Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schwabach (Kreisstadt, Mittelfranken)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt, des Rabbinats und der Talmud-Tora-Schule 
      

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Schwabach wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 2.11.2015. 
  
Literaturhinweis:   Andrea Kluxen / Julia Hecht: Der Rabbinatsbezirk Schwabach. Reihe Franconia Judaica Band 4. 156 S. Ergon Verlag Würzburg 2009.   
    
Es sind noch nicht alle Texte ausgeschrieben - bei Interesse bitte die verkleinerte Textabbildung anklicken   
     
     
Übersicht:

Aus der Geschichte des Schwabacher Rabbinates  
-  Rabbiner Hirsch Fränkel (Rabbiner 1709-1713) 
Die Rabbiner zwischen 1715 und 1820  
-  Rabbiner Abraham Wechsler (Rabbiner 1820-1850) 
Rabbiner Abraham Wechsler ist zum Kuraufenthalt in Krumbach und predigt in der Synagoge in Hürben (1849)    
Zum Tod von Rabbiner Abraham Wechsel (1850)    
Vertretung des Rabbinates durch Rabbiner Nathan Feuchtwanger (1850-1851)    
Vorübergehende Auflösung des Rabbinates Schwabach (1851-1857)    
Überlegungen zur Neuzuteilung der Rabbinate (1853)   
Rabbiner Löb / Leo Wißmann als Distriktrabbiner und Rabbiner Hyle Wechsler an der Talmud-Tora-Schule (ab 1857)  
Wahl von Rabbiner Leo Wißmann (1857)   
Der Rabbiner (vermutlich R. Wissmann als Distriktsrabbiner) hat - zumindest kurzzeitig - große Schwierigkeiten mit dem Gemeindevorstand (1860) 
Rabbiner Leo Wissmann unterrichtet die israelitischen Seminaristen am Lehrerseminar Schwabach (1862)  
Rabbiner Hyle Wechsler verlässt Schwabach (1887)   
Zum Tod von Rabbiner Nathan Feuchtwanger (1889)  
Rabbiner Dr. Mannes übernimmt die Vertretung des Rabbinates (1901)  
Mitteilung des Todes von Distriktsrabbiner Wißmann (1903)   
Zum Tod von Distriktsrabbiner Leo Wissmann (1903)  
Rabbiner Dr. Salomon Mannes (Rabbiner 1903-1932)     
Rabbiner Dr. Mannes wird zum Distriktsrabbiner in Schwabach gewählt (1903)   
25-jähriges Dienstjubiläum von Dr. Salomon Mannes (1926)  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
-  Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1884  
Aus der Geschichte der Jeschiwa, der Talmud-Tora-Schule beziehungsweise des Talmud-Tora-Instituts    
Anerkennung der Ausbildung am Schullehrer-Seminar in Schwabach (1844  
Über die Talmud-Tora-Schule von Abraham Wechsler (1846)   
-  Aus einem Bericht über die Talmudschulen in Bayern (1866)   
Rechenschaftsbericht über die Talmudschule (1876)   
-  Rechenschaftsbericht über die Talmudschule (1877-1879)  
Finanzbericht über den Zeitraum von 1879-1883   
Ausschreibung der Talmud-Tora-Schule (1889)  
Ausschreibung der Talmud-Tora-Schule (1892)  
-  Bezug eines neuen Hauses (1891/92)  
Ausschreibung der Talmud-Tora-Schule (1894)    
-  Ausschreibung der Talmud-Tora-Schule (1896)  
Ausschreibungen der Talmud-Tora-Schule (1900 /1901 / 1902)  
-  Veränderungen unter Rabbiner Dr. Mannes  
Ü
ber das Talmud-Tora-Institut in Schwabach unter Rabbiner Dr. Manes (1903)     
Ausschreibungrn des Talmud-Tora-Instituts (1903) 
B
ericht über das Talmud-Tora-Institut (1904)  
Veränderungen im Talmud-Tora-Institut (1904)      
Neubau-Pläne (1904)   
Ausschreibung des Talmud-Tora-Instituts (1907)  
Aufgabe der Lehrerausbildung und Umwandlung in ein Knaben-Pensionat (1907) 
Bericht über das Talmud-Tora-Institut (1908)   
Erfolge der Schüler des Talmud-Tora-Instituts am Progymnasium Schwabach (1908) sowie Rücksichtnahme auf die jüdischen Schüler  
Bericht über das Talmud-Tora-Institut (1911)  
Das Talmud-Tora-Institut wird von Schwabach nach Nürnberg verlegt (1921)     
Lehrer Translateur (Rastatt) organisiert ein Ehemaligen-Treffen der Schüler der Präparandenschule (1925)  
Jüdische Studierende am Königlichen Lehrerseminar   
Die Seminaristen am königlichen Schullehrerseminar können an den Schabbatgottesdiensten teilnehmen (1869)  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
-  Das protestantische Dekanat protestiert bei der Stadt (1898)  
-  Rücksichtnahme auf jüdische Schüler am Progymnasium (1907)  
-  Ausschreibung des Ferien- und Schülerheims Schwabach (1915)   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Zum Tod von Hanna Goldberg geb. Rosenbaum, Inhaberin eines Bankgeschäftes in Nürnberg (geb. 1822 in Schwabach, gest. 1879 in Schwabach)     
-  Nadelfabrikant Städtler wird zum Kommerzienrat ernannt (1887)  
-  Zum Wegzug des langjährigen Kultusvorstandes Grünbaum nach Nürnberg (1891)   
-  Zum Tod des aus Schwabach stammenden Siegmund Held (1860-1926)   
-  Zum Tod des aus Schwabach stammenden Abraham Grünbaum (gest. in Frankfurt 1921)  
-  Zum Tod von Simon Feuchtwanger (1928)  
Zum Tod des aus Schwabach stammenden Simon Dingfelder (1928)      
-  Aus der Jugendzeit Simon Dingfelders (Artikel von 1930)  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige des Bronce- und Blattgold Fabrikgeschäft von A. Grünbaum (1890)       
-  Paula Oettinger sucht eine Haushaltshilfe (1916)   
-  Verlobungsanzeige von Sonja Ross und Julius Mannes (1927)   
-  Hochzeitsanzeige von Julius Mannes und Sonja geb. Ross (1928)  
Hochzeitsanzeige von Otto Reis und Mina Reis geb. Feuchtwanger (1929) 
Anzeige von Frau Toni Levite (1936)     
Sonstiges 
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: Grabsteine in New York für Babette Kohn (1836-1893) und Babette Kitzinger (1809-1899), beide aus Schwabach    

      
      
 

  

  

Aus der Geschichte des Schwabacher Rabbinates       
(Siegel links: aus den Zeugnissen für Gustav Spielmann, s.u. bei Rabbiner Mannes)  
    
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts war Schwabach Sitz eines Distriktrabbinates. Erster bekannter Rabbiner war Baermann Fränkel (Schmuel Eli Issachar ben David Itzchek halevi mechune Baermann Fraenkel), der um 1707 in Schwabach und gleichzeitig in Schnaittach tätig war. Er stammte aus der 1670 von Wien vertriebenen jüdischen Familie Fränkel, deren Wurzeln ursprünglich in Franken (daher der Familiennahme) lagen. Nachfolger Fränkels war der aus derselben Familie stammende 
    
Rabbiner Hirsch Fränkel (Rabbiner 1709-1713)  

Rabbiner Fränkel fiel im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen den beiden Familien Fränkel und der Familie Model um die Gunst des Markgrafen von Ansbach-Brandenburg in Ungnade und wurde 1713 in einen eigens für ihn errichteten Kerker in Schwabach eingesperrt. Hier blieb er nach älteren Angaben 24 Jahre lang, nach anderen Angaben bis zu seinem Tod im Jahr 1723.  

Rabbiner Fränkel genoss dennoch auch weiterhin hohes Ansehen, wie noch im Nachruf für einen 1877 verstorbenen Nachkommen deutlich wird
.   

Schwabach Israelit 21031877r.jpg (86851 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1877: "Mainz, 14. März (1877). Heute gaben wir einem würdigen, altverehrten Greise das letzte Geleite. Herr Bernhard Cahn (Rabbi Bär Cohen) - seine Ruhe sei Wonne - wurde im Jahre 1793 im Elsass geboren. Er stammte aus einer hervorragenden Familie und zählte viele berühmte Männer zu seinen Ahnen. Einer derselben war Rabbi Jacob Cohn, Rabbiner zu Koblenz und später zu Frankfurt am Main, Verfasser des Schew Jaakow, von dem erst unlängst in diesen Blättern (in der Erzählung 'der Königliche Resident') ist berichtet worden, ein anderer seiner Vorfahren war Rabbi Hirsch Fränkel, der berühmte Rabbiner von Schwabach, der 24 Jahre lang, Hände und Füße in eiserne Ketten geschmiedet, im Turm zu Schwabach gefangen gesessen, angeblich weil er ein Zauberbuch geschrieben, in der Tat aber aus Rache gegen seinen Bruder, Elkan Fränkel, welcher der Premierminister des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth gewesen war. In der Erzählung 'der Gefangene' hat der seligen Dr. Carmoly (im 9. Jahrgang des 'Israelit') die Geschichte des edlen Märtyrers ausführlich erzählt und den Stoff dazu großenteils den Familienpapieren der Herrn B. Cahn - seine Ruhe sei Wonne - entnommen."  

Anmerkung: Die Geschichte der Familie von Rabbiner Hirsch Fränkel ("Der Gefangene" von E. Carmoly) wird ausführlich dargestellt im Feuilleton der Zeitschrift "Der Israelit" in 12 Fortsetzungen in den Ausgaben Nr. 1 vom 1. Januar 1868 bis Nr. 17 vom 22. April 1868. 

  
  
Die Rabbiner zwischen 1715 und 1820  

Nachfolger von Hirsch Fränkel war Rabbiner Moses Katzenellenbogen (Moses ben Schaul Katzenellenbogen von Fürth, Rabbiner 1715-1743). Er stammte aus Pinczow in Polen, war zunächst in Galizien als Rabbiner tätig (Podhaice). Rabbiner Katzenellenbogen heiratete in Schwabach Leah Heilbrunn. Die Söhne von Moses Katzenellenbogen wurden ebenfalls Rabbiner: Pinchas Katzenellenbogen u.a. in Wallerstein und Marktbreit, Elieser Katzenellenbogen in Bamberg, Naphtali Hirsch Katzenellenbogen in Mergentheim, Leimen und Mannheim
  
Es folgte Rabbiner Meir Gumpertz (Meir Baruch Benedikt Gumpertz von Nymegen, Rabbiner 1743-1749). 
Nachfolger war Rabbiner Josua Höschel (Heschel) Lemberger (Jehoschua ben Aharon Mosche Jechesel Heschel Lemberger, Rabbiner 1749-1770). Er stammte aus Trier (Sohn des dortigen Rabbiners), seine Vorfahren aus Lemberg. 
Nachfolger war Rabbiner Aron Mosessohn (Aron ben Moses Mosessohn SCHACH, Rabbiner 1771-1781). Letzterer war zunächst Rabbiner in Dessau, Vizerabbiner in Berlin, bis er 1771 nach Schwabach berufen wurde. 
  
Weitere Inhaber der Stelle waren Rabbiner Juda Lemberger (Juda Löw ben Joseph Lemberger, Rabbiner 1780 bis 1792),
Rabbiner Pinchas Katzenellenbogen
(Rabbiner 1792 bis 1795), 
Rabbiner David Cohen
(David ben Elieser haCohen, Rabbiner 1795 bis 1798), 
Rabbiner Itzchak Seckel Fraenkel (Itzchak Seckel ben Secharja haLevi Fraenkel, Rabbiner 1798 bis 1815 und
Rabbiner Isak Aronsohn Mannheimer (Rabbiner von 1815 bis 1818).  
   
   
   
Prägend im 19. Jahrhundert für die als streng orthodox geltende jüdische Gemeinde Schwabach war zunächst:        
Rabbiner Abraham Wechsler (Abraham Josef ben David Wechsler, Rabbiner 1820-1850):     

Schwabach R Wechsler 01.jpg (37642 Byte)Rabbiner Abraham Wechsler hatte in Fürth und Ansbach gelernt und war mit der Tochter des wohlhabenden Zacharias Brüll aus Schwabach verheiratet. Er amtierte in Schwabach zunächst als Unterrabbiner (Rabbinatsverweser) des Fürther Rabbiners. Rabbiner Wechsler wollte an der Jeschiwa in Schwabach und den Schulen seines Bezirks extrem orthodoxe Lehrpläne durchsetzen, die sich freilich nicht halten ließen, wie in einem Artikel in der liberalen "Allgemeinen Zeitung des Judentums" berichtet wurde:
   
Schwabach AZJ 19111842r.jpg (35730 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. November 1842: "Der berüchtigte Lehrplan des Rabbiners in Schwabach, eine Ausgeburt früherer Jahrhunderte, ist kurze Zeit nach seiner Geburt wieder verschieden, er ist zu den Vätern eingegangen, für welche er zunächst berechnet schien. Das königliche Ministerium hat ihn, der die alten Chedarim (Lehrstuben) wieder heraufbeschwören wollte, für 'gemeinschädlich' erklärt, und somit hat diese Landplage den Distrikt Schwabach wieder verlassen."  
Anmerkung: ein halbes Jahr zuvor war eine kurze Notiz zu diesem Lehrplan in derselben Zeitung noch anonymisiert erschienen:   
Schwabach AZJ 07051842.jpg (38111 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Mai 1842: "Von dem planlosen Lehrplan des Rabbiners W. in Sch., über welchen er mit allen seinen Lehrern und den treffenden Inspektionen im Streit liegt, ist in diesen Blättern schon die Rede gewesen, und es ist noch hinzuzufügen, dass seine Gemeinschädlichkeit fast allgemein anerkannt ist, und demnächst höherer Entscheidung in diesem Sinne entgegengesehen werden kann. K." 

  
Rabbiner Abraham Wechsler ist zum Kuraufenthalt in Krumbach und predigt in der Synagoge in Hürben (1849)
      

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 31. August 1849: "Hürben, 25. Juli (1849). Wir haben schön längere Zeit einen ehrenwerten Gast in unserer Mitte. Herr Rabbiner Wechsler aus Schwabach beehrte das eine Viertelstunde von hier liegende Bad Krumbach. Vergangenen Schabbat hielt er auf Einladung unseres geschätzten Herrn Rabbiners Schwarz eine Predigt, die an zwei Stunden dauerte. Wenn in derselben auch auf oratorische Ausschmückung weniger Gewicht gelegt wurde, so empfahl sie sich doch durch Tiefe des Gefühls, durch Wärme des Ausdrucks, durch wahrhafte Überzeugung, und war in dem Munde solches würdigen Mannes eine sehr ergreifende. Er behandelte darin die Vernachlässigung mehrerer frommer Gebräuche."     

    
Zum Tod von Rabbiner Abraham Wechsler (1850)  

Schwabach AZJ 28101850r.jpg (58237 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. Oktober 1850: "Vor einigen Monaten ist in Schwabach, 53 Jahre alt, der Distriktsrabbiner Herr Abraham Wechsler, ein eifriges Rüstzeug seiner Partei (sc. Vertreter der orthodoxen Richtung), gestorben. Charakteristisch ist, dass er es in vielen langen Jahren, trotz großer Anhänglichkeit seiner Gemeinden an ihn, nicht zur definitiven Anstellung bringen konnte, erst in der letzten Zeit ist's ihm gelungen. Man will eben nirgends die Macht aus den Händen geben. Dagegen verdient die rege Teilnahme für die Hinterlassenen alles Lob. Gegen den Toten ist man immer liebreicher, als gegen die Lebenden."

  
Zunächst wurde das Rabbinat nicht wiederbesetzt.          
    
Vertretung des Rabbinates durch Rabbiner Nathan Feuchtwanger (Rabbiner 1850-1851)  
Rabbiner Feuchtwanger hatte eine rabbinische Ausbildung, war aber in Schwabach als Geschäftsmann tätig. Von 1841 bis 1889 war er Parnass (Vorsteher) der Gemeinde und war in dieser Zeit eine Säule der orthodox geprägten jüdischen Gemeinde Schwabach. Er starb 1889 in Schwabach (siehe Nachruf weiter unten)
.    

Schwabach AZJ 10111851r.jpg (90050 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. November 1851: "In dem nicht fernen Schwabach starb vor mehr als Jahresfrist, wie in diesen Blättern gemeldet ward, Rabbiner Wechsler. Ist es nun charakteristisch für unsere Zustände, dass die königliche Kreisregierung vor wenigen Monaten noch weder von diesem Ableben noch von der eingetretenen Verwesung des Rabbinats Kenntnis hatte, vielleicht sie heute noch nicht hat, so ist es dies noch mehr, dass die Auflösung des Rabbinats so viel als schon vollzogen ist. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwanger verwest die Stelle und der Ertrag derselben fließt der Witwe Wechsler zu. Allen Respekt vor der Uneigennützigkeit des Herrn Dr. Feuchtwanger und dem frommen Willen der Gemeinden, welche der Witwe einen einjährigen Nachsitz ermöglichten. Wenn aber diese Verwesung ad calendas graecas währen soll, so möchte man doch fragen, ob denn die Stelle der Witwe wegen da sei und ob Herr Rabbiner Dr. Feuchtwanger in die Länge auch im Stande ist, diese entfernten und teilweise entlegenen Gemeinden nach den Anforderungen der Zeit und der Gemeinden zu befriedigen? Man darf billig daran zweifeln und der Hoffnung sich hingeben, dass der Abminderung der Rabbinate nicht noch mehr Vorschub geleistet wird." 
     
     
Vorübergehende Auflösung des Rabbinates Schwabach (1851-1857)  
Aus einem Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" Ende 1851 kann entnommen werden, dass das Rabbinat Schwabach tatsächlich aufgelöst wurde und die zum ihm gehörenden Gemeinden mit Ausnahme der Gemeinde Thalmässing kurzzeitig zum Rabbinat Oettingen kamen. 
Dittenheim AZJ 15121851.jpg (124611 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Dezember 1851: "Am 3. Oktober starb in Lehrberg im 60ten Jahre der tüchtige, vielgeprüfte Lehrer, Herr Marx Gotthelf, Bruder des Redakteurs des 'Eilboten', und am 8. November im 65ten Jahre der Distriktsrabbiner Herr Uri Veitel in Dittenheim. Nach einem sehr bewegten Leben hatte der Letztere bei einem mäßigen Einkommen und einem überaus glücklichen Familienleben den Hafen der Ruhe gefunden und wahrhaft fromm und bieder und einer mäßigen Reform zugetan, besonders auch wegen seiner Uneigennützigkeit, die Liebe seiner Gemeinden und die Achtung Aller sich erworben, während Ersterer fortwährend mit dem Elend und der Kleinlichkeit zu kämpfen hatte. In beiden Fällen hatte der Distriktsrabbiner Herr Grünbaum aus Ansbach durch extemporierte Vorträge dem gerechten Schmerz würdigen Ausdruck gegeben, sich selbst aber viele Herzen aufs Neue gewonnen. - Da der Distrikt Dittenheim in dem seltenen Fall ist, eine erhebliche Stiftung zum Rabbinatsgehalte zu besitzen, so wird hier nach Umfluss des der Witwe zu gewährenden einjährigen Nachsitzes ein Rabbinatskandidat eine Stelle finden. Schwabach aber ist bereits angeschlossen, d.h. die das Rabbinat Schwabach gebildet habenden Gemeinden sind, mit Ausnahme Thalmessingens (Thalmässing), das sich an Sulzbürg angeschlossen, dem Rabbinate Oettingen definitiv zugeteilt, dass allmählich ein kleines Bistum zu werden scheint."  

   
1852
wurde die Zuteilung nach Oettingen bereits wieder rückgängig gemacht und den Gemeinden ein Anschluss an das Rabbinat Baiersdorf empfohlen.
Baiersdorf AZJ 13091852.jpg (44488 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. September 1852: "Der Anschluss der den Schwabacher Rabbinatsdistrikt mit gebildet habenden Gemeinden an Oettingen hat die Bestätigung königlicher Kreisregierung, weil außer dem Regierungsbezirk gelegen, nicht erhalten und ist besagten Gemeinden, wenn sie auf Auflösung des hiesigen Rabbinats bestehen und da die Eisenbahn das wesentliche Motiv des Anschlusses bilden soll, Baiersdorf empfohlen worden. Gut für Wassertrüdingen, für welches die nötige Fassionssumme noch immer nicht völlig aufzubringen war."

     
Überlegungen zur Neuzuteilung der Rabbinate (1853)   

Schwabach AZJ 14021853.jpg (55039 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Februar 1853: "Bayern, Ende Januar (1853). Der Rekurs der Gemeinde Schwabach und Konsorten gegen die Regierungsverfügung, welche den Anschluss an ein außerkreisliches Rabbinat nicht gestatten wollte, war von dem beabsichtigtem Erfolg. Das königliche Staatsministerium hat dies erlaubt. Wahrscheinlich als Konsequenz ist auch die Verwesung des Rabbinats Wassertrüdingen durch einen anderen Rabbinen außer dem Regierungsbezirk auf erhobene Beschwerde nunmehr, jedoch nur noch bis Ende Juni, gestattet worden. desgleichen auch eine von den betreffenden Gemeinden erbetene dreijährige Verwesung des Rabbinats Dittenheim durch Herrn Rabbiner Grünbaum in Ansbach. Sie sehen, wir werden sehr gnädig behandelt. Die Freiheit der jüdischen Kirche und ihre Unabhängigkeit vom Staate ist eine Wahrheit geworden." 

   
Rabbiner Löb / Leo Wißmann als Distriktrabbiner und Rabbiner Hyle Wechsler an der Talmud-Tora-Schule (ab 1857)     

Erst Ende 1857 wurde das Rabbinat Schwabach mit seinem relativ kleinen Rabbinatsbezirk wieder besetzt. Auf Grund des energischen Einspruches der Gemeindeglieder kam es zu einer Neubesetzung mit  Löb / Leo Wissmann (geboren am 29. März 1830 in Wiesenbronn bei Kitzingen). Er hatte die Jeschiwa in Höchberg und danach die Talmudhochschule des Nathan Wolf Lieber in Pressburg besucht. Zunächst war er als Rabbinatskandidat tätig, seit 1858 Bezirksrabbiner in Schwabach.
 
Gemeinsam mit dem Kabbalisten Hyle Wechsler übernahm Wißmann die Leitung der Talmud-Tora-Schule und führte sie als Präparandenschule u.a. für die Kandidaten der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg fort. Wechsler war spätestens seit 1867 in Schwabach (er nennt sich Hyle bzw. Pinchas Mosche Elchanan Wechsler, teilweise auch Heinrich Wechsler; geb. in Schwabach; war verheiratet mit Klara geb. Rosenbaum aus Zell am Main; wechselte 1886 von Schwabach als Rabbiner nach Höchberg, wo er am 1. Juli 1894 gestorben ist und beigesetzt wurde).  
   
Rabbiner Wissmann war zugleich Religionslehrer der Schwabacher jüdischen Gemeinde. Zu seinem Dienstantritt 1858 erschien folgender Artikel:   
    
Wahl von Rabbiner Leo Wißmann (Jehuda Loeb ben Pinchas Selig Wissmann, 1857)   

Schwabach Jeschurun Febr1858.jpg (90463 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun" im Februar 1858: "Fürth, im Januar. Vor einigen Wochen wurde in der benachbarten Gemeinde Schwabach, die seit dem Tode des berühmten Abraham Wechsler aufgehört hatte, ein selbständiges Rabbiner zu bilden, wieder nach dem Wunsche des größten Teils der Gemeindemitglieder ein eigener Rabbiner, der auch zugleich den Religionsunterricht zu leiten hat, installiert. Die Wahl fiel auf den Rabbinatskandidaten Herrn L. Wißmann, der mit großer talmudischer Kenntnis und wissenschaftlicher Bildung Eifer und Liebe zum Wirken fürs Judentum verbindet. Besonders erfreuend war uns die von ihm getroffene Einrichtung eines Talmudvereins, der sich einer regen Beteiligung zu erfreuen hat; das Studium der Tora bürgt uns immer für die Existenz und Erhaltung wahrhaft jüdischen Geistes in der Gemeinde.   
Möge derselbe nur auf der betretenen Bahn fortschreiten und möge es ihm gelingen in diesem Orte, der von jeher eine Pflanzstätte jüdischen Wissens war, auch für weitere Kreis tätig zu wirken und möge er besonders auf die Bildung tüchtiger, jüdischer Lehrer bedacht sein, wozu ihm Schwabach durch sein protestantisches Schullehrerseminar Gelegenheit gibt. Die Bildung eines tüchtigen Lehrerstandes ist eine der Grundbedingungen des Judentums, die man noch immer nicht genug zu würdigen scheint."

  
Der Rabbiner (vermutlich R. Wissmann als Distriktsrabbiner und nicht R. Wechsler als Lehrer an der Talmudschule) hat - zumindest kurzzeitig - große Schwierigkeiten mit einem Gemeindevorstand (1860)  

Schwabach Israelit 05121860.jpg (87361 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Dezember 1860: "Schwabach (Mittelfranken). Wie überall, so gibt es auch in unserer israelitischen Gemeinde hie und da manchen Reformsüchtigen und Neologen; die Mehrzahl ist jedoch der angestammten, überlieferten Religion unserer Väter treu geblieben und hatte stets fast ausschließlich solche Männer an die Spitze der Gemeinde berufen, welche durch wahre Religiosität und Wohltätigkeit sich die Liebe und Achtung von Arm und Reich, von Nah und Fern erworben hatten. Durch eigentümlich Umstände ereignete es sich nun im verflossenen Jahre, dass die Reformpartei momentan siegte und auch einen Vorstand aus ihrer Mitte wählte. Aus dem tatenreichen Wirken dieses Vorstandes erlaube ich mir nun einige Tatsachen mitzuteilen und hoffe, dass Sie im Interesse des Judentums dieser meiner Mitteilung die Aufnahme in ihr geschätztes Blatt nicht versagen werden. - Kurz nach der Vorsteherwahl wurde vom   
Schwabach Israelit 05121860a.jpg (329479 Byte)Vorstande in Anregung gebracht, dass unser Herr Rabbiner wie jedes andere Gemeindemitglied, wöchentliche Pflichtbeiträge und 150 Gulden Einkommensteuer an die Gemeinde zu zahlen hätte. Ein Mann, ein Wort. Dem Worte folgt wirklich alsbald die Tat; denn nicht lange nachher und unser Herr Rabbiner wurde vom Stadtmagistrate aufgefordert, oben genannter Forderung nachzukommen, ohne dass der Vorstand nur den Versuch gemacht hätte, die Sache auf dem Wege der Güte zu schlichten. Als nun unser Herr Rabbiner sich nicht verpflichtet fühlte, auf diese unbillige Forderung einzugehen und auf dessen Verlangen diese Sache der Gemeinde vorgelegt wurde, so nahm diese von den wöchentlichen Beiträgen Umgang, blieb jedoch bei der Forderung der Hälfte der Einkommensteuer stehen und ermächtigte sogar den Vorstand, diese Sache durch alle Instanzen zu verfechten. Umsonst erbot sich der Rabbiner freiwillig, 25 Gulden zu geben; umsonst protestierte beinahe die Hälfte der Gemeindemitglieder und erklärte, dass es ihrem Gewissen und ihrer Ehre widerstrebe, von einem Rabbiner oder Lehrer eine Abgabe anzunehmen, die weder hier noch anderwärts je verlangt wurde und die kein Rabbiner oder Lehrer nach jüdischem Religionsgesetze zu entrichten schuldig ist; umsonst wurde darauf hingewiesen, dass der fixe Gehalt des Rabbiners nur auf 300 Gulden (Anmerkung: sage: dreihundert Gulden jährlich! Die Redaktion) festgesetzt ist: mit unbegreiflichem Eigensinn blieb man bei obiger Forderung. Der Stadtmagistrat forderte sodann das Gutachten mehrerer Rabbinate und Kultusvorsteher ein, welche sämtlich zu Gunsten des Rabbiners ausfielen und wies die Gemeinde gänzlich ab. Die Gemeinde aber, mit diesem Urteil unzufrieden, appellierte sofort an die königliche Regierung, von welcher hohen Stelle die Gemeinde abermals abgewiesen und und der Spruch des Stadtmagistrats aufrecht erhalten wurde. 
Dieses Verfahren, man beurteile es wie man immer wolle, lässt doch immer noch einer Rechtfertigung Raum. Ist ja hier beziehungsweise nur Geld im Spiel und glaubte, vielleicht der Vorstand die Achtung seiner Wähler zu gewinnen, wenn er selbst auf Unkosten des Rabbiners den Gemeindesäckel bereichert. Man blieb jedoch nicht hierbei stehen, sondern versuchte auch Eingriffe, die das Gebiet der Religion verletzen. Der zweite Vorsteher nämlich bemühte sich, das Abendgebet, welches im Winter stets im Hause des Rabbiners abgehalten wurde, ohne dass erwähnte Andacht je weder von einem Gemeindemitglied noch von einer Behörde beanstandet worden wäre, als eine gesetzwidrige, verbotene Winkelschule zu denunzieren, und wirklich wurde auch später das Abhalten genannter Hausandacht vom Stadtmagistrate untersagt und zwar zunächst darauf hin, weil sich nämlich Herr Rabbiner Grünbaum gegen dieses Abendgebet ausgesprochen hätte. Unser Herr Rabbiner ließ sich aber sein gutes Recht nicht so leichten Kaufes nehmen, besonders in diesem Falle, wo es der Religion galt und auf die Gutachten der Rabbinate Würzburg, Fürth und Baiersdorf sich berufend, ergriff er den Rekurs an die königliche Regierung, und da man in dem Verfahren unseres Herrn Rabbiners nicht Gesetzwidriges fand, so wurde vermöge hoher Regierungs-Entschließung der Beschluss des Stadtmagistrats wieder außer Wirksamkeit gesetzt und das Abhalten des Maarivgebets im Hause des Rabbiners gestattet.  
Indem ich mich lediglich auf Tatsachen beschränke, wie diese hier Jedem bekannt sind und mich jeder weiteren Bemerkung enthalte, so erlaube ich mir nur noch die Frage beizufügen, wie es uns wohl ergangen wäre, wenn uns nicht die hohe königliche Regierung in Schutz genommen hätte?   
Es freut mich, Ihnen berichten zu können, dass genannter Vorstand nunmehr nach Nürnberg übergesiedelt ist und dass jetzt wieder Männer an der Spitze der Gemeinde stehen, deren religiöser Sinn und deren Friedensliebe uns zu den besten Hoffnungen berechtigen. 
"Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen."   

   
Rabbiner Leo Wissmann unterrichtet die israelitischen Seminaristen am Lehrerseminar Schwabach (1862)      

Schwabach Israelit 26031862tt.jpg (63150 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. März 1862: "Aus Mittelfranken. Wie wir vernehmen, hat das königliche Ministerium für Kirche und Schule dem Herrn L. Wissmann, Rabbiner zu Schwabach, aus Anerkennung für Erteilung des Religionsunterrichts an jüdische, im dortigen Seminar studierende Seminaristen, den derselbe bereits seit mehreren Jahren ohne pekuniäres Interesse erteilte, eine jährliche Besoldung bewilligt. Wir freuen uns, dass eine hohe Staatsregierung die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Erteilung des Religionsunterrichts an die künftigen jüdischen Lehrer anerkennt. Es wäre sehr wünschenswert, dass, da der Mangel an Lehrern immer sichtbarer wird, viele Glaubensgenossen sich entschließen, ihre Kinder zu tüchtigen Lehrern ausbilden zu lassen, wozu Schwabach für unseren Kreis der geeignetste Ort ist". 

   
Rabbiner Hyle Wechsler verlässt Schwabach (1887)  

Hoechberg Israelit 04111886.jpg (57536 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. November 1886: "Würzburg. Die königliche Regierung bestätigte durch Entschließung vom 28. Oktober den Beschluss des Kuratoriums der israelitischen Präparandenschule zu Höchberg, dass dem Lehrer an genannter Anstalt, Nathan Eschwege, die Leitung derselben in stets widerruflicher Weise übertragen werde, und dass Eschwege Titel, Rechte und Pflichten eines Hauptlehrers an den staatlichen Präparandenschulen, ohne das Recht zu Mitwirkung bei der Verwaltung des Anstaltsvermögens erhalte. Gleichzeitig wurde genehmigt, dass der Rabbinatskandidat M.P.H. Wechsler aus Schwabach als Religionslehrer an genannter Anstalt aufgestellt werde."  
 
Schwabach Israelit 14031887a.jpg (168822 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1887: "Schwabach, 7. März (1887). Wie den Lesern dieses geschätzten Blattes bekannt, wurde unser sehr verehrter Rabbi Hänle Wechsler zum Leiter der jüdischen Fächer der Präparandenschule Höchberg berufen, wohin er heute zog, um diesen ehrenvollen Posten anzutreten. derselbe feierte ganz seiner Lebensweise entsprechend seinen Abschied in seinem engsten Wirkungskreise, in der Talmudschule dahier, nachdem er mit seinen Schülern einen Sijum (Abschlusslernstunde) auf den Talmudtraktat Hagiga gemacht. Es ergriff in erster Linie unser verehrter Herr Rabbiner Wißmann - sein Licht leuchte - das Wort, seinem Schmerze über den Wegzug des bewährten Mitarbeiters und Freundes, Worte verleihend, indem er schilderte, mit welcher Aufopferung Herr Wechsler die bestehende Schule gründete, und wiewohl es ihm bei seinem Berufe unmöglich war, sich ganz der Schule zu widmen, mit welcher peinlicher Gewissenhaftigkeit Herr Wechsler dem Unterricht oblag. Er führte weiter aus, welche Lücke Herr Wechsler in der Gemeinde verursachen werde. Herr Rabbiner Wißmann führte des Weiteren aus, dass Herr Wechsler gleich unserem Erzvater Abraham nur wegziehe an einen ihm von Gott angewiesenen Ort, da er nun in noch vergrößertem Maße, die Verbreitung unserer heiligen Lehre kultivieren werde. Es sprachen noch die übrigen Lehrer und verschiedene Schüler der Anstalt warme Worte des Dankes und der Anerkennung für das Wirken von Herrn Wechsler als Freund und Lehrer. Zum Schluss schilderte der zweite Vorstand der Kultusgemeinde, ein ehemaliger Schüler des Herrn Wechsler, den allgemeinen Schmerz der Gemeinde, über das Wegziehen eines solchen Mannes, der rastlos im Dienste Gottes und seiner Nebenmenschen, arbeitete und sich verdient machte; es wurde dankend in einer jüngsten Gemeindesitzung anerkannt, welches schöne Institut unsere hiesige Talmudschule sei, es sei nur der eine Trost übrig, dass Herr Wechsler in Höchberg ganz nach seinem Herzenswunsche noch mehr   
Schwabach Israelit 14031887b.jpg (135450 Byte)Schüler an sich heranziehen kann, da er es ja versteht, als Lehrer liebevoll wie ein Vater zu sein. Möge er dort recht bald die ihm in so großem Maße gebührende Anerkennung finden. Herr Wechsler dankte aufrichtig für diese liebevollen Beweise der Freundschaft, indem er die Anwesenden, insbesondere seine Schüler ermahnte, ausdauernd und treu den uns von der Tora vorgezeichneten Weg zu gehen. Zum Teil wird nun der jüdische Unterricht an der Talmudschule von einem sehr tüchtigen Talmudisten Herrn H. Trewitsch weitergegeben, und setzt allerdings unser Herr Rabbiner, trotz seiner vielen Pflichten als Distriktsrabbiner, alles daran, die Schule nicht nur wie bisher zu erhalten, sondern sogar noch zu vergrößern. Es ist diese aufopfernde Tätigkeit unseres Herrn Rabbiners umsomehr zu bewundern, als er ja nicht nur keinen pekuniären Nutzen von der Schule hat, sondern trotz seines schweren Berufs und als schwacher Mann stets unterrichtet und sogar die Schüler durch Kosttage unterstützt. Möge Gott ihn uns als Krone unserer Gemeinde und als Zierde des ganzen Judentums auch weiter erhalten. An alle Freunde unserer heiligen Tora, ganz besonders an alle unsere Gemeindemitglieder richten wir zum Schlusse die Bitte, mit aller Tatkraft für Erhaltung dieser Schule durch Unterstützungen einzutreten, damit sie auch weiter mit solchem Ernst sich der Verbreitung der heiligen Gotteslehre widmen kann; das ist dann die schönste Anerkennung, die wir den Gründern zuteil werden lassen können."  

    
Der schon sehr betagte Rabbiner Feuchtwanger, der um 1850 einige Zeit Vertretungsdienste im Rabbinat übernommen hatte, starb im April 1889:    
    
Zum Tod von Rabbiner Nathan Feuchtwanger (1889)     

Schwabach Israelit 02051889pp.jpg (237574 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Mai 1889: "Schwabach. Die verehrten Leser Ihres sehr geschätzten Blattes sind seit Jahren gewöhnt, wenn des hiesigen Platzes Erwähnung geschieht, dass es sich um Schilderung unserer Talmud-Tora-Schule handelt, die es sich zur Aufgabe macht, eine Heimstätte der Tora in Israel zu sein, und diese ihre Aufgabe in anerkennenswerter Weise löst, umso mehr bedaure ich, gezwungen zu sein, heute eine traurige Botschaft bringen zu müssen, die bei der großen Bekanntschaft, die der Mann, dessen ich hier gedenken will, in weiten Kreisen hatte, gewiss allgemeine, aber ebenso berechtigte Trauer hervorrufen wird. Wir haben nämlich am 6. Nissan unseren Lehrer, Rabbiner Nathan Feuchtwanger - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen -, wenn auch im hohen Alter von 80 Jahren, plötzlich rasch aus unserer Mitte verloren und mit uns das orthodoxe Judentum einen seiner treuesten Kämpfer und Kämpen. Der Verlebte war eine jener Säulen des wahren Judentums, wie sie leider heute noch noch selten zu finden sind; obzwar Geschäftsmann, der für eine große Familie zu sorgen hatte, war jede freie Minute seiner Zeit, seit seiner frühesten Jugend dem Studium unserer heiligen Tora gewidmet und konnte man ihn bis vor einigen Jahren bei strengster Kälte morgens 4 Uhr an der Gemara treffen, nie wich die Tora aus seinem Munde. Er bekleidete 48 Jahre das Amt das Parnas (Vorsteher) in der hiesigen Gemeinde und kannte nur ein Motto: Schalom (Frieden), selbst unter den schwierigsten Verhältnissen gelang es ihm aber auch stets und mit Schalom alle Stellen so zu besetzen und alle Gemeindeinstitutionen so zu erhalten, wie es unsere heilige Tora vorschreibt. Es braucht wohl gar nicht erwähnt zu werden, dass er als Familienvater ein rein patriarchalisches Haus führte und dass die Familie in erster Linie den herben Verlust mit uns allen fühlt und mit uns in den Klageruf stimmt: 'wer stellt sich für uns in den Riss' (vgl. Psalm 106,23), denn sein Leben war nur dem Gutes tun und der Fürsorge für seine Familie, seiner Gemeinde und dem Judentume gewidmet. Dabei war er die Bescheidenheit selbst und was er an Armen und Reichen tat, es geschah im größten Geheimnisse. Bei seinem Leichenbegängnisse war, obzwar der Friedhof mehrere Stunden entfernt von hier ist (in Georgensgmünd), die hiesige Gemeinde vollständig vertreten, aber auch Deputationen von allen Nachbargemeinden waren anwesend, da er lange Zeit das Amt des Kreisvorstehers für den Bezirk des Begräbnisplatzes versag. Das Chodesch Nisan halber, konnte unser hochverehrter Herr Rabbiner Wißmann - sein Licht leuchte - nur einige Skizzen aus dem tatenreichen Leben seines dahingegangenen Freundes verflochten mit einigen Midrasch-Stellen Erwähnung tun und schließe auch ich mich der Bitte des verehrten Herrn Rabbiner an: möge die Familie des edlen Dahingegangenen und unsere Gemeinde das Leben dieses Großen sich zum Vorbild nehmen und durch Nachahmung seiner guten Handlungen, diese große Lücke nach Möglichkeit ausfüllen, damit Schwabach seinen Namen auch weiter als Heimstätte der Tora, des Gottesdienstes und der Wohltätigkeit erhalte."       
  
   
Rabbiner Dr. Manes übernimmt die Vertretung des Rabbinates (1901
)    
Schwabach Israelit 08071901.jpg (26162 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1901: "Schwabach. Infolge der schweren Erkrankung des Herrn Rabbiners L. Wißmann ist Herr Dr. Manes aus Posen mit der Verwaltung des hiesigen Rabbinats betraut worden. Herr Dr. Manes hat seine Ausbildung am Rabbiner-Seminar zu Berlin erhalten."   

      
Mitteilung des Todes von Distriktsrabbiner Wißmann (1903)     

Schwabach FrfIsrFambl 20111903.jpg (15361 Byte)Meldung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. November 1903: "Schwabach (Bayern). Herr Distriktsrabbiner Wißmann ist nach langem Leiden im Alter von 74 Jahren gestorben."    
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. November 1903: "In Schwabach ist der allgemein geachtete Distriktsrabbiner L. Wißmann, der auch Leiter der dortigen israelitischen Präparandenanstalt war, nach langem Leiden gestorben. Ehre seinem Andenken!"      

  
Zum Tod von Rabbiner Löb Wissmann (1903)  

Schwabach Israelit 16111903.jpg (60090 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. November 1903: 
Schwabach Israelit 16111903a.jpg (217450 Byte) 


Nachruf auf Rabbiner Löb Wissmann (1903)   

Schwabach Israelit 19111903.jpg (284757 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. November 1903:  
Schwabach Israelit 19111903a.jpg (224795 Byte)   
 
Schwabach Israelit 19111903c.jpg (79029 Byte)  
  
Schwabach Israelit 19111903d.jpg (20520 Byte)   

          
          
Rabbiner Dr. Salomon Mannes (Rabbiner 1903-1932)
    

Rabbiner Dr. Salomon Mannes war einige Jahre vor 1901 zur Unterstützung des erkrankten Rabbiners Wißmann nach Schwabach gerufen worden. Nach der Zurruhesetzung von Rabbiner Wissmann wurde er provisorisch und nach dessen Tod 1903 definitiv zum Nachfolger im Amt des Distriktsrabbiners bestimmt. Zugleich übernahm er die Leitung der Talmud-Tora-Schule. 

Schwabach R Mannes 01.jpg (38181 Byte)  Schwabach R Mannes 02.jpg (10359 Byte) Links: Rabbiner Dr. Mannes und Frau Klara. 
Schwabach AZJ 02101903r.jpg (22572 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Oktober 1903: "Dr. Mannes, welcher bereits seit einer Reihe von Jahren als Rabbiner-Adjunkt des erkrankten Rabbiners Wißmann fungierte, ist zum Rabbiner des Distrikts Schwabach und zum Leiter der Lehrer-Präparandie gewählt worden."  
   
Schwabach FrfIsrFambl 25091903.jpg (26474 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. September 1903: "Schwabach, 16. September (1903). In dem für heute angesetzten Termin zur Wahl eines Rabbiners für den Rabbinatsbezirk Schwabach (Schwabach und Burghaßlach) wurde Dr. Manes, bisher stellvertretender Rabbiner, gewählt."  
 
Schwabach Dok 1501.jpg (30495 Byte)Links: Unterschrift von Rabbiner Dr. Salomon Mannes auf einem Zeugnis für Gustav Spielmann, einen Schüler des Talmud-Tora-Institutes e.V. Schwabach. 
Als Dokumente eingestellt: Zeugnisse für Gustav Spielmann von Rabbiner Dr. Mannes (Dokumente eingestellt als pdf-Datei, erhalten von seinem Sohn Menachem Spielmann, Bnei Brak Israel).   

  
Rabbiner Dr. Mannes wird zum Distriktsrabbiner in Schwabach gewählt (1903)
  

Schwabach Israelit 17091903nnn.jpg (36363 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1903: "Schwabach, 16. September (1903). Herr Dr. Mannes, bisher Rabbinatssubstitut, wurde zum Distrikts-Rabbiner für den Distrikt Schwabach gewählt. Mannes stammt aus der Provinz Posten, ist ein Schüler des Herrn Gemeinderabbiners Dr. W. Feilchenfeld in Posen und des Berliner Rabbinerseminars."  

  
25jähriges Dienstjubiläum von Dr. Salomon Mannes (1926)

Schwabach BayrGZ 07051926r.jpg (56978 Byte)Artikel in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung vom 7. Mai 1926: "Schwabach, 11. April (1926). Amtsjubiläum. Am 1. Tage Pessach konnte Herr Distriktsrabbiner Dr. Salomon Mannes auf eine 25jährige Tätigkeit als Seelsorger in hiesiger sowie in den zum Distrikt gehörigen neun Kultusgemeinden zurückblicken. Seitens des Stadtrates, der beiden Dekanate, der Schulbehörden, des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, vieler seiner Amtskollegen, sowie vieler Freunde und Gönner wurden dem Jubilar teils schriftliche, teils mündliche Glückwünsche zuteil. Die Vorstandschaft der hiesigen Kultusgemeinde nebst Abordnungen der angegliederten Gemeinden überraschten Herrn Rabbiner durch Überreichung einer Ehrengabe nebst künstlich ausgestatteter Glückwunschadresse. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, sein Amt noch viele Jahre in voller Rüstigkeit zu führen. Lekowod Hathora ulekowod Jisroel, Zur Ehre der Tora und zu Ehre Israels."  
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1926:  
Artikel wie oben.  

Noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges (1935) konnte Dr. Salomon Mannes mit seiner Frau Klara nach London emigrieren, wo er 1960 verstarb.
Das Bezirksrabbinat Schwabach wurde 1932 aufgelöst; die Gemeinde dem Rabbinat Ansbach zugeteilt. 
   
    
   
     
    

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
 
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet (1884)   

Schwabach Israelit 14081884a.jpg (47230 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. August 1884: "Chasan (Vorbeter) und Schochet (Schächter) gesucht mit einem Jahreseinkommen von 1.000 Mark und eventueller Nebenverdienste; derselbe muss Kabala sowie Zeugnisse über religiöse Führung, von streng orthodoxen Rabbinen aufweisen können. Ausländer haben nur dann Aussicht, wenn sie schon längere Jahre im Inlande angestellt waren. Reisekosten werden nur dem Engagierten vergütet. Meldungen mit Zeugnisabschriften wollen gefälligst innerhalb 4 Wochen eingereicht werden. 
Schwabach (Bayern). Der erste Kultusvorstand N. Feuchtwanger."

     
     
     
Aus der Geschichte der Jeschiwa, der Talmud-Tora-Schule beziehungsweise des Talmud-Tora-Instituts              
     
Bereits seit Anfang des 18. Jahrhunderts bestand in Schwabach eine Jeschiwa, die 1826 zu einem Vorbereitungsseminar für jüdische Religionslehrer erweitert wurde und seitdem Talmud-Tora-Schule (Präparandenschule) hieß beziehungsweise seit ca. 1903 Talmud-Tora-Institut. Mehrere Lehrer werden im Zusammenhang mit der Präparandenschule genannt. Um 1820 waren es außer dem Rabbiner Abraham David Wechsler auch der Talmudgelehrte Zacharias Sussmann Bruehl hier tätig, sowie die Privatlehrer Jacob Salomon Rotenbaum, Pinchas Joel Baer Bernsteiner und der Schulmeister Simon Faber Fabris. Die an der weiteren Lehrerausbildung interessierten Absolventen der Präparandenschule setzten nach der Zeit in Schwabach ihre Ausbildung u.a. an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg fort. Einige der Absolventen der Talmud-Tora-Schule erhielten auch ihre Ausbildung an dem 1843 in Schwabach gegründeten protestantischen Lehrerseminar (vgl. oben den Bericht von 1862, wonach Rabbiner Wissmann den jüdischen Seminaristen des protestantischen Lehrerseminars Religionsunterricht erteilte)
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  Siegel des Direktorates des Talmud Tora Institutes e.V. 
Schwabach sowie Ausschnitt aus dem Briefkopf (1910)  
Schwabach Dok 1503.jpg (14724 Byte)  Schwabach Dok 1502a.jpg (6585 Byte)
   Quelle: Zeugnisse von Rabbiner Dr. Salomon Mannes für den Schüler des Talmud Tora Institutes Gustav Spielmann (1910-1912)  
(erhalten von Menachem Spielmann, Bnei Berak, Israel)   

   
   

Anerkennung der Ausbildung am Schullehrer-Seminar in Schwabach (1844)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Orient" vom 27. August 1844: 

   
Über die Talmud-Tora-Schule von Abraham Wechsler (1846)    

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 3. November 1846: "Aus Bayern. Zu Schwabach, unweit der sonst durch ihre talmudische Hochschule weltberühmten Stadt Fürth ist unter der Leitung des mit tiefer und weitumfassender talmudischer Gelehrsamkeit ausgerüsteten Distrikts-Rabbiners, Herr Abraham Wechsler, ein Institut für Talmud-Tora in der Blüte begriffen. Dasselbe zählt bereits über 10 hoffnungsvolle Talmidim, die sowohl in Mischa und Gemara mit allen Kommentaren planmäßig unterrichtet werden, als auch die Hilchor, von deren Ursprunge bis auf ihren Abschluss durch alle Poskim entwickeln lernen. Durch göttlichen Beistand werden bald wackere Männer und tüchtige Kämpfer für die heiligen Interessen der Orthodoxie aus dieser jugendlichen Anstalt hervorgehen."       

   
Aus einem Bericht über die Talmudschulen in Bayern (1866) 

Schwabach Israelit 30061866.jpg (73714 Byte)Aus einem längeren Bericht über Talmudschulen in Bayern: "In Mittelfranken befindet sich a. Schwabach (30 Familien); auch hier ist - Gott sei Dank - unter dem trefflichen Rabbinen Rabbiner Löw Wissmann eine sehr gut erhaltene religiöse Gesinnung. Unter Rabbiner Abraham Wechsler - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen - waren 8-10 Talmudschüler dort; und noch jetzt sind deren beim jetzigen Rabbinen, teils sich zum Rabbinat, teils zum Lehrfache vorbereitet, teils rein zur Ehre Gottes als angehende Kaufleute dem Studium der Tora hingebend. Es befindet sich dort ein Kaufmann höchst seltener Art, scharfsinnig und belesen, welcher rein zur Ehre Gottes mit den Schülern lernt, nämlich Rabbiner Elchanan Wechsler." 


Die Talmud-Tora-Schule in Schwabach hatte Ende der 1870er-Jahre acht bis zehn auswärtige Schüler (1875 insgesamt 18 Schüler). Näheres über die Ausbildung dieser Schüler kann den Rechenschaftsberichten dieser Jahre entnommen werden: 

Rechenschaftsbericht über die Talmudschule (1876)  

Schwabach Israelit 14061876.jpg (213272 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1876: "Schwabach (Bayern). Dem Rechenschaftsbericht über die eingelaufenen und verausgabten Gelder zur Errichtung einer Talmudschule in Schwabach von Rabbiner L. Wißmann und P. M. H. Wechlser daselbst pro anno 1876-76 entnehmen wir: Zur Zeit frequentieren unseren jüdischen Unterricht 10 Jünglinge diversen Alters und verschiedener Kenntnisse und mussten wir daher 3 Klassen unterrichten. Unterricht wurde erteilt:  
Es folgt eine Darstellung des Unterrichtsstoffes in den drei Klassen.  
In profanen Disziplinen genoss die Unterklasse Unterricht in der deutschen Schule, die Mittelklasse bei einem hierfür gewonnen deutschen Lehrer an der hiesigen Schule Privatunterricht im Deutschen: Satzlehre, Aufsätze, Arithmetik, Naturkunde, Weltkunde, sowie auch Unterricht in der französischen Sprache und zum Teil auch in der englischen durch Privatstunden. 
Wir können auf jedem Gebiete angemessene Fortschritte verzeichnen und müssen nur bedauern, dass wir noch nicht in den Stand gesetzt sind, einen eigenen Lehrer für die profanen Unterrichtsfächer zu akquirieren. Wir haben mit den bescheidensten Mitteln soweit als möglich unser Vorhaben zu realisieren begonnen und hoffen zu ´Gott, dass Er unser Werk gelingen lassen und den Wohltätigkeitssinn unserer Brüder diesem hochwichtigen Unternehmen zuwenden werde, uns kräftiger und nachhaltiger als bisher zu unterstützen. Auch konnte noch kein eigenes Unterrichtslokal errichtet werden, und noch gar Vieles, das höchst nötig und wünschenswert wäre, sieht seiner Verwirklichung erst nach Eingang von reichlichen Mitteln entgegen. Wir richten daher wiederholt die dringendste Bitte an Alle, die Sinn und Herz haben für die Erhaltung des Judentums und die Verbreitung seiner heiligen Lehren, die das Fundament der ganzen Welt bilden, uns durch tatkräftige Unterstützung an Geld und Büchern die oft unbenützt bei Vielen liegen, recht bald in den Stand zu setzen, unser Streben seinem Ziele mit Gottes Hilfe immer näher zu bringen. Die Einnahmen betrugen 2.310 Gulden, die Ausgaben 124 Gulden."   

  
Rechenschaftsbericht über die Talmudschule (1877-1879)

Schwabach Israelit 22101879tt.jpg (133337 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Oktober 1879: "Schwabach. Dem Rechenschaftsbericht über die eingelaufenen und verausgabten Geldern zur Errichtung einer Talmudschule in Schwabach von Rabbiner L. Wißmann und P.M.H. Wechsler daselbst pro 1877-1879 entnehmen wir: 
Zur Zeit befinden sich 8 auswärtige Jünglinge hier, verschieden an Alter und Kenntnissen, die 3 Klassen bilden, und die in Gemara mit und ohne Poskin, Mischna, Chummesch und Nebiim mit Raschi, Chaja Adam und hebräische Grammatik in den jüdischen Fächern, in profanen Disziplinen dagegen in Sprachlehre, Aufsatz, Arithmetik, Natur- und Weltkunde und Geschichte je nach dem Grade ihrer Kenntnisse und Anlagen gründlichen Unterricht genießen. Auch haben einzelne Schüler Unterricht in französischer Sprache und Musik genommen und wurde auch Fürsorge getroffen, dass die Zöglinge von nun an regelmäßigen Zeichen- und Turnunterricht erhalten. 
Durch den im Monat März 1878 erfolgten Abgang eines von uns gewonnenen Lehrers wurden wir veranlasst, den profanen Unterricht mehreren hiesigen städtischen Lehrern zu übertragen, und der Anfangsunterricht in den hebräischen Fächern wird seitdem von dem mitunterzeichneten P.M.G. Wechsel an Stelle des früheren Lehrers noch außer dem früher von ihm übernommenen Talmudunterricht erteilt. 
Über den durch unser Streben erzielten Erfolg genügt die Tatsache, dass einer unserer Zöglinge die vorjährige Lehrerprüfung in Würzburg mit der Note 1 bestand, ein anderer in das jüdische Lehrerseminar in Köln aufgenommen wurde, drei desselben in der israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg und zwei in der israelitischen Präparandenschule zu Höchberg die 2. Kursprüfung sehr gut bestanden haben.
Nach dieser kurzen Darlegung der Verhältnisse richten wir noch zum Schlusse die dringende Bitte an alle Diejenigen, die es aufrichtig mit der Erhaltung unserer heiligen Religion meinen, uns recht reichhaltige Beiträge zuzusenden und in ihrer Umgebung für die heilige Sache kräftigst zu wirken, und der von Gott verheißene Lohn und Segen wird hienieden und jenseits gewiss nicht ausbleiben. Die Einnahmen betrugen 5.999 Mark. Die Ausgaben 5.824 Mark." 

        
Finanzbericht über den Zeitraum von 1879-1883 

Schwabach Jeschurun AF Maerz1883 S206.jpg (113536 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun" März 1883 S. 206: "Schwabach, 23. März (1883). Die hiesige Talmudschule hat ihren Rechenschaftsbericht über die Einnahme und Ausgabe während des Zeitraums von 1879-1883 veröffentlicht. Die in dieser Periode eingegangenen Spenden beziffern sich auf Mark 5.246,81, das Zinsenerträgnis auf Mark 1070,36, während die Ausgaben für Unterricht und für die Unterstützung bedürftiger Schüler sich auf Mark 6.612,93 belaufen. Es ist demnach nicht nur der Kassabestand vom 1. September 1879 ab Mark 155,64 außer der gesamten Einnahme absorbiert, sondern von dem Grundvermögen noch die Summe von Mark 140,12 aufgezehrt worden. Das Gesamtvermögen beziffert sich am 1. Januar dieses Jahres noch auf Mark 6.945,69. Die Anstalt verfolgt bekanntlich den lobenswerten Zweck, das Torastudium zu fördern. Fast sämtliche Zöglinge haben sich dem Lehrberufe gewidmet und sind teils in die königliche Präparandenschule hierselbst, teils in die Talmud-Tora-Schule zu Burgpreppach eingetreten. Den Herren Distriktsrabbiner Wißmann und P.M.H. Wechsler gebührt das Verdienst, durch unermüdliche treue Hingebung die Anstalt ins Leben gerufen und erhalten zu haben. Möge der Wunsch dieser würdigen Herren, dass sich an verschiedenen Orten geeignete Persönlichkeiten gewinnen ließen, um Beiträge für die Talmudschule zu sammeln, verwirklichen."  

      
Ausschreibungen der Talmud-Tora-Schule (1889)   

Schwabach Israelit 31011889tt.jpg (33776 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1889: "Talmud-Tora-Schule (Präparandenschule) Schwabach. Vorbereitungsschule für jedes Seminar. Beginn des Unterrichts im Sommersemesters den 29. April. Portofreie Anmeldungen unter Vorlage der nötigen Zeugnisse nimmt bis zum 15. März entgegen. 
Löb Wißmann, Distrikts-Rabbiner". 
 
Schwabach Israelit 18081902.jpg (87874 Byte)Anzeige in der Zetischrift "Der Israelit" vom 18. August 1902: 


Ausschreibung der Talmud-Tora-Schule (1892)
    

Schwabach Israelit 18021892tt.jpg (47376 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1892: "Talmud-Thora-Schule (Präparandenschule) Schwabach. Vorbereitungsschule für jedes Lehrerseminar. Gründlicher Unterricht in den hebräischen und deutschen Fächern, sowie in Violine, Klavier, Harmonielehre und Gesang. Beginn des Unterrichts im Sommersemester am Dienstag, den 26. April. Portofreie Anmeldungen von Knaben, die das 13. Jahr erreicht haben oder bald erreichen, unter Vorlage der nötigen Zeugnisse nimmt entgegen 
L. Wissmann, Distrikts-Rabbiner". 

   
Bezug eines neuen Hauses 1891/92 
Im Winter 1891/92 konnte die Präparandenschule ein neues Haus beziehen, nachdem das alte, gemietete Haus gekündigt worden war. Das neue Haus kostete 18.000 Mark, daher wurde in dem im März 1892 erschienenen Rechenschaftsbericht in besonderer Weise um Unterstützung für das Haus gebeten:

Schwabach Israelit 24031892tt.jpg (148638 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1892: "Schwabach. Dem Rechenschafts-Bericht über die Talmud-Thora-Schule (Präparandenschule) in Schwabach von Distrikts-Rabbiner L. Wißmann pro 1890 und 1891 entnehmen wir: 
Außer gründlichem Unterricht in den hebräischen Fächern werden alle Disziplinen, einschließlich Musik und Zeichnen, unterrichtet, wie an den königlichen Präparandenschulen. Dass die Anstalt ihre Pflicht erfüllt und das in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigt, erhellt am deutlichsten daraus, dass in den beiden verflossenen Schuljahren die Zöglinge des 3. Kurses die Aufnahmeprüfung im israelitischen Lehrer-Seminar in Würzburg respektive Köln teilweise sogar sehr gut bestanden. Ein Schüler des 3. Kurses und einige Schüler des 1. und 2. Kurses haben sich dem Kaufmannsstande zugewendet, wie ja überhaupt das Ziel der Anstalt nicht gerade ausschließlich auf Vorbereitung für das Lehrfach gerichtet ist. Die Zöglinge, deren sich aus den verschiedenen Gegenden Deutschlands dahier befinden, erhalten fast alle Unterricht, Logis, Beheizung unentgeltlich und die unbemittelten erhalten noch eine monatliche Unterstützung an Geld. 
Schon im vorigen Rechenschaftsberichte wurde erwähnt, wie sehr es im Interesse der Anstalt gelegen wäre, dass dieselbe ein eigenes Heim besitze; allein angesichts des bedeutenden Kostenpunkts konnten wir uns immer nicht dazu entschließen, ein Haus zu erwerben. Da wurde uns plötzlich in diesem Winter unsere bisherige Wohnung bekündigt, und wir waren gezwungen, weil keine passende Miete zu finden war, ein eigenes Gebäude zu kaufen, welches nahezu 18.000 Mark kostet. Dasselbe entspricht in Bezug auf gesunde Lage und geeignete Räumlichkeiten allen Anforderungen in vollkommener Weise.
Durch diesen Ankauf sind wir mehr als jemals darauf angewiesen, an den Wohltätigkeitssinn unserer verehrlichen Glaubensgenossen zu appellieren, und es werden daher alle Freunde der Anstalt und alle, die es mit unserer heiligen Religion ernst meinen, freundlichst und dringend gebeten, uns recht reichliche Spenden zuzuwenden und unserer Anstalt bei ernsten und freudigen Veranlassungen zu gedenken, damit nicht nur das für die laufenden Ausgaben nötige Kapital aufgebracht werde, sondern auch die Kaufsumme für das Haus angetragen werden kann. Ganz besonders ergeht an die ehrwürdigen Herren  Rabbiner, an die verehrlichen Herren Kultusvorstände und Lehrer die Bitte, unser gemeinnütziges Unternehmen nach allen Kräften fördern zu helfen durch ihren Einfluss bei Glaubensgenossen, welche Gott mit Glücksgütern gesegnet hat."

 
Ausschreibung der Talmud-Tora-Schule (1894)  

Schwabach Israelit 15021894.jpg (76299 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Februar 1894: "Talmud-Thora-Schule - Präparandenschule Schwabach (Bayern). 
Vorbereitungsschule für jedes Lehrerseminar. 
Gründlicher Unterricht in den hebräischen und deutschen Fächern, sowie in Violine, Klavier, Harmonielehre und Gesang. Beginn des Unterrichts im Sommersemester am Donnerstag den 3. Mai. Portofreie Anmeldungen von Knaben, die das 13. Jahr erreicht haben oder bald erreichen, unter Vorlage der nötigen Zeugnisse nimmt der Unterzeichnete bis 15. April entgegen. Unbemittelten kann entsprechende Unterstützung gewährt werden. 
L. Wißmann, Distrikts-Rabbiner."  

  
Ausschreibung der Talmud-Tora-Schule (1896)  

Schwabach Israelit 09071896tt.jpg (43758 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1896: "'Talmud-Thora-Schule' Präparandenschule, Schwabach (Bayern). Vorbereitungsschule für jedes Lehrerseminar. Gründlicher Unterricht in den hebräischen und deutschen Fächern, sowie in Violine, Klavier, Harmonielehre und Gesang. Beginn des Unterrichts im Wintersemester am Dienstag, den 6. Oktober. Portofreie Anmeldungen von Knaben, die das 13. Jahr erreicht haben oder bald erreichen, unter Vorlage der nötigen Zeugnisse nimmt der Unterzeichnete bis 1. September entgegen. Unbemittelten kann entsprechende Unterstützung gewährt werden.  L. Wissmann, Distriktsrabbiner."

  
Ausschreibungen der Talmud-Tora-Schule (1900 / 1901 / 1902)  

Schwabach Israelit 01021900.jpg (58133 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1900:    
 
Schwabach Israelit 11071901.jpg (69403 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Juli 1901:    
 
Schwabach Israelit 20021902.jpg (76261 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Februar 1902:    

    
     
Veränderungen unter Rabbiner Dr. Mannes
1903 hatte Rabbiner Dr. Mannes die Leitung der Talmud-Tora-Schule übernommen. Nun wurde die Schule in "Talmud-Thora-Institut" umbenannt und die Ausbildung teilweise mit dem in Schwabach seit 1894 bestehenden Königlichen Progymnasium verbunden. Auswärtige jüdische Schüler konnten im Talmud-Thora-Institut Ausbildung, Unterkunft und Verpflegung finden und zugleich das Progymnasium der Stadt besuchen.   
   
Ausschreibungen des Talmud-Tora-Instituts (1903) 
    

Schwabach Israelit 16021903.jpg (81709 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1903:    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1903:  

   
Über das Talmud-Tora-Institut in Schwabach unter Rabbiner Dr. Manes (1903) 
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juli 1903:     

  
Bericht über das Talmud-Tora-Institut (1904)    

Schwabach Israelit 24031904.jpg (126236 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1904: "Schwabach. Dem XIV. Rechenschaftsberichte über das Talmud-Thora-Institut entnehmen wir: 
Der Unterricht an der Anstalt wurde unter Mitwirkung des Lehrerrates im letzten Jahre den erweiterten Zielen der Anstalt entsprechend erweitert fortgeführt und erlitt, da der Gesundheitszustand der Schüler im Ganzen Gott sei Dank ein günstiger war, keine Unterbrechung. 
Die Zahl der Zöglinge betrug in der Berichtsjahren 1902/04 26. Von diesen traten 6 in ein Lehrerseminar über und zwar 4 in das israelitische Seminar zu Köln, je 1 in das Seminar in Hannover und zu Kassel. 
Die Schülerbibliothek wurde entsprechend vergrößert und auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht. Die Lehrerbibliothek erhielt eine Reihe von Zuwendungen. 
In materieller Hinsicht wurde uns wie bisher wohlwollende Förderung zuteil, insbesondere von Seiten der verehrlichen Administration der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, des verehrlichen Hilfsvereins daselbst, des verehrlichen Studien- und Arbeitsförderungsvereins für Israeliten in Bayern zu München, sowie des verehrlichen Hilfsvereins in Frankfurt am Main. 
Unsern herzlichen Dank sagen wir allen diesen verehrlichen Korporationen und Vereinen, sowie den zahlreichen einzelnen treuen Freunden und bewährten Gönnern, die wir bitten, das unserm verewigten uneigennützigen Begründer allezeit bewiesene Vertrauen und Wohlwollen in gleichem Maße auch auf uns zu übertragen, damit es uns gelingt, das von ihm erstrebte Ziel zu erreichen: denn sein Geist soll in unserer Anstalt walten und sein Andenken für uns und durch uns zum Segen werden!"   

     
Veränderungen im Talmud-Tora-Institut (1904)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. April 1904:      
Schwabach Israelit 18041904a.jpg (185711 Byte)    

   
Neubau-Pläne (1904)  

Schwabach FrfIsrFambl 17061904tt.jpg (23721 Byte)Artikel im Frankfurter Israelitischen Familienblatt vom 17. Juni 1904: "Schwabach (Bayern). Die Verwaltung des israelitischen Talmud-Thora-Instituts kaufte ein 140 Dezimalen großes Terrain, auf dem im Herbste mit dem Bau einer größeren israelitischen Präparandenschule begonnen werden soll."

   
Ausschreibung des Talmud-Tora-Instituts (1907)   

Schwabach Israelit 060619076tt.jpg (39035 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juni 1907: "Talmud-Thora-Institut Schwabach (Bayern). Schüler, welche das Königliche Progymnasium mit 3 Realklassen besuchen sollen, erhalten in unserem Institut unter günstigen Bedingungen Pension und religiöse Erziehung sowie ausgiebigen hebräischen Unterricht. Unbemittelten kann von der Anstalt eine Unterstützung gewährt werden. Das Schulgeld im Progymnasium beträgt 22 Mark jährlich. Beginn des Schuljahres am 18. September. 
Meldungen wollen baldigst gerichtet werden an das Direktorat Rabbiner Dr. S. Mannes".

  
Aufgabe der Lehrerausbildung und Umwandlung in ein Knaben-Pensionat (1907)

Schwabach Israelit 16051907tt.jpg (102620 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1907: "Aus Bayern. Das Kuratorium des Talmud-Thora-Instituts in Schwabach hat einen Beschluss gefasst, der für das Institut von einschneidender Bedeutung, für die Allgemeinheit zum Segen werden dürfte. In der Erkenntnis, dass für die Heranbildung von Lehrern die zwei Präparandenschulen in Höchberg und Burgpreppach genügen, wurde beschlossen, die Lehrerausbildung als solche aus dem Programm des Instituts auszuscheiden. Hingegen soll das Institut lediglich als Pensionat dazu dienen, solchen Knaben, deren Eltern an einer harmonischen Ausbildung in religiösen und profanen Fächern liegt, ein Heim zu gewähren, in welchem sie zum Selbstkostenpreis eingehende Beaufsichtigung ihrer Schularbeiten, weitgehende Förderung ihres sittlichen und leiblichen Wohles finden. Selbstverständlich ist es, dass der Unterricht in allen Fächern der jüdischen Religion vertieft und erweitert ist. Die staatlichen Schulen in Schwabach erfreuen sich des besten Rufes und so ist zu erwarten, dass wohl viele Eltern von dieser Gelegenheit Gebrauch machen. Kindern dürftiger Eltern wird außerdem jede nur mögliche Erleichterung gewährt. Möge das Institut auch mit diesem neuen Programm seine alten Freunde sich erhalten, stets neue gewinnen und der Allgemeinheit zum wirklichen Segen gereichen."

  
Bericht über das Talmud-Tora-Institut (1908)  

Schwabach Israelit 02041908.jpg (86490 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1908:   
  
Schwabach FrfIsrFambl 10041908.jpg (52174 Byte) Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. April 1908:     

    
Erfolge der Schüler des Talmud-Tora-Instituts am Progymnasium Schwabach 1908 (heute: Adam-Kraft-Gymnasium) 
sowie Rücksichtnahme auf die jüdischen Schüler

Schwabach Israelit 30071908tt.jpg (55563 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1908: "Von den beiden prämiierten Absolventen des hiesigen Progymnasiums war der eine ein israelitischer Schüler, Zögling des hiesigen Talmud-Tora-Institutes. Es sei hierbei bemerkt, dass auch im Vorjahre einer der beiden prämiierten Schüler ebenfalls ein Talmud-Tora-Zögling war. Ein ehrendes Zeugnis für diese Anstalt sowohl wie ein Beweis für die vorurteilsfreie Denkweise im Rektorat und Lehramt des Gymnasiums. Diese zeigt sich übrigens auch darin, dass den jüdischen Schülern an jeden Schabbat gestattet ist, dem Mußaf-Gottesdienst, der naturgemäß in die Unterrichtsstunden fällt, bis zum Schlusse beizuwohnen. Im Stundenplan wird nach Möglichkeit darauf Rücksicht genommen, dass den Schülern durch dieses Versäumnis kein Nachteil erwächst." 

  
Bericht über das Talmud-Tora-Institut (1911)        

Schwabach Israelit 20071911.JPG (128086 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juli 1911:    

    
Das Talmud-Tora-Institut wird von Schwabach nach Nürnberg verlegt (1921)  

Schwabach Israelit 24041921.jpg (30993 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der "Israelit" vom 24. April 1921:     
    
Schwabach Israelit 24041921a.jpg (51241 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. April 1921:     

  
Lehrer Translateur (Rastatt) organisiert ein Ehemaligen-Treffen der Schüler der Präparandenschule (1925)  

Schwabach Israelit 04061925.jpg (67817 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1925:    

  
  
  
  
Jüdische Studierende am Königlichen Lehrerseminar    
Die Seminaristen am königlichen Schullehrerseminar können an den Schabbatgottesdiensten teilnehmen (1869)  

Schwabach Israelit 29121869.jpg (65087 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Dezember 1869: "Schwabach im Dezember 1869. Auf Anregung des hiesigen Rabbinats wurden von der königlichen Seminar-Inspektion die jüdischen Seminaristen am königlichen Schullehrer-Seminar dahier von Freitag Nachmittag 4 Uhr an bis Samstag Vormittags 10 Uhr vom Besuche des Seminars dispensiert, damit dieselben Freitag Abends und Samstag Früh dem öffentlichen Gottesdienste beiwohnen können. Die königliche Inspektion hat auch unaufgefordert in echt humaner Weise den Stundenplan derart umgeändert, dass die jüdischen Seminaristen durch ihr Wegbleiben vom Seminar beinah nicht eine Unterrichtsstunde versäumen brauchen. Ein Beweis, mit welcher Bereitwilligkeit die königlichen Behörden uns in der Ausübung religiöser Pflichten unterstützen, wenn es uns nur aufrichtiger Ernst ist mit unserer Religion."    

     
     
     
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben     
Das protestantische Dekanat protestiert bei der Stadt (1898)    

Schwabach ImdtReich 021898g.jpg (39869 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Im deutschen Reich" Februar 1898: "Schwabach in Bayern, 1. Februar (1898). Das protestantische Dekanat hat bei dem hiesigen Magistrate Beschwerde darüber geführt, dass beim Tode eines Israeliten die Musik vom Turme der protestantischen Stadtpfarrkirche herab geblasen hat. Gleichzeitig wurde der Magistrat ersucht, künftig einen derartigen Akt zu verhüten. Das Schwabacher Magistratskollegium hat zunächst nur beschlossen, Erkundigungen über das Eigentumsrecht am Turme einzuziehen". 
   
Schwabach AZJ 25021898.jpg (59359 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Februar 1898: Text wie oben   

   
Rücksichtnahme auf jüdische Schüler am Progymnasium (1907)

Schwabach Israelit 06061907tt.jpg (51601 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1907: "Schwabach, 3. Juni (1907). Mit Rücksicht auf die wachsende Zahl der israelitischen Schüler am hiesigen Progymnasium hat der Magistrat beschlossen, die Zahl der Religionsstunden für Israeliten um 2 zu erhöhen und die Mitte dafür in den Etat einzustellen. Wie wir von wohlinformierter Seite erfahren, geht die Anregung dazu vom Rektorat des Progymnasiums aus. Auch sonst zeigt dasselbe bei jeder Gelegenheit eine erfreuliche Rücksichtnahme auf die religiösen Anschauungen und Bedürfnisse unserer Glaubensgenossen. So ist den israelitischen Schülern am Schabbat und am Versöhnungstag der Besuch des Vormittagsgottesdienstes, der naturgemäß in die Unterrichtszeit fällt, bereitwilligst gestattet und es wird der Stundenplan nach Möglichkeit so eingerichtet, dass diese Schulversäumnisse keinen Nachteil für die Israeliten zur Folge hat."

   
Ausschreibung des Ferien- und Schülerheims Schwabach (1915)  

Schwabach Israelit 17061915.jpg (52799 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Juni 1915:    

    
    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Beitrag von Moses Glogau in Schwabach über "Die Würde des Menschen" (1848)    
   
Hinweis: der Beitrag wird nicht abgeschrieben, kann jedoch durch Anklicken der Textabbildung selbst gelesen werden
.   

Schwabach DtrZionswaechter 08091848.jpg (64463 Byte) Schwabach DtrZionswaechter 08091848a.jpg (368078 Byte) Schwabach DtrZionswaechter 08091848b.jpg (264244 Byte) Schwabach DtrZionswaechter 15091848.jpg (296319 Byte)
Der Beitrag wird nicht abgeschrieben. Oben ist nur der erste Teil und der Anfang des zweiten Teiles wiedergegeben.     
       

            
Zum Tod von Hanna Goldberg geb. Rosenbaum, Inhaberin eines Bankgeschäftes in Nürnberg (geb. in Schwabach 1822, gest. 1879 in Schwabach)
     

Nuernberg Israelit 10091879.jpg (362067 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1879: "Nachruf
Nürnberg. Nur noch einige Wochen und auch dieses Jahr ist in das Meer der Vergangenheit geschwunden. In diesen ernsten Stunden wirft jeder Denkende einen Blick in sich, in seinen eigenen Familienkreis und seine nächste Umgebung. Bei dieser Schau kann an Einsender dieser Zeilen das Hinscheiden einer der edelsten und frömmsten der Frauen unserer Gemeinde nicht vorüberziehen, ohne von tiefster Wehmut ergriffen zu werden und sieht derselbe sich gedrungen, dieser schmerzvollen Teilnahme dadurch Ausdruck zu verleihen, indem er den Hintritt dieser Edlen in Israel zur allgemeinen Kenntnis zu registrieren Veranlassung nimmt. Es soll dadurch konstatiert werden, dass der Geist unserer frommen Stammmütter nie erlischt und dass die Träger der himmlischen Wahrheit ein alles Vergängliche überdauerndes Denkmal in den Herzen der Mit- und Nachwelt sich errichte. Die leider ! allzu früh Verblichene, Frau Hanna Goldberg dahier, geb. Rosenbaum aus Schwabach, von ihren sehr verehrungswerten Eltern, Herrn M.B. Rosenbaum und Gattin, zur Gottesfurcht und pünktlichster Ausübung aller göttlichen Gebote durch Wort und lebendiges Beispiel erzogen, empfing auch gleichzeitig durch entsprechenden Unterricht in verschiedenen Lehrgegenständen einen gediegenen Graf von Bildung. So wie das Herz empfänglich war für Tugend und Frömmigkeit, so war der rege Geist geeignet, den Unterricht in anderen Disziplinen mit bestem Erfolge aufzunehmen. Die gestreute Saat entwickelte sich allseitig zur herrlichen Frucht. Mit männlichem Mute und mit klarer Einsicht errichtete sie auf hiesigem Platze ein Bankgeschäft. In sturmbewegten Zeiten, die oft Männerherzen erzittern machten, blieb sie unerschütterlich in ihrem felsenfesten Gottvertrauen. Sie war von der Überzeugung beseelt, dass bei aller Tätigkeit des Menschen deren segenreiches Gelingen nur von der leitenden Hand der Vorsehung bestimmt werde. Bei ihrer rastlosen Tätigkeit blieb sie unwandelbar fest in ihrem Prinzip. Zeitliche Güter sind nur die Mittel zu himmlischen Zwecken. Daher die äußerst strenge Gewissenhaftigkeit in der Führung des Geschäftes, daher die seltene Wahrhaftigkeit und dadurch das große Vertrauen, das der selig Entschlafenen von Allen zuteil geworden und sie zu der angesehenen Stellung emporbrachte, die sie in der Geschäftswelt einnahm. Auf sie sind in der Tat die Worte des Weisen anzuwenden, die derselbe an seinen Sohn richtete (hebräisch und deutsch): 'Deine Taten befreunden Dich (der Menschheit), Deine Taten entfremden Dich (derselben).' So lieferte die selig Entschlafene den Beweis, wie Treue und Redlichkeit es sind, aus welcher Achtung und Liebe entsprießen. Nicht minder wie gegen die Nebenmenschen war die Verblichene auch treu gegen Gott und seine heilige Lehre. Mit einer Munifizenz, die nur großen Seelen eigen ist, unterstützte sie die Torabeflissenen, spendete fleißig jenen Instituten, worin Tora gelehrt wird, gedachte mit offener Hand der Armen des heiligen Landes, wie überhaupt ihre Wohltätigkeit keine Grenzen kannte, und fand jeder Bedürftige, soweit sie es irgend nur vermochte, durch sie Trost und Hilfe. Es waren das ihre süßesten Freuden, so im Geiste der heiligen Tora wirken zu können. Ihr für echte Frömmigkeit flammendes Herz suchte sie durch die rechte Erziehung in ihren Kindern sich zu verewigen. Sie begriff das Wort des weisen Königs (hebräische und deutsch): 'Der weise Sinn der Frau erbaut ihr das Haus.' In diesem schmucken Kleide der reinsten Nächstenliebe und der innigsten Hingabe in den Willen Gottes wandelte sie, eine treue Dienerin der Gotteslehre, bis das unerbittliche Geschick in ihrem Geburtsorte Schwabach, wohin sie zum kurzen Aufenthalt gereist, am 9. Juli, den Tag nach dem traurigen 17. Tammus (sc. Fasttag, Gedenken an den Beginn der Zerstörung des Tempels in Jerusalem), ihrem teuren Leben in kaum vollendetem 57. Lebensjahre, zum namenlosen Schmerze der Ihrigen, ein Ziel setzte. Ihre Lebenszeit überdauert aber die besondere Verehrung ihrer würdigen, frommen Eltern, da dieselbe einen besonderen Wert darauf legte, in der Nähe der Ruhestätte ihrer seligen Eltern bestattet zu werden. Das Leichenbegängnis zu Fürth war ein feierliches. Außer vielen Bekannten und Freunden hiesiger Stadt eilten viele Bewohner Fürths auf den dortigen Friedhof, um dem Biederweihe die letzte Ehre zu erweisen, der jeder der Begleitenden in das Grab nachrufen konnte (hebräisch und deutsch): 'Mit Glaubensstärke, mit dem Schmucke edler Taten ist sie umhüllt, sie mag sich freuen des letzten Tages.' Am Grabe sprach Herr Rabbiner Wißmann aus Schwabach, der langjährige Freund der Verewigten. Er entrollte in beredten Worten das tatenreiche, nur von Gottesfurcht geleitete Leben der Verblichenen, das er zum mustergültigen Beispiele in erster Linie den trauernden Hinterbliebenen und allen teilnahmsvollen Umstehenden rührend und gerührt empfahl. Sie die mit vollem Rechte eine Perle des Jeschurun genannt werden durfte, deren Seele wird gewiss in den Räumen der Frommen ihre Ruhestätte finden. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."            

        
Nadelfabrikant Städtler wird zum Kommerzienrat ernannt (1887)   

Schwabach Israelit 17011887.jpg (64472 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Januar 1887:      

   
Zum Wegzug des langjährigen Kultusvorstandes Grünbaum nach Nürnberg (1891) 
-
Grünbaum war tätig in vielen Ämtern der jüdischen Gemeinde (Kultusvorstand, Beschneider, ehrenamtlicher Vorbeter, Vorsteher des Friedhofsverbandes Georgensgmünd) und der Stadt Schwabach (Mitglied des städtischen Gemeindekollegiums, Vorstand der Feuerwehr).

Schwabach Israelit 16111891p.jpg (217252 Byte)Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. November 1891: "Schwabach, 4. November (1891). Heute ist Herr Grünbaum, Kultusvorstand hier, nach Nürnberg übergesiedelt und wird der Verlust dieses Mannes hier allgemein empfunden und bedauert. Denn Herr Grünbaum, ein Mann von scharfem Verstande und eminenter Arbeitskraft, ist ein Wohltäter und ein gottesfürchtiger Sohn der Tora im eigentlichen Sinne des Wortes, der jedem mit Rat und Tat beistand. Er ist Mohel (Beschneider) und war seit mehreren Jahren war er Kassier, dann Kultusvorstand hier und Vorstand des Friedhofsbezirkes (gemeint der Verbandsgemeinden zum Friedhof Georgensgmünd) und versah alle diese Ämter mit Umsicht, Gewissenhaftigkeit und in selbstloser Weise.
Als Kultusvorstand verdankt ihm die israelitische Gemeinde hier materiell sehr Vieles und er bewirkte es, dass die städtische Gemeinde für den Religionsunterricht Lokal
und Beheizung stellt und einen jährlichen Beitrag von 100 Mark an die jüdische Gemeinde beisteuert. Durch Klugheit, Offenheit und  unparteiisches Vorgehen ist es ihm gelungen, den Frieden in der Gemeinde während der ganzen Zeit seiner Vorstandschaft aufrecht und Ruhe und Ordnung während des Gottesdienstes zu erhalten. Sein Verdienst war es zunächst, Mittel zu beschaffen zur Restaurierung des Friedhofes in Georgensgmünd, welcher sich in sehr misslichen Zuständen befand und neue Statuten für für den Verband zu entwerfen.
Herr Grünbaum hatte auch die Kasse für durchreisende, jüdische Arme; die Armen waren seine Hausgenossen und er sorgte auch dafür, dass dieselben auch bei anderen Leuten Unterkunft und Beköstigung erhielten. Bei all diesen guten Werken stand ihm seine fromme und biedere Gattin als wahre Gehilfin zur Seite. Die hiesige israelitische Gemeinde wusste aber auch die großen Verdienste ihres Vorstandes gebührend zu würdigen; denn am vergangenen Freitag Abend überrascht die Mehrzahl der Gemeindemitglieder Herrn Grünbaum in seiner Wohnung, überreichten ihm einen prächtigen silbernen Pokal und drückten mit warmen tiefgefühlten Worten den Dank der jüdischen Gemeinde aus. In welcher Achtung Herr Grünbaum bei seinen nichtjüdischen Mitbürgern dahier stand, geht daraus hervor, dass derselbe in das Gemeindekollegium und zum Vorstande der freiwilligen Feuerwehr gewählt worden ist. Der Vorstand des Gemeindekollegiums sprach in öffentlicher Sitzung Herrn Grünbaum den Dank der Gemeinde für sein ersprießliches Wirken im Dienste der Gemeinde aus und das Gemeindekollegium gab seine Zustimmung durch Erheben von den Sitzen zu erkennen. Die beiden städtischen Kollegien veranstalteten Herrn Grünbaum zu Ehren eine Abschiedsfeier, bei welcher Gelegenheit Herr Bürgermeister Bohl und Herr Landrat Wiesner Herrn Grünbaum feierten und sein objektives Wirken und seine eminente Arbeitskraft besonders hervorhoben, und die freiwillige Feuerwehr ehre die Verdienste ihres scheidenden Vorstandes durch Überreichung eines Diploms als Ehrenmitglied. 
Man sieht also, dass man streng gläubiger Jude sein und dennoch in großer Achtung bei seinen nichtjüdischen Mitbürgern stehen kann; ferner, dass der Antisemitismus Gott sei Dank hier keinen Boden hat und dass hier Frieden und Eintracht zwischen den verschiedenen Konfessionen herrscht.
Möge Herr Grünbaum in seinem neuen Domizil die Liebe und Hochachtung finden, die er sich in so hohem Maße erworben hatte und möge er und seine werte Familie stets recht glücklich sein: der Dank und die besten Wünsche der Bewohner Schwabachs werden ihn stets begleiten."

  
Zum Tod des aus Schwabach stammenden Sigmund Held (1860-1926)   

Schwabach BayrGZ 08091926.jpg (116116 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 8. September 1926:      
Schwabach BayrGZ 08091926a.jpg (434235 Byte)   

  
Zum Tod des aus Schwabach stammenden Abraham Grünbaum (gest. in Frankfurt 1921)  

Schwabach Israelit 24031921.jpg (179119 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1921:    
Schwabach Israelit 24031921a.jpg (174159 Byte)   
Schwabach Israelit 24031921b.jpg (162056 Byte)   

  
Zum Tod von Simon Feuchtwanger (1928)  

Schwabach Israelit 09021928.jpg (153405 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1928:    

   
Zum Tod des aus Schwabach stammenden Simon Dingfelder (1928)  

Schwabach BayrGZ 15061928.jpg (158635 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1928:     
Schwabach BayrGZ 15061928a.jpg (351832 Byte)  
Schwabach BayrGZ 15061928c.jpg (237395 Byte)   
  
Schwabach BayrGZ 15061928d.jpg (284318 Byte) Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1928:   
Schwabach BayrGZ 15061928e.jpg (297397 Byte)   
Schwabach BayrGZ 15061928f.jpg (75325 Byte)   

  
Aus der Jugendzeit Simon Dingfelders (Artikel von 1930)  

Schwabach BayrGZ 15081930.jpg (207174 Byte) Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. August 1930:    
Schwabach BayrGZ 15081930a.jpg (167849 Byte)   

   
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeige des Bronce- und Blattgold Fabrik-Geschäftes von A. Grünbaum (1890)
   

Schwabach Israelit 18121890.jpg (27250 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1890:  "1 Reisenden und 1 Lehrling 
sucht per sofort 
A. Grünbaum
in Schwabach, 
Bronce- und Blattgold Fabrik-Geschäft."      

 
Paula Oettinger sucht eine Haushaltshilfe (1916)   

Schwabach FrfIsrFambl 30061916.jpg (56513 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. Juni 1916:  

  
Verlobungsanzeige von Sonja Koss und Julius Mannes (1927)  

Schwabach Israelit 07071927.jpg (30824 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1927:    

  
Hochzeitsanzeige von Julius Mannes und Sonja geb. Ross (1928)  

Schwabach Israelit 15031928.jpg (39359 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1928:    

  
Hochzeitsanzeige von Otto Reis und Mina Reis geb. Feuchtwanger (1929)  

Niederstetten Israelit 14111929.jpg (33778 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. November 1929: "Statt Karten – Gott sei gepriesen. 
Otto Reis – Mina Reis geb. Feuchtwanger. Vermählte. 
Niederstetten (Württemberg) – Schwabach (Nürnberg). 
Trauung in Ansbach, Hotel Zirkel, 1 Uhr am 17. November 1929. 14. Cheschwan 5690".  

   
Anzeige von Frau Toni Levite (1936)   

Schwabach BayIsrGZ 15081936.jpg (35361 Byte)Anzeige im "Bayerischen Israelitischen Familienblatt" vom 15. August 1936: "In unserem ungestörten Heim mit schönem Garten finden Dauermieter oder Erholungsbedürftige beste Unterkunft. Auch werden Ferienkinder aufgenommen. Frau Toni Levite, Schwabach, Synagogengasse 7."      

      
      
Sonstiges        
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: 
Grabsteine in New York für Babette Kohn (1836-1893) und Babette Kitzinger (1809-1899), beide aus Schwabach
 
   
Anmerkung: die Gräber befinden sich in jüdischen Friedhöfen in NY-Brooklyn; die Geburtsnamen der beiden Frauen werden nicht mitgeteil
t.  

Schwabach New York Salem 1673.jpg (89766 Byte)   Schwabach New York Salem 1673a.jpg (99196 Byte)Grabstein für 
"My Beloved Wife 
and our dear Mother 
Babette Kohn, Born in Schwabach - Germany  
Jan. 14, 1836  
Died Feb. 21, 1893"    
   
Schwabach NY Cyprus 1742.jpg (70737 Byte)  Grabstein für 
"Our beloved Mother Babette Kitzinger
Born in Schwabach - Bavaria  
Nov. 9, 1809, 
Died March 25, 1899"  

     

     

  

   

    

    

    

 

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Stand: 02. November 2015