Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rosenwiller (Rosenweiler) (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Cimetière juif / Jüdischer Friedhof 

Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes

In Rosenwiller gab es vermutlich zu keiner Zeit eine jüdische Gemeinde. Jedoch besteht hier seit Jahrhunderten der größte jüdische Friedhof im Elsass und zugleich einer der größten jüdischen Verbandsfriedhöfe im mitteleuropäischen Raum. Der Friedhof besteht mindestens seit dem frühen 14. Jahrhundert. Auf ihm wurden seitdem Verstorbene unter anderem aus folgenden jüdischen Gemeinden beigesetzt (teilweise haben diese Gemeinden im 18. oder 19. Jahrhundert eigene Friedhöfe angelegt): Balbronn, Baldenheim, Barr, Bergheim, Biesheim, Bischheim, Bonhomme, Brumath, Busswiller, Dambach, Dangolsheim, Diebolsheim, Dinsheim, Dornach, Duppigheim, Duttlenheim, Ekbolsheim, Epernay, Epfig, Ettingen, Fegersheim, Grusenheim, Gunstett, Kaysersberg, Kolbsheim, Krautergersheim, Kuttolsheim, Lingolsheim, Molsheim, Mutzig, Niedernai, Obernai, Oberschaeffolsheim, Osthoffen, Ottrott-le-Bas, Rosheim, Scharlachbergheim, Schirmeck, Soultz, Stotzheim, Strasbourg, Traenheim, Valf, Zellwiller.   
      

Das bekannte Bild des Friedhofes des elsässischen Künstlers Charles Spindler (1865-1938)    
Link: Artikel bei fr.wikipedia zu Charles Spindler

Rosenweiler Israelit 08041896.jpg (176514 Byte)

Rosenwiller Darst 010.jpg (281075 Byte) 

 Darstellung in "Der Israelit" vom 8. April 1896, worauf sich der nachstehende Artikel bezieht. 

 Großformatiger Scan des Werkes von Charles Spindler 
 (auf Grund des Dateiumfangs etwas längere Ladezeit beachten)

   

Rosenweiler Israelit 16041896.jpg (161734 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. April 1896: "Oberehnheim i.E. Das in der Nummer 28 des 'Israelit' veröffentlichte Bild ist von dem elsässischen Künstler Spindler entworfen, der in unserer Nähe, am Eingang des Vogesenwaldes, sich niedergelassen, und es sich zur Aufgabe gemacht, in periodisch erscheinenden Blättern das alte Elsass mit seinen Denkmälern, Sitten und Gebräuchen in Wort und Bild wiederzugeben. Das vorliegende Gemälde stellt den ältesten jüdischen Friedhof unseres Landes dar. In der Mitte sehen wir die Grabstätten der alten Rabbinen, die jeder fromme Besucher des Friedhofes zunächst betritt, um daselbst sein andächtiges Gebet zu verrichten. Der obere Teil des Bildes gibt uns die Ansicht einer Seite der weiten öden Strecke, wo so viele Generationen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die verwitterten, teils versunkenen, teils umgefallenen Grabsteine mit ihren verwischten Inschriften, und nicht weniger die unfreundliche ganze Landschaft machen auf jeden Beschauer den tiefsten Eindruck. Man hat das Empfinden, vor einem Stück unserer Geschichte aus düsteren Zeiten zu stehen. Im üppigen Gras weiden die Ziegen des Friedhofesaufsehers. Die Verordnung lässt dies zwar nicht zu. Allein die Künstler, das ist ja allbekannt, nehmen es mit der Gesetzlichkeit nicht so genau, und bekennen sich nur zu den Regeln der Dekorativ-Motive. Wir müssen Herrn Spindler, unserem christlichen Mitbürger, Dank wissen, eine altehrwürdige Erinnerungsstätte unseres Volkes zum Thema einer seiner künstlerischen Erzeugnisse gewählt zu haben. Man kann von demselben das Bild auch in größerem Format in kunstvoller Ausführung auf besonderem Blatt beziehen."    

   
Dank an den Bürgermeister und den Gemeinderat von Rosenweiler anlässlich einer Beisetzung (1904) 

Rosenweiler FrfIsrFambl 02091904.jpg (137120 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. September 1904: "Rosheim, 22. August (1904). Bei Beerdigung der Frau Kaufmann Weill kam am Eingang des Ortes der Bürgermeister mit dem gesamten Gemeinderat und vielen Bürgern dem Trauerzuge entgegen, um sich ihm anzuschließen, während auf der Dorfstraße die Bevölkerung in stiller, würdevoller Haltung den Zug vorbeiziehen sah. Auf dem Friedhofe hob der Rabbiner, Dr. Goldstein, in beredten Worten die von Jahrhundert zu Jahrhundert vererbte Duldsamkeit der katholischen Bevölkerung von Rosenweiler gegen Andersgläubige gebührend hervor, denn während in den meisten Orten Elsass-Lothringens in früheren Jahrhunderten den Israeliten die letzten Ruhestätten verweigert wurde, blieb Rosenweiler dem guten Beispiel seiner Ahnen getreu und überließ seit mehr als 600 Jahren den Israeliten einen Teil ihrer Gemarkung zur Bestattung ihrer Verstorbenen. Zum Schloss dankte der Redner dem Bürgermeister, dem Gemeinderat und den anwesenden Bürgern von Rosenweiler für ihren neuen Beweis freundnachbarlicher Liebe und Dankbarkeit, die leider heutzutage selten noch anzutreffen sei ('Str. P.')."  

        

Lage des FriedhofesRoute de Grendelbruch (direction Mollkirch, à droite)


Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 26.7.2004) 

Der Eingang zum Friedhof
 Rosenwiller Cimetiere 123.jpg (75235 Byte) Rosenwiller Friedhof 180.jpg (89783 Byte) Rosenwiller Cimetiere 122.jpg (65259 Byte)
 Eingangstor   Hinweistafel
(Foto Inge Sturm, Marburg, 2005)
 Rechte Tafel: Gebet beim Eintreten in den Friedhof (rechts)
     
Der älteste Teil Rosenwiller Cimetiere 117.jpg (63318 Byte) Rosenwiller Cimetiere 116.jpg (73774 Byte)
   Im ältesten Teil sind fast keine Grabsteine mehr erhalten
   
Rosenwiller Cimetiere 113.jpg (76674 Byte) Rosenwiller Cimetiere 114.jpg (81138 Byte) Rosenwiller Cimetiere 115.jpg (99544 Byte)
Der Friedhof wird - bereits seit langer Zeit (siehe Darstellung oben von Spindler) von einer Ziegenherde gepflegt
 
Rosenwiller Cimetiere 105.jpg (52217 Byte) Rosenwiller Cimetiere 103.jpg (69128 Byte) Rosenwiller Cimetiere 104.jpg (80507 Byte)
Teilansichten des alten Friedhofsteiles (19. Jahrhundert)
 
Rosenwiller Cimetiere 100.jpg (71893 Byte) Rosenwiller Cimetiere 102.jpg (76919 Byte) Romanswiller Cimetiere 101.jpg (69587 Byte)
Einzelne Grabsteine im alten Friedhofsteil (19. Jahrhundert)
 
Rosenwiller Cimetiere 106.jpg (75440 Byte) Rosenwiller Cimetiere 107.jpg (67802 Byte) Rosenwiller Cimetiere 119.jpg (36662 Byte)
  Im alten Teil mit Blick zur Friedhofshalle Eingangstor zur Friedhofshalle
     
Rosenwiller Cimetiere 120.jpg (68522 Byte) Rosenwiller Cimetiere 118.jpg (63746 Byte) Rosenwiller Cimetiere 121.jpg (66105 Byte)
Gedenkstein für die aus den umliegenden Gemeinden in der NS-Zeit ermordeten Juden
   
Im neuesten Teil Rosenwiller Cimetiere 109.jpg (74782 Byte) Rosenwiller Cimetiere 110.jpg (77835 Byte)
  Neue Gräber
   
Rosenwiller Cimetiere 108.jpg (85499 Byte) Rosenwiller Cimetiere 112.jpg (82675 Byte) Rosenwiller Cimetiere 111.jpg (61475 Byte)
  Neuer Grabstein mit segnenden Händen der Kohanim Die neuesten Gräber
        
 Teilansicht des Friedhofes
(Foto von Inge Sturm, Marburg, 2005(
Rosenwiller Friedhof 181.jpg (75070 Byte)   
  Teilansicht  

   

Links und Literatur

Links:

Informationsseiten zum Friedhof Rosenwiller: hier anklicken und hier anklicken  

Literatur:  

Avraham Malthete: Registre du cimetière israélite de Rosenwiller (1753-1980) (Register of the Jewish Cemetery of Rosenwiller (1753-1980)). 
Informationen aus http://www.genealoj.org/ENtexte/page06.html: "This long awaited book concerns the largest Jewish Cemetery in Alsace which has been in use since the middle of the XVIIth century. 5588 burials are registered from one hundred neighbouring villages and cities. Abraham Malthête has been in charge of the traduction (from Hebrew and Judeo-Alsatian) and of the edition of the manuscript. The Introduction explains how to use this work. The first part provides a Chronological List of the burials. The second part is ordered according to the cities. A few pictures of the gravestones with their transcription and translation give an idea of the work which remains to have a total vision of the largest Jewish necropolis in Alsace. Publication of CGJ and Consistoire Israélite de Bas-Rhin, 2004, 342 pages with maps, color pictures and fac-similes of documents. ISBN 2-912785-29-4. Price : France 36 €; Western Europe and Israel 42 €, Other countries 49 €. 

Evyatar Marienberg: A Mystery on the Tombstones: 'Womens Commandments' in Early-Modern Ashkenazi Culture. in: Women in Judaism: A Multidisciplinary Journal Winter 2003 Vol. 3 Number 2. Als pdf-Datei einsehbar mit ausführlichen Angaben zum Friedhof Rosenweiler.  

   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 22. Januar 2009