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Friedhöfe in der Region"
Zur Übersicht: Jüdische Friedhöfe in Baden-Württemberg
Essingen (Ostalbkreis)
Jüdische Geschichte / Jüdischer Friedhof
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Essingen, wo die Freiherren von Woellwarth seit 1538 die
Patronatsherrschaft samt der Gerichtsbarkeit ausgeübt haben, bestand im 17. und
18. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde. 1685 wurden erstmals jüdische Familien
aufgenommen. Im 18. Jahrhundert (um 1780?) haben die jüdischen Familien den Ort
aus nicht bekannten Gründen verlassen. Im Bericht von 1848 (s.u.) wird betont,
dass es sich um eine "freiwillige" Abwanderung, das heißt nicht um
eine Ausweisung gehandelt hat. Sie konnten sich nach der Überlieferung u.a. in Oberdorf
ansiedeln.
Die jüdischen Familien lebten vor allem vom Vieh- und Warenhandel.
An Einrichtungen waren vermutlich ein Betraum, ein Schulraum, ein rituelles Bad
und sicher ein Friedhof vorhanden.
Der später an verschiedenen Orten begegnende jüdische Familienname "Essinger"
dürfte - zumindest teilweise - mit der jüdischen Niederlassung an diesem Ort
in Verbindung stehen. Allerdings gab es auch im pfälzischen
Essingen eine (zeitweise große) jüdische
Gemeinde.
An die jüdische Niederlassung erinnert die "Judengasse" (heute Teil
der Hauptstraße unterhalb des herrschaftlichen Reitstalles), ein
"Judenhaus" (Bahnhofstraße 8, möglicherweise auch Wohnhaus eines
erst später hier lebenden Juden aus Aufhausen) und die Flurbezeichnung
"Judenkirchhof" (s.u.).
Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes
Der jüdische Friedhof in Essingen besteht nicht mehr. Das
Grundstück "Kemmle" auf dem sich der Friedhof befand, gehörte
später der evangelischen Kirchengemeinde Essingen, die dieses im 19.
Jahrhundert zur Finanzierung des evangelischen Gemeindehauses verkauft hat.
Spuren eines jüdischen Friedhofes können nicht mehr festgestellt
werden.
Lage des Friedhofes
Auf dem Grundstück "Kemmle" an der
Einmündung der Bahnhofstraße von Essingen in die B 290, nahe beim Anwesen Holz
(Bahnhofstraße).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Über die ehemalige jüdische Gemeinde Essingen und ihren
Friedhof (Bericht von 1848)
Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 25.
Januar 1848: "Eine halbe Meile unterhalb Aalens, etwa 500 Schritte
links der Straße, liegt das dem Freiherrn von Woellwarth gehörige Dorf
Essingen, in welchem bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts eine
zahlreiche Judengemeinde lebte, die aber während der Kriege, die Ludwig
XIV. gegen Deutschland führte, freiwillig - aus welchen Gründen ist
nicht bekannt - den Ort verließen, und teils in der Grafschaft
Hohenbaldern, teils in der Markgrafschaft Onolzbach, Ansbach,
niederließen. In Oberdorf sind noch Familien, die ihre Abstammung von
denen von Essingen nachweisen. Man zeigt in der Nähe der Orts noch den
Acker, allwo der Begräbnisplatz der dortigen Juden gewesen, und
noch heutzutage verrichten Juden aus Oberdorf, Aufhausen und Lauchheim,
die des Handels wegen nach Essingen kamen, an der bezeichneten Stelle die
üblichen Gebete für die
Hingeschiedenen." |
Fotos
| Zur jüdischen
Geschichte in Essingen liegen noch keine Fotos oder Abbildungen vor. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in Württemberg
und Hohenzollern. 1966 S. 2.140. |
 | Georg Wiedmann: Alte Geschichten aus Essingen und
Lauterburg. 1976 S. 111-113.
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