Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rosenwiller (Rosenweiler) (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Jüdische Geschichte / Cimetière juif / Jüdischer Friedhof 

Zur jüdischen Geschichte in Rosenwiller sowie zur Geschichte des jüdischen Friedhofes       
    
In Rosenwiller gab es vermutlich zu keiner Zeit eine jüdische Gemeinde. Am Ort lebten nur wenige jüdische Familien / Personen. Um 1613 werden vier Juden (jüdische Familienvorsteher) am Ort genannt: Saumel, Elias, Löbell und Meyer. 1784 war es nur eine jüdische Familie mit fünf Personen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1807 sieben jüdische Einwohner, 1846 18, 1861 20, 1870 16, 1900 neun, 1910 sieben.
 
1936 wurden fünf jüdische Einwohner am Ort gezählt. Diejenigen, die in den folgenden Jahren nicht vom Ort verziehen konnten, wurden unter der deutschen Besatzung 1940 nach Südfrankreich deportiert.   
  
Von den in Rosenwiller geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Isidor Bloch (1899), Simon Klein (1865), Julie Pollack (Polak) geb. Bloch (1896).  
  
  
Am Ort besteht seit Jahrhunderten der größte jüdische Friedhof im Elsass und zugleich einer der größten jüdischen Verbandsfriedhöfe im mitteleuropäischen Raum. Der Friedhof besteht mindestens seit dem frühen 14. Jahrhundert. Auf ihm wurden seitdem Verstorbene unter anderem aus folgenden jüdischen Gemeinden beigesetzt (teilweise haben diese Gemeinden im 18. oder 19. Jahrhundert eigene Friedhöfe angelegt): Balbronn, Baldenheim, Barr, Bergheim, Biesheim, Bischheim, Bonhomme, Brumath, Buswiller, Dambach, Dangolsheim, Diebolsheim, Dinsheim, Dornach, Duppigheim, Duttlenheim, Ekbolsheim, Epernay, Epfig, Ettingen, Fegersheim, Grusenheim, Gunstett, Kaysersberg, Kolbsheim, Krautergersheim, Kuttolsheim, Lingolsheim, Molsheim, Mutzig, Niedernai, Obernai, Oberschaeffolsheim, Osthoffen, Ottrott-le-Bas, Rosheim, Scharrachbergheim, Schirmeck, Soultz, Stotzheim, Strasbourg, Traenheim, Valf, Zellwiller.   
     
    
Das bekannte Bild des Friedhofes des elsässischen Künstlers Charles Spindler (1865-1938)    
Link: Artikel bei fr.wikipedia zu Charles Spindler  

Rosenweiler Israelit 08041896.jpg (176514 Byte)

Rosenwiller Darst 010.jpg (281075 Byte) 

 Darstellung in "Der Israelit" vom 8. April 1896, worauf sich 
der nachstehende Artikel bezieht. 

 Großformatiger Scan des Werkes von Charles Spindler 
 (auf Grund des Dateiumfangs etwas längere Ladezeit beachten)

   

Rosenweiler Israelit 16041896.jpg (161734 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. April 1896: "Oberehnheim i.E. Das in der Nummer 28 des 'Israelit' veröffentlichte Bild ist von dem elsässischen Künstler Spindler entworfen, der in unserer Nähe, am Eingang des Vogesenwaldes, sich niedergelassen, und es sich zur Aufgabe gemacht, in periodisch erscheinenden Blättern das alte Elsass mit seinen Denkmälern, Sitten und Gebräuchen in Wort und Bild wiederzugeben. Das vorliegende Gemälde stellt den ältesten jüdischen Friedhof unseres Landes dar. In der Mitte sehen wir die Grabstätten der alten Rabbinen, die jeder fromme Besucher des Friedhofes zunächst betritt, um daselbst sein andächtiges Gebet zu verrichten. Der obere Teil des Bildes gibt uns die Ansicht einer Seite der weiten öden Strecke, wo so viele Generationen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die verwitterten, teils versunkenen, teils umgefallenen Grabsteine mit ihren verwischten Inschriften, und nicht weniger die unfreundliche ganze Landschaft machen auf jeden Beschauer den tiefsten Eindruck. Man hat das Empfinden, vor einem Stück unserer Geschichte aus düsteren Zeiten zu stehen. Im üppigen Gras weiden die Ziegen des Friedhofesaufsehers. Die Verordnung lässt dies zwar nicht zu. Allein die Künstler, das ist ja allbekannt, nehmen es mit der Gesetzlichkeit nicht so genau, und bekennen sich nur zu den Regeln der Dekorativ-Motive. Wir müssen Herrn Spindler, unserem christlichen Mitbürger, Dank wissen, eine altehrwürdige Erinnerungsstätte unseres Volkes zum Thema einer seiner künstlerischen Erzeugnisse gewählt zu haben. Man kann von demselben das Bild auch in größerem Format in kunstvoller Ausführung auf besonderem Blatt beziehen."    

   
Dank an den Bürgermeister und den Gemeinderat von Rosenweiler anlässlich einer Beisetzung (1904) 

Rosenweiler FrfIsrFambl 02091904.jpg (137120 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. September 1904: "Rosheim, 22. August (1904). Bei Beerdigung der Frau Kaufmann Weill kam am Eingang des Ortes der Bürgermeister mit dem gesamten Gemeinderat und vielen Bürgern dem Trauerzuge entgegen, um sich ihm anzuschließen, während auf der Dorfstraße die Bevölkerung in stiller, würdevoller Haltung den Zug vorbeiziehen sah. Auf dem Friedhofe hob der Rabbiner, Dr. Goldstein, in beredten Worten die von Jahrhundert zu Jahrhundert vererbte Duldsamkeit der katholischen Bevölkerung von Rosenweiler gegen Andersgläubige gebührend hervor, denn während in den meisten Orten Elsass-Lothringens in früheren Jahrhunderten den Israeliten die letzten Ruhestätten verweigert wurde, blieb Rosenweiler dem guten Beispiel seiner Ahnen getreu und überließ seit mehr als 600 Jahren den Israeliten einen Teil ihrer Gemarkung zur Bestattung ihrer Verstorbenen. Zum Schloss dankte der Redner dem Bürgermeister, dem Gemeinderat und den anwesenden Bürgern von Rosenweiler für ihren neuen Beweis freundnachbarlicher Liebe und Dankbarkeit, die leider heutzutage selten noch anzutreffen sei ('Str. P.')."  
 
Mommenheim AZJ 07101904.JPG (100734 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Oktober 1904: "Aus dem Elsass, im Oktober (1904). Am 31. vorigen Monats (gemeint 31. August 1904) fand in Mommenheim die Einweihung der neu erbauten Synagoge in Gegenwart des Kreisdirektors und der Gemeindebehörden statt. Oberrabbiner Ury aus Straßburg und Rabbiner Dr. Levy – Brumath hielten die Weihereden, während die Gesänge von dem Oberkantor Heymann aus  Straßburg und seinem Chor vorgetragen wurden. - Auch in Weiler bei Schlettstadt wurde am 25. vorigen Monats (25. August 1904) durch Oberrabbiner Ury und Rabbiner Dr. Bloch – Dambach eine neue Synagoge ihrer Bestimmung übergeben. Diese noch junge kleine Gemeinde hatte bisher nur einen Betsaal benützt. Sehr bemerkt wurde, dass der üblichen Sitte entgegen der Kreisdirektor weder selbst erschienen noch einen Vertreter geschickt hatte, und dass aus dem Städtchen selbst nur die protestantischen Beamten (Amtsrichter, Polizeikommissar, Zollbeamte und andere), nicht aber der katholische Bürgermeister und Gemeinderat an der Feier teilnahmen. – Hingegen berichteten vor kurzem die Zeitungen aus Rosenweiler, dass der dortige katholische Bürgermeister und Gemeinderat einem aus Rosheim kommenden Leichenzug – eine Frau wurde beerdigt – entgegengegangen sei. Rabbiner Dr. Goldstein – Mutzig dankte in seiner Ansprache auf dem Friedhofe dem Gemeinderat und der Bevölkerung für ihr Erscheinen und hob die schöne Eintracht hervor, die in Rosenweiler stets zwischen Christen und Juden bestanden habe. Jetzt wohnen in diesem Orte keine Juden mehr; nur der mehreren Gemeinden gemeinsam Friedhof erinnert noch an ihren früheren Aufenthalt daselbst." 

     
     
Lage des Friedhofes    
     
Route de Grendelbruch (direction Mollkirch, à droite) 
     
Link zu den Google-Maps      

Größere Kartenansicht  
     
     
     
Fotos
(Postkarte: Sammlung Hahn; Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 26.7.2004) 

Historische Ansichtskarte 
von Rosenweiler (1904 versandt) 
Rosenweiler PK 810.jpg (167063 Byte) Rosenweiler PK 810a.jpg (133166 Byte)
    "Gruß aus Rosenweiler" mit 
verschiedenen  Ansichten des Ortes 
Ausschnittvergrößerung der 
Ansicht des Friedhofes
       
     
Der Eingang zum Friedhof
 Rosenwiller Cimetiere 123.jpg (75235 Byte) Rosenwiller Friedhof 180.jpg (89783 Byte) Rosenwiller Cimetiere 122.jpg (65259 Byte)
 Eingangstor   Hinweistafel
(Foto Inge Sturm, Marburg, 2005) 
 Rechte Tafel: Gebet beim Eintreten 
in den Friedhof (rechts)
   
     
Der älteste Teil  Rosenwiller Cimetiere 117.jpg (63318 Byte) Rosenwiller Cimetiere 116.jpg (73774 Byte)
   Im ältesten Teil sind fast keine Grabsteine mehr erhalten 
   
Rosenwiller Cimetiere 113.jpg (76674 Byte) Rosenwiller Cimetiere 114.jpg (81138 Byte) Rosenwiller Cimetiere 115.jpg (99544 Byte)
Der Friedhof wird - bereits seit langer Zeit (siehe Darstellung oben von Spindler) von einer Ziegenherde gepflegt 
 
Rosenwiller Cimetiere 105.jpg (52217 Byte) Rosenwiller Cimetiere 103.jpg (69128 Byte) Rosenwiller Cimetiere 104.jpg (80507 Byte)
Teilansichten des alten Friedhofsteiles (19. Jahrhundert) 
 
Rosenwiller Cimetiere 100.jpg (71893 Byte) Rosenwiller Cimetiere 102.jpg (76919 Byte) Romanswiller Cimetiere 101.jpg (69587 Byte)
Einzelne Grabsteine im alten Friedhofsteil (19. Jahrhundert) 
 
Rosenwiller Cimetiere 106.jpg (75440 Byte) Rosenwiller Cimetiere 107.jpg (67802 Byte) Rosenwiller Cimetiere 119.jpg (36662 Byte)
  Im alten Teil mit Blick zur Friedhofshalle Eingangstor zur Friedhofshalle
     
Rosenwiller Cimetiere 120.jpg (68522 Byte) Rosenwiller Cimetiere 118.jpg (63746 Byte) Rosenwiller Cimetiere 121.jpg (66105 Byte)
Gedenkstein für die aus den umliegenden Gemeinden in der NS-Zeit ermordeten Juden
   
Im neuesten Teil  Rosenwiller Cimetiere 109.jpg (74782 Byte) Rosenwiller Cimetiere 110.jpg (77835 Byte)
  Neue Gräber 
   
Rosenwiller Cimetiere 108.jpg (85499 Byte) Rosenwiller Cimetiere 112.jpg (82675 Byte) Rosenwiller Cimetiere 111.jpg (61475 Byte)
   Neuer Grabstein mit 
segnenden Händen der Kohanim 
Neuere Gräber 
  
        
 Teilansicht des Friedhofes
(Foto von Inge Sturm, Marburg, 2005) 
Rosenwiller Friedhof 181.jpg (75070 Byte)   
  Teilansicht   

   
    

Links und Literatur

Links:  

Informationsseite zum Friedhof Rosenwiller (französisch): hier anklicken     
Fotoseite zum Friedhof Rosenwiller   

Literatur:  

Avraham Malthete: Registre du cimetière israélite de Rosenwiller (1753-1980) (Register of the Jewish Cemetery of Rosenwiller (1753-1980)). 
Informationen aus http://www.genealoj.org/ENtexte/page06.html: "This long awaited book concerns the largest Jewish Cemetery in Alsace which has been in use since the middle of the XVIIth century. 5588 burials are registered from one hundred neighbouring villages and cities. Abraham Malthête has been in charge of the traduction (from Hebrew and Judeo-Alsatian) and of the edition of the manuscript. The Introduction explains how to use this work. The first part provides a Chronological List of the burials. The second part is ordered according to the cities. A few pictures of the gravestones with their transcription and translation give an idea of the work which remains to have a total vision of the largest Jewish necropolis in Alsace. Publication of CGJ and Consistoire Israélite de Bas-Rhin, 2004, 342 pages with maps, color pictures and fac-similes of documents. ISBN 2-912785-29-4. Price : France 36 €; Western Europe and Israel 42 €, Other countries 49 €. 
Rosenwiller Lit 210.jpg (116921 Byte)Robert Weyl: Patrimoine d_Alsace. Le cimetière Juif de Rosenwiller. Strasbourg 1988 Editions Salde. Zweisprachige Ausgabe (französisch deutsch). Edition bilingue. Mit zahlreichen Abbildungen, Transkriptionen und Übersetzungen der Grabinschriften und einem kleinen biografischen Anhang.  
Evyatar Marienberg: A Mystery on the Tombstones: 'Womens Commandments' in Early-Modern Ashkenazi Culture. in: Women in Judaism: A Multidisciplinary Journal Winter 2003 Vol. 3 Number 2. Als pdf-Datei einsehbar mit ausführlichen Angaben zum Friedhof Rosenweiler.
Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 36. 
Alsace JDaltroff 01.jpg (53012 Byte)Jean Daltroff: La Route du Judaisme en Alsace. Photographies Christophe Hamm. I.D. Créations. Rosheim 2006. ISBN 2-915626-02-2. S. 89-90 u.ö.
Link zum Verlag mit Informationen.  

   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 31. Juli 2016