45), Landesproduktenhandlung Sigmund Emrich (Marktplatz 6), Textilgeschäft Sara Königsberger (Hauptstraße 26). Weitere Wohn- und Geschäftshäuser waren in den Gebäuden Friedrichstraße 5, Hauptstraße 5 und 27, Hohenloher Straße 2 und 5, Marktplatz 2 und 4 (im 19./Anfang 20. Jahrhundert). 
     
1933 wurden noch 16 jüdische Einwohner in Weikersheim gezählt. 1934 wurde die Gemeinde aufgelöst. Das bislang überwiegend gute Verhältnis zwischen jüdischen und christlichen Einwohnern Weikersheim änderte sich nach 1933, seitdem einige fanatische Nationalsozialisten den Ton angaben. Mehrere der jüdischen Einwohner konnten zwischen 1933 und 1941 noch auswandern, zwei starben am Wortort. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge demoliert (siehe unten). Die letzten jüdischen Einwohner wurden 1941 deportiert. Wolf und Ida Emrich starben im "Altersheim" Eschenau auf dem Weg in die Deportation. Jakob Ascher und Sigmund Emrich wurden am 1. Dezember 1941 nach Riga deportiert und ermordet.  
      
Von den in Weikersheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Jakob Ascher (1888), Meta Ascher geb. Grünewald (1888), Ida Emrich geb. Königsberger (1858), Siegbert Emrich (1898), Sigmund Emrich (1893), Wolf Emrich (1855), Recha Gern geb. Kahn (1885), Theodor Heilbronn (1869), Elsa Heinsfurter geb. Adler (1888), Isaak Krautkopf (1877), Mina Ledermann geb. Ascher (1879), Lina Marx geb. Kahn (1877), Anna Mayer geb. Sontheimer (1876), Rosa Moritz geb. Königsberger (1892), Rosalie Ottenheimer geb. Ascher (1877), [Jeanette Rosengarten (1866)*], Betty Rothstein geb. Kahn (1871), Recha Rotschild geb. Emrich (1892), Simon Saemann (1878), Sophie Scharff geb. Rosenfeld (1879), Aron Schweizer (1909), Ferdinand Wolfsheimer (1874), Moritz Wolfsheimer (1888). 
   
Die Eintragung von Jeanette Rosengarten im Gedenkbuch ist ein Fehler. Jeanette Rosengarten ist in Weyhers geboren.    
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Aus der Geschichte des Rabbinates     
Zum Tod von Moses Lazarus (Rabbiner in Weikersheim bis 1827, gest. in Trier 1840) 
Anmerkung: Moses Lazarus (bzw. Moses ben Elieser Schach) ist 1773 in Glogau geboren. Er war ein Sohn des Eliser ben Aron, später Dajan in Mainbernheim. Er war der letzte fürstlich-hohenlohische Landesrabbiner in Weikersheim. 1827 wurde er zum Oberrabbiner in Trier gewählt. Hier blieb er bis zu seinem Tod im April 1840.    

Weikersheim AZJ 02051840.jpg (98255 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Mai 1840: "Trier, 12. April (1840). Am 9. dieses Monats segnete unser Konsistorial-Oberrabbine, Moses Lazarus, das Zeitliche. In einem Alter von 67 Jahren, war er noch wenige Stunden vor seinem Tode mit seinen gewöhnlichen Arbeiten beschäftigt, als ein Schlagfluss seinem Leben ein Ende machte. Die Gemeinde betrauert in ihm nicht bloß den treuen Geistlichen, sondern auch einen Wohltäter der Armen, einen Vater der Witwen und Waisen. Seine Richtung war allerdings nicht der Zeit angemessen, ohne dass er jedoch intolerant gewesen. Vor 13 Jahren war er von Weikersheim hierher berufen. Eigen ist es, dass seine Leiche die erste war, die mit dem nunmehr auch hier eingeführten Leichenwagen, den wir dem Eifer des Vorstehers H.S. Allweyer verdanken, nach dem Beerdigungsplatze geschafft wurde.  
Wir erwarten nun von der Loyalität unserer ehrenwerten Vorsteher, durch anderer und eigene Erfahrung belehrt, dass sie einen geeigneten Mann an unsere Spitze stellen werden, unter dessen Förderung das aufkeimende Gute mit Gottes Hilfe zur Reife kommen wird."      

       
Zum Tod von Rabbiner Mayer Mainzer in Weikersheim (1861, Rabbiner in Weikersheim von 1825 bis 1861)   
Anmerkung: Rabbiner Dr. Maier (Mayer) Mainzer (geb. 1798 vermutlich in Unterfranken als Sohn des seit 1808 in Gaukönigshofen tätigen Händlers Aron Moses , gest. 31. August 1861 in Weikersheim): studierte an der Jeschiwa von Oberrabbiner Abraham Bing in Würzburg, danach an der Universität ebd. 1825 beantragt der königlich-württembergische Hofagent Ezechiel Pfeiffer (1766-1827), in als Rabbiner in Weikersheim anzustellen. Am 14. August 1825 hat er die Stelle als der erste akademisch gebildete Rabbiner Württembergs angetreten. Ab 1832 war er Bezirksrabbiner für den damals geschaffenen württembergischen Rabbinatsbezirk Weikersheim.  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. November 1861: "Von 12 Rabbinaten (sc. in Württemberg) sind jetzt 'vier' mit Ausländern (sc. Nicht-Württemberger) besetzt und zwei weitere erledigt. Kurz vor dem Neujahrsfeste starb Rabbiner Mainzer in Weikersheim, ein Mann von tüchtigem rabbinischen Wissen."           

 
Rabbiner Dr. Isaak Heilbronn wird durch den württembergischen König empfangen (1867, Rabbiner in Weikersheim von 1861 bis 1903) 
Anmerkung:  Rabbiner Dr. Isaak Heilbronn (geb. 1828 in Fulda, gest. 1909 in Nürnberg): studierte in Würzburg, später in Berlin und Frankfurt am Main; war seit 1854 Prediger und Religionslehrer in Stavenhagen (Mecklenburg-Schwerin); seit 1860 Rabbiner in Erfurt, seit November 1861 Bezirksrabbiner in Weikersheim; trat Anfang 1903 in den Ruhestand.   

Weikersheim Israelit 02101867.jpg (70074 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Oktober 1867: "Aus Württemberg. (Durch Zufall verspätet). Als Seine Majestät der König Anfangs Sommers bei einer Rundreise durch das nördliche Württemberg einige Zeit in Weikersheim verweilte, versammelten sich zu Allerhöchstdessen Empfang auch die Geistlichen der verschiedenen Konfessionen. Seine Majestät geruhten außer dem Denken und dem ältesten Pfarrer auch den Rabbiner, Herrn Dr. Heilbronn, zu sich zu befehlen. Der König unterhielt sich angelegentlich mit demselben und erkundigte sich aufs Wohlwollendste nach dem Zustande der Israeliten des betreffenden Bezirks."      


25-jähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Isaak Heilbronn (1887)   

Weikersheim AZJ 24031887.jpg (38761 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. März 1887: "Aus Württemberg schreibt man uns vom 8. dieses Monats. Heute feierte Rabbiner Dr. Heilbronn in Weikersheim sein 25-jähriges Amtsjubiläum unter große Beteiligung der dortigen und auswärtigen Israeliten sowie der Spitzen der geistlichen und weltlichen Behörden, wobei in zahlreichen Toasten der Jubilar gefeiert wurde."       

    
Rabbiner Dr. Isaak Heilbronn wurde in den Ruhestand versetzt (1902)    

Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1902: "Rabbiner Dr. Heilbronn in Weikersheim wurde in den Ruhestand versetzt."       
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Dezember 1902: "Der Rabbiner Dr. Heilbronn in Weikersheim, Oberamt Mergentheim, ist seinem Ansuchen gemäß in den Ruhestand versetzt worden."      

 
Rabbiner Dr. Isaak Heilbronn verlässt die Gemeinde (1903)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Mai 1903: "Weikersheim. Nach 41-jähriger Tätigkeit hat der Rabbiner unserer Gemeinde, Herr Dr. Heilbronn, unsere Stadt verlassen, um seinen Lebensabend im Kreise seiner Kinder in Nürnberg zu beschließen. Welcher Beliebtheit sich Herr Dr. Heilbronn in allen Kreisen der hiesigen Stadt erfreute zeigte das Bankett, das die israelitische Gemeinde ihrem scheidenden Rabbiner gab und an dem sich auch die gesamte christliche Haute volée beteiligt. Es würde zu weit gehen, all' die Ansprachen anzuführen; nur wollen wir erwähnen, dass u.a. Herr Stadtschultheiß Hammel, Herr Dekan Dr. Blind, Herr Stadtpfarrer Dürr, Herr Wundarzt Faistenauer warme, zu Herzen gehende Worte sprachen."    

   
Das Rabbinat wurde Dr. Abraham Schweizer übertragen (1904, Rabbiner in Weikersheim von 1904 bis zur Auflösung des Rabbinates 1914)   
Anmerkung: Rabbiner Dr. Abraham Schweizer (geb. 1875 in Schopfloch, umgekommen 1942 KZ Maly Trostinec): 1900-1913 Rabbiner in Weikersheim (Rabbinat 1914 aufgelöst), 1913 bis 1936 Rabbiner in Horb, 1936 Ruhestand, nach Stuttgart übergesiedelt, 1938 KZ Dachau, 1941 nach Oberdorf eingewiesen, von hier 1942 in das Ghetto Theresienstadt, später nach Maly Trostinec (vgl. Wikipedia-Artikel).   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1904: Weikersheim, 23. April 1904. Das hiesige Rabbinat wurde von der Israelitischen Oberkirchenbehörde dem Rabbinatsverweser Dr. A. Schweizer hier definitiv übertragen. Dr. Schweizer ist ein Schüler des Berliner Rabbinerseminars".       

   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
       
25-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Leopold Frank (1889)  
Anmerkung: Lehrer Leopold (Löw) Frank ist am 16. Mai 1845 in Edelfingen als Sohn des Mehlhändlers Eisik Frank und seiner Frau Helene geb. Schloß geboren. Er studierte von 1862 bis 1864 am Lehrerseminar in Esslingen. Von 1871 bis 1909 war er als Lehrer in Weikersheim tätig; auch 1914 wohnte er noch in Weikersheim.
Seit dem 8. Mai 1872 war Leopold Frank verheiratet mit Karoline geb. Sicherer, die am 9. April 1848 in Oberdorf als Tochter von Nathan Sicherer und seiner Frau Henriette geb. Landauer geboren ist. Die beiden hatten fünf in Weikersheim geborene Kinder: Jette (geb. 1. März 1873), Bertha (Beile, geb. 6. Juni 1894, gest. 24. April 1877), Isak (geb. 14. Februar 1877), Nathan (geb. 6. Mai 1882, heiratete 1909 in Frankfurt am Main), Salomo (geb. 8. Mai 1883).   

Weikersheim Israelit 24121889.JPG (162771 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Dezember 1889: "Aus dem Taubertale. Von einem erhebenden Feste habe ich Ihnen heute zu berichten. Am 4. dieses Monats feierte der israelitische Lehrer und Vorsänger der Gemeinde Weikersheim, Herr L. Frank, sein 25-jähriges Dienstjubiläum, wozu alle Freunde und Gönner desselben eingeladen waren. welcher Beliebtheit sich der Jubilar erfreut, das zeigte so recht die Feier. Der evangelische Lehrergesangverein des Bezirks Weikersheim ehrte den Jubilar durch vollzähliges Erscheinen, prächtige Liedervorträge und passende Ansprachen, welch letztere von dem aufrichtigen Toleranzgefühl der Versammlung Zeugnis anlegten. Auch aus dem Bezirk Creglingen hatten sich evangelische und israelitische Kollegen eingefunden, um den Jubilar an seinem Ehrentage persönlich zu beglückwünschen und an dem Feste teilzunehmen. 
Während des Tages liefen zahlreiche Gratulationen ein, unter anderem von dem Vorstand des württembergischen evangelischen Volksschullehrervereins in Stuttgart, dem sehr verdienten Vorstand des Unterstützungsvereins für israelitische Lehrerwitwen und -Waisen, verbunden mit einem herrlichen Gebetbuch, vielen weiteren Kollegen und Freunden aus der Nähe und Ferne. Reichlich bedacht wurde auch der Jubilar durch Geschenke seitens der israelitischen Gemeinde Weikersheim, des israelitischen Frauenvereins, der Schuljugend, und früherer Schüler, etc. Den Glanzpunkt erreichte die Feier am Abend, wo sich eine distinguierte Gesellschaft im Gasthof zur Krone zu Ehren des Jubilars vereinigte. Hier begrüßte der Rabbiner, Herr Dr. Heilbronn - Weikersheim, in seinem und seiner Gemeinde Namen den Jubilar, die Verdienste desselben würdigend. Von dem genannten Herrn wurde ein Schreiben der israelitischen Oberkirchenbehörde Stuttgart verlesen, welches dem gewissenhaften Lehrer Glückwünsche und Anerkennung seiner Leistungen zollte."       
Weikersheim Israelit 24121889a.jpg (179752 Byte)Der evangelische Lehrer, Dekan und Bezirksschulinspektor, feierte sodann Herrn Frank, als friedfertigen, milden Lehrer, welche Eigenschaften der Herr Stadtschultheiß auch in seiner Rede von dem 'Bürger' Frank lobend hervorhob. Herr Organist Brazel, Weikersheim, rühmte die Kollegialität und den Patriotismus des Jubilars; ein anderer evangelischer Ortskollege des Gefeierten, Herr Kantor Mayer trug mit dem von ihm dirigierten Gesangverein 'Harmonie' wesentlich zur fröhlichen Unterhaltung bei. Herr Dr. med. Sontheimer, Mitglied der jüdischen Gemeinde Weikersheim, erfreute durch den Vortrag eines humoristischen Gedichtes alle Anwesenden. 
Von den weiteren Reden, in gebundener und ungebundener Form wollen wir noch des herrlichen Gedichtes erwähnen, das Herr Kantor Abelein, Creglingen, dem Jubilar widmete. Nachdem der Verfasser die anerkannte Tüchtigkeit und persönliche Liebenswürdigkeit Herrn Franks geschildert, gibt er seiner Freude über das harmonische Leben zwischen den verschiedenen Konfessionen in Weikersheim und Umgegend Ausdruck, wünscht überall im Interesse der Gesellschaft ein solches friedliches Verhältnis und fordert alle auf, dem Antisemitismus gehörig zu Leibe zu rücken. Doch wir lassen am besten hier die diesbezüglichen Worte des Redners folgen: 
'Er (Jubilar) wandelt hier im Licht,  Hepp Hepp-Schreier gibt es nicht, 
Kein Rassenhass die Zähne blöckt, Kein Antisemitismus schreckt. 
So sollt' es allerwärts sein, Dann könnte wohl gedeih'n.  
Das Juden- und das Christentum Und beiden brächte es nur Ruhm, 
Drum setzt die Kräfte ein, Ihr Menschen groß und klein, 
Dem Klassen- und dem Rassenhass  Gebt ungesäumt den Abschiedspass.'  
Den Schluss der von Auswärtigen gehaltenen Ansprachen bildete die des israelitischen Herrn Lehrers Preßburger aus Creglingen. Derselbe gab in der sehr schönen Ansprache seiner Freude über die dem Kollegen erzeigte Ehre, ganz besonders über den toleranten Hauch, der die ganze Versammlung durchwehte, Ausdruck. Erst in später Nachtstunde trennten sich die Teilnehmer, mit dem Bewusststein, ein schönes Fest mitgefeiert zu haben, einstimmend in des Dichters Wort: 
'So sollt' es allerwärts sein.' O."    
 
Weikersheim AZJ 26121889.jpg (45376 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Dezember 1889: "Bonn, 22. Dezember (1889). Man schreibt uns aus Württemberg: In Weikersheim beging der israelitische Lehrer Frank sein 25-jähriges Dienstjubiläum. An der Feier beteiligten sich außer der israelitischen Gemeinde alle evangelischen Lehrer des Bezirks, in deren Namen Dekan Kühn dem Jubilar gratulierte. In Poesie und Gesang wurde der Jubilar gefeiert; die israelitische Gemeinde ehrte ihn durch ein wertvolles Geschenk."      

  
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Die Gemeinde erhält aus der Staatskasse einen Zuschuss für das neue Schulhaus (1846)   

Weikersheim AZJ 26011846.jpg (30448 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Januar 1846: "Aus dem Württembergischen, 15. Januar. Die israelitische Kirchengemeinde Weikersheim, hat zur Anschaffung und baulichen Einrichtung eines Schulhauses aus dem allgemeinen Reservefonds der Staatshauptkasse einen Beitrag von 300 Fl. erhalten."    

     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Manuel Adler (1876)   

Weikersheim Israelit 21061876.jpg (153195 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juni 1876: "Weikersheim, 8. Juni (1876). Heute wurde hier ein Mann, Herr Manuel Adler - er ruhe in Frieden -, zu Grabe getragen, der es verdient, dass seiner in Ihrem geschätzten Blatte Erwähnung geschieht. Ein Zögling der alten Fürther Talmudschule, war er bestrebt, die daselbst gewonnenen Eindrucke und Lehren praktisch zu bewährend, nämlich zu lernen und zu lehren um (die Gebote) zu beachten und zu tun. Die Hauptinteressen seines Lebens galten ausschließlich unserer heiligen Religion, und sowie er keine innigere Freude empfand als die: das wahrhaft orthodoxe Judentum gehoben zu sehen, ebenso schmerzerfüllt war er, sobald eine Missachtung desselben sich seinem Auge darbot. In letztem Falle brachte er schonungslos das Gebot 3. Mose 19,17 'Zur Rede stellen sollst Du deinen Nächsten..." zur Geltung. Einen namhaften Teil seines übrigens nur bescheidenen Vermögens wendete er in seiner letztwilligen Verfügung frommen Stiftungen zu, darunter besonders hervorgehoben zu werden verdienen ein Kapital von 500 Gulden, dessen Zinsen die Bestimmung haben, der jüdischen Gemeinde hier die Kultlasten zu erleichtern; ein solches von 100 Gulden, welches der hiesigen Armenkasse zur Unterstützung durchreisender jüdischer Armen zugewiesen wurde, ferner 50 Gulden für Kiddusch-Wein, falls solches keinen Käufer finden sollte; und endlich 80 Mark zu einer in der Synagoge anzubringenden Gedenktafel, worauf die Namen der zahlreichen edlen Stifter verzeichnet werden sollen, welche sich um das Wohl der hiesigen jüdischen Gemeinde verdient gemacht haben. Der Bezirksrabbiner Dr. Heilbronn, der testamentarisch mit dem Vortrage der Leichenrede und dem üblichen Schiur beauftragt wurde, gab in ersterer den Verdiensten des Verblichenen einen entsprechenden Ausdruck mit dem Refrain: 'Wehe um die, die dahinschwinden, und nicht mehr aufzufinden sind'."    

  
Zum Tod des aus Weikersheim stammenden Prof. Dr. jur. Leopold Pfeiffer (gest. in Tübingen 1881; beigesetzt in Stuttgart)  

Weikersheim AZJ 29111881.jpg (174882 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. November 1881: "Aus Württemberg, 12. November (1881). Am 4. dieses Monats starb in Tübingen im Lesezimmer des Museums unerwartet schnell, vom Schlage gerührt, Prof. Dr. jur. Pfeiffer, der einzige akademische Lehrer jüdischen Glaubens in Württemberg, der mehrere Jahrzehnte lang an dieser Hochschule gewirkt hat. Seiner Majestät unser König ließ sogleich nach der Todesnachricht der Fakultät sowohl als der Familie seine Teilnahme bezeigen. 
Am 7. November fand die Überführung der Leiche nach Stuttgart statt. Ein fast endloser Zug von Leidtragenden, darunter sämtliche Professoren der Universität und sämtliche studentische Korporationen, gab dem Dahingeschiedenen das Ehrengeleite bis zum Bahnhofe. Die Militärkapelle spiele den ‚Wal’schen Trauermarsch und den Choral: ‚Süß und ruhig ist der Schlummer.’ Der Verstorbene, welcher sich neben seiner erfolgreichen Wirksamkeit als akademischer Lehrer in seinem privaten Leben namentlich durch einen seltenen Grad von Mildtätigkeit, auszeichnete, war in Tübingen eine sehr populäre Persönlichkeit. Die Beerdigung fand in Stuttgart statt. Die Leiche wurde vom Bahnhof aus mit einer langen Wagenreihe nach dem israelitischen Kirchhofe gebracht und auf Wunsch des Verstorbenen ohne größere Feier zur Erde bestattet. Rabbiner Dr. Wassermann hielt die Grabrede. Unter der Verstammlung bemerkte man Ministerialdirektor Dr. Silcher, Oberlandesgerichtsdirektor Firnhaber, viele Juristen und Beamte, die Mitglieder der Israelitischen Oberkirchenbehörde, die Mitglieder der Familie Kaulla und anderer hervorragender israelitischer Familien. Pfeifer war am 21. Oktober 1821 in Weikersheim geboren und erreichte somit das 60. Lebensjahr. Der 4. und 7. November, sein Todes und Begräbnistag, waren längst Trauertage in seiner Familie, denn am 4. November vor 41 Jahren starb sein Vater, am 7. November vor 47 Jahren wurde seine Mutter begraben. Seine Ausbildung erhielt Dr. Pfeiffer auf den Gymnasien in Mannheim, in Stuttgart und auf den Universitäten in Tübingen und Berlin. Für seine Glaubensgenossen zeigte Dr. Pfeiffer stets das regeste Interesse und beteiligte sich bei allen Angelegenheiten der sich erst neu gebildeten israelitischen Gemeinde Tübingen." 
  

     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeige von Nathan Jacobsohn (1867)    

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Juli 1867: "Ich suche sämtliche 'Schriften des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur' für einen entsprechenden Preis. 
Frankierte Offerten zu adressieren an Nathan Jacobsohn. Weikersheim, Württemberg."       

   
Anzeige des Manufaktur- und Konfektionsgeschäftes Ferdinand Selz (1902)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10.November 1902: 
"Suche für mein Samstags und israelitische Feiertage streng geschlossenes Manufaktur- und Konfektions-Geschäft einen Lehrling 
bei freier Kost und Logis. 
Ferdinand Selz,
Weikersheim (Württemberg)."      

   
   
   
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge          
  
Von Einrichtungen der mittelalterlichen Gemeinde ist wenig bekannt. Im 16. Jahrhundert wird als Ortsbezeichnung eine "Judengerch" bzw. "Judenkirch" genannt, vermutlich als Erinnerung an die mittelalterlichen Synagoge (Standort unbekannt; im Bereich der Wilhelmstraße gab es jedoch [vermutlich bereits im 17. Jahrhundert] die Straßenbezeichnung "In der Judenschulgasse", was sich auf den Synagogenstandort im Mittelalter oder im 17. Jahrhundert beziehen könnte).  
      
Die seit 1637 aufgenommenen Juden haben, nachdem sich ihre Zahl im Laufe der folgenden Jahre mehrte, einen Betsaal eingerichtet. 1653 erregten die jüdischen Gottesdienste freilich das Missfallen der christlichen Umgebung. Der Herrschaft wurde angezeigt, dass die Juden bei ihren "Schabbatischen Zusammenkünften" so laut gesungen haben, dass es Ärgernis erregte. 
   
1688 wurde eine erste Synagoge gebaut. Damals waren Seligmann und Simon die angesehensten Juden der Stadt. Sie waren gleichzeitig die Vorsteher (Parnassim) der Gemeinde. Simon hatte ein Grundstück gestiftet, das zum dauernden Besitz der Gemeinde werden sollte. Auch spendete er unter anderem eine Torarolle, die in Weikersheim bleiben sollte, solange die israelitische Gemeinde fortbesteht. Noch im 20. Jahrhundert war dieses "Prachtstück von Pergamentschrift" nach dem Bericht von Rabbiner Abraham Schweizer (1917) in der Synagoge vorhanden. Für seine Wohltaten wurden dem Vorsteher Simon und seiner Frau Hanna jeden Schabbat ein Segenswort gesprochen ("Mi scheberach"). In dieser ersten Synagoge gab es nach dem in den 1930er-Jahren noch erhaltenen Kahalbuch der Gemeinde Weikersheim 15 feste Plätze im Männerabteil, 13 feste Plätze im Frauenabteil. Die Namen der Inhaber wurden festgehalten. Vorsteher Simon bekam den Ehrensitz ganz vorne an der rechten Seite vom Toraschrein. Seit 1697 war ein Gemeinderabbiner angestellt, der jährlich eine Besoldung von zwei Reichstalern erhielt.
      
Eine besondere Stellung nahmen die Weikersheimer Hofjuden ein, die im Dienst der Fürsten von Hohenlohe standen. Seit 1743 war Marx Anschel am Hof tätig, der Stammvater der Familie Marx, die später den Namen Pfeiffer annahm und schließlich nach Stuttgart übersiedelte. Das Memorbuch der Weikersheim Gemeinde rühmt die Frömmigkeit und Bescheidenheit von Marx Anschel. Er veranlasste 1768 den Bau einer neuen Synagoge, die er selbst reich ausstattete. Er starb 1780. 1748 wurde das Gemeindehaus gebaut, für das Abraham Maier Levi 50 Gulden gestiftet hatte.
      
Marx Anschels dritter Sohn (Marx) Ezechiel Pfeiffer (1766-1827) war gleichfalls als Hofagent tätig. Als Vorsteher der Weikersheimer Gemeinde ließ er mit einem Aufwand von 3.000 Gulden 1824/25 den Gebäudekomplex der Synagoge samt dem späteren Rabbinatshaus neu bauen (heute Wilhelmstraße 16, früher Haus Nr. 185: späteres Rabbiner-Wohnhaus und Haus Nr. 185a: die Synagoge sowie ein Waschhaus von Stein an der Stadtmauer). Auch stiftete Pfeiffer ein Kapital in Höhe von 5.000 Gulden für den Zweck der Anstellung eines wissenschaftlich gebildeten Rabbiners in Weikersheim. In der Weikersheimer Synagoge wurden von der im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer kleiner werdenden jüdischen Gemeinde bis 1928 Gottesdienste abgehalten. Schon 1917 hatte Rabbiner Schweizer angesichts der Auflösung der Gemeinde über die Gebäude in der Wilhelmstraße 16 geschrieben: "Das Rabbinatshaus in Weikersheim... ist verödet, der Rabbinatssitz in der Synagoge verlassen, die Synagoge selbst, nur wenig mehr aufgesucht von der arg dezimierten jüdischen Bevölkerung in Weikersheim, hat ihren Glanz verloren".
       
In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge der Innenraum der Synagoge durch auswärtige SA-Leute demoliert. Das Gebäude ist erhalten und dient als Schreinerei (Hintergebäude zu Wilhelmstraße 16). In den 1950er Jahren wurde in die Schreinerei eine Zwischendecke eingezogen. Darüber ist bis heute die flach verputzte Decke mit stukkierten Rosetten erhalten. Die Decke weist eine mehrfarbige Bemalung mit einem Sternenhimmel auf. Die Arkadenbrüstung der ehemaligen Frauenempore ist ebenfalls teilweise erhalten. 1981 wurde eine Gedenktafel angebracht. Die Erhaltung des Gebäudes für die Zukunft wurde gesichert. Das Dach ist teilweise erneuert worden. Der auf Teilflächen lose Deckenputz wurde im Inneren durch Restaurator Michael Helget durch Injektionen stabilisiert sowie die Anstriche an Decke und Wänden mit einem Bindemittel gefestigt
.  
   
   
Fotos / Plan  
Historische Fotos   
(Quelle: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg. 1932. S.134-135)

Weikersheim Synagoge001.jpg (79435 Byte)

Weikersheim Synagoge002.jpg (82639 Byte)

Blick über den Almemor zum Eingang in den
 Betsaal und die Frauenempore
Im Mittelpunkt des Betsaales: 
Toraschrein (links) und Almemor

Plan:  

 
Standort der Synagoge am Rand der Altstadt (Quelle: Stadt Weikersheim s.u.)   

  
Fotos nach 1945/Gegenwart:  
(Quelle: Hahn; Aufnahmedatum der Fotos: Juni 2003)

Weikersheim Synagoge 201.jpg (61850 Byte) Weikersheim Synagoge 202.jpg (77925 Byte) Weikersheim Synagoge 203.jpg (60509 Byte)
 Blick auf den Gebäudekomplex
 Wilhelmstr. 16: vorne ehemalige
 Judenschule und Rabbinat; die 
Synagoge war im Hintergebäude
Seitenansicht der ehemaligen 
Synagoge (Nordseite)
 Seitenansicht der ehemaligen 
Synagoge (Südseite)
   
     
   Weikersheim Synagoge 204.jpg (55158 Byte)   
  Gedenktafel von 1981   
     
Die bis heute erhaltene, farbig bemalte Decke der Weikersheimer Synagoge
(Fotos: Restaurator Michael Helget, Bad Mergentheim) 
 
Weikersheim Synagoge 127.jpg (52051 Byte) Weikersheim Synagoge 120.jpg (53019 Byte) Weikersheim Synagoge 125.jpg (30973 Byte)
      Charakteristischer Sternenhimmel
     
Weikersheim Synagoge 122.jpg (37818 Byte) Weikersheim Synagoge 121.jpg (40071 Byte) Weikersheim Synagoge 124.jpg (54680 Byte)
Details der Deckenbemalung 
 
Weikersheim Synagoge 128.jpg (44869 Byte) Weikersheim Synagoge 123.jpg (50397 Byte) Weikersheim Synagoge 126.jpg (43764 Byte)
Bemalung der Seitenwand      

   
    

Links und Literatur 

Links:  

Website der Stadt Weikersheim, insbesondere die Seite zur Synagoge (von der auch der obige Plan übernommen sind) 
Zum Fachbetrieb des Restaurators der Decke des Synagogengebäudes: hier anklicken (Michael Helget, Hand-in-Hand-Werker GmbH, 97980 Bad Mergentheim)
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Weikersheim (interner Link)    

Family Charts - erarbeitet von Rolf Hofmann (harburgproject)   

Family sheet Court Jew Ezechiel Pfeiffer (pdf file)  
Family sheet Court Jew Aron Pfeiffer (pdf file)   
Family sheet Court Jew Marx Pfeiffer (pdf file)  
Court Jews of Southern Germany (doc file)    

Literatur: 

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966, S. 188-191.
Germania Judaica II,2 S. 867.
H. Hermann: Zur Geschichte der Juden in Weikersheim. Vier Teile, in: Weikersheimer Wochenspiegel September 1987.

Meyers Konversationslexikon, Eine Encyklopädie des allgemeinen Wissens, vierte Auflage, Leipzig, 1888-1889: 
Weikersheim, Stadt im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Mergentheim, an der Tauber und der Linie Krailsheim-Mergentheim der Württembergischen Staatsbahn, 234 m ü. M., hat eine evang. Kirche, eine Synagoge, ein Schloss des Fürsten Hohenlohe-Langenburg mit schönem Rittersaal, Orgelbau, Zinnpfeifenfabrikation und (1885) 1821 Einw. Dabei das Jagdschloss Karlsberg mit Wildpark. 
  
   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Weikersheim Wuerttemberg.  Jews were victimized in the Rindfleisch (1298) and Armleder (1336) massacres and the community was destroyed in the Black Death persecutions of 1348-49. Subsequently Jewish settlement was banned for three centuries. The renewed community developed in the 18th century and numbered 158 (total 1,871) in 1807, thereafter declining through emigration. Most prominent in this period was the Pfeiffer family of Court Jews serving the kings of Wuerttemberg. The first synagogue was dedicated in 1678 and a Jewish school was opened in 1835. Jews numbered 82 in 1900 and just 16 in 1933; ten managed to emigrate. 
 
  

                   
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Stand: 14. April 2014