Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Krautergersheim bestand eine jüdische
Gemeinde bis in die 1930er-Jahre. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18.
Jahrhunderts zurück.
1784 wurden 29 jüdische Familien mit zusammen 159
Personen gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807 113 jüdische Einwohner, 1846 137, 1861 103, 1865 96, 1900 66, 1910
41.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule
und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen
Friedhof von Rosenwiller / Rosenweiler beigesetzt. Zur Besorgung religiöser
Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als
Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat
Niedernai-Itterswiller-Obernai.
1936 lebten noch 26 jüdische Personen am Ort. Diejenigen, die in
den folgenden Jahren nicht den Ort verließen, wurden unter der deutschen
Besatzung 1940 nach Südfrankreich deportiert.
Von den in Krautergersheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Berthe Bloch (1890)
Jacques Bloch (1928), Theophile Bloch (1879), Virgile Bloch (1904), Rachel
Eisemann geb. Cerf (1870), Rachel Klein (1885), Andre Meyer (1915), Blanka Meyer
(1914), Julia (Juliette) Meyer geb. Schwob (1888), Samuel Meyer (1881),
Theophile Weill (1880), Benjamin Weiller (1866).
Nach 1945 kehrten nur wenige der überlebenden jüdischen Einwohner nach
Krautergersheim zurück. Zahlen liegen nicht vor.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde