|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zur Übersicht "Synagogen
im Elsass"
Westhoffen (Westhofen)
(Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagoge / Synagogue
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In dem 1332 zur Stadt erhobenen Westhoffen lebten Juden bereits im
Mittelalter. 1334 wird Abraham von
Westhofen in Straßburg genannt. Der Friedhof wurde vermutlich bereits im
15.
Jahrhundert angelegt.
Bei der Zählung am 14. Februar 1785 wurden in Westhoffen
58 jüdische Familien mit zusammen 282 Personen gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1807 208 jüdische Einwohner, 1846 196, 1861 180, 1870 195, 1910 147.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.
Westhofen war Sitz eines Rabbinates, zu dem auch die Gemeinden Balbronn,
Odratzheim, Scharrachbergheim, Traenheim gehörten. Unter den Rabbinern
sind zu nennen: Aron-Moses-Ezechiel Lemberger (gest. 1712), der in Trier
und Westhoffen als Oberrabbiner amtierte; Abraham Isaak Luntenschütz
(aus Romanswiller, gest. 1818 in Endingen), war von 1808 bis 1813 Rabbiner in
Westhoffen, danach in Endingen und Lengnau; Marc Cahn (auch Reb Mortché,
Mordechai Cahn; geb. 1777 oder 1778 in Saverne), war von 1815 bis zu seinem Tod
1872 Rabbiner in Westhoffen; Zacharie Lazarus (geb. 1829 in Schirrhofen),
war von 1872 bis zu seinem Tod 1897 Rabbiner in Westhoffen; Dr. Victor Marx (s.u.)
von 1899 bis 1909, Max Guggenheim (s.u.) von 1910 bis
1919.
1936 lebten noch 79, 1939 noch 63 jüdische Einwohner in der
Stadt. Die meisten von ihnen wurden 1940 nach Südfrankreich deportiert. Mindestens
16 jüdische Personen aus Westhoffen wurden in Vernichtungslagern ermordet.
Von den in Westhoffen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem; die Angaben sind teilweise schwierig auszuwerten, da es
zu Verwechslungen mit dem deutschen Westhofen
kommt, auch die nachfolgenden Nennungen sind teilweise unsicher): (Kantor in Schmieheim)
Abraham Bloch (1861), Maurice Cahen (1874), Jules Cahn (1891), Philipp Cahn
(1887), Eugenie Debré (), Üauline Dreher geb. Debré (1875), Blanche Dreyfuss
geb. Schwarz (1884), Beate Gumpertz (1884), Helene Gumpertz (1920), Florette
(Flora) Jacob geb. Cahn (1883), Fanny Kachen geb. Koenigsbourg (1897), Jeanne
Marx (1881), Felix May (1898), Marie Rueff (1893), Leopold Schwartz (1882),
Clemence Wolff geb. Debré (1887), Pauline Dreher geb. Debré
(1875).
Nach 1945 kehrte ein Teil der überlebenden früheren jüdischen
Einwohner zurück. 1965
wurden 19 jüdische Einwohner gezählt.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Antijüdische Einstellung des protestantischen Pfarrers
anlässlich der Beisetzung des Postagenten Jakob Römer
(1904)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Februar 1904:
"Westhofen im Elsass, 7. Februar (1904). Die Straßburger
Bürger-Zeitung meldet von hier: 'Donnerstag Nachmittag wurde der Postagent Jakob Römer unter großer Beteiligung der Bevölkerung des
Krieger- und Gesangvereins begraben. Der Bezirksoffizier von Molsheim
pries am Grabe den Verblichenen in einer markigen Rede. Der Gesangverein
verliert in Römer eines seiner besten tätigsten und rührigsten
Mitglieder. Diesem Ausdruck zu geben, sowie dem Schmerz aller
Mitglieder des Vereins, wollte der Präsident desselben, Herr Michel
Weill, am Grabe eine kleine Rede halten. Es wäre so schön gewesen...
Aber eine halbe Stunde vorher wurde vom protestantischen Pfarrhause dem
Israeliten Weill dringend bedeutet, doch davon absehen zu wollen. Was für
ein Geist hier im Pfarrhause herrscht, ist klar! Aber auch nur dort. Als
vor einigen Jahren der Schwiegervater des Herrn Weill, Rabbiner Lazarus,
starb, da hielt Herr Pfarrer Kiefer - Balbronn die erste und größte
Grabrede (sc. vgl. unten Artikel von 1897). Andere 'Männer', andere Sitten.' - Der Berichterstatter ist
kein Jude. In jüdischen Kreisen schließt man sich sehr gern der Ansicht
an, dass der orthodoxe Geistliche die Beerdigungsfeierlichkeiten
überhaupt auf die kirchlichen Zeremonien beschränken solle. Auch der
Offizier habe seine Rede nur gehalten, weil er eben nicht erst lange
vorher um Erlaubnis gefragt habe. Wie dem auch sei, es ist jedenfalls ein
schöner Beweis des konfessionellen Friedens, wenn von christlicher Seite
in dieser Weise sofort gegen eine möglicherweise nur scheinbare
antisemitische Handlungsweise protestiert
wird." |
Aus der Geschichte des Rabbinates
Beisetzung von Rabbiner Zacharie Lazarus (1897)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 17. Dezember 1897: "Westhofen im Elsass, am 6. Dezember
(1897). Bei dem am 1. dieses Monats stattgefundenen Leichenbegängnis des
ehrwürdigen Rabbiners Lazarus strömte von Nah und Fern eine
zahlreiche, gerührte Menge, Männer aller Konfessionen herbei, um dem
höchst geachteten Geistlichen das letzte Geleit zu geben. Tief empfundene
Abschieds- und Trauerreden wurden gehalten: in dem Sterbehause durch den
ältesten der anwesenden Kollegen, Herrn Rabbiner Roller von Barr; in der
Synagoge durch Herrn Ober-Rabbiner Weil von Straßburg; auf dem Friedhofe
durch Herrn Rabbiner Blum aus Pfalzburg, ehemaliger Amtsnachfolger des
Heimgegangenen in Schirrhofen; durch Herrn Pfarrer Kiefer aus Ballbronn;
durch Herrn Arthur Moch, Mitglied des Konsistoriums, Namens des
Konsistoriums; Herr Lehrer Kaufmann, im Namen der Gemeinde, sagte das
letzte Lebewohl. Der edle protestantische Pfarrer Kiefer gab seinen
Gefühlen folgenden Ausdruck: 'Noch ein Wort lasset mich, bevor diese
Gruft sich schließt, dem lieben Verstorbenen nachrufen, ein warmes Wort
der Dankbarkeit, wie es der Heimgegangene verdient. Rabbiner Lazarus war
vor mehr denn 35 Jahren mein erster Lehrer im Hebräischen, er stand
damals in Schirrhofen, zu seinem Rabbinat gehörte Bischweiler, wo mein
seliger Vater protestantischer Pfarrer war. Mein Vater schätzte hoch die
große Herzensgüte, die tiefen theologischen Kenntnisse des Verewigten.
In einer langen Reihe von Jahren war ich mit ihm durch innige Freundschaft
verbunden. Ein Mann, so schlicht in seiner äußeren Erscheinung, so
einfach, so bescheiden, aber so voll von Biedersinn, von Begeisterung für
alles, was wahr, was gerecht, was edel, ein treuer Anhänger seiner
Religion, aber doch mit einem Herzen voll von Duldung, von Verständnis
auch für fremde Ansichten. Die Religion galt ihm als die Führerin zur
Gottesliebe und Nächstenliebe, d.h. zur allgemeinen Menschenliebe. Nicht
trennen sollen die Religionen, dass die Menschen sich hassen und
zerfleischen, sondern einigen und verbrüdern. Sein Bestreben war nur
darauf gerichtet, durch Leben, Beispiel, Aufmunterung und Lehre die
Erkenntnis der ewigen Wahrheiten, welche für das Reich Gottes geschickt
machen, zu wecken und zu fördern. So hat er unter Euch gewirkt, das war
ein Segen, womit ihn Gott geschmückt hatte. Von dem Arbeitsfeld hat ihn
jetzt der Herr der Ernte abgerufen. Von der Welt unscheinbar, von dem
gnadenreichen Vergelter aber nach dem Worte belohnt: Die Lehrer werden
leuchten wie der Himmelsglanz, und die Viele zur Gerechtigkeit gewiesen
gaben, wie die Sterne immer und ewiglich. Er ruhe in
Frieden!'". |
| |
Artikel in der Zeitschrift "Im Deutschen Reich" vom Januar 1898
S. 47: "Westhofen im Elsaß, 1. Januar (1898). Bei dem vor
einigen Wochen hier stattgefundenen Leichenbegängnis des Rabbiners
Lazarus widmete an der offenen Gruft der protestantische Pfarrer Kiefer
dem Heimgegangenen einen ehrenden Nachruf, indem er sagte: 'Rabbiner
Lazarus war vor mehr denn 35 Jahren mein erster Lehrer im Hebräischen. Zu
seinem Rabbinat in Schirrhofen gehörte Bischweiler, wo mein seliger Vater
protestantischer Pfarrer war. Mein Vater schätzte die große
Herzensgüte, die tiefen theologischen Kenntnisse des Verewigten. Die
Religion galt ihm als die Führerin zur Gottesliebe und Nächstenliebe,
d.h. zur allgemeinen Menschenliebe. Nicht trennen sollen die Religionen,
dass die Menschen sich hassen und zerfleischen, sondern einigen und
verbrüdern'." |
Rabbiner Dr. Victor Marx verlässt Westhofen und wird nach
Straßburg versetzt (1910)
Anmerkung: im oberen Artikel wird fälschlich von Rabbiner Dr.
Bloch gesprochen; es muss Dr. Marx heißen.
Dr. Victor Marx (geb. 1872 in Bad Homburg v.d.H., gest. 1944 in Périgueux):
Studium in Breslau; 1899 bis 1909 Rabbiner in Westhoffen, 1910 Rabbinatsassessor
mit Filialgemeinde in Straußburg; 1937 übernahm er zusätzlich das Rabbinat
von Lingoldsheim und war außerdem Hospitalseelsorger in Straßburg; 1939 zog er
sich mit einem großen Teil der Straßburger Gemeinde nach Périgueux in der
Dordogne zurück.
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. März
1910: "Straßburg im Elsass. Das Israelitische Konsistorium versetzte
Rabbiner Dr. Bloch aus Westhofen
auf 1. April nach Straßburg, wo er jetzt schon als Stellvertreter des
leidenden Herrn Oberrabbiner Uri tätig ist."
|
| |
Mitteilung
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. Februar 1910:
"Das israelitische Konsistorium des Unterelsass hatte sich in seiner
Sitzung vom 16. Januar mit der Wahl eines zweiten Rabbiners für die
israelitische Kultusgemeinde Straßburg zu befassen. Gewählt wurde
Rabbiner Dr. Marx - Westhofen." |
Veränderungen in den Besetzungen der Rabbinate - Rabbiner Max Guggenheim kommt
nach Westhofen (1910)
Anmerkung: Rabbiner Max
Guggenheim (geb. 1877 in Seppois-le-Bas = Niedersept, gest. 1968 in Paris):
studierte am Rabbinerseminar in Colmar, 1898-1901 am Rabbinerseminar und an der
Universität in Berlin. Seit 1902 war er Rabbiner in Quatzenheim,
zuständig auch für Wintzenheim und Kuttolsheim. 1910 wechselte er nach Westhofen
(s.u.), 1919/20 nach Bouxwiller (Buchsweiler, Unterelsass); die Besatzungszeit
überlebte er in Paris, 1942 bis 1944 in Vichy; nach 1945 kehrte er nach
Bouxwiller zurück. Seit 1956/57 Rabbiner in Saverne
(Zabern).
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27. Mai 1905:
"Straßburg. Die von dem israelitischen Bezirkskonsistorium zu
Straßburg vorgenommenen Ernennungen des Rabbiners Dr. Bloch (bisher in
Dambach) zum Rabbiner in Barr, des Rabbiners Dr. Lehmann (bisher in
Schirrhofen) zum Rabbiner in Bischweiler, des Rabbiners Gugenheim (bisher
in Quatzenheim) zum Rabbiner in Westhofen und des Rabbiner Dr. Marx in Westhofen
zum beigeordneten Rabbiner in Straßburg, ferner die von dem
Bezirkskonsistorium zu Colmar vorgenommene Ernennung des Rabbiners Bloch
in Sulz unter Wald zum Rabbiner in Dornbach, sowie die von dem
Bezirkskonsistorium zu Metz vorgenommenen Ernennungen des Rabbiners
(Heinrich) Dreyfuß (bisher in Dürmenach) zum Rabbiner in Mörchingen (sc.
Morhange, Lothringen) und des
Rabbiners Levy (bisher in Pfalzburg) zum Rabbiner in Saarburg, sind von
dem Ministerium in Elsaß-Lothringen bestätigt
worden." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod des aus Westhofen stammenden Leopold Cahn
(1887)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juni 1887: "Aus
dem Elsaß. Am 27. Siwan (Sonntag) wurde Herr Leopold Cahn in Hatten
im Alter von 76 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Unter dem Namen: 'Reb
Leb' war derselbe im ganzen Elsass als ein Mann von großer Gelehrsamkeit
und von ausgezeichneten Tugenden bekannt.
In Westhofen geboren, widmete er sich dem Rabbinerstande und
erheilt auch als solcher sein Diplom zur Anstellung für Frankreich. Er
nahm aber keine Stelle an, indem er als 23-jähriger Mann von einem sehr
reichen Mann in Hatten - wegen seiner Gelehrsamkeit - als
Schwiegersohn eingesetzt wurde, Seine Wohltätigkeit erstreckte sich besonders
aus Erez Jisroel,
Fünf Rabbiner feierten das Andenken des großen Toten. Seine Seele sei
eingebunden in der Bund des Lebens." |
Zum 90. Geburtstag von Raphael Kahn (1909)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. März 1909: "Westhofen
(Elsaß), 1. März (1909). Demnächst wird der älteste Mann der Umgebung,
der allseits geachtete Herr Raphael Kahn, in aller Stille seinen
90. Geburtstag feiern. Herr Kahn zählt zu denjenigen, die treu zu unserer
heiligen Wahrheit halten. Sein ganzes Leben und Streben ist für
den Dienst an Gott, in des Wortes wahrster Bedeutung. Er ist der Sohn
des wegen seiner großen Gelehrsamkeit berühmten Rabbiners Mordechai
HaCohen - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen, welcher über
70 Jahre segensreich hier gewirkt hatte. Möge der rüstige Greis mit
seiner würdigen Gattin noch einen frohen Lebensabend genießen. (Alles
Gute) bis 120 Jahre." |
Über den aus Westhoffen stammenden Rabbiner Dr. Moïse Debré
(1882-1919)
| Rabbiner Dr. Debré ist 1882 in
Westhoffen als Sohn des Anselme Debré und der Amélie geb. Cahn geboren.
Er studierte 1903 bis 1909 an der Universität und am Rabbinerseminar in
Berlin und wurde an der Universität Würzburg promoviert. Nach einer Zeit
als Rabbinatskandidat in Augsburg war er von 1912 bis zu seinem frühen
Tod am 26. Januar 1919 (er starb an der Spanischen Grippe) Rabbiner in Sarre-Union.
Er wurde in seinem Heimatort Westhoffen beigesetzt. Er war verheiratet mit
Yvonne geb. Blum, mit der er eine Tochter hatte. |
Meldung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. September
1912: "Saarunion. Zum Nachfolger unseres pensionierten
Rabbiners Guggenheim ist Rabbinatskandidat Debrex - Augsburg ernannt
worden." |
Zum Tod des aus Westhoffen stammenden Rabbiner Dr. Benjamin May (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juni 1929: "Rabbiner
Dr. Benjamin May - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen.
Tiefe Trauer und besonders lebhaftes Mitgefühl hat in den Kreisen der
hiesigen jüdischen Gemeinschaft der allzu frühe Heimgang der im besten
Mannesalter stehenden markigen Persönlichkeit des Rabbiners und
Religionslehrers Dr. Benjamin May hervorgerufen. Aus Westhofen im
Elsass stammend, hatte der Hingeschiedene am Berliner Rabbinerseminar
seine Studien absolviert und war hier seit zwei Jahrzehnten als Religionslehrer
an den höheren Schulen in hervorragender Stellung tätig. Was ihn vor
vielen Berufsgenossen auszeichnete, war nicht nur sein in rastloser
Studienarbeit immer mehr vervollkommmetes reiches Wissen, sondern vor
allem die temperamentvolle Energie, mit der er seines Amtes waltete. Was
für die oft aus halb oder ganz entfremdeten Kreisen stammenden Schüler
und Schülerinnen der höheren Schulen das gefährlichste Gift in der
Religionsstunde ist, die Langeweile, war in den Lehrstunden Benjamin Mays
eine unbekannte Erscheinung - er war durchglüht von innerer Wärme, die
alle Herzen entflammte. Er hat zweifellos Hunderte von jungen Seelen für
die tiefen Wahrheiten der Überlieferung und für die gewaltige Größe
des Gotteswortes und des Prophetenwortes erwärmt und zahlreiche
Saatkörner ausgestreut, die segensreich aufblühen werden. Bei der
Bestattung, die am letzten Freitag stattfand, kam die Liebe und Verehrung,
deren sich der Heimgegangene erfreute, zu erschütterndem Ausdruck. Seine
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige der Weinhandlung Th. Kahn Söhne
(1915)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Januar 1915:
"Offeriere selbstgekelterte Weiß- und Rotweine im Fass,
sowie auch in Falsch - Koscher zu Pessach.
Th. Kahn Söhne, Westhofen im Elsass.
In Bezug auf die Kaschrut kann die Koscherbescheinigung
erteilt werden. Frühzeitige Bestellungen
erwünscht." |
Zur Geschichte der Synagoge
1876 wurde eine neue
Synagoge erbaut und eingeweiht. Sie stand vermutlich am Platz einer älteren
Synagoge, weswegen in nachfolgender Meldung nur von der
"Restaurierung" der Synagoge in Westhoffen die Rede ist.
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. September 1876:
"In Westhoffen (Elsass) wurde vor Kurzem die neu restaurierte
Synagoge (die Herstellungskosten betrugen 50.000 Franc) unter den
üblichen Gebräuchen eingeweiht." |
Die
Synagoge wurde während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg geplündert.
Das Gebäude blieb jedoch erhalten.
Adresse/Standort der Synagoge: Place de la Synagogue, Westhoffen
Fotos
(Fotos obere Fotozeile: Rothé / Warschawski s. Lit. S. 144;
untere Zeilen: Hahn, Aufnahmedatum 28.5.2004)
Die ehemalige
Synagoge
in den 1980er-Jahren |
 |
 |
| |
Außenansicht |
Innenansicht |
| |
|
|
| |
|
|
Die ehemalige
Synagoge
im Frühjahr 2004 |
 |
 |
| |
Die Westfassade der
ehemaligen
Synagoge |
Die ehemalige Synagoge
von der
Südseite |
| |
|
|
 |
 |
 |
| Das Eingangsportal |
Das Rundfenster über dem
Eingangsportal |
"Place de la
Synagogue" |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 |
Germania Judaica II,1 S. 881-882. |
 |
Michel
Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire.
Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 41.144.
|
 |
Neu eingestellt im November
2011: Günter Boll: Kinder und Enkel des David Meyer (ca.
1728-1798) von Westhoffen. Eingestellt
als pdf-Datei.
|

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|