Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Essingen (Ostalbkreis) 
Jüdische Geschichte / Jüdischer Friedhof

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes  
Lage des Friedhofes   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

In Essingen, wo die Freiherren von Woellwarth seit 1538 die Patronatsherrschaft samt der Gerichtsbarkeit ausgeübt haben, bestand im 17. und 18. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde. 1685 wurden erstmals jüdische Familien aufgenommen. Im 18. Jahrhundert (um 1780?) haben die jüdischen Familien den Ort aus nicht bekannten Gründen verlassen. Im Bericht von 1848 (s.u.) wird betont, dass es sich um eine "freiwillige" Abwanderung, das heißt nicht um eine Ausweisung gehandelt hat. Sie konnten sich nach der Überlieferung u.a. in Oberdorf ansiedeln.
 
Die jüdischen Familien lebten vor allem vom Vieh- und Warenhandel. 
 
An Einrichtungen waren vermutlich ein Betraum, ein Schulraum, ein rituelles Bad und sicher ein Friedhof vorhanden.
 
Der später an verschiedenen Orten begegnende jüdische Familienname "Essinger" dürfte - zumindest teilweise - mit der jüdischen Niederlassung an diesem Ort in Verbindung stehen. Allerdings gab es auch im pfälzischen Essingen eine (zeitweise große) jüdische Gemeinde.      
    
An die jüdische Niederlassung erinnert die "Judengasse" (heute Teil der Hauptstraße unterhalb des herrschaftlichen Reitstalles), ein "Judenhaus" (Bahnhofstraße 8, möglicherweise auch Wohnhaus eines erst später hier lebenden Juden aus Aufhausen) und die Flurbezeichnung "Judenkirchhof" (s.u.).    
 
    
    

Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes
 
 

Der jüdische Friedhof in Essingen besteht nicht mehr. Das Grundstück "Kemmle" auf dem sich der Friedhof befand, gehörte später der evangelischen Kirchengemeinde Essingen, die dieses im 19. Jahrhundert zur Finanzierung des evangelischen Gemeindehauses verkauft hat. Spuren eines jüdischen Friedhofes können nicht mehr festgestellt werden.  
 
   
Lage des Friedhofes        

Auf dem Grundstück "Kemmle" an der Einmündung der Bahnhofstraße von Essingen in die B 290, nahe beim Anwesen Holz (Bahnhofstraße). 
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
  
Über die ehemalige jüdische Gemeinde Essingen und ihren Friedhof (Bericht von 1848)   

Essingen AA DtrZionswaechter 25011848.jpg (100441 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 25. Januar 1848: "Eine halbe Meile unterhalb Aalens, etwa 500 Schritte links der Straße, liegt das dem Freiherrn von Woellwarth gehörige Dorf Essingen, in welchem bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts eine zahlreiche Judengemeinde lebte, die aber während der Kriege, die Ludwig XIV. gegen Deutschland führte, freiwillig - aus welchen Gründen ist nicht bekannt - den Ort verließen, und teils in der Grafschaft Hohenbaldern, teils in der Markgrafschaft Onolzbach, Ansbach, niederließen. In Oberdorf sind noch Familien, die ihre Abstammung von denen von Essingen nachweisen. Man zeigt in der Nähe der Orts noch den Acker, allwo der Begräbnisplatz der dortigen Juden gewesen, und noch heutzutage verrichten Juden aus Oberdorf, Aufhausen und Lauchheim, die des Handels wegen nach Essingen kamen, an der bezeichneten Stelle die üblichen Gebete für die Hingeschiedenen."        


   

Fotos  

Zur jüdischen Geschichte in Essingen liegen noch keine Fotos oder Abbildungen vor. 
     
     

   
     

Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Essingen 

Literatur:  

Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg und Hohenzollern. 1966 S. 2.140.  
Georg Wiedmann: Alte Geschichten aus Essingen und Lauterburg. 1976 S. 111-113.    
 
 

    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 08. November 2011