Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Öhringen (Hohenlohekreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts den Grafen von Hohenlohe gehörenden Öhringen bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. Erstmals werden 1253 Juden genannt. Die Judenverfolgungen 1298 und 1349 zerstörten die Gemeinde. Im 15. Jahrhundert waren wenige Juden zeitweise in der Stadt. 1475 wird Jud Moses genannt, dem bis dahin ein Haus in der Stadt gehört hatte. Auch am Anfang des 18. Jahrhunderts waren vermutlich einige Juden in der Stadt.   
     
Eine jüdische Gemeinde entstand erst wieder im 19. Jahrhundert durch Zuzüge von Juden aus Dörfern der näheren und weiteren Umgebung. Das Jahr der Neugründung war 1889. 
 
Die höchste Zahl von Gemeindemitgliedern wurde um 1885 mit 180 Personen erreicht. 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betsaal, dann eine Synagoge, eine Religionsschule und (seit 1911) einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde wurde zunächst dem Bezirksrabbinat Heilbronn zugeteilt, später gehörte sie zum Bezirksrabbinat Schwäbisch Hall. 
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde.... Ihre Namen stehen auf dem Gefallenendenkmal im Kreuzgang der Stiftskirche. 
       
Die jüdischen Bürger spielten seit den 1880er-Jahren vor allem im wirtschaftlichen Leben Öhringens eine wichtige Rolle. Mehrere Industrieunternehmen wurden von ihnen gegründet. An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien / Personen sind bekannt: Viehhandlung Gustav Berliner (Wohnung Untere Torstraße 23), Getreide- und Mehlhandlung Julius Bloch, Inh. Ferdinand und Siegfried Bloch (Karlsvorstadt 5), Tabakwarengroß- und kleinhandel Max Blum (Wintergasse 20 und 22), Viehhandlung Adolf Ehrlich (Rathausstraße 28), Schuhfabrikant Heinrich Einstein (Obere Gartenstraße 3), Viehhandlung Elias Heidenheimer (Altstadt 57), Oel- und Fetthandlung mit Bäckerei Louis Kaufmann (Poststraße 51), Weinhandlung und Wirtschaft Israel und Friesner, Inh. Adolf Klug (Rathausstraße 3), Textilwarengeschäft Max Kochentaler (Untere Torstraße 11), Viehhandlung Hugo Levi (Bahnhofstraße 10), Praktischer Arzt Dr. Julius Merzbacher (Büttelbronner Straße 6), Viehhandlung Julius Metzger (Poststraße 24), Mehlgroßhandlung Felix Rothschild, Inh. Louis und Samuel Rothschild (Untere Torstraße 18), Kaufhaus Samuel Schlesinger Söhne, Inh. Hugo Schlesinger (Poststraße 59), Viehhandlung Julius und Leopold Stern (Wohnung Untere Torstraße 23), Textilgeschäft August Thalheimer (Poststraße 24), Metzgerei und Wirtschaft Siegmund Weil (Poststraße 46), Auto-Reparaturwerkstätte Thomas Wranowsky (Poststraße 25). 
 
1933    
     
V
on den in Öhringen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Sofie Adler (1874), Carry (Zarry) Cohn geb. Herz (1883), Adolf Ehrlich (1865), Rosa Ehrlich (1899), Gerhard Einstein (1937), Leopold Einstein (1892), Margarete Einstein geb. Levi (1903), Nannchen Engelbert geb. Blum (1871), Julie Grünewald (1880), Hedwig Heidenheimer (1897), Siegfried Herz (1890), Rosa Israel (1877(, Selma Israel (1898), Berta Kaufmann geb. Sahm (1887), Klara Kaufmann geb. Rosenfeld (1888), Max Kochertaler (1863), Ada Ledermann geb. Freudenthal (1890), Artur Ledermann (1882), Hugo Heinrich Levi (1887), Irma Levi geb. Kocherthaler (1897), Julie Löb geb. Weil (1901), Eugen Maier (1884), Julius Merzbacher (1890), Emma Metzger geb. Ottenheimer (1887), Julius Metzger (1881), Bernhard Sahm (1861), Bertha Steinhardt geb. Schlossmann (1882), Bertha Stern geb. Herz (geb. 1887 in Öhringen, von Köln nach Lódz deportiert), Amalie Thalheimer geb. Rindsberg (1862), August Thalheimer (1884), Hedwig Thalheimer geb. Kaufmann (1889), Lore Thalheimer (1923), Siegfried Thalheimer (1926), Trude Thalheimer (1922), Aline Weil geb. Dreyfus (1879), Ida Weinschenk (1884), Berta Westheimer geb. Ledermann (1889), Ilse Ruth Westheimer (1920), Josef Westheimer (1878), Hermine Wolff geb. Schlossmann (1879).               
    
Im Kreuzgang der Öhringer Stiftskirche wurden im Jahr 2000 zwei Tafeln mit den Namen der in der NS-Zeit umgekommenen Öhringer Juden angebracht.
   
   
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1875  
Anmerkung: die Ausschreibung erschien über mehrere Wochen in der Zeitschrift "Der Israelit". Da sich offenbar niemand Geeignetes beworben hat, wurde der in Aussicht gestellte Gehalt erhöht. Anfang September unterschrieb von der jüdischen Gemeinde Öhringen zunächst Julius Gutmann, dann Salomo Israel.  

Oehringen Israelit 01091875.jpg (68056 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. September 1875: "Oehringen, Oberamtsstadt Württembergs. 
Gesuch eines Religionslehrers, Vorsängers und Schochet. Die hiesige, aus 20 Familien bestehende Privat-Gemeinde sucht die obige Stelle baldmöglichst zu besetzen. Gehalt fix 400 Gulden = 785 Mark 71 Pfennig nebst freier Wohnung. Anbei steht in Aussicht, dass die Gemeinde sich rasch verstärkt und zuzüglich der Nebenverdienste auf ein reichliches einkommen Rechnung getragen werden kann. Ein noch unverheirateter Mann erhält den Vorzug. Lusttragende wollen ihre Zeugnisse baldigst einsenden. Julius Gutmann."      
  
Oehringen Israelit 27101875.jpg (67546 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1875: "Oehringen. Oberamtsstadt Württembergs. Gesuch eines Religionslehrers, Vorsängers und Schochet. Die hiesige, aus 20 Familien bestehende Privatgemeinde sucht die obige Stelle baldmöglichst zu besetzen. Gehalt fixo 500 Gulden nebst freier Wohnung, anbei steht in Aussicht, dass die Gemeinde sich rasch verstärkt, und zuzüglich der Nebenverdienste auf ein reichliches Einkommen Rechnung getragen werden kann. Ein noch Unverheirateter erhält den Vorzug. Lusttragende wollen ihre Zeugnisse in Bälde einsehen. 
Salomo Israel." 
    

   
Hilfsvorbeter gesucht (1887)  

Oehringen Israelit 11081887.jpg (35762 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. August 1887: "Hilfsvorbeter gesucht
Die hiesige Gemeinde sucht für kommenden Rosch Haschana und Jom Kippur einen Hilfsvorbeter. Gefällige Anträge beliebe man sofort zu richten an 
N. Zirndörfer, Anwalt, Oehringen (Württemberg)."

  
Versammlung der israelitischen Lehrer der Region in Öhringen (1888) 

Oehringen AZJ 19041888.jpg (46779 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. April 1888: "Oehringen, 1. April (1888). Auf Anregung des Lehrers Spatz in Affaltrach versammelte sich hier eine Anzahl israelitischer Lehrer und Vorsänger des Hohenloher Gaues und der Umgegend, um sich über allerlei Standesfragen zu besprechen. Das Ergebnis dieser Besprechung war die Gründung eines israelitischen Lehrervereins für Hohenlohe-Franken zur Wahrung und Förderung von Standesinteressen. Zum Vorstand des Vereins wurde Lehrer Forchheimer – Ernsbach, zum Schriftführer Spatz – Affaltrach gewählt."    

    
      
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Kritik an einem den Schabbat nicht einhaltenden und am Schabbat in der Synagoge Toralesenden Kaufmann (1886)  

Oehringen Israelit 22111886.jpg (54706 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1886: "Aus dem Hohenlohischen. In Öhringen war am jüngsten Jom Kippur ein dortiger Kaufmann ehrenamtlicher Vorbeter, welcher den Schabbat und Feiertag entweiht, da derselbe sein Geschäft offen hat. Trotzdem, dass der dortige Lehrer und Vorsänger dagegen war, und sogar eine Anfrage an das betreffende Bezirks-Rabbinat Heilbronn machte, welches erklärte, dass man ihn nicht als Vorbeter nehmen sollte, ließ derselbe doch seine holde Stimme hören, weil es der Vorstand für angemessen hielt." 

 
Gründung der Israelitischen Gemeinde (1890)  

Oehringen AZJ 26091890.jpg (59551 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. September 1890: "Aus Württemberg, 22. September (1890). Während unsere jüdischen Landgemeinden durch Wegzug kleiner werden, sich manche auch schon ganz aufgelöst haben, bilden sich in Städten, wo vor 3 bis 4 Jahrzehnten noch kein Israelit wohnte, neue Gemeinden. So bildete sich voriges Jahr eine Gemeinde in Öhringen und in dieser Woche hat das Königliche Ministerium des Kultus in Anwendung des Artikels 49 des Israelitengesetzes von 1828 die Bildung einer israelitischen Gemeinde in Gmünd unter Zuteilung an das Rabbinat Oberdorf verfügt."

   
       
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  

Zum Tod von Kaufmann Julius Gutmann (1896)  

Oehringen Israelit 01061896.jpg (57920 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni 1896: "Öhringen, 25. Mai (1896). Am vergangenen Heiligen Schabbat starb dahier der Kaufmann Julius Gutmann. Es war dies der erste Jude, der sein Domizil hier errichtete; derselbe war ein streng religiöser Jehudi. Sein ganzes Leben betätigte er das Wort unserer Weisen im ersten Abschnitt der Sprüche der Väter, Vers 2 und 3, die von den drei Grundsäulen des Judentums und der Gottesfurcht handeln. Auch bei der christlichen Bevölkerung war er wegen seines bescheidenen Betragens sehr beliebt. Zeugnis davon legte die außerordentlich große Beteiligung an seiner Beisetzung, welche am Sonntag stattfand, ab. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

  
Zum Tod von Hannchen Rosenfeld geb. Baum (1907)  

Oehringen Israelit 05121907.jpg (31413 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Dezember 1907: "Öhringen, 2. Dezember (1907). Am Ausgang des vorigen Heiligen Schabbat starb dahier Frau Hannchen Rosenfeld geb. Baum im Alter von nur 42 Jahren. Die Heimgegangene war eine biedere, fromme Frau und begleitete das Kassenamt des hiesigen israelitischen Frauenvereins 12 Jahre lang. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

   
Julius Bloch wird erneut in den Stadtrat gewählt (1913)  

Oehringen FrfIsrFambl 24121913.jpg (10049 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. Dezember 1913: "Öhringen (Württemberg). Julius Bloch ist wieder in den Stadtrat gewählt."    

  
Jakob Kaufmann wird als Kriegsteilnehmer ausgezeichnet (1915)  

Oehringen Israelit 04021915.jpg (16240 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1915: "Öhringen, 14. Januar (1915). Jakob Kaufmann erhielt vom König von Württemberg die Silberne Verdienstmedaille für Tapferkeit und Treue". 

  
70. Geburtstag von Jakob Einstein (1931)  

Oehringen Israelit 09071931.jpg (79158 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1931: "Öhringen, 2. Juli (1931). Am 10. Juli feiert unser Gemeindemitglied, Herr Jakob Einstein, seinen 70. Geburtstag. Aus der altjüdischen Gemeinde Buttenwiesen stammend, verpflanzte er die fromme Tradition des Elternhauses auch in seinen neuen Wohnsitz, wo er die Belange des gesetzestreuen Judentums zu fördern bestrebt ist. Seit Jahrzehnten lässt er an den ehrfurchtgebietenden Tagen mit lieblicher Stimme die schönen Melodien seiner Altvordern erschallen mit echter Freude am Gottesgebot errichtet und schmückt er alljährlich seine Sukkoh (Laubhütte) – die einzige im Städtchen. Als Förderer des württembergischen Landesverbandes für die Interessen des gesetzestreuen Judentums und als treues Mitglied der Agudas Jisroel sucht er auch für die weiteren Ziele der Orthodoxie zu wirken. Möge Herr Einstein ein gesunder und heiterer Lebensabend beschieden sein. (Alles Gute) bis 120 Jahre."

     
Über den Arzt Dr. Julius Merzbacher

Dr. Julius Merzbacher (1890 Öhringen - 1943 vermutlich KZ Auschwitz): seit 1919 hoch angesehener praktischer Arzt in Öhringen, seit 1933 zunehmend dem NS-Terror ausgesetzt, 1938 nach Konstanz verzogen; 1940 nach Gurs deportiert, von hier 1942 nach Auschwitz oder Lublin-Majdanek. Seit 1991 ist nach ihm die "Merzbacherstraße" benannt.



     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Anzeige der Lederhandlung S. Israel (1884)  

Oehringen Israelit 06031884.jpg (39785 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1884: "Lehrling gesucht mit guter Schulbildung für meine Lederhandlung. Samstage und Feiertage geschlossen. Kost und Logis im Hause. 
S. Israel, Öhringen (Württemberg)."

  
Anzeige von Julius Gutmann (1890)  

Oehringen Israelit 27101890.jpg (30283 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1890: "Ein religiöses Mädchen gesetzten Alters für bürgerliche Küche und Hausarbeit zu einem allein stehenden Witwer gesucht. Eintritt sofort. Julius Gutmann, Öhringen (Württemberg)."  

  
Anzeige von Nathan Ehrlich (1891)  

Oehringen Israelit 25061891.jpg (42714 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juni 1891: "Für ein Mädchen aus guter Familie, 17 Jahre alt, wird eine Stelle gesucht, wo dasselbe zur Stütze der Hausfrau tätig sein kann oder auch sich in einem Ladengeschäfte auszubilden Gelegenheit hat. Anträge beliebe man zu richten an Nathan Ehrlich, Öhringen (Württemberg)."

   
Anzeige des Schuhfabrikanten Jacob Einstein (1903 / 1925)  

Oehringen Israelit 19021903.jpg (33585 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1903: "Suche per Ostern oder früher einen Lehrling aus achtbarer Familie mit guter Schulbildung und schöner Handschrift. Schabbos und Jomtof  (Feiertag) geschlossen. 
J. Einstein, Öhringen bei Heilbronn, Schuhfabrikation und Engros-Lager."
  
Oehringen Israelit 16071925.jpg (58724 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juli 1925: "Für Verwandte, welche Handelsschule mit 1a Zeugnissen absolviert, Vorkenntnisse im Manufakturwarengeschäft besitzt, sucht in gleicher oder verwandten Branche, in welchem Geschäft dieselbe Sabbat und Feiertage frei hat Stellung zur weiteren Ausbildung ohne gegenseitige Vergütung, bei freier Station und Familienanschluss. Offerten an 
Jacob Einstein, Öhringen, Württemberg."

   
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes Jacob Kaufmann (1922)  

Oehringen Israelit 30031922.jpg (39309 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. März 1922: "Zum sofortigen Eintritt suche ich eine jüngere branchekundige Verkäuferin
Kost und Logis im Hause. Offerten mit Gehaltsansprüchen an 
Jacob Kaufmann, Manufakturwaren Öhringen Württemberg."   

  

    

      

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge 

Das mittelalterliche Wohngebiet lag im Bereich der Altstadt/Gerbergasse. Hier befand sich auch die Synagoge, die in den Urkunden über die Gründung des Öhringer Spitals erwähnt wird. 1353 wurde an ihrer Stelle (hier sei nach der Urkunde des Bischofs von Würzburg "der gottesschänderische Ritus" der Juden gefeiert worden) das Spital erbaut. Vermutlich wurde die ehemalige Synagoge zu einem Teil des Spitals umgebaut. Doch ist die heutige Spitalkirche nicht identisch mit der ehemaligen Synagoge. Ein rituelles Bad dürfte unweit der Synagoge in der Nähe der Ohrn bestanden haben.   
      
Im 19. Jahrhundert besaß die Gemeinde zunächst einen Betsaal in der Karlsvorstadt. Wo er sich genau befand, konnte (auch nach Rücksprache mit dem Stadtarchiv Öhringen!) nicht in Erfahrung gebracht werden. Vermutet wurde schon das ehemalige Haus des Benedikt Kaufmann (früheres Haus Karlsvorstadt 27), da sich in dessen Garten eine große Sukka (Laubhütte) befand, die bis heute erhalten ist.    
       
Mitte Dezember 1888 kaufte die jüdische Gemeinde den in Öhringen damals sehr angesehenen Gasthof "Zur Sonne". Die seit einigen Jahren verwitwete Besitzerin hatte ihn eigentlich ihrem Sohn übergeben wollen. Da dieser jedoch überraschend starb, entschloss sie sich zum Verkauf des Hauses. Der große Saal des Gasthofes war erst wenige Jahre zuvor restauriert worden. Der Kaufpreis betrug 30.000 Mark, von denen zwei Drittel kurzfristig zu bezahlen waren, der Rest über eine längere Zeit in Raten. Eine Beschreibung des Betsaales liegt aus der "Schwäbischen Chronik" vom 2. April 1889 vor: "Die neue Synagoge bildet ein längliches Viereck, das, weil die nach hinten stehende Südseite frei von Nachbargebäuden ist und freie Sicht in das Ohrntal gestattet, von dieser Seite her sich einer ganz besonders günstigen Beleuchtung erfreut." Zur Inneneinrichtung ist zu lesen: "Der Raum ist in zwei ungleiche Hälften geteilt, die vordere größere enthält gegen 60 Sitzplätze für Männer, die hintere kleinere 52 für Frauen, alle gegen Osten gewendet, denn in der Mitte der östlichen Langseite ist das Heiligtum angebracht, hier sind die sechs Torarollen verwahrt. Vor dieser ‚Bundeslade’ hat der Techniker einen von Säulen getragenen Eingang dargestellt, er umgibt einen rotdamastenen, prachtvoll gestickten Vorhang mit goldener hebräischer Inschrift; derselbe trägt das mit höchster künstlerischer Vollendung in mehr als halber Meterhöhe goldgestickte württembergische Königswappen. [...] Dieser Vorhang sowohl, als die ebenso geschmackvolle, gleichfalls mit Goldstickerei versehene Bedeckung des Altars und des darauf angebrachten Predigerpults sind von den Moriz Strauß’schen Eheleuten gestiftet. Julius Bloch hat zwei große Kandelaber gestiftet und von der Familie Ledermann sind sehr schöne Hüllen für Torarollen angeschafft worden. Die Wände sind mit künstlerischem Geschmack durch einen hiesigen Maler hergestellt worden. Für Abendbeleuchtung ist durch mehrere große hängende Kronleuchter gesorgt".   
    
Die feierliche Einweihung der Synagoge war am 29. und 30. März 1889 in Anwesenheit des israelitischen Kirchenrats Dr. Moses von Wassermann und unter zahlreicher Beteiligung der christlichen Bevölkerung. Die Feier begann mit einem Abschiedsgottesdienst im seitherigen Betlokal. Um 4 Uhr nachmittags begab sich ein stattlicher Festzug, angeführt von der israelitischen Schuljugend zu der neuen Synagoge, an deren Eingang er von den Klängen der Öhringer Stadtmusik empfangen wurde. Nach der Einhebung der sechs Torarollen hielt der Heilbronner Bezirksrabbiner Dr. Moses Engelbert die Festpredigt. Nach dem Bericht im "Hohenloher Boten" wurde sie "in würdigstem Tone gehalten und war wohl geeignet, auch Nichtisraeliten zu erbauen". Die Schwäbische Chronik meinte, dass Rabbiner Dr. Engelbert es verstand, "in sehr würdiger, von Glaubenstreue und brüderlicher Nächstenliebe getragener Sprache die Herzen aller Hörer zu gewinnen und zu gemeinsamem Dank zu erheben".   
       
Mit einem Bankett im "Württemberger Hof" und einem Festball im Gasthof zur "Eisenbahn" fand die "in allen Teilen wohl gelungene Feier ihren heiteren Abschluss". In der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" wurde freilich von einem Zwischenfall während des Festes berichtet, der für eine "allgemeine Missstimmung" gesorgt hatte. Nachdem von einem Mitglied der jüdischen Gemeinde ein Toast auf den württembergischen König ausgebracht wurde, habe sich ein Professor erhoben und die Versammlung getadelt, weil nicht zuerst ein Toast auf den deutschen Kaiser ausgebracht wurde. Der namentlich nicht genannte Professor erinnerte bei seiner unerwünschten Rede die jüdischen Gemeindeglieder daran, "dass sie nicht mehr in Palästina, sondern in Deutschland wohnen und dem Kaiser ihre Huldigung nicht versagen dürfen". Der allgemein als "taktlos" bezeichnete Zwischenfall sorgte in verschiedenen Presseorganen offensichtlich für ein längeres Nachspiel.   
  
Einladung zur Einweihung der Synagoge (1889)  

Oehringen Israelit 14031889.jpg (47863 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1889: "Öhringen. Einladung. Zu der am Freitag, den 29. dieses Monats stattfindenden Einweihung unserer Synagoge, verbunden mit Bankett am gleichen Tage und Fest-Ball am darauf folgenden Tage, wird hiermit höflichst eingeladen. Das Fest-Komitee. Auf Obiges bezugnehmend bemerke ich, dass bei rechtzeitiger Anmeldung für Koscher Tafel gesorgt ist. N. Zirndörfer."

   
Einweihung der Synagoge (1889)  

Oehringen Israelit 08041889.jpg (163030 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. April 1889: "Öhringen, 31. März (1889). Die hiesige israelitische Gemeinde feierte vergangenen Freitag ein lang ersehntes Freudenfest, die Einweihung ihrer neuen Synagoge. Hierzu hatten sich eingefunden: Herr Kirchenrat Dr. von Wassermann aus Stuttgart, Herr Rabbiner Dr. Engelbert aus Heilbronn, Herr Regierungsrat Böltz, sämtliche hiesige Geistliche, Herr Stadtschultheiß Schäuffele und der ganze Stadtrat, Herr Rektor Dr. Barth, sowie sämtliche Lehrer des Lyzeums und der Volksschule und eine große Anzahl sonstiger Ehrengäste von hier und auswärts. Nach dem Abschiedsgottesdienst im Betsaal bewegte sich der Zug durch die Stadt zur neuen Synagoge, welche aufs geschmackvollste dekoriert war und wurde dort durch Musik empfangen, worauf die Übergabe des Schlüssels unter Ansprache von einem Schulkinde an den Gemeindevorstand Herr Zirndörfer erfolgte. Als sämtliche Teilnehmer ihre Plätze eingenommen hatten, wurde von dem durch Herrn Lehrer Schlossmann neu gegründeten und vorzüglich eingeschulten Synagogenchor der Gottesdienst eingeleitet. Die Festpredigt hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Engelbert, welche ebenso gediegen als vom Geiste der Duldung und Liebe getragen war.  Die Schlussworte und das Schlussgebet sprach Herr Kirchenrat Dr. von Wassermann, welches dem ganzen Gottesdienste einen würdigen Abschluss verlieh.    
Abends fand ein aus allen Ständen und Konfessionen so zahlreich besuchtes Bankett im Saale des Württembergischen Hofes statt, dass der große Raum beinahe nicht hinreichte. Nach Begrüßung der Anwesenden durch den Gemeindevorstand brachte Herr Kirchenrat Dr. von Wassermann den ersten Toast auf Seine Majestät den König aus. Vorsänger und Lehrer Herr Schlossmann dankte der israelitischen Oberkirchenbehörde für ihre Bereitwilligkeit und Unterstützung; sein Hoch galt dem anwesenden Herrn Kirchenrat Dr. von Wassermann. In ungetrübter Festfreude blieben die Teilnehmer bis lange nach Mitternacht versammelt. Der Samstagvormittag 9 Uhr abgehaltene Festgottesdienst verlief ebenfalls in würdigster Weise."    

    
Ein (nichtjüdischer) Professor benimmt sich beim Fest zur Einweihung der Synagoge daneben (1889)  

Oehringen AZJ 23051889.jpg (191153 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Mai 1889: "Aus Württemberg, im Mai (1889). In einigen württembergischen Blättern, z.B. dem Beobachter, hat ein an sich unbedeutender Vorgang viel Staub aufgewirbelt. In Oehringen wurde eine Synagoge eingeweiht. Gelegentlich dieses Festes wurde ein bescheidenes Mahl gehalten, an welchem auch christliche Honoratioren teilnahmen. Es wurde zuerst ein Toast auf den Landesherrn, den König von Württemberg ausgebracht. Da erhob sich ein so genannter Professor und goss bitteren Tadel über die ganze Versammlung, weil sie nicht zuerst einen Toast auf den deutschen Kaiser ausgebracht. Dies brachte eine allgemeine Missstimmung hervor, denn man war sich des harmlosen und unpolitischen Charakters des Festes zu wohl bewusst, um in dieser Unterlassung einen wirklichen Verstoß zu finden; man betrachtete es aber als eine Anmaßung eines Gastes, die Festversammlung in brüsker Weise deshalb zu haranguieren. Wenn in einem solchen Landstädtchen die Bewohner nur ihre nähere Beziehung zu ihrem Landesherrn empfinden, aus dessen Händen sie so oft Gnadenbezeugungen empfangen, so liegt darin gewiss keine Feindseligkeit gegen das große deutsche Reich. Dies wird auch von den meisten Blättern anerkannt und dem so genannten Herrn Professor sind die Vorwürfe über sein unpassendes Benehmen nicht erspart geblieben. Der ‚Beobachter’ schreibt: ‚Da Deutschland jetzt seit 18 Jahren ein Kaisertum ist, gegen das sich von keiner Seite weder bei seiner Gründung, noch seither ein Widerspruch erhoben hat, so ist in der Tat nicht abzusehen, weshalb diese Verfassungsbestimmung immer aufs Neue feierlich zu preisen sein soll, auch wo bei den betreffenden Festlichkeiten kein äußerer Anlass zu irgend welchem Zweifel an ihrer Geltung gegeben wird. Von dem Professor in Öhringen war es jedenfalls eine Anmaßung, den bei der Einweihung ihrer Synagoge versammelten Juden und ihrem Redner eine Vorlesung zu halten und in Erinnerung zu bringen, dass sie nicht mehr in Palästina, sondern in Deutschland wohnen und dem Kaiser ihre Huldigung nicht versagen dürfen. Sie sind gerade so gut deutsche Vollbürger als dieser Herr, der sich ihnen als Sittenrichter aufdrängte und ihnen aus der Unterlassung eines Aktes, der ihnen weder durch die allgemeine Schicklichkeit, noch durch eine besondere Verpflichtung des Tages auferlegt war, einen verletzenden Vorwurf machte. Sie an dem Tag, da sie sich in festlichem Verein mit ihren christlichen Mitbürgern des vollendeten Werkes ihrer Synagoge freuten, an ihre hebräische Abstammung zu erinnern, war weit taktloser, als dass sie mit ihrem Lebehoch und Dank bei ihrem Landesvater innegehalten und sich nicht über die Grenzen und Formen ihrer württembergischen Verfassung hinaus verstiegen hatten."

   
Der finanzielle Aufwand für den Umbau des Gasthofes "Sonne" einschließlich der Einrichtungen von jüdischer Religionsschule, Lehrerwohnung und rituellem Bad betrug etwa 24.000 Mark, von denen die Gemeindeglieder seit 1886 durch eine jährliche Umlage schon einen großen Teil zusammen gespart hatten. Bis einschließlich 1891/92 kamen durch diese Umlagen über 17.000 Mark zusammen. Ein Staatsbeitrag in Höhe von 2.000 Mark half dabei, die restliche Summe zu tilgen, wenngleich die Gemeindeglieder in den folgenden Jahren damit sehr schwer taten, da mehrere wohlhabende Familien wieder von Öhringen weggezogen waren.   
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde am 10. November die Inneneinrichtung der Synagoge von SA-Leuten aus Heilbronn sowie Öhringen und Umgebung demoliert. Das gesamte Inventar von den Ritualgegenständen bis zu den Teppichen und Möbeln wurde auf dem Schillerplatz verbrannt. Eine Inbrandsetzung des Gebäudes konnte von Nachbarn verhindert werden, da sie ein Übergreifen der Flammen auf ihre Häuser befürchteten. Tags darauf konnte Vorbeter Hans Bodenheimer das Gebäude nochmals besuchen. Er fand es "innen total zerstört. Der Trümmerhaufen mit heiligen Büchern und Objekten war ein Anblick des Entsetzens. Ich entnahm dem Trümmerhaufen ein Gebetbuch, das ich heute noch als Zeugnis dieses unsinnigen Handelns in Ehren halte..."
   
Das Synagogengebäude samt dem Grundstück wurde 1939 von der Stadt Öhringen für 8.000 Mark erworben, aber die jüdische Gemeinde konnte über diesen Betrag nicht mehr verfügen. In einem Schreiben des Öhringer Bürgermeisters an den Landrat teilte er mit, dass die Synagoge für eine Mütterschule verwendet werden sollte. Die auf 12.000 Mark veranschlagten Umbaukosten könne die Stadt aber nicht allein übernehmen. Bis zum Bau einer "Kreishalle" sollten sich Mütterschule und NSDAP den Versammlungsraum zu Schulungszwecken teilen. Statt einer Mütterschule zogen im Zweiten Weltkrieg dann jedoch die Schülerinnen einer Lehrerinnenbildungsanstalt und nach deren Auflösung die in Stuttgart ausgebombte Frauenarbeitsschule ein. Als die Frauenarbeitsschule nach Stuttgart zurückkehrte, wurde aus der ehemaligen Synagoge das "Haus der Jugend", in dem zeitweise die Jugendherberge, ein Kindergarten und die Stadtbücherei untergebracht wurden. Derzeit dient das Gebäude als Wohnhaus, Jugendhaus und Treffpunkt ausländischer Mitbürger. Eine Gedenktafel für die Synagoge ist angebracht (Standort: Untere Torstraße 23; neue Gedenktafel: 1998).

     

  
Fotos 
Historische Fotos: 

Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an den 
Webmaster von Alemannia Judaica, Adresse siehe Eingangsseite


Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Oehringen Synagoge 100.jpg (89540 Byte)  Oehringen Synagoge 101.jpg (74812 Byte) 
 
 
 Die ehemalige Synagoge in Öhringen  Ansicht des Gebäudes von der Unteren Torstraße 
     
Oehringen Synagoge 103.jpg (63326 Byte) Oehringen Synagoge 102.jpg (61670 Byte) Oehringen Synagoge 104.jpg (59048 Byte)
Eingang in das Gebäude mit Hinweistafel Hinweistafel von 1988 Hinter den hohen Fenstern lag der Betsaal
     
Fotos 2003/05:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.9.2003 und 19.3.2005*)
Oehringen Synagoge 220.jpg (47200 Byte) Oehringen Synagoge 221.jpg (38827 Byte)
  Blick auf die ehemalige Synagoge von der Unteren Torstraße*
   
  Oehringen Synagoge 222.jpg (41444 Byte) Oehringen Synagoge 153.jpg (47029 Byte)
  Rückansicht des Gebäudes (früherer Betsaal)* Gedenktafel von 1998

   
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Öhringen   
Juden in Öhringen,  Schülerreferat im Hohenlohe-Gymnasium Öhringen von Anne Mickler/Carolin Himmelhan 1996.
Öhringen und seine Juden nach 1945, Vortrag von Walter Meister (Hohenlohe-Gymnasium Öhringen) anlässlich der Enthüllung einer neuen Gedenktafel an der ehemaligen Öhringer Synagoge.

Literatur:

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966. S. 146f.
Germania Judaica III,2 S. 1057. 

Art. "Die Öhringer Synagoge wurde verwüstet" , in: Kleine Hohenloher Zeitung 9. November 1983.

Jürgen Hermann Rauser: Ohrntaler Heimatbuch. XI. Band: Öhringer Buch. Weinsberg 1982. S. 40f.78f.144. 

Norbert Strauß: Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Öhringens, in: Heimatbuch "Öhringen, Stadt und Stift". 1988.

Stadt Öhringen (Hg.) : Jüdische Bürger in Öhringen. Öhringen 1993. 

ders. (Hg.): Ein Öhringer Schicksal – Das Lebensbild des Öhringer Arztes Dr. Julius Merzbacher o.J.

Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S.   .  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  

      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.  

Oehringen  Wuerttemberg. Jews were already present in the mid-13th century. All were murdered in the Black Death persecutions of 1348-49 and the Jewish settlement was only renewed in the mid-19th century, with the Jews maintaining a population of 150-180 (4 % of the total) until the Nazi era. Jews played a leading role in the town's economic life as retailers and wholesalers. Seventeen of the 24 Jews serving in Worldwar I received the Iron Cross. The Jewish population in 1933 was 163. Under the Nazis, around three-quarters emigrated. Of the 36 expelled to the east, three survived the war.

   

                   
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Stand: 04. Februar 2010