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Schwabach (Kreisstadt,
Mittelfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge
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Hinweis: es besteht eine weitere
Seite mit Texten
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem in früheren Jahrhunderten den hohenzollernschen
Markgrafen von Ansbach gehörenden Schwabach (Stadt seit 1364) bestand eine
jüdische Gemeinde bereits im späten Mittelalter. Ein aus Schwabach ('de
Schwobach') stammender Jude namens Mann wird 1338 als Bürger in Nürnberg genannt,
wo er möglicherweise bereits seit 1325 lebte. 1384 kam es zu einem
Pogrom in Schwabach, bei dem mehrere Juden erschlagen wurden.
Weitere Erwähnungen von
jüdischen Einwohnern Schwabach liegen für das 15. Jahrhundert vor: 1480
bestanden drei Judenhäuser. Schwabacher Juden werden in diesem Jahrhundert
mehrfach genannt, auch in Urkunden der Stadt Nürnberg (1442, 1461). Sie lebten
insbesondere vom Handel mit Geld. Wie viele jüdische Familien/Personen in
dieser Zeit tatsächlich in der Stadt lebten, ist nicht bekannt. Auch werden
keine Einrichtungen wie Synagoge oder Friedhof erwähnt.
Im 16. Jahrhundert erfährt man zwischen 1521 und 1535 von den Schwabacher Juden Simon, Michel Uriel und Abraham, die
in Nürnberg Schutzbriefe erhielten oder Verträge abgeschlossen haben. Der Jude
Simon aus Schwabach verzog 1536 nach Frankfurt, wo er in den folgenden Jahren als Schimon Wolf Auerbach
von Schwabach in Urkunden genannt wird. 1560 und 1584 wurden die
Schwabacher Juden vertrieben.
Bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges lebten offenbar keine Juden in
der Stadt. Erst nach diesem Krieg konnten sich jüdische Familien auf Wunsch des
Markgrafen zur Belebung der wirtschaftlichen Verhältnisse ansiedeln, darunter
waren nach 1670 auch aus Wien vertriebene jüdische Familien. Von 1650 bis 1714
wuchs die Zahl auf 30 jüdische Familien in der Stadt. Bei den zuziehenden
Familien handelte es sich auch um Kauf- und Handelsleute, die teilweise
umfangreiche Beziehungen zu jüdischen Handelsleuten anderer Regionen innehatten
und auch deren Namen auch in den Listen der Messegäste in Leipzig regelmäßig
erschienen.
Von großer Bedeutung für die Region wurde Schwabach als
ansbachisch-brandenburgisches Oberrabbinat. Vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis
zur Auflösung des Rabbinates 1932 amtierten immer Rabbiner in der Stadt (mehr
dazu siehe auf der Textseite).
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1811/12 279 jüdische Einwohner (3,9 % von insgesamt 7.120 Einwohnern),
1837 250 (3,5 % von 7.160), 1867 159 (2,2 % von 7.044), 1871 141 (2,1 % von
6.702), 1880 143 (1,9 % von 7.513), 1890 112 (1,4 % von 8.104), 1900 105 (1,1 %
von 9.385), 1910 83 (0,7 % von 11.195). Die Zahlen zeigen, dass bereits bis zur
Mitte des 19. Jahrhunderts die Zahl der jüdischen Einwohner zurückgegangen
war: viele, vor allem junge Juden sind nach Nordamerika ausgewandert. Nach 1861
war ein Zuzug nach Nürnberg möglich, das größere wirtschaftliche und
kulturelle Möglichkeiten bot. Dennoch blieb ein Teil der Familien in der Stadt, wo
man im Bereich des lokalen Handels immer noch ausreichend den Lebensunterhalt
verdienen konnte. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es unter den jüdischen
Familienoberhäuptern vier Vieh- und vier Tabakhändler, vier waren im
Dienstleistungsgewerbe tätig, zwei als Industrielle.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (siehe unten), eine jüdische
Schule, das bereits genannte Rabbinat, eine Jeschiwa, die 1826 zu einer
Vorbereitungsseminar für jüdische Religionslehrer erweitert wurde (siehe Textseite), ein rituelles Bad. Zur Besorgung der religiösen
Aufgaben der Gemeinde war neben dem Rabbiner und den Lehrern zeitweise auch
zusätzliche Vorbeter angestellt, die zugleich das Amt des Schächtens
innehatten. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof
Georgensgmünd beigesetzt.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde
Moses Ucko. Sein Name steht auf dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen des
Ersten Weltkrieges im nordwestlichen Teil des Stadtparks, unweit der
Eisentrautstraße.
Um 1925, als noch 43 jüdische Personen der jüdischen Gemeinde
angehörten (0,36 % von etwa 12.000) Einwohnern, waren die Vorsteher der
jüdischen Gemeinde Hermann Feuchtwanger und Moritz Rosenstein.
Distriktsrabbiner und Religionslehrer war Dr. Salomon Mannes. Zum
Distriktsrabbinat Schwabach gehörten damals die jüdischen Gemeinden
Burghaslach, Forth, Georgensgmünd, Hainsfarth,
Hüttenbach, Ottensoos mit Hersbruck, Pappenheim,
Schnaittach, Schwabach und Treuchtlingen.
Dr. Mannes unterrichtete damals an der Religionsschule vier Kinder und erteilte
insgesamt 10 jüdischen Kindern an den Schulen Religionsunterricht. An
jüdischen Vereinen bestanden der Wohltätigkeits- und Bestattungsverein Chewra
Kadischa (1924 unter Leitung von Hermann Feuchtwanger mit 7 Mitgliedern,
1932 5 Mitglieder) und
der Israelitische Frauenverein (gegründet 1852, 1924 unter Leitung von Klara Mannes mit 11
Mitgliedern, 1932 19 Mitglieder). 1932 (47 jüdische Gemeindeglieder) war erster
Vorsteher der Gemeinde Hermann Feuchtwanger, 2. Vorsteher Moritz Rosenstein.
1932 wurde das Bezirksrabbinat Schwabach aufgelöst; Schwabach wurde dem
Rabbinatsbezirk Ansbach zugeteilt.
1933, als noch 38 jüdische Einwohner in Schwabach gezählt wurden,
bestanden an jüdischen Gewerbebetrieben noch acht Handlungen (Tabakhandel,
Viehhandel, Läden), zwei Fabriken. Auf Grund der zunehmenden Repressalien,
willkürlicher Verhaftungen und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts
verzogen bis zum Juli 1937 25 der jüdischen Einwohner Schwabachs in andere Orte
(Frankfurt, München) oder konnten emigrieren (zehn nach Palästina, je zwei in
die USA und die Tschechoslowakei, einer nach England). Unter den 13 jüdischen
Einwohnern im Juli 1937 waren zwei Familien mit fünf Personen inzwischen
unterstützungsbedürftig geworden. Beim Novemberpogrom 1938 lebten noch 14
jüdische Personen in der Stadt. Sie wurden teilweise in das städtische
Gefängnis verbracht. Alle wurden gezwungen, alsbald die Stadt zu verlassen und
ihren Besitztum mit großem Verlust zu verkaufen. Am 8. Dezember 1938 war
Schwabach im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten
"judenfrei".
Von den in Schwabach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; die Liste ist mit 32 Namen
noch lückenhaft, nach anderen Angaben
starben etwa 47 Schwabacher Juden im Holocaust): Frieda Bechhöfer (1892), Jenny Damidt geb. Stern (1881), Berta Gerstle geb.
Rosenstein (1895), Bernhard Feuchtwanger (1882), Emma Feuchtwanger (1876), Leo
Feuchtwanger (1883), Leopold Feuchtwanger (1873), Mirjam Freudenberger (1886),
Sigmund Geiringer (1900), Justin Gerstle (1892), Cäcilie
Herz geb. Löwenstein (1861), Fanny Hirsch geb. Herz (1895), Frieda Köhler geb.
Rossheimer (1867), Frieda Kohn (1873), Hugo Krauß (Krausz, 1876),
Bella Kronenberger geb. Kaufmann (1884), Hannchen Lieben geb. Grünbaum (1891),
Betty Lustig geb. Feuchtwanger (1888), Mina Reis geb. Feuchtwanger (1903),
Moritz Rosenstein (1866), Hugo Rossheimer (1873), Max Rossheimer (1871), Frieda
Rossmann geb. Feuchtwanger (1891), Sofie Schlossberger geb. Feuchtwanger (1897),
Elisabeth Scooler (19095), Lea (Lina) Seligsberg geb. Feuchtwanger (1872), Sara
Stern geb. Wechsler (1881), Benzion Wechsler (1874), Jakob Wechsler (1882), Salomon Wechsler (1876),
Willy Weinschenk (1863), Esther Wissmann
(1872).
Nach 1945 kehrte nur ein ehemals in der Stadt lebender jüdischer
Einwohner zurück. Vorübergehend entstand in der Stadt eine neue jüdische
Gemeinde durch den Zuzug jüdischer Flüchtlinge und Überlebende von
Konzentrationslagern ("Displaced Persons). Im April 1947 umfasste diese
Gemeinde 221 Personen im Landkreis Schwabach, die Hälfte davon in der Stadt
selbst. Die ehemalige Synagoge wurde reaktiviert, es gab ein jüdisches
Gemeindehaus "Tel Aviv", eine jüdische Schule, Bibliothek, eine
koschere Metzgerei und einen jüdischen Fußballverein ("Kadima").
Nach Gründung des Staates Israel 1948 wanderten fast alle der Schwabacher DPs
nach Israel aus. 1949 wurden keine jüdischen Einwohner mehr in der Stadt
gezählt.
Im Jahr 2007 wohnten etwa zehn jüdische Personen in der
Stadt.
Zur Geschichte der Synagoge
Nach Angaben bei Haenle (s. Lit. S. 50-51) bestand eine Synagoge
in Schwabach bereits am Ende des 16. Jahrhunderts. Offenbar stammte diese
Synagoge aus der Zeit vor der Austreibung der jüdischen Bewohner 1560, da nicht
anzunehmen ist, dass im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts eine Synagoge
erbaut oder eingerichtet worden ist. Zu sehr bestand damals die Gefahr,
jederzeit wieder vertrieben zu werden.
Nach Zuzug der jüdischen Familien nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde
vermutlich zunächst ein Betsaal eingerichtet, 1687 eine erste
Synagoge erbaut.
1799 reichte die erste Synagoge der größer gewordenen jüdischen
Gemeinde nicht mehr aus. In diesem Jahr wurde eine neue Synagoge erbaut.
138 Jahre sollte die neue Synagoge als religiöses Zentrum der jüdischen
Gemeinde in Schwabach dienen. Aus der Synagogengeschichte seien einige Berichte
aus jüdischen Periodika zusammengestellt:
Einführung des Chorgesanges in der
Synagoge (1842)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. April 1842:
"Aus Mittelfranken, 15. März (1842). In unserm Kreis zeigt sich ein
sehr reges Leben in Bezug auf Reparatur der alten und Erbauung von neuen
Synagogen. In ganz kurzer Zeit wird man selbst in der kleinsten Gemeinde
von Mittelfranken kein Gotteshaus mehr antreffen, das nicht auf eine
würdige Weise, seinem heiligen Zwecke entsprechend, im Innern
ausgestattet ist. Den Impuls dazu hat nun jedenfalls, aller ihrer Mängel
und Inkonsequenzen ungeachtet, die 'Synagogenordnung für Mittelfranken'
gegeben, die auch einen bessern Gesang in die meisten Synagogen
eingeführt und dem äußeren Teile des Gottesdienstes, wenn ich so sagen
darf, mehr Würde gegeben hat. Ja sogar in den Synagogen der, dem
Fortschritte nicht huldigenden Rabbinen findet Choralgesang allmählich
Eingang. Sogar in Schwabach, dem Sitze unseres Stangenhalters, wie unsere
Alten den dortigen Rabbinen Wechsler heißen, ist jetzt ein Chor
errichtet, und am vergangenen Purimfeste hat man dort, wie man mir
berichtet, die Stelle - den Juden ward ein Licht (?) - gesungen.
Gott gebe, dass dieser Wunsch recht bald in Erfüllung gehe! dazu könnte
Wechsler freilich Manches beitragen. - Weniger sorgt unsere
Synagogenordnung für den inneren Menschen und in den Räumen mancher
Synagoge, in welcher an Festtagen vierstimmige Gesänge mit der größten
Präzision vorgetragen werden, hört man einen deutschen Vortrag nur am 9.
Aw, an welchem allein nur der Lehrer in deutscher Sprache zu seiner
Gemeinde zu reden hat (Synagogenordnung § 51), das Deutsche - und den
Lehrer lässt man bei uns am 9. Aw ihre Rollen spielen". |
Neuanschaffung von Torarollen (1909)
Artikel
im Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 20. August 1909:
"Nürnberg. In unserer nur aus wenigen Haushaltungen bestehenden
Nachbargemeinde Schwabach ist als Ersatz für die alte unbrauchbar
gewordene Sefer-Tora (Torarolle) beschlossen worden, eine neue schreiben
zu lassen. Die für den Etat der Gemeinde große Summe wurde in kurzer
Zeit durch freiwillige Beiträge zum größten Teil aufgebracht. Für
Beschaffung der restierenden ca. 150 Mark haben zwei dortige Herren die
Garantie übernommen, sodass das Sefer bereits in Bestellung gegeben
werden konnte." |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1909:
"Schwabach, 15. August (1909). Unsere Gemeinde hat die Anschaffung
neuer Sifrei Torot (Torarollen) - statt der Pasul
(untauglich) gewordenen - beschlossen. Der hiefür erforderliche Betrag
ist zum größten Teil durch freiwillige Spenden aufgebracht
worden". |
Die letzten Gottesdienste in der Synagoge wurden vermutlich 1937
abgehalten. Da schon mehrere Jahre kein Minjan mehr durch die jüdischen Familien
der Stadt gestellt werden konnte, kamen zuletzt zu den Feiertagen Männer aus
Fürth, um das Minjan zustande zu bringen. Im August 1938 wurde die
Synagoge an eine Brauerei verkauft,
die das Gebäude in den folgenden Jahren als Bierlager zweckentfremdete. Die
Ritualien kamen an den Landesverband nach München, darunter waren wertvolle
Toraschrein-Vorhänge, eine Tora-Krone, ein Tora-Schild, ein Becher der Chewra
Kadischa (aus dem 18. Jahrhundert) sowie ein Tora-Wimpel von 1687.
Durch den Verkauf des Synagogengebäudes an die Brauerei blieb es beim Novemberpogrom 1938 unbeschädigt.
Nach 1945 wurde die Synagoge im Zusammenhang mit der Rückführung
jüdischen Vermögens beschlagnahmt und für die bis 1948 wieder bestehende
jüdische Gemeinde in Schwabach (Displaced Persons s.o.) wieder als Synagoge
genutzt. Seit 1949 stand das Gebäude wieder leer und kam Anfang der 1950er
Jahren nach Klärung des Restitutionsverfahrens wieder in den Besitz der
Brauerei, die es wiederum als Lager verwendete.
1998 wurde von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Schwabach
und Umgebung der "Verein Synagogengasse 6 e.V." gegründet. Der Verein
übernahm das von der Brauerei geräumte Gebäude in Pacht und initiierte in den
folgenden Jahren eine Restaurierung und neue Nutzung des ehemaligen
Synagogengebäudes. Am 23. Juni 2003 beziehungsweise am 12. Oktober
2003 (Beginn des Wintersemesterprogramms der VHS) wurde im ehemaligen
Betsaal ein Seminarraum der städtischen Volkshochschule eröffnet. Die
Frauenempore wurde rekonstruiert. Am Gebäude wurde ein Vorraum
angebaut.
Zeitgleich mit der Renovierung des Synagogengebäudes wurde im Frühjahr 2001
im Gebäude Synagogengasse 10 eine ehemalige "Laubhütte" (Sukka)
entdeckt. Bei den Renovierungsarbeiten wurden unter dem Putz des
Dachgeschosses farbige Fresken vom Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt. Die
Fresken zeigen u.a. Mose mit den Gebotstafeln sowie einen Mann mit dem
Schabbeshut. Über dem Raum wurden gefasste Bretter entdeckt, die zum
Laubhüttenfest geöffnet werden konnten.
Anfang 2012 wurde durch das Ehepaar Nachum und Arje Wissmann (Jerusalem; Nachum
Wissmann ist Urenkel des 1858 bis 1901 in Schwabach tätigen Rabbiners Loeb
Wissmann) eine hebräisch beschriebene Gebotstafeln der "Alten
Synagoge" gestiftet. Sie wurden unter dem mittleren Fenster an der Ostseite
der ehemaligen Synagoge im Bereich des früher hier stehenden Toraschreines
angebracht. Eine weitere Holztafel mit der hebräisch geschriebenen Mahnung
"Gedenke, vor wem Du stehst" wird im Stadtmuseum ausgestellt, da es
vor Ort. Von Seiten der Volkshochschule waren Befürchtungen geäußert worden,
dass "sich Kursteilnehmer durch die Gebotstafeln religiös bedrängt
gefühlt könnten".
vgl. Artikel
im "Schwabacher Tagblatt" vom 23. Februar 2012: "'Das ist eine
ganz außergewöhnliche Geste".
Adresse/Standort der Synagoge: Synagogengasse 6,
ehemaliges Rabbinerhaus und Jeschiwa Synagogengasse 5, ehemaliges Schächterhaus
(im Keller vermutlich die ehemalige Mikwe) Synagogengasse 8
(seit der NS-Zeit bis 2003 hieß die
Synagogengasse Schlötzergasse).
Weitere ehemalige jüdische Häuser u.a.: Synagogengasse 14, Pinzerberg 1,3,6,21
und 36; Glockengießergasse 3,4,5 und 7.
Die ehemalige Synagoge und die bei der Renovierung im Nachbargebäude entdeckte
Laubhütte können nach Anmeldung bei der Volkhochschule besichtigt werden,
Telefon: 09122/860-204 beziehungsweise 09122/860-321 E-Mail
der Volkshochschule.
Fotos
(historische Fotos: Innenaufnahme vor 1937 und Außenaufnahme
nach 1945: Stadt Schwabach; Ritualien: Fotos von Theodor Harburger,
veröffentlicht in: Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und
Kulturdenkmäler in Bayern. Hg. von den Central Archives Jerusalem und dem
Jüdischen Museum Franken - Fürth und Schnaittach. 1998 Bd. 3 S. 697-699)
Historische Fotos vor 1937
(Fotos der Ritualien vom 4.8.1929) |
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Innenaufnahme der ehemaligen
Synagoge
mit Blick zum Toraschrein |
Tora-Krone aus Gemeindebesitz
(Keter Tora) |
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Der 34 cm hohe
Pokal der Chewra Kadischa von 1718/19.
Heute im Israel-Museum Jerusalem. |
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| Nach 1945 |
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Die ehemalige Synagoge vor der
Restaurierung |
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Nach der Restaurierung der
ehemaligen Synagoge |
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Die ehemalige Synagoge mit dem
charakteristischen Walmdach |
Im Inneren der Synagoge. Über
den Säulen
die (rekonstruierte) Frauenempore |
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Foto aus der unweit der
Synagoge
gefundenen Sukka (Laubhütte) |
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Mose überbringt die
Gebotstafeln |
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| Die alte Judenschule |
Eingangsportale der
alten Judenschule |
Seitenansicht |
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| Straßenschild
Synagogenstraße |
Die ehemalige Synagoge |
Eingangsportal |
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| Hinweistafel "Haus der
Volkshochschule" |
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| Treppenhaus der ehemaligen
Synagoge |
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Im früheren
"Judenviertel"
der Stadt |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,2 S. 749; III,2 S. 1332. |
 | Sigmund Haenle: Geschichte der Juden im ehemaligen
Fürstentum Ansbach. 1867. Nachdruck 1990 (Reihe: Bayerische jüdische
Schriften, hg. von Karl W. Schubsky und Hermann Süß. Bd. 1). Passim. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 227-229. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 182-183. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 362-368 (mit
zahlreichen Literaturangaben). |
 | Michael Schneeberger: Schwabach, ein Bollwerk der
Jiddischkeit - über die Geschichte der Schwabacher Juden. Reihe: Jüdische
Landgemeinden in Bayern (13). In: Jüdisches Leben in Bayern.
Mitteilungsblatt des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in
Bayern. 20. Jahrgang Nr. 99 Dezember 2005. S. 18-24 (mit zahlreichen
Quellen- und Literaturangaben).
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 | "Mehr als
Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II:
Mittelfranken.
Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid,
Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von
Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg.
von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz.
Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und
herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3:
Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010.
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im
Allgäu.
ISBN 978-3-89870-448-9. Abschnitt zu Schwabach S. 614-631. |
 | Hans-Peter
Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und
Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur
Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Schwabach S. 136-139.
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 | neu
in 2011: Isak Nethanel Gath: Der Hexenmeister von
Schwabach. Der Prozess gegen den Ansbachischen Landesrabbiner Hirsch
Fränkel. Reihe: Mittelfränkische Studien Bd. 21. Hrsg.: Historischer
Verein für Mittelfranken. 2011. ISBN 978-3-87707-812-9. 19,90 €.
Anmerkung von Christof Eberstadt zu diesem Buch: "Der Verfasser hat sämtliche zur Zeit ihm verfügbaren Quellen zur Geschichte der Prozesse gegen den Ansbacher Hofjuden
Elkan Fränkel und seinen Bruder, den Landesrabbiner Zwi Hirsch Fränkel ausgewertet, und eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zu den Personen, ihren Familien und ihrem Umfeld gefunden, und vor allem eine ganze Menge tradierter Überlieferungen in den Bereich der Fabel verwiesen, und korrigiert. Ein wahrer Gewinn!"
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Schwabach Middle Franconia.
The 14th century community was destroyed in local riots in 1384. In the 16th
century the Jews were expelled at least twice (1560, 1585). Their situation
improved in the 17th century under the collective privilege accorded by the
counts of Brandenburg to the Landjudenschaft organization of the Ansbach
principality. Schwabach was the seat of the chief rabbinate of the principality
for 80 years, starting in 1709. In 1713, the first chief rabbi, Tzevi Hirsch
Fraenkel, was charged with witchcraft and defaming Christianity and imprisoned
for 24 years. Riots followed a libel in 1729 that Jews had desecrated Christian
holy objects. In 1744 the community's religious books were impounded as in other
important Bavarian communities on charges of anti-Christian teachings. Despite
persecution the community flourished, dealing mainly in jewelry and horse
trading. in the 19th century Jews found themselves reduced to petty trade,
totally excluded from the crafts. In 1823 the Bavarian government reduced the
legal number of resident Jewish families from 41 to 20. Nonetheless, the Jewish
population reached 250 in 1837 (total 7,160). A yeshiva and talmud torah were
opened during the century. In 1880 the Jewish population stood at 143; in 1933,
it was 38. After 1933 many Jews were arrested on various pretexts. All left by
1938, ten for Palestine and the last 13 after Kristallnacht (9-10
November 1938).

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