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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version) Mittelalter. In Mainz bestand eine bedeutende jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter (eine der drei SchUM-Gemeinden nach den Anfangsbuchstaben der Städten Speyer, Worms und Mainz). Möglicherweise gab es bereits zu römischen Zeiten eine jüdische Niederlassung in der Stadt. Die Entstehung der mittelalterlichen Gemeinde geht in die Zeit Mitte des 10. Jahrhunderts zurück. Unter anderem ließen sich noch vor der Jahrtausendwende Vertreter der berühmten jüdischen Familien Kalonymus aus Lucca/Italien in der Stadt nieder. Ein Angehöriger dieser Familie soll Kaiser Otto II. nach der Schlacht von Cotrone i.J. 982 das Leben gerettet haben. Aus der Kalonymus-Familie entstammten mehrere Gelehrte und Leiter der Mainzer jüdischen Gemeinde. Viele andere jüdische Gelehrte werden bereits im 10./11. Jahrhundert genannt (u.a. Rabbi Gerschom bar Jehuda). Eine erste Verfolgung traf die Gemeinde 1012. 1084 wurde bei einem Brand das jüdische Wohnviertel (im nordwestlichen Bereich der Altstadt gelegen, von der heutigen Betzelstraße und der Stadthausstraße über den Flachsmarkt unter Einschluss von Teilen der Schuster- und der Christofstraße) weitgehend zerstört; ein Teil der Gemeinde übersiedelte nach Speyer. Mit dem Beginn der Kreuzzüge 1096 begann die Zeit der schlimmen Verfolgungen. Mehrmals wurde ein großer Teil der Mainzer Judenschaft grausam niedergemetzelt, zuletzt während der Zeit des Pest (Sommer 1349). Dazwischen gab es auch Zeiten einer friedlichen Entwicklung der Gemeinde. Die jüdische Gemeindeverwaltung lag in den Händen des "Judenrates"; an seiner Spitze war ein vom Erzbischof ernannten "Judenbischof". Nach der Verfolgung 1349 werden Juden in Mainz erstmals wieder 1356 genannt. 1410 gab es etwa 20 jüdische Haushalte, 1432 14. Die Zahl der jüdischen Einwohner betrug 1460 nur etwa 110 bis 120 (vor 1096 und vor 1349 jeweils über 1.000 Juden in der Stadt). Die Juden lebten vom Handel mit Geld, Wein, Frucht und Waren, auch werden jüdische Ärzte und Gemeindebedienstete genannt. Im 15. Jahrhundert kam es mehrfach zur Vertreibungen (1438, 1462, 1471 und schließlich 1483). Neuzeit. Nach Zuzügen einzelner jüdischer Familien konnte sich 1583 eine neue jüdische Gemeinde bilden. Aus Frankfurt am Main, Worms, Hanau und anderen Orten zogen einzelne jüdische Familien zu. Sie lebten lange in sehr armseligen Verhältnisse. 1662 wurden durch ein Dekret von Kurfürst Johann Philipp von Schönborn wurden die wirtschaftlichen Möglichkeiten der jüdischen Einwohner stark beschränkt. Ihnen war nicht mehr erlaubt, offene Läden zu betreiben. Sie durften nur noch mit bestimmten Waren handeln. Ihr Wohngebiet blieb auf die von beiden Seiten abgeschlossene Judengasse beschränkt (im 18. Jahrhundert wurde das Wohngebiet erweitert auf die seit Mitte des 19. Jahrhundert sog. "Vordere und Hintere Synagogengasse"). Im 18. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner bis auf etwa 550 Personen zu; im jüdischen Wohnviertel mit seinen schmalen Häusern herrschte drangvolle Enge. Als Frucht der Aufklärungszeit und der Französischen Revolution fielen am 12. September 1792 die Tore des Judenghettos. Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner zu: 1828 waren es 1.620 Personen, 1861 2.665, 1871 wurde die Höchstzahl von 2.998 erreicht. 1925 waren unter den damals ca. 109.000 Einwohnern noch etwa 2.800 jüdische Personen 1933: 2.730). Mitte des 19. Jahrhunderts trennten sich wie in vielen anderen Großstädten auch die Orthodoxen von den liberalen Juden, nachdem gottesdienstliche Reformen (deutsche Gebete, Orgel in der Synagoge) eingeführt wurden. Erster orthodoxer Rabbiner war Markus Lehmann. In der liberalen Gemeinde wirkte damals Rabbiner Joseph Aub. Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hatten die jüdische Einwohner im Leben der Stadt eine große Bedeutung u.a. als Unternehmer und Gewerbetreibende, als Ärzte, Rechtsanwälte und Journalisten. Zwei bedeutende Rabbinerpersönlichkeiten verschafften der Mainzer Gemeinde zwischen 1880 und 1933 hohes Ansehen und Anerkennung in der gesamten Bürgerschaft ein: Prof. Dr. Siegmund Salfeld (1880-1918) und Dr. Sali Levi (1917-1941). Zur Vielgestaltigkeit des Mainzer Kulturlebens trugen zahlreiche jüdische Vereine bei. Nach 1933 setzte wie im ganzen Deutschen Reich auch in Mainz die zunehmende Entrechtung der jüdischen Bevölkerung durch die nationalsozialistische Politik ein. In der Pogromnacht im November 1938 kam es zu zahlreichen Übergriffen gegen die jüdische Bevölkerung, ihre Wohnungen und Gewerbebetriebe; das Schicksal der Synagogen wird unten geschildert. Am 17. Mai 1939 wurden noch 1.452 Juden gezählt. Im März und September 1942 wurde ein Großteil nach Polen und Theresienstadt deportiert. Die letzte Deportation am 10. Februar 1943 löschte vollends das jüdische Gemeindeleben in Mainz aus. Nur wenige Juden in sogenannter "privilegierter Mischehe" erlebten das Kriegsende in Mainz. Insgesamt wurden etwa 1.300 bis 1.400 Mainzer Juden ermordet. Am 17. Oktober 1945 konnte von einigen wenigen Überlebenden
von Konzentrationslagern eine neue Gemeinde gegründet werden. Erster
Gemeindevorsteher war Max Waldmann.1948 gehörten 80 Personen, 1970 122 Personen
der Gemeinde an. Durch den Zuzug von jüdischen Emigranten aus den GUS-Staaten
nahm die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder bis 2005 auf etwa 1.000
Gemeindeglieder zu. 1093 wird eine erste Synagoge in der damaligen
Unterstadt im Bereich der nach 1288 erbauten St.
Quintinskirche genannt. Sie wurde im Zusammenhang mit der Judenverfolgung
beim 1. Kreuzzug am 29. Mai 1096 durch den jüdischen Gemeindevorsteher
angezündet. Er wollte damit möglicherweise einer Schändung des Hauses durch
die Christen beziehungsweise die Kreuzfahrer zuvorkommen. Neben der Synagoge gab
es bereits im 11. Jahrhundert kleinere Bet- und Lehrstätten. Nachdem sich
einige Jahre nach dem Pogrom von 1096 wieder eine Gemeinde bilden konnte, wurde
am selben Ort ein Bethaus errichtet. Die Juden der Oberstadt trafen sich aus
Furcht vor der Stadtbevölkerung im Lehrhaus des Rabbi Juda bar Kalonymos. Die orthodoxen Betsäle/Synagogen der
"Israelitischen Religionsgesellschaft" Die 1853 eingeweihte Hauptsynagoge war um 1900 zu klein
geworden. Ein Neubau sollte in zentraler Lage in der Mainzer Neustadt entstehen.
Beim Architektenwettbewerb 1910 gingen 131 Bewerbungen ein. Der Stuttgarter
Architekt Willy Graf bekam den Auftrag. Die Grundsteinlegung war am 4. August
1911; bereits ein gutes Jahr später konnte am 3. September 1912 die
Einweihung gefeiert werden. Es handelte sich um einen monumentalen Zentralbau
mit niedrigeren Seitenflügeln. Der zentrale Kuppelraum hatte einen Durchmesser
von 27 m und war 25 m hoch. Es wären 580 Sitzplätze für Männer, 482 für
Frauen vorhanden. Über dem Toraschrein befand sich eine von Orgelbauer Wilhelm
Sauer aus Frankfurt an der Oder konzipierte Orgel. Nach der Zerstörung der Hauptsynagoge konnte die jüdische
Gemeinde ihre Versammlungsräume noch im Haus Forsterstr. 2 (damals
"Horst-Wessel-Straße") einrichten. Bis zu den Deportationen der
Mainzer Juden traf man sich hier zu Gottesdiensten. Das Gebäude wurde im Krieg
teilweise ausgebombt. Eine Gedenktafel ist am Nachfolgebau (seit 1952 jüdisches
Gemeindezentrum) angebracht. Nach Kriegsende 1945 kamen zunächst nur wenige Juden nach
Mainz zurück. Als erster Betsaal diente die Trauerhalle auf dem neuen
jüdischen Friedhof. 1947 konnte vorübergehend eine Synagoge in einer
früheren Turnhalle der Feldbergschule am Feldbergplatz eingerichtet werden.
1952 wurde ein neues Gemeindezentrum mit Betsaal auf dem Anwesen Forsterstraße
2 erbaut, wo sich das frühere jüdische Gemeindezentrum befand. 1966 wurde der
Betsaal erweitert.
Links: Literatur:
MAINZ. Established by
Italian immigrants in the early tenth century, this community - one of the
oldest in Germany - was temporarily banished in 1012. Its growth in importance
and numbers (to over 1,000 in 1090) resulted from Mainz's strategic position on
trade routes. Many Jewish scholars were born or settled there. Amnon of Mainz, a
legendary tenth-century martyr, is associated with the U-Netanneh Tokef
prayer; Yehuda ben Meir founded a great yeshiva in 980; members of the Kalonymus
family became halakhic authorities, poets, and communal leaders while Yitzhak
ben Judah (d. 1080) and Yaakov ben Yakar (d. 1060) taught Rashi. Gershom ben
Yehuda Me'or ha-Golah (960-1028) wrote historic takkanot (e.g.,
prohibiting a wife's divorce against her will and the Herem de-Rabbenu
Gershom enforcing monogamy) which the Aschkenazi world accepted. Other sages
of Mainz were Shimon bar Yitzhak the Great, Eliezer ben Natan, and Yehuda ben
Kalonymus ben Moshe, whose son Eleazar ben Yehuda Roke'ah was a leading figure
in the Hasidei Ashkenaz. After the proclamation of the First crusade (1096),
Emperor Henry IV ordered the nobles and bishops to defend the Jews, but
Crusaders attacked the archbishops's palace in Mainz, where the vastly
outnumbered Jews fought a heroic but hopeless battle on 27th May, many
preferring suicide to apostasy. The massacre claimed 1,100 victims in all and
details are preserved in several Hebrew works (especially an elegiac poem by
Kalonymus ben Yehuda). The community soon revived and in 1150 the rabbinates of
Speyer, Worms and Mainz (known thereafter as the "Shum" communities
after the acronym of their names) were empowered to serve as a high court for
the Jews of Germany. Bernard of Clairvaux prevented another tragedy in 1146 and
on the eve of the Third Crusade in 1188 many Jews took refuge in the fortress on
Muenzenberg. In 1281, the synagogue was burned down; Jews were slaughtered
following a blood libel in 1283; and harsh taxation drove some in 1286 to join
R. Meir of Rothenburg's group of would-be emmigrants to the Holy Land. When the
Black Death struck the region in 1349 and Jews were charged with "poisoning
the wells," they defended themselves against an enraged mob and killed 200
of there assailants, but several thousand Jews perished in the burning ghetto.
Survivors returned in 1357 and the community's prestige was temporarily restored
when Yaakov ben Mishe Moellin ("Maharil"; 1355-1427), the era's
leading talmudist, served as chief rabbi. The Jews were repeatedly expelled
(1439, 1462, 1470), their synagogue being converted into a chapel in 1473. While
Johannes Reuchlin, Germany's foremost Christian Hebraist, was defending the
Talmud against clerical obscurantists, the enlightened archbishop prohibited an
mass burning of Jewish books in Mainz in 1513. In 1579, however, Jews were
banished from Rhineland. Following its restoration in 1583, the community built
a new synagogue and grew to over 100 families around 1690. The new Age of
Enlightenment and improved economic conditions enabled Jews to engage in a wider
range of occupations (including medicine), and by 1800 they numbered 1,156 (5 %
of the total). During the period of French rule (1792-1814), when Jews were
first granted civil rights, they sent delegates to Napoleon's Assembly of Jewish
Notables and the French Sanhedrin (1806-07) and a regional consistory was
established under Herz David Scheuer, who declined the title of Grand Rabbin and
opposed attempts to "modernize" religious life. Three distinguished
Jews born in Mainz were Yitzhak Bernay (1792-1849), the Orthodox rabbi of
Hamburg; Ludwig Bamberger (1823-99), economist and Liberal member of the
Reichstag; and Michael Creizenach (1789-1842), who ran a Jewish boy's school on
Reform lines (1814-33) and later tought in Frankfurt. After the confirmation
ceremony was adopted in 1840, traditionalists opposed further changes (especially
an organ in the new synagogue) and the appointment of a Reform rabbi, Joseph Aub
(1852-66). Without seceding from the main community, they established an
Orthodox congregation with Dr. Marcus Lehmann as its first rabbi (1854-90).
Lehmann founded Der Israelit (an Orthodox journal) and a coeducational school,
both of which survived until the Nazi era. Numbering 2,665 (6 %) in 1861, the
Jewish population grew to 3,500 (4,9 %) in 1890. Immigrants from Eastern Europe
(Ostjuden) formed a Jewish proletariat and an independent congregation. Joseph
Derenbvourg, the son pf a Hebrew teacher, mobed to Paris and became a
world-famous Orientalist; Adolf Reinach was a renowned philosopher; and Dr.
Siegmund Salfeld, the Liberal rabbi (1880-1918), published an edition of the
community's ancient Memorbuch in 1898. During the Weimar Republik, a central
welfare agency was establised and all the national Jewish organizations had
active branches: B'nai B'rith, the Central Union (C.V.) and Jewish War Veterans
Association, Agudat Israel, the Union for Liberal Judaism, the German Zionist
Organization, Blau-Weiss, Mizrachi, WIZO, and various youth movements. Jews
comprised a high percentage of the city's physicians and were prominent in civil
affairs, commerce, the arts, law, and journalism. Anna Seghers (Netty Radvanyi)
won fame as a novelist and Carl Zuckmayer (descendant of old Jewish families) as
a playwright. After Worldwar I, French occupation authorities curbet Nazism in
the Rhineland, but rioters celebration the French withdrawal attacked Jews and
anti-Nazis in 1930. Hitler's incitement led to more violence in 1932.
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