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im Elsass"
Niederbronn-les-Bains (Bad
Niederbrunnen) (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass)
Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Niederbronn-les-Bains bestand eine jüdische Gemeinde bis ins 20.
Jahrhundert. Ihre Entstehung geht in das 18. Jahrhundert zurück. 1766
wurden 26 jüdische Familien am Ort gezählt, 1789 waren es 29 Familien mit
zusammen 135 Personen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl jüdischer Einwohner wie folgt:
1807 174 jüdische Einwohner, 1846 336 (Höchstzahl jüdischer Einwohner), 1861
296, 1870 269. In den folgenden Jahrzehnten ging ihre Zahl stark zurück: 1910
wurden nur noch 131, 1936 82
jüdische Personen in der Stadt gezählt.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule (jüdische Volksschule bis 1909) und ein rituelles Bad. Die
Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Oberbrunnen (Oberbronn)
beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.
Die 1940 in der Stadt noch lebenden Juden
wurden nach Südfrankreich deportiert. 19 Personen wurden ermordet.
Nach 1945
kehrte ein Teil der Überlebenden zurück und begründete die Gemeinde neu. 1965 hatte die klein gewordene
Gemeinde 35 Mitglieder.
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Schule
Vom Ende der Israelitischen Volksschule (1909)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1909:
"Niederbronn, 2. Juli (1909). Die hiesige israelitische Volksschule
wird, entgegen dem Beschlusse des Gemeinderats, nun doch nicht aufgehoben
werden, da sich der Ortsschulvorstand für deren weiteren Bestand
ausgesprochen und sich die Schulbehörde dieser Entscheidung angeschlossen
hat." |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juli 1909:
"Niederbronn, 19. Juli (1909): Der Gemeinderat hat in seiner letzten
Sitzung beschlossen, die hiesige israelitische Schule aufzuheben. Der
Grund dürfte in der ungenügenden Kinderzahl zu suchen sein. Der
jüdischen Gemeinde kam dieser Beschluss nicht unerwartet, da man schön
längst das Eingehen der Schule kommen sah." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Bitte um Unterstützung für eine in Not geratene Familie durch Lehrer Picard (1898)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1898: "Dringende
Bitte! Heil denen, die Einsicht haben mit dem Armen! Eine
zahlreiche, israelitische, arme Familie ist durch mehrfache
Krankheitsfälle aller Mittel entblößt. Die einzige Stütze, ein braver
Sohn, der seit einigen Jahren Kinder- und Bruderpflicht in vollem Maße
erfüllt, ist nunmehr selbst schön längere Zeit von einer furchtbaren
Krankheit heimgesucht; nur noch einem Skelett sieht er ähnlich. Dennoch
gibt der Arzt Hoffnung, durch stärkende Nahrung und Getränke, sowie
baldigen Aufenthalt in einem Luftkurort ihn zu retten. Leider fehlt aber
beinahe das tägliche Brot. Die Hilfsmittel der kleinen Gemeinde sind
bereits bis aufs Äußerste erschöpft. Edle Glaubensbrüder, öffnet Eure
Hand, denn dringende Hilfe tut Not!
Gaben wolle man gefälligst an den Unterzeichneten einsenden. Niederbronn
(Elsass), den 10. Mai 1898. B. Picard, Lehrer.
Auch die Geschäftsstelle des Israelit ist gerne bereit, Gaben in Empfang
zu nehmen und an Herrn Lehrer Picard abzuführen." |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Salomon Ury, langjähriger Präsident der
Kultusgemeinde (1905)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8.
Dezember 1905: "Niederbronn im Elsass. Hier starb plötzlich
der Rentner Salomon Ury, Bruder des Oberrabbiners in Straßburg. Der
Verstorbene gehörte früher dem Gemeinderate an, war lange Jahre
Präsident der israelitischen Kultusgemeinde und bis zuletzt Mitglied des
Vorstandes der Sparkasse. Er war ein streng rechtlicher, allseits
geachteter Mann." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige des Hotels / der Pension Meyer Plato
(1933)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1933: "Niederbronn
les Bains (Vogesen). Hotel-Pension Meyer-Plato. Streng Koscher,
unter Aufsicht Seiner Ehrwürdigen Rabbiner Brunschwig, Strasbourg.
Bestbekannte Küche, fließendes Wasser in sämtlichen Zimmern. Auch über
Feiertag geöffnet. Grosse Synagoge am Platze. Nachsaisonpreise -
Voranmeldung erwünscht." |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine Synagoge wurde 1833 erbaut. Sie erwies sich jedoch wenige Jahrzehnte
später als zu klein für die damals stark gewachsene Gemeinde. Auch war sie
Anfang der 1860er-Jahre in einem baufälligen Zustand. Im Januar 1862 wurde die
Synagoge geschlossen. Seit 1863 wurde eine neue Synagoge in maurischem Stil erbaut, die am
22.
September 1869 eingeweiht werden konnte.
Während des 2. Weltkrieges wurde die Synagoge unter der deutschen Besatzung von
Nationalsozialisten verwüstet und ausgeplündert. Nach
1945 wurde sie wieder als Synagoge eingerichtet. Nachdem sie jedoch immer
weniger benutzt wurde, ist sie 1989 verkauft worden. Eine Abschiedszeremonie fand am 21.
April 1991 statt. Die katholische Kirchengemeinde baute das Gebäude zu einem
Gemeindezentrum um (foyer paroissial catholique).
Adresse/Standort der Synagoge: Rue de Elisabeth Eppinger, 67110
Niederbronn-les-Bains.
(Stadtmitte unmittelbar gegenüber der katholischen Kirche)
Link
zu den Google-Maps
Fotos
| Historische
Ansichten |
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| Historische
Ansichtskarten von Niederbronn vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit der
Synagoge |
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Die ehemalige
Synagoge im Mai 2004
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.05.2004) |
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| Die ehemalige
Synagoge von Westen mit dem Eingangsportal |
Das Gebäude von
Süden. Das hier aufgestellte Kruzifix zeugt von christlicher
Unsensibilität |
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Das Gebäude von
Osten mit der
Nische des Toraschreines |
Das Gebäude
von
Nordosten |
Hinweisschild
am
Eingang |
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Unmittelbar bei
der Synagoge ist einer
der Parkplätze des Stadtzentrums |
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Die
ehemalige Synagoge
im September 2009
(Fotos: Otmar Frühauf, Breitenthal, Aufnahmedatum 6.09.2009) |
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Blick
auf das ehemalige Synagogengebäude mit dem umgebenden Zaun |
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| Westfassade der
ehemaligen Synagoge |
Das Eingangsportal |
Die Fensterrosette
über dem Eingangsportal |
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| Hinweistafel |
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Blick von |
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| Blick von Südosten |
Blick von Süden |
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Andernorts
entdeckt:
im jüdischen Friedhof in Luxemburg |
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Grabstein
für Sophie Gougenheim geb. Netter,
geb. in Niederbronn-les-Bains am 16. Juni 1861, gest. in Mersch am 2. Mai
1933. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
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Michel
Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire.
Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Niederbronn-les-bains
(German Niederbrunnen) Bas-Rhin dist. In 1766, there were 26 Jews in
Niederbronn-les-Bains. The local synagogue was inaugurated in 1869. In 1936, the
community numbered 82 members. During worldwar II, they were expelled to the
south of France with the rest of Alsac-Lorraine Jews. The local synagogue was
damaged. Nineteen Jews were deported. In 1965, there were 35 Jews in
Niederbronn-les-Bains.

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