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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Oberdorf (Stadt Bopfingen, Ostalbkreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Es besteht eine weitere Seite mit Texten und
Dokumenten zur
jüdischen Geschichte in Oberdorf
An den nachfolgenden Abschnitten dieser Seite wird noch gearbeitet
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zu verschiedenen
Ortsherrschaft (Reichsstadt Bopfingen, Grafen von Oettingen) gehörenden
Oberdorf bestand eine jüdische Gemeinde bis 1939. Ihre Entstehung geht in die
Zeit Anfang des 16. Jahrhundert zurück (Ausweisung der Juden aus Nördlingen
1507; erste Erwähnungen von Juden im oettingischen Teil von Oberdorf 1510-14).
1659 wurden die Juden vorübergehend ausgewiesen. 1688 waren sechs jüdische
Familien am Ort.
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1846 mit 548
Personen erreicht (40 % der Gesamtbevölkerung).
Oberdorf war seit 1832 Sitz
eines Bezirksrabbinates, zu dem auch die Gemeinden in Aufhausen, Pflaumloch,
Lauchheim, Ellwangen und später Schwäbisch Gmünd gehörten. 1931 wurde das
Rabbinat aufgelöst.
Die jüdischen Familien lebten zunächst vor allem vom
Handel mit Waren aller Art. Seit dem 19. Jahrhundert gab es unter den jüdischen
Ortsbewohnern auch Handwerker, einen Landwirt, Fabrikanten und Inhaber von
Einzelhandelsgeschäften.
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der
NS-Zeit kamen von den 1933 in Oberdorf wohnhaften 87 jüdischen Personen
mindestens 36 ums Leben.
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
Erste Synagogen wurden 1704 und 1744/45 erbaut. Für
die Benutzung der Synagoge hatte die jüdische Gemeinde an den Landesherrn eine
Steuer (Synagogengeld beziehungsweise Herbstzins genannt) zu entrichten. 1744
und 1806 waren dies fünf Gulden im Jahr.
Die 1744/45 erbaute Synagoge stand bereits auf dem heutigen
Grundstück Lange Straße 15. Nachdem diese Synagoge baufällig geworden war,
beschloss die Gemeinde, an der Stelle der alten eine neue Synagoge zu erbauten.
Am 28. März 1809 konnte vor dem Justizamt Baldern zwischen den beiden jüdischen
Gemeindevorsteher Isak Löw und David Abraham und Maurermeister Johann Beck von
Oberdorf sowie Zimmermeister Kaspar Hardung von Röttingen ein Vertrag über die
durchzuführenden Arbeiten und die Kosten unterzeichnet werden. Nach diesem
Vertrag war die alte Synagoge von den beiden Baumeistern abzubrechen und unter
ihrer Verantwortung der Neubau möglichst schnell zu erstellen. Ein an die alte
Synagoge angebautes Wohnhaus sollte stehen bleiben und renoviert werden. Alle übrigen,
als "schadhaft" charakterisierten Mauern mussten abgebrochen werden. Die neue
Synagoge sollte fünf bis sechs Schuh höher als die bisherige werden. Von einer
Vergrößerung der Fläche des Grundrisses gegenüber der alten Synagoge ist
nicht die Rede. Über dem Betsaal sollte eine neue Gipsdecke hergestellt werden,
an der die bisherigen Malereien neu aufgetragen werden sollten. Die Synagoge
sollte insgesamt 24 Fenster haben (auf jeder Seite der Länge nach drei, auf der
Vorderseite zwei sowie zwei Rundfenster; in der "unteren Weiberschule" sechs, in
der oberen Weiberschule auf jeder Seite zwei und im Bereich der beiden Aufgänge
jeweils zwei). Das bisherige Pflaster des Betsaales sollte während der
Bauarbeiten abgedeckt und für den Neubau verwendet werden. Der neue Dachstuhl
sollte "von starkem Holz" gemacht werden; das alte Holz nicht wieder verwendet
werden. Teile der Treppen und des Bodens der Frauenempore aus der alten Synagoge
konnten jedoch wiederverwendet werden. Für die Baumaßnahmen erhielten die
Baumeister zusammen 1.614 Gulden, die je nach Baufortschritt auszubezahlen
waren. Die Bauarbeiten sind 1809 bis 1812 durchgeführt werden. Ein
Einweihungsdatum ist nicht bekannt. Die Jahreszahl "1812" findet sich jedoch bis
heute an der Ostwand des Synagogengebäude.
1847 befand sich die Synagoge nach dem Bericht des
Oberamtes an die Israelitische Oberkirchenbehörde in Stuttgart wiederum in "schlechtem
Zustand". Außerdem sei das Gebäude für die große Gemeinde zu klein geworden,
nur 60 Fuß lang, 40 Fuß breit und 20 bis 24 Fuß hoch. Die jüdische Gemeinde
wurde beauftragt, Abhilfe zu schaffen, doch waren die Geldmittel so knapp, dass
bis 1857 nichts geschah. Erst nachdem aus dem Reservefond der Staatskasse
200 Gulden bewilligt wurden (1858, siehe Bericht), konnte man an die Erneuerung der Inneneinrichtung
der Synagoge gehen. Sie kostete die Gemeinde insgesamt 990 Gulden. Eine Vergrößerung
erübrigte sich, da die Zahl der Gemeindeglieder seit der Mitte des 19.
Jahrhunderts zurück ging.
Zuschuss des Königs zur Restauration der Synagoge
(1858)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. März 1858: "Der
Gemeinde Oberdorf wurde von Seiner Majestät dem Könige ein ansehnlicher
Beitrag zu den Kosten der Restauration ihrer Synagoge überwiesen." |
Ein letztes Mal vor der Demolierung 1938 wurde die Synagoge
im Herbst 1933 renoviert. Die Gemeindezeitung berichtet am 8.11.1933: "In
der neu hergerichteten Synagoge fand am ersten Schabbat nach dem Einzuge ein
feierlicher Gottesdienst statt, bei dem Oberlehrer Erlebacher die Weiherede
hielt. Die vorgenommenen Arbeiten fielen zur vollsten Zufriedenheit aus".
In der Nacht zum 10. November 1938 blieb es um die
Synagoge in Oberdorf ruhig. Die örtliche SA-Führung weigerte sich, die
Synagoge zu zerstören. In der folgenden Nacht kamen auswärtige SA-Leute, die
die Polsterbänke aufschlitzten und in der Synagoge Brand legten. Ein Teil der
Inneneinrichtung wurde dadurch zerstört, doch konnte das Feier gemeinsam von jüdischen
und nichtjüdischen Oberdorfer Einwohnern gelöscht werden. Auch die Torarollen
wurden gerettet. Nach der Pogromnacht hatten die Juden keinen Zugang mehr zur
Synagoge. Das Gebäude wurde 1939 an die politische Gemeinde Oberdorf
verkauft, die sie wiederum an den örtlichen Turnverein zur Nutzung als
Turnhalle weiterverkaufte. Im weiteren Verlauf des Krieges diente das Gebäude
als Unterkunft für Zwangsarbeiter. Nach Kriegsende stand das Gebäude zunächst
leer.
1950 richtete in der ehemaligen Synagoge die katholische Gemeinde eine Kirche
ein.
Beim Umbau zur Kirche wurde ein hölzerner Dachreiter zugefügt. Über die
Einweihung als katholische Kirche liegt ein Presseartikel vom 18. Dezember 1950
vor (erhalten von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries):
"Oberdorfer
Synagoge wurde katholische Kirche. Abtpräses Bernhard Durst benedizierte
sie gestern in festlichem Gottesdienst. Es war ein glücklicher
Gedanke, die Synagoge der früheren israelitischen Gemeinde
Oberdorf-Bopfingen für Gottesdienstzwecke aufzukaufen. Nur wenige
Synagogen überlebten die Stürme des Dritten Reiches. Dank der
kameradschaftlichen Haltung eines Oberdorfer Mannes, der in der Religion
eines anders Gesinnten nicht seinen Gegner, sondern den Menschen und
Bruder sah, wurde die Synagoge nicht ein Opfer des 'einstigen Sturmes der
Entrüstung', wie man die Frevel an jüdischen Gotteshäusern
rechtfertigen wollte. Nachdem die israelitische Gemeinde nicht mehr
bestand, diente die Synagoge vorübergehend als Turnraum.
Der Umbau zu einer katholischen Kirche lag in den Händen von Architekt
Lense. Danke des Arbeitseinsatzes der Kolpingsöhne konnten erhebliche
Summen eingespart werden. Eine schlichte Dorfkirche, die den Besucher von
heute anspricht, wurde geschaffen. Die Außenarchitektur wurde durch den
Dachreiter geändert, der die Anbringung einer Glocke ermöglichte. Mit
dem Festgottesdienst am Sonntag wurde die Kirche der katholischen
Kirchengemeinde Oberdorf übergeben. Die Benediction des Gotteshauses
hatte im Auftrag des Bischofs Abtpräses Dr. Durst Neresheim, übernommen.
Schon vor Beginn des Gottesdienstes hatte sich eine zahlreiche Gemeinde
von Oberdorf und Bopfingen versammelt. Die Kirche vermochte die zum Fest
Gekommenen kaum zu fassen. Zu Beginn des Gottesdienstes sang der gemischte
Chor von Oberdorf den Hymnus 'Die Himmel rühmen' unter Leitung von Lehrer
Kurdum. Der Kirchenchor von Bopfingen erhöhte weiter die Feierlichkeit
durch altes und neues kirchliches Liedgut.
In seiner Festpredigt beglückwünschte Abtpräses Dr. Durst die
katholische Kirchengemeinde Oberdorf zu ihrem neuen Gotteshaus. Er
verglich die Weihe des Gotteshauses mit der Weihe des salomonischen
Tempels. Dabei zeige es sich, wie viel glücklicher sich heute die
katholische Kirchengemeinde fühlen darf, da der menschgewordene
Gottessohn in ihrer Kirche immer zugegen sei. Eingroßes Glück sei es,
ein Gotteshaus zu haben, von dem täglich Hilfe und Trost ausgehe. Dieses
Geschenk verdiene Danke und erwarte einen eifrigen Besuch. Im Hochamt fand
der Festgottesdienst einen Höhepunkt... Sein Dank galt allen Mitarbeitern
beim Bau der neuen Kirche: Amtmann Weber, Architekt Lense und den
Kolpingssöhnen.
Stadtpfarrer Hartmann dankte namens der evangelischen Geistlichen für die
Einladung und wünschte dem neuen Geistlichen eine segensreiche und
erfolgreiche Arbeit. Stadtrat Schwarz sprach für die
Albert-Pfister-Oberschule und versprach sich in Pfarrer Burckhardt eine
wertvolle Mitarbeit. Rektor Schmetzer brachte die Glückwünsche der
Lehrerschaft der Volksschule entgegen und begrüßte Pfarrer Burckhardt
als Mitarbeiter in der christlichen Erziehung der Jugend. Bürgermeister
Hirsch, Oberdorf, gab seiner Freude Ausdruck, dass das Werk des
Kirchenumbaues so glücklich vollendet wurde. Im Namen der katholischen
Kirchengemeinde sprach Raab. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Band
mit der Kirchengemeinde Bopfingen nach wie vor erhalten bleiben möge.
Amtmann Weber wies auf die sozialen Verhältnisse der neuen kirchlichen
Gemeinde hin, die gern für weitere Scherflein eine offene Hand habe.
Dekan Michel, der den neuen Geistlichen aus seiner Tätigkeit in Nattheim
bereits kannte, wünschte für den neuen Wirkungskreis eine segensreiche
Arbeit.
Pfarrer Burckhardt dankte für die Glückwünsche. Selbst
Heimatvertriebener, habe er das Los des vom Heimatboden entwurzelten
Menschen zutiefst empfunden und daher volles Verständnis für die Nöte
und Sorgen seiner Leidensgenossen. Die Arbeit an der Jugend sei ihm stets
am Herzen gelegen und sein Abschied von seiner letzten Gemeinde sei ihm
gerade der Jugend wegen so schwer gefallen. Mit der evangelischen
Kirchengemeinde wünsche er eine harmonische Zusammenarbeit. Als Sohn
eines Mesners 'hochgeboren' in der Wohnung des Kirchturmes zu Teplitz sei
er in kirchlicher Atmosphäre aufgewachsen. Von seiner Aufgabe erfüllt
wünsche er stets eine offene Kritik, auch wenn sie in rauen Tönen
klingen möge. Chorleiter Kränzle stellte sich als Leiter des neuen
Kirchenchores vor und bat um Mitarbeit. Anschließend spielte die
Kolpingsfamilie das heitere Stück 'Die Kirchensteuer'. Den Abschluss des
Festes bildete ein Abendgottesdienst in der neuen Kirche in Oberdorf unter
Mitwirkung des neugegründeten Kirchenchores." |
Nach dem Neubau
einer katholischen Kirche in Oberdorf wurde die ehemalige Synagoge von 1969
bis 1988 das Haus als Lagerraum verwendet.
1989 erwarb ein damals gegründeter "Trägerverein ehemalige Synagoge
Oberdorf e.V." das Gebäude. Nach umfangreichen Baumaßnahmen, bei denen auch
eine Genisa entdeckt wurde, konnte 1993 das Haus als "Gedenk- und
Begegnungsstätte ehemalige Synagoge Bopfingen-Oberdorf" eröffnet werden.
Ausstellungen, Konzerte und Vorträge halten die Erinnerung an das Judentum
wach. Seit 1997 ist hier auch das "Museum zur Geschichte der Juden
im Ostalbkreis" untergebracht. Von den ursprünglich 17 Torarollen der
Synagoge kam eine Torarolle als Dauerleihgabe durch den aus Oberdorf stammenden
Karl Heimann zurück nach Oberdorf. Vor der Nische des ehemaligen Toraschreiner
mit der freigelegten Freskenbemalung steht ein Werk des Künstlers Georg
Sternbacher: aus verkohltem Holz erwächst der Menora-Leuchter als Lebensbaum.
Ein "Opferstock" (Zedaka-Büchse) aus der ehemaligen Synagoge wurde nach 1945
in der evangelischen Kirche als Opferstock aufbewahrt und ist jetzt in der
ehemaligen Synagoge ausgestellt. Er war von Rabbiner Kroner gestiftet worden und
trägt die Inschrift (hebräisch): "Hilfe für Arme").
Fotos
Historische Fotos und Karten:
(Quelle für das Foto obere Zeile: Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg.
1932)
| Aufnahme von 1932 |
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Außenansicht der ehemaligen
Synagoge mit dem aus dem Vorgängerbau von 1754 stammenden Hochzeitsstein |
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Historische
Karten von Oberdorf zu Synagogen und jüdischen Gewerbebetrieben
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries) |
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| Am linken Bildrand die Synagoge |
Kolorierte Ansichtskarte von Oberdorf, Ausschnittsvergrößerung: die
Synagoge |
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Dieselbe
Karte wie oben - verschickt im August 1898 von Bopfingen nach Heidenheim.
Absender der Karte war Sophie Kahn, Tochter von Wolf Kahn,
Kaufmann von Buttenhausen und Laura geb. Sänger aus Oberdorf (verheiratet
seit 18. August 1868 in Buttenhausen, seit 1879 Familien wohnhaft in
Oberdorf). Kinder: Emma (Ester), geb. 19. August 1869, Nathan geb. 7.
August 1874, gest. 5. Juni 1909; Sophie, geb. 25. Februar 1876 (verh.
am 17.Juli 1899 mit Baruch Reis, Kaufmann aus Heilbronn).
Sophie Reis wurde nach der Deportation 1942 vermutlich in Maly Trostinec
ermordet. |
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| Kolorierte Ansichtskarte
von Oberdorf mit zwei jüdischen Geschäften: |
Textilwarengeschäft H. L. Heimann (Ellwanger Str. 46/48) |
Handlung von Amson Lehmann |
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Bildmitte: die
Synagoge; rechts Ausschnittvergrößerung |
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| Gebäude der jüdischen
Schule und der Mikwe |
Karte mit
Kuriosum: die Synagoge hat nur einen Männereingang; anstelle des
Fraueneingangs ein Fenster. |
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Fotos der Synagoge nach 1945/Gegenwart:
Erinnerungsarbeit vor Ort -
einzelne Berichte
| September
2008: Ausstellung 'Begegnung mit besonderen
Menschen" |
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Anlässlich des Tages der Europäischen Jüdischen Kultur im Jahr 2008
zeigte die ehemalige Synagoge im Bopfinger Ortsteil Oberdorf eine Rarität besonderer Art. Die reich bebilderte Ausstellung auf 50 Tafeln mit dem Titel "Begegnung mit bemerkenswerten Menschen"
umfasste eine Fülle interessanter Kurzbiographien jüdischer Persönlichkeiten, die einst ihre familiären Wurzeln im Nördlinger Ries hatten und dann in Stuttgart, München oder gar in Nordamerika eine berufliche Existenz gefunden haben.
Erarbeitet wurde die Ausstellung von Rolf Hofmann (Stuttgart) - entstanden ist diese Fülle jüdischer Lebensbilder aus der Kooperation mit den Fürstlichen Archiven auf Schloss Harburg bei Nördlingen.
Großformatige Fotos und kurzweilige Texte gewähren Einblick in eine längst vergangene Zeit. Diese in Art und Umfang (20 laufende Meter)
außergewöhnliche Ausstellung wurde bisher noch nirgendwo gezeigt. Eröffnet
wurde diese Präsentation jüdischer Lebensbilder am Sonntag, den 7. September 2008 um 14 Uhr. Weitere Möglichkeiten der Besichtigung
gab es bis zum 1.11.2008 jeweils samstags und sonntags 14-16 Uhr. |
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| Bericht
über die Ausstellungseröffnung |
Artikel von Erwin
Hafner in der "Gmünder Tagespost" vom 9. September 2008:
"Ausstellungseröffnung "Begegnung mit bemerkenswerten
Menschen"
Seit Sonntag, dem europäischen Tag der jüdischen Kultur, wird in der ehemaligen Synagoge Oberdorf bis 2. November eine außergewöhnliche Ausstellung unter dem Thema
"Begegnung mit bemerkenswerten Menschen" präsentiert, die von Landrat i. R. Dr. Diethelm Winter als Vorsitzendem des Trägervereins bei hervorragendem Besuch eröffnet wurde.
Bopfingen-Oberdorf. Die von Rolf Hofmann (Stuttgart) zusammengestellte Ausstellung, in die er auch einführte, umfasst auf 50 bebilderten Tafeln eine Fülle interessanter Kurzbiographien jüdischer Persönlichkeiten, die einst ihre Wurzeln im Ries hatten und dann in Stuttgart, München oder gar in Nordamerika eine berufliche Existenz gefunden hatten. Entstanden sind diese ungewöhnlichen Lebensbilder aus der Kooperation mit den Fürstlichen Archiven auf Schloss Harburg. Diese in Art und Umfang (20 laufende Meter) ungewöhnliche Ausstellung wurde bisher noch nirgendwo gezeigt.
Wesentlicher Bestandteil sind auch unsere heimischen Orte mit einst hohem jüdischem Bevölkerungsanteil wie Pflaumloch, Oberdorf, Aufhausen, Lauchheim und Ellwangen. Sie gehörten zur Grafschaft Oettingen bzw. zu deren nachbarschaftlichem Umkreis und demnach zum selben Kulturkreis, dem Ries. Auch in diesen Orten befinden sich im Archiv des Harburg-Projektes Familienblätter und Gräberlisten, sowie Aufzeichnungen interessanter Episoden und bemerkenswerter familiengeschichtlicher Ereignisse.
Der Lauchheimer Heimathistoriker Peter Maile griff in seinem Vortrag die in Familienbesitz befindliche Vita des 1789 geborenen Isaak Hess heraus, der einst der jüdischen Gemeinde in Lauchheim vorstand. Er schilderte ihn als, einen Vordenker für die Gleichberechtigung der Juden im neuen Württemberg, der viel für soziale Einrichtungen getan hatte.
Namens der Ellwanger Autorin und Pädagogin Barth-Grözinger ergänzte Rolf Hofmann die Erinnerungen mit einem Lebensbild des Alexander von Pflaum, der als Förderer der württembergischen Wirtschaft gilt und dessen wertvolle Gemäldesammlung sich heute in der Stuttgarter Staatsgalerie befindet. Später wurde von Pflaum Ehrenbürger von Oberdorf bzw. von Bopfingen.
In bewährter Weise brachte das Duo Jabadao (Ehepaar Hartmann) jüdische Lebensart und Sitten mit Witz und Charme in seinen Liedern zum Ausdruck, während das Ehepaar Allgeyer wiederum bestens für die Bewirtung mit Kaffee, Kuchen und jüdischen Roggele sorgte. Anschließend führte Felix Sutschek durch den Museumsteil der Synagoge und später über den Oberdorfer Judenfriedhof. |
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Rechts:
Bericht in der Ipf- und
Jagst-Zeitung
vom 9. September 2008 |
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Rechts:
Bericht in der
"Schwäbischen Post"
vom 9. September 2008 |
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| Im
Zusammenhang mit der Ausstellung: Artikel über die
fünf Kriegsteilnehmer (im Ersten Weltkrieg) der Familie
Heimann |
Foto
links: Die fünf Kriegsteilnehmer der Familie Heimann.
Artikel von Erwin Hafner in der "Schwäbischen Post" vom 25.
Juli 2009 (Artikel):
Bruchlandung auf dem Sandberg
Jüdische Persönlichkeiten: Fünf Heimann-Brüder waren im Ersten Weltkrieg tapfere Frontsoldaten.
In Verbindung mit der von Rolf Hofmann zusammengestellten Ausstellung und dem vom Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf herausgegebenen Katalog
'Begegnung mit bemerkenswerten Menschen' veröffentlicht die
"Schwäbische Post" in loser Folge Lebensbilder jüdischer Persönlichkeiten aus dem Ries. Heute wird über die fünf Heimann-Brüder und deren Neffen berichtet.
Bopfingen-Oberdorf. Mitten im Ersten Weltkrieg landete auf dem Sandberg ein deutscher Schlachtflieger, der unerlaubt, aber wie Flieger halt so sind, bei seinen Eltern in Oberdorf einen Abstecher machen wollte. Dabei wurde der hölzerne Propeller an einem Felsstück zertrümmert, so dass die Maschine nicht wieder starten konnte.
"Später isch der Propeller an der Wand en dr Wohnstub von meine Großeltera g’hanga, weil der Pilot nämlich ihr Sohn Siegfried gwä isch und der übrigens au den Schada aus oigener Tasch hot zahla müaßa".
In breitesten Schwäbisch, gerade so als wenn er erst vor kurzem und nicht tatsächlich vor 70 Jahren in die USA ausgewandert wäre, erzählte dies Udo Günther Heimann bei seinem letzten Besuch im Heimatort seiner jüdischen Familie. Aus New Jersey mitgekommen waren noch seine beiden Söhne und weitere Familienangehörige. Udo ist ein Vetter von Karl Heimann, der als erster aus seiner Sippe den Kontakt zu Oberdorf wieder hergestellt und der ehemaligen Synagoge die dort ausgestellte Thorarolle als Leihgabe überlassen hat.
Seit vielen Monaten ist Karl Heimann, der immer wieder Oberdorf besucht hatte, leider gesundheitlich sehr angeschlagen.
Udo Heimann hatte viele Erinnerungen mit im Gepäck: ein Zeugnis seines Vaters aus dem Jahr 1901, der in Bopfingen die Realschule besucht hatte, alte Dokumente, Familienfotos und ein Buch aus dem Jahr 1924
"Jüdische Flieger im Ersten Weltkrieg". Zu denen zählte auch der besagte Onkel Siegfried, der als tollkühner Pilot mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet worden war. Später wanderte er nach Argentien aus. Mit Siegfried dienten vier weitere Brüder im Ersten Weltkrieg im kaiserlichen Heer. Julius musste an der Front sein Leben lassen, Udos Vater Hermann und dessen Bruder David konnten sich 1939 gerade noch rechtzeitig durch Auswanderung in die USA vor den Nazis retten, während Bruder Max die Hoffnung nicht aufgab und so ein Opfer des Holocaust wurde.
Udo wuchs in Untertürkheim auf, wo die Eltern wohnten, aber in der Königstraße 1 in Stuttgart ein gut gehendes Textilgeschäft führten. Gerne verbrachte er jedoch die Ferien bei den Großeltern in Oberdorf, die hier eine eigene Firma hatten. Als 15-Jähriger floh er mit den Eltern vor dem Nazi-Terror. Zwar konnte die Familie noch ihre Möbel in die USA mitnehmen. Das Geld mit den Einnahmen für das zuvor verkaufte Geschäft aber beschlagnahmten die braunen Machthaber.
Im Zweiten Weltkrieg landete Udo Heimann am D-Day mit den US-Truppen am legendären Strandabschnitt von Omaha Beach in der Normandie und rückte mit der US-Armee bis nach Magdeburg vor. Wenig später brauste Udo als GI mit dem Jeep gen Süden und sorgte in Oberdorf für nicht geringes Aufsehen, als er dort ehemalige Freunde aufsuchte. Nach dem Krieg arbeitete er in New Jersey als Werkzeugmacher. In einem weiteren Buch, das Udo Heimann dabei hatte, sind sämtliche jüdischen Teilnehmer am Ersten Weltkrieg nach Orten aufgelistet, die auf deutscher Seite gekämpft hatten. So dienten in Oberdorf von 184 jüdischen Bürgern 37 in der Armee, fünf von ihnen sind gefallen, 13 wurden verwundet. |
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| Juni 2009:
20 Jahre Trägerverein ehemalige Synagoge
Oberdorf |
Artikel
(mit Repro links - afn) von Erwin Hafner in der "Schwäbischen
Post" vom 17. Juni 2009: "Die Erinnerung bewahren
Der Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf blickt auf sein 20-jähriges Bestehen".
Im Beisein von Regierungspräsident Johannes Schmalzl begeht der Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf mit einer Feierstunde und einem Stehempfang am Samstag, 20. Juni, um 11 Uhr sein 20-jähriges Bestehen. Grund einen Blick zurückzuwerfen, wie es 1989 zur Gründung des Vereins kam.
Bopfingen-Oberdorf. Der erste Anstoß ging 1983 von der 'Schwäbischen
Post' aus. In Verbindung mit einer Artikelserie regte Erwin Hafner an, wenigstens eine Gedenktafel an der ehemaligen Synagoge anzubringen, die immerhin als eine der wenigen im Lande in der Reichspogromnacht des Jahres 1938 nicht in Flammen aufgegangen war. Doch damit sollte es nach Auffassung des Verlegers der Zeitung, Dr. Konrad
Theiss, nicht getan sein. Mit dieser Überlegung fand Dr. Theiss im damaligen Landrat Dr. Diethelm Winter einen Gesinnungsgenossen. Die Idee von einer Gedenk- und Begegnungsstätte in der ehemaligen Synagoge war geboren und wurde von beiden, unterstützt vom
Rotary-Club, zielgerichtet vorangetrieben.
1989 kam es zur Gründung eines Trägervereins, der sich als erste Aufgabe den Erwerb des bis dahin als Gerätelager genutzten Gebäudes stellte. Mit staatlichen Zuschüssen, des Ostalbkreises, des Landes Baden-Württemberg, der Stadt Bopfingen und vielen Spenden der Mitglieder und Freunde aus nah und fern konnte der Verein der im Jahre 1744 und 1809 von der jüdischen Gemeinde erbauten Synagoge ihre Würde und einiges von ihrer Schönheit zurückgeben.
Herauszuheben sind vor allem die von dem mittlerweile verstorbenen Künstler Georg Sternbacher gestaltete Ostwand mit der an den Holocaust erinnernden
Menora, die von der früher in Oberdorf lebenden Familie Heimann gestiftete Thorarolle, die als einzige der einst 17 Thorarollen der Synagoge erhalten geblieben ist, die von Ute Sternbacher gestalteten Tafeln mit den 87 von den Nazis ermordeten Juden aus Oberdorf, sowie das von der jüdischen Familie Neumetzger gestiftete Ewige Licht.
Dass es Versöhnung ohne Erinnerung nicht geben kann – von diesem Wort des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker leiten ließ sich dann der Verein auch bei der Erarbeitung und Einrichtung des Museums zur Geschichte der Juden im Ostalbkreis, das im Herbst 1979 eröffnet werden konnte und zu der auch ein Museumskatalog herausgebracht wurde. Der ehemaligen Synagoge als Gedenk- und Begegnungsstätte wird der Verein nicht zuletzt durch sein reichhaltiges Kulturprogramm mit Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Ausstellungen gerecht, das längst einen soliden Stamm regelmäßiger Besucher gefunden hat.
Treibende Kraft bei allen zu überwindenden Schwierigkeiten aber war und ist bis heute Dr. Diethelm Winter, der von Anfang an die Geschicke des Trägervereins als Vorsitzender leitet. Ohne seinen Idealismus, seinen unermüdlichen Einsatz und seine große Überzeugungskraft hätte all das nicht erreicht werden können, was in den vergangenen 20 Jahren vom Verein geleistet wurde.
Info: Eine Feierstunde startet am Samstag, 20. Juni, 11 Uhr in der ehemaligen Synagoge. Sprechen werden dabei Dr. Diethelm Winter, Regierungspräsident Johannes
Schmalzl, Landrat Klaus Pavel und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler." |
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| Januar
2010: Die Arbeit der Synagoge und des
Trägervereins wird durch Familie Neumetzger / Noymer unterstützt |
Foto
links: Sandra, die Frau von Bernhard Noymer, mit ihren Töchtern und Enkeln vor dem Ewigen Licht in der ehemaligen Synagoge. Zweiter von rechts: Kulturamtsleiter Felix
Sutschek. (Repro: -afn-)
Artikel von Erwin Hafner in der "Schwäbischen Post" vom 19.
Januar 2009 (Artikel): "US-Bürger spenden für Synagoge
Jüdische Persönlichkeiten aus dem Ries – Die Neumetzgers aus USA stammen aus Pflaumloch und Oberdorf.
Die in den USA lebenden Nachfahren der Familien Neumetzger haben in außergewöhnlicher Weise ihre Verbindung zur Erinnerungs- und Begegnungsstätte in der ehemaligen Synagoge Oberdorf bekundet und dies mit wiederholten Besuchen
unterstrichen.
Bopfingen-Oberdorf. Der Ursprung der Familie Neumetzger findet sich in
Pflaumloch, wo im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts Jakob Neumetzger als Vorsänger in der Synagoge wirkte. Einer seiner Söhne wurde Stammvater der in Oberdorf weit verzweigten Sippe, deren Mitglieder zumeist als Viehhändler und Metzger tätig waren.
Jakobs 1896 geborener Ur-Ur-Enkel Eugen Neumetzger suchte sein Glück als Kaufmann in Karlsruhe und schaffte 1937 mit seiner Frau und den Söhnen Arthur, Bernhard und Fritz noch gerade rechtzeitig vor dem Holocaust die Auswanderung nach Amerika. Er änderte den Familiennamen in
'Noymer' und gründete in Boston die 'Noymer Manufacturing-Company'. Dieses Unternehmen blieb danach über 50 Jahre im Familienbesitz.
Bernhard Noymer war es ein Anliegen, seinen vier Kindern und Schwiegerkindern die Heimat ihrer Neumetzger-Vorfahren zu zeigen. Und so besuchte er mit ihnen 1997 erstmals Oberdorf.
Danach stiftete er für die ehemalige Synagoge verschiedene Kultgeräte, die in jüdischen Familien zur Feier des Sabbat benutzt werden und die seitdem in einer Vitrine neben der von dem gleichfalls aus Oberdorf stammenden Karl Heimann gestifteten Thorarolle einen würdigen Platz gefunden haben.
In Erinnerung an den 2004 verstorbenen Bernhard Noymer stifteten seine beiden Brüder Arthur und Fritz ein
'Ewiges Licht' für die ehemalige Synagoge. Zudem veranlasste Arthur Noymer eine großzügige Stiftung aus dem Nachlass seines 1937 in Amsterdam verstorbenen Vetters Julius Neumetzger, dessen Guthaben bei Schweizer Banken erst vor wenigen Jahren zurückerstattet wurde. Diese Spende bildete den Grundstock für einen Fonds, dem der Trägerverein jährlich eine bestimmte Summe
'für die Erfüllung seiner Mission, die ehemalige Synagoge als Gedächtnisstätte und Museum zu
erhalten', verdankt.
Aus dem Familienstammbuch´, Grundlagen für den bis 1682 zurückgehenden Stammbaum der Familie Neumetzger lieferte der letzte Oberdorfer Rabbiner, Dr. Kroner. Nachkomme des erwähnten Jakob war Samuel Neumetzger (1792-1857). Dessen Sohn war Bernhard (1834-1900), der mit Babette, geborene Weil, verheiratet war. Die Familie Weil war später die prominenteste jüdische Familie um Bopfingen. Bernhard hatte fünf Kinder. Drittältester war Leopold Neumetzger (1864-1924). Dessen ältester Sohn Siegfried wurde 1943 mit seiner Frau und vier Kindern in Riga von der SS erschossen. Der jüngste Sohn von Bernhard Neumetzger hieß Sigmund (1868-1932). Er war Viehhändler und wohnte im Haus des heutigen evangelischen Kindergartens. Seine zwei Söhne hießen Eugen (1896-1981) und Siegfried. Letzterer fiel im Ersten Weltkrieg. Im Haus linkerhand der Familie Schwarz wohnte der Viehhändler Adolf Neumetzger (1872-1936), den in Oberdorf alle als
'Onkel Adolf' kannten. Seine Frau wurde in Theresienstadt ermordet." |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und
Hohenzollern. 1966. S. 139-143. |
 | Germania Judaica III,2 S. 1044-1045. |
 | Waltraud Kucher: Die Geschichte der Oberdorfer Judengemeinde von
der Gründung bis zur Emanzipation. Zulassungsarbeit PH Schwäbisch Gmünd.
1976. |
 | Felix Sutschek: Die jüdische Landgemeinde Oberdorf am Ipf in der
Zeit des Nationalsozialismus, in: Michael Kißener (Hg.): Widerstand gegen die
Judenverfolgung. 1996. S.127-153. |
 | ders.: Der jüdische Friedhof von Oberdorf, in:
"Ostalb Einhorn" Nr. 85. |
 | ders.: Widerstand gegen die Judenverfolgung in der
Landgemeinde Oberdorf am Ipf, in: "Ostalb Einhorn" Nr. 93. |
 | ders.: Zur Geschichte der Oberdorfer Schutzjuden im 16.,
17. und 18. Jahrhundert, in: Dokumentationsband XII, 1998, Rieser Kulturtage. |
 | Felix Sutschek/Bernhard Hildebrand: Museum zur Geschichte
der Juden im Ostalbkreis in der ehemaligen Synagoge Bopfingen-Oberdorf.
Katalog. Bopfingen 2004. S. 64-65 u.ö. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Oberdorf Wuerttemberg.
Jews first settled in 1510, living under protected status and a heavy tax burden.
Their situation improved after 1810 with the transfer of rule to the
Wuerttemberg principality, the Jewish population reaching a peak of 548 in 1854
(40 % of the total) and Jews sparheading the prosperous economy with two big
glue factories and other commercial activity. At mid-century, Jews also began
settling in the adjacent town of Bopfingen, from where they had been expelled in
the 16th century. In 1932, Oberdorf became the rabbinical seat for a number of
surrounding settlements. The Jewish elementary school founded in the 1820s
continued to operate until 1924. In 1933 there were 137 Jews in Oberdorf (including
50 in Bopfingen). They operated textile and chemical factories, engaged in the
cattle trade, and owned stores. Despite good neighborly relations, Nazi pressure
subsequently succeeded in isolating the Jews socially and economically. About
200 Jews arrived in Oberdorf from other settlements after 1933. Of the total
Jewish population, ten men were sent to the Dachau concentration camp and 230
managed to emigrate. The rest were deported and died in the Holocaust.

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