Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Mainz Siegel 03.jpg (35028 Byte)  

   
Mainz (Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz) 
Jüdische Geschichte / Synagogen 

  

   

Hinweis: zur neuen Synagoge in Mainz gibt es in dieser Website eine weitere Seite

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
          
Zur Geschichte der Synagogen in Mainz  
Mittelalterliche Synagogen 
Texte zur Geschichte der mittelalterlichen Synagogen aus jüdischen Periodika   
Zur Geschichte der Mainzer Synagogen (1909)     
Die Synagogen des 16./17. Jahrhunderts    
Die Synagogen des 18. Jahrhunderts 
Texte aus der Geschichte der Synagoge vor Einweihung der Synagoge 1853 aus jüdischen Periodika  
Eine in der Synagoge in Mainz 1763 gehaltene Predigt des Rabbiners Moyses Brandeis (1868) 
Feier des Geburtsfestes des Großherzogs in der Synagoge (1838)  
Gottesdienst zum Geburtsfest des Großherzogs (1841)   
Abschied von der alten Synagoge (1846)   
Auszug aus der alten Synagoge in eine Interims-Synagoge (1846) 
In der Synagoge befindet sich eine Orgel (1849)   
Fund alter Toraschrein-Vorhänge (1911) 
Die 1853 eingeweihte Hauptsynagoge der "Israelitischen Religionsgemeinde" 
Texte zur Geschichte der 1853 eingeweihten Hauptsynagoge aus jüdischen Periodika   
Für den Neubau der Synagoge konnten 60.000 Gulden gesammelt werden (1846)   
Einweihung der Synagoge (1853)  
Über die Einweihung der Synagoge - ausführlicher Bericht (1853)  
Feier des Jahrestages der Einweihung der Synagoge (1854)  
Zerstörungen an der Synagoge durch die Pulverturmexplosion (1857)   
In der Hauptsynagoge ("Orgel-Synagoge") findet die Konfirmation statt - Kritik von orthodoxer Seite (1869) 
30-jähriges Bestehen der Synagoge und 30-jähriges Jubiläum von Chordirigent und Organist Johann Staab (1883)   
50-jähriges Bestehen der Synagoge (1903)   
Überlegungen zum Neubau einer Synagoge (1906)   
Soll die alte Synagoge umgebaut oder eine neue Synagoge gebaut werden? (1907)   
Die alte Synagoge soll zu einem Museum für israelitische Altertümer umgebaut werden (1912) 
Die orthodoxen Betsäle / Synagogen der "Israelitischen Religionsgesellschaft" 
Texte zur Geschichte der orthodoxen Betsäle / Synagogen der "Israelitischen Religionsgesellschaft" aus jüdischen Periodika  
Einweihung der Synagoge der Religionsgesellschaft (1856)   
Feier des Geburtstages des Großherzogs in der Synagoge (1860)  
Über den Gottesdienst in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1862) 
Trauergottesdienst in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft für die verstorbene Großherzogin Mathilde (1862)  
Einweihung einer neuen Torarolle für die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1864) 
Friedensfeier in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1871)   
Über den Bau der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1879)   
Ankündigung der Einweihung der neuen Synagoge der Religionsgesellschaft (1879)   
Die Einweihung der Synagoge der Religionsgesellschaft (1879)  
Über die neue Synagoge der Religionsgesellschaft (1879)    
Gebete für die russischen Juden in der orthodoxen Synagoge in Mainz (1882)   
Montefiore-Feier in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1884)  
Gottesdienst für die Genesung des Kronprinzen (1887)    
Einweihung einer neuen Torarolle für die Synagoge der Religionsgesellschaft (1894)  
Feier für das Großherzogliche Paar in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1894) 
Postkarte "Innere Ansicht der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft" (1900)  
50-Jahrfeier der Synagoge der Religionsgesellschaft (1929)   
Die polnisch-orthodoxe Synagoge 
Die 1911/12 erbaute Hauptsynagoge der "Israelitischen Religionsgemeinde"  
Der Architektenwettbewerb zur Synagoge 1911    
Texte zur Geschichte der 1911/12 erbauten Hauptsynagoge aus jüdischen Periodika 
  
Städtischer Zuschuss zum Neubau der Synagoge (1910)  
Beschluss zum Bau einer neuen Synagoge in der Neustadt (1910)  
Ein Grundstück zum Bau einer neuen Synagoge wurde erworben (1910) 
Der Bau-Unternehmer beim Bau der Synagoge hält sich nicht an die Vereinbarung der Sabbatruhe (1911)  
Die Arbeiten beim Synagogenbau können nach einer Einigung mit der Firma weitergehen (1911)   
Grundsteinlegung für die neue Synagoge (1911) 
Einweihung der neuen Synagoge (1912)   
Feierliche Enthüllung der Ehrentafeln für die im Ersten Weltkrieg aus der Gemeinde gefallenen Soldaten (1921)  
Die Synagogen nach 1945  
Texte zur Einweihung einer ersten Synagoge nach 1945 aus jüdischen Periodika    
Einweihung einer neuen Synagoge in Mainz (1947) 
Zwei Gedenktafeln wurden in der Synagoge enthüllt   
2010: Zur neuen Synagoge in Mainz siehe weitere Seite  
        
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte     
Links und Literatur   

          

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
       
Mittelalter       
       
In Mainz bestand eine bedeutende jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter (eine der drei SchUM-Gemeinden nach den Anfangsbuchstaben der Städten Speyer, Worms und Mainz). Möglicherweise gab es bereits zu römischen Zeiten eine jüdische Niederlassung in der Stadt. Die Entstehung der mittelalterlichen Gemeinde geht in die Zeit Mitte des 10. Jahrhunderts zurück. Unter anderem ließen sich noch vor der Jahrtausendwende Vertreter der berühmten jüdischen Familien Kalonymus aus Lucca/Italien in der Stadt nieder. Ein Angehöriger dieser Familie soll Kaiser Otto II. nach der Schlacht von Cotrone i.J. 982 das Leben gerettet haben. Aus der Kalonymus-Familie entstammten mehrere Gelehrte und Leiter der Mainzer jüdischen Gemeinde. Viele andere jüdische Gelehrte werden bereits im 10./11. Jahrhundert genannt (u.a. Rabbi Gerschom bar Jehuda). Eine erste Verfolgung traf die Gemeinde 1012. 1084 wurde bei einem Brand das jüdische Wohnviertel (im nordwestlichen Bereich der Altstadt gelegen, von der heutigen Betzelstraße und der Stadthausstraße über den Flachsmarkt unter Einschluss von Teilen der Schuster- und der Christofstraße) weitgehend zerstört; ein Teil der Gemeinde übersiedelte nach Speyer. 

Mit dem Beginn der Kreuzzüge 1096 begann die Zeit der schlimmen Verfolgungen. Mehrmals wurde ein großer Teil der Mainzer Judenschaft grausam niedergemetzelt, zuletzt während der Zeit der Pest (Sommer 1349). Dazwischen gab es auch Zeiten einer friedlichen Entwicklung der Gemeinde. Die jüdische Gemeindeverwaltung lag in den Händen des "Judenrates"; an seiner Spitze war ein vom Erzbischof ernannten "Judenbischof". Nach der Verfolgung 1349 werden Juden in Mainz erstmals wieder 1356 genannt. 1410 gab es etwa 20 jüdische Haushalte, 1432 14. 
    
Die Zahl der jüdischen Einwohner betrug 1460 nur etwa 110 bis 120 (vor 1096 und vor 1349 jeweils über 1.000 Juden in der Stadt). Die Juden lebten vom Handel mit Geld, Wein, Frucht und Waren, auch werden jüdische Ärzte und Gemeindebedienstete genannt. Im 15. Jahrhundert kam es mehrfach zur Vertreibungen (1438, 1462, 1471 und schließlich 1483).   
   
   
Neuzeit
    
   
Nach Zuzügen einzelner jüdischer Familien konnte sich 1583 eine neue jüdische Gemeinde bilden. Aus Frankfurt am Main, Worms, Hanau und anderen Orten zogen einzelne jüdische Familien zu. Sie lebten lange in sehr armseligen Verhältnisse. 1662 wurden durch ein Dekret von Kurfürst Johann Philipp von Schönborn wurden die wirtschaftlichen Möglichkeiten der jüdischen Einwohner stark beschränkt. Ihnen war nicht mehr erlaubt, offene Läden zu betreiben. Sie durften nur noch mit bestimmten Waren handeln. Ihr Wohngebiet blieb auf die von beiden Seiten abgeschlossene Judengasse beschränkt (im 18. Jahrhundert wurde das Wohngebiet erweitert auf die seit Mitte des 19. Jahrhundert sog. "Vordere und Hintere Synagogengasse"). Im 18. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner bis auf etwa 550 Personen zu; im jüdischen Wohnviertel mit seinen schmalen Häusern herrschte drangvolle Enge. Als Frucht der Aufklärungszeit und der Französischen Revolution fielen am 12. September 1792 die Tore des Judenghettos.      

Mainz Hochzeit 1690 010.jpg (51575 Byte) Mainz Judenwache 2 010.jpg (61601 Byte) Mainz Judengasse 1929 010.jpg (58909 Byte)
Hochzeitsfeier in der
 Mainzer Judengasse 1690
Die "Judenwache" am Eingang 
zur Judengasse
Die Judengasse 
(Foto von 1929)
Die obigen Abbildungen sind mehrfach veröffentlicht, u.a. in: P. Arnsberg: Die jüd. Gemeinden in Hessen. Bilder und Dokumente. 1971. S. 136.138 oder Katalog "Juden in Mainz" s.u.

Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner zu: 1828 waren es 1.620 Personen, 1861 2.665, 1871 wurde die Höchstzahl von 2.998 erreicht. 1925 waren unter den damals ca. 109.000 Einwohnern noch etwa 2.800 jüdische Personen 1933: 2.730). Mitte des 19. Jahrhunderts trennten sich wie in vielen anderen Großstädten auch die Orthodoxen von den liberalen Juden, nachdem gottesdienstliche Reformen (deutsche Gebete, Orgel in der Synagoge) eingeführt wurden. Erster orthodoxer Rabbiner war Markus Lehmann. In der liberalen Gemeinde wirkte damals Rabbiner Joseph Aub. 
        
Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten die jüdische Einwohner im Leben der Stadt eine große Bedeutung u.a. als Unternehmer und Gewerbetreibende, als Ärzte, Rechtsanwälte und Journalisten. Zwei bedeutende Rabbinerpersönlichkeiten verschafften der Mainzer Gemeinde zwischen 1880 und 1933 hohes Ansehen und Anerkennung in der gesamten Bürgerschaft ein: Prof. Dr. Siegmund Salfeld (1880-1918) und Dr. Sali Levi (1917-1941). Zur Vielgestaltigkeit des Mainzer Kulturlebens trugen zahlreiche jüdische Vereine bei. 
       
Nach 1933 setzte wie im ganzen Deutschen Reich auch in Mainz die zunehmende Entrechtung der jüdischen Bevölkerung durch die nationalsozialistische Politik ein. In der Pogromnacht im November 1938 kam es zu zahlreichen Übergriffen gegen die jüdische Bevölkerung, ihre Wohnungen und Gewerbebetriebe; das Schicksal der Synagogen wird unten geschildert. Am 17. Mai 1939 wurden noch 1.452 Juden gezählt. Im März und September 1942 wurde ein Großteil nach Polen und Theresienstadt deportiert. Die letzte Deportation am 10. Februar 1943 löschte vollends das jüdische Gemeindeleben in Mainz aus. Nur wenige Juden in sogenannter "privilegierter Mischehe" erlebten das Kriegsende in Mainz. Insgesamt wurden etwa 1.300 bis 1.400 Mainzer Juden ermordet. 
       
Am 17. Oktober 1945 konnte von einigen wenigen Überlebenden von Konzentrationslagern eine neue Gemeinde gegründet werden. Erster Gemeindevorsteher war Max Waldmann.1948 gehörten 80 Personen, 1970 122 Personen der Gemeinde an. Durch den Zuzug von jüdischen Emigranten aus den GUS-Staaten nahm die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder bis 2005 auf etwa 1.000 Gemeindeglieder zu.  
    
  

   
Zur Geschichte der Synagogen in Mainz  
Mittelalterliche Synagogen      
       
1093 wird eine erste Synagoge in der damaligen Unterstadt im Bereich der nach 1288 erbauten St. Quintinskirche genannt. Sie wurde im Zusammenhang mit der Judenverfolgung beim 1. Kreuzzug am 29. Mai 1096 durch den jüdischen Gemeindevorsteher angezündet. Er wollte damit möglicherweise einer Schändung des Hauses durch die Christen beziehungsweise die Kreuzfahrer und der Umwandlung in eine Kirche zuvorkommen. Neben der Synagoge gab es bereits im 11. Jahrhundert kleinere Bet- und Lehrstätten. Nachdem sich einige Jahre nach dem Pogrom von 1096 wieder eine Gemeinde bilden konnte, wurde am selben Ort ein Bethaus errichtet. Die Juden der Oberstadt trafen sich aus Furcht vor der Stadtbevölkerung im Lehrhaus des Rabbi Juda bar Kalonymos. 
    
1188 wird eine neue Synagoge im Bereich der Stadthaus- und der Schusterstraße erwähnt (Schusterstraße 41-43/Ecke Stadthausstraße), die vermutlich schon einige Jahre oder Jahrzehnte zuvor erbaut worden war. 1271 wurde diese Synagoge renoviert. Dabei ist ein kunstvoll gepflasterter Fußboden eingebracht wurden. Beim Judenpogrom von 15. Juni 1281 wurde diese Synagoge niedergebrannt. Einige Jahre später scheint dieses Bethaus wieder aufgebaut worden zu sein. Im Zusammenhang mit den Verfolgungen in der Pestzeit wurde sie am 23. August 1349 von verzweifelten Juden in Brand gesetzt. 
   
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde wiederum eine Synagoge erbaut oder ein Betsaal eingerichtet. 1433 und 1442 wird eine "Judenschule" genannt, die wahrscheinlich in der Nähe der späteren Stadionerhofstraße lag. Nach der Vertreibung der Juden 1438 wurde in ihr ein städtisches Kohlenlager eingerichtet. 1445 konnte die Mainzer Juden wieder zurückkehren; die Synagoge erhielten sie zurück. Nach der Ausweisung 1470/71 wurde die Synagoge vom Erzbischof in eine christliche Kapelle "Omnium Sanctorum" ("Allerheiligen") umgewandelt (1473).   
    
   
Texte zur Geschichte der mittelalterlichen Synagogen aus jüdischen Periodika  
Zur Geschichte der Mainzer Synagogen (1909)
   
Der Artikel beschäftigt sich im zweiten Teil mit drei aufgefundenen Gedenkinschriften an der mittelalterlichen, 1349 niedergebrannten Synagoge.    

Mainz Israelit 15041909.jpg (111853 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. April 1909: "Zur Geschichte der Mainzer Synagogen.  
Der Boden, auf dem das neue Mainz sich erhebt und nach allen Himmelsgegenden kräftig ausdehnt, schenkt jahraus jahrein dem Forscher wertvolle Zeugnisse einer vielbewegten Vergangenheit. Wenn die hoch entwickelte Kunst der Neuzeit dem Wasser und Gas, sowie den Vermittlern der elektrischen Ströme das Bett der Erde ebnet, wenn für Wohnungen und Berufsstätten ein sicherer Grund gelegt wird, treten Überreste früherer Zeiten in die Erscheinung, die eine stumme, aber dennoch beredte Sprache führen. Wer die Stätten, an denen sie aufbewahrt werden, die Hallen des 'Vereins zur Erforschung der rheinischen Geschichte und Altertümer' durchschreitet, wird über die Fülle des angehäuften Materials staunen und die Bedeutung ermessen, die es für die Aufhellung früherer Kulturen, geschichtlicher Vorgänge, des wichtigen öffentlichen und privaten Lebens hat. Eine überaus rührige Forschung hat die Funde meist schon für die Wissenschaft verwertet. Während dabei umfassende Fachkenntnis und peinliche Gewissenhaftigkeit tätig waren, sind die zahlreichen, aus dem Boden gehobenen Denkmäler der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde Mainz bis heute nur zu einem ganz geringen Teile wissenschaftlich bearbeitet worden. Rabbiner Dr. Salfeld, hat nun nach dieser Richtung hin mit drei Synagogen-Inschriften einen weiteren Versuch gemacht (Zur Geschichte der Mainzer Synagogen, Sonderabdruck aus der Mainzer Zeitschrift, Mainz 1909) und zu seinen früheren Arbeiten und zu den des verstorbenen Rabbiners Dr. Lehmann schätzenswerte Ergänzungen geliefert. Eine Beschreibung von mehr denn 1500 Grab-        
Mainz Israelit 15041909b.jpg (350366 Byte)stein-Inschriften, gewonnen aus Material, das neuerdings zutage gefördert wurde, hat der genannte Forscher gleichfalls bereits in Angriff genommen. Sie lässt eine reiche Ausbeute für hebräische Paläographie, Inschriftenkunde und jüdische Literaturgeschichte erwarten.  
Die drei hier behandelten Steine, von denen der erste bei der Kanalisierung in der Stadthausstrasse, in der Nähe der Falkischen Druckerei, der zweite und dritte bei der Ausschachtung des Fundaments für den Neubau des Tietz'schen Warenhauses gefunden ist, beweisen durch ihre Schriftcharaktere, dass sie nicht über die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts hinausreichen. Da sie alten Mainzer Synagogen eingefügt waren, müssen hier einige Bemerkungen über die letzteren vorausgeschickt werden.  
Mainz, das im Mittelalter als 'Haupt und Fürstin unter allen Städten des Deutschen Reiches' gepriesen wird, haben Juden schon zurzeit der römischen Weltherrschaft aufgesucht. Als es vom 8. Jahrhundert an einer industriellen und kommerziellen Blüte entgegenschritt, entwickelte sich in seiner Mitte ein jüdisches Gemeinwesen, das nach und nach für die Judenschaft der Diaspora tonangebend wurde, und, soweit es ihm ermöglicht wurde, gewissenhaft im öffentlichen wirtschaftlichen Leben sich betätigte. Mainzer Juden, die sich 1084 nach Speyer geflüchtet hatten, wo der Bischof Rüdiger Huozman ihre Intelligenz und ihren Fleiß für seine Stadt nutzbar machte, sprechen mit hoher Verehrung von ihrer Vaterstadt. Ein jüdischer Chronist aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts sagt von der im ersten Kreuzzug vernichteten jüdischen Gemeinde Mainz, dass ihr Ruf in allen Ländern breitet und sie wie Gold geschätzt sei. Er hebt besonders die in ihr anzutreffende Gelehrsamkeit, Ehrenhaftigkeit und Fröhlichkeit, ihren Reichtum und ihr Wohltun hervor. Nach den Schreckenszeiten der Kreuzzüge hat die Gemeinde sich langsam wieder erholt und friedlich entwickelt, bis im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts der Blutwahn seine Furien entfesselte, zahlreiche Mainzer, Frankfurter und Wetterauer Juden 1286 zur Auswanderung zwang und den Katastrophen der Armleder-Verfolgung von 1336 bis 1337 und der sozialen Revolution mit ihren Judenbränden von 1349 bis 1349 die Pfade ebnete.  
Dass die alte Mainzer jüdische Gemeinde neben ihren blühenden Hochschulen schon früh würdige Gotteshäuser hatte, ist selbstverständlich. Die erste Erwähnung einer Synagoge stammt aus dem Jahr 1093. Drei Jahre später, am 29. Mai 1096, ward sie ein Raub der Flammen. Der bei der Verfolgung gewaltsam getaufte Vorsteher Max Isak hatte sie angezündet und darin mit seinen Angehörigen den Feuertod erlitten. (Näheres hierüber findet der Leser in den Aufsätzen: 'Zur Geschichte der Juden von Mainz' in den Nummern des 'Mainzer Journals' vom 27. Mai und vom 1. Juni 1907). Dadurch verhinderte er, dass die Synagoge zu einer Kirche umgebaut wurde, wie man beabsichtigt hatte. Neben der Hauptsynagoge bestanden noch andere Tempel. Von Mainzer Synagogen erhalten wir ferner Kunde aus einer Mitteilung zum Jahre 1188, 13. Februar. An jenem Tage bestieg der Rabbiner Juda, Sohn des Kalonymos, 'die hölzerne Tribüne', um seine Gemeinde bei drohender Gefahr, die ein Machtwort des Kaisers Friedrich Barbarossa abwandte, zu ermahnen, zu trösten und aufzurichten. Ferner erzählt uns ein Leichenstein von 1281, der dem Rabbiner Mair, Sohn des Abraham Hakohen, gesetzt wurde, von der Einäscherung der Synagoge. Nach der Flucht vieler Juden aus Mainz (1286) ist die Synagoge von den Zurückgebliebenen wohl notdürftig wiederhergestellt worden. Sie ist Eigentum der Gemeinde geblieben und nicht als 'Judenerb' in den Besitz der Stadt übergegangen. Die jüdische Gemeinde bediente sich ihrer bis zum Bartholomäustage, 24. August 1349. Auch sie ging in Flammen auf.   
Das historische Resultat, das die neugefundenen Gedenksteine ergeben, lässt sich in folgendem zusammenfassen: Die Synagoge, an die der erste Stein erinnert, ist 1271 in einer, dank der judenfreundlichen Bulle des Papstes Innocenz IV. und des Landfriedens von 1265 verhältnismäßig ruhigen Zeit erbaut worden. Sie ist in einem Volksaufstande 1281, als die Blutbeschuldigung von neuem erhoben und auch für den sogenannten 'Rheinbezirk' zur furchtbaren Geißel wurde, angezündet und demoliert worden. Die Freigebigkeit der Mainzer Israeliten ermöglichte die Ausbesserung und Wiederherstellung, wie dies der zweite Stein kündet. Als die Gemeinde von den Wunden und Schäden, die die Überfälle von 1281 und 1283 verursacht hatten, sich langsam erholte, konnte man an die innere Ausschmückung der Synagoge denken und nach Angabe des dritten Steins, einen mit Steinen ausgelegten Fußboden herstellen lassen. Das renoviert Gotteshaus bestand, wie gesagt, bis zu den furchtbaren Tagen der Verfolgung in den Zeiten des schwarzen Todes, da man die Juden der Brunnenvergiftung bezichtigte, sie zu Tausenden mordete und in den Tod trieb, ihren Besitz raubte und ihre Häuser in Schutt und Asche legte. Das gewaltige Feuer, das die Häuser des Judenquartiers in Mainz verzehrte und die Glocke der nahen Quintinskirche zum schmelzen brachte, zerstörte auch die Synagoge in der Schusterstrasse (später Nr. 41-42, jetzt Tietz'sches Warenhaus). So erzählt die fast verwitterte Schrift der älteren Gedenksteine auch ein Stück bewegter Mainzer Geschichte.   
Dass es Dr. Salfeld gelungen, den Inhalt der Inschriften richtig zu entziffern, ist ihm von einer Reihe hervorragender jüdischer Gelehrten, die Abklatsche und Photographien der Funde erhielten, bestätigt worden."       

     
   
   

Die Synagogen des 16./17.Jahrhunderts   
     
In der 1568 erstmals genannten "Judengasse", die nichts mit dem mittelalterlichen jüdischen Viertel zu tun hat, befand sich ein Haus, das 1620 als "Zur Judenschule" bezeichnet wird. Auch im Haus des Jospe Menz (gest. 1623) war ein Betsaal eingerichtet. 1594 wird eine Synagoge im Haus "Zum Kalten Bad" genannt.
1639 wurde eine Synagoge auf dem Grundstück Klarastraße/Ecke Stadionerhofstraße (neben dem Bleidenstädter Hof) eingeweiht. Nach einer Judenordnung von 1671 wurde verordnet, dass diese Synagoge binnen eines Jahres verkauft werden musste. Es gelang der Judenschaft, diese Vorschrift bis 1672 hinauszuzögern. Dann konnte auch der Grundstein für eine neue Synagoge zwischen Margaretengasse (spätere "Judengasse", Judenviertel) und Rechengasse gelegt werden.    
    
     
   

Die Synagogen des 18. Jahrhunderts  
    
Diese neue Synagoge innerhalb des nach 1671 eingerichteten Judenviertels wurde an Stelle des von der Judenschaft erworbenen das Hauses "Zur goldenen Eichel" erstellt und 1673 eingeweiht. Im Vorderhaus wurde das Rabbinat, im Keller 1684 ein rituelles Bad (Mikwe) eingerichtet. 1715/17 wurde das Bethaus vergrößert. Es handelte sich nach der Vergrößerung um ein viergeschossiges Gebäude, worin im Erdgeschoss der Betsaal eingerichtet war, zu dem einige Stufen herabführten. Im ersten Stock waren ein Sitzungssaal und die Geschäftszimmer der Gemeinde, im zweiten Stock die "Hochschule" (kleinerer Betraum) und Wohnungen; gleichfalls gab es im dritten Stock Wohnungen.   
   
Die am Ende des 18. Jahrhunderts aus der Umgebung nach Mainz zugezogenen jüdischen Familien richteten sich einen eigenen Betsaal ein (im "Homburgischen" oder dem "Ledeburgischen Haus").  
     
1846 wurde die Synagoge des Judenviertels abgebrochen. Bis zur Einweihung der neuen Synagoge wurden die Gottesdienste der jüdischen Gemeinde in einem Privathaus gegenüber der abgebrochenen Synagoge gefeiert.  
   
   
Texte aus der Geschichte der Synagoge vor Einweihung der Synagoge 1853 aus jüdischen Periodika  
Eine in der Synagoge in Mainz 1763 gehaltene Predigt des Rabbiners Moyses Brandeis (1868)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1868:       
Mainz Israelit 08011868b.jpg (120148 Byte)   
  
Mainz Israelit 15011868a.jpg (324954 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Januar 1868: 

     
Feier des Geburtsfestes des Großherzogs in der Synagoge (1838)    
Anmerkung: gefeiert wurde (wie auch im nachfolgenden Artikel von 1841) in der Synagoge der Geburtstag von Großherzog Ludwig II. (geb. 26. Dezember 1777; Großherzog von 1830-1848)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Februar 1838: "Mainz. 7. Januar (1838). Die kirchliche Feier der hiesigen Synagoge, bei Gelegenheit des Geburtsfestes unseres Großherzogs, war diesmal eine wahrhaft würdige, treffliche deutsche Choräle erklangen, und eine inhaltsschwere Predigt setzte auseinander, wie vieles die Juden des Großherzogtums von jeher, und besonders in den neueren Zeiten, ihrem Fürsten zu danken haben. Das ist aber auch ein Punkt, der nicht genug hervorgehoben werden kann. Will man eine wirklich erfreuliche Lage dieser Staatsangehörigen sehen, so muss man sie in Hessen suchen. Zu den Wissenschaften, zu den Künsten, zu allen Gewerben, zum Feldbau, kurz zu allen Quellen ehrbarer Lebensbeschäftigungen ist hier den Juden der Weg gestattet, und ebenso wenig denkt man daran, sie im kleineren oder größeren Handel zu beschränken, obwohl man sie indirekt von dem unehrbaren Schacher abzieht, da man sie in den ehrbaren Nahrungszweigen vorzugsweise unterstützt. Ist auch die vollkommene Emanzipation als solche noch nicht ausgesprochen, so zeugen doch alle Symptome dafür, dass wir nicht mehr fern von diesem Endpunkte der gerechten Wünsche der hessischen Juden sind. Und bliebe auch dieses erwünscht Gut noch länger aus, als man erwartet, so wird schon darum die Entbehrung nciht wehe tun, weil man weiß, dass sie von keiner Intoleranz und von keinem Vorurteil ausgeht. (L.A.Z.)."           

  
Gottesdienst zum Geburtsfest des Großherzogs (1841)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. Januar 1841: "Mainz, 28. Dezember (1841). Am hohen Geburtsfeste unseres geliebten Großherzogs fand in der hiesigen Synagoge ein sehr erbaulicher Gottesdienst statt. Gebete für das Wohl des Landesfürsten drangen zum Himmel, Choralgesänge wurden von den Knaben vorgetragen, und die Predigt, die Herr Rabbine Ellinger hielt, war voll der edelsten Gesinnungen, der Untertanentreue, der Menschen- und Bruderliebe. Hätte der schon in hohen Jahren stehende Greis diese Rede ebenso rhetorisch ausstatten können, als er sie herzlich meinte, so würde sie noch einen größeren Eindruck hervorgebracht haben, als sie wirklich hervorbrachte. Indessen erfreut sich dieser Mann der Achtung der ganzen Gemeinde und wird von Jedermann für loyal und tolerant gehalten. - Man sieht übrigens bei dieser Gelegenheit, dass der gegenwärtige israelitische Vorstand sich keineswegs den vernünftigen Fortschritten entzieht. Er hat seine Einwilligung zur jährlichen Konfirmation gegeben, er hat dem tüchtigen Religionslehrer Dr. Kahn jetzt einen größeren Gehalt ausgeworfen, er hat sich bereitwillig für den neuen Schulbau erklärt, insofern die freiwilligen Beiträge ansehnlich ausfallen; und ist einmal das neue Gotteshaus errichtet, dann wird auch wohl der Prediger und die regelmäßigen Predigten nicht fehlen. Endlich hat er ganz kürzlich die Anwesenheit Crémieur's in Main auf eine Weise geehrt, die ihm selbst sehr zur Ehre gereicht. (Didask.)."        

  
Abschied von der alten Synagoge (1846)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. April 1846: "Mainz, 25. März (1846). Am 23. (März) abends nahm die israelitische Gemeinde in Mainz in einem feierlichen Trauergottesdienst Abschied von ihrer alten 500-jährigen Synagoge, da dieselbe abgerissen und ein neues, prachtvolles Gotteshaus auf derselben Stätte aufgeführt werden soll."    

    
Auszug aus der alten Synagoge in eine Interims-Synagoge (1846)     

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 14. April 1846: "Mainz, den 24. März (1846). Gestern, als am 25. Ador (23. März), fand der Auszug aus unserer altberühmten Synagoge und der Einzug in die Interims-Synagoge statt, da, wie Ihnen bekannt, unsere alte Synagoge eingerissen und an deren Stelle eine neue erbauet wird. Das Alter unserer Synagoge kann nicht genau angegeben werden; doch wird sich wohl beim Abreißen eine Stelle vorfinden, wo dies genau verzeichnet sein wird. Gewiss ist aber, dass selbige sehr alt ist, und fand man sich hier daher veranlasst, die Zeremonie des Ausziehens mit einer besonderen, der Sache angemessenen Feierlichkeit zu vollziehen. Ich erlaube mir daher, den Lesern Ihres geschätzten Blattes eine kleine Beschreibung davon zu machen, und belieben Sie, selbige der Veröffentlichung wert zu       
Mainz DtrZionsw 14041846a.jpg (200672 Byte)erachten. Nachdem um 5 Uhr Nachmittags in der alten Synagoge noch das Mincha gebetet wurde, und das Lokal mit Andächtigen gedrängt voll war, trug Herr Moritz Reis, unser würdiger Präses des Vorstandes, die Motive vor, welche die Gemeinde dazu bestimmt hätten, zu dem Bau eines neuen Gotteshauses zu schreiten; setzte mit großer Genauigkeit auseinander, wie unter den obwaltenden Umständen der hochwürdige Rabbiner es nach den mosaisch-talmudischen Gesetzen für erlaubt erklärt hätte, diese Synagoge einzureißen, um auf demselben Platze eine neue aufbauen zu lassen. Nach diesem Vortrag betrat Herr Samuel Bondi im Namen unseres hochwürdigen Rabbinen, Herrn Leon Ellinger, welcher augenblicklich durch ein Augenübel verhindert war, die Rednerstelle, und trug die eigentliche Abschieds- oder Auszugsrede vor. Dieser Vortrag machte einen unbeschreiblich tiefen Eindruck auf sämtliche Zuhörer. Ganz besonders erregten die mit großem Nachdruck vorgetragenen Stellen: 'Wie viel Mal wurde Sch'ma Jisrael in dieser Synagoge gesagt, und wie oft Amen. Sein erhabener Name sei gepriesen immerdar in Ewigkeit? tiefe und mächtige Gefühle. Nachdem der Vortragende nach üblichem Brauch die Synagoge und den Toraschrein um Verzeihung gebittet hatte, ließ derselbe wie beim Ausgang des Versöhnungstages... sieben Mal die Schemot sagen. Wie gesagt, es lässt sich der Eindruck dieses Momentes insbesondere gewiss nicht beschreiben. Es blieb kein Herz unberührt und kein Auge tränenleer. Nach diesem sprach Herr S. Bondi noch den Wunsch aus, dass, sowie dieser Auszug in Frieden, Eintracht und Einigkeit geschehe, diese Tugenden nciht minder beim Einzug in die neue Synagoge vorherrschend sein, und jeder der Gemeindeglieder dies erleben möge. 
Nach Beendigung dieser Rede wurden nun die Torarollen aus dem Toraschrein herausgenommen und in folgender Reihe nach der Interims-Synagoge gebracht. Zuerst unser hochwürdiger Herr Rabbiner, sodann die sämtlichen Vorstands-Mitglieder, die Ältesten der Gemeinde, sämtlich mit Torarollen in der Hand. Darauf folgten sämtliche Gemeindeglieder. In der neuen Synagoge angekommen, trug der Präses des Vorstandes im Namen der ganzen Gemeinde den üblichen Tenai vor, dass man nämlich diese Interims-Synagoge später wieder zum profanen Gebrauche benutzen dürfe, sobald der Neubau vollendet sei. Zehn passende Psalmen und Maariw beschlossen diese Feier. - Bei dieser Gelegenheit zeigte unsere sämtlichen verehrten Vorstands-Mitglieder ganz besonders ihren Eifer für das religiöse und friedliebende Verfahren, und wie ihr Bestreben vorzüglich dahin gerichtet sei, den bei uns vorherrschenden Geist des religiösen Sinnes, wie der Friedfertigkeit, stets als Richtschnur ihres Verfahrens gelten zu lassen."         

      
In der Synagoge befindet sich eine Orgel (1849)      

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 7. Dezember 1849: "Mainz. Vielleicht haben Sie es noch nicht erfahren, dass in die hiesige neue Synagoge ein Orgel gekommen ist. Unsere hiesigen Orthodoxen blieben aber dazu nicht still, sondern legten bei der Regierung Protest ein, man sieht nächstens einer Entscheidung der Regierung deshalb entgegen. Im Falle die Orgel in der Synagoge verbleibt, so wird Mainz die erste Gemeinde Hessens sein, die sich trennt, und es wird dann sehr in Frage stehen, ob die Reformfreunde so viel Anhang bekommen, um ihre Kultuskosten zu bestreiten. Wir der Rabbinatsverweser Dr. Kahn dabei wegkommen wird, der doch mit der Reform liebäugelt, ist leicht vorauszusehen, für die Reformisten wird er nicht Redner genug sein und die andere Partei wird sich um einen tüchtigen Rabbiner umsehen. Schließlich können wir nicht umhin, Herrn Moses Reis unsere Anerkennung an den Tag zu legen, weil er wegen dieser Orgel einen gedruckten Protest erließ, wodurch bewirkt wird, dass etwas hundert Familien gegen den Vorstand protestierten. Mögen in allen jüdischen Gemeinden, in welchen die Reform ihr Haupt erhebt, immer Gemeindemitglieder sich der Sache annehmen, dann werden auch die zu Schande werden, welche die heilige Religion Israels angreifen."         

   
Fund alter Toraschrein-Vorhänge (1911)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. November 1911:    
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. November 1911: 

      
  
    
Die 1853 eingeweihte Hauptsynagoge der "Israelitischen Religionsgemeinde"  
      
1844 beschloss der jüdische Gemeindevorstand den Neubau einer Synagoge am bisherigen Standort zwischen der Vorderen und der Hinteren Synagogenstraße (heute: zwischen Klarastraße und Rechengasse). Auf Grund der politisch unruhigen Zeiten (Revolutionsjahr 1848) konnte der Synagogenbau erst 1853 abgeschlossen und das Gotteshaus am 11. März 1853 eingeweiht werden. Architekt war der Regierungs- und Mainzer Dombaumeister Ignaz Opfermann. Er baute die Synagoge im maurischen (neu-islamischen) Stil. Charakteristisch war eine monumentale, dreigeschossige Fassade. Eine breite Treppe zwischen hohen Podesten führte zum Portal des Mittelrisalits. Im Betsaal gab es 764 Sitzplätze. 
    
Nach der Einweihung der neuen Hauptsynagoge (1912) wurde die alte verkauft und bis 1937 als eine städtische Lagerhalle genutzt. In der Pogromnacht im November 1938 wurde das Gebäude geschändet, 1945 bei einem Bombenangriff weitgehend zerstört. Nach 1945 wurde die Ruine abgebrochen. Bei Bauarbeiten 1993 wurde ein Werkstein von einer der Turmspitzen entdeckt und 1999 zur Erinnerung an die Synagoge im Innenhof der Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz aufgestellt. 
    
  
Texte zur Geschichte der 1853 eingeweihten Hauptsynagoge aus jüdischen Periodika     
Für den Neubau der Synagoge konnten 60.000 Gulden gesammelt werden (1846)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Januar 1846:      

 
Einweihung der Synagoge (1853)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. April 1853:       

   
Über die Einweihung der Synagoge - ausführlicher Bericht (1853)    

Mainz IsrVolksschullehrer 031853 01.jpg (106278 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelitische Volksschullehrer" vom März 1853:  
(März 1853). 
Einweihungs-Feier 
der Synagoge zu Mainz. 
Freitag, den 11. März 1853.    
Eine das Judentum verherrlichende, ihre Veranlasser ehrende, bedeutungsvolle Feier hat an diesem Tage in unserer Nachbarstadt und Gemeinde stattgefunden. Sie hat der Hebung unseres Gottesdienstes einen mächtigen Vorschub geleistet, indem sie in der dortigen Gemeinde die Tatkräftigen und Eifrigen für ihre Ausdauer gelohnt und zu neuer Tätig-        
Mainz IsrVolksschullehrer 031853 02.jpg (160090 Byte)keit begeistert, die Lauen erwärmt, die Zagenden beruhigt, die Böswilligen beschämt, und in einer strengkatholischen, aber doch im Grunde ihres Herzens den menschenverbindenden Ideen des Jahrhunderts hingegebenen Stadt dem Judentume Anerkennung und seinen Anhängern Hochachtung verschafft - -  Gründe genug, um der Einweihung der neuerbauten Synagoge zu Mainz, als einem ebenso erfreulichen als denkwürdigen Ereignisse, in dieser der Weckung würdigen Gestaltung des jüdisch-religiösen Lebens gewidmeten Zeitschrift einige Blätter einzuräumen. - 
Sechs Rabbiner halfen diese Feier zelebrieren; nämlich: Herr Dr. Aub, erster Rabbiner zu Mainz; Herr Dr. Cahn, zweiter Rabbiner daselbst; Herr Dr. Levi, Provinzialrabbiner zu Gießen; Herr Dr. Sobernheim, Kreisrabbiner zu Bingen; Herr Samuel Süßkind, Stadt- und Bezirksrabbiner zu Wiesbaden, und der Herausgeber. - Freitag um 5 Uhr versammelte man sich in dem bisherigen, interimistischen, über zwei Treppen eines altfinsteren Hauses gelegenen Betsaale um daselbst das Mincha-Gebet als Scheidegruß zu sprechen. Wir sahen in manchem Auge eine Träne der Rührung; denn solcher Abschied hat immer etwas tief Ergreifendes! Herr Dr. Aub sprach hier, vor dem Herausnehmen der Gesetzrollen, einige Worte, worin er auf die Bedeutung der nun zu verlassenden Räume für die Gemeinde, die hier einige Jahre den Herr verehrt, sowie für ihn selbst, der hier seinen Bund mit der Gemeinde schloss, hinwies. - Hierauf setzte sich der Zug in Bewegung, indem der genannte Redner ausrief und die Gemeinde antwortete (hebräisch und deutsch): 
'Ich freue mich, spricht man zu mir, 
Wir ziehen zum Haus des Herrn!' 
 
Zwölf Tora-Rollen
wurden, reich verziert, von den anwesenden Rabbinern und Vorstehern getragen, auf beiden Seiten von Notabeln der Gemeinde und den Festordnern begleitet, denen sich die Gemeindemitglieder, zu drei und drei Personen, anschlossen. Dem Zuge voran gingen zwölf weißgekleidete, mit Kränzen geschmückte Mädchen im Alter von     
Mainz IsrVolksschullehrer 031853 03.jpg (164112 Byte)8 bis 12 Jahren; es waren gleichsam die Engel der Unschuld und Herzensreinheit, welche dem Gottesworte den weg bahnten beim Einzuge in das Heiligtum des Herrn. Vor dem Portale, über welchem mehrere kleine Türme sich erheben und zu welchem eine Anzahl von Treppen emporführt, die zum Feste reich mit Blumen geschmückt waren, hielt der Zug stille; der erste Rabbiner trat vor und sprach die Worte (hebräisch und deutsch):  
'Oeffnet die Pforten, dass eintrete Die Gemeinde, welche den Glauben wahrt. 
Oeffnet mir des Heiles Pforten, Ich trete ein und danke Gott. 
Das ist die Pforte zum Herrn, Die Frommen treten hier ein.'  

Die Pforten taten sich auf; die Posaunen erdröhnten; die Pauken wirbelten; die Orgel ließ ihre mächtigen Töne erbrausen; drein klangen helle Kinderstimmen, wie Chöre aus den Höhen, das 'Ma-tobu' in vollem Chorale anstimmend; dazu der überraschende Anblick der von unzähligen Gasflammen erleuchteten und im Glanze ihrer reichen Ornamente bräutlich strahlenden prachtvollen Synagoge - es war ein großer, unbeschreiblicher Moment! - Tränen der Rührung und des Dankes traten in meine Augen, und ich sprach mit Salomo in meinem Herzen (hebräisch und deutsch): 'gelobt sei Gott, der seinem Volke Israel Ruhe geschenkt!' - Denn ein Zeugnis besserer Zeiten, die uns Gott erleben ließ, ist dieser Tempel, erbaut von einer ehrwürdigen Gemeinde in Israel, die, bei ihrem Eingehen in die neuere Zeit und ihre fortschreitenden Grundsätze, doch den alten Gott und den alten Glauben nicht verlassen hat. - Das neue, herrliche Gotteshaus, von dem rühmlichst bekannten Baumeister Opfermann zu Mainz im Maurischen Stile ebenso würdig als geschmackvoll ausgeführt, bietet dem Auge des Beschauers im Inneren ein längliches Viereck dar, innerhalb dessen, zu ebener Erde, sich die wie Kirchensitze eingerichteten Plätze für die Männer befinden, und an dessen beiden Seiten eine Reihe schöner Säulen sich hinzieht, über deren Knauf die Hauptlehren und   
Mainz IsrVolksschullehrer 031853 04.jpg (153932 Byte)Grundgebote des Judentums in hebräischen Versen angebracht sind. Die Säulen tragen zwei übereinander hinlaufende, mit kleineren Säulen geschmückte offene Galerien für die Frauen; in der Mitte der oberen Galerie im zweiten Stockwerke befindet sich, im Westen, die Orgel - die erste in einer großen deutschen Synagoge, welche den ganzen Gottesdienst begleitet - ihr zu beiden Seiten geräumige Plätze für Knaben und Mädchen, für Sänger und Sängerinnen. Im Osten befindet sich, wie gewöhnlich, die heiligen Lage; vor ihr ein geräumiger Platz, zu welchem mehrere Stufen von beiden Seiten empor führen. Neben diesem Auftritte befindet sich die Kanzel; unter ihr, in derselben Ebene mit den Plätzen für die Männer, die Stätte für den Kantor, welche zugleich als Lesestätte für den Vortrag aus der Tora benutzt wird, und ihr zu beiden Seiten die Plätze für die beiden Rabbiner*). In der Höhe, von wannen das Licht kommt, geht der reichbemalte Plafond in zwei Fensteröffnungen aus, und das Ganze, farbenprächtig, bietet, besonders zur Abendzeit, bei hell erleuchtetem Hause und bei zahlreicher Versammlung - denn der schönste Schmuck eines Gotteshauses bleiben immer seine Besucher - einen erhebend schönen Anblick dar. - Kehren wir, nachdem wir den Leser im Geiste in das neue Haus eingeführt, zu dessen Einweihungsfest zurück! - Die Träger der heiligen Torarollen stellten sich am Stande des Vorbeters auf,    
*) In Betreff dieser Räumlichkeiten bleibt noch manches zu wünschen übrig. 1) Muss die Kanzel höher gerichtet werden, wenn der Redner im Verhältnisse zur Höhe des Hauses seine Stelle einnehmen soll; 2) muss auch die Stätte für den Kantor eine erhöhte sein, sonst kann seine Stimme, namentlich beim gewöhnlichen Gebete, die Gemeinde nicht beherrschen; 3) muss an der Rückseite des Betpultes ein Lesepult für die Tora sich befinden, dem Volkes zugewendet, denn die Tora hat der Vorbeter nicht Gott, sondern der Gemeinde vorzutragen. - Da der Raum zwischen Kanzel und heiliger Lade ohne Zweck sehr abundant ist, so werden sich diese Übelstände zum Vorteile des Ganzen leicht beseitigen lassen.   
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Feier des Jahrestages der Einweihung der Synagoge - zwei Israeliten wurden als Stadträte gewählt (1854)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. März 1854:       

  
Zerstörungen an der Synagoge durch die Pulverturmexplosion (1857)   
Anmerkung: am 18. November 1857 verwüstete eine Pulverturmexplosion Teile der Stadt Mainz. Es gab dadurch 42 Todesfälle, 57 ganz zerstörte und 64 teilweise zerstörte Häuser. Kein Haus der Stadt blieb unbeschädigt. Auch die St.-Stephan-Kirche wurde sehr stark beschädigt. Vgl. Wikipedia-Artikel "Pulverturm (Mainz)"  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. Dezember 1857:      

  
In der Hauptsynagoge ("Orgel-Synagoge") findet die Konfirmation statt - Kritik von orthodoxer Seite (1869)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Mai 1869:        

 
30-jähriges Bestehen der Synagoge und 30-jähriges Jubiläum von Chordirigent und Organist Johann Staab (1883)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. März 1883:       

  
50-jähriges Bestehen der Synagoge (1903)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. März 1903:     

   
Überlegungen zum Neubau einer Synagoge (1906)      

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. September 1906:     

  
Soll die alte Synagoge umgebaut oder eine neue Synagoge gebaut werden (1907)  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. Oktober 1907:         

 
Die alte Synagoge soll zu einem Museum für israelitische Altertümer umgebaut werden (1912)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. September 1912:      
 
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. September 1912:   

     
    
    

Die orthodoxen Betsäle/Synagogen der "Israelitischen Religionsgesellschaft"  
  
Da in der 1853 eingeweihten Hauptsynagoge auch eine Orgel geplant war und weitere Reformen durchgeführt wurden (Almemor nicht mehr in der Mitte des Betsaales u.a.m.), beschlossen die Orthodoxen der Gemeinde, einen eigenen Betsaal einzurichten. Zunächst traf man sich in einem Betsaal. Seite 1855 wurden die Gottesdienste vorübergehend im Gasthaus "Zur Stadt Darmstadt" abgehalten (Vordere Judengasse/Synagogenstraße 20). 
   
1856 konnte auf dem Eckgrundstück Flachsmarkt-/Margarethenstraße eine orthodoxe Synagoge eingeweiht werden. Der Entwurf stammt von Architekt Albert. Nach 20 Jahren zeigten sich allerdings erhebliche Bauschäden, sodass 1877 mit den Planungen für einen grundlegenden Um- beziehungsweise Neubau begonnen wurde. Die neue orthodoxe Synagoge wurde nach Plänen von Stadtbaumeister Eduard Kreysig im maurischen Stil erbaut. Sie bot 300 Personen Platz. Der Zugang erfolgte zwischen den Gebäuden Margarethenstraße 19 und Flachsmarktstraße 25. 
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch einen Brand beschädigt, die Inneneinrichtung völlig zerstört. 1939/40 wurde das Gebäude abgebrochen. Ein hebräischer Inschriftenstein ist erhalten, das 1983 auf dem jüdischen Friedhof entdeckt wurde. Es enthält ein Zitat aus Psalm 102,15: "Denn deine Knechte haben lieb die Steine und es jammert sie seines Schuttes".   
  
  
Texte zur Geschichte der orthodoxen Betsäle / Synagogen der "Israelitischen Religionsgesellschaft" aus jüdischen Periodika     
Einweihung der Synagoge der Religionsgesellschaft (1856)    

Mainz Jeschurun 011856.jpg (138074 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun" vom Januar 1856:    

  
Feier des Geburtstag des Großherzogs in der Synagoge (1860)      

Mainz Israelit 13061860.jpg (53411 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1860:      

    
Über den Gottesdienst in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1862)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1862:      
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Trauergottesdienst in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft für die verstorbene Großherzogin Mathilde (1862)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1862:      

 
Einweihung einer neuen Torarolle für die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1864)     

Mainz Israelit 14091864.jpg (121731 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1864:     

  
Friedensfeier in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1871)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1871:     

 
Über den Bau der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1879)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1879:     

  
Ankündigung der Einweihung der neuen Synagoge der Religionsgesellschaft (1879)    

Mainz Israelit 21051879.jpg (29228 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Mai 1879:       

   
Die Einweihung der Synagoge der Religionsgesellschaft (1879)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1879:      
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Über die neue Synagoge der Religionsgesellschaft (1879)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1879:      

  
Gebete für die russischen Juden in der orthodoxen Synagoge in Mainz (1882)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. März 1882:     

  
Montefiore-Feier in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1884)     

Mainz Israelit 30101884.jpg (250257 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1884:      
Mainz Israelit 30101884a.jpg (372734 Byte)  

 
Gottesdienst für die Genesung des Kronprinzen (1887)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1887:     

 
Einweihung einer neuen Torarolle für die Synagoge der Religionsgesellschaft (1894)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1894:      

  
Feier für das Großherzogliche Paar in der Synagoge der Religionsgesellschaft (1894)      

Mainz Israelit 26111894.jpg (286618 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1894:     

  
Postkarte: "Innere Ansicht der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft" (1900)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Dezember 1900:    

  
50-Jahr-Feier der Synagoge der Religionsgesellschaft (1929)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1929:      

  
   
   
      
 
Die polnisch-orthodoxe Synagoge   
 
 
1908 gründeten polnisch sprechende jüdische Zuwanderer den "Israelitischen Humanitätsverein". Man traf sich zu Gottesdiensten nach orthodoxem polnischem Ritus in einem Betsaal in der Margarethenstraße 13. Dieser Betsaal wurde beim Novemberpogrom 1938 geplündert und verwüstet.    
   
   
     
   
   
     
Die 1911/12 erbaute Hauptsynagoge der "Israelitischen Religionsgemeinde"     
     
          
Die 1853 eingeweihte Hauptsynagoge war um 1900 zu klein geworden. Ein Neubau sollte in zentraler Lage in der Mainzer Neustadt entstehen. Beim Architektenwettbewerb 1910 gingen 131 Bewerbungen ein. Der Stuttgarter Architekt Willy Graf bekam den Auftrag. Die Grundsteinlegung war am 4. August 1911; bereits ein gutes Jahr später konnte am 3. September 1912 die Einweihung gefeiert werden. Es handelte sich um einen monumentalen Zentralbau mit niedrigeren Seitenflügeln. Der zentrale Kuppelraum hatte einen Durchmesser von 27 m und war 25 m hoch. Es wären 580 Sitzplätze für Männer, 482 für Frauen vorhanden. Über dem Toraschrein befand sich eine von Orgelbauer Wilhelm Sauer aus Frankfurt an der Oder konzipierte Orgel.  
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge am frühen Morgen des 10 November von SS-Trupps geschändet. Mit Brandsätzen wurde Feuer gelegt. Durch Sprengungen sollte das Gebäude zerstört werden, was jedoch nur teilweise gelang, da sonst die Nachbarhäuser in Mitleidenschaft gezogen worden wären. 1939/40 musste die jüdische Gemeinde auf Polizeibefehl für den Abbruch und das Abräumen der Trümmer sorgen. Nach 1945 wurde auf dem Grundstück das Hauptzollamt erbaut. 1988 fand man Reste der Säulenhalle wieder, die man als Mahnmal von vier Säulen mit Architrav aufstellen konnte. 
   
  
Der Architekten-Wettbewerb zur Synagoge 1911   

Anmerkung: Das Ergebnis des Architekten-Wettbewerb wurde publiziert in "Deutsche Konkurrenzen vereinigt mit Architektur-Konkurrenzen" (Ernst Wasmuth A.-G. Berlin). Hrsg.: Prof. A. Neumeister Karlsruhe. Band XXVI Heft 3. Nr. 303 Synagoge in Main. Verlag von Seemann & Co. Leipzig 1911.       
Die Seiten mit den großformatigen Abbildungen der Entwürfe wurden für die Darstellung in der Website um 90° gedreht. 

Mainz Architekten 1912001.jpg (136337 Byte) Mainz Architekten 1912002.jpg (112628 Byte) Mainz Architekten 1912003.jpg (166050 Byte) Mainz Architekten 1912004.jpg (191773 Byte) Mainz Architekten 1912005.jpg (181875 Byte)
Titelblatt der 
Publikation
Inhaltsverzeichnis 
und Lageplan
Text der Ausschreibung zu a) Der eigentliche Synagogenbau,
 b) Das Gemeindehaus,  c) Besondere Bedingungen 
für den Synagogenbau
Aus dem Gutachten
 des Preisgerichts
           
          
Mainz Architekten 1912006.jpg (131330 Byte) Mainz Architekten 1912007.jpg (191480 Byte) Mainz Architekten 1912008.jpg (109942 Byte) Mainz Architekten 1912009.jpg (144583 Byte) Mainz Architekten 1912010.jpg (190990 Byte)
Forts. Die Pläne und Entwürfe der mit dem 1. Preis ausgezeichneten Arbeit von Willy Graf, Architekt in Stuttgart
         
Mainz Architekten 1912011.jpg (130046 Byte) Mainz Architekten 1912012.jpg (120411 Byte) Mainz Architekten 1912013.jpg (317081 Byte) Mainz Architekten 1912014.jpg (202509 Byte) Mainz Architekten 1912015.jpg (123369 Byte)
Die Pläne und Entwürfe der gleichfalls mit einem 1. Preis ausgezeichneten 
Arbeit von O. Menzel, Architekt B.D.A. in Dresden
Die Pläne und Entwürfe der mit dem 3. Preis
 ausgezeichneten Arbeit von Fritz Fuß & Willy Dietsch,
 Architekten in Düsseldorf
    
         
Mainz Architekten 1912016.jpg (173535 Byte) Mainz Architekten 1912017.jpg (279122 Byte) Mainz Architekten 1912018.jpg (154517 Byte) Mainz Architekten 1912019.jpg (113644 Byte) Mainz Architekten 1912020.jpg (290880 Byte)
Forts. 3. Preis 
   
Die Pläne und Entwürfe der Arbeit von 
E. Fahrenkamp & Kühnen, Architekten in Düsseldorf
Die Arbeit von P. Gracher 
und K. Rüschoff, 
Architekten in Düsseldorf
        
          
Mainz Architekten 1912021.jpg (196373 Byte) Mainz Architekten 1912022.jpg (255051 Byte) Mainz Architekten 1912023.jpg (210232 Byte) Mainz Architekten 1912024.jpg (213552 Byte) Mainz Architekten 1912025.jpg (138560 Byte)
Forts.  Entwurf von Hummel & Rothe, Architekten in Karlsruhe Entwurf von K. Leubert, Architekt in Karlsruhe
         
Mainz Architekten 1912026.jpg (197716 Byte) Mainz Architekten 1912027.jpg (194456 Byte) Mainz Architekten 1912028.jpg (237692 Byte) Mainz Architekten 1912029.jpg (156094 Byte)  
Entwurf von Franz Roeckle, 
Architekt in Frankfurt am Main
Entwurf von Philipp Hettinger, 
Architekt in Heidelberg 
 
          
Mainz Architekten 1912030.jpg (286759 Byte) Mainz Architekten 1912031.jpg (175945 Byte) Mainz Architekten 1912032.jpg (198454 Byte)  Mainz Architekten 1912033.jpg (188693 Byte)   
Entwurf von Paul Müller - Mylau - Düsseldorf; 
Mitarbeiter Werner Hagenbruch Düsseldorf
Entwurf von Heinrich Stumpf, 
Architekt in Darmstadt 
  


  
   
Texte zur Geschichte der 1911/12 erbauten Hauptsynagoge aus jüdischen Periodika          
Städtischer Zuschuss zum Neubau der Synagoge (1910)      

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Juli 1910:      
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Juli 1910: 

  
Beschluss zum Bau einer neuen Synagoge in der Neustadt (1910)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. August 1910:      

 
Ein Grundstück zum Bau einer neuen Synagoge wurde erworben (1910)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. September 1910:     

  
Der Bauunternehmer beim Bau der Synagoge hält sich nicht an die Vereinbarung der Sabbatruhe (1911)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juli 1911:      

 
Die Arbeiten beim Synagogenbau können nach einer Einigung mit der Firma weitergehen (1911)       

Mainz Israelit 13071911.jpg (83411 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1911:      

  
Grundsteinlegung für die neue Synagoge (1911)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. August 1911:       
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. September 1911:  

    
Einweihung der neuen Synagoge (1912)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. September 1912: 
  
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. September 1912:      
Mainz AZJ 11091912a.jpg (251949 Byte)  

     
Feierliche Enthüllung der Ehrentafeln für die im Ersten Weltkrieg aus der Gemeinde gefallenen Soldaten (1921)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Dezember 1921:      
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1921:       

  
     
    
   
      
Der Betsaal 1938/40  

  
Nach der Zerstörung der Hauptsynagoge konnte die jüdische Gemeinde ihre Versammlungsräume noch im Haus Forsterstr. 2 (damals "Horst-Wessel-Straße") einrichten. Bis zu den Deportationen der Mainzer Juden traf man sich hier zu Gottesdiensten. Das Gebäude wurde im Krieg teilweise ausgebombt. Eine Gedenktafel ist am Nachfolgebau (seit 1952 jüdisches Gemeindezentrum) angebracht.   
   
   
     

         
Die Synagogen nach 1945    
    
          
Nach Kriegsende 1945 kamen zunächst nur wenige Juden nach Mainz zurück. Als erster Betsaal diente die Trauerhalle auf dem neuen jüdischen Friedhof. 1947 konnte vorübergehend eine Synagoge in einer früheren Turnhalle der Feldbergschule am Feldbergplatz eingerichtet werden. 1952 wurde ein neues Gemeindezentrum mit Betsaal auf dem Anwesen Forsterstraße 2 erbaut, wo sich das frühere jüdische Gemeindezentrum befand. 1966 wurde der Betsaal erweitert. 
    
   
Die Einweihung der neuen Synagoge (1947)          

Mainz JuedGemblatt 24091947.jpg (99662 Byte)Artikel im "Jüdischen Gemeindeblatt" vom 24. September 1947: "Mainz und Rheinhessen. Als man am frühen Nachmittag des 10. September durch Mainz ging, waren an den Straßenkreuzungen mehr deutsche Polizei und mehr französische Gendarmerie als gewöhnlich bemerkbar: Sollte das etwa mit der an diesem Tage stattfindenden Einweihung der Mainzer Synagoge zusammenhängen? Tatsächlich war dies der Fall.  Hohe Offiziere der französischen Besatzungsmacht und der französischen Zivilverwaltung, der die jüdische Gemeinde die Initiative zur Errichtung ihres neuen Gotteshauses verdankt, waren zu der feierlichen Handlung erschienen. Gleichzeitig hatten sich neben den Vertretern der maßgebenden deutschen Behörden und des Mainzer Bischofs überaus zahlreiche Mitglieder der Mainzer und anderer jüdischer Gemeinden Hessens eingefunden, um diesem seltenen Akt beizuwohnen. 
Der Gemeindevorsitzende, Max Gruenfeld, begrüßte insbesondere die Ehrengäste, dankte allen, die das nunmehr vollendete Werk schaf-       
Mainz JuedGemblatt 24091947a.jpg (251906 Byte)fen halten, und gedachte der dahingegangenen führen Persönlichkeiten der einstmals blühenden Kehilla. Die Reihe der Ansprachen, später vom Radio Koblenz übertragen, eröffnete Addi Bernd (Koblenz), der Präsident des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz. Ihm folgte Dr. C. Epstein (Wiesbaden), der in seiner Eigenschaft als Staatskommissar für de rassisch, religiös und politische Verfolgten die Grüße und Wünsche des Hessischen Staatsministeriums überbrachte. Regierungspräsident Dr. Rückert (Mainz) sprach im Namen des Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Altmeyer, und zugleich als Vertreter der Regierung von Rheinhessen. Oberbürgermeister Dr. Klaus (Mainz) erinnerte u.a. an die schändlichen Novembertage des Jahres 1938, denen auch die alte stolze Synagoge der Stadt zum Opfer gefallen war. Der Vertreter der Jewish Relief Unit und des Jewish Committee for Relief Abroad, London, Dr. E.G. Lowenthal (Düsseldorf) ging auf die Bedeutung der Errichtung einer Synagoge in dieser Zeit der Trostlosigkeit jüdischen Lebens ein. Der am Erscheinen verhinderte amerikanische Armeerabbiner William Z. Dalin war durch J. Matzner (Wiesbaden) vertreten. Von den französischen Militärs sprachen Armeerabbiner Kalifa, General Jacobsen (Mainz), Gouverneur der Provinz Rheinhessen, und Col. Julit (Koblenz), der im Auftrage des Generalgouverneurs von Rheinland-Pfalz, General Hettier de Boislambert, erschienen war.  
Die Feier, die mit der Einbringung der Tora-Rollen, dem Gebet für die französische Republik und dem wirkungsvoll vorgetragenen El Mole Raschamim beendet wurde, war durch religiöse Gesänge des Jüdischen Chors Wiesbaden (Leitung: Josef Brandsdorfer) und Kapellmeister Hohner (am Harmonium) umrahmt. Die Synagoge, auf Kosten der Stadt Mainz in der früheren Turnhalle der Feldbergschule errichtet, ist würdig, schlicht und geschmackvoll gestaltet, wobei Überkommenes in zeitgemäßer Form Ausdruck findet.  Eine kleine Festschrift enthält einen Abriss der Geschichte der Juden in Mainz aus der Feder von Regierungsrat Michel Oppenheim. Im Anschluss an die Synagogenweihe wurde die aus über 2000 Bänden bestehende Gemeindebibliothek besichtigt, die seit dem berüchtigten Synagogenbrand von der Mainzer Stadtbibliothek in Verwahr gehalten wurden war, eine teilweise sehr bemerkenswerte Sammlung, die eine Seltenheit im jüdischen leben Deutschlands bleiben wird, solange das Schicksal ähnlicher jüdischer Büchereien ungewiss ist. th."     

  
Zwei Gedenktafeln wurden in der Synagoge enthüllt (1947)  

Mainz JuedGemblatt 31121947.jpg (105094 Byte)Artikel im "Jüdischen Gemeindeblatt" vom 31. Dezember 1947: "Wie in der vorigen Nummer des 'Gemeindeblattes' kurz mitgeteilt, wurden im Gebäude der vor einigen Monaten feierlich eingeweihten Synagoge zwei Gedenktafeln enthüllt, Die Eine, die innerhalb des Gotteshauses angebracht ist, erinnert an die Zerstörung der beiden Mainzer Synagogen in Jahre 1938, die andere, größere, im Synagogenvorraum errichtet, ist ein Mahnmal an die vielen Juden, die ein Opfer des Nazi-Terrors wurden.  
An den Enthüllungsfeierlichkeiten nahmen u.a. teil der Gouverneur der Franzischen Militärregierung von Rheinhessen, Guérin, der Innenminister Steffan, der Leiter der örtlichen Betreuungsstelle, Baumann, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Max Grünfeld. Ihre Worte waren dem Sinn der Gedenkstunde angepasst. Regierungsrat M. Oppenheim, der Kulturdezernnt von Mainz nahm die Tafeln in die Obhut der Stadt. th"   

     
    
Seit 1996 (erstmals bereits Anfang der 1960er-Jahre, jedoch nicht ausgeführt) gab es Pläne für ein neues jüdisches Gemeindezentrum. Den Architektenwettbewerb gewann 1999 Manuel Herz, Köln. Der Neubau wurde 2008-2010 auf dem alten Synagogengrundstück Hindenburgstraße 44 (bzw. neue Adresse des Gemeindezentrums: Synagogenplatz) ausgeführt. Die Synagoge wurde am 3. September 2010 eingeweiht - siehe Berichte und Fotos auf einer weiteren Seite      
  
  
     

   
Fotos 
Historische Fotos/Abbildungen: 

Die Synagogen des 17./19. Jahrhunderts    
Mainz Synagoge a001.jpg (53275 Byte) Mainz IsrVolksschullehrer 031853 01.jpg (79486 Byte) Mainz Synagoge a010.jpg (58298 Byte)
Alte Synagoge in der Unteren Judengasse (später Synagogenstraße 12): Aufriss der Vorderansicht vor dem Abbruch 1846. Die 1853 eingeweihte Hauptsynagoge 
(Quelle links: "Der israelitische Volkslehrer": Heft März 1853.
   
   
Aufnahmen der orthodoxen Synagoge 
in der Flachsmarktstraße
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   vgl. Artikel von Leo Trepp auf Seite der Jüdischen Gemeinde Mainz: hier anklicken
   
Die 1911/12 eingeweihte Hauptsynagoge   
Mainz Synagoge 045.jpg (60000 Byte) Mainz Synagoge 070.jpg (155248 Byte) Mainz Synagoge n 010.jpg (45051 Byte)
Historische Ansichtskarten der neuen Synagoge
 
Mainz Synagoge 03.jpg (62395 Byte) Mainz Synagoge 05.jpg (31817 Byte) Mainz Synagoge 04.jpg (17801 Byte)
Weitere Ansichten der neuen Synagoge Abbrucharbeiten 1939/40

    
Fotos nach 1945:  

Denkmal für das Judenviertel und die alte,
 bis 1912 verwendete Synagoge
   
(Quelle: Website des VVN-BdA Mainz)
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  Inschrift der Tafel: "Auf diesem Gelände der Landes-Bausparkasse wurde 1671 das Judenviertel den Mainzer Juden als Wohngebiet zugewiesen. Es wurde 1798 von der Stadt aufgelassen (das Viertel zählte damals rund 850 Seelen) und im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört. In der 1855 auf den Fundamenten der 1684 errichteten, 1717 erweiterten Synagoge (Synagogenstraße 10/12) der Israelitischen Religionsgemeinde wurde bis 1912 Gottesdienst gehalten. Bei den sichtbaren Mauerresten handelte es sich um Teile der nördlichen Umfassungsmauer der Synagoge. Die in dieser Mauer befindliche Synagogentür ist hier in Originalgröße wiedergegeben."    
     
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Die Reste der Säulenhalle der Synagoge in der Hindenburgstraße; 1988 als Denkmal aufgestellt
 
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   Gedenkstein mit Darstellung der Synagoge  
     
     
Pläne für die neue Synagoge 
(1999, eingeweiht im September 2010)
Mainz Synagoge Plan 05.jpg (10978 Byte) Mainz Synagoge Plan 06.jpg (19698 Byte)
     
  Link: zur Seite über die neue Synagoge in Mainz  

      
   

Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

     

Video-Film: "Der Juden Jerusalem am Rhein" - Sendung von zdf-neo in drei Teilen - eingestellt bei YouTube  (zusammen ca. 45 Minuten)    
 
 
  

       

   

          

Links und Literatur   

Links:    

Website der Stadt Mainz      
Website der Jüdischen Gemeinde in Mainz          
Zur Seite über die jüdischen Friedhöfe in Mainz (interner Link)  
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz IAK Jüdische Studien - Jüdische Bibliothek  

Literatur:      

Germania Judaica I,174-228; II,2 512-521; III,2 786-831 (jeweils mit Lit.).  
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. 1971 Bd. II,7-46 (Lit.).  
Rolf Dörrlamm: Magenza. Die Geschichte des jüdischen Mainz, Festschrift zur Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes der Landes-Bausparkasse Rheinland-Pfalz. Mainz 1995.  
Franz Dumont/Ferdinand Scherf, Friedrich Schütz (Hrsg.): Mainz. Die Geschichte der Stadt. Mainz 1999.  
Juden in Mainz, Katalog zur Ausstellung der Stadt Mainz im Rathaus-Foyer im November 1978, bearbeitet von Friedrich Schütz. Mainz 1978. (Lit.).  
Friedrich Schütz: Skizzen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Weisenau bei Mainz. Mit einer besonderen Würdigung der Familie Bernays, in: Mainzer Zeitschrift. Mittelrheinisches Jahrbuch für Archäologie, Kunst und Geschichte, Jg. 92, 1987, Mainz 1987, S. 151-179.  
Bernd A. Vest: Der alte jüdische Friedhof in Mainz. Mainz 2000.  
Als die letzten Hoffnungen verbrannten, 9./10. November 1938, Mainzer Juden zwischen Integration und Vernichtung, herausgegeben von Dr. Anton Maria Keim und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e.V., Hermann Schmidt Verlag Mainz. 1988.
Erschienen in 2008: Sonderheft der Mainzer Geschichtsblätter: Die Mainzer Synagogen. Ein Überblick über die Mainzer Synagogenbauwerke, mit ergänzenden Beiträgen über bedeutende Mainzer Rabbiner, das alte Judenviertel und die Bibliotheken der jüdischen Gemeinden. 
Mit Beiträgen von Dieter Krienke, Andreas Lehnardt, Leo Trepp, Ingrid Westerhoff und Gabriele Ziethen, hrsg. von Hedwig Brüchert im Auftrag des Vereins für Sozialgeschichte Mainz e.V.  Mainz 2008, ISSN 1435-8026, 186 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Preis: 12,00 €. 
Kurzbeschreibung:  Dieses Buch will die aus dem Mainzer Stadtbild verschwundenen Synagogen und damit einen wichtigen Teil der Geschichte der traditionsreichen Mainzer jüdischen Gemeinde dokumentieren. Gleichzeitig wird an wichtige Rabbiner, die in vergangenen Jahrhunderten in dieser Stadt wirkten, und an die bedeutenden jüdischen Bibliotheken in Mainz erinnert. Unter den Baumeistern der prächtigen Mainzer Synagogen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts finden sich bekannte Namen, wie Ignaz Opfermann, Eduard Kreyßig und Willy Graf. Die meisten dieser Gotteshäuser wurden im November 1938 geschändet und zerstört; die niedergehenden Bomben im Krieg machten dann auch noch die Reste der Bauwerke dem Erdboden gleich. Abgesehen von der restaurierten kleinen Weisenauer Synagoge künden heute nur noch einige Gedenktafeln von den früheren Gebetsstätten und Lehrhäusern der Mainzer Juden. Doch der Band ruft nicht nur Verlorenes in Erinnerung, sondern bietet auch einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Vorgestellt wird der Entwurf des Architekten Manuel Herz für ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge, das schon bald am Standort der früheren Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße entstehen wird.   
   
      

  

                     
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Stand: 10. Dezember 2011