|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zur Übersicht "Synagogen
im Elsass"
Barr
(Dep. Bas-Rhin /Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Barr bestand eine jüdische Gemeinde im 19./20.
Jahrhundert. Sie konstituierte sich erst in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts (1868).
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich wie
folgt: 1861 noch keine jüdischen Einwohner, 1870 49, 1900 125, 1910 124. Die jüdischen Haushaltsvorsteher waren als Kaufleute tätig
(Textilhandlungen, Pferde- und Viehhandlungen, Getreidehandlungen,
Drogeriemarkt) oder als Arbeiter und Angestellte tätig. Gabriel Acker betrieb
die Chemiefabrik Mosses an der Avenue de la Gare.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge
(s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde
wurden auf dem jüdischen Friedhof in
Rosenweiler/Rosenwiller beigesetzt, bis unmittelbar bei evangelischen
Kirche des Orte ein kleiner jüdischer Friedhof angelegt wurde (besteht nicht
mehr!). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig
war. 1910 wurde das Rabbinat von Dambach (Dambach-la-Ville) nach Barr
verlegt, nachdem bereits 1902 Barr anstelle von Dambach als Rabbinatssitz
genannt wurde (siehe Bericht von 1902). Der bisherige Rabbiner von Dambach - Dr.
Joseph Bloch - wurde nun Rabbiner in Barr, wo er bis 1940 amtieren konnte.
1936 wurden noch 108 jüdische Einwohner in Barr gezählt. 1940 wurden
unter der deutschen Besatzung die noch in Barr verbliebenen jüdischen Einwohner nach
Südfrankreich deportiert.
Von den in Barr geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem): Corinne Bloch geb. Moise (1885), Lucien Blum (1882),
Achille Ellenbogen (1879), Alice Grumbach geb. Levy (), Ernestine Kahn (1889),
Camil Lehmann (1870), Edith Levy (1910), Emile Isaac Lieber (1876), Justine
Lieber geb. Lazard (1885), Jacob Strauss (1889), Julien Strauss (1889), Valerie
Strauss (1881), Henri Weill (1933), Jacques Weill (1897), Lise (Liza) Weill
(1940), Lucie Weill (1903), Roger Weill (1924), Marie Welnermann (1880), Jean
Wolff (1915).
Nach 1945 entstand wieder eine kleine jüdische Gemeinde in Barr, zu der
1953 etwa 12 Familien mit 41, 1965 46 Personen gehörten. Um 1980 wurde die
jüdische Gemeinde aufgelöst, die Synagoge
abgebrochen.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte des
Rabbinates in Barr
Besetzung des Rabbinates
Barr mit Rabbiner Dr. Josef Bloch (1902; Rabbiner in Barr bis 1940)
Anmerkung: Rabbiner Dr. Joseph Bloch (geb. 1875 in Grussenheim,
gest. 1970 in Haguenau) studierte an den Universitäten Straßburg und Berlin,
1898 bis 1901 am Rabbinerseminar in Berlin; 1902 bis 1910 war er Rabbiner in
Dambach-la-Ville, bis der Rabbinatssitz 1910 nach Barr verlegt wurde, wo Dr.
Bloch bis 1940 amtierte. In diesem Jahr floh es nach Chamalières, Auvergne und
war bis 1945 Rabbiner der Flüchtlingsgemeinde in Clermont-Ferrand bei
Chamalières und Dozent am dorthin von Paris verlegten Séminaire Israélite de
France. Nach 1945 Rabbiner in Haguenau; 1960 Ruhestand.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1902:
"Straßburg, 18. Februar (1902). Es wird vielleicht nicht
uninteressant sein, zu erfahren, dass unter den sechs Kandidaten, die
dieses Jahr vom Rabbinerseminar in Berlin das Rabbinerdiplom erhielten,
vier Elsässer sind. Diesen hat jetzt das unterelsässische Konsistorium
die seit längerer Zeit unbesetzten Stellen übertragen und zwar sind
ernannt die Herren Dr. Josef Bloch nach Barr, Camille Bloch nach Sulz
unterm Wald, Max Guggenheim nach Quatzenheim und Dr. Sylvain Lehmann nach
Schirrhofen-Bischweiler." |
Verlegung des Rabbinats von Dambach nach Barr (1910)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1909:
"Barr im Elsass, 4. Dezember (1909). Der Gemeinderat erklärte sich
mit der Verlegung des Rabbinats von Dambach nach Barr einverstanden." |
| |
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. Dezember
1909: "Barr im Unter-Elsass. Der Gemeinderat erklärte sich
mit der Verlegung des Rabbinats von Dambach nach Barr
einverstanden. Barr hat 5.000 Einwohner, darunter 130 jüdische Seelen,
während Dambach nur 2.500 Einwohner, darunter 100 jüdische Seelen
hat." |
Berichte
zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Zum Tod von Rabbiner E. Roller (1900)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1900:
"Vorletzten Donnertag, am Tag vor dem 1. Aw (= 26. Juli 1900, der 1.
Aw, hier der Menchaem Aw = tröstender Aw, war am 27. Juli 1900) starb in Barr,
Elsass, der Rabbiner E. Roller im 75. Lebensjahre, der Offizier d'Akademie
und Verfasser mehrerer in hebräischer, französischer und deutscher
Sprache verfassten Werke war. Die Beerdigung fand unter großer
Beteiligung Freitag vormittags 11 Uhr statt. Die Leidenreden hielten der
Oberrabbiner aus Straßburg und der benachbarte Rabbiner aus Oberehnheim,
letzterer im Trauerhause, ersterer in der Synagoge. Der Verstorbene
hinterlässt eine alte, unglückliche, trauernde Witwe und zwei
untröstliche, unversorgte Töchter, deren die Stütze und der Ernährer
entrissen worden ist. Hoffentlich wird sowohl die Gemeinde Barr, als auch
das israelitische Konsistorium des Unter-Elsass den unglücklichen
Zurückgebliebenen hilfreichen Beistand leisten!" |
Zur Geschichte der Synagoge
1868 wurde zunächst ein Betraum eingerichtet. 1878 wurde
die bis heute stehende Synagoge eingeweiht.
Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude
verwüstet.
Nach 1945 wurde die Synagoge renoviert und 1950 wieder
eingeweiht. Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde wurde die Synagoge 1982
abgebrochen.
Einige Reste - die Gebotstafeln und die Portalinschrift - sind erhalten und im
Park der Elisa Stiftung in Straßburg aufgestellt.
Adresse/Standort der Synagoge:
Fotos
(Quelle: Fotos linke und mittlere Spalte: Rothé /
Warschawski s.Lit. S. 57; rechte Spalte
Historische Ansichten
der
nicht mehr bestehenden Synagoge |
 |
 |
| |
Außenansichten
der ehemaligen Synagoge in Barr: 1782 erbaut, 1982 abgebrochen |
| |
|
|
 |
 |
 |
| Glasfenster |
Innenansichten: links Blick von der Frauenempore, rechts der Toraschrein |
| |
|
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 |
Michel
Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire.
Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 41.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Barr, Bas-Rhin-dist. The Jewish
community was established in the second half of the 19th century. A synagogue
was inaugurated in 1878. In 1936, the community consisted of 108 members. During
Worldwar II, the Jews were expelled from their homes and deported to the south
of France. In 1950, the synagogue was renovated. The community numbered 46
members in 1965.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|