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zu den Synagogen in
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Schwäbisch Hall)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge / Rabbinat
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english version)
In
dem im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Herrschaften, von 1737 bis 1802 dem
Würzburger Domkapitel verpfändeten Braunsbach bestand eine jüdische Gemeinde
bis zu ihrer Auflösung im Juli 1939. Ihre Entstehung geht in die Zeit des
16./17. Jahrhunderts zurück. Um 1600 gab es bereits drei jüdischen Haushaltungen am
Ort.
Nachdem im Dreißigjährigen Krieg zeitweise keine Juden in Braunsbach
lebten, wird 1649 mit Marx wieder ein Jude namentlich genannt. 1673 werden vier
jüdische Familien gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1806/08 165 jüdische Einwohner, 1822 175, 1826 198, 1833 201, 1838
237; die höchste Zahl um
1843 mit 293 Personen in etwa 45 Familien; 1846 234, 1858 186, 1864 175, 1871
167, 1875 152, 1885 143, 1895 159, 1900 120, 1910 88. Nach einer Beschreibung von
1841 waren die damaligen jüdischen Familien in Braunsbach "durchaus wenig
bemittelt oder ganz arm".
An Einrichtungen waren eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein
rituelles Bad und ein Friedhof vorhanden.
Zur Schule: 1825 besuchten die Kinder die
evangelische Schule, seit 1834 bestand eine eigene jüdische Elementarschule. Das Schulzimmer wurde 1841 im
Erdgeschoss des Rabbinatsgebäudes eingerichtet. Die Lehrerwohnung lag im zweiten Stock dieses Gebäudes, seit 1870 in einem Privathaus. 1923 wurde die Schule aufgelöst, danach besuchten die Kinder wieder die
evangelische Schule. Im Frühjahr 1936 wurde eine Bezirksschule eingerichtet (auch im
Rabbinatshaus) für jüdische Kinder aus Schwäbisch
Hall, Braunsbach, Dünsbach und Künzelsau,
nachdem sie die öffentlichen Schulen nicht mehr besuchen konnten. Sie bestand bis 1938/39.
Zum Friedhof: Die Toten wurden zunächst in Berlichingen beigesetzt. 1738 wurde ein eigener Friedhof angelegt
(Flst. 419 in halber Höhe des Schaalberges zwischen der Straße "Im Schönblick" und dem Waldrand; Hinweistafeln sind vorh., Friedhofsfläche 7,92 a).
Seit 1832 war Braunsbach Rabbinatssitz. Das Gebäude des Rabbinats ist bis heute als Wohnhaus erhalten (Straße
"Im Rabbinat" 8; nach gründlicher Renovierung seit April 2008 u.a.
als Museum zur jüdischen Geschichte Braunsbachs genutzt). 1900 bzw. 1914 wurde
das Rabbinat nach Schwäbisch Hall verlegt.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Isak Sahm. Sein Name steht auf dem Gefallenendenkmal unterhalb des
Schlosses.
Am wirtschaftlichen
Aufschwung des Dorfes im 19. Jahrhundert hatten jüdische Ortsbewohner wesentlichen Anteil.
Sie waren im Viehhandel, als Krämer und Kaufleute tätig. 1933 gab es noch
mehrere jüdische Viehhandlungen, ein Liegenschaftsgeschäft, ein Kleider- und
Stoffgeschäft sowie ein Kolonial- und Manufakturwarengeschäft. Im
einzelnen gab es: Kolonialwarenhandlung Nanette Adler (Marktplatz 1-2, abgebrochen), Viehhandlung Abraham Frey
(Orlacher Straße 5), Fellhandlung Elias Frey (Kirchsteige 4-6), Bilderhandlung Isak Frey (Kirchsteige 4-6), Manufakturwaren Isaak Heumann (Geislinger
Straße 35), Viehhandlung Falk Löb (Döttinger Straße 4), Viehhandlung Julius Pfeiffer (neben Döttinger
Straße 6, abgebrochen), Viehhandlung Abraham Sahm (Schulstraße 4), Vieh- und Lederhandlung Falk Sahm (Marktplatz 3, abgebrochen), Pferdehandlung Moses Sahm (Geislinger
Straße 23), Manufakturwaren Hermann/Sophie Schiller (Inselstraße 7), Viehhandlung Lazarus Schlachter (Pfalzgasse
1), Viehhandlung Wolf Schlachter
(Inselstraße 2, abgebrochen), Kurz- und Wollwaren Jette Stern (Raingasse 2), Wollwaren und Reste Sophie Wertheimer und Viehhandlung Gebr. Wollenberger (Kirchsteige 2).
1933 lebten noch 39 jüdische Personen in Braunsbach. Zunächst
wirkte sich die nationalsozialistische Machtübernahme noch nicht unmittelbar
auf das bis dahin gute Verhältnis zwischen Christen und Juden am Ort aus. Doch
wurden christliche Bürger, die sich gegenüber Juden freundlich verhielten,
zunehmend durch Parteifunktionäre eingeschüchtert (Kennzeichnung ihrer Häuser
als "Judenfreunde" durch Plakate usw.). Beim Novemberpogrom 1938
wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch SA-Leute aus Schwäbisch Hall
zerstört. Bis Ende 1938 mussten die letzten jüdischen Geschäfte aufgegeben
werden. Ein großer Teil der jüdischen Einwohner verließ nun Braunsbach. Die
Zurückgebliebenen mussten 1939 in einem besonderen "Judenhaus"
zusammenziehen.
Von den in Braunsbach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Siegbert Adler (1924),
Robert Baumann (1880), Emma Behrens geb. Strauß (1880), Naphtali Berlinger (1876), Ida Falk (1871), Julius Falk
(1882), Amalie Frank geb. Sahm (1862), Abraham Frey (1889), Babetta Frey (1888),
Recha Frey (1867), Meta Gutmann geb. Wertheimer (1874), Berta Hamburger geb.
Schlachter (1873), Blanda Heumann geb.
Einstein (1895), Isaak Heumann (1887), Clara Hirsch geb. Stern (1872), Babette
Klein geb. Schlachter (1872), Jette Königsberger geb. Gutmann (1869), Ara
Sophie Levite geb. Heumann (1882), Jette Mannheimer geb. Falk (1884), Hanna Pfeiffer geb. Schulmann (1880), Julia
Pfeiffer (1905), Karoline Pfeiffer (1891), Salomon Pfeiffer (Februar 1872),
Salomon Pfeiffer (Juni 1872), Bertha Sahm
geb. Neumann (1880), Falk Sahm (1870), Falk Sahm (1872), Julius Sahm (1884),
Julius Sahm (1887), Lina Sahm (1876), Sally Sahm (1889), Abraham Schlachter (1875), Klara
Schlachter geb. Sturm (1885), Meta Schlachter
geb. Lichtenauer (1878), Babette Sinsheimer
geb. Schlachter (1909), Ernestine Stern geb. Schloss (1899), Jette Stern geb. Schloß (1860),
Lotte Stern (1925), Elise Wassermann geb. Neumann (), Sofie Wertheimer geb. Neumann (1883),
Gisele Wollenberger (1921), Jeanne Wollenberger
geb. Simon (1899), Julius Wollenberger (1924), Selma Wollenberger (1921), Martha
Zechermann (1882).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte
des Rabbinates
Als Rabbiner beziehungsweise Rabbinatsverweser wirkten in Braunsbach:
Seligmann Grünewald (1835), Dr. Naphtali Frankfurter (1836-1840), Dr. Maier
Hirsch (1841-1860), Menko Berlinger (1860-1900) und dessen Sohn Dr. Jakob
Berlinger (1894-1914, davon die ersten sechs Jahre als Rabbinatsverweser). 1914
wurde der Sitz des Rabbinates nach Schwäbisch Hall verlegt, behielt aber
zunächst den Namen Braunsbach bei.
Rabbiner Dr. Naphtali Frankfurter verlässt Braunsbach
(1840)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Orient" vom 26. September 1840:
"Dr. Frankfurter, bisheriger Bezirksrabbiner zu Braunsbach, ist Anfang
vorigen Monats nach seinem neuen Wirkungskreis, Hamburg, abgereist. Als
Prediger, sagt man, soll er nach Salomon eine Stelle verdienen und in
Bezug auf jüdische Wissenschaft durch seine größere Teilnahme denselben
übertreffen." |
| |
| Anmerkung: Dr. Naphali Frankfurter (geb. 1810 Oberdorf, gest. 1866 Hamburg): 1834 Rabbinatsverweser in Lehrensteinsfeld, 1836-1840
Rabbiner in Braunsbach, 1840-1866 Tempel-Prediger in Hamburg (wurde 1848 in die Hamburger Konstituierende Versammlung gewählt; gab zusammen mit Berthold Auerbach 1838 die
"Gallerie der ausgezeichneten Israeliten aller Jahrhunderte" heraus). |
Zum Tod von Rabbiner Dr. Maier Hirsch (1860)
Meldung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. Oktober 1860:
"Rabbiner Dr. Hirsch in Braunsbach ist kürzlich einer
langjährigen, schmerzhaften Krankheit erlegen. Die Königliche
israelitische Oberkirchenbehörde wird wieder einen Ausländer berufen
müssen, um das erledigte Rabbinat zu besetzen." |
Zum Tod von Rabbi Levi Löb Schiller (1879)
Anmerkung: bei Rabbi Levi Löb Schiller handelt es sich nicht
um einen Inhaber des Rabbinates in Braunsbach.
Nachruf
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1879: "Braunsbach,
22. Juni (1879). Am 14. Siwan (5. Juni 1879) wurde Rabbi Levi Löb
Schiller unserer Gemeinde durch den Tod entrissen. Er war ein
unbescholtener, frommer und geradsinniger Mann; ein großer Gelehrter in
allen Fächern. Morgens und Abends war er der Erste in der Synagoge, ein
Wohltäter der Armen und Bedrängten. Um ihn trauert eine treue Gattin und
ein geliebter Sohn; um ihn trauern viele, denen er Gutes erwiesen. Sein
Andenken bleibt zum Segen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
25jähriges Ortsjubiläum von Rabbiner Berlinger (1885)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. November 1885: "Hall
(Württemberg). (Schabbat) Paraschat Noach (Schabbat mit der
Toralesung Noach = 1. Mose 6,1 - 11,32; 1885 war dies am Schabbat,
10. Oktober = 1. Cheschwan 5646; Dienstbeginn war somit 1860 entweder am
1. Cheschwan 5621 = 17. Oktober 1860 oder Schabbat Noach = 20.
Oktober 1860) waren es 25 Jahre, dass unser allverehrter Herr Rabbiner
Berlinger - sein Licht leuchte - Sohn des hoch gelehrten und
weltberühmten Rabbiners Hirsch Berlinger - das Andenken an den
Gerechten ist zum Segen - aus Berlichingen
das Rabbinat Braunsbach übernahm. Dieser bedeutungsvolle Zeitpunkt
veranlasste die Gemeinde Braunsbach, die 9 Bezirksgemeinden des Rabbinats
auf den 18. Tischri (Sonntag, 27. September 1885) hierher zu einer
Besprechung einzuladen und zu veranlassen, dass dem Herrn Rabbiner ein
Ehrentag bereitet werde. Ein hiezu bestellte Komitee trat alsbald in volle
Aktion. Als Tag zur Abhaltung der Jubelfeier wurde Sonntag, der 1.
Kislew (8. November 1885) bestimmt. So fand denn das Fest am
vergangenen Sonntag in Braunsbach statt und wurde das vom Komitee
festgesetzte Programm, das lautete - vormittags 8 Uhr: Festgottesdienst;
vormittags 10-11 Uhr: Überreichung der Ehrengaben; nachmittags 3 Uhr:
Festbankett im Gasthof zur 'Sonne'; nachmittags 6 Uhr: Konzert des
'Liederkranzes Braunsbach' im Gasthof zum 'Löwen' - in allen seinen
Teilen glänzend durchgeführt. Schon zum Festgottesdienst waren die
Festgenossen aus dem größten Teil der Gemeinden der Gemeinden des
Bezirks eingetroffen. Der liturgische Teil des Gottesdienstes war Herrn
Lehrer Königsberger aus Crailsheim
übertragen, während die Festpredigt von Herrn Lehrer Strauß in
Braunsbach gehalten wurde. Ersterer erbaute die andächtige Versammlung
durch ausgezeichnet schönen Vortrag der Gebete, letzterer durch eine
angemessene, wohl durchdachte Rede.
Bald darauf rüsteten sich die Deputationen zur Überreichung der
Ehrengaben. Es übergab zunächst die israelitische Gemeinde Braunsbach
einen prachtvollen Regulateur, hierauf folgte das sehr wertvolle Geschenk
des Bezirks, überreicht durch eine Deputation der verschiedenen Gemeinden
desselben, und zum Schluss erschienen die bürgerlichen Kollegien mit dem
Ortsvorstand bei dem Herrn Jubilar, ein prachtvolles, altdeutsches Schreibzeug
mit entsprechender Widmung überreichend.
Vor und nach dem Mittagsmahl hatte der Herr Jubilar Privatglückwünsche
entgegenzunehmen.
Präzis 3 Uhr nachmittags vereinigten sich die Festgenossen zum Bankett,
bei welchem die freudig gehobene Stimmung durch zahlreiche Toaste zum
Ausdruck gelangte. Den Vorsitz führte Herr Schultheiß Fuchs. Zunächst
erhielt das Wort Herr Lehrer Königsberger aus Crailsheim, der in
ausführlicher, gediegener Rede die Verdienste des Herrn Jubilars auf
religiösem, politischem und gesellschaftlichem Gebiete hervorhob und mit
einem Hoch auf denselben schloss. Den 2. offiziellen Toast brachte Herr
Lehrer Hähnlein aus Hall, anknüpfend an die Bibelworte 'Wo ist deine
Frau Sara?' (1. Mose 18,9) und an einen Ausspruch unserer Weisen |
in
hübschen Worten auf die geehrte Frau Rabbiner aus. Der 3. Toast,
ausgebracht von Herrn Lehrer Strauß aus Braunsbach, galt dem
konfessionellen Frieden in der Gemeinde Braunsbach, in welcher 3
verschiedene Konfessionen, jede mit eigenem Geistlichen, eigenem Lehrer
und eigenem Gotteshaus in Friede und Eintracht miteinander leben.
Diesen offiziellen Toasten folgte des Herrn Jubilars Erwiderung, die seine
Bescheidenheit klar erkennen ließ; alles Lob wies er als
unverdient zurück, und wenn er etwas seit seinem Antritt der Stelle in
Braunsbach geleistet, so sei dies nur Gottes Werk und stets bleibe das
Können hinter dem Wollen zurück. Die Festteilnehmer folgten seinen
geistreichen Worten mit gespanntester Aufmerksamkeit und spendete
denselben stürmischen Beifall. Nun folgten weitere Toaste, von welchen
ich besonders den des Herrn Schultheißen Fuchs auf den Herrn Jubilar als
eifrigen Förderer der Interessen der israelitischen wie politischen
Gemeinde Braunsbach hervorheben möchte. Nachdem noch mehrere Herren durch
einige Worte ihren Herzen Luft gemacht und ihrer freudigen Erregung
Ausdruck verliehen hatten, kamen die zahlreich eingelaufenen brieflichen
und telegraphischen Glückwünsche zur Verlesung. Hierauf schloss der
Vorsitzende das Bankett, das einen so schönen Verlauf genommen. Alsdann
wurde - wenn auch nicht im Programm vorgesehen - das Abendgebet in
der Synagoge gebetet.
Um 6 Uhr begaben sich die Festgenossen in den 'Löwensaal', wo der
'Liederkranz Braunsbach', der schon am Vorabend durch ein dem Herrn
Jubilar gewidmetes Ständchen die Feier eingeleitet, ein Konzert
veranstaltete, welchem außer sämtlichen Gemeindeangehörigen auch die
Herren Geistlichen Braunsbachs und der umliegenden Pfarrorte anwohnten.
Das Programm, welches 12 Piecen und eine 'komische Zugabe' umfasste, wurde
meisterhaft durchgeführt und gebührt dem Dirigenten, Herrn Lehrer Botsch
in Braunsbach, für seine viele Mühe ein ganz besonderer Dank. Erst um 10
Uhr war das Konzert zu Ende und damit fand auch die schöne, erhabene,
durch keinen Misston gestörte Feier ihren würdigen Abschluss. Sie wird,
dessen sind wir überzeugt, jedem der Teilnehmer unvergesslich und in
steter Erinnerung bleiben.
Wohl hatte sich der Herr Jubilar in seiner großen Bescheidenheit lange
geweigert, alle diese Huldigungen entgegen zu nehmen: allein es ist eine
Genugtuung und eine Ehre für den ganzen Bezirk, dem Manne, der mit seiner
ganzen Kraft einsteht für Gott und Seine heilige Religion, ... |
dem
einzigen orthodoxen Rabbiner in Württemberg, zu seinem 25jährigen
Amtjubiläum lauten und öffentlichen Dank für sein Wirken kundzugeben.
Es ist dies gewiss die wahre Heiligung des Gottesnamens.
Wir wissen, wie gerne Herr Rabbiner Berlinger auf alle diese Ovationen,
Festgeschenke usw. verzichtet hätte, und doch muss derselbe im Herzen
Freunde darüber empfinden, dass Gott seinem Streben und Wirken zur
Verbreitung und Befestigung der göttlichen Lehre Erfolg verlieh, indem
sein Bezirk seit seinem Dienstantritte nicht an Gottesfurcht abgenommen,
sondern im Gegenteil auf dem Wege des traditionellen Judentums bedeutende
Fortschritte gemacht hat.
Und wie könnte auch die Ehrung (?) fehlen bei einem Manne, der den
großen Schach (= Sabbatai ben Meir Hakohen) zu seinen Ahnen
zählte, der der 21. seines Geschlechts, mütterlicher Seite, ist, die in
ununterbrochener Reihe auf dem Stuhl des Lehrens sitzen und in
dessen ganzer Familie seit undenklichen Zeiten die Heilige Tora
eine Pflegestätte gefunden.
Und so schließen wir denn mit dem innigen Wunsche: möge es Gottes Wille
sein, nach abermals 25 Jahren die Feier des 50jährigen Dienstjubiläums
ihm veranstalten zu können, möge er insbesondere erleben, dass
auch seine talentvollen Söhne und deren Nachkommen und die Nachkommen
der Nachkommen wirken, wie er und seine teueren Vorfahren, um zu
lehren die Sohne Israels was sie tun sollen, möge er ferner erleben,
dass seine Töchter sich verbinden mit anständigen und
gottesfürchtigen Männern." |
(Anmerkung: im zweiten Teil des obigen Artikels könnten die hebräische
Wendungen teilweise etwas präziser wiedergegeben werden; Vorschläge
nimmt gerne der Webmaster entgegen, Adresse siehe Eingangsseite) |
Zum Tod von Rabbiner Menko Berlinger
(1903)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Januar
1903: "Braunsbach (Württemberg), 26. Januar (1903). Am 4.
Tewet (3. Januar 1903) verschied dahier der seit zwei Jahren pensionierte
Rabbiner Menko Berlinger, der in ganz Süddeutschland, und besonders in
Württemberg, großes Ansehen genoss. Er entstammte einer berühmten
Rabbinerfamilie, die ihren Stammbaum bis zum Schach (= Sabbataj
ben Meir hakohen, bedeutender Rabbiner, geb. 1621 in Wilna, gest. 1662 in
Holleschau, Mähren) zurückverfolgen kann. Sein Vater war Rabbi
Hirsch Berlinger in Berlichingen. Bei ihm legte er den Grund zu seinem
reichen Wissen in Talmud und Possekim (Talmudgelehrte).
Darauf besuchte er mehrere Jahre die Jeschibah des Würzburger Raw,
Rabbiner S.B. Bamberger, zu dessen Lieblingsschülern er zählte. Daneben
hörte er Vorlesungen an der dortigen Universität. Nachdem er die
württembergischen Staatsexamina mit Erfolg angelegt hatte, kam er als
Rabbinatsverweser nach Oberdorf und im
Jahr darauf hierher, woselbst er 40 Jahre die Bezirksrabbinerstelle
bekleidete. Menko Berlinger war lange Zeit der einzige Rabbiner
Württembergs, der fest auf dem Boden des überlieferten Judentums stand.
Er hatte als solcher harte Käpfe zu bestehen; denn als er das Rabbinat
übernahm, war seine vorgesetzte Behörde, die israelitische
Oberkirchenbehörde, noch damit bemüht, das gesetzestreue Judentum aus
Württemberg zu verbannen. Aber Rabbiner Berlinger war kein williges
Werkzeug in den Händen derer, die niederreißen wollten. Er ging unbeirrt
den Weg, den Tora und Aboda (Gottesdienst) vorgezeichnet, und es gelang
ihm, in seinen Gemeinden den echtjüdischen Sinn zu wecken und die
Institutionen nach dem Religionsgesetze einzurichten. Als es sich im Jahre
1869 darum handelte, eine Revision des Judengesetzes von 1835 vorzunehmen,
da war Rabbiner Berlinger als Delegierter des Bezirks Braunsbach, der
Wortführer der kleinen Schar Gesetzestreuer. Und wenn man die Berichte
über die damaligen Versammlungen in den ersten Nummern des 'IsraelitÄ
vom Jahre 18709 nachliest, so wird man den Mut bewundern müssen, mit
welchem Berlinger für seine Ideale eintrat.
Die Beerdigung legte Zeugnis ab von der Größe des Mannes. Aus allen
Gemeinden des Bezirks waren Deputationen erschienen, und die gesamte
hiesige Bürgerschaft, ohne Unterschied des Bekenntnisses, folgte der
Bahre. Vom Rabbinatshause aus wurde der Sarg in die Synagoge gebracht.
Dort gab Herr Rabbiner Dr. Sänger - Mergentheim schmerzergriffen ein Lebensbild
des Verstorbenen. 'Wie unser Stammvater Jakob nicht gestorben ist, ist
auch R. M. Berlinger nicht gestorben, denn was er vollbrachte, ist
bleibend, sein Geist lebt weiter in seinen Gemeinden.' Dann sprach der
Sohn und Amtsnachfolger des Verstorbenen, |
Rabbiner
Dr. J. Berlinger, hervorhebend, was der Vater seinen Söhnen war und wie
er als Rabbiner versöhnend und segensreich wirkte, da sein Herz von Liebe
erfüllt war zu seinem Gotte und zu allen Menschen, die er wie seine
eigenen Kinder liebte; wie er kämpfe, nicht weil er den Kampf liebte,
sondern weil er einen ganzen Frieden wollte. Auf dem Friedhof sprachen
dann im Namen der württembergischen Amtsbrüder Bezirksrabbiner Dr.
Stötzel - Stuttgart, Herr Lehrer Oberndörfer hier namens der Gemeinde,
Lehrer Hähnlein - Hall namens der Lehrer des Bezirks, der Ortsvorstand
namens der bürgerlichen Kollegien, der evangelische Geistliche namens der
Ortsschulbehörde.
Rabbiner Menko Berlinger erreichte ein Alter von 72 Jahren. Um ihn trauern
seine Gattin, seine Kinder, seine Gemeinden, um ihn darf trauern das ganze
Haus Israel, denn er zählte zu seinen besten Söhnen. Seine Seele sein
eingebunden in den Bund des Lebens." |
Das Rabbinat wird Dr. Jakob Berlinger übertragen (1900)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Oktober 1900:
"Aus Württemberg. Das erledigte Bezirksrabbinat Braunsbach wurde dem
Verweser desselben, Herrn Dr. Jakob Berlinger, Sohn des bisherigen
langjährigen Rabbiners daselbst,
übertragen." |
Zum Tod des aus Braunsbach stammenden Rabbiner-Sohns Abraham Berlinger
(1931)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Dezember 1931: "Abraham
Berlinger - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen -
Breslau, 27. November (1931). Wie bereits kurz gemeldet, hat am
4. Kislews (= 14. November 1931) Abraham Berlinger im Alter von 59 Jahren
seine Augen geschlossen. Bei der Beisetzung musste auf Wunsch des
Verblichenen jede Trauerrede unterbleiben. Er entstammte einer
angesehenen Rabbinen-Familie, von der er selbst schrieb, sein Bruder Dr.
Jakob Berlinger - sein Licht leuchte - in Schwäbisch
Hall sei 'der 22. Raw aus seiner Familie, deren glänzendster
Vertreter der Sch'ch (= Sabbataj ben Meir HaKohen, 1621 Wilna -
1662 in Holleschau) war.' Als Sohn des Bezirksrabbiners M.
Berlinger in Braunsbach (Württemberg) geboren, genoss er von
Kindheit an gründlichen Tora-Unterricht. Nach Absolvierung der Realschule
der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main - er
schwärmte so häufig von dem Einruck, den noch die Persönlichkeit Samson
Raphael Hirschs - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - auf
ihn machte - und des Jüdischen Lehrerseminars in Köln am Rhein studierte
Berlinger an den Universitäten Bonn und Königsberg Germanistik. Seit
Ende 1893 wirkte er als Lehrer an der damals im Entstehen befindlichen
Adaß Jisroel-Religionsschule in Königsberg und wirkte erfolgreich an
ihrem Aufbau mit. Im Jahre 1901 folgte er einem Ruf an die konservative
Religionsschule der Synagogen-Gemeinde Breslau. Sein pädagogisches
Taktgefühl, sein außerordentlich gewissenhafter und formvollendeter
Unterricht, seine selbstlose Bescheidenheit und herzgewinnende
Freundlichkeit errangen ihm die Liebe und Verehrung aller seiner Schüler
und Schülerinnen. Das, worauf es ankam, war echte Jüdischkeit mit viel
positiver Torakenntnis in die Herzen seiner Schüler einzupflanzen.
Abraham Berlinger war ein Mann voll von Tora und Gottesfurcht und
Wahrheit. Von R. Aron Berlinger in Berlichingen
hatte er im Einverständnis mit Rabbiner Dr. Kahn in Mergentheim
die Hattarat Horaa (rabbinische Lehrbefugnis) erhalten. An jedem
Worte, das aus seinem Munde kam, konnte man seine Gewissenhaftigkeit
erkennen. Darauf mag auch zurückzuführen sein, dass er verfügte, sein
umfangreiches wertvolles Schrifttum, das er nicht mehr revidieren konnte,
solle bald nach seinem Ableben vernichtet werden.
Solange er gesund war, wirkte er auch durch Vorträge, insbesondere im
Machsike-Thora-Verein sowie in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, auf
Verbreitung und Vertiefung echt jüdischen Geistes. An der Entwicklung der
V.J.A. nahm er von der Gründung an regen Anteil. Seit der
Kriegszeit war Berlinger leidend. Er konnte zu seinem großen
Leidwesen erst nur beschwerlich, dann überhaupt nicht mehr seinen
Berufspflichten nachkommen. Trotzdem blieb sein Haus für die Orthodoxie
eine Stelle, von der aus er - ohne dass es in der Öffentlichkeit bekannt
ist - Anregungen gab, auf die so manche Verbesserung der
Interessensphären der Orthodoxie Breslaus zurückzuführen ist. Infolge
seines großen Gottvertrauens rang er sich trotz seines lange schwankenden
Gesundheitszustandes immer wieder zu einer lebenbejahenden Auffassung
durch. In guten Tagen fand diese ihren Ausdruck in einer Reihe von
geistvollen poetischen, sarkastischen Betrachtungen, die leider nur zum
Teil erhalten sind. So prägte er neben vielen anderen köstlichen
Bemerkungen das schöne Wort: 'Willst du wissen, was sich ziemt, frag'
beim Schulchan oruch an!' Seine freie Zeit widmete er hauptsächlich der
Erziehung seiner von ihm heiß geliebten Kinder. Möge sein Verdienst
ihnen sowie seiner edlen Gattin, einer würdigen Tochter Marcus Pinczowers
- das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen - beistehen, die mit
inniger Liebe und Aufopferung für seine dauernde Pflege sorgte. - Ein
historischer Betrachter der Entwicklung der Orthodoxie Breslaus wird an
der Gestalt Abraham Berlingers - das Gedenken an den Gerechten ist zum
Segen - nicht vorbeigehen können, ohne seinen Einfluss gebührend zu
würden. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1923 /
1924 / 1928
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Januar 1923:
"Zum 1. Mai wird ein Religionslehrer, Chasan und Schochet
(/Reichsdeutscher) streng religiöser Richtung gesucht, der befähigt ist,
durch Nebenbeschäftigung einen Teil seiner Lebensbedürfnisse sich zu
erwerben. Gehalt nach Übereinkunft. Große Wohnung und schöner Garten
vorhanden. Offerten mit Zeugnissen versehen, sind zu richten an Israelitisches
Kirchenvorsteheramt, Braunsbach am Kocher in Württemberg." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Mai 1924:
"Gemeinde Braunsbach bei Schwäbisch Hall (Württemberg). Wir
suchen einen streng religiösen Lehrer, der neben Chasanut
(Vorbeterdienst), Schechita Religionsunterricht zu erteilen hat,
zum eventuell sofortigen Eintritt. Schöne Wohnung mit Garten ist
vorhanden. Möglichst verheiratete Bewerber wollen sich mit Zeugnissen und
Gehaltsansprüchen an Herrn Salomon Pfeiffer werden." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Mai 1928: "Wir
suchen auf 1. September eventuell auch früher einen unverheirateten Religionslehrer,
welcher zugleich den Vorbeterdienst und die Schochetstelle zu übernehmen
hat. Derselbe muss orthodoxer Richtung angehören. Jährliches Gehalt RM
2.500.- sowie RM 600.- Nebeneinkommen. Neben ledigen Bewerbern können
sich auch Verheiratete melden. Anmeldungen mit Zeugnissen erbittet
das
Israelitische Vorsteheramt Braunsbach, Württemberg." |
Zum Tod des aus Braunsbach stammenden Lehrers Salomon Löw Falk (1890)
Anmerkung: Salomon Löw Falk ist am 29. April 1839 in Braunsbach
geboren. Er studierte von 1856-1858 am Lehrerseminar
in Esslingen. Nach Angaben bei Hahn (Jüdisches Leben in Esslingen S. 462)
war er bis 1864 Lehrer in Olnhausen, dann
in Hohebach. Nach dem folgenden Artikel war
er auch Lehrer in Braunsbach und Aufhausen.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1890: "München,
10. Dezember (1890). Ein Mann, der sich im Lehrfach durch frühere
langjährige Tätigkeit hervorragend verdient machte, Herr Salomon Falk,
ist hier am 2. dieses Monats im Alter von 62 Jahren gestorben. Als Sohn
sehr religiöser, streng gesetzestreuer Eltern in Braunsbach,
Württemberg, geboren, wurde er zum Lehrer ausgebildet; im talmudischen Studium
wurde er vom seligen Rabbiner Feuchtwanger in Wallerstein
unterwiesen. Von diesem erhielt er für seinen Fleiß und seine scharfe
Auffassungsgabe die Chowerwürde. Nachdem er als Lehrer eine Anstellung
erhalten, wurde er der Schwiegersohn des seligen Rabbiner Abraham
Wechsler, Schwabach. In den
württembergischen Gemeinden Braunsbach, Hohebach
und Aufhausen wirkte er zusammen 20
Jahre als Lehrer und wurde für seine außerordentlich guten Leistungen
von der Königlichen Regierung prämiiert. Die Zeiten brachten es mit
sich, dass die Landgemeinden an Mitgliederzahl teils durch Tod, teils
durch Wegzug, fort und fort kleiner wurden und dass hierdurch ein Lehrer,
hauptsächlich mit zahlreicher Familie, keine ausreichende Existenz mehr
fand. So musste der Verstorbene dem ihm so lieb gewordenen berufe
entsagen; er zog nach München, um sich dem Versicherungsfache zu widmen.
Auch hier zeigte sich sein seltener Fleiß und seine rastlose Energie,
sodass er für die von ihm vertretene Gesellschaft überraschend gute
Resultate erzielt, wie sich denn die Leitung des Unternehmens auch
veranlasst sah, bei der Beerdigung Worte der Dankbarkeit durch den Mund
eines ihrer Beamten aussprechen zu lassen. Der Verstorbene hat sich zu
allen Zeiten und in allen Lagen seines Lebens als charakterfester,
überzeugungstreuer Jehudi bewährt." |
Neujahrsgrüße von Lehrer J. Strauß (1897)
Lehrer Jakob Bär Straus (auch Strauß) ist 1853 in Niederstetten
geboren. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Esslingen
(1870-1873) war er in von 1873 bis 1900 in Braunsbach als Lehrer tätig. Danach
wechselte er nach Crailsheim, wo er bis
1920 an der dortigen Schule unterrichtete. Er starb 1923 in Crailsheim.
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. September 1897:
"Allen Kollegen, Bekannten und Freunden wünscht herzlichst 'Einschreibung
und gute Versiegelung'. Lehrer J. Strauß und Frau,
Braunsbach." |
Lehrer Straus verlässt nach 27 Jahren Braunsbach
(1900)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Mai 1900:
"Braunsbach, 3. Mai (1900). Nach 27jähriger Tätigkeit an der
hiesigen israelitischen Konfessionsschule verlässt uns der hoch verehrte
Lehrer Straus, um seine neue Stelle in Crailsheim
anzutreten. Wie sehr er geachtet war, geht aus der Abschiedsfeier, die die
Gesamtgemeinde veranstaltete, hervor.
Die Reihe der Redner eröffnete Herr Rabbinats-Verweser Dr. Berlinger, der
der vielen Verdienste des Scheidenden gedachte, die er sich während der
27 Jahre hier erworben hat, um Schule und Synagoge und im sonstigen
Verkehr; er betonte das schöne Verhältnis zwischen der Lehrerfamilie und
den Familien seiner Gemeinde und gab, nachdem er den herzlichen Dank der
israelitischen Gemeinde ausgedrückt hatte, der scheidenden Familie die
besten Glückwünsche mit auf den Weg. Herr Schultheiß Fuchs feiert den Scheidenden
als trefflichen Bürger mit den besten Charaktereigenschaften, der es
verstand, die Liebe und Achtung der Gemeinde in hohem Maße zu erwerben,
sodass er von seinen Mitbürgern ins Kollegium gewählt wurde, wo er an
allen, das öffentliche Interesse berührenden Fragen regen Anteil
nahm.
Der Ortsschulinspektor, Herr Pfarrer Hahn, rühmte die Berufstreue des
scheidenden Lehrers, erwähnte lobend seine Tätigkeit als Zeichenlehrer
der sämtlichen drei Konfessionen und betonte, dass derselbe zur Wahrung
des konfessionellen Friedens sein gut Teil beigetragen habe, worauf Herr
Pfarrer Allgayer namens der katholischen Gemeinde für das stete
Wohlwollen und das freundliche Entgegenkommen dankte, das er ihm und
seiner Gemeinde stets entgegenbracht.
Der Vorstand des Liederkranzes, Herr Gemeinderat Heinold, dankt dem treuen
Sänger und früheren Direktor, namens des Darlehenskassenvereins spricht
derselbe Herrn Straus warme Worte der Anerkennung für seine ersprießliche
Tätigkeit in der Vorstandschaft des Vereins aus. Herr Lehrer Trips dankte
namens der Kollegen dem scheidenden Freund für alle Anhänglichkeit und
für das schöne Einvernehmen, das stets mit ihm und seiner Familie
gepflegt werden konnte. Zuletzt richtete der stellvertretende Vorstand des
Militärvereins an den scheidenden Vorstand herzliche Worte des Danke und
des Abschieds und überreichte ihm neben einem schönen Andenken ein
hübsch ausgeführtes Diplom, das Herrn Straus zum Ehrenmitglied der
Vereins ernennt. Für alle diese Zeichen dankbarer Erinnerung dankte Herr Straus
in rührenden Worten." |
Anzeige von Lehrer Max Binheim (1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1900: "Stelle-Gesuch.
Für einen jungen Mann, der am 1. November dieses Jahres seine Lehre
beendet hat und im Besitz guter Zeugnisse ist, wird Stellung in einem
Kurzwaren- oder Zigarrengeschäft, Schabbat und Feiertag geschlossen,
gesucht. Gefällige Offerten an Lehrer Max Binheim, Braunsbach
(Württemberg)." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Eine neue Torarolle soll geschrieben werden (1865)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juni 1865:
"Braunsbach bei Hall (Württemberg). Ein hiesiger Verein hat sich
entschlossen, eine Gesetzrolle schreiben zu lassen, und wollen daher
Reflektanten gefälligst ihre Offerten nebst Probeschriften binnen 14
Tagen an unterzeichnete Stele einsenden. Moses Mittelberger." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der Gemeinde
Vermächtnis von M. K. Rosenstein an seine Heimatgemeinde (1867)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juni 1867: "Aus Württemberg.
In württembergischen Blättern lesen wir, dass unser kürzlich
verstorbener Mitbürger, Herr M. L. Rosenstein (Israelit) seinem
Geburtsorte Braunsbach ein Legat von 20.000 Gulden ausgesetzt hat, indem
er 10.000 Gulden der dortigen israelitischen Gemeinde und 10.000 Gulden
der evangelischen und katholischen Gemeinde behufs der Armenunterstützung
überwiesen hat." |
Zum Tod von Hindel Gutmann (1893)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juli 1893: "Nachruf!
Braunsbach, im Tammus 5643 (Juni/Juli 1893).
Eine würdige Matrone ist's, die wir zu Grabe getragen; eine jüdische
Frau, deren Leben als Muster den Frauen vorgeführt zu werden
verdient.
Hindel Gutmann, seit 27 Jahren im Witwenstande lebend, erzog ihre
Kinder unter mannigfachen Entbehrungen an den Annehmlichkeiten des Lebens
zu brauchbaren Menschen und war stets von der Pflicht erfüllt, jüdischen
Geist und jüdisches Leben ihnen einzupflanzen. Stets bestrebt, das Los
der Armen zu mildern, erschien sie auch als eine der ersten am Lager der
Kranken und erwarb sich bleibendes Verdienst durch diese Wohltätigkeit.
Da traf sie der harte Schlag, das Augenlicht zu verlieren. Im Unglück
zeigt sich der wahre Mensch! Gerade hier bewährte sich ihr unbegrenztes
Gottvertrauen! Mit musterhafter Geduld ertrug sie ihr herbes Geschick,
ergeben in den Willen desjenigen, der sehend macht die Blinden, fortfahren
für die leidende Menschheit mit Rat und Tat zu sorgen.
Der Himmel aber begnadigte sie auch wieder mit Freuden des Herzens. Die
Mühen und Sorgen, die ihr die Erziehung ihrer Kinder verursacht, trugen
herrliche und reiche Früchte. Die Mutterliebe haben ihre Kinder, die sich
in Amerika geachtete Stellungen erworben, ihr in treuer Kindesliebe
heimgezahlt. Mit jedem kommenden Jahr kam abwechselnd einer dieser Söhne
herüber, um die greise Mutter zu erfreuen. Mit wahrhaft rührendem
Wetteifer waren die Söhne bestrebt, der Mutter die Tage des Alters und
des Leidens zu versüßen, jedem ihrer Wünsche zuvorzukommen.
Sie erreichte das hohe Alter von 80 Jahren. Ruhig und
ergeben sah sie ihrem Ende entgegen. Innere Befriedigung, das Bewusstsein
wohl erfüllter Pflicht ließ sie sanft hinüberschlummern. Es war das
Ende einer wahrhaft jüdischen Frau. Ihre Seele sei eingebunden in den
Bund des Lebens." |
Lehrer Abraham Adler aus Braunsbach wurde zum Leutnant befördert (1918)
Meldung
im "Frankfurter Israelitischen Familieblatt" vom 1. November
1918: "Ulm. Lehrer Abraham Adler, Sohne der Witwe Nanette
Adler in Braunsbach, wurde zum Leutnant befördert." |
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Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Oktober 1918: "Braunsbach,
7. Oktober (1918). Vizefeldwebel Abraham Adler, Lehrer und Kantor in Ulm,
Sohn der Kaufmannswitwe Nannette Adler dahier, Inhaber des Eisernen
Kreuzes, wurde zum Leutnant befördert." |
Zum Tod von Benzion Schlachter (1928)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1928: "Braunsbach
(Württemberg), 3. Januar. Am letzten Freitag verstarb einer unserer
besten Mitbürger und Gemeindemitglieder, Benzion Schlachter - er ruhe in
Frieden -. Was der Entschlafene seiner Familie war, vermag ein
Fernstehender kaum zu sagen. Schon in früher Jugend war er gezwungen,
für das Wohl und den Bestand seiner Familie zu sorgen. Der Heimgegangene
war sowohl von seinen Kollegen, als auch von allen Leuten, die mit ihm
etwas zu tun hatten, sei es geschäftlich oder in privaten
Angelegenheiten, hoch geachtet und geschätzt. Wollte sich jemand einen
Rat holen, so ging man zu ihm; denn er stand jedermann, Juden oder Nichtjuden,
mit Rat und Tat bei. Schon viele Jahre betrieb er sein Geschäft mit
seinem jüngeren Bruder. Ihr Zusammenleben war eine Verkörperung des
Psalmwortes: '
Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander
wohnen'.
Der Entschlafene war lange Jahre im hiesigen Israelitischen Vorsteheramte
und hat zum Wohle und Gedeihen der hiesigen kleinen Gemeinde vieles
beigetragen. Er war ein gerader, aufrichtiger Charakter, der seine Meinung
jedermann sagte, wie er es dachte. Sein Lebensideal war Wahrheit
und wo es galt, diesen Standpunkt zu vertreten, schreckt er vor nichts
zurück. Wie gerne übte er die Mizwoh Gemilus Chasodim (Gebot der
Wohltätigkeit) aus, wie er es ja in seinem Elternhaus nicht anders vor
sich sag. Wie genau nahm er es mit den Speisegesetzen. Tag für Tag nahm
er seinen Kochapparat mit, um 'draußen' sein warmes Essen selbst zu
bereiten. Als er durch eine tückische Krankheit an sein Haus gebunden
war, konnte man, so oft man ihn besuchte, ihn mit der Tefiloh in der Hand
liegen sehen. Er fand nun die ewige Ruhe. Sein Andenken wird uns zum Segen
gereichen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Zum Tod von Hermine Schlachter geb. Schulmann und Lazarus Schlachter (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Dezember 1929:
"Braunsbach in Württemberg, 25. November (1929): "Unsere
Gemeinde wurde durch das Ableben der Frau Hermine Schlachter in
Trauer versetzt. Die Entschlafene, die ein Alter von 82 Jahren erreicht
hatte, entstammt der frommen jüdischen Familie Schulmann aus Mönchsroth
in Bayern. In glücklicher, 57jähriger Ehe war sie mit ihrem Gatten
vereinigt. Vier Söhne und vier Töchter stehen trauernd an der Bahre der
Mutter. Herr Rabbiner Dr. Berlinger aus Hall brachte am Grabe der
Entschlafenen die Verehrung der Mitbürger zum Ausdruck. Er hob mit
ehrenden Worten das von der Heimgegangenen geführte echt jüdische Haus
hervor.
Nach kaum acht Tagen ist auch Lazarus Schlachter seiner Gattin im
Alter von 84 Jahren gefolgt. Am Freitag vor Schabbat Chaje Sara
(Freitag von dem Schabbat mit der Toralesung Chaje Sara = 1.
Mose 23,1 - 25,18, das war am Freitag, 29. November 1929) kam er zur
letzten Ruhe. Herr Rabbiner Dr. Berlinger - Hall schildert uns den
heimgegangenen Bruder als einen schlichten, fleißigen, religiösen Jehudi,
der Tag und Nacht nichts als Arbeit kannte, und trotzdem Zeit fand, seinen
Schabbat aufs genaueste zu halten. Trotz eines erlittenen
Schlafanfalles hatte er am Jomkippur den ganzen Tag gefastet. Er hielt
treu zur Wahrheit bis zuletzt. Seine/ihre Seele sei eingebunden in den
Bund des Lebens." |
80. Geburtstag von Nanette Adler (1931)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. September 1931: "Braunsbach
(Württemberg), 25. August (1931). Am 7. September begeht Frau Nanette
Adler, Witwe des im Jahre 1916 in Braunsbach verstorbenen Kaufmanns Koppel
Adler, ihren 80. Geburtstag. Sie ist seit vielen Jahrzehnten eine
Wohltäterin der Armen, Bedrängten und Verlassenen ohne Unterschied der
Konfession. Dem Frauenverein, sowie sämtlichen religiösen Einrichtungen
hat sie ihre allseits geschätzte Kraft gerne und oft unter großen
Entsagungen gewidmet. Nicht zuletzt ist es ihr und ihres Hauses Verdienst,
das religiöse Gemeindeleben in jeder Beziehung gefördert zu haben, was
insbesondere durch ihre unermüdliche Führung in der Wohlfahrtspflege zum
Ausdruck kam. Mögen ihr noch viele segensreiche Jahre im Kreise ihrer
Familie in Freude und Gesundheit beschieden sein!" |
60. Geburtstag des Gemeindevorstehers Salomon Pfeiffer (1932)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juni 1932: "Braunsbach
(Württemberg), 30. Mai (1932). Der Vorstand unserer Gemeinde, Herr Salomon
Pfeiffer, begeht am 8. Juni seinen 60. Geburtstag. Das dürfte
Veranlassung sein, die vielseitigen Verdienste dieses tatenfreudigen
Mannes kurz zu würdigen. Nach dem Hillel'schen Grundsatze: 'An dem Orte,
wo es an Männern fehlt, sei bestrebt ein Mann zu sein', hat er seine
ganze Arbeit für das Wohl der Gemeinde und für die Erhaltung sämtlicher
religiösen Einrichtungen eingesetzt. Der lautere Geist echter Jiroh
(Gotesfurcht) und Awodoh (Gottesdienst) ist in ihm verkörpert.
Trotz ausgedehnter beruflicher Betätigung ist ihm die Erledigung von
Gemeindeangelegenheiten jedweder Art stets eine erste Sache. Soziale Fürsorge,
Wohlfahrtshilfe und ganz besonders die Zedokoh haben in ihm einen
ausgezeichneten Förderer. Auch in der politischen Gemeinde weiß man die
ersprießliche Mitarbeit des Jubilars zu schätzen. Mögen ihm noch viele
Jahre segensreichen Wirkens beschieden sein!" |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Lehrlingssuche der Bäckerei Schwibl (1895)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1895: "Für
meine Bäckerei und Mehlhandlung suche einen kräftigen Lehrling aus
religiöser und achtbarer Familie. Eintritt nach Ostern. Bäcker Schwibl,
Braunsbach bei Schwäbisch Hall." |
Bäckerei-Verkauf (1897)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juli 1897: "Braunsbach.
Königreich Württemberg, Amtsgericht Künzelsau. Bäckerei-Verkauf.
Aus der Konkursmasse des Bäckers Jonas Schmidt in Braunsbach bringe ich
am Montag, den 26. Juli 1897 vormittags 11 Uhr auf dem Rathause in
Braunsbach das vorhandene zweistöckige Wohnhaus nebst einer Scheuer,
Remise und Hofraum, sowie ein beim Hause befindliches Gärtchen, im
gemeinderätlichen Anschlage von 5.880 Mark zum zweitenmal im
öffentlichen Aufstreich unter vorteilhaften Zahlungsbedingungen zum
Verkaufe. Auf diesem mitten im Orte gelegenen Anwesen, wurde schon seit
mehr als 30 Jahren eine flott gehende Bäckerei, verbunden mit einem
ausgedehnten Mehlverkauf betrieben. Der hiesige Ort zählt ca. 1.000
Einwohner, worunter ca. 160 Israeliten; es wäre daher hier einem Bäcker
von israelitischer Religion eine günstige Kaufgelegenheit geboten,
auch könnte derselbe die vorhandenen Bäckereiutensilien, worunter 2
Maschinen zur Fabrikation von Mazzen, miterwerben. Durchschnittlich
werden jährlich für ca. 2.500 Mark Mazzen verkauft.
Hierzu lade ich Liebhaber, Unbekannte mit Vermögenszeugnissen neuesten
Datums versehen mit dem Anfügen ein, dass das Geschäft bis zum Verkauf
fortbetrieben wird, dass aber bei annehmbaren Angebot der Zuschlag alsbald
erfolgen wird.
Künzelsau, 16. Juni 1897. Konkursverwalter: Amtsgerichtsschreiber Wagner." |
Hochzeitsanzeige von Siegfried Fulda und Gertrud geb. Pfeiffer (1928)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Januar 1928:
"Gott sei Dank! Siegfried Fulda - Gertrud Fulda geb.
Pfeiffer. Vermählte. Braunsbach in Württemberg - Fulda.
Trauung am 23. Januar 1928, 1. Schewat 5688, 1 1/2 Uhr, Würzburg,
Hotel Schwan. Freundlich zugedachte Telegramme wolle man zu Gunsten des Keren
Hataruo ablösen." |
Viehhändler gesucht (1929)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. November 1929:
"Für Viehhändler. In hiesiger guter Gemeinde waren früher 15
Viehhändler. Durch Todesfälle und Wegzug sind nur noch 4 Viehhändler am
Platze. Ein religiöser Viehhändler, ledig oder verheiratet, bekommt hier
eine sehr gute Existenz. Meine Unterstützung würde ihm zuteil. Wohnung
und Stallung ist vorhanden. Auskunft erteilt: Pfeiffer, Braunsbach
(Württemberg)." |
Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge
Das Wohngebiet
konzentrierte sich ursprünglich auf die ehemalige "Judengasse" unterhalb des
Schlosses (heute Obere und Untere Pfalzgasse). Hier befinden sich bis heute
einige der "typischen" ehemaligen jüdischen Häuser, die an ihrer zwei-,
gelegentlich dreistöckigen Bauweise mit größeren Stallungen und Lagerräumen
erkennbar sind. Im 19. Jahrhundert wurden jüdische Häuser auch um den
Marktplatz, um das Rabbinat und an der Strasse nach Künzelsau erbaut.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts trafen sich die Juden Braunsbachs zum Gottesdienst im
"Haus des alten Marx". Mit den über 13 Jahre alten Söhnen konnte man schon damals die notwendige Zehnzahl von Betern zusammenbringen. Für die Erlaubnis, Gottesdienste zu feiern, mussten an die Ortsherrschaft jährlich 30 Gulden gezahlt werden. 1695 wurde diese Abgabe auf 15 Gulden ermäßigt. Um diese Zeit konnte sich die allmählich wachsende Gemeinde auch einen Judenschulmeister leisten. Ein erster hieß Isaak. Er erwarb 1698 ein Haus am Ort und wurde in den folgenden Jahren auch
"Rabbiner" genannt. 1705 mussten für das "Synagogengeld" nur noch zwölf Gulden gezahlt werden. In den folgenden Jahren gab es eine weitere Ermäßigung auf jährlich sechs Gulden.
Anfang des 18. Jahrhunderts stieg die Zahl der jüdischen Einwohner, 1717 wurden 109 Personen gezählt. Der bisherige Betsaal reichte nicht mehr aus. 1729 bot sich die Gelegenheit, zunächst ein Grundstück für den Bau einer Synagoge zu erwerben. Der Judenvorsteher Abraham kaufte für 90 Gulden ein Gartengrundstück. Unmittelbar nach dem Abschluss des Kaufvertrags zahlte die Judenschaft ihrem Vorsteher den Kaufpreis, da inzwischen die
"gnädige Erlaubnis" für den Bau einer Synagoge vorlag. Von der Ortsherrschaft wurde für die weitere Genehmigung der Synagoge eine Gebühr von jährlich 15 Gulden festgelegt. Die Juden erklärten sich damit einverstanden. Mit dem Bau der Synagoge wurde noch nicht sofort begonnen. 1731 wurde ein weiteres Grundstück gekauft, um den Zugang zu der für den Synagogenbau erworbenen Parzelle zu sichern. Am 31. März 1732 wurde ein Vertrag mit dem hohenlohe-langenburgischen Untertan Johann Friedrich Weinbrenner, Zimmermann aus Untermünkheim geschlossen. Der von ihm als verantwortlichem Handwerker zu erstellende Bau einer Synagoge sollte nicht mehr als 1.070 Gulden kosten. Eingeschlossen waren alle Zimmer-, Maurer-, Schmiede-, Schreiner-, Glaser-, Schlosser- und Taglöhnerarbeiten. Weinbrenner musste sich zu einer zweijährigen Garantie für sämtliche geleisteten Arbeiten verpflichten.
Noch im Jahr 1732 konnte die Synagoge eingeweiht werden. Charakteristisch für den Bau waren ein hohes Tonnengewölbe und Korbbogenfenster. Über zweihundert Jahre diente dieses Gotteshaus der jüdischen Gemeinde in Braunsbach als Mittelpunkt des religiösen Lebens. Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Synagoge mehrfach renoviert, zuletzt
1928, als die Gemeinde nur noch aus 65 Personen bestand. Die Gemeindezeitung berichtete (GZ 5,11 vom 1.9.1928 S. 136) damals, dass
"die Gemeinde unter größter Opferbereitschaft sämtliche religiösen Einrichtungen aufrecht erhält" und hob dabei das Engagement des Vorsitzenden des Vorsteheramtes Salomo Pfeifer hervor.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Polizeiposten in Braunsbach gegen 4.30 Uhr am Morgen des 10. November vom Kreisleiter der NSDAP darüber informiert, dass in einer halben Stunde die Synagoge brennen würde. Der Ortspolizist wies auf die Gefährdung des eng bebauten Viertels hin, doch konnte er die aus Hall anrückenden NSDAP-Mitglieder nicht aufhalten. Ihm war ausdrücklich befohlen worden, sich nicht einzumischen. Die aus Hall gegen 4 Uhr in Braunsbach angekommenen sechs bis sieben SA-Leute hatten sich bei einem schon in der Backstube arbeitenden örtlichen Bäcker nach dem Standort der Synagoge erkundigt. Sie verschafften sich dort gewaltsam Zutritt und zerschlugen mit Beilen die gesamte Inneneinrichtung der Synagoge. Torarollen wurden zerrissen, Ritualien und anderes Inventar auf die Straße und in den Orlacher Bach geworfen. Am nächsten Morgen berichtete der Gendarmerieposten Braunsbach dem Landrat und der Gestapo in Heilbronn, dass die Inneneinrichtung der Synagoge durch unbekannte Täter beschädigt worden sei. Zu „kirchlichen Zwecken“ könne die Synagoge nicht mehr benutzt werden.
1945 wurde die ehemalige Synagoge von alliiertem Militär
beschlagnahmt und der Jüdischen Vermögensverwaltung JRSO übergeben. Von ihr
wurde das Gebäude 1952 an die politische Gemeinde verkauft, die es 1952 zu
einer Turn- und Festhalle umbauen ließ. Dazu wurde ein Bühnenraum vorgebaut.
1984 wurde das Synagogengebäude in den Neubau der "Burgenland-Halle"
miteinbezogen, der Bühnenraum der 1950er Jahre wurde wieder abgebrochen. Der
ehemalige Synagogenraum ist seitdem Bühnenraum der Festhalle. Eine – von
einem in der Schweiz lebenden jüdischen Mann – gestiftete Gedenktafel wurde
1978 angebracht. Sie befindet sich seit 1984 am Eingang zum Rosensteinsaal.
Fotos
Historische Fotos:
(Quellen: Außenaufnahmen Gemeinde Braunsbach bzw. SM
Jerusalem, Innenansicht aus: Jüdische
Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg 1932 S. 60, rechts: SM Jerusalem)
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| Außenansichten der
Synagoge Braunsbach |
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| Innenansicht: Blick zum
Toraschrein |
Innenansicht: Blick zur
Frauenempore |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1965:
(Quelle: linkes Foto bei Sauer s. Lit. Abb. 22; Taddey s. Lit. Abb.
31; rechtes Foto Hauptstaatsarchiv Stuttgart) |
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Die zu einer Turn-
und Festhalle der Gemeinde Braunsbach umgebaute ehemalige Synagoge |
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Fotos Ende 1983:
Umbau der Synagoge zu einem Teilbereich der neuen
"Burgenland-Halle"
(Fotos: Hahn) |
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Die "Burgenland-Halle" auf dem Grundstück vor der ehemaligen Synagoge |
Die ehemalige Synagoge wird Teil ("Bühnenbereich") der
Burgenland-Halle |
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Außenaufnahme der ehemaligen Synagoge |
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Fotos 2003:
(Fotos: Hahn;
Aufnahmedatum 5.9.2003) |
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Die Burgenlandhalle |
Völlig versteckt hinter dem
Gebäude der Burgenlandhalle: die ehemalige Synagoge |
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| Gedenktafel am Eingang der
"Burgenland-Halle" |
Ansicht der nördlichen
Seitenwand |
Fenster nach Süden |
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| Das Rabbinatsgebäude -
seit April 2008 u.a. Museum zur jüdischen Geschichte in Braunsbach (siehe
unten) |
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Zum
Rabbinatsgebäude führt die Straße "Im Rabbinat" |
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Das Museum im Rabbinatsgebäude
| Am 13. April 2008 wurde
ein neues Museum im
renovierten Rabbinatsgebäude in Braunsbach eröffnet: Informationen siehe
auf der Seite des
Fördervereins Rabbinatsgebäude Braunsbach |
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Das Rabbinatsgebäude vor der
Renovierung
im September 2003 |
Das Rabbinatsgebäude in renoviertem Zustand Anfang 2008 |
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Bericht
zur Einweihung des Rabbinatsmuseums im "Haller Tagblatt" vom 14.
April 2008 von Ernst-Walter Hug: "Zur Eröffnung ein Shalom aus
Haifa - Rabbinatsmuseum Braunsbach offiziell übergeben - Landesrabbiner
Wurmser zu Gast. 'Dieses Rabbinatsmuseum ist etwa
Außergewöhnliches für Braunsbach, für den Landkreis, für das Land -
und für unser Volk', sagte Bürgermeister Frank Harsch. Nach zwei Jahren
Bauzeit wurde es übergeben.
Braunsbach. Dass ein kleines Dorf wie Braunsbach so etwas leisten
kann, wurde allenthalben bewundert. So auch überall dort, wo die
ehrenamtlichen Initiatoren hinkamen und nach Ausstellungswürdigem suchten
- ob bei den Archiven von Hohenlohe bis Stuttgart oder Jerusalem und
Haifa, wo sie auch ein Interview mit einem der letzten Rabbiner von
Braunsbach aufzeichneten: Simon Berlinger, der heute als 95-Jähriger in
einem Altersheim bei Haifa lebt. Von dort wünschte er in einem live in
die Eröffnungsfeier eingespielten Telefongespräch Shalom nach Braunsbach
und nannte das Rabbinatsmuseum eine bedeutende Angelegenheit.
Er wollen 'seine schmerzlichen Empfindungen nicht verhehlen', so
Württembergs Landesrabbiner Netanel Wurmser, 'an einer Stelle zu Ihnen zu
sprechen, die früher Teil der Synagoge war'. Ihre tonnenförmig gewölbte
Innendecke konnte man durch die Vorhänge der Bühne in Braunsbachs direkt
davor errichteter Burgenlandhalle erahnen. Dorthin war die
Eröffnungsfeier wegen plötzlichen Regens verlegt worden. 'Die Heiligkeit
des Ortes bleibe nach jüdischem Glauben erhalten', so habe der Regen doch
sein Gutes, der ihn hier hergebracht habe - nur wenige Schritte vom
Rabbinat entfernt. Es gebe sicher nur wenige Orte, die über so ein
Ensemble von Synagoge, Rabbinat und jüdischem Friedhof verfügten.
Braunsbach war von 1832 bis 1913 Sitz eines der 13 Bezirksrabbinate im
Königreich Württemberg gewesen. 350 Jahre lang hatte die jüdische
Gemeinde in Braunsbach in meist friedlicher Koexistenz mit den beiden
christlichen Konfessionen bestanden.
Doch man wollte keine jüdische Gedenkstätte, wie es sie heute vielfach
an Orten gebe, in denen es jüdische Gemeinden gab, sondern ausgehend von
dem Slogan 'Braunsbach ist anders' ein Rabbinatsmuseum, sagte Elisabeth
Quirbach. Sie ist Initiatorin des Projekts und Ehefrau des
Fördervereinsvorsitzenden Hans K. Schulz. Dieser Förderverein, lobte die
CDU-Europaabgeordnete Dr. Inge Grässle, habe durch ehrenamtliches
Engagement nicht nur ein denkmalgeschütztes Haus vor dem Verfall bewahrt,
sondern Bedeutsames geschaffen: jüdische Geschichte werde als
Heimatgeschichte offiziell.
Rund 430.000 Euro hat die Gemeinde auch mit Hilfe von Zuschüssen, Sponsoren
und Spenden in die Restaurierung des Gebäudes gesteckt, das neben dem
Rabbinatsmuseum schon seit Herbst 2007 eine Kinderbetreuung und künftig
einen Jugendkeller beherbergt.
INFO. Das Rabbinatsmuseum ist fortan zwischen April und Oktober an
jedem 2. und 4. Sonntag im Monat geöffnet außerdem an den Sonntagen des
Pfingst- und des Martinimarktes. Ganzjährig werden nach Anmeldung und
personellen Möglichkeiten Führungen und Lehraufenthalte auch für
Schulklassen angeboten. Jetzt ist das Museum, das Dokumente in Schrift,
Bild und Ton sowie zahlreiche Gegenstände jüdischen Lebens zeigte, auch
am Sonntag, 20. April und am 1. Mai
zugänglich".
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Eindrücke aus
dem Rabbinatsmuseum
(Fotos erhalten aus Braunsbach; Quelle: hanseli) |
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| Das ehemalige
Rabbinatsgebäude |
Präsentation zum
"jüdischen Festjahr" |
Gegenstände / Ritualien zur
Thematik
"Das jüdische Haus" |
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| Jüdischer Mann mit Tallit und
Tefillin, rechts Darstellung zum "Landjudentum" |
Rabbiner / Vorbeter, im
Hintergrund Torarolle |
Dokumente und Abbildungen zu
den Themen "Christlich-jüdische Nachbarschaft" und
"Abwanderung und Auswanderung" |
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| Installation zur Zeit des
Ersten Weltkrieges und der Ausgrenzung in der NS-Zeit |
Weitere Recherchen sind auch
in verschiedenen Präsentationen möglich |
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Text
Jewish Villages in Wuerttemberg:
Braunsbach, the Home of My Mother
aus: Hugo Mandelbaum: Jewish Life in the Village Communities of
Southern Germany.
New York/Jerusalem 1985 S. 20-24.
Anmerkung: Hugo Mandelbaums ist 1901 in Sommerhausen geboren.
Seine Mutter Rachel geb. Berlinger war als Tochter des Bezirksrabbiners Menco
Berlinger (1831-1903) in Braunsbach geboren. Sein
Onkel Dr. Jakob Berlinger (1866-1945) war seit 1894/1900 Nachfolger von Menco
Berlinger als Bezirksrabbiner von Braunsbach.
In Summer, during the school vacation, our family would usually travel to
Braunsbach, where my mother's parents lived. My grandfather had been the rabbi
of a large rural district which encompassed many small Jewish communities
located in villages and small towns. I never knew him. He died before my fourth
birthday. I could, however, gaze at his strong, energetic face looking down at
me from the large, framed photograph hanging in our dining room. He was a
powerful speaker, a great lamdan, and an uncompromising fighter
for the preservation of our tradition. In his time, the Reform movement had made
great inroads among the ranks of Germany Jewry. The drive for emancipation
stormed forward in the large cities, and the defection from loyalty to the Torah
had also spread to the rural communities. In Wuerttemberg, in particular, the
majority had abandoned the old for the new paths. Only two of the rabbis of that
principality had bravely striven to stem the tide, my grandfather in Braunsbach
and the rabbi of Mergentheim. Only in the
villages in these two districts were kehilloth to be found that remained
loyal to Jewish traditions unter the very last days of German Jewry, where
Shabbath and kashruth were observed and a well-organized Jewish communal
life maintained.
Braunsbach, the seat of the district rabbinate, was a typical community. At
the beginning of the century, its population was slightly more than 1,000, with
some 25 to 30 Jewish familes. It boasted a Jewish elementary school with a
teacher whose salary was paid by the state. Its old, dignified synagogue was
built of massive stone masonry. It owned its own cemetery, which stood at the
edge of the forest, upon a hillside oberlooking the peaceful Kocher valley.
There was also an imposing tower over the gate to the village, although little
was left of the original wall.
The community had its share of sturdy, hard Jews of the type indigenous to
South German villages. There was, for instance, old Koppel Adler, owner of the
little grocery store at the upper end of the marketplace. His small, bright eyes
in his wrinkled face, framed by the short whiskers of his grayish beard,
sparkled as he talked to you, reflecting the goodness of his soul. How closely
he watched the scales to make sure that he gave correct weight! How proudly he
took part in the daily Talmud shiur held in the rabbi's house, late in
the afternoon after the stores had closed! How much deep-seated frumkeit
was manifest in his search for halachah le-ma'aseh! Jews of his type were
deeply content with their lot, despite their limited livelihood. They lived
close to each other, felt for each other, and gave strength and support to one
another.
I spent several summer vacations, together with my mother and sister in this
village. Uncle Jokof, my mother's brother, had succeeded his father as rabbi of
Braunsbach. He lived in the "rabbi's house," a two-story building. On
the lower floor was the single classroom of the Jewish elementary school on one
side, while on the other, the left side, was a large carpentry shop, equipped
with all kinds of fascinating tools: huge planes, contour planes, chisels of all
kinds, saws, braces and bits. Here was the place to fire the imagination of a
little boy. No wonder that one year my resolve was that carpentry would
definitely be my calling.
The rabbi's family lived upstairs. All the rooms were covered with shiny,
wall-to-wall linoleum flooring, to me the ultimate in interior decoration. Added
to this were the impressive library in the rabbi's study, with its old
leather-bound tomes (to be fed years later to the flames by the Nazi barbarians,
with the owner forced to be present), the flowers and green plants in the
corners and on the window sills, the heavy oak furniture in the dining room, the
grave, quiet bearing of the rabbi, and the noble dignity of the rebbetzin.
All these factors contributed to making my vacation especially attractive, a
change from the routine.
In front of the house was a fenced-in-vegetable garden with a variety of
bushes: gooseberries; red, yellow and green berries; and red and black currants.
Only the black currants were forbidden to us. They had become infested with milben
(tiny white insects visible under an magnifying glass). There being no effictive
means of ridding the fuzzy crowns of the berries of these pests, the juicy fruit
was treif.
At right angles and adjacent to the rabbi's house lived a real carpenter. At
his home I could watch all the fascinationg tools being put to work. This
carpenter also had a second vocation; he was a violin teacher. Twice a week, on
Sundays and one other day of the week, after he had closed his shop, a few of
the village boys would come to his home for lessons. If he was particularly
satisfied with the performance of a pupil, especially if the passage was
difficult, he would transfer bis bow to the hand holding the violin and stretch
his fingers toward the boy, who, in turn, would stretch out his hand towards his
master's and receive his award: a gentle touch of his master's finger. Later on,
I thought about this simple ceremony many times as a masterpiece of pedagogy. It
was instant, intimate and deeply gratifying, not only for the student, I am sure,
who was often moved to blush at this honor. I, too, blushed in sympathy with the
student, especially of he happened to be one of my friends, the Schiller boy or
the son of the local Jewish teacher.
No wonder that the Braunsbach vacation provided enough material for me to
reminisce about for the rest of the year. Very few children were privileged to
enjoy so grand a diversion, the spending of some weeks in a totally different
environment. When we returned home, we were expected to intruduce some new games,
some new rhymes by which to count out and determine who is "It" in a
game, and other examples exchanges between Swabian and Bavarian folklore.
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und
Hohenzollern. Denkmale, Geschichte, Schicksale. Hg. von der Archivdirektion
Stuttgart. Stuttgart 1966. S. 52-54. |
 | Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg. Stuttgart 1987. S.
86-87. |
 | Gerhard Taddey: Kein kleines Jerusalem. Geschichte der Juden im
Landkreis Schwäbisch Hall. 1992. |
 | Michael Sylvester Koziol: "Das ist ein politischer Brand!".
Die "Reichskristallnacht" in Schwäbisch Hall und Braunsbach. (Hg.
Stadt Schwäbisch Hall) Schwäbisch Hall 1988. |
 | Hugo Mandelbaum: Jewish Life in the Village Communities of Southern
Germany. New York/Jerusalem 1985. (die Erinnerungen an Braunsbach
beschränken sich in diesem Buch auf den oben zitierten Text).
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Braunsbach. Wuerttemberg,
Germany. Jews are first mentioned in 1673. By 1843 they numbered 293 (total
1,091) and were prominent in the town's commerce, dealing in land and cattle,
but as Jews emigrated the towns's fortunes also declined. Good relations
prevailed with the local population in an atmosphere distinctly liberal in
outlook. In 1933, 39 Jews were left, with another eight from neigbouring Duensbach
attached to the community. The population in 1854 was 100. On Kristallnacht
(9-10 November 1938), the synagogues in both Braunsbach and Duensbach were
vandalized by SD gangs. Under increasing economic and social pressure, 17 Jews
emigrated; the others were deported, nearly all to their deaths (to the Riga and
Theresienstadt ghettoes and to Auschwitz).

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