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im Elsass"
Niederroedern (Niederrödern)
(Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass
Jüdische Geschichte / Synagoge / Synagogue
(Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Günter Schenk)
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Niederroedern bestand eine - zeitweise relativ große - jüdische
Gemeinde bis in die 1930er-Jahre. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18.
Jahrhunderts zurück. Aus dem Jahr 1675 liegen strenge gesetzliche
Regelungen für die Juden am Ort vor. 1784 wurden bereits 31 jüdische Familien
mit zusammen 159 Personen am Ort gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807 212 jüdische Einwohner, 1846 311, 1861 278, 1870 252, 1900 134, 1910
101.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule,
ein rituelles Bad und ein Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Von den Lehrer der jüdischen
Gemeinde wird 1904 J. Joseph genannt. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat
Surbourg - Soultz-sous-Forets, das 1930 dem Rabbinat Wissembourg
angegliedert wurde.
1936 lebten noch 33 jüdische Personen am Ort. Im September 1939,
bei der Evakuierung Niederroedern gab es nur noch 37 jüdische Einwohner. Zwei
von ihnen wurden im Juli 1944 durch SS-Männer ermordet. Sie wurden im
jüdischen Friedhof Niederroedern begraben.
Von den in Niederroedern geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emanuel Bloch (1874),
Lucien Blum (1893), Simon Kaufmann (1878), René Klein (1895), Georges Levy
(1919), Edith Levy (1917), Charles Roos (1891), Marcel Roos (1883), Joseph Ruff
(1905).
Nach 1945 ließen sich nur drei jüdische Familien wieder in Niederroedern
nieder. Die letzte Familie (Blum-Klein) verließ das Dorf 1964.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Zum Tod des Lehrers M. Silberberg in Hatten spricht einer seiner Schüler,
Lehrer J. Joseph in Niederroedern (1904)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Januar 1904:
"Hatten, 28. Dezember (1904). Am 24. dieses Monats wurde der
65jährige israelitische Lehrer M. Silberberg hier unter Begleitung von
ca. 30 Lehrern des Kantons Sulz u.W. zu Grabe getragen. Rabbiner
Bloch-Sulz u.W. betonte besonders den großen Willen des Verstorbenen und
seine Anhänglichkeit zur Schule. Einer seiner Schüler, Lehrer J. Joseph
in Niederrödern, widmete dem Verblichenen zum Abschiede Worte des Dankes
und der Liebe. Am Grabe sprach Lehrer G. Heldt von Oberbetschdorf im Namen
des Lehrervereins." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Meldung zu einer besonderen Trauung (1903)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. November
1903: "Hagenau. Hier wurde im israelitischen Altersasyle vom hiesigen
Rabbiner eine Trauung eines Brautpaares vorgenommen, welches zusammen
über 120 Jahre zählte. Der Bräutigam, Herr Kauffmann aus Niederroedern,
Vater von erwachsenen, verheirateten Kindern, ging die zweite Ehe ein,
während die Braut ihr Glück in dritter Ehe suchte." |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine erste Synagoge wurde 1785 erstellt.
1869 wurde sie durch eine neue Synagoge ersetzt, die bis in die
1930er-Jahre Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens war.
Seit der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen wurde das Gebäude von der
mehrheitlich heimgekehrten Bevölkerung zum Trocknen von Kräutern verwendet. In
den letzten Kriegsmonaten war die ehemalige Synagoge Munitionslager der
deutschen Wehrmacht. im Zusammenhang mit
den kriegerischen Auseinandersetzungen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde
die Synagoge durch amerikanische Fliegerbomben im Januar 1945
zerstört.
Adresse/Standort der Synagoge: Die
Synagoge befand sich in der Herbengasse (heutige Rue de Blond)
Fotos
Links und Literatur
Links:
Literatur:
n.e.

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