|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zur Übersicht "Synagogen
im Elsass"
Benfeld (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem in früheren Jahrhunderten zum Bistum Straßburg gehörenden Benfeld
lebten Juden bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sie werden
erstmals in einem Schutzbrief vom 22. November 1340 genannt. Als zur Pestzeit
Gerüchte über die Brunnenvergiftung durch die Juden umgingen und das gemeine
Volk ihre Vertilgung forderte, versammelten sich im Januar 1349 der Bischof von
Straßburg, Herren und Abgeordnete der Städte in Benfeld, um wegen der Juden zu
beraten. Obwohl die Juden mehrere Fürsprecher hatten, fand sich keine Mehrheit,
die die Vernichtung der Juden aufhalten konnte. Am 14. Februar 1349 fielen die
Juden von Benfeld der allgemeinen Verfolgung zum Opfer.
Erst seit Ende des 18. Jahrhunderts konnten sich Juden wieder in Benfeld
niederlassen. Zur Neubegründung einer jüdischen Gemeinde kam es 1830. 1836
lebten 236 jüdische Personen in der Stadt, 1861 127, 1870 183, 1900 236, 1905
221, 1910 ca. 200.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof.
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte zum
Rabbinatsbezirk Niederehnheim, ab 1910 zu dem von Fegersheim.
1936 gehörten 171 Personen
zur jüdischen Gemeinde. Während der NS-Zeit wurden die verbliebenen Juden nach
Südfrankreich deportiert. Über 30 Personen wurden ermordet. Ihre Namen finden
sich auf dem Denkmal im Friedhof.
Von den in Benfeld geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem; ein Teil der Namen steht auch auf einem Denkmal im
Friedhof): Salomon Ackermann (geb. ?), Richard Baehr
(geb. ?), Cecile Bicard geb. Schuhl (1875 oder 1876), Adrienne Bloch (1879),
Alice Bloch geb. Dreyfuss (1903), Marcel Bloch (geb. ?), Henriette Bloch (geb.
?), Susanne Bloch geb. Dreyfuss (1901), Armand Blum (1876), Leon Blum (1878),
Abraham Dreyfuss (1896), Arthur Dreyfuss (geb. ?), Germaine Dreyfuss geb. Meyer
(1903), Agathe Fohlen geb. Becker (1896 oder 1897), Caroline Galliste geb. Jacob
(1884), Jacob Galliste (1885), Rosine Ginsbourger (Gintzburger) geb. Bloch
(1863), Alfred Jaudel (1869), Blanche Kahn (Cahn) geb. Lehmann (1878), Adrienne
Kauffmann (1879), Delphine Kirsch (1907), David Klein (geb. ?), Charles Klein
(1906), David Klein (1869), Erna Klein (1909), Mathilde Klein geb. Hecht (1905),
Helene Klein, Hilma Klein (1932), Ruth Klein (1934), Georges Levi (Levy, 1902),
Louis Löb (1885), Marguerite Loketz geb. Dreyfuss (1881), Elsa Schimkowitz,
Ernest Schimkowitz (1926), Gisa Schimkowitz geb. Grünberg (1912), Gisele
Schimkowitz geb. Brunner, Michel Schimkowitz (geb. ?), Alice Schuhl geb.
Fränkel oder Levy (1875 oder 1876), Andre Schuhl (1879), Cecile Schuhl (1875),
Jeanne Schuhl geb. Roos (1884), Marcel Schuhl (1912), Samuel Schuhl (1881),
Berthe Weill (1906), Colette Weill (1930), Germain Weill (1895), Jeanne Weill
geb. Schwed (1895), Lucien Weill (1877), Marcel (Moise) Weil (1901), Marthe Weil
(1883), Paul Weill (1931), Pauline Weil (1895 oder 1896), Pierre Weil (1885),
Sylvaine Weill (1891), Jeanne Wertheimer (geb. ?), Marthe Weill (geb. ?).
Nach 1945 konnte die Gemeinde wieder
begründet werden. Doch ging die Zahl der Gemeindeglieder von 98 (1953), 75
(1968) auf etwa 20 Personen (um 2000) ab. Die Synagoge wurde restauriert.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
| In jüdischen Periodika des 19./20.
Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in
Benfeld gefunden. |
Zur Geschichte der Synagoge
Eine Synagoge wurde 1846 erbaut. 1876 wurde sie durch den
Architekten Raphaël Kahn vergrößert. Dabei wurden die seitlichen Flügel
angebaut, die dem Gebäude seine bis jetzt bestehende äußere Form gaben. 1895
wurde durch die Firma Charles Wetzel eine Orgel eingebaut, die bis heute gespielt werden
kann. 1922 wurde die Synagoge durch den Benfelder Maler Achilles Metzger nach
dem Vorbild der Synagoge von Florenz ausgemalt. In der NS-Zeit konnte die Zerstörung der Synagoge durch den Widerstand örtlicher Behördenvertreter
verhindert werden.
Im Januar 1945 wurde das Gebäude durch Granatenbeschuss
beschädigt. Bis zur Gegenwart wurde die Synagoge immer wieder renoviert und in
gutem baulichen Zustand bewahrt.
Adresse/Standort der Synagoge: 7a Rue
de la Dîme, 67230 Benfeld
Fotos
(Fotos obere Reihe und zweite Reihe links: Hahn, Aufnahmedatum 16.4.2004)
 |
 |
 |
Die Synagoge Benfeld
von der
Westseite |
Symbolik im Giebel
über dem
Eingang |
Vers aus der Tora über dem
Eingang: "Hier ist nichts anderes denn G"ttes Haus und hier ist
die Pforte des Himmel" (1.Mose 28,17) |
| |
|
|
 |
 |
 |
| Gedenkstein für Eugène
Guthapfel, der durch seinen Mut gegenüber den deutschen Behörden in der
NS-Zeit die Synagoge vor der Zerstörung bewahrte. |
Innenansicht der Synagoge
Benfeld
(Quelle: Rothé / Warschawski S. 59).
Im Gegensatz zu dem sehr schlichten Äußeren ist der
Innenraum prächtig bemalt. |
Die Orgel in der Synagoge
Benfeld
(Foto: Achim Seip) |
| |
| |
|
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Benfeld Bas-Rhin dist. The
Jewish presence dates from the mid-14th century. The community disppeared due to
expulsions; it was renewed in 1830. The Jewish population of Benfeld was 236 in
1836. The synagogue was inaugurated in 1846. The community numbered 171 members
in 1936. During the occupation, all were expelled to the south of France, with
the rest of Alsace-Lorraine Jews. Altogether, the Germans deported 31 Benfeld
Jews. The synagogue and cemetery were severely damaged. In 1968, the community
numbered 75 persons.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|