Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Darmstadt (Hessen)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt

Texte zur Geschichte der Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde in Darmstadt
sowie der jüdischen Lehrer und der Schule im 19./20. Jahrhundert (bis nach 1933)  

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Darmstadt wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 26.7.2014.      
     
     
Auf dieser Seite stehen keine Texte zu den Rabbinern und Lehrern der orthodoxen israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt, siehe hierzu die Seite   
Zur Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt.  
     
     

Übersicht:   

Übersicht über die Rabbiner in Darmstadt: Rabbiner in Darmstadt vom Ende des 18. Jahrhunderts bis nach 1933 
(ohne die Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft)   
Texte zur Geschichte der Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde in Darmstadt    
-  Zum Tod der Frau von Oberrabbiner Levi - der evangelische Stadtpfarrer hält die Predigt bei der Beerdigung (1842)   
 Rabbiner Dr. Benjamin-Hirsch Auerbach nimmt die Trauung des Baron Willi von Rothschild vor (1849)     
-  Konflikt zwischen dem Gemeindevorstand und Rabbiner Dr. Auerbach (1857)   
-  Amtsentsetzung von Rabbiner Dr. Auerbach in Darmstadt (1857)      
Rabbiner Treuenfels aus Weilburg stellt sich mit einer Predigt in Darmstadt vor (1859) 
R
abbiner Dr. Julius Landsberger wechselt von Posen nach Darmstadt (1859)   
-  Die Rabbinatsstelle ist mit Dr. Julius Landsberger wieder besetzt (1860)   
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0. Geburtstag von Rabbiner Dr. Julius Landsberger (1889)   
-  Zum Tod von Rabbiner Dr. Julius Landsberger (1890)   
R
abbiner Dr. David Selver wird Mitglied des städtischen Schulvorstandes (1891)   
-  Kritik an Direktor Dr. David Selver als Leiter der Religionsschule der Hauptgemeinde (1893)    
-  Glückwunschadresse der Rabbiner des Großherzogtums zur Heirat des Großherzogs (1894)     
-  Rabbiner Dr. David Selver wird zum Rabbiner des Großherzoglichen Rabbinats Darmstadt I ernannt (1898)   
-  Juristische Auseinandersetzungen mit Rabbiner Dr. David Selver (1905)  
Rabbiner Dr. Bruno Italiener wurde zum Rabbiner gewählt (1907)    
 
-  Rabbiner Dr. Erich Bienheim wird auf die Rabbinatsstelle berufen (1927)    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter / Kantoren 
-  Ausschreibung der Vorbeterstelle der Israelitischen Religionsgemeinde (1858)   
-  Anerkennung des israelitischen Lehrers Moses Mannheimer durch den städtischen Gemeinderat (1862)  
-  25-jähriges Dienstjubiläum von Religionslehrer Moses Mannheimer (1862)   
-  25-jähriges Dienstjubiläum von Kantor und Lehrer Heinrich Oppenheimer (1883) 
8
0. Geburtstag von Lehrer Moses Mannheimer (1889)  
Ausschreibung der Stelle des Schulleiters und Religionslehrers in der israelitischen Religionsgemeinde (1889)   
-  Sitzung des Bezirks-Lehrervereins in Darmstadt (1891)   
Erste Generalversammlung des israelitischen Lehrervereins des Großherzogtums Hessen in Darmstadt (1891)    
-  Eine Deputation hessischer Schullehrer in Audienz beim Großherzog (1892)     
-  40-jähriges Ortsjubiläum von Kantor und Lehrer Heinrich Oppenheimer (1898)  
-  Religionslehrerprüfung im Ministerium (1901) 
-  Ausschreibung der Stelle des Kantors und Religionslehrers der Israelitischen Religionsgemeinde (1901)  
-  Ausschreibung der Stelle des Kantors und Religionslehrers der Israelitischen Religionsgemeinde (1902)     
-  Ausschreibung der Lehrer- und Schächterstelle (1903)    
-  Religionslehrer und Kantor Heinrich Oppenheimer tritt in den Ruhestand (1902)   
-  70. Geburtstag von Lehrer und Kantor Heinrich Oppenheimer (1903) 
D
ie Ausbildung und Anstellung der israelitischen Religionslehrer soll gesetzlich geregelt werden (1905)  
-  Foto der neu eröffneten jüdischen Schule (1934)  
-  Über die neu eröffnete Jüdische Schule in Darmstadt (1935)  
Über die Jüdische Schule in Darmstadt (1936)   
Zum Tod der Lehrerin an der Jüdischen Volksschule Julia Bodenheimer (1936)    

        
        
Übersicht über die Rabbiner in Darmstadt 
Rabbiner in Darmstadt vom Ende des 18. Jahrhunderts bis nach 1933   
(ohne die Rabbiner der orthodoxen Religionsgesellschaft in Darmstadt, siehe auf der Seite zur Religionsgesellschaft)     

1771-1793: Rabbiner Simon Lazarus Flegenheimer (geb. ca. 1723 in Flehingen, gest. 1793 in Darmstadt): 1751 Landesrabbiner des Schwarzwaldkreises des Deutschen Ordens mit Sitz in Mühringen; 1771 Landesrabbiner in Darmstadt.   
1793-1798: Rabbiner Heyum Flegenheimer (Heyum Simon; geb. in Mühringen als Sohn des Rabbiners Simon Flegenheimer): 1793 Landesrabbiner in Darmstadt als Nachfolger seines Vaters. 
1799-1833: Rabbiner Callmann Mengenburg (auch Callmann Bing; geb. 1753 in Gelnhausen, gest. 1833 in Darmstadt); war der erste offizielle Landrabbiner; war zunächst in Bingen tätig.  
1833-1835: Rabbiner Alexander-Sender Wolf (geb. 1762, gest. 1843 in Darmstadt): war seit 1792 in Darmstadt als Gastwirt und Kaufmann, seit 1793 Vorsitzender der Chewra Kaddischa; war 1833 bis 1835 provisorischer Rabbiner in Darmstadt; hält auch in der Folgezeit mit Erlaubnis des Rabbiners Dr. Auerbach religiöse Vorträge. 
1835-1857: Rabbiner Dr. Benjamin-Hirsch Auerbach (geb. 1808 in Neuwied als Sohn des Bonner Rabbiners Abraham Auerbach, gest. 1872 in Halberstadt): studierte in Bonn und Marburg; seit Januar 1835 Landesrabbiner in Darmstadt; auf Grund seiner orthodoxen Prägung seit 1840 Konflikt mit dem Vorstand am Ort; die Stadtgemeinde Darmstadt zwang ihn 1857 zur Niederlegung seines Amtes; die orthodoxe Gemeinde Biblis erkannte ihn weiterhin an, während er nun als Gelehrter in Frankfurt lebte; seit 1863 Rabbiner in Halberstadt. 
1859-1890: Rabbiner Dr. Julius Landsberger (geb. 1819 im oberschlesischen Biała (Zülz), gest. 1890 in Darmstadt): studierte in Breslau und Berlin; 1849 Rabbiner in Religionslehrer in Brzeg (Brieg), 1854 Rabbiner der "Brüdergemeinde" in Posen; 1859 großherzoglicher Landesrabbiner in Darmstadt, galt als gemäßigt liberal, wurde jedoch von den Landgemeinden und der Israelitischen Religionsgesellschaft bekämpft; Amtsniederlegung 1889 aus Gesundheitsgründen.
1890-1906: Rabbiner Dr. David Selver (geb. 1856 in Chajowa, Russland, gest. 1926 in Darmstadt): studierte in München und Berlin; seit 1889 Leiter der Religionsschule und stellvertretender Rabbiner in Darmstadt, seit 1890 Landesrabbiner; 1907 Ruhestand.  
1907-1927 Rabbiner Dr. Bruno Italiener (geb. 1881 in Burgdorf, Hannover, gest. 1956 in London): studierte in Breslau und Erlangen; 1907 bis 1927 Rabbiner in Darmstadt, bis 1918 für das Großherzogtum Hessen zuständig; 1914-1918 Feldrabbiner der 7. Armee; seit 1928 Rabbiner in Hamburg; 1938 Emigration über Brüssel nach England; 1939 bis 1951 Rabbiner in London.  
1928-1939: Rabbiner Dr. Erich Bienheim (geb. 1898 in Duingen, Hannover, gest. 1962 in Bradford, England): studierte in Berlin; 1924-1927 Rabbiner an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin; 1928-1939 Stadt- und Provinzialrabbiner in Darmstadt; war 1933 Mitbegründer und Lehrer an der jüdischen Volksschule; 1939 nach Australien, dann England emigriert; 1946-1949 Rabbiner in London, danach in Bradford. 

    
    
    
Texte zur Geschichte der Rabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde in Darmstadt     
Zum Tod der Frau von Oberrabbiner Levi - der evangelische Stadtpfarrer hält die Predigt bei der Beerdigung (1842)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Januar 1843: "Darmstadt, 27. Dezember (1842). Die gebildete und geistreiche Gattin des Oberrabbiners Levi starb in Gießen vor einigen Tagen in Folge eines Wochenbettes. Ihrem und ihres Gatten willen gemäß, wurde der hiesige evangelische Stadtpfarrer, Kirchenrat Engel, von dem Oberrabbiner ersucht, der Entschlafenen auf dem israelitischen Kirchhofe eine Leichenpredigt zu halten, was der Kirchenrat Engel zusagte, und am ersten Christfeiertage, nach der Mittagskirche, in einer gehaltvollen, eindringenden und erbaulichen Rede so schön ausführte, dass über tausend Menschen, die versammelt waren, um einem so seltenen Ereignisse beizuwohnen, tief davon ergriffen und gerührt wurden."      

   
Rabbiner Dr. Auerbach nimmt die Trauung des Baron Willi von Rothschild vor (1849)      

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 25. Januar 1850: "Frankfurt am Main. Am 21. November (1849) ward hier der junge Baron Willi von Rothschild getraut. Derselbe umging den radikalen Stadtrabbiner Leopold Stein, und ließ sich von dem allgemein hochgeachteten Stadt- und Landrabbiner Herrn Dr. Auerbach aus Darmstadt trauen. - Und in der Tat verdient es Herr Dr. Auerbach, dass ihm diese Ehre zuteil ward, denn dieser würdige Geistliche kämpft unermüdet für das orthodoxe Judentum und geht den jungen Rabbinen mit dem schönsten Beispiele voran."     

    
Konflikt zwischen dem Gemeindevorstand und Rabbiner Dr. Auerbach (1857) 

Darmstadt AZJ 11051857.jpg (43010 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Mai 1857: "Darmstadt, 28. April (1857) (Fr.P.-Z.). Schon seit vielen Jahren bestanden hier ernste Zwistigkeiten zwischen dem jüdischen Gemeindevorstand, welcher dem religiösen Fortschritt huldigt, und dem Rabbiner Dr. Auerbach, welcher dem orthodoxen Judentume angehört, und in diesem Sinne auch seine Stelle verwaltete. Dieser Streit hat nun durch Entschließung Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs seine Erledigung dahin gefunden, dass Herr Dr. Auerbach, der seine Stelle bereits 23 Jahre, jedoch immer nur provisorisch, verwaltet hatte, seines Dienstes entlassen worden ist."           

   
Amtsentsetzung von Dr. Auerbach in Darmstadt (1857)    

Darmstadt AZJ 01061857.jpg (37168 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Juni 1857: "Sie haben wohl schon aus den Zeitungen die von Seiten des Großherzogs erfolgte Amtsentsetzung des Dr. Auerbach in Darmstadt erfahren; in Folge dessen herrscht in dem Rabbinat Starkenburg (welches aus 105 Gemeinden besteht) große Agitation, indem mehrere Landgemeinden zu eigenen Rabbinaten sich vereinigen wollen, so geht man damit um, in Michelstadt, in Bensheim u.a.m. besondere Rabbinatssitze zu bilden."          
   
Darmstadt AZJ 01061857c.jpg (139560 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Juni 1857: "Aus Rheinhessen, 21. Mai (1857) (Privatmitteilung). Die Mitteilung in Nr. 20 aus Darmstadt vom 28. April der Allgemeinen Zeitung des Judentums bedarf einiger Erläuterung, die ich mir im Interesse der Wahrheit anmit zu geben erlaube. - Wenn auch die Gegner des Herrn Dr. Auerbach aus Darmstadt jahrelang bei der Regierung um dessen Entsetzung petitionierten, so ist dies doch nur der oftensible (vordergründige) Grund seiner Entsetzung, und hätte keineswegs hingereicht. Der wahre ist eine jahrelange Untersuchung, in die derselbe verwickelt war, und die, wenn auch nur sein Privatleben berührt, doch zur Entweihung des Gottesnamens wohl Veranlassung bieten konnte, indem sie an einem orthodoxen Rabbinen leider eine Handlungsweise zu rügen hatte, die man uns Juden so gern zum Vorwurf macht. - Wir wollen uns den Satz ... wohl vor Augen halten; doch können wir nicht umhin zu behaupten, dass man den Gegnern der Fortschrittspartei wohl keine größere Freude hätte machen können, als wenn einer der anerkannten Rabbinen der Reformpartei in gleicher Lage wäre; man hätte dann die Religions- und Sittenlosigkeit dieser Partei zugleich brandmarken können, so verkehrt der Schluss von Einem auf das Ganze ist. Wir können nicht umhin, hier zu registrieren: dass Herrn Dr. Auerbachs Abgang ein Glück für die Israeliten des Großherzogtums Hessen ist, indem der größte Teil der Schuld, dass Lehrer- und Schulverhältnisse, dass überhaupt alle religiösen Institute so im Argen liegen, wohl an ihm ist, da die Regierung früher guten Willen gezeigt, und nur durch ihn das Bessere selbst in den bestehenden Gesetzen nicht zur Wahrheit wurde, dass wir demzufolge große Hoffnungen auf die Besetzung des Darmstädter Rabbinats durch einen tüchtigen aufgeklärten Rabbinen setzen, da dies das einflussreichste Rabbinat in unserem Lande und zugleich eines der größten und einträglichsten Süddeutschlands ist."     

   
Rabbiner Treuenfels aus Weilburg stellt sich mit einer Predigt in Darmstadt vor (1859)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. Mai 1859: "In Darmstadt werden bereits Probepredigten gehalten. Den 14. dieses Monats predigte dort der gelehrte Rabbiner Treuenfels aus Weilburg; soviel man hört, wird das Land von der Stadt nicht getrennt werden" (sc. das Rabbinat Darmstadt soll nach dieser Mitteilung nicht geteilt werden zwischen einem Stadt- und einem Landrabbinat).    

 
Rabbiner Dr. Julius Landsberger wechselt von Posen nach Darmstadt (1859)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Oktober 1859: "Posen, 25. September (1859). Der Rabbiner und Prediger der hiesigen Brüdergemeinde, Herr Dr. Julius Landsberger, ist zum Großherzoglichen Landesrabbiner zu Darmstadt erwählt worden. Es ist ein ausgedehnter Wirkungskreis, in welchen hiermit dieser begabte Mann berufen ist, da der Sprengel 96 Gemeinden umfasst, und der Rabbinatssitz Darmstadt gegenwärtig 166 Familien zählt. Dass es in einem so großen Kreise, und der religiös sehr vernachlässigt worden, Vieles und Bedeutendes zu schaffen gibt, ist einsichtlich. Mag es dem Dr. Landsberger gelingen, durch Eifer und würdevolle Haltung die Herzen zu gewinnen und einer echt religiösen Richtung zuzuwenden."              

 
Die Rabbinatsstelle ist mit Dr. Julius Landsberger wieder besetzt (1860)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Januar 1860: "Darmstadt, im Dezember (1860). Endlich, nach langem Sehnen und Hoffen, ist die Rabbinatsstelle für hier sowie für die Provinz Starkenburg durch die Person des Herrn Dr. Landsberger, Prediger aus Posen, besetzt worden. Wir sind der Großherzlichen Regierung, von der die Wahl ausging, vielen Dank für das treffliche Gelingen derselben schuldig, denn nicht leicht hätte die Stelle ein tüchtigerer Mann erhalten können, als der Obengenannte. Noch nicht lange im Amte, hat Herr Dr. Landsberger sich schon das Vertrauen Aller erworben und es herrscht in allen Kreisen ein eifriges Streben, dem ebenso gelehrten als liebenswürdigen Manne freundlich entgegenzukommen. 
Am Sabbat Thouldous (=Toledot) hielt derselbe seine Antrittspredigt, die ein Muster von Beredsamkeit und Klarheit, voller lieblicher Bilder und treffender Gleichnisse war. Die Synagoge ist jetzt allsabbatlich von Zuhörern gefüllt, die herbeieilen, um das lange vermisste Wort Gottes zu vernehmen.  
Die hiesige Gemeinde ließ für Herrn Dr. Landsberger ein Zimmer ausmöblieren und veranstaltete ihm zu Ehren ein Festessen.
Weiter ist noch von hiesiger Gegend zu berichten, dass die Statuten der Lehrerversammlung, die seinerzeit in ihrem geschätzten Blatte zu lesen waren, von der Großherzoglichen Regierung nicht genehmigt wurden, die Petition jedoch, die erst dem Dr. Landsberger zur Beurteilung vorgelegt werden soll, wird jedenfalls Berücksichtigung finden."          

      
 70. Geburtstag von Dr. Julius Landsberger (1889)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. August 1889:  
Text ist noch abzuschreiben.
    
Darmstadt AZJ 01081889a.jpg (170468 Byte)  


Zum Tod von Rabbiner Dr. Julius Landsberger (1890)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1890: "Darmstadt, 4. März (1890). Der Rabbiner der hiesigen Reformgemeinde, Dr. Julius Landsberger, der dieses Amt über 30 Jahre verwaltete, starb heute nach kurzem Kranksein".          

    
Rabbiner Dr. Selver wird Mitglied des städtischen Schulvorstandes (1891)          

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. April 1891:     
Text ist noch abzuschreiben      

 
Kritik an Direktor Dr. Selver als Leiter der Religionsschule der Hauptgemeinde (1893)   
Anmerkung: der Artikel ist von einem orthodox-konservativen Gemeindeglied verfasst und in der dieser Richtung entsprechenden Zeitschrift "Der Israelit" erschienen. 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1893: "Darmstadt, im Cheschwan. Wohl keine größere Gemeinde dürfte eine längere interimistische Versehung des Rabbinats haben als Darmstadt; keine Gemeinde auch einen Vorstand, der mit so wenig Energie bei seiner vorgesetzten Behörde auf endgültige Regelung der Verhältnisse, wie sie jetzt in der Gemeinde und in der Provinz liegen, drängt.  
Die Religions-Gemeinde, das ist die Hauptgemeinde der Residenz, ist seit dem im März 1890 erfolgten Tode des seligen Rabbiner Dr. Landsberger ohne definitiv angestellten Rabbiner, da die Regierung, wie angeblich gesagt wird, bis zur Lösung der Frage über das Verhältnis zwischen Stadt- und Landjudenschaft, ein Definitivum nicht gestattet. Am meisten durch dieses Provisorium hat die Hauptgemeinde Darmstadt zu leiden, und ist es ja gar nicht anzusehen, wann dieses Verhältnis aufhört. 
Der jetzt in der Gemeinde auf Lebenszeit als Direktor der Religionsschule (von 63 Kindern, an welcher noch zwei Lehrer wirken), angestellte Herr Dr. Selver, welcher auch die Rabbinatsgeschäfte versieht, hat es während der vier Jahre seines Hier seins nicht verstanden, sich die Gunst der Gemeinde zu erwerben. Die Religionsschule auch unter dieser Regie, das heißt die Leistungen der Schüler und Schülerinnen sind so mangelhaft, dass selbst mit Prämien entlassene Schüler, also solche, die das 13. Lebensjahr überschritten haben, nicht wissen, was an den betreffenden Tageszeiten gebetet wird, ja es gibt deren, die kaum das 16. Lebensjahr        
Darmstadt Israelit 06111893a.jpg (184277 Byte)erreicht, nicht mehr des hebräischen Lesens mächtig sind. Wenn nun der Gemeindevorstand die Leistungen der Schule für genügend hält, wenn er glaubt, dass das, was die Schüler lernen, ausreichend ist, so geschieht dies aus dem Grunde, weil eben der größte Teil des Vorstandes selbst nicht, oder doch sehr wenig hebräisch versteht, weil der größte Teil der Hauptaufgabe, zu welcher auch der Gottesdienst gehört, zu wenig Beachtung schenkt, ja den Gottesdienst jährlich nur zwei bis dreimal besucht. Was kann da Gutes bei solchem Vorbilde geleistet werden?   
Der Vorstand, der wie jetzt bemerkt, sehr wenig in seiner Mehrzahl zum Gottesdienste erscheint, glaubt mit den finanziellen Arbeiten seine Pflicht erfüllt, mit der Anstellung von Beamten seiner Gemeinde Genüge zu leisten. So geschah es, dass während der Krankheit des seligen Rabbiner Dr. Landsberger der Vorstand Herrn Dr. Selver, ohne dass jemand aus der Gemeinde etwas davon wusste, auf Lebenszeit zum Direktor der Schule anstellte, nachdem der Herr kaum einige Wochen in Darmstadt war, und man über seine Leistungen nur das Lob von auswärtigen Stellen, die der junge Mann begleitet hatte, hörte, seine Leistungen in unserer Gemeinde aber schon nach dessen kurzen Hier sein abfällig beurteilt wurden.   
Denke, lieber Leser, was hältst Du von einem Manne, dem Direktor einer israelitischen Religionsschule, dem Vertreter des Rabbiners, der bei einer Versammlung behufs Gründung eines Minjan-Vereins öffentlich sagt:  
'Meine Herren! Bedenken Sie auch, wenn Sie einen solchen Verein gründen, wie oft Sie in die Synagoge gehen müssen!'  
Es ist unglaublich, wirst Du, lieber Leser, sagen, aber, - es ist wahr, - traurige nackte Wahrheit - und der Vorstand der Gemeinde, ihn kümmert das nicht, mit solchen Kleinigkeiten befasst er sich nicht, zu was Synagoge, für die Ungebildeten, für gewöhnliche Menschen ist das Gotteshaus nötig. Kann unter solchen Umständen eine Gemeinde vorwärts kommen, kann da das Judentum gehalten werden, oder geht in dieser Gemeinde nicht alles zu Grunde? In einer der größten Städte unseres Nachbarstaates Bayern hat, wie ich höre, die Tochter des Religionslehrers sich mit einem Herrn verlobt, der sein Geschäft am Sabbat geöffnet hält; wahrlich in unserer Gemeinde segeln wir ähnlichen Zuständen entgegen."     

  
Glückwunschadresse der Rabbiner des Großherzogtums zur Heirat des Großherzogs (1894)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1894: "Darmstadt. Die Rabbiner des Großherzogtums haben aus Anlass der Vermählung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs eine Adresse anfertigen lassen, welche Mittwoch den 2. dieses Monats von den Herren: Levy - Gießen, Stein - Worms, Salfeld - Mainz und Marx und Selver - Darmstadt überreicht worden ist. Beim Eintritt der Herrn Rabbinern sprach Dr. Levi - Gießen den Segensspruch hebräisch und deutsch und überreichte die Adresse. Der Großherzog war sehr erfreut über diese Kundgebung und bat, seinen herzlichsten Dank auch den anderen Kollegen mitzuteilen."         

    
Rabbiner Dr. David Selver wird zum Rabbiner des Großherzoglichen Rabbinats Darmstadt I ernannt (1898)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Dezember 1897: "Darmstadt, 12. Dezember (1897). Das Rabbinat der hiesigen Gemeinde, welches infolge der vom Ministerium verfügten Teilung seines bisherigen Bezirks seinerzeit zur Besetzung ausgeschrieben wurde, ist Herrn Rabbiner Dr. Selver übertragen worden. Von einer Berufung anderer Kandidaten wurde abgesehen. Dadurch werden hoffentlich alle Unzuträglichkeiten, welche mit dem bisherigen vieljährigen Provisorium für Herrn Dr. Selver sowohl wie für die Gemeinde notwendig verknüpft waren, beseitigt werden."        
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. Februar 1898: "Darmstadt, 6. Februar (1898). Nachdem durch Beschluss des Gemeindevorstandes das Rabbinat der hiesigen Gemeinde und der mit ihr verbundenen Landgemeinden Herrn Dr. Selver definitiv übertragen worden, wurde derselbe durch großherzogliches Dekret vom 5. vorigen Monats zum Rabbiner der 'liberalen israelitischen Gemeinden des Rabbinats Darmstadt' ernannt und am 19. vorigen Monats von Seiner königlichen Hoheit dem Großherzog in Audienz empfangen. Die feierliche Amtseinführung, bei der Herr Dr. Selver eine erhebende, mit großem Beifall aufgenommene Rede hielt, fand am 23. vorigen Monats statt. Das Rabbiner des Herrn Dr. Selver wird amtlich als 'Großherzogliches Rabbinat Darmstadt I' bezeichnet, während das Rabbinat der orthodoxen Landgemeinden, das dem Prediger der hiesigen orthodoxen Religionsgesellschaft, Herrn Dr. Marx, übertragen wurde, die Bezeichnung 'Großherzogliches Rabbinat Darmstadt II' erhalten hat."       

    
Juristische Auseinandersetzungen mit Rabbiner Dr. David Selver (1905)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 24. November 1905: "Darmstadt. Die hiesige israelitische Religions-Gemeinde hatte seinerzeit den Rabbiner Dr. Selver als Rabbiner, Prediger und Lehrer angestellt und wurde die Anstellung als Rabbiner durch die Regierung auf Widerruf bestätigt. Der Wortlaut des Vertrages, in dem die Gemeinde eine Kündigungsfrist in mehrjährigen Stufen und lebenslängliche Anstellung nach 12 Jahren festsetzte, hatte die Billigung der Regierung gefunden. Nur fortgesetzte Pflichtverletzung sollte die Gemeinde jederzeit zur Kündigung - nach Genehmigung des Ministeriums des Innern - berechtigen. Bald entstanden nun zwischen dem Vorstand der Gemeinde und ihrem Rabbiner allerlei Differenzen, die dazu führten, dass die Gemeindevertretung mehrere Versuche machte, Dr. Selver zu entfernen. Dahin zielende Eingaben wurden vom Kreisamt abschlägig beschieden. Das Ministerium hatte sich nämlich dahin ausgesprochen, dass auch die einfach fristmäßige Kündigung des Vertragsverhältnisses, obwohl ein solcher Vorbehalt im Vertrag nicht ausdrücklich niedergelegt war, selbstverständlich ebenso wie eine Entlassung wegen Pflichtverletzung nur vorbehaltlich der Genehmigung durch die Regierung erfolgen könne. Der Vorstand verschaffte sich darauf das Gutachten eines hervorragenden Juristen, das dahin ging, das Anstellungsverhältnis als Rabbiner sei ein öffentlich-rechtliches und als das eines Staatsbeamten unkündbar, als Lehrer und Prediger jedoch sei der Rabbiner bloßer Funktionär der Gemeinde, und in dieser Eigenschaft unterstehe er der Kündigung. Darauf fußend, kündigte der Vorstand nunmehr Dr. Selver die Stellung als Prediger und Religionslehrer. - Hiergegen erhob der Rabbiner beim Kreisamt Beschwerde. Dieses erklärte die Kündigung für nicht berechtigt, ließ aber die Frage, ob die Funktion des Geistlichen als Rabbiner einerseits und Prediger und Lehrer andererseits überhaupt trennbar sei, offen. - Der Vorstand beharrte aber bei seiner Anschauung und sperrte das Gehalt. Die Behörde genehmigt diese Maßnahmen nicht und verfügte die Zwangsetatisierung des Gehalts. Die Gemeinde teilte nun Dr. Selver mit, dass sie ihn von einem bestimmten Kündigungstermin an nicht mehr zur Betätigung des Berufes als Prediger für befugt erachte und dass sie die Ausübung dieses Amtes eventuell selbst mit Gewalt verhindern werde. Die Folge war, dass sich das Kreisamt genötigt sah, Schutzmannschaft in Zivil zum israelitischen Gottesdienst in die Synagoge zu beordern, um Dr. Selver gegebenenfalls schützen zu können. Jetzt beschloss die Gemeinde, den bürgerlichen Rechtsweg zu beschreiten und auf Feststellung dahin zu klagen, dass die Kündigung Dr. Selvers als Religionslehrer und Prediger zu Recht erfolgt sei. Da nun nach einer Verfügung aus dem Jahre 1841 die israelitische Kultusgemeinde ohne Genehmigung der Behörde keine Prozesse führen darf - es ist dies ein Zeichen der traditionellen Rechtlosigkeit, unter der die Juden noch heute in Hessen leben - so erbat der Vorstand vom Kreisamt die entsprechende Genehmigung. Dieses erteilte sie auch, allerdings vorbehaltlich des Rechts auf Ergebung des Kompetenzkonfliktes. Die Gemeinde strenge die bewusste Feststellungsklage an. Auf die Einrede der Unzulässigkeit des Rechtsweges, die von dem Vertreter Dr. Selvers vor Gericht gemacht wurde, bestand die Regierung auf Verfolgung des Kompetenzkonfliktes. Das ordentliche Gerichtsverfahren wurde demnach eingestellt und der Verwaltungsgerichtshof mit der Frage befasst.  
Vor dem Verwaltungsgerichtshof machte der Vertreter des Staatsinteresses geltend, dass das Anstellungsverhältnis Dr. Selvers nicht nur aus seiner Eigenschaft als Rabbiner als ein öffentlich-rechtliches aufgefasst werden müsse, sondern auch aus seiner Stellung als Religionslehrer, da nach dem Volksschulgesetz der Regierung ein Aufsichtsrecht über die Verhältnisse im Religionsunterricht sämtlicher Bekenntnisse zustehe. - Die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes erging dahin, dass die Unzulässigkeit des bürgerlichen Rechtsweges in diesem Streitfalle auszusprechen und die Sache zur Erledigung an die behördlichen Instanzen zu verweisen sei."        

    
Rabbiner Dr. Bruno Italiener wurde zum Rabbiner gewählt (1907)       

Darmstadt FrfIsrFambl 24051907.jpg (28750 Byte) Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom  24. Mai 1907: "Darmstadt, 22. Mai (1907). In der gestrigen Sitzung des Vorstandes der hiesigen israelitischen Gemeinde ist Herr Dr. Italiener aus Peine (Hannover) zum Rabbiner der israelitischen Religionsgemeinde gewählt worden".    

    
Rabbiner Dr. Erich Bienheim wird auf die Rabbinatsstelle berufen (1927)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 2. Dezember 1927: "Rabbinatsbesetzung in Darmstadt. Darmstadt. (J.T.A.) Die Synagogen-Gemeinde Darmstadt berief Herrn Rabbiner Dr. Erich Bienheim (Berlin) zur vorläufigen Verwaltung des Rabbinats, aus dem Rabbiner Rabbiner Dr. Italiener am 1. Dezember dieses Jahres ausscheidet, um einer Berufung an den Israelitischen Tempelverband in Hamburg Folge zu leisten. Herr Dr. Bienheim legte das Rabbinatsexamen an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin ab."     
   
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Dezember 1927:  "Darmstadt. Die Synagogen-Gemeinde Darmstadt berief Herrn Dr. Erich Bienheim - Berlin zur vorläufigen Verwaltung des Rabbinats, aus dem Rabbiner Dr. Italiener am 1. Dezember dieses Jahres ausscheidet, um einer Berufung an den Israelitischen Tempelverband in Hamburg Folge zu leisten."       
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 2. Dezember 1927: "Rabbinatsbesetzung in Darmstadt. Darmstadt. Die Synagogen-Gemeinde Darmstadt berief Herrn Dr. Erich Bienheim - Berlin zur vorläufigen Verwaltung des Rabbinats, aus dem Rabbiner Dr. Italiener am 1. Dezember dieses Jahres ausscheidet, um einer Berufung an den Israelitischen Tempelverband in Hamburg Folge zu leisten. Herr Dr. Bienheim legte das Rabbinatsexamen an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin ab."    
  
Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom Januar 1928 S. 147: "Darmstadt. Da das Rabbinat durch die Berufung des Herrn Dr. Italiener nach Hamburg frei geworden und ein endgültiger Nachfolger bisher noch nicht gewählt worden ist, berief die Gemeinde Rabbiner Dr. Erich Bienheim - Berlin als Rabbinatsverweser."   

     
     
     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und Vorbeter / Kantoren   
Ausschreibung der Vorbeterstelle der israelitischen Religionsgemeinde (1858)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Januar 1858: "Die Vorbeterstelle bei der hiesigen israelitischen Gemeinde mit einem jährlichen Gesamteinkommen von ca. 800 Gulden nebst freier Wohnung ist erledigt.
Hierauf Reflektierende, welche die hierzu erforderliche Befähigung besitzen, besonders auch musikalische Kenntnisse, um nötigenfalls ein Chor leiten zu können, wollen sich unter Franko-Einsendung der nötigen Zeugnisse an den Vorstand wenden. 
Darmstadt
, am 30. November 1857. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde daselbst."           

  
Anerkennung des israelitischen Lehrers Moses Mannheimer durch den städtischen Gemeinderat (1862)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Januar 1862: "Darmstadt, 8. Januar (1862). Beim Beginn des neuen Jahres hat der hiesige Gemeinderat, mit dem Oberbürgermeister Kahlert an der Spitze, aufs Neue bekundet, dass er, fern von jeder Intoleranz, auch die Bekenner des jüdischen Glaubens achtet. Er hat nämlich dem hiesigen israelitischen Lehrer Moses Mannheimer, bei Gelegenheit dessen 25-jährigen Dienstjubiläums, eine jährliche Remuneration aus städtischen Mitteln bewilligt, ein Akt der Humanität, der öffentlich gerühmt zu werden verdient."         

      
25-jähriges Dienstjubiläum von Religionslehrer Mannheimer (1862)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. März 1862:  "Darmstadt, 1. Februar (1862). Das Frankfurter Journal bringt vom 8. Januar folgenden Artikel. Darmstadt, 8. Januar 1862. Beim Beginn des neuen Jahres hat der hiesige Gemeinderat aufs Neue bekundet, dass er, fern von jeder Intoleranz, auch die Bekenner des jüdischen Glaubens achtet und ihre Verdienste zu würdigen sich bereit findet. Er hat nämlich dem hiesigen Religionslehrer Mannheimer bei Gelegenheit dessen 25-jährigen Dienst-Jubiläums eine jährliche Remuneration aus städtischen Mitteln bewilligt, ein Akt der Humanität, der öffentlich gerühmt zu werden verdient.  
Obigem habe ich noch Folgendes beizuführen: Auch die israelitische Gemeinde gab Herrn Mannheimer an diesem Tage verschiedene Zeichen der Anerkennung. So verfügte sich am Tage des Festes unser allgemein geliebter Rabbiner Herr Dr. Landsberger nebst einer Deputation des Vorstandes und der früheren Schüler des Jubilars in die Wohnung desselben. Ersterer hielt eine treffliche Ansprache an denselben und überreichte ihm namens der Schüler ein schmeichelhaftes Schreiben nebst einigen sehr wertvollen Geschenken. Später erschien die Schuljugend unter Anführung des Kantor Oppenheimer, um ihrem Lehrer zu gratulieren und Abends wurde demselben von Seiten des israelitischen Gesangvereins 'Harmonie' ein Ständchen gebracht. Möge es Herrn Mannheimer vergönnt sein, noch recht lange in voller Kraft an unserer Gemeinde zu wirken. H.O."        

  
25-jähriges Dienstjubiläum von Kantor und Lehrer Heinrich Oppenheimer (1883)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. April 1883: "Man schreibt uns aus Mainz vom 10. April (1883): - Am 28. März dieses Jahres fand zu Darmstadt das 25-jährige Dienstjubiläum des Kantors und Lehrers Oppenheimer, der sich während eines Vierteljahrhunderts die Hochachtung der jüdischen wie christlichen Mitbürger zu erwerben wusste, statt. Oppenheimer ist auch wirklich ein prächtiger Sänger, der die Besuch der Synagoge zu erheben weiß, wie er auch die Wahrheiten der jüdischen Religion in echt pädagogischer Weise in die Herzen der Kleinen zu verpflanzen im Stande ist. Eine Deputation des Vorstandes erkannte diese Verdienste durch ihren Sprecher im vollsten Maße an und übergab dem Jubilar ein Schreiben, das eine entsprechende Gehaltszulage gewährt. Frühere Schüler und Freunde überreichten eine kunstvoll ausgeführte Adresse und mehrere tausend Mark in Wertpapieren. Depeschen und Geschenke aller Art kamen von Nah und Fern. Am Abend des Freudentages brachte der Mozart-Verein, der vornehmste Gesangverein Darmstadt, unter Leitung des Hofkapellmeisters dem lieben Sangesbruder, der die Ehre hat, Vorstand desselben zu sein, ein Ständchen".       

   
80. Geburtstag von Lehrer M. Mannheimer (1889)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. April 1889: "Der emeritierte Rabbinatsverweser und Religionslehrer M. Mannheimer in Darmstadt, der auch den Lesern unserer Zeitung durch Aufsätze und Mitteilungen rühmlich bekannt ist, begeht am 11. Mai dieses Jahres seinen 80. Geburtstag. Derselbe hat sich als Schriftstellen durch ein Lehrbuch der israelitischen Religion, die Schriften: die Judenverfolgungen in Speyer, Worms und Mainz im Jahre 1096, der Mosaismus und das Ägyptertum u.a. Verdienst erworben."         

      
 Ausschreibung der Stelle des Schulleiters und Religionslehrers in der israelitischen Religionsgemeinde (1889)    

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. August 1889: "Zur Erteilung und Leitung des Unterrichts an der Religionsschule, soll eine akademisch gebildete Persönlichkeit angestellt werden, welche erforderlichen Falls auch zur Hilfe und Vertretung des hiesigen Rabbiners verwendet werden kann. 
Der feste Jahresgehalt ist auf 2.500 Mark bestimmt. Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten unter gleichzeitiger Einsendung ihrer Zeugnisse wenden. 
Darmstadt, den 14. Juli 1889. 
Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde. H. Blumenthal."        

 
Sitzung des Bezirks-Lehrervereins in Darmstadt (1891)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Januar 1891:  "Darmstadt, 21. Januar (1891). In der Sitzung des hiesigen Bezirks-Lehrervereins referierte Herr Direktor Fiedler über die Fragen: '1. Die Antisemitenbewegung Deutschlands in ihren Ursachen und Folgen. 2. Kann und soll, der Lehrer zur Beschwichtigung der heutigen Antisemitenbewegung beitragen?' In fast zweistündiger glänzender Rede zeichnete der Vortragende zunächst 'die Stellung der Juden in Deutschland bis zur Gegenwart'. Von einer Beratung und Beschlussfassung der von dem Referenten aufgestellten Thesen sah man ab und nahm den gestellten Antrag an: 'Die Versammlung ließ mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit von einer Erörterung und Beschlussfassung über die Thesen ab, erklärt aber, idem sie dem Redner für seinen belehrenden und interessanten Vortrag dankt, sich mit den die antisemitische Bewegung verurteilenden Ausführungen im Allgemeinen einverstanden.'"       

    
Erste Generalversammlung des israelitischen Lehrervereins des Großherzogtums Hessen in Darmstadt (1891)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Juli 1891: "Darmstadt, 11. Juli (1891). Am 21. Juni fand hier die erste ordentliche Generalversammlung des israelitischen Lehrervereins des Großherzogtums Hessen statt. Es waren mehr als 60 Lehrer und verschiedene Rabbiner anwesend. Der Vorsitzende gedachte der verstorbenen Kollegen Klingenstein - Ober-Ingelheim und Hirsch - Bieberau in ehrenden Worten. Die Vorstände der israelitischen Gemeinde und der israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt begrüßten die Versammlung und betonten, welches Interesse sie den Bestrebungen des Vereins entgegenbringen. Herr Dr. Salfeld - Mainz begrüßte die Versammlung als Delegierter des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und im eigenen Namen, teilte mit, dass der Gemeindebund 100 Mark zur teilweisen Vergütung der Reisekosten der Versammlungsbesucher bewilligt habe, hob die ehrende Anwesenheit der Herren Obmann Backes, Dir. Fiedler und Redakteur Schmitt vom hessischen Landeslehrerverein hervor, widmete warme Worte Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog und der Großherzoglichen Regierung und ermahnte die Anwesenden zur Einigkeit. Der Vorsitzende verlas sodann die von ihm in Gemeinschaft mit den Herren Dr. Salfeld - Mainz und Marx - Alsheim seinerzeit der Großherzoglichen Regierung überreichte Petition, welche in folgenden Sätzen gipfelt: Großherzogliche Regierung wolle dahin wirken, dass künftig nur geprüfte Lehrer als israelitische Religionslehrer angestellt werden, dass dieselben definitiv Anstellung finden und ein Minimalgehalt aufgestellt werden, dass kleinere Gemeinden zu Religionsschulsprengeln vereinigt und eine Subventionskasse gegründet werde. Als direkte Wirkung der Petition bezeichnet der Vorsitzende den Erlass des Ministerpräsidenten Finger an die Kreisämter, dahin wirken zu wollen, dass keine israelitische Gemeinde ohne Religionslehrer sei, und dass kleinere Gemeinden zu Schulsprengeln vereinigt würden. Aus der nun folgenden Besprechung ist hervorzuheben, dass von verschiedener Seite bemerkt wurde. die Vorstände der israelitischen Gemeinden müssten bei Regelung der fraglichen Angelegenheiten mehr mitwirken und der Sache mehr Wohlwollen entgegenbringen. Alsdann erstattete Herr Ehrmann - Friedberg sein Referat über 'Normallehrplan für die jüdische Religionsschule'. Nach einer geschichtlichen Einleitung sprach er über Aufgabe des Religionsunterrichts, Lehrfächer, Einteilung von Klassen und Abteilungen, Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden, Verteilung derselben auf die einzelnen Fächer und Verteilung des Lehrstoffs auf die Schuljahre, über Stundenplan und Lehrbücher. Nach der jetzt folgenden Statutenberatung referierte Herr Marx Alsheim über die von der Witwe des seligen Herrn Klingenstein dem Verein überwiesene Bibliothek; sie wird wahrscheinlich in Darmstadt aufgestellt werden. Durch Erheben von den Sitzen drückt die Versammlung ihre Verehrung für Frau Klingenstein aus. Nachdem die Vorstandswahl erledigt, Frankfurt zum nächstjährigen Versammlungsort und die 'Diskussion des Lehrplans' zum Verhandlungsthema bestimmt war, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen."          

 
Eine Deputation hessischer Schullehrer in Audienz beim Großherzog (1892)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. April 1892: "Darmstadt. Zu einer Deputation hessischer Schullehrer, welche vom Großherzog in Audienz empfangen wurde, sprach derselbe folgende beherzigenswerten Worte. Er sagte, dass er die antisemitische Bewegung aufs Tiefste bedaure und sie, gleich Kaiser Friedrich, als eine Schmach unseres Jahrhunderts betrachte. Soweit es in seiner Macht liege, werde er in seinem Lande entschieden Front gegen diese verwerfliche Hetze machen. Das sind Worte, die unserem jungen Landesherrn die Sympathien aller wohlmeinenden und rechtlich denkenden Menschen sichern werden.'"       

   
40-jähriges Ortsjubiläum von Kantor und Lehrer Heinrich Oppenheimer (1898)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. März 1898: "Am 28. März (1898) sind es 40 Jahre, dass Herr Oppenheimer sein Amt als Kantor und Religionslehrer an der Hauptgemeinde in Darmstadt angetreten hat."         

  
Religionslehrerprüfung im Ministerium (1901)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. März 1901: "Darmstadt, 11. März (1901). Im Amtslokale des Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, fand heute die diesjährige Religionslehrerprüfung statt. Als Examinatoren waren die Herren Ministerialrat Dr. Eisenhut und Rabbiner Dr. Marx hier erschienen. Dieser prüfte in den jüdischen, jener in den deutschen Fächern. Die Disziplina erstreckten sich über Aufsatz, deutsche Sprachlehre, Orthographie, Pädagogik, deutsche Geschichte, Geographie, Hebräisch, Religionslehre, Biblische jüdische Geschichte. Nur ein Kandidat hatte sich dem Examen, das er bestand, unterzogen".           

      
Ausschreibung der Stelle des Kantors und Religionslehrers der Israelitischen Religionsgemeinde (1901)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1901: "Kantor & Religionslehrer
In der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde (Hauptgemeinde) ist die Stelle eines Kantors und Religionslehrers vom 1. August dieses Jahres ab zu besetzen. Gehalt bis zu 2.400 Mark pro Jahr. Musikalische und stimmgehabte Kandidaten, nicht über 30 Jahre alt, deutscher Nationalität, staatlich und seminaristisch geprüft, wollen ihre Bewerkung Lebenslauf und Zeugnisse beifügen und bis Ende Juni spätestens einsehen. Weitere Auskunft erteilt. 
Darmstadt, 30. Mai 1901. 
Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Darmstadt. Der Vorsitzende: Ludwig Trier."      

    
Ausschreibung der Stelle des Kantors und Religionslehrers der Israelitischen Religionsgemeinde (1902)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Mai 1902: "Kantor und Religionslehrer. In der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde (Hauptgemeinde) ist die Stelle eines Kantors und Religionslehrers alsbald zu besetzen. Anfangsgehalt 3.000 Mark pro Jahr, nebst nicht unerheblichen Nebeneinkünften. Musikalische und stimmbegabte Kandidaten, deutscher Nationalität, seminaristisch und staatlich geprüft, wollen ihre Bewerkung, Lebenslauf und Zeugnisse, bis spätestens 1. Juni laufenden Jahres an den unterzeichneten Vorstand einsenden.  
Darmstadt
, 30. April 1902. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Darmstadt."         

   
Ausschreibung der Lehrer- und Schächterstelle (1903)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Dezember 1903: "Die hiesige Lehrer- und Schächterstelle 
(nach Übereinkunft auch eine Filiale) mit einem Gehalt von 800 Mark ca. 200 Mark Nebenverdienst und freier Wohnung ist per sofort zu besetzen. Nur Deutsche und Unverheiratete werden berücksichtigt. 
Jos. Salomon, I. Vorstand, Darmstadt."         

   
Religionslehrer und Kantor Heinrich Oppenheimer tritt in den Ruhestand (1902)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. September 1902:  "Darmstadt, 15. September (1902). Der wohlbekannte Kantor und Religionslehrer der israelitischen Religionsgemeinde dahier, Herr Heinrich Oppenheimer, trat am 12. September nach beinahe 45-jähriger Tätigkeit infolge geschwächter Gesundheit in den wohlverdienten Ruhestand. Herr Oppenheimer, welcher auch in den hiesigen Gesangvereinen seit langen Jahren vorteilhaft bekannt ist und an dem früheren Maurer'schen Institut lange Zeit unterrichtete, wie auch Religionsunterricht an den hiesigen höheren Lehranstalten erteilte, erfreute sich seines biederen Charakters und seines liebenswürdigen Wesens halber der Sympathie weitester Kreise. Bei seinem Ausscheiden aus dem Dienste verlieh Seine Königliche Hoheit der Großherzog dem verdienten Beamten und Lehrer das Silberne Kreuz des Philippsordens mit der Krone. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde aber gewährte dem treuen Beamten das seither bezogene Gehalt ungekürzt als Pension. Möge dem alten Herrn nach langer Arbeit ein froher Lebensabend beschieden sein!"      

   
70. Geburtstag von Lehrer und Kantor Heinrich Oppenheimer (1903)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. März 1903: "Darmstadt. Am nächsten Sonntag, den 8. dieses Monats, feiert Herr Kantor Heinrich Oppenheimer seinen 70. Geburtstag. Herr Oppenheimer ist durch seine langjährige Mitwirkung im Mozart- und Musikverein, sowie als Lehrer an dem früheren Maurer'schen Institut auch in weiteren Kreisen bekannt und beliebt. Es dürfte daher dem Jubilar, welcher vor einigen Jahren sein 40-jähriges Dienstjubiläum an der hiesigen israelitischen Gemeinde feierte und damals von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog durch einen Orden ausgezeichnet wurde, an Ovationen nicht fehlen. Wir wünschen dem Herrn Oppenheimer, der infolge eines Leidens vor Kurzem genötigt war, um seine Pensionierung einzukommen, einen recht langen und heiteren Lebensabend."    

    
Die Ausbildung und Anstellung der israelitischen Religionslehrer soll gesetzlich geregelt werden (1905)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Juni 1905:   
Der Text ist noch abzuschreiben.         

 
Foto der neu eröffneten jüdische Schule (1934)     

Abbildung mit Untertext in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1934: 
"Auf dem Hofe der neugegründeten jüdischen Schule in Darmstadt (aus dem Heft des Z.A.d.F.J. für Hilfe und Aufbau")        

   
Über die neu eröffnete Jüdische Schule in Darmstadt (1935)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1935: "Die neue jüdische Schule zu Darmstadt trat mit einer bemerkenswerten Veranstaltung an die Öffentlichkeit. Vor überfülltem Saale brachte sie die Kinderoper 'Die Reise um die Erde' zur Aufführung. Ein entzückendes Kindertheater, in dem jede einzelne Szene besondere Reize aufweist. - In einführenden Worten sprach Herr Lehrer Bick vom Entstehen und Inhalt des Spieles. Das Publikum ist gebannt von dem Spiele der etwa hundert mitwirkenden Kinder. Ein von 30-40 Kindern gebildeter Chor umrahmt das Spiel mit reizenden Gesängen, die prächtigen Tanzgruppen finden besonderen Beifall. Ein gut aufeinander eingespieltes Orchester erhöht die Wirkung des Gebotenen. Den Höhepunkt erreicht der Abend in der Palästinaszene. Die Pause vor der Schlussszene benutzt Herr Rabbiner Dr. Merzbach, um ein paar Worte über das segensreiche Wirken der jüdischen Schule zu sprechen, um allen Mitarbeitern Dank zu sagen. Sein besonderer Dank gilt Herrn Bick, den er Kopf und Seele des Ganzen nannte, und in dessen Hand Stabführung und Spielleitung lagen. Stürmischer Beifall lohnt Kinder und Lehrer. Der Abend wurde als besonderes Erlebnis empfunden. So war die Schule gezwungen, die Darbietung der Kinderoper zweimal zu wiederholen."             

  
Über die Jüdische Schule in Darmstadt (1936)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1936: "Von der Jüdischen Schule in Darmstadt. 
Darmstadt,
5. Mai (1936). Aus dem Bericht der Jüdischen Schule zu Darmstadt über das Schuljahr 1935-36 ersehen wir, dass die Schülerzahl seit der Gründung vor zwei Jahren von 98 auf 172 angewachsen ist. Mit Beginn des abgelaufenen Schuljahres wurde ein neuntes Schuljahr eingerichtet und mit dem neuen Schuljahr wird ein zehntes Schuljahr die Arbeit der bisherigen Schulklassen fortführen. Der Lehrstoff der Schule geht über den Rahmen der Volksschule weit hinaus, denn es wird in vielen höheren Fächern unterrichtet. Zu den Sprachkurzen gehört auch ein solcher in Neuhebräisch, an dem 70 Kinder teilnehmen. Der Religionsunterricht war bisher reichlich ausgedehnt und wird im neuen Schuljahr noch erweitert. Das Klassenziel wurde in allen Fächern und Klassen erreicht und auch überschritten. Auch wird der Gemeinschaftsgeist der Schüler und der Schule lobend hervorgehoben. Der Bericht ist unterzeichnet von Herrn Rabbiner Dr. Merzbach als Schulleiter und Herrn Bick, der als stellvertretender Schulleiter seine ganze Kraft der Schule widmet.   
Am Sonntag zeigte eine kleine Ausstellung, was die Mädchen auch in der Nähestunde (unter der bewährten Leitung von Fräulein SItta Golde) geleistet haben. Die prachtvollen niedlichen Gegenstände, die hier in hübscher Aufmachung unter Blumen prangten, zogen eine große Gemeindeinteressierter Zuschauer und Zuschauerinnen an und zeugten von der Liebe und Intensität, mit der die Schule die Arbeitsfreude und den angeborenen kunstgewerblichen Sinn der Mädchen zu entwickeln und zu steigern weiß."             

   
Zum Tod der Lehrerin an der Jüdischen Volksschule Julia Bodenheimer (1936)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1936: "Darmstadt, 29. Juni (1936). Am 19. Juni verschied durch einen tragischen Unglücksfall mitten aus einem blühenden, hoffnungsvollen Leben heraus Frl. Julia Bodenheimer von hier. Als Lehrerin an der hiesigen Jüdischen Volksschule hatte sie durch ihr Wissen und ihre peinliche Gewissenhaftigkeit schöne Erfolge bei den Kindern erzielt. Ihre Charakterfestigkeit und ihre Intelligenz hatten ihr die Sympathie im Lehrerkollegium eingebracht. Seit einem halben Jahre leitete sie ein Beth-Chaluz in Köln, mit dem Ziele, später nach Erez Jisrael zu kommen. Dieser Traum wurde durch den plötzlichen Tod zerstört. Viel Hoffnung und Idealismus ist mit diesem wertvollen jungen Menschen ins Grab gegangen. Neben den vielen, die Frl. Bodenheimer kannten und ehrten, trauert um sie die schwergeprüfte Mutter, eine Schwester und die gesamte Familie, eine Schwester und die gesamte Familie. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."            

        
       

       

       

       

       

 

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Stand: 24. April 2016