|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zur Übersicht "Synagogen
im Elsass"
Hatten (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass)
Synagogue / Synagoge
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In dem zwischen Haguenau
(Hagenau) und Lauterbourg (Lauterburg)
gelegenen Hatten bestand eine jüdische Gemeinde bis zum 20. Jahrhundert. Ihre
Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Bei der Zählung
am 29. Oktober 1784 waren 13 jüdische Familien mit zusammen 61 Personen am Ort.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung
religiöser Aufgaben der Gesamtgemeinde war ein Lehrer angestellt, der teilweise
auch die Aufgaben des Vorbeters und Schächter übernahm. 1877 wurde allerdings
(s.u. Ausschreibungstext) die Stelle des Vorbeters und Schächters unabhängig
von der Lehrerstelle ausgeschrieben.
1808 gehörte 111 Personen zur jüdischen Gemeinde. Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl jüdischer
Gemeindeglieder auf über 200 Personen, um danach wieder zurückzugehen. Die
Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk von Surbourg-Soultz-sous-Forêts.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Ausschreibung der Stelle des Vorbeters und Schächters 1877
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. April 1877: "In
der israelitischen Gemeinde Hatten bei Oberbetschdorf im Elsass ist die
Stelle eines Chasan (Vorbeters) und Schochet (Schächter) vakant und
sofort zu besetzen. Gehalt 12-1500 Mark pro Jahr. Kandidaten, welche
lernen können, werden bevorzugt. Bewerber wollen sich bei dem
unterzeichneten Vorstande melden. A. Cahn." |
Zum Tod des Lehrers M. Silberberg 1904
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1904:
"Hatten, 28. Dezember (1904). Am 24. dieses Monats wurde der
65jährige israelitische Lehrer M. Silberberg hier unter Begleitung von
ca. 30 Lehrern des Kantons Sulz u.W. zu Grabe getragen. Rabbiner
Bloch-Sulz u.W. betonte besonders den großen Willen des Verstorbenen und
seine Anhänglichkeit zur Schule. Einer seiner Schüler, Lehrer J. Joseph
in Niederrödern, widmete dem Verblichenen zum Abschiede Worte des Dankes
und der Liebe. Am Grabe sprach Lehrer G. Heldt von Oberbetschdorf im Namen
des Lehrervereins." |
| |
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Januar 1904:
"Hatten. Ende voriger Woche starb im 65. Lebensjahre unser Lehrer
Silberberg. Vor circa zehn Jahren trat er die hiesige Stelle an und
waltete seines Amtes nach Kräften. Außer der Gemeinde nahmen etwa 50
Kollegen an der Beerdigung teil, bei welcher Dr. Bloch - Sulz dem
Verblichenen einen warmen Nachruf hielt." |
Gründung einer Ortsgruppe der "Vereins der Sabbatfreunde" 1909
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1909:
"Hatten (Elsass), 9. Februar (1909). Unter Leitung der Herren
Rabbiner Bloch-Sulz und Weil-Buchsweiler hat sich vergangene Woche hier
ein 'Verein der Sabbatfreunde' konstituiert. Der Vorstand unserer Gemeinde
hatte die Mitglieder auf Sonntagabend 4 Uhr eingeladen, die auch fast
vollzählig erschienen war. Nachdem die beiden anwesenden Rabbiner Zweck
und Ziel des Sabbatverbandes und seine hohe Bedeutung für unsere
heranwachsende Jugend klargelegt hatten, ist eine stattliche Anzahl
Gemeindemitglieder zusammengetreten, um sich zu einer Ortsgruppe des
'Verbandes der Sabbatfreunde' zu konstituieren. Rühmend sei besonders
hervorgehoben, dass auch einige anwesende Damen sich sofort in die Liste
der Mitglieder einzeichneten. Hoffentlich entstehen noch viele solcher
Vereine im Elsass." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war vermutlich ein Betsaal
vorhanden. 1814 wurde eine
Synagoge erbaut. 1870/71 ist sie durch einen Neubau ersetzt worden.
1896 konnte das 25jährige Bestehen der Synagoge feierlich begangen werden:
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1896:
"Hatten (Elsass). Vergangenen Schabbat Nachamu wurde das
25jährige Bestehen unseres herrlichen Gotteshauses in schönster Weise
gefeiert. Die Feier wurde besonders durch die Gegenwart unseres
allverehrten Herrn Oberrabbiners des Herrn Dr. Weil aus Straßburg und des
Herrn Rabbiners Dr. Bloch aus Sulz u.W. erhöht. Am Freitagnachmittag
wurde der Herr Oberrabbiner von den Vertretern der Gemeinde am Bahnhofe
empfangen. Abends fand ein Festgottesdienst in dem aufs schönste mit
Blumen und Kränzen geschmückten Gotteshause statt. Der trefflich
geleitete Synagogenchor erhob die Herzen in eine andachtsvolle Stimmung.
Am Samstag wurde ein Frühgottesdienst von 7 bis 8 Uhr abgehalten. Um 10
Uhr wurde der Gottesdienst durch eine tief ergreifende, Allen zu Herzen
gehende Rede des Herrn Oberrabbiners wieder eröffnet. Er gedachte
einleitend der Begründer des Gotteshauses, von denen leider so viele
nicht mehr unter uns weilen. Er sprach über den Text: 'Wie schön sind
deine Zelt Jakob, deine Wohnung Israel' und in Verbindung hiermit über
die Bedeutung des Gotteshauses in früheren Zeiten und in jetziger Zeit.
Hiernach richtete Herr Rabbiner Dr. Bloch in längerer Rede erhebende
Worte an die Gemeinde. nach einem Rundgang mi8t den Torarollen unter
Begleitung des Chorgesanges wurde jedes Gemeindemitglied zur Tora gerufen.
Um 2 Uhr begann das Festessen, wozu sämtliche Gemeindemitglieder geladen
waren. Von den ausgebrachten Toasten sei besonders der des Herrn
Oberrabbiners erwähnt, der den Herrn Anselm Cahn als langjährigen
persönlichen Freund und als Vorsteher der Gemeinde feierte, deren Wohl er
eine lange Reihe von Jahren mit Opferfreudigkeit gefördert hat. Eine
gemütliche Nachfeier hielt die Festgenossen bis in die späte Nacht
vereint." |
Die Synagoge in Hatten war Mittelpunkt des
jüdischen Gemeindelebens in Hatten bis Ende des 1930er-Jahre. Im
Januar 1945 wurde das Gebäude bei den kriegerischen Auseinandersetzungen um Hatten
zerstört.
Adresse der Synagoge:
Grand'rue
Fotos der Synagoge:
| Historische Karten |
 |
 |
|
Oben und unten:
Karte um 1900 mit Ausschnittvergrößerung |
 |
 |
 |
| Blick auf die Synagoge |
|
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
diese Links sind noch nicht aktiviert
|