Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schwabach (Kreisstadt, Mittelfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Zur Geschichte der Synagoge 
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Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
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Hinweis: es besteht eine weitere Seite mit Texten 

zur Geschichte des Rabbinates in Schwabach 
Zur Geschichte der Jeschiwa / Talmud-Tora-Schule / Talmud - Tora-Institut 
zur Geschichte der jüdischen Gemeinde 

 
 
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
    
In dem in früheren Jahrhunderten den hohenzollernschen Markgrafen von Ansbach gehörenden Schwabach (Stadt seit 1364) bestand eine jüdische Gemeinde bereits im späten Mittelalter. Ein aus Schwabach ('de Schwobach') stammender Jude namens Mann wird 1338 als Bürger in Nürnberg genannt, wo er möglicherweise bereits seit 1325 lebte. 1384 kam es zu einem Pogrom in Schwabach, bei dem mehrere Juden erschlagen wurden. 
  
Weitere Erwähnungen von jüdischen Einwohnern Schwabach liegen für das 15. Jahrhundert vor: 1480 bestanden drei Judenhäuser. Schwabacher Juden werden in diesem Jahrhundert mehrfach genannt, auch in Urkunden der Stadt Nürnberg (1442, 1461). Sie lebten insbesondere vom Handel mit Geld. Wie viele jüdische Familien/Personen in dieser Zeit tatsächlich in der Stadt lebten, ist nicht bekannt. Auch werden keine Einrichtungen wie Synagoge oder Friedhof erwähnt. 
Im 16. Jahrhundert erfährt man zwischen 1521 und 1535 von den Schwabacher Juden Simon, Michel Uriel und Abraham, die in Nürnberg Schutzbriefe erhielten oder Verträge abgeschlossen haben. Der Jude Simon aus Schwabach verzog 1536 nach Frankfurt, wo er in den folgenden Jahren als Schimon Wolf Auerbach von Schwabach in Urkunden genannt wird. 1560 und 1584 wurden die Schwabacher Juden vertrieben.

Bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges lebten offenbar keine Juden in der Stadt. Erst nach diesem Krieg konnten sich jüdische Familien auf Wunsch des Markgrafen zur Belebung der wirtschaftlichen Verhältnisse ansiedeln, darunter waren nach 1670 auch aus Wien vertriebene jüdische Familien. Von 1650 bis 1714 wuchs die Zahl auf 30 jüdische Familien in der Stadt. Bei den zuziehenden Familien handelte es sich auch um Kauf- und Handelsleute, die teilweise umfangreiche Beziehungen zu jüdischen Handelsleuten anderer Regionen innehatten und auch deren Namen auch in den Listen der Messegäste in Leipzig regelmäßig erschienen.  

Von großer Bedeutung für die Region wurde Schwabach als ansbachisch-brandenburgisches Oberrabbinat. Vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis zur Auflösung des Rabbinates 1932 amtierten immer Rabbiner in der Stadt (mehr dazu siehe auf der Textseite). 

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1811/12 279 jüdische Einwohner (3,9 % von insgesamt 7.120 Einwohnern), 1837 250 (3,5 % von 7.160), 1867 159 (2,2 % von 7.044), 1871 141 (2,1 % von 6.702), 1880 143 (1,9 % von 7.513), 1890 112 (1,4 % von 8.104), 1900 105 (1,1 % von 9.385), 1910 83 (0,7 % von 11.195). Die Zahlen zeigen, dass bereits bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Zahl der jüdischen Einwohner zurückgegangen war: viele, vor allem junge Juden sind nach Nordamerika ausgewandert. Nach 1861 war ein Zuzug nach Nürnberg möglich, das größere wirtschaftliche und kulturelle Möglichkeiten bot. Dennoch blieb ein Teil der Familien in der Stadt, wo man im Bereich des lokalen Handels immer noch ausreichend den Lebensunterhalt verdienen konnte. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es unter den jüdischen Familienoberhäuptern vier Vieh- und vier Tabakhändler, vier waren im Dienstleistungsgewerbe tätig, zwei als Industrielle. 
  
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (siehe unten), eine jüdische Schule, das bereits genannte Rabbinat, eine Jeschiwa, die 1826 zu einer Vorbereitungsseminar für jüdische Religionslehrer erweitert wurde (siehe Textseite), ein rituelles Bad. Zur Besorgung der religiösen Aufgaben der Gemeinde war neben dem Rabbiner und den Lehrern zeitweise auch zusätzliche Vorbeter angestellt, die zugleich das Amt des Schächtens innehatten. Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof Georgensgmünd beigesetzt. 
    
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Moses Ucko. Sein Name steht auf dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im nordwestlichen Teil des Stadtparks, unweit der Eisentrautstraße. 

Um 1925
, als noch 43 jüdische Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (0,36 % von etwa 12.000) Einwohnern, waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde Hermann Feuchtwanger und Moritz Rosenstein. Distriktsrabbiner und Religionslehrer war Dr. Salomon Mannes. Zum Distriktsrabbinat Schwabach gehörten damals die jüdischen Gemeinden Burghaslach, Forth, Georgensgmünd, Hainsfarth, Hüttenbach, Ottensoos mit Hersbruck, Pappenheim, Schnaittach, Schwabach und Treuchtlingen. Dr. Mannes unterrichtete damals an der Religionsschule vier Kinder und erteilte insgesamt 10 jüdischen Kindern an den Schulen Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen bestanden der Wohltätigkeits- und Bestattungsverein Chewra Kadischa (1924 unter Leitung von Hermann Feuchtwanger mit 7 Mitgliedern, 1932 5 Mitglieder) und der Israelitische Frauenverein (gegründet 1852, 1924 unter Leitung von Klara Mannes mit 11 Mitgliedern, 1932 19 Mitglieder). 1932 (47 jüdische Gemeindeglieder) war erster Vorsteher der Gemeinde Hermann Feuchtwanger, 2. Vorsteher Moritz Rosenstein. 1932 wurde das Bezirksrabbinat Schwabach aufgelöst; Schwabach wurde dem Rabbinatsbezirk Ansbach zugeteilt.    

1933, als noch 38 jüdische Einwohner in Schwabach gezählt wurden, bestanden an jüdischen Gewerbebetrieben noch acht Handlungen (Tabakhandel, Viehhandel, Läden), zwei Fabriken. Auf Grund der zunehmenden Repressalien, willkürlicher Verhaftungen und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verzogen bis zum Juli 1937 25 der jüdischen Einwohner Schwabachs in andere Orte (Frankfurt, München) oder konnten emigrieren (zehn nach Palästina, je zwei in die USA und die Tschechoslowakei, einer nach England). Unter den 13 jüdischen Einwohnern im Juli 1937 waren zwei Familien mit fünf Personen inzwischen unterstützungsbedürftig geworden. Beim Novemberpogrom 1938 lebten noch 14 jüdische Personen in der Stadt. Sie wurden teilweise in das städtische Gefängnis verbracht. Alle wurden gezwungen, alsbald die Stadt zu verlassen und ihren Besitztum mit großem Verlust zu verkaufen. Am 8. Dezember 1938 war Schwabach im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten "judenfrei".  

Von den in Schwabach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"; die Liste ist mit 32 Namen noch lückenhaft, nach anderen Angaben starben etwa 47 Schwabacher Juden im Holocaust): Frieda Bechhöfer (1892), Jenny Damidt geb. Stern (1881), Berta Gerstle geb. Rosenstein (1895), Bernhard Feuchtwanger (1882), Emma Feuchtwanger (1876), Leo Feuchtwanger (1883), Leopold Feuchtwanger (1873), Mirjam Freudenberger (1886), Sigmund Geiringer (1900), Justin Gerstle (1892), Cäcilie Herz geb. Löwenstein (1861), Fanny Hirsch geb. Herz (1895), Frieda Köhler geb. Rossheimer (1867), Frieda Kohn (1873), Hugo Krauß (Krausz, 1876), Bella Kronenberger geb. Kaufmann (1884), Hannchen Lieben geb. Grünbaum (1891), Betty Lustig geb. Feuchtwanger (1888), Mina Reis geb. Feuchtwanger (1903), Moritz Rosenstein (1866), Hugo Rossheimer (1873), Max Rossheimer (1871), Frieda Rossmann geb. Feuchtwanger (1891), Sofie Schlossberger geb. Feuchtwanger (1897), Elisabeth Scooler (19095), Lea (Lina) Seligsberg geb. Feuchtwanger (1872), Sara Stern geb. Wechsler (1881), Benzion Wechsler (1874), Jakob Wechsler (1882), Salomon Wechsler (1876), Willy Weinschenk (1863), Esther Wissmann (1872). 
    
Nach 1945 kehrte nur ein ehemals in der Stadt lebender jüdischer Einwohner zurück. Vorübergehend entstand in der Stadt eine neue jüdische Gemeinde durch den Zuzug jüdischer Flüchtlinge und Überlebende von Konzentrationslagern ("Displaced Persons). Im April 1947 umfasste diese Gemeinde 221 Personen im Landkreis Schwabach, die Hälfte davon in der Stadt selbst. Die ehemalige Synagoge wurde reaktiviert, es gab ein jüdisches Gemeindehaus "Tel Aviv", eine jüdische Schule, Bibliothek, eine koschere Metzgerei und einen jüdischen Fußballverein ("Kadima"). Nach Gründung des Staates Israel 1948 wanderten fast alle der Schwabacher DPs nach Israel aus. 1949 wurden keine jüdischen Einwohner mehr in der Stadt gezählt. 
  
Im Jahr 2007 wohnten etwa zehn jüdische Personen in der Stadt
.  
    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge 
      
Nach Angaben bei Haenle (s. Lit. S. 50-51) bestand eine Synagoge in Schwabach bereits am Ende des 16. Jahrhunderts. Offenbar stammte diese Synagoge aus der Zeit vor der Austreibung der jüdischen Bewohner 1560, da nicht anzunehmen ist, dass im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts eine Synagoge erbaut oder eingerichtet worden ist. Zu sehr bestand damals die Gefahr, jederzeit wieder vertrieben zu werden.    

Nach Zuzug der jüdischen Familien nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde vermutlich zunächst ein Betsaal eingerichtet, 1687 eine erste Synagoge erbaut. 

1799 reichte die erste Synagoge der größer gewordenen jüdischen Gemeinde nicht mehr aus. In diesem Jahr wurde eine neue Synagoge erbaut. 138 Jahre sollte die neue Synagoge als religiöses Zentrum der jüdischen Gemeinde in Schwabach dienen. Aus der Synagogengeschichte seien einige Berichte aus jüdischen Periodika zusammengestellt:     
   
Einführung des Chorgesanges in der Synagoge (1842)   

Schwabach AZJ 09041842sy.jpg (131621 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. April 1842: "Aus Mittelfranken, 15. März (1842). In unserm Kreis zeigt sich ein sehr reges Leben in Bezug auf Reparatur der alten und Erbauung von neuen Synagogen. In ganz kurzer Zeit wird man selbst in der kleinsten Gemeinde von Mittelfranken kein Gotteshaus mehr antreffen, das nicht auf eine würdige Weise, seinem heiligen Zwecke entsprechend, im Innern ausgestattet ist. Den Impuls dazu hat nun jedenfalls, aller ihrer Mängel und Inkonsequenzen ungeachtet, die 'Synagogenordnung für Mittelfranken' gegeben, die auch einen bessern Gesang in die meisten Synagogen eingeführt und dem äußeren Teile des Gottesdienstes, wenn ich so sagen darf, mehr Würde gegeben hat. Ja sogar in den Synagogen der, dem Fortschritte nicht huldigenden Rabbinen findet Choralgesang allmählich Eingang. Sogar in Schwabach, dem Sitze unseres Stangenhalters, wie unsere Alten den dortigen Rabbinen Wechsler heißen, ist jetzt ein Chor errichtet, und am vergangenen Purimfeste hat man dort, wie man mir berichtet, die Stelle - den Juden ward ein Licht (?) - gesungen. Gott gebe, dass dieser Wunsch recht bald in Erfüllung gehe! dazu könnte Wechsler freilich Manches beitragen. - Weniger sorgt unsere Synagogenordnung für den inneren Menschen und in den Räumen mancher Synagoge, in welcher an Festtagen vierstimmige Gesänge mit der größten Präzision vorgetragen werden, hört man einen deutschen Vortrag nur am 9. Aw, an welchem allein nur der Lehrer in deutscher Sprache zu seiner Gemeinde zu reden hat (Synagogenordnung § 51), das Deutsche - und den Lehrer lässt man bei uns am 9. Aw ihre Rollen spielen".  

Neuanschaffung von Torarollen (1909)  

Schwabach FrfIsrFambl 20081909sy.jpg (52074 Byte)Artikel im Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 20. August 1909: "Nürnberg. In unserer nur aus wenigen Haushaltungen bestehenden Nachbargemeinde Schwabach ist als Ersatz für die alte unbrauchbar gewordene Sefer-Tora (Torarolle) beschlossen worden, eine neue schreiben zu lassen. Die für den Etat der Gemeinde große Summe wurde in kurzer Zeit durch freiwillige Beiträge zum größten Teil aufgebracht. Für Beschaffung der restierenden ca. 150 Mark haben zwei dortige Herren die Garantie übernommen, sodass das Sefer bereits in Bestellung gegeben werden konnte."
Schwabach Israelit 19081909sy.jpg (19141 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. August 1909: "Schwabach, 15. August (1909). Unsere Gemeinde hat die Anschaffung neuer Sifrei Torot (Torarollen) - statt der Pasul (untauglich) gewordenen - beschlossen. Der hiefür erforderliche Betrag ist zum größten Teil durch freiwillige Spenden aufgebracht worden". 

Die letzten Gottesdienste in der Synagoge wurden vermutlich 1937 abgehalten. Da schon mehrere Jahre kein Minjan mehr durch die jüdischen Familien der Stadt gestellt werden konnte, kamen zuletzt zu den Feiertagen Männer aus Fürth, um das Minjan zustande zu bringen. Im August 1938 wurde die Synagoge an eine Brauerei verkauft, die das Gebäude in den folgenden Jahren als Bierlager zweckentfremdete. Die Ritualien kamen an den Landesverband nach München, darunter waren wertvolle Toraschrein-Vorhänge, eine Tora-Krone, ein Tora-Schild, ein Becher der Chewra Kadischa (aus dem 18. Jahrhundert) sowie ein Tora-Wimpel von 1687. 
Durch den Verkauf des Synagogengebäudes an die Brauerei blieb es beim Novemberpogrom 1938 unbeschädigt.
  
Nach 1945 wurde die Synagoge im Zusammenhang mit der Rückführung jüdischen Vermögens beschlagnahmt und für die bis 1948 wieder bestehende jüdische Gemeinde in Schwabach (Displaced Persons s.o.) wieder als Synagoge genutzt. Seit 1949 stand das Gebäude wieder leer und kam Anfang der 1950er Jahren nach Klärung des Restitutionsverfahrens wieder in den Besitz der Brauerei, die es wiederum als Lager verwendete. 
 
1998 wurde von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Schwabach und Umgebung der "Verein Synagogengasse 6 e.V." gegründet. Der Verein übernahm das von der Brauerei geräumte Gebäude in Pacht und initiierte in den folgenden Jahren eine Restaurierung und neue Nutzung des ehemaligen Synagogengebäudes. Am 23. Juni 2003 beziehungsweise am 12. Oktober 2003 (Beginn des Wintersemesterprogramms der VHS) wurde im ehemaligen Betsaal ein Seminarraum der städtischen Volkshochschule eröffnet. Die Frauenempore wurde rekonstruiert. Am Gebäude wurde ein Vorraum angebaut.  

Zeitgleich mit der Renovierung des Synagogengebäudes wurde im Frühjahr 2001 im Gebäude Synagogengasse 10 eine ehemalige "Laubhütte" (Sukka) entdeckt. Bei den Renovierungsarbeiten wurden unter dem Putz des Dachgeschosses farbige Fresken vom Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt. Die Fresken zeigen u.a. Mose mit den Gebotstafeln sowie einen Mann mit dem Schabbeshut. Über dem Raum wurden gefasste Bretter entdeckt, die zum Laubhüttenfest geöffnet werden konnten. 
  
Anfang 2012 wurde durch das Ehepaar Nachum und Arje Wissmann (Jerusalem; Nachum Wissmann ist Urenkel des 1858 bis 1901 in Schwabach tätigen Rabbiners Loeb Wissmann) eine hebräisch beschriebene Gebotstafeln der "Alten Synagoge" gestiftet. Sie wurden unter dem mittleren Fenster an der Ostseite der ehemaligen Synagoge im Bereich des früher hier stehenden Toraschreines angebracht. Eine weitere Holztafel mit der hebräisch geschriebenen Mahnung "Gedenke, vor wem Du stehst" wird im Stadtmuseum ausgestellt, da es vor Ort. Von Seiten der Volkshochschule waren Befürchtungen geäußert worden, dass "sich Kursteilnehmer durch die Gebotstafeln religiös bedrängt gefühlt könnten". 
vgl. Artikel im "Schwabacher Tagblatt" vom 23. Februar 2012: "'Das ist eine ganz außergewöhnliche Geste".      
     
     
Adresse/Standort der SynagogeSynagogengasse 6, ehemaliges Rabbinerhaus und Jeschiwa Synagogengasse 5, ehemaliges Schächterhaus (im Keller vermutlich die ehemalige Mikwe) Synagogengasse 8 
(seit der NS-Zeit bis 2003 hieß die Synagogengasse Schlötzergasse).
Weitere ehemalige jüdische Häuser u.a.: Synagogengasse 14, Pinzerberg 1,3,6,21 und 36; Glockengießergasse 3,4,5 und 7.

Die ehemalige Synagoge und die bei der Renovierung im Nachbargebäude entdeckte Laubhütte können nach Anmeldung bei der Volkhochschule besichtigt werden, Telefon: 09122/860-204 beziehungsweise 09122/860-321  E-Mail der Volkshochschule.  
   
   
Fotos
(historische Fotos: Innenaufnahme vor 1937 und Außenaufnahme nach 1945: Stadt Schwabach; Ritualien: Fotos von Theodor Harburger, veröffentlicht in: Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Hg. von den Central Archives Jerusalem und dem Jüdischen Museum Franken - Fürth und Schnaittach. 1998 Bd. 3 S. 697-699)

Historische Fotos vor 1937
(Fotos der Ritualien vom 4.8.1929)
Schwabach Synagoge 128.jpg (50497 Byte) Schwabach Synagoge 132.jpg (72619 Byte)
  Innenaufnahme der ehemaligen Synagoge
 mit Blick zum Toraschrein
Tora-Krone aus Gemeindebesitz
 (Keter Tora)
     
  Schwabach Synagoge 130.jpg (55862 Byte) Schwabach Synagoge 131.jpg (76341 Byte)
  Der 34 cm hohe Pokal der Chewra Kadischa von 1718/19. 
Heute im Israel-Museum Jerusalem.
   
Nach 1945 
Die ehemalige Synagoge vor der
 Restaurierung
     
Nach der Restaurierung der 
ehemaligen Synagoge
Schwabach Synagoge 120.jpg (52715 Byte) Schwabach Synagoge 121.jpg (5710 Byte)
  Die ehemalige Synagoge mit dem
 charakteristischen Walmdach
Im Inneren der Synagoge. Über den Säulen
 die (rekonstruierte) Frauenempore
     
Foto aus der unweit der Synagoge
 gefundenen Sukka (Laubhütte)
Schwabach Sukka 100.jpg (15118 Byte)
Mose überbringt die Gebotstafeln  
      
Schwabach Judenschule 160.jpg (75092 Byte) Schwabach Judenschule 161.jpg (95513 Byte) Schwabach Judenschule 162.jpg (94190 Byte)
Die alte Judenschule  Eingangsportale der alten Judenschule Seitenansicht
     
Schwabach Synagoge 160.jpg (48538 Byte) Schwabach Synagoge 161.jpg (73871 Byte) Schwabach Synagoge 162.jpg (58700 Byte)
Straßenschild Synagogenstraße  Die ehemalige Synagoge Eingangsportal
     
Schwabach Synagoge 163.jpg (61374 Byte) Schwabach Synagoge 167.jpg (87467 Byte) Schwabach Synagoge 164.jpg (58758 Byte)
Hinweistafel "Haus der Volkshochschule"     
     
Schwabach Synagoge 165.jpg (52076 Byte) Schwabach Synagoge 166.jpg (65416 Byte)
Treppenhaus der ehemaligen Synagoge     
     
Im früheren "Judenviertel" 
der Stadt
Schwabach Stadt 160.jpg (94273 Byte) Schwabach Stadt 163.jpg (94692 Byte)
        
Schwabach Stadt 161.jpg (90130 Byte) Schwabach Stadt 162.jpg (87008 Byte)  
      

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

August 2013: In Schwabach sollen "Stolpersteine" verlegt werden   
Artikel von oh/ukb im "Schwabacher Tagblatt" vom 22.August 2013 (Link zum Artikel): "'Stolpersteine' erinnern an NS-Opfer
Nur drei Schwabacher Juden überlebten das KZ — Namen als Inschrift in Pflaster - 
SCHWABACH - Mit der Informationsveranstaltung über 'Stolpersteine für Schwabach' hat dieses Projekt Gesicht und Namen bekommen. Ahnenforscherin Melanie Greiner erläuterte, dass sie durch ihre Tätigkeit auf die Initiative 'Stolpersteine' des Künstlers Gunter Demnig gestoßen sei. Er hat kleine Gedenksteine geschaffen, die in vielen deutschen Städten in das Pflaster von öffentlichen Gehwegen eingelassen werden, um an das Schicksal der Menschen zu erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben worden sind.

Für die Idee, diese Steine auch in Schwabach zu setzten, gewann Melanie Greiner sogleich Daniela Hechtel, Nicola Meining, Stadtheimatpflegerin Ursula Kaiser-Biburger und Tilman Kuhl, den Landtagskandidaten der Grünen. Mit dazu gehören auch gleich die beiden Jugendlichen Mia-Noelle Greiner und Leah Hechtel. Sie brachten sich mit dem Vortrag des bewegenden 'Poem' der jungen jüdischen Autorin Selma Meerbaum-Eisinger ein, die mit 18 Jahren in einem Arbeitslager an Flecktyphus starb. Die Verszeile daraus 'Ich will leben' sorgte ebenso für die angemessene Einstimmung wie die Musik, die der Pianist Andreas Maueröder und die junge Flötistin Dana Kopp zur musikalischen Umrahmung ausgewählt hatten..."  
Siehe auch die Website www.stolpersteine-schwabach.com     Kontakt über E-Mail info@stolpersteine-schwabach.com    
 

  
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Schwabach 
mit Seite "Jüdische Welten", Seite zur jüdischen Geschichte Schwabachs, Seite zur ehemaligen Synagoge, Seite zur Laubhütte im Haus Synagogengasse 10
Website www.stolpersteine-schwabach.com 
Website www.ahnen-cafe.de  (über das dortige "Forum" finden sich Hinweise zur jüdischen Orts- und Familiengeschichte in Bayern)   

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 749; III,2 S. 1332.
Sigmund Haenle: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstentum Ansbach. 1867. Nachdruck 1990 (Reihe: Bayerische jüdische Schriften, hg. von Karl W. Schubsky und Hermann Süß. Bd. 1). Passim.
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 227-229.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 182-183.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 362-368 (mit zahlreichen Literaturangaben).
Michael Schneeberger: Schwabach, ein Bollwerk der Jiddischkeit - über die Geschichte der Schwabacher Juden. Reihe: Jüdische Landgemeinden in Bayern (13). In: Jüdisches Leben in Bayern. Mitteilungsblatt des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 20. Jahrgang Nr. 99 Dezember 2005. S. 18-24 (mit zahlreichen Quellen- und Literaturangaben).
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Schwabach S. 614-631.
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Schwabach S. 136-139.  
Ansbach Lit 085.jpg (39016 Byte)Isak Nethanel Gath: Der Hexenmeister von Schwabach. Der Prozess gegen den Ansbachischen Landesrabbiner Hirsch Fränkel. Reihe: Mittelfränkische Studien Bd. 21. Hrsg.: Historischer Verein für Mittelfranken. 2011. ISBN 978-3-87707-812-9.   19,90 €.   
Anmerkung von Christof Eberstadt zu diesem Buch: "Der Verfasser hat sämtliche zur Zeit ihm verfügbaren Quellen zur Geschichte der Prozesse gegen den Ansbacher Hofjuden Elkan Fränkel und seinen Bruder, den Landesrabbiner Zwi Hirsch Fränkel ausgewertet, und eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zu den Personen, ihren Familien und ihrem Umfeld gefunden, und vor allem eine ganze Menge tradierter Überlieferungen in den Bereich der Fabel verwiesen, und korrigiert. Ein wahrer Gewinn!" 
 
Andrea Kluxen / Julia Hecht: Der Rabbinatsbezirk Schwabach. Reihe Franconia Judaica Band 4. 156 S. Ergon Verlag Würzburg 2009. 
Es handelt sich um Referate der am 28. November 2008 in der Alten Synagoge Schwabach abgehaltenen Tagung der Reihe "Franconia Judaica", veranstaltet vom Bezirk Mittelfranken in Kooperation mit der Volkshochschule Schwabach und dem Jüdischen Museum Franken.

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Schwabach  Middle Franconia. The 14th century community was destroyed in local riots in 1384. In the 16th century the Jews were expelled at least twice (1560, 1585). Their situation improved in the 17th century under the collective privilege accorded by the counts of Brandenburg to the Landjudenschaft organization of the Ansbach principality. Schwabach was the seat of the chief rabbinate of the principality for 80 years, starting in 1709. In 1713, the first chief rabbi, Tzevi Hirsch Fraenkel, was charged with witchcraft and defaming Christianity and imprisoned for 24 years. Riots followed a libel in 1729 that Jews had desecrated Christian holy objects. In 1744 the community's religious books were impounded as in other important Bavarian communities on charges of anti-Christian teachings. Despite persecution the community flourished, dealing mainly in jewelry and horse trading. in the 19th century Jews found themselves reduced to petty trade, totally excluded from the crafts. In 1823 the Bavarian government reduced the legal number of resident Jewish families from 41 to 20. Nonetheless, the Jewish population reached 250 in 1837 (total 7,160). A yeshiva and talmud torah were opened during the century. In 1880 the Jewish population stood at 143; in 1933, it was 38. After 1933 many Jews were arrested on various pretexts. All left by 1938, ten for Palestine and the last 13 after Kristallnacht (9-10 November 1938). 
  
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 20. November 2013