Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Darmstadt
Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft 
(orthodox-jüdische Gemeinde) und ihrer Synagogen

Übersicht:

Zur Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt 
   
Berichte aus der Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft   
Berichte über die Entstehung der Israelitischen Religionsgesellschaft  
   -  Bericht über die Israelitische Religionsgesellschaft in Darmstadt aus Anlass der Einweihung einer Torarolle (1867)    
   -  Kurzbericht aus der Israelitischen Religionsgesellschaft (1869)    
   -  Die Israelitische Religionsgesellschaft auf dem Weg zu einer "orthodoxen Mustergemeinde" (1872)  
   -  Beschluss des Austrittes der Israelitischen Religionsgesellschaft aus der Israelitischen Religionsgemeinde mit Kompromissen (1878)           
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule sowie der Kantoren und weiterer Kultusbeamten  
   -  Ausschreibungen der Religionslehrer- und Vorsängerstelle der Israelitischen Religionsgesellschaft (1865 / 1867 / 1868)   
   -  Erstes Examen in der Religionsschule der Israelitischen Religionsgesellschaft (1872)   
   -  25-jähriges Dienstjubiläum des Lehrers der Israelitischen Religionsgesellschaft H.A. Bender (1893)    
   -  25-jähriges Dienstjubiläum des Lehrers Jacob Lebermann als Beamter der Israelitischen Religionsgesellschaft (1913)  
  -  Zum Tod des Lehrers der Israelitischen Religionsgesellschaft Moses Oppenheimer (1918)  
  -  70. Geburtstag der Lehrerwitwe Rahel Oppenheimer (1934)           
   -  Ausschreibung der Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schochet in der Israelitischen Religionsgesellschaft (1921) 
   -  Zum Tod des Vorbeters und Schochet der Israelitischen Religionsgesellschaft Elias Lippmann (1930) 
   -  Zum Tod von Lehrer Jacob Lebermann (1930)               
Aus der Geschichte des Rabbinates der Israelitischen Religionsgesellschaft (1871-1940)  
   -  Über das Darmstädter Landesrabbinat (zu einem Beitrag von Jacob Lebermann, 1930) 
   -  Rabbiner Dr. Lehmann Marx hat sein Amt angetreten (1871)        
   -  25-jähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Lehmann Marx (1896)  
   -  Ernennung von Rabbiner Dr. Marx zum Rabbiner der orthodoxen Gemeinden des Rabbinatsbezirks Darmstadt (1897)  
   -  Rabbiner Dr. Moses Marx aus Darmstadt wird Rabbiner des Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in Westfalen (1901)  
   -  Verlobungsanzeige von Rabbiner Dr. Moses Marx und Eva Bodenheimer (1901)       
   -  Chanukkagruß an die jüdischen Soldaten von Rabbiner Dr. Lehmann Marx (1915)   
   -  Rabbiner Dr. Lehmann Marx erhält den Professorentitel (1917)     
   -  Zum Tod von Rabbiner Dr. Moses Marx (1924)   
   -  Zum Tod von Rabbiner Dr. Nathan Cahn (1924)    
   -  Jahrzeit für Rabbiner Dr. Nathan Cahn (1925)    
   -  Dienstantritt von Rabbiner Dr. Julius Merzbach (1925)    
   -  Zum Tod von Rabbiner Dr. Lehmann Marx (1925)  
   -  Verlobungsanzeige von Rabbiner Dr. Julius Merzbach und Helene Kober (1926)     
   -  Abschiedsfest (Tora-Fest) für Rabbiner Moses Wassermann (1930)  
   -  Simon Schwab wird Rabbinatsassessor der Israelitischen Religionsgesellschaft (1931)              
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
   -  20-jähriges Jubiläum des "Talmud-Thora-Vereins" der Israelitischen Religionsgesellschaft (1892)   
   -  25-jähriges Jubiläum des Talmud-Thora-Vereins (1896) 
   -  Vorstellung gegen den Gesetzentwurf betr. die Verfassung und Verwaltung der israelitischen Religionsgemeinden (1906)     
   -  Spende der Israelitischen Religionsgesellschaft für den "Blumentag" (1911)    
   -  Tagung des hessischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden (1928) 
   -  Vortrag von Wolf Jacobsohn (Hamburg) über "Die Zukunft des gesetzestreuen Judentums" (1929)   
   -  Sijum des Talmud-Thora-Vereins (1929)   
   -  Festlicher Abend des Talmud-Thora-Vereins (1930)  
   -  Vortragsabende - veranstaltet durch die Agudas Jisroel Darmstadt (1931)   
   -  Aus der Arbeit der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe (1934)   
   -  Vortragsabende - veranstaltet durch die Agudas Jisroel Darmstadt (1934)  
   -  Arbeitstagung der Pirche Agudas Jisroel in Darmstadt (1934)  
   -  Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft (1936)   
   -  Vortrag von Rabbiner Dr. Cahn (Fulda) bei der Ortsgruppe der Agudas über "Chassidismus" (1937)        
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
   -  Zum Tod von Frau A. Haas (1877) 
   -  Zum Tod von Rabbi Löb Sulzbach (1882) 
   -  Zum Tod von Channa Neigaß (1927)   
   -  Zum Tod von Berta Mayer (1930)   
   -  Zum Tod von Max Jonas Meyer (1931)    
   -  Zum Tod von Mirjam Lebermann (1933)   
   -  Zum Tod von Babette Mainzer geb. Mainzer (1935)   
   -  Zum Tod des ersten Gemeindevorstehers der Israelitischen Religionsgesellschaft Josef Freitag (1936) 
             
Zur Geschichte der Synagogen mit Berichten:  
Die 1863/64 erbaute Synagoge    
   -  Die orthodoxen Israeliten erwerben ein Haus zur Einrichtung einer Synagoge (1863) 
   -  Besuch in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1864) 
   -  Die Einweihung der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1864) 
Die 1873/74 erbaute Synagoge   
   -  Ausschreibung der Stelle des Synagogendieners der Israelitischen Religionsgesellschaft (1900) 
Die 1905/06 erbaute Synagoge   
   -  Die Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft am 25. November 1906 
   -  Synagogenutensilien zu verkaufen (1907)    
        
Fotos / Darstellungen  
   
Links und Literatur   

    
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Zur Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt     

Seit den 1850er- und 1860er-Jahren sind in Darmstadt zahlreiche Familien aus den Landgemeinden der weiteren Umgebung zugezogen. Die Mehrheit der Darmstädter jüdischen Einwohner war bis dahin liberal eingestellt und für Reformen aufgeschlossen. Die aus den Landgemeinden zuziehenden Personen waren überwiegend konservativ-orthodox eingestellt. Ihnen lag am traditionellen jüdischen Gemeindeleben. Über Neuerungen - vor allem im Bereich des gottesdienstlichen Lebens - kam es zu starken Spannungen innerhalb der Gemeinde und des Rabbinatsbezirkes. Die orthodox gesinnten Gemeindeglieder Darmstadt und mit ihnen die meisten Landgemeinden im Rabbinatsbezirk betrieben eine Trennung vom liberalen Rabbinat und der liberalen Hauptgemeinde. In Darmstadt kam es zur Gründung der israelitischen Religionsgesellschaft, im Bezirk zur Bildung eines orthodoxen Rabbinatsverbandes.   
 
Die in den 1850er-Jahren vom liberalen Gemeindevorstand durchgeführten Reformen im gottesdienstlichen Leben (deutsche Gebete, gemischter Synagogenchor, Veränderungen in der Liturgie) und vor allem der Einbau einer Orgel in der Synagoge (1857) führte dazu, dass einige gesetzestreue Männer die Synagoge verließen. Es bildete sich eine separate orthodoxe Gruppe unter Führung von Rabbi Löb Sulzbach. Er stellte seine Wohnung für die Gottesdienste zur Verfügung; die mit drei Männern gegründete "Israelitische Religionsgesellschaft" hatte damals noch weitere 21 Anhänger. Zum Vorstand wurden Jonas Mayer, Moritz Anspach und Hermann Neustadt gewählt. Im Haus des Letzteren wurden vorübergehend auch Gottesdienst abgehalten. Als Kantor und Lehrer war zunächst Joseph Leucht tätig. 
  
Auch nach dem Amtsantritt des als gemäßigt liberal eingestellten Rabbiners Dr. Julius Landsberger als Rabbiner in Darmstadt (1859) kam es nicht zu einer Wiedervereinigung der beiden Gruppen in der Gemeinde. Die orthodoxe Gruppe trennt sich endgültig von der Gemeinde. 1861 kauften 14 Mitglieder der Religionsgesellschaft ein Grundstück, das sich an das Synagogengrundstück in der Kleinen Ochsengasse 14 anschloss. So konnte man ab 1863/64 in einem Hintergebäude der Synagoge in einem eigens hergerichteten Raum orthodoxen Separatgottesdienst abhalten. 1864 stellten Herz Bodenheimer und Jonas Maier, die mit Abraham Landsberg den damaligen Vorstand bildeten (genannt auch im Bericht von 1867 s.u.), einen offiziellen Antrag auf Anerkennung der Israelitischen Religionsgesellschaft als eigenständiger Israelitischer Gemeinde. Der Antrag wurde behördlicherseits jedoch abgelehnt. 
  
Seit Mitte der 1860er-Jahre fand täglicher Gottesdienst im orthodoxen Betsaal statt. Als Kantoren und Lehrer waren nach Joseph Feucht ein Herr Strauß, dann 1866/67 ein Herr Vogel, schließlich seit 1868 als Lehrer und Kantor H.A. Bender tätig (er feierte 1893 sein 25-jähriges Dienstjubiläum, siehe Bericht unten). Eine eigene Religionsschule wurde eröffnet, in der bereits 1872 50 Schüler unterrichtet wurden.   
  
1871
beschloss eine Gemeindeversammlung der Religionsgesellschaft unter Vorsitz von Rabbiner Dr. Lehmann (Mainz) die Anstellung eines Rabbiners für die Religionsgesellschaft in Darmstadt und die Landgemeinden. Es wurde der "Verein der gesetzestreuen Israeliten der Provinz Starkenburg" gegründet (Gründungsdatum der 21. Elul 5631 = 7. September 1871). Zum ersten Vorstand des Vereins gehörten Herz Bodenheimer und Jonas Maier (Darmstadt), Mayer Bendheim (Auerbach), Salomon Bodenheimer I (Biblis) und Löb Lyon (Michelstadt). 
  
Zum Rabbiner wurde Dr. Lehmann Marx gewählt. Die Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt beziehungsweise ab 1897 des orthodoxen Rabbinates Darmstadt II waren in der Folgezeit: 

1871 bis 1917 Dr. Lehmann Marx (geb. 1846 in Strümpfelbrunn, gest. 1925 in Darmstadt): war Sohn des Strümpfelbrunner Landwirtes Josef Marx (1814-1889), nach dem Abitur am Lyzeum in Karlsruhe 1864 bis 1867 Studium in Würzburg und Berlin, wo er auch das Rabbinerseminar besuchte. Ab 13. September 1871 Leiter der Religionsschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt, von 1879 bis 1925 Rabbiner der Religionsgesellschaft; wurde erst 1897 auf Druck orthodox geprägter Landgemeinden (u.a. Bensheim, Dieburg, Dornheim, Groß-Umstadt, Heppenheim, Höchst i.O., Lorsch, Schotten u.a.) durch den Großherzog offiziell zum Rabbiner der orthodoxen Gemeinden des Rabbinatsbezirks Darmstadt ernannt; 1917 erhielt er den Professorentitel; in diesem Jahr trat er in den Ruhestand.          
1910 bis 1924 Dr. Moses Marx (geb. 1876 in Darmstadt; gest. 1924 in Darmstadt): war Sohn von Rabbiner Dr. Lehmann Marx; nach dem Abitur am Ludwig-Georg-Gymnasium in Darmstadt ab 1894 Studium in Würzburg, an der Breuer-Jeschiwa in Frankfurt und in Berlin; 1898 Promotion in Würzburg; Januar 1902 bis 1910 orthodoxer Rabbiner in der Provinz Westfalen mit Sitz in Recklinghausen; 1910 bis 1924 - zunächst zur Unterstützung seines Vaters - als Rabbiner in Darmstadt tätig.   
1924 als stellvertretender Rabbiner Dr. Nathan Cahn (geb. 1892 in Fulda, gest. 1924 in Darmstadt): war Sohn des Provinzialrabbiners Michael Cahn in Fulda; 1911-1915 Besuch der Tora-Lehranstalt von Salomon Breuer in Frankfurt am Main; Studien an den Universitäten in Frankfurt am Main und Gießen sowie am Rabbinerseminar in Berlin, die Studienzeit wurde unterbrochen durch Kriegsdienst 1916 bis 1919; 1922 Promotion in Gießen; 1922 Rabbiner in Fulda, anschließend in Köln; 1924 stellvertretender Rabbiner in Darmstadt. Er starb wenige Tage vor seiner Hochzeit (s.u. Bericht zu seinem Tod).   
1924 bis 1925/31 Moses Samson Wassermann (geb. 1891 in Großmaset [Velikiye Mosty] in Galizien, gest. 1962 in Tel Aviv, Israel): nach dem Schulbesuch Studium und Jeschiwa-Besuch in Brody, 1914 Rabbinatsassessor in Brody, 1917 österreichischer Feldrabbiner, dann Rabbinatsvikar in Kirchdorf und Steyr, Oberösterreich; 1918 bis 1925 Rabbinatsverweser in Lübeck, 1923 Rabbiner in Kiel; 1924 Dajan und Rabbinatsverweser in Darmstadt, 1925 Rabbiner der orthodoxen Religionsgesellschaft ebd.; 1931 Dajan in Breslau, 1939 Emigration nach Palästina, wo er als Rabbiner im Bezirk Neve Sha'anan in Tel Aviv tätig war, dazu Mitglied des Rabbinatsgerichts in Tel Aviv und weitere Funktionen.       
1925 bis 1940 Dr. Julius Jona Merzbach (geb. 1900 in Berlin, gest. 1980 in Jerusalem): nach dem Schulbesuch Studium in Marburg (auch der Mathematik) und Berlin, wo er auch das Rabbinerseminar besuchte. Promotion in Marburg (mathematisches Thema) 1925. Von September 1925 bis 1940 Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt. 1940 Emigration nach Palästina, Dozent an der Jeschiwa "Qol Tora" in Jerusalem.  
1931-1933: Rabbiner Simon Schwab (geb. 1908 in Frankfurt, gest. 1995 in New York): studierte in Frankfurt, Mir und Telsch; Dozent an der Jeschiwa in Montreux; 1931 bis 1933 stellvertretender Rabbiner in Darmstadt; 1933 bis 1936 Bezirksrabbiner in Ichenhausen; 1936 in die USA emigriert; 1937 bis 1956 Rabbiner in Baltimore, ab 1958 in Washington.  
  

1878 wurde ein erneuter Beschluss gefasst, aus der Israelitischen Religionsgemeinde auszutreten. Im Blick auf die Nutzung des Friedhofes wurde ein Kompromiss angestrebt. Da die völlige Separation der orthodoxen Gemeindeglieder auch eine erhebliche finanzielle Schwächung der Israelitischen Religionsgemeinde bedeutete, konnte diese zunächst noch erfolgreich die Abspaltung hinauszögern. 
  
An Einrichtungen hatte die Israelitische Religionsgesellschaft eine Synagoge (s.u.), die bereits genannte Religionsschule, einen separaten Friedhof innerhalb des allgemeinen jüdischen Friedhofes und ein rituelles Bad.   
  
Die Israelitische Religionsgesellschaft entwickelte ein reges Gemeindeleben mit eigenen Vereinen. Neben den Rabbinern der Religionsgesellschaft waren für das Gemeindeleben von großer Bedeutung die Vorbeter und Religionslehrer, unter denen nach dem bereits genannten Lehrer H.A. Bender vor allem Jacob Lebermann zu nennen ist. Er war seit 1888 in der Israelitischen Religionsgesellschaft tätig, konnte 1913 sein 25-jähriges Dienstjubiläum in der Gemeinde verbleiben und ging 1925 nach 37 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in den Ruhestand (gestorben 1930, siehe Berichte unten). Große Anerkennung genoss auch der gleichfalls 1930 verstorbene Vorbeter und Schochet der Gemeinde Elias Lippmann. Er war 26 Jahre in der Gemeinde in diesen Ämter tätig.                   
          
1924, als zur Israelitischen Religionsgesellschaft etwa 110 Familien gehörten, waren die Gemeindevorsteher: Sanitätsrat Dr. L. Bodenheimer, Moritz Mayer, Henri Strauß und Max Mayer. Der Repräsentanz gehörte an: Josef Freitag, Leo Hirsch, S. Störger, B. Bodenheimer und S. Bodenheimer. Das Rabbinat war seit dem Tod von Rabbiner Dr. Moses Marx unbesetzt, als Rabbinatsassessor war Moses Wassermann tätig, wohnt Grafenstraße 13). Lehrer und Kantor war weiterhin Jakob Lebermann. Er und Rabbinatsassessor Wassermann unterrichteten die damals 70 Kinder an der Religionsschule der Gemeinde. An Vereinen gab es innerhalb der Religionsgesellschaft: der Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa (1924 unter Leitung von Benny Bär; 1932 wird an seiner Stelle der seit 1710 bestehende Wohltätigkeitsverein Chewra Gemillus Chassodim genannt, der nun von der Religionsgesellschaft bzw. ihrem Mitglied Benny Bär, Landwehrstraße 12 mit 34 Mitgliedern geleitet wurde), der Talmud-Thora-Verein (1924 unter Leitung von M. Katzener, 1932 Adresse des Vereins: Saalbaustraße 10), der Unterstützungsverein der Israelitischen Religions-Gesellschaft und Kohlenkasse Darmstadt (Saumech Noflim-Verein e.V., gegründet 1888, 1924 unter Leitung von Max Mayer, 1932 unter Leitung von Carl Lehmann, Georgenstraße 7 mit 100 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiete: Armenunterstützung, Versorgung mit Brennmaterial), der Brautausstattungsverein der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Darmstadt e.V. (gegründet 1882, 1924 unter Leitung von Z. Hirsch, 1932 unter Leitung von H. Strauß, Mathildenstraße 9 und 50 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiete: Brautausstattung), die Agudas Jisroel-Vereinigung (1924 unter Leitung von Leo Hirsch; 1932 Adresse der Vereinigung: Schloßgartenstraße 63), der Verein "Esra" (1924 unter Leitung von A. Dernburg; 1932 Adresse des Vereins: Grafenstraße 13) und der Wanderunterstützungsverein (1924 unter Leitung von Theodor Mayer).
  
1932 waren die Gemeindevorsteher: Sanitätsrat Dr. L. Bodenheimer (1. Vors., wohnt Heidelberger Straße 6), Josef Freitag (2. Vors., wohnt Heidelberger Straße 63; Freitag war nach 1933 1. Gemeindevorsteher, gest. 1936 siehe Bericht unten), B. Bodenheimer (Schriftführer, wohnt Georgenstraße 10), H. Strauß (Schatzmeister, wohnt Mathildenplatz 9). Als Rabbiner war (bereits seit 1925) Rabbiner Dr. Julius Merzbach tätig (wohnt Schulstraße 10), als Rabbinatsassessor Simon Schwab (seit 1931). Nach dem Tod Jacob Lebermann wurde als Lehrer ein Herr Wahrhaftig angestellt (wohnt Friedrichstraße 18). Der Gemeindevorstand hatte an Ausschüssen einen Verwaltungsausschuss und einen Steuerausschuss, die durch den Vorsitzenden Dr. Bodenheimer geleitet wurden. Die Religionsschule der Israelitischen Religionsgesellschaft - unter Leitung von Rabbiner Dr. Merzbach - hatte im Schuljahr 1931/32 87 Schüler. Als koschere Speiseeinrichtung der Israelitischen Religionsgesellschaft gab es unweit der Synagoge das "Hotel Stadt Frankfurt" in der Bleichstraße 22.     
  
Nach 1933 gab es noch für mehrere Jahre ein reiches kulturelles und religiöses Leben innerhalb der Israelitischen Religionsgesellschaft (vgl. die Berichte unten). Die Zerstörung der Synagoge 1938 (s.u.), die Emigration eines großen Teiles der Gemeindemitglieder und die schließliche Deportation der noch in Darmstadt lebenden jüdischen Personen zerstörten die über Jahrzehnte das religiöse Leben Darmstadts in mannigfacher Weise bereichernde Israelitische Religionsgesellschaft.              
  
   
   
  

Berichte aus der Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft   
   
Berichte über die Entstehung der Israelitischen Religionsgesellschaft 
Bericht über die Israelitische Religionsgesellschaft in Darmstadt aus Anlass der Einweihung einer Torarolle (1867)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. September 1867: "Darmstadt. Noch ist das Gefühl für den Glauben in Israel nicht ganz erloschen, es finden sich noch überall Männer, die festhaltend an den heiligen Satzungen des unverfälschten, historischen Judentums, Leute um sich scharen und trotz der Schwierigkeiten, die ihnen von gegnerischer Seite bereitet werden, dennoch zum Ziel gelangen... Einen evidenten Beweis dazu liefert das in religiöser Hinsicht so übel beleumundete Darmstadt. Es bedarf nicht mehr einer Erwähnung, dass sich dahier gleich nach dem Auftauchen reformerischer Pläne eine Gruppe, die zwischen Falschen und Wahrem unterscheiden kann, gebildet hat, das, anfangs aus 5 Mitgliedern bestehend, eine Synagoge mit prächtiger Einrichtung erbaute und jetzt auf 25 durchaus ehrbare, von einem Geiste durchdrungene Männer angewachsen und noch im stetigen Wachsen begriffen ist. Die Edat Jeschurun feierte am Schabbat Paraschat Reeh (Schabbat mit der Toralesung Reeh = 5. Mose 11,26 - 16,17, das war am Schabbat 31. August 1867) eine Toraeinweihung. Liegt in einer solchen Feier für den wahrhaft frommen Jehudi schon an und für sich eine erhebende Idee, so konnte sie bei Jedem der Stifter und Mitglieder einen umso größeren Eindruck hervorzubringen nicht verfehlen, als sie sich das bisher Geschehene ins Gedächtnis zurückrufen mussten. In diesem Sinne sprach sich auch der ehrwürdige Rabbinats-Kandidat Herr Löw Sulzbacher in einer geistreichen, gedankenvollen Rede aus. Er betonte in kurzen Worten, dass seine Freunde, die im Vereine mit ihm bei dem ersten Auftauchen der Reformen in hiesiger Stadt, ohne die großen Geldmittel zu schauen, das Naasä ('wir wollen etwas tun') gesprochen, nun dem Ganzen durch das nischma ('wir wollen hören', auf die neue Torarolle anspielend) die Krone aufsetzten. Dies Alles sei aber nur durch die herrschende Einigkeit möglich gewesen. Er bewies dann unter der gespanntesten Aufmerksamkeit der Zuhörer, dass Einigkeit nur durch den rechten Glauben, den ersten Willen und die religiöse Kenntnis eine dauernde Stätte finden könne. Er führt zum Belege zwei Verse aus den Psalmen, 7 und 8, Kapitel 19 an.   
Alle Zuhörer waren von den zu Herzen gehenden Worten tief ergriffen. Abends wurde ein Festessen veranstaltet, dem sich sämtliche Mitglieder anschlossen. Diese Gelegenheit benutzte Herr Sulzbacher, den Schomrei Schabbat (Hüter des Schabbat) -Verein zur Sprache zu bringen und es meldeten sich einstweilen 20 Mitglieder mit einem jährlichen Beitrag von einem preußischen Thaler zum Beitritt. Mit Recht sagen unsere Weisen: ein Gebot zieht das andere Gebot nach sich (gemeint: wer eine Weisung hält, wir auch eine andere halten). Schließlich muss ich noch rühmlichst der Vorstände, Herren Abraham Landsberg, Jonas Mayer und Herz Bodenheimer erwähnen, denen die Gemeinde für die gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflichten ganz besonders zu Dank verpflichtet ist.   J. L, Gst."          

   
Kurzbericht aus der Israelitischen Religionsgesellschaft (1869)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. September 1869: "Darmstadt, im September. Wie den Lesern des 'Israelit' bekannt, besteht hier seit einer Reihe von Jahren eine orthodoxe Separat-Gemeinde. Dieselbe gedeiht Gott sei Dank ganz außerordentlich. Außerdem einem eigenen Gotteshause hat unsere Gemeinde eine besondere Religionsschule, deren Leistungen alle Erwartungen übertreffen, wie dies die in der Woche vor dem Neujahrsfeste stattgehabte Prüfung in glänzendster Weise dargetan hat."          

 
Die Israelitische Religionsgesellschaft auf dem Weg zu einer "orthodoxen Mustergemeinde" (1872)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Oktober 1872: "Darmstadt. Es nimmt mich Wunder, Herr Redakteur! dass Ihr Korrespondent von der hessischen Bergstraße so lange in Stillschweigen herharrt, trotzdem so manches Interessante und Erfreuliche von hier zu berichten wäre. Schreiber dieser Zeilen erlaubt sich deshalb, Sie zu ersuchen, dem folgenden Berichte die Spalten Ihres geschätzten Blattes zu öffnen. Bei uns ist mit Gottes Hilfe ein großes Werk vollbracht, die Trennung der Orthodoxen hat hier schon die besten Früchte getragen. Die rastlose Tätigkeit unseres verehrten Herrn Rabbiners Dr. Marx ist wirklich schon von bestem Erfolge gekrönt. Derselbe hielt am ergangenen Sabbat Ki tawo (Sabbat mit der Toralesung Ki tawo, d.i. 5. Mose 26,1 - 29,8, das war am 21. September 1872), in seiner Predigt eine Revue über das seit einem Jahre Vollbrachte, das erstaunenswerte Resultate zeigte. Die Religionsschule, die Pflanzstätte des echten Judentums, zählt gottlob schon 50 Zöglinge, die Unterricht in allen jüdischen Fächern erhalten. Außerdem erteilt Herr Dr. Marx vielen Knaben Unterricht im Talmud, worin dieselben schon bedeutende Fortschritte gemacht haben. Die Gemeindemitglieder unterstützten ihren Rabbiner kräftig in seinem edlen Streben, dieselben scheuen keine Opfer, um recht bald eine orthodoxe Mustergemeinde repräsentieren zu können. So hat die Opferwilligkeit der Gemeinde es ermöglicht, dass die jetzt im Bau begriffene Synagoge noch vor dem Winter unter Dache gebracht werden kann. Auch die Frauen in Darmstadt nehmen regen Anteil an der Konsolidierung und Kräftigung der Gemeinde; dieselben haben zum Beispiel jetzt ein Komitee gebildet zur Anschaffung von Parochet (Toraschreinvorhang) und sonstiger Synagogenutensilien. Wir machen die erfreuliche Beobachtung, dass Gott sei Dank das echte jüdische Leben in allen Klassen unserer Gemeinde pulsiert und ist auch festgegründete Hoffnung, dass in kurzer Zeit die Irreligiosität und der Indifferentismus, die von gewisser Seite hier mit Konsequenz seit einer Reihe von Jahren gesät wurden, gänzlich schwinden werden. Die Wahrheit siegt, wenn sie noch so lange niedergehalten wird. Wenn wahre Frömmigkeit mit Verständnis der Zeit und ihrer Ansprüche sich paaren, so muss es etwas Rechtes geben. Ben Mosche."               

  
Beschluss des Austrittes der Israelitischen Religionsgesellschaft aus der Israelitischen Religionsgemeinde mit Kompromissen (1878)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. November 1878: "Darmstadt, 24. Oktober (1878). Vorgestern hat die orthodoxe israelitische Religionsgesellschaft dahier eine Generalversammlung angehalten, um über ihren Austritt aus der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde zu beraten und zu beschließen. Das Resultat derselben war, dass man zwar in corpore aus der Gemeinde treten, jedoch hinsichtlich des Friedhofes den Versuch machen wolle, ob man nicht selbst nach erfolgtem Austritte bei der Gemeinde in dieser Beziehung verbleiben könnte. Man ist erbötig, nach Ablauf von 5 Jahren eine Pauschalsumme an die Gemeinde zu entrichten, um dafür das Recht der Benutzung des Friedhofes dauernd zu besitzen. Eine Kommission wurde erwählt, die zu diesem Zwecke mit dem Gemeindevorstand in Unterhandlung treten solle. Zur der hiesigen Gemeinde zählen 300 steuerpflichtige Mitglieder, von welchen ungefähr 70 auch zu der erwähnten Religionsgesellschaft beitragen. Von diesen 70 Personen sollen, einem Gerüchte zufolge, bereits ca. 50 auf einer in Zirkulation gesetzten Liste ihren Austritt mit ihrer Unterschrift erklärt haben. - Die Religionsgesellschaft besitzt eine eigene erst vor einigen Jahren neu erbaute Synagoge, einen eigenen Rabbiner (Dr. Marx), einen Vorsänger und Lehrer. Die Steuerquote derselben soll jährlich ungefähr 7 bis 8.000 Mark betragen, also ungefähr ein Viertel der Gemeindesteuer, ihr Ausfall fügt den Gemeindefinanzen einen bedeutenden Schaden zu. Einige Mitglieder des Vorstandes sollen, wie man hört, der Ansicht sein, die Gemeinde möge, um den Austritt zu verhüten, hinfort auch die Bestreitung der Bedürfnisse der Religionsgesellschaft übernehmen. - Der Ausgang lässt sich noch nicht übersehen. - Es dürfte vielleicht von Interesse sein zu hören, durch welch ganz unbedeutende Reform im Jahr 1854 die Separation ihren Anfang genommen, und wie durch Zusammenwirken der verschiedensten Ursachen allmählich die separierte Gesellschaft zugenommen und zu dieser Zahl herangewachsen ist. Doch dies ein andermal."             

   
   

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule sowie der Kantoren und weiterer Kultusbeamten         
Ausschreibungen der Religionslehrer- und Vorsängerstelle der Israelitischen Religionsgesellschaft (1865 / 1867 / 1868) 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1865: "Offene Religions-Lehrer- und Vorsänger-Stelle
Die (orthodoxe) israelitische Religionsgesellschaft zu Darmstadt wünscht die Stelle eines Religionslehrers und Vorsängers an derselben zu besetzen. Fixer Gehalt 400 Gulden. Befähigte Bewerber, womöglich unverheiratet, wollen ihre Zeugnisse franko einsenden an den Vorsteher Herz Bodenheimer."         
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. November 1867: "Bei der israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt ist die Stelle eines Lehrers und Vorsängers mit einem jährlichen Fixen Gehalt von 600 Gulden per 1. Januar 1866 vakant. Qualifizierte Bewerber belieben sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten zu melden. 
Der Vorstand. Jonas Maier."     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Januar 1868: "Bei der israelitischen Religionsgesellschaft in Darmstadt ist die Stelle eines Lehrers und Vorsängers mit einem jährlichen fixen Gehalt von 600 Gulden per 1. Januar 1868 vakant. Qualifizierte Bewerber belieben sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten zu melden. 
Der Vorstand. Jonas Maier
."      

   
Erstes Examen in der Religionsschule der Israelitischen Religionsgesellschaft (1872)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1872: "Darmstadt. Am jüngsten Halbfeiertag von Sukkot hielt die Religionsschule der hiesigen Religionsgesellschaft, ich glaube, es war gerade ein Jahr, dass unser Herr Rabbiner Dr. Marx die Leitung derselben übernommen hatte, ihr erstes Examen ab. Am Schabbat, also Tags vorher, leitete der Herr Rabbiner in seiner Predigt dasselbe gewissermaßen schon ein, indem er auf die Wichtigkeit der religiösen Erziehung in sehr eindringlicher und überzeugender Weise hinwies und zur Prüfung einlud. Man solle sich nur keine zu großen Vorstellungen von den Leistungen der Kinder machen, denn die Zeit, die die Kinder der Religionsschule widmen oder widmen könnten, sei eine sehr karg bemessene, und dann würde diese, durch häufige Versäumnisse veranlasst, nicht immer gehörig ausgenützt. Indes soviel Mängel die Schule auch noch habe und wie weit sie von dem Ideale, das dem Redner vorschwebe, zurückstehe, in einer Sache dürfe sie sich mit den besten Schulen messen, es sei das der sittliche Ernst, der in ihr walte, die Liebe, mit welcher gelehrt und gelernt werde, und die Art und Weise, in welcher die Kinder erzogen würden. 
Das Examen verlief unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder in schönster und würdigster Weise und förderte das überraschende Resultat zutage, dass die Schüler qualitativ und quantitativ jede Erwartung übertrafen. Wir beziehen dies namentlich auf die 1. Knabenklasse, die der Herr Rabbiner selbst fast ausschließlich unterrichtet. Die Knaben verstanden Chai Adam, Raschi und Mischnaot zu traktieren, dass es eine Freude war, ihnen zuzuhören. Die Antworten gingen Schlag auf Schlag und man sah es allen Knaben an, dass dies mit einem Verständnis und einer Klarheit geschah, die den Zuhörer in hohem Grade fesselten. 
Auch für die unteren Klassen wusste Herr Lehrer Bender recht zu interessieren und zeigte er, dass in den Elementen recht Ersprießlicher geleistet wurde.   
Wenn die Schule so fortschreitet, so hoffen wir, viel Freude an ihre zu erleben und da ihre Leitung - mit Gottes Hilfe - in guten Händen ist, so sehen wir ruhig der Zukunft entgegen. Wenn unsere Kinder wieder feststehen auf jüdischem Boden und wieder an die jüdische Wissensquelle geführt werden und selbst aus dem Wahrheitsborn schöpfen lernen, so dürfen wir auf frohe Tage zählen. - Unsere Synagoge kommt diese Woche unter Dach. Mikwe und Schullokal werden dann auch in Angriff genommen."                

  
25-jähriges Dienstjubiläum des Lehrers der Israelitischen Religionsgesellschaft H.A. Bender (1893)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. April 1893: "Darmstadt. Wenn das langjährige erfolgreiche Wirken eines jüdischen Lehrers das ehrenvollste Zeugnis für das religiöse Leben und zielbewusste Handeln seiner Gemeinde ablegt, so trifft dies ganz besonders bei der hiesigen israelitischen Religionsgesellschaft zu, welche trotz der hier herrschenden, scharf ausgeprägten religiösen Gegensätze, trotz vielfacher Anfeindungen von anderer Seite, durch die Opferfreudigkeit und den tiefen religiösen Sinn ihrer Mitglieder, sowie durch den vortrefflichen Zustand ihrer Institutionen zu einer imposanten Gemeinde herangewachsen und erstarkt ist. Verdienst ja schon vom Standpunkte der Humanität und Pietät die im langjährigen Dienste erprobte Pflichttreue und Ausdauer eines Lehrers hohe Anerkennung. Aber umso verdienter und ehrenvoller gestaltet sich dieselbe, wenn des Lehrers Bemühungen keine vergeblichen waren, wenn in Schule und Gemeinde jüdisches Wissen gepflegt und gefördert wird, denn das vor Jahrzehnten hier schwer gefährdete religiöse Leben Dank unserer Gemeinde sich immer mehr entwickelt hat und in erfreulicher Weise erstarkt ist. Diese Erwägung leitete die Mitglieder der israelitischen Religionsgesellschaft, als sie verflossenen Schabbat Paraschat Schemini (= Schabbat mit der Toralesung Schemini, d.i. 3. Mose 9,1 - 11,47, das war am 15. April 1893) das 25-jährige Dienstjubiläum des Lehrers H.A. Bender festlich begingen. 
Durch einmütiges Zusammenwirken und gemeinsamen Wetteifer von Gemeinde und Rabbiner, Schüler und Kollegen gestaltete sich dasselbe äußerst glanzvoll. Nachdem Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Marx schon beim Morgengottesdienst in wirkungsvoller Rede der Zeit des Amtsantrittes des Jubilars gedachte, auf den kleinen Anfang und die schöne Entwicklung unseres Gemeindewesens hinwies und dabei die Eigenschaften des Jubilars trefflich beleuchtete, begab sich im Laufe des Tages die Vorstandschaft unserer Gemeinde in die Wohnung des Herrn Bender und überreichte demselben unter herzlichen Glückwünschen einen herrlichen Pokal. Eine Deputation früherer Schüler des Jubilars, welche - in Betätigung ihrer Dankbarkeit und Verehrung - ihrem Lehrer ein sinniges Ehrengeschenk widmeten, übergab dasselbe nebst einer kunstvoll ausgestatteten Adresse. Aber auch die jetzigen Schüler ließen es sich nicht nehmen, den Ehrentag ihres Lehrers in würdiger Weise zu begehen, und so vereinigte Nachmittags den Jubilar, die Kollegen und die ganze Schule in der Aula unseres Schulhauses eine trefflich arrangierte Feier, welche unter Teilnahme der gesamten Gemeindeverwaltung glänzend verlief. Nach Gesängen, einer Festrede des Herrn Rabbiner Dr. Marx und mehrere Ansprachen wurde dem Jubilar von den Kollegen ein prächtiger Lehnsessel, sowie sämtliche Lehrbücher unserer Schule in Prachtband übergeben, als Zeichen bleibender Erinnerung an seine verdienstliche Wirksamkeit, sowie als Ausdruck des innigen Wunsches, dieselben noch lange im Dienste unserer heiligen Sache zu gebrachen. Tief ergriffen dankte Herr Bender allen, welche die Feier so verschönerten und seiner in so aufmerksamer Weise gedachten und versprach, unter des Allmächtigen Beistand auch fernerhin sein Bestes für Gemeinde und Schule einsetzen zu wollen. 
Dieser wackere Vorsatz entsprach dem Wunsche aller Festteilnehmer und der ganzen Gemeinde, welche durch diese erhebende Feier sich selbst wahrhaft ehrte und wieder aufs neue bewies, dass wahre Religiosität und Humanität, dass (die Verbindung von) Tora und profanem Wissen in ihr getreulich gepflegt und würdig betätig werden."           

   
Zum Tod des Lehrers der Israelitischen Religionsgesellschaft Moses Oppenheimer (1918)
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Oktober 1918:        

   
70. Geburtstag der Lehrerwitwe Rahel Oppenheimer (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1934:       

 
25-jähriges Jubiläum des Lehrers Jacob Lebermann als Beamter der Israelitischen Religionsgesellschaft (1913)   

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Dezember 1913: "Darmstadt. Lehrer J. Lebermann war anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums als Beamter der Israelitischen Religionsgesellschaft der Gegenstand zahlreicher Ehrungen, die zeigten, welcher Hochschätzung er sich erfreut. 
Es fand ein Festgottesdienst statt, bei dem folgende Herren sprachen: Rabbiner Dr. M. Marx, Carl Lehmann (für den Vorstand), Sanitätsrat Dr. Bodenheimer (für die Gemeindeverwaltung), Leo Hirsch und Alfred Stern (für die Schüler), M. Meyer (für den 'Sephat Emeth' - Verein), Lehrer Oppenheimer (als Kollege) und Rektor B. Falk - Frankfurt (für den Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer). Adressen und Ehrengaben wurden dem Jubilar überreicht."         

   
Ausschreibung der Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schochet in der Israelitischen Religionsgesellschaft (1921)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Dezember 1921: "In unserer Gemeinde ist die Stelle eines 
Lehrers mit der Befähigung zur Ausübung der Schechitoh und des Vorbeterdienstes
 
zu besetzen. Der Gehalt bemisst sich nach Gruppe VII des hessischen Beamtenbesoldungsgesetzes. Streng gesetzestreue Bewerber wollen ihre Meldungen unter Beifügung von Lebenslauf und Zeugnisabschriften einreichen. 
Der Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft Darmstadt."        

   
Zum Tod des Vorbeters und Schochet der Israelitischen Religionsgesellschaft Elias Lippmann (1930)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Mai 1930: "Darmstadt, 5. Mai (1930). Von einem schweren Leide ist die Israelitische Religionsgesellschaft heimgesucht worden. Nach kurzer schwerer Krankheit wurde Herr Elias Lippmann, Vorbeter und Schochet von uns genommen. In seinem Hingange beklagen wir nicht nur einen selten tüchtigen Experten bezüglich der Schechita, einen trefflichen stimmbegabten Vorbeter, sondern vor allem einen Gelehrten von ungewöhnlichem Ausmaß. Aus der Jeschiwa des berühmten. Raw Jizchok Elchonon - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - in Kowno hervorgegangen, war er ein wirkliches Genie, das über ein seltenen Scharfsinn verfügte, und zahlreiche Schüler der Gemeinde - Hausväter und Jünglinge - unterrichtete. Auch die schwierigsten, verwickeltsten Stellen der Gemara wusste er mit großer Geschicklichkeit und Methode klar und fasslich zu gestalten. Als Mensch war er dank seinem freundlichen Wesen allgemein beliebt, und als Schochet verstand er meisterhaft und eindrucksvoll die Schlachthofsbehörden zu anerkennender Wertschätzung seiner Tätigkeit zu gewinnen. eine zahlreiche Menge, darunter Tierärzte und die Spitzen der Schlachthofverwaltung hatte sich zur Ehrung des Verstorbenen auf dem Friedhof eingefunden. Die von den Herren Rabbiner Dr. Merzbach, Rabbiner Wassermann, Sanitätsrat Bodenheimer, Lehrer Lebermann, seinem Schwager Tannenberg - Merzig und H. Cederbaum gehaltenen Trauerreden bekundeten den großen Verlust, den die jüdische Allgemeinheit, die Gemeinde, die Familie und seine Schüler erlitten haben. Rabbiner Dr. Merzbach würdigte in warmen Worten den seltenen Gelehrten und trefflichen Beamten, der in seiner vornehmen Berufsausführung bei den vorgesetzten Behörden und den nichtjüdischen Schlachthofbesuchern mächtig für die Würdigung der Schechita wirkte. Zum Schluss verlieh er dem verdienstvollen, leider so früh verschiedenen Manne den Morenu (Ehrenrabbiner-)Titel. Möge Gott der Witwe, mit der ihn seltenes Eheglück verband, reichen Trost spenden. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."             
     
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Mai 1930: "Am 3. Mai verschied nach kurzer Krankheit unser 
Herr Elias Lippmann
Über 26 Jahre war er im Dienste unserer Gemeinde als Schauchet tätig. Ausgestattet mit tiefem jüdischen Wissen, untadeliger Gottesfürchtiger, ein Mensch seines Berufes waltete er seines Amtes. Als Vorbeter im Besitze einer silberklaren Stimme wusste er durch die Anmut und Würde seines Vortrages die Gemeinde zu inniger Andacht zu stimmen. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. 
Der Vorstand
der Israelitischen Religionsgesellschaft Darmstadt."    

  
Zum Tod von Lehrer Jacob Lebermann (1930)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1930: 
"Jacob Lebermann - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. 
Darmstadt,
23. November (1930). Wenn die dankbare Verehrung zahlreicher Schüler und Schülerinnen gegenüber ihrem Religionslehrer ein Maßstab ist für die erfolgreiche Tätigkeit und ein richtiges Wirken dieses Lehrers, so darf man Jacob Lebermann dieses Zeugnis ausstellen. Und in der Tat: der eben Verstorbene hat in vorbildlicher Weise sich ehrlich und ernstlich bemüht, Tora, verbunden mit profanem Wissen in die Praxis umzusetzen und die jüdische Religion von ihrer erhabensten, eindrucksvollsten und schönsten Seite in die Herzen seiner ihm anvertrauten Jugend zu pflanzen. 
In 37-jähriger Wirksamkeit als Chason und Religionslehrer war er bestrebt, die Weihe des Gottesdienstes und die Andacht der Gemeinde zu erhöhen, sowie jüdische Lehre und jüdische Leben zu verbreiten. Bei seiner Pensionierung vor etwa 5 Jahren, die auf ärztlichen Rat erfolgte, haben seine früheren Schüler und Schülerinnen in einem akademischen Festakt ihrer tief empfundenen Dankbarkeit reichen Ausdruck verliehen.  
Bestrebt und bemüht war Jacob Lebermann, denn er hat Vieles zu erreichen versucht, aber nur Manches vollendet, da ihm die Erfüllung seiner guten Absicht nicht immer leicht gemacht wurde. Damals hatte man noch nicht die richtige und wichtige Einschätzung des jüdischen Kultusbeamten allenthalben erfasst und - wie ich damals in meiner Festrede bei der Abschiedsfeier zu sagen mir gestattet - auch dieser Jacob legte manchen Abend sein müdes Haupt auf einen harten Stein und träumte Jacobs Traum. Er kämpfte gar oft mit dem Engel bis zur anbrechenden Morgenröte, aber ohne den Mute und das Vertrauen zu verlieren.
Aber nicht nur für sich, seine Darmstädter Gemeinde und seine Schutzbefohlenen, nicht minder für seine Berufsgenossen, seinen Stand kämpfte Jacob Lebermann Jahre und Jahrzehnte, um dem jüdischen Kultusbeamten eine würdige soziale und wirtschaftliche Stellung zu sichern. 
Trotz bitterer Enttäuschungen von rechts und links blieb er bis zum Lebensende seiner Fahne treu, oft in seinem charakterstarken Streben verkannt. Aber der unauslöschliche Dank seiner Schüler und Schülerinnen bleibt ihm über das Grab hinaus sicher. 
Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen."            
 
Darmstadt Israelit 18121930.jpg (662965 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1930: "Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer in Deutschland. Am Tag vor dem Heiligen Schabbat Toledot wurde unser Vorstandsmitglied Herr Jakob Lebermann in Darmstadt zu Grabe getragen. wir verlieren in dem Dahingegangenen einen treuen Freund, der, wie er ein begeisterter Anhänger des Torajudentums war, so auch mit glühendem Feuereifer für das Ziel, das unser Bund sich gesetzt, eintrat. Sein weiser Rat, seine mitreißende Begeisterung, sein bedächtiges Urteil zeigten uns stets den von uns einzuschlagenden Weg. Wir werden seiner immer in Liebe und Verehrung gedenken. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. Der Vorstand.   
   
Unabhängiger Verein israelitischer Lehrer im Freistaate Hessen. Vor wenigen Wochen entschließ unser Ehrenvorsitzender Herr Jakob Lebermann in Darmstadt. Seit Gründung des Vereins dem Vorstande angehörend, war er über ein Vierteljahrhundert an exponiertester Stelle tätig. Alle seine reichen Geisteskräfte stellte er in den Dienst des Vereines. Mit Aufopferung arbeitete er Tag und Nacht an der Hebung und Förderung des jüdischen Lehrerstandes in Hessen und damit zum Segen des Judentums. Was er errungen und für uns erkämpft, ist mit unvergänglicher Schrift in die Annalen unseres Vereines eingetragen. Wir gedenken seines Wirkens und Wollens in unauslöschlicher Dankbarkeit. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. Der Vorstand. J.B. Kaufmann. 
  
Lehrer Jakob Lebermann - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen.  Je kleiner eine Gemeinschaft, desto fester klammert sie sich an ihre wenigen Führer. Das Hinscheiden eines Führers empfindet sie als Einsturz einer der sie tragenden Säulen. Dieses Gefühl in seiner traurigen Stärke empfangen wir, als am Donnerstag Mittag die Trauernachricht wir hören mussten, dass Herr Lehrer Jakob Lebermann nciht mehr unter uns weilst. Wer wollte es glauben? Sein Körper schon lange geschwächt, aber sein Geist lebendig, wie immer, und so hoffte und hoffe man, kein Anzeichen für das Hinscheiden war gegeben. In gewohnter Weise nahm er noch am selbigen Tage seinen Gemara-Schiur in voller Frische und Freude. Der Todesengel schien auf ihn zu warten, er hat ja über den 'lernenden Jehudi' keine Gewalt. Doch kaum der Schiur beendet, der Rabbi war gegangen, die Gemara lag noch auf dem Tisch - - - da geschah es. Aus dem Lernen heraus hat Gott ihn zu sich genommen. Man denkt mit Ergriffenheit an die ähnliche Begebenheit von König Davids Tod. 
Nur einem Gerechten kann ein Tod in dieser Art beschert sein. So hat seine Liebe zur Tora ihn bis zu seinen letzten Minuten begleitet und beschützt. Und von diesem Geist durchweht war sein Unterricht, den so viele seiner um ihn trauernden Schüler und Schülerinnen genossen und jetzt vermissen. Und wieder diese Liebe zur Tora war es, die ihn - den mit einer sehr angenehmen Stimme begnadeten - befähigt, als Vorbeter fast vier Jahrzehnte seine Gemeinde zu erheben und als Vertreter ihre Gebete dem Schöpfer zu reichen. Wie strahlte er - ein Schüler Friesländers - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - wenn von echtem, jüdischen Chasonus er hörte oder sprach.
Seiner Liebe zur Tora reihte sch in vollem Maße seine Liebe zu Menschen an. Wie viele Wohltätigkeitsvereine und Institute nennen Herrn Lebermann - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - ihren Wohltäter. Er konnte sich opfern für leidende Menschen, Kollegen, Witwen und Waisen, und er konnte wahrlich oft und viel helfen mit seinem klugen und durchschauenden Blick. Welche Innigkeit ihn mit seiner liebevollen Lebensgefährtin und seiner Familie verband, das weiß nur, wer um ihn lebte. Innigkeit und Herzlichkeit vermögen nicht nach außen zu dringen.   Von seiner Familie, von uns allen scheidet er, der Mensch, der Jehudi, die Persönlichkeit. Ein Stück Darmstädter Geschichte haben wir in ihm, unter strömenden Regen am Freitag Nachmittag - dem Tag vor dem Heiligen Schabbat Toledot - zu Grabe getragen. Und als der Sarg aus der Wohnung getragen wurde, da war der Wagen nicht zu stelle, man stellte - ungewollt und unabsichtlich - den Sarg auf einige Minuten ins Lehrhaus. Es schien, der Gerechte wollte noch ein kleines Weilchen an der Torastätte weilen. Nun ist er von uns gegangen. Wenn seine Seele, die vom Lernen aus in die Höhe stieg, gefragt wird, woher sie komme, sie weiß mit Genugtuung die schönste Antwort zu geben. Möge sie für ihre Familie und für ganz Israel ein wahrer Fürsprecher sein.
   
Jakob Lebermann zum Gedächtnis. Der Führer der orthodoxen Lehrer Hessens ist dahingeschieden, ein Mann von idealer Gesinnung und vortrefflichem Charakter, der uns allen Muster und Vorbild war und die Dankbarkeit gebietet, ihm hier ein Denkmal zu setzen, zu zeigen, was er für seine Kollegen getan, ihm zur wohlverdienten Ehre, den Jüngeren unter uns aber als Ansporn und zur Nacheiferung. 
Lebermann trat zum ersten Male öffentlich hervor, als die Frage des Anschlusses an den Verband der jüdischen Lehrervereine auch in Hessen akut wurde. Er zeigte sich als entschiedener Gegner dieses Anschlusses, so lange der D.J.G.B. Sitz und Stimme im Verband besaß. Als es darüber zum Bruch und zur Gründung des 'Unabhängigen Lehrervereins' kam, da wäre er der prädestinierte Vorsitzende gewesen, aber er lehnte die Wahl aus einem sehr idealen Grund ab; es sollte auch nicht der Schein geweckt werden, als ob der neue Verein unter dem Einfluss einer Separatgemeinde und ihres Rabbinats stehe, und er begnügte sich mit dem arbeitsreichen Posten des Schriftführers; an ihn wandte sich jeder, der irgendein Anliegen hatte. Will man seinen Verdiensten ganz gerecht werden, so muss man wissen, dass er dazu verurteilt warm, unter den denkbar ungünstigsten Verhältnissen zu wirken. Das hessische Judengesetz von 1871 ist nicht ganz so schlecht wie sein Ruf, aber es hat die Regelung der jüdischen Gemeindeverhältnisse den Kreisämtern übertragen, die ihrerseits den jüngsten Assessor damit betrauen und da die jüdischen Gemeinden eine sehr weitgehende Autonomie besaßen, waren die Lehrer der Willkür und der Launen der Vorstände preisgegeben. Man hat dafür das Wort geprägt: der Parnes (Vorsteher) in der kleinsten Gemeinde besitzt eine größere Gewalt als der Großherzog als der summus Episcopus. Hessen galt als das Refugium der ungeprüften Lehrer, denn diese begnügten sich mit einem Einkommen, das noch unter dem Existenzminimum lag. Dass hier reichlich Stoff für Konflikte und auch für Hilfeleistungen seitens unserer Organisation lag, bedarf keiner Erläuterung. Und Lebermann nahm sich in musterhafter Weise aller Bedrängten an. Er war ihnen Stütze und Helfer und Berater. Er erkannte aber sehr bald, dass der Fehler am System lag und er versuchte, seinen Kollegen grundlegend zu helfen. Am Sitze der Regierung amtierend war ihm das leichter als jedem Anderen und seine ganze Persönlichkeit, die Klarheit und Sachlichkeit seiner Darlegungen machten bei den maßgebenden Referenten stets den allerbesten Eindruck. Schon vor ihm hatte man das Ministerium angegangen, die Lage der Lehrer zu bessern und es zeigte sich dieser Forderung gegenüber durchaus wohlwollend, nur war es der Ansicht, dass eine Neuregelung der jüdischen Gemeindeverhältnisse vorausgehen müsse und diese hinwiederum sei ohne eine Einigung der Orthodoxen und Liberalen unmöglich. Wie die Dinge in Hessen nun einmal liegen, bedeutete diese Erklärung für uns die Vernichtung unserer Hoffnungen. Hier setzte Lebermanns Tätigkeit mit Erfolg ein, indem er nachwies, dass diese Auffassung der Regierung irrig sei und eine Hilfe für die jüdischen Religionslehrer sich auch auf dem Verordnungswege ermöglichen lasse. Und das Glück kam ihm dabei zu Hilfe. Oberlehrer Backes, der Obmann des hessischen Landeslehrervereins und ein warmer Freund der jüdischen Lehrer, kam in den Landtag und als Mitglied der damals allein maßgebenden nationalliberalen Partei verwandte er seinen Einfluss auf die Regierung, dass sie 1. die Bildung jüdische Religionsschulsprengel verordnete, 2. eine neue, den modernen Anforderungen entsprechende Prüfungsordnung für ungeprüfte Lehrer herausgab, womit sie nur einer Bestimmung des alten Judengesetzes gerecht wurde und 3. den jüdischen Religionslehrern mit wöchentlich 20 Unterrichtsstunden die Rechte eines Volksschullehrers verlieh. Das Letztere war eine bedeutende, in Deutschland bisher noch ganz unbekannte Errungenschaft, auf die Lebermann sehr stolz sein konnte. Sie besaß freilich einen Schönheitsfehler: nie diejenigen Kollegen konnten definitive Anstellung erlangen, die entweder nie Schochtim waren, oder mit Einwilligung ihrer Gemeinden auf die Ausübung der Schechitoh verzichteten. Diese Voraussetzung traf aber nur bei einer verhältnismäßig kleinen Zahl, etwa 16-18, zu; die große Masse ging leer aus. 
Da bot sich eine neue Möglichkeit, um auch diesen zu helfen. Im Jahre 1906 legte die hessische Regierung den Landständen einen Gesetzentwurf, 'die Verfassung und Verwaltung der israelitischen Religionsgemeinde betreffend', vor. Es war eine Zwangsorganisation und als solche für die orthodoxen Lehrer ebenso unannehmbar als für unsere Rabbiner, aber Lebermann hielt die glatte Verwerfung des ganzen Gesetzentwurfs für einen schweren Fehler. Derjenige Teil, der von der Regelung des jüdischen Religionsunterrichts und den Religionslehrern handelte, schien ihm, wenn auch in etwas abgeänderter Form, durchaus erhaltenswert. Darin war nämlich nicht nur die Verleihung der Rechte eines Volksschullehrers an jüdische Religionslehrer gesetzlich verankert, sondern auch die Festsetzung ihrer Gehaltsbezüge, die Regelung ihrer Pension und der Reliktenversorgung usw. sollten 'möglichst nach den für die Volksschullehrer geltenden Bestimmungen, nötigenfalls im Verwaltungsstreitverfahren', erfolgen. Lebermann hatte die begründete Überzeugung, dass auch die Liberalen für eine vorläufige Regelung dieser Materie zu haben seien. Er drang mit seinen Ideen leider nciht durch. Das war die erste große Enttäuschung seines Lebens, aber sie vermochte nicht, seine Energie zu lähmen. Unter der Ära des den jüdischen Lehrern sehr gewogenen Ministerialdirektor Eisenhut gelang ihm der Nachweis, dass sowohl in Bayern, als auch in dem ehemaligen Kurhessen die jüdischen Volksschullehrer in ihrer großen Mehrheit die Schechita ausübten, ohne dass darunter, nach der Meinung ihrer Vorgesetzen, ihre Amtswürde und ihr Ansehen litt. Schon war die Regierung geneigt, bei der definitiven Anstellung jüdischer Religionslehrer die oben erwähnte hemmende Bestimmung fallen zu lassen, schon schien der Weg frei für die Beförderung einer ganzen Anzahl von Kollegen in den Landgemeinden, da erfolgte von liberaler Seite ein Eingabe im entgegengesetzten Sinne und sie hatte leider nur zu leichtes Spiel, denn in der Abteilung für das Erziehungswesen saß eine sehr einflussreiche Persönlichkeit, die an der Spitze der hessischen Tierschutzvereine stand und als Schechitagegner galt!
Es war nur ein kleiner Trost bei diesem neuen Fehlschlag, dass es Lebermann gelang, für die jüdischen Religionslehrer eine, wenn auch nur einmalige Kriegshilfe bei der Regierung durchzusetzen, so hoch man es                       
Darmstadt Israelit 18121930b.jpg (248286 Byte)auch der Letzteren anrechnen muss, dass sie auch damit unter allen deutschen Ländern allein stand.   
Nach dem Kriege traten Demokraten in die Regierung ein und Lebermann erhoffte viel von ihrer Tätigkeit. Leider trat das Gegenteil ein. Er musste es erleben, dass das, was er als sein Lebenswerk ansah, rückwärts revidiert wurde. Bei der gesetzlichen Regelung der Gehalts- und Pensionsbezüge der definitiv angestellten Religionslehrer wurden deren Rechte stark beschnitten und Neuanstellungen können überhaupt nicht mehr erfolgen. Vergebens kämpfte Lebermann mit dem Mute der Verzweiflung gegen diesen Rückschritt und gegen das begangene Unrecht; er musste sich vor vollendeten Tatsachen beugen, so schwer es ihm auch fiel.   
Als im Jahre 1922 im 'Unabhängigen Lehrerverein' der Antrag gestellt wurde, in Hessen die Gründung eines Gemeindeverbandes 'nach bayerischem Muster' zu propagieren, trat Lebermann aufs lebhafteste dafür ein und wie in einer glänzenden Rede die Möglichkeit, Notwendigkeit und Nützlichkeit einer solchen Institution nach. Er bezeichnete sie als die letzte Chance für die Lehrer. Auch diese Bestrebungen verliefen nutzlos im Sande. Wir haben heute in dem kleinen Hessen zwei Gemeindeverbände, von denen der eine wenig, der andere nur Minimales für Gemeinden und Lehrer leisten kann.
Damit ist nur der äußere Verlauf seiner gemeinnützigen Tätigkeit geschildert. Dabei sind kaum erwähnt die zahlreichen Anregungen und Hinweise, die er seinen Kollegen zur Benutzung staatlicher Einrichtungen - ich erinnere hier nur an die hessische Fürsorgekasse und die Vergütungen für den Katechetenunterricht, sowohl auf den Konferenzen als in besonderen Rundschrieben gegeben. Jede einzelne Aktion brachte ihm Mühe und Arbeit in Hülle und Fülle, aber er war unverdrossen und hilfsbereit und ließ sich auch durch keinen Misserfolg und keine Undankbarkeit - er hat auch diese erfahren - abschrecken.  
Höher noch als diese materiellen Forderungen ist das anzuschlagen, was er in ideeller Beziehung geleistet hat. Als der Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer, dessen eifrigstes Vorstandsmitglied er bis zu seinem Tode blieb, gegründet wurde, da war er es, der mit großer Energie darauf drang, dass nicht nur in der Zielsetzung der neuen Gründung, sondern schon in ihrem Namen die Stärkung unseres heiligen Glaubens zum Ausdruck kam und innerhalb des Bundes die Gründung von Lernvereinen und ihre Unterstützung durch die Bundeskasse anregte. Und das letzte Referat, das er, schon schwer leidend, vor ca. 3 Jahren in dem Unabhängigen Lehrerverein über die Fortbildung des jüdischen lehrers hielt, war ein glühendes Bekenntnis für das Toralernen.  
Als er vor ca. 7 Jahren das Schriftführeramt aus Gesundheitsrücksichten niederlegte, da ehrten ihn seine Kollegen durch Verleihung der Würde eines Ehrenvorsitzenden und durch die Gründung einer Jakob Lebermann-Stiftung, deren Zinsen für die Unterstützung von Lehrerwitwen und -Waisen bestimmt sind; nicht was er erreicht, war er für sie erstrebt, schätzten sie an ihm. Nun ist er von uns hinweggenommen worden. Auch auf seinen Grabstein passt die Inschrift: 'Mache nicht viel Federlesens, schreib auf meinen Leichenstein: Dieser ist ein Mensch gewesen und das heißt ein Kämpfer sein.' Ja, er war ein Kämpfer für alles, was gut und wahr und schön ist, für seine religiöse Überzeugung und für das Wohl seiner Brüder und Kollegen. Besonders die Letzteren werden sein Andenken in Ehren halten. H. Ehrmann - Friedberg."      
   
Darmstadt Israelit 18121930a.jpg (290102 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1930: "Lehrer Jakob Lebermann - Darmstadt. Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - im memoriam. Wenn auch nicht ganz unvorbereitet, so war doch die Todesnachricht eine überraschende und erschütternde. Ich sehe den Verstorbenen noch vor mir, als er in jungen Jahren frisch und tatkräftig nach Darmstadt kam und in der dortigen Israelitischen Religionsgesellschaft das Amt des Chasons (Vorbeters) und Lehrers antrat. Mit einer seltenen Begeisterung bemühte er sich von Anfang an, beide Ämter 'modern' im Sinne eines Samson Raphael Hirsch - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - zu verwalten. Von dem Wirken Jakob Lebermanns als Lehrer soll hier vornehmlich gesprochen werden. Er war bestrebt, den Grundsatz 'Übe den Knaben gemäß seinem Wandel ' (Sprüche 22,6) wahr zu machen zu einer Zeit vor mehr als 40 Jahren, da man von der individuellen Erziehung und einer psychoanalytischen Einstellung des Pädagogen kaum etwas wusste, noch weniger aber betätigte. Lebermann kannte seine Schüler und Schülerinnen; er war wohl ein strenger Lehrer, der es verstand, sich in Respekt zu setzen und die früher oft übliche Despektierung des jüdischen Religionslehrers auszumerzen. So war es überhaupt sein Bestreben, die Stellung des jüdischen Religionslehrers und Kultusbeamten durch eigene Fortbildung, durch Gestaltung der Persönlichkeit und durch offene, ehrliche und sachlich berechtigte Kritik der bestehenden Zustände in geistiger, sittlicher, sozialer und wirtschaftlicher Beziehung zu heben. Und ist dies nicht richtig und nötig? Das köstliche Gut, die religiöse Unterweisung, die Vermittlung jüdischen Wissens und Empfindens, das wertvollste Rüstzeug draußen im Leben und im Kampfe des Alltags der Jugend, der Zukunft weiterzugeben, ist die hohe, heilige, aber auch nicht leichte Aufgabe eines jüdischen Religionslehrers. Träger einer solchen Aufgabe kann aber nur ein Mensch sein, der die Eigenschaften besitzt, welche diese Aufgabe erfüllen lassen, der die Qualitäten aufweist, die geeignet sind, Achtung und Verehrung ihm abzugewinnen. 
Würde der Persönlichkeit ist schließlich auch noch eine Voraussetzung, die nicht immer vorhanden erscheint, sei es aus Mangel solcher Eigenschaften, sei es auch aus Mangel der Verhältnisse überhaupt, die hindernd im Wege stehen. 
Deshalb ist auch wirtschaftliche Sicherstellung nicht unwichtig, um den Lehrer frei von unmittelbaren materiellen Sorgen und frei von nicht ganz passenden Nebenverdiensten tatkräftig und würdevoll wirken zu lassen. So verstand es Lebermann, Einfluss auf die Jugend zu gewinnen, die er nciht nur elementar und systematisch in das Wissen und Denken, in das Schrifttum und die Gesetzeslehre einführte, sondern auch mit dem Leben, das aus der Lehre fließen soll, vertraute; mit dem täglichen Leben, das mit der Religion Hand in Hand in Wahrheit und Menschlichkeit sich vollziehen muss.  
So wusste der verklärte Jugendfreund das Verständnis für die Schönheiten der religiösen Vorschriften zu wecken, den Sinn des Sabbats und der Feiertage zu erschließen und den Inhalt der Gebote nahe zu bringen, die Vorbereitungen und Unterweisungen waren von bleibendem Wert. Nicht die starre Form, sondern der lebendige, geistige Inhalt ist das Kriterium wirklicher Religion und Form und Inhalt glücklich zu verbinden, Seele und Körper harmonisch zu vereinen, feste Grundsätze der Glaubens unerschütterlich zu verankern, neben zeitgemäßer Kultur und wissenschaftlicher Anschauung ist eine große Aufgabe des modernen jüdischen Lehrers. Lebermann hat für seinen Teil diese Kunst zu meistern gewusst - heute würde er noch freier und erfolgreicher diesen Gedankengängen Ausdruck und Ausführung verleihen können.  
Gelegentlich der akademischen Abschiedsfeier, die frühere Schüler und Schülerinnen vor 3etwa 5 Jahren dem verehrten Lehrer widmeten, zeigte sich so recht die Dankbarkeit und Wertschätzung, die unterschiedslos ihm gezollt wurden. Mögen auch gar manche seiner Schüler später andere Wege gegangen sein - die feste Grundlage jüdischen Wissens hat Jakob Lebermann allen gegeben und sie damit befähigt, jederzeit den alten Weg zurückzufinden.
Wenn die dem Verstorbenen vorschwebenden Ziele, welche er selbst so eifrig verfolgte, immer mehr der Vollendung entgegenreifen, dann wäre die Dankesschuld am schönsten eingelöst. Wir aber, seine Schüler und Schülerinnen werden das Andenken an Jakob Lebermann immerdar segnen!  Dr. S. Lehmann, Frankfurt am Main."                 

        
       

Aus der Geschichte des Rabbinates der Israelitischen Religionsgesellschaft      
Über das Darmstädter Landesrabbinat (zu einem Beitrag von Jacob Lebermann, 1930)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1930:         
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Rabbiner Dr. Lehmann Marx hat sein Amt angetreten (1871)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. September 1871: "Darmstadt, 18. September (1871). Der, wie bereits gemeldet, von der orthodoxen israelitischen Religionsgesellschaft hierher berufene Rabbiner, Herr Dr. L. Marx, hat sein Amt angetreten und durch seine vorzüglichen Predigten an den verflossenen Neujahrstagen die Herzen seiner Hörer im Fluge erobert. Wir werden mit Gottes Hilfe von Neujahr 5632 eine neue Ära der Entwicklung unserer religiösen Verhältnisse datieren."           

    
25-jähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Lehmann Marx (1896)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. September 1896:        
Darmstadt Israelit 11091896b.jpg (408613 Byte)     

  
Zum Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Lehmann Marx (1896)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Oktober 1896:            

   
Ernennung von Rabbiner Dr. Marx zum orthodoxen Rabbiner der orthodoxen Gemeinden des Rabbinatsbezirks Darmstadt (1897) 
       

Darmstadt Israelit 22071897.jpg (41717 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juli 1897:       

   
Rabbiner Dr. Moses Marx aus Darmstadt wird Rabbiner des Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in Westfalen (1901)
     

Darmstadt Israelit 07111901.jpg (131442 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. November 1901:       

 
Verlobungsanzeige von Rabbiner Dr. Moses Marx und Eva Bodenheimer (1901)      

Darmstadt Israelit 16121901.jpg (27093 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Dezember 1901:          

 
Chanukkagruß an die jüdischen Soldaten von Rabbiner Dr. Lehmann Marx (1915)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Januar 1915: "Chanukkahgruß an die jüdischen Krieger. 
Darmstadt, 28. Dezember (1915). Das Großherzogliche Rabbinat Darmstadt II, Herr Rabbiner Dr. Marx, ließ an die im Felde stehenden Soldaten seines Rabbinates folgendes Schreiben ergehen: 
'Zum zweiten Male entbiete ich Euch innige Grüße aus der Heimat! 
Winterstürme brausen nun über die Fluren, als ob die Natur ein Spiegelbild jenes gewaltigen Ringens geworden wäre, dessen Zeugen und wackere Mitstreiter Ihr alle seid. Monate sind dahingegangen, in denen wir mit Bewunderung und Stolz von den Heldentaten unserer Armeen in Ost und West von tag zu Tag vernahmen, die Ihr, geleitet von unseren herrlichen Führern, erstrittet für Kaiser und Reich. Galt's im Sonnerbrand in Dauermärschen, galt's im Sturm mutig vorwärts zu schreiten, Ihr zaudertet nicht, und Euer war der Sieg. Aber auch jene beispiellose Größe, die Ihr bewährtet im Schützengraben unter aller erdenklichen Mühsal oder auf schwierigstem Gelände Flanderns, Frankreichs und Russlands oder stürmischer See, da Eure Devise war 'stark und fest!', nimmer werden wir sie vergessen.   
Nicht zuletzt aber Ihr, meine lieben jüdischen Brüder, beglückt uns in der Heimat der Gedanke, was uns ja Gewissheit von der ersten Stunde des Kampfes an war -, dass Ihr gerade als Juden mit in den vordersten Reihen der Kameraden steht und wetteifert an Mut und Tatkraft, an Entsagungs- und Opferfreudigkeit mit allen im Felde Stehenden. Wisst Ihr doch, dass Ihr hiermit nicht nur deutsche Soldatenpflicht erfüllt, sondern jenes heilige, religiöse Gebot, sein Leben dem Vaterlande zu weihen, nach dem Prophetenwort Jirmijahus (Jeremias), das er vor Jahrtausenden uns ins Herz gegossen, als er mahnt: Dirschu es sch'laum hoir 'Fördert das Wohl des Staates!'  
So krönt denn schon manche Heldenstirn unverwelklicher Lorbeer und ziert so manche kühne Brust das Ehrenzeichen unserer erhabenen Fürsten. Heil Euch, die Ihr mit Eurem Blut mitbauen helfen dürft an der großen, gewaltigen Aufgabe, den Frieden der Zukunft zu sichern durch das Niederringen der Feinde, denen im Kampfe Alles fehlt, was Euch mit unerschütterlichem Gottvertrauen emporschauen lässt, - vor Allem das Bewusststein, für eine gerechte, wahre und gute Sache das Schwert zu ziehen!   
In wenigen Tagen feiern wir das Chanukkah-Fest, an dem Ihr und wir jene erhabenen Bilder der Vergangenheit von den Heldenkämpfen der Makkabäer wieder erstehen lassen. Wie heute bei uns, umdräuten damals gewaltig zahlreiche Feinde jene wenigen jüdischen Streiter. Aber wir siegten, getragen von der tiefen Überzeugung, zu kämpfen für die Erhaltung der heiligsten Güter der Nation. 
W'atto brachamecho horabbim omad'to lohem b'es zorosom 'Du aber, o Gott, in Deiner großen Barmherzigkeit standest ihnen bei in der Stunde der Not...' und unsterblichen Ruhm ernteten unsere Ahnen.   
Brüder! Auch in Euren Adern fließt Makkabäerblut! Drum wird Gott Euch, die Ihr von dem gleichen Geist, wie die Väter beseelt seid, die Kraft leihen, dem endlichen Siege zuzuschreiten. Und wenn Ihr nun in heilig religiöser Glut, doppelt andachtsvoll im Feindesland an den Chanukkahtagen von Abend zu Abend Lichter der Weihe anzündet, dann lasst im stillen oder lauten Sang die Mut und Gottvertrauen ins Herz träufelnde Festeshymne erklingen: Moaus zur Jeschuosi
'Quelle meiner Kraft, Fels meines Heils, Dich geziemt's zu preisen; 
Meines Gebetes Haus gründest Du dereinst, da wir Dankopfer bringen - -  
Zur Zeit, wenn Du eine Richtstätte bereitest vor dem brüllenden Feind,  
Dann vollende ich mit Liedessang die Weihe des Altars.'  
Und wenn diese kleinen Lichter flackern und Euch künden von Vergangenheit, Heimat und Euren Lieben, dann wisst: Wie die Zahl der Lichter von Tag zu Tag wächst, so steigt auch von Tag zu Tag die Gewissheit: 'Der Gott, der Wunder getan an unseren Vätern', wird auch 'in unserer Zeit' uns Siege und Frieden geben.  
Wir aber beten für Euch alle, dass der Allgütige Euch erhalte, die Wunden heile, schütze und schirme unseres Fürsten und Führer, unser Heer und unser geliebtes Vaterland.'  Der Brief schließt mit herzlichen Chanukkahgrüßen und der Mitteilung über die mitfolgenden Liebesgaben des Jüdischen Frauen-Vereins zu Darmstadt."            

    
Rabbiner Dr. Lehmann Marx erhält den Professorentitel (1917)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. März 1917: "Anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums des Großherzogs von Hessen wurde Herr Rabbiner Dr. Marx in Darmstadt mit dem Professorentitel ausgezeichnet."         

  
Zum Tod von Rabbiner Dr. Moses Marx (1924)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Januar 1924: "Rabbiner Dr. Moses Marx - Darmstadt. Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Die Aufschrift dieser Zeilen kündet die Schwere des Verlustes, der die Familie, die Gemeinde und die jüdische Gesamtheit betroffen hat. Noch können wir es kaum fassen, dass der allezeit rührige, temperamentvolle Mann nicht mehr unter uns weilst, und wie ein schwerer Traum lastet es seit den letzten zwei Tagen auf uns, den wir so gern als Spiel erregter Phantasie wähnen möchten, den jedoch kein Morgen verscheucht, und der leider trostlose, schmerzliche Wirklichkeit geworden ist. Der 'junge' Darmstädter Raw ist im blühenden Alter von 47 Jahren inmitten reich gesegneter Tätigkeit von seinem Schöpfer abberufen worden. Noch vor drei Wochen hatte er in gewohnter geistvoller Weise am Schabbat Paraschat Wajehi seine ihm in Andacht lauschende Gemeinde an der Hand eines Midraschwortes ... für die Wichtigkeit und die Aufgaben der Chewra Kadischa (Wohltätigkeitsverein) begeistert, als ihn am Schlusse des Vortrags ein Unwohlsein befiel, das trotz vorübergehender Momente der Besserung sich so kritisch entwickelte und uns jetzt die Wahrheit des Midraschwortes an uns selbst erleben lässt. 
Von früher Jugend unter Anleitung und dem aneifernden Beispiel seines verdienstvollen Vaters - sein Licht leuchte - zur Tora hin erzogen, besuchte der hochbegabte Jüngling später die Jeschiwot in Berlin und Frankfurt, wo er sich das Wissen aneignete, das er später fortbildend und lehrend ständig mehrte, und das ihm mit Recht den Ehrentitel eines ausgezeichneten Gelehrten erwarb. Seine erste rabbinische Tätigkeit galt dem Verein für das gesetzestreue Judentum in Westfalen. Noch heute spricht man dort mit Hochachtung und Ehrfurcht von dem Recklinghausener Raw, der durch Wort und Tat so viel für Tora und Wahrheit gewonnen und so viel Segensreiches erhalten und neugeschaffen hatte. Vor 15 Jahren folgte er dem Rufe seiner Heimatgemeinde, der Israelitischen Religionsgesellschaft Darmstadt, zur Unterstützung seines Vaters in der vielfachen Tätigkeit im ausgedehnten Landrabbinatsbezirk, um später nach  Pensionierung seines Vaters das Amt des Landrabbiners zu übernehmen. Zeit und Entwicklung der Verhältnisse in den zahlreichen Gemeinden seines Bezirks stellten ihn fortwährend vor neue Aufgaben. Aber so schwierig sich diese gestalteten, seine Arbeitskraft und Hingabe wuchs mit ihnen und er meisterte sie mit reich gestaltender Initiative. Die Kriegszeit mit den vielen verantwortungsvollen Aufgaben fand ihn auf voller Höhe. Wie viele der damals in Darmstadt garnisonierenden jüdischen Soldaten aus allen Gegenden haben die Wohltat seines warmen Eintretens bei Behörden und seine Fürsorge für ihr geistiges und körperliches Wohl erfahren, wie mühte er sich um die Versorgung mit rituellen Lebensmitteln für die gesamte Judenheit der Provinz, wie beriet er die Gemeinden in ihren geistigen und finanziellen Nöten, wie begeisterte er Jung und Alt in seinen Predigten und bei allen Gelegenheiten freudiger und ernster Art, wie fesselte er die Jugend in Schule und Vereinen, und wie war er der Gesamtheit ein treu hingebender und aufopfernder geradsinniger Fürsprecher. Mit gerechtem Stolze blickte er noch auf seinen letzten bedeutenden Erfolg vor einigen Wochen zurück, als in der hessischen Volkskammer durch einen antisemitischen Antrag die Erhaltung der Schechita gefährdet war, und er durch unermüdliche Agitation bei den Fraktionen an der Hand reichen Materials die Gefahr mit Gottes Hilfe zu bannen und die Wahrheit zum Siege zu führen verstand - das Geheimnis solch fast übermenschlichen Wirkens lag eben in der einen Tatsache, dass er ein gehämmerter Jehudi in des Wortes edelstem Sinne war. Wer ihn auf der Kanzel, in der Schule oder in den mannigfachen Veranstaltungen hörte, der erkannte einen Mann, dem Leben und Lehre identisch waren, und der in einer den herrlichste Vorbildern aller Zeiten abgelauschten Weise mit Hingabe von Leib und Seele in seinem Berufe aufging. Alle seine trefflichen Eigenschaften, die Feuerkraft seiner Rede, der Zauber seiner Persönlichkeit, sein glühender Idealismus, sein reiches Wissen, seine Herzensgüte traten nur in den Dienst seines echt jüdischen Fühlens und Denkens. Nur so sind das Überwältigende seines Wirkens und seine zahlreichen Erfolge, die auch von namhafter nichtjüdischer Seite anerkennt wurden, zu erklären.     
Ein schier unabsehbarer Trauerzug unter Vorantritt der Jugend - gleichsam symbolisch das Lebensziel im Streben des Verblichenen auch auf dem letzten Gange darstellend - bewegte sich am Tag vor Schabbat Paraschat Bo durch die Straßen von Darmstadt, um die sterbliche Hülle der teuren Seele zur Ruhe zu geleiten. In seiner Bescheidenheit hatte er sich jede Trauerrede, ja jede Todesanzeige verbeten. Trotzdem waren von allen Seiten die Freunde und Verehrer, die Rabbiner von Mainz, Frankfurt und Fulda, die Lehrer und Vorstände der Landgemeinden herbeigeeilt, und stille Wegmut, verhaltene Klage und Tränen des Schmerzes kündeten beredt die Schwere des allgemeinen Verlustes.  In tiefster Trauer steht neben der gebeugten Familie seine schwergeprüfte Gemeinde, der vor allem stets sein innerstes Fühlen galt, und der ganze Rabbinats-     
Darmstadt Israelit 17011924a.jpg (65986 Byte)bezirk an der Bahre des im Blütenalter von 47 Jahren dahingeschiedenen Mannes, der noch zu viel Großem und Segensreichem berufen schien. Viele Hoffnungen und reiche Erwartungen sind mit dem nimmer müde gewordenen, reichbegnadeten Manne ins Grab gesunken, aber 'Er war unser!' So früh auch seine irdische Wirksamkeit endete, 'süß ist der Schlaf des Arbeiters, er esse wenig oder viel' (Prediger 5,11), das Lebensziel hat er in Reinheit und Vollkommenheit wie einer der Größten in Israel erreicht. 
Dies möge der Trost für die tief gebeugten Eltern und die gesamte Familie sein, dies wird der Ansporn für seine Gemeinde und alle Angehörigen des Rabbinatsbezirks werden, sich im Sinne des treuen Führers - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - umso enger zusammenzuschließen und hochzuhalten, was er stets begeistert gelehrt und gelebt hat. Dann werden auch alle aus dem Herben und Trüben der Stunde sich wieder aufrichten in dem Bewusstsein: 'Jakob unser Vater ist nicht tot' - 'Er bleibt unser'Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."       

   
Zum Tod von Rabbiner Dr. Nathan Cahn (1924)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. September 1924:       

   
Nachruf auf Rabbiner Dr. Nathan Cahn (1924)       

Darmstadt Israelit 18091924.jpg (295401 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. September 1924:      

     
Jahrzeit für Rabbiner Dr. Nathan Cahn (1925)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1925:        

   
Dienstantritt von Rabbiner Dr. Julius Merzbach (1925)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1925:      

  
Zum Tod von Rabbiner Dr. Lehmann Marx (1925)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Oktober 1925:        
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. November 1925: 

    
Verlobungsanzeige von Rabbiner Dr. Julius Merzbach und Helene Kober (1926)
      

Darmstadt Israelit 11031926ko.jpg (32123 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1926:   

  
Abschiedsfest (Tora-Fest) für Rabbiner Moses Wassermann (1930)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1931:      

    
Simon Schwab wird Rabbinatsassessor der Israelitischen Religionsgesellschaft (1931)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1931: "Darmstadt, 26. Mai (1931). An Stelle des Herrn Rabbiner Wassermann, der als Dajan nach Breslau berufen wurde, wurde Herr Simon Schwab als Rabbinatsassessor der hiesigen Religionsgesellschaft gewählt. Herr Simon Schwab, Sohn des Herrn Leopold Schwab in Frankfurt am Main, ehemaliger Schüler der Samson Raphael-Hirsch-Schule, besuchte nach Absolvierung der Schule eine Zeit lang die Frankfurter Breuer'sche Jeschiwa und widmete sich dann fünf Jahre lang ununterbrochen dem intensiven Thorastudium an den Jeschiwos in Telsch (Telč, Tschechien) und Mir (Weißrussland). Eine kurze Zeit betätigte er sich auch als Dozent an der Jeschiwo zu Montreux. Wir wünschen dem jungen Gelehrten, der auch in Frankfurt bei mannigfacher Gelegenheit Proben seines Könnens und reichen Torawissens gegeben hat, von Herzen Glück für seine Amtstätigkeit."           

      
   

Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben     
20-jähriges Jubiläum des "Talmud-Thora-Vereins" der Israelitischen Religionsgesellschaft (1892)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Januar 1892:       

   
25-jähriges Jubiläum des Talmud-Thora-Vereins (1896)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1896:        
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Vorstellung gegen den Gesetzentwurf betr. die Verfassung und Verwaltung der israelitischen Religionsgemeinden (1906)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. November 1906: 

   
Spende der Israelitischen Religionsgesellschaft für den "Blumentag" (1911)    

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Mai 1911:      
Über die Idee des "Blumentages" siehe Wikipedia-Artikel "Blumentag"   

   
Tagung des hessischen Landesverbandes gesetzestreuer Synagogengemeinden (1928)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. August 1928:        
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Vortrag von Wolf Jacobsohn (Hamburg) über "Die Zukunft des gesetzestreuen Judentums" (1929)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. März 1929:        

  
Sijum des Talmud-Thora-Vereins (1929)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1929:         
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juli 1929:   

  
Festlicher Abend des Talmud-Thora-Vereins (1930)       

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Februar 1930:       

  
Vortragsabende - veranstaltet durch die Agudas Jisroel Darmstadt (1931)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1931:      

  
Aus der Arbeit der Agudas Jisroel-Jugendgruppe (1934)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juni 1934:       

  
Vortragsabende - veranstaltet durch die Agudas Jisroel Darmstadt (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1934:         

   
Arbeitstagung der Pirche Agudas Jisroel in Darmstadt (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1934:        

   
Generalversammlung der Israelitischen Religionsgesellschaft (1936)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1936:       

  
Vortrag von Rabbiner Dr. Cahn (Fulda) bei der Ortsgruppe der Agudas über "Chassidismus" (1937)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. März 1937:       

  
    

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Frau A. Haas (1877)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. September 1877:       

 
Zum Tod von Rabbi Löb Sulzbach (1882)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. März 1882:        
Darmstadt Israelit 01031882b.jpg (109846 Byte)   

  
Zum Tod von Channa Neigaß (1927)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. November 1927:       

   
Zum Tod von Berta Mayer (1930)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1930:       

  
Zum Tod von Max Jonas Meyer (1931)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. April 1931:         

   
Zum Tod von Mirjam Lebermann (1933)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Oktober 1933:       

   
Zum Tod von Babette Mainzer geb. Mainzer (1935)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Mai 1935:        

  
Zum Tod des ersten Gemeindevorstehers der Israelitischen Religionsgesellschaft Josef Freitag (1936)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juni 1936:         
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1936:   

 
       
    

Zur Geschichte der Synagoge    

Seit Ende der 1850er-Jahre wurden - wie bereits oben genannt - die Gottesdienste in den Wohnungen von Rabbi Löb Sulzbach, dann von Hermann Neustadt abgehalten. 
 
Die 1863/64 erbaute Synagoge    
  
1861
kauften 14 Mitglieder der Religionsgesellschaft auf den Namen von Löb Sulzbach, da die Religionsgesellschaft noch keine Korporationsrechte besaß, ein Grundstück, das sich unmittelbar an das Synagogengrundstück in der Kleinen Ochsengasse anschloss. Seit 1863/64 wurde in dem Hintergebäude/Anbau zur Synagoge die orthodoxen Gottesdienst abgehalten. Nach dem Bericht von 1867 (s.o.) hatte bereits dieser Betsaal eine "prächtige Einrichtung". Am 31. August 1867 konnte die Einweihung einer neuen Torarolle gefeiert werden.   
   
Die orthodoxen Israeliten erwerben ein Haus zur Einrichtung einer Synagoge (1863)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1863: "Darmstadt, den 21. Mai (1863). Die hiesigen gesetzestreuen Israelitischen haben bereits seit der Einführung der Orgel und der übrigen Reformen in der hiesigen Synagoge einen separaten Gottesdienst eingerichtet. Dieselben haben nunmehr ein eigenes Haus akquiriert, um daraus eine Synagoge zu erbauen; auch sind sie bei der Großherzoglichen Regierung um die Ermächtigung zu vollständiger Löstrennung von der bisherigen Gemeinde eingekommen."           

  
Besuch in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1864)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. März 1864: "Darmstadt, 6. März (1864). Gestern besuchten wir zum ersten Male unsere schöne, neuerbaute Synagoge. Alle Mitglieder unserer (orthodoxen) Religionsgesellschaft waren sichtbar erfreut, dass sie, obgleich von sehr geringer Anzahl (die Gemeinde besteht nur auf 15 Familien), das Glück hatten, ein Gotteshaus sich bauen zu können. Die Freude würde, nach dem Aussprache der Mitglieder, genussreicher gewesen sein, wenn, wie beabsichtigt worden war, ein orthodoxer Rabbiner die Einweihung vorgenommen hätte. Der Wille der Gemeinde stieß durch die Einsprache der Rabbiners Landsberg auf Hindernisse, und bist heute ist von der höchsten Stelle noch keine Entscheidung eingelaufen. Die Meinungen der Mitglieder waren deshalb geteilt, ob man die höchste Entscheidung abwarten, oder ob die Eröffnung durch den allgemein geachteten, talmudisch gebildeten Rabbi Herrn Sulzbach geschehen sollte. Doch die nach Verwirklichung des Satzes (hebräisch und deutsch:) 'ich freue mich, wenn man zu mir spricht, wir wollen in ein Gotteshaus gehen' trachtende Sehnsucht siegte und so wurde denn unser Gotteshaus unter Gottes Beistand und Hilfe mit Gebet und Vortrag durch Herrn Sulzbach eröffnet. In seinem Gebet dankte er Gott, dass die Gemeinde das Glück habe, statt in einer beschränkten Kammer nun in einem Gotteshause sich versammeln zu können. In überzeugender Weise stellte er die Gründe der Trennung dar und schloss mit den kräftigen Worten, welche auf dem Wochenabschnitt Wajekahel basierten: festzuhalten an unserer alten jüdischen Religion; er erläuterte in geordneter Rede, dass unsere ganze Religion und somit unsere jüdische Existenz auf dem 2. Satze des Wochenabschnitte beruhe (hebräisch und deutsch): 'sechs Tage sollt ihr arbeiten, den siebenten Tag sollt ihr heilig halten, einen Sabbat des Herrn, wer an demselben arbeitet, der soll sterben', und erwähnte schließlich, dass die vollständige Weise des Hauses durch den von der Gemeinde allgemein gewünschten Rabbinen geschehe, sobald die höhere Genehmigung erteilt sein würde. Die schönen kräftigen Worte des Herrn Sulzbach wurden von allen an der Gemeinde beteiligten und nicht beteiligten Zuhörern, deren Letztere in großer Anzahl bei der Eröffnung vertreten waren, einstimmig mit Wohlgefallen anerkannt. Die Synagoge ist sehr freundlich, bei deren Anblick wurde unser Innerstes durch freudige Regungen bewegt. Wenn alle Mitglieder zum Bau der Synagoge das Ihrige beitrugen, so gebühr doch besonders dem Vorstande und dem Leiter des Synagogenbaues, Herrn Jonas Meyer, öffentliche Anerkennung; indem er mit vielen Aufopferungen den schönen Bau zum Ziele führte. ...L."  
      
*) Die Entscheidung ist am 16. d.M. erfolgt und erschien bereits in Folge dessen am 20. eine Deputation beim Herausgehen d.Bl. ihn zu der am 26. statthabenden offiziellen Einweihung einzuladen. - Red."               

  
Die Einweihung der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1864)

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. April 1864: "Mainz, den 2. April (1864). Gestern, Sabbat Paraschat Schemini, fand die offizielle Einweihung der Synagoge der israelitischen (orthodoxen) Religionsgesellschaft zu Darmstadt statt, die wegen der in voriger Nummer erwähnten Reise des Herausgebers dieser Blätter nach Worms um 8 Tage hatte verschoben werden müssen. Mit freudiger Bereitwilligkeit hatte die israelitische Religionsgesellschaft zu Mainz zu dieser Feierlichkeit auch ihren Vorsänger, den weithin rühmlichst bekannten, durch seine wundervolle Stimme und seinen weihevollen Vortrag ausgezeichneten Herrn Jakob Marx, überlassen, der mit sechs Meschorrerim, unter denen wir den Dirigenten Herrn Leo Cahn namhaft machen, in einer Weise vorbetete, die auf die überaus zahlreichen Besucher des Gotteshauses einen mächtigen Eindruck machte. Die wohl kleine, aber sehr geschmackvoll gebaute Synagoge, war sowohl während des Freitagabends, wie während des Samstagmorgengottesdienstes förmlich überfüllt. Der Herausgeber dieser Blätter hielt die Weiherede. Er sprach über 3. Buch Mose 9,23-24; 10,1-3: über das echte Feuer, das uns von oben gesandt worden, das falsche Feuer, das den Tod vor Gott nach sich zieht, und über die Heiligung des göttlichen Namens durch die, so ihm nahe stehen. Anlehnend an Joma 21b, wo uns fünf Eigenschaften des oben oben gekommenen Feuers dargelegt werden, setzte der Redner auseinander, dass das himmlische Feuer, das in uns lodern, uns erwärmen      
Darmstadt Israelit 06041864bs.jpg (181947 Byte)und erleuchten soll, kräftig sein muss wie der Löwe, lauter wie die Sonne, etwas Wirklichkeit, von gleichem Einflusse auf die Jugend wie das Alter und dass es endlich nur leuchten und erwärmen, nicht aber nach Außen durch weithin sichtbaren Rauch prangen und prahlen soll. Hierauf warnte der Redner vor dem falschen Feuer, das den Tod nach sich zieht vor Gott, indem er das Vergehen der Söhne Ahrons nach den verschiedenen Interpretationen erklärte und auf die Gegenwart anwandte; zum Schlusse wurde dann noch auseinander gesetzt, dass der Endzweck des jüdischen Lebens die Heiligung des göttlichen Namens sei (10,3: 'an den mir Nahen will ich geheiligt werden'), eine Heiligung, die namentlich Israel als dem Volk seiner Nähe obliege und unter den Israeliten vorzüglich den Gesetzestreuen, damit 'Gott vor allem Volke geehrt werde', indem alle Nationen sprechen: Gelobt sei der Gott Israels, der solche Diener hat, gepriesen sei die Religion Israels, die solche Bekenner besitzt. Mit dem Gebete für die Gemeinde, für Fürst und Vaterland, für die wiederherzustellende Einigkeit in Israel schloss die Rede, deren Eindruck näher zu bezeichnen uns nicht ziemt. 
Bei allen Israeliten der Stadt, die, wie man uns sagte, fast sämtlich dem Gottesdienste beigewohnt hatten, - auch die Behörden waren vertreten - herrscht die festlichste Stimmung. Namentlich wetteiferten die Mitglieder der Religionsgesellschaft, ihre Gäste zu ehren und zu erfreuen, überhaupt den Tag zu einem hohen Festtag zu gestalten.  
Abends fand kein Ball, wohl aber ein Festmahl statt, das die Teilnehmer bis gegen zwei Uhr vereinigte, dem aber der Schreiber dieses nicht bis zu Ende beiwohnte; er zog sich, nachdem er noch einmal eine längere Rede gehalten, in welcher die Unverbrüchlichkeit unserer heiligen Gotteslehre dargelegt wurde, um Mitternacht zurück. Heute Mittag schon eilten wir der Heimat zu, zu unsern Berufsgeschäften und andern Arbeiten, noch des Eindruckes voll, den freudiger Opfermut für unsere heiligsten Güter notwendiger Weise hervorruft. Noch ist die israelitische Religionsgesellschaft zu Darmstadt klein an Mitgliederzahl; sie wird aber wachsen und gedeihen, sodass an ihr in Erfüllung geht das Wort: Und es wird sein dein Anfang gering, allein dein Ende wird wachsen gar sehr!"       

       
   
Die 1873/74 erbaute Synagoge   

1872
beschloss der Vorstand der Religionsgesellschaft, eine neue Synagoge an der Ecke Bleichstraße/Grafenstraße zu bauen. Diese neue Synagoge wurde um 1873 fertiggestellt und eingeweiht. Ein Bericht zur Einweihung konnte in jüdischen Periodika noch nicht gefunden werden. Aus den oben bereits zitierten Berichten ist zu entnehmen: Bericht vom 2. Oktober 1872 (Bericht): "So hat die Opferwilligkeit der Gemeinde es ermöglicht, dass die jetzt im Bau begriffene Synagoge noch vor dem Winter unter Dache gebracht werden kann. Auch die Frauen in Darmstadt nehmen regen Anteil an der Konsolidierung und Kräftigung der Gemeinde; dieselben haben zum Beispiel jetzt ein Komitee gebildet zur Anschaffung von Parochet (Toraschreinvorhang) und sonstiger Synagogenutensilien." Im Bericht vom November 1872 heißt es (Bericht): "Unsere Synagoge kommt diese Woche unter Dach. Mikwe und Schullokal werden dann auch in Angriff genommen".  Am 6. November 1878 heißt es im Rückblick (Bericht): "Die Religionsgesellschaft besitzt eine eigene erst vor einigen Jahren neu erbaute Synagoge".     
     
Ausschreibung der Stelle des Synagogendieners der Israelitischen Religionsgesellschaft (1900)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Oktober 1900: 
"Die israelitische Religionsgesellschaft in Darmstadt sucht per sofort einen streng gesetzestreuen 
Synagogendiener

Bevorzugt werden Bewerber, die jüdisches Wissen besitzen. Meldungen mit Zeugnissen über religiös-sittliche Lebensführung nimmt entgegen 
Der Vorstand der israelitischen Religions-Gesellschaft 
Darmstadt
."          

   
   
Die 1905/06 erbaute Synagoge    
  
Die um 1873 erstellte Synagoge war nur gut 30 Jahre in Benutzung. Sie erwies sich für die größer gewordene Israelitische Religionsgesellschaft bereits in den 1890er-Jahren zu klein und wurde 1904 abgebrochen, um an derselben Stelle 1905/06 einen Neubau zu errichten. 
  
Diese neue, durch den Darmstädter Architektur-Professor Georg Wickop (1868-1914) erstellte Synagoge der Religionsgesellschaft war ein prachtvoller Bau mit einer Vorhalle und zwei Turmrisaliten. Der Innenraum war von einer Kuppel überspannt, die Emporenräume mit Tonnengewölben gedeckt. Architektonisch wurde ein Mittelweg zwischen Jugendstil und dem neuen Monumentalstil der Zeit um 1910 beschritten. Die Synagoge hatte 290 Plätze für Männer, 136 für Frauen. Der Bau konnte überwiegend mit freiwilligen Spenden finanziert werden. Darunter waren größere Spenden von 10.000 Mark von Herz und Karoline Bodenheimer Erben, 13.200 Mark von fünf Spendern namens Bodenheimer, 2.000 Mark von Isaak Lehmann usw. Die Kosten des Baus betrugen insgesamt über 185.000 Mark. Leiter der Baukommission war Simon Bodenheimer, nach dessen Tod (1906) Dr. med. Lion Bodenheimer. 
    
Die Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft war am 25. November 1906
    
     
Die
Einweihung der neuen Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft am 25. November 1906    

Darmstadt FrfIsrFambl 30111906s.jpg (156299 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. November 1906: "Darmstadt, 26. November (1906). Gestern wurde die in der Bleichstraße neu erbaute Synagoge der israelitischen Religionsgesellschaft feierlichst eingeweiht. Es hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden. Darunter Herr Oberbürgermeister Morneweg. Die Feierlichkeit wurde mit dem Mincha-Gebet in dem bisherigen Lokale eingeleitet. Dann wurden unter Glockengeläute und Chorgesang die Torarollen in das neue Gotteshaus übergeführt. Herr Dr. Bodenheimer, der Vorsitzende des Vorstandes, hielt eine kurze Ansprache, in der er die Einweihung am Geburtstage des Landesherrn als ein gutes Omen bezeichnete und des verewigten Herrn Simon Bodenheimer, des eifrigen Förderers des Baues, besonders gedachte. Von den weiteren Rednern seien hervorgehoben: Herr Prof. Wickop, der Erbauer, und der Rabbiner der Israelitischen Religionsgesellschaft Herr Dr. Marx.   
Der Großherzog hatte bereits am Samstag die Synagoge besucht und eingehend in Augenschein genommen.  
Die Synagoge macht sowohl in ihrem Inneren, wie in der äußeren Ausgestaltung einen ebenso imponierenden, wie künstlerisch vornehmen Eindruck. Sie ist in frühmittelalterlichem Stile, nach romanischer Art, auf dem Platze der früheren, 1872 errichteten Synagoge, die sich als zu klein erwies, in moderner Ausstattung in grauem Kalkstein - die inneren Flächen auf rohem Verputz in Kaseinfarben gemalt - gebaut. Das Gebäude macht besonders durch den mächtigen Turmbau, der im Innern die hohe Kuppel enthält, einen imponierenden Eindruck."    

  
Synagogenutensilien zu verkaufen (1907)   
Anmerkung: die Israelitische Religionsgesellschaft hat sich nach der Einweihung der neuen Synagoge von älteren Einrichtungsgegenständen und verschiedenen Untensielen getrennt; diese standen vermutlich in der alten Synagoge und in dem Betsaal, der in der Zeit zwischen dem Abbruch der alten Synagoge und der Einweihung der neuen Synagoge genutzt wurde.   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Januar 1907:  
"Eine Reihe in gutem Zustande befindliche Synagogenutensilien
Bänke mit zugehörigen Pulten, Vorbeterpulte, Oranhakadesch (Toraschrein), Beleuchtungskörper für Gas eingerichtet etc. stehen zum sofortigen Verkaufe
Der Vorstand 
der Israelitischen Religionsgesellschaft 
Darmstadt.
      

Die Synagoge der israelitischen Religionsgesellschaft, die als schönste Synagoge Darmstadts galt, bestand nur knapp 32 Jahren.     

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Angehörige der SA-Standarte 115 geschändet und niedergebrannt. Die Brandruine musste - teilweise durch die Gemeindeglieder selbst - abgeräumt werden.  
  
Eine Gedenktafel erinnert heute an die ehemalige Synagoge an ihrem Standort.       
  
  
Adresse/Standort der Synagoge        Bleichstraße 2-4 / Ecke Grafenstraße     
      

Fotos    

Die alte Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1872 - 1904) 
(Quelle: Fotos links und Mitte: Arnsberg Bilder s.Lit. S. 35)   

Darmstadt Synagoge 182.jpg (227722 Byte) Darmstadt Synagoge 184.jpg (130600 Byte) Darmstadt Synagoge 188.jpg (63246 Byte)
Die alte Synagoge der 
Israelitischen Religionsgesellschaft 
Innenansicht mit 
Blick zum Toraschrein
Historische Ansichtskarte mit Außen- und Innenansicht der Synagoge
     

Die neue Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (1904 - 1938)

  

Bauzeichnungen der Synagoge  
(Quelle: Stadtarchiv Darmstadt; übernommen aus www.synagogen.info

Darmstadt Synagoge 290.jpg (84481 Byte) Darmstadt Synagoge 291.jpg (83634 Byte) Darmstadt Synagoge 292.jpg (99977 Byte)
Ansicht von der Bleichstraße Schnitt Grundriss der Empore
     

Fotos  
(Quelle: Fotos Mitte und rechts: Arnsberg Bilder s.Lit. S. 36)     

 
Darmstadt Synagoge 187.jpg (75476 Byte) Darmstadt Synagoge 183.jpg (240005 Byte) Darmstadt Synagoge 185.jpg (267051 Byte)
Die Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft in der Bleichstraße Innenansicht mit Blick über die Bima (Vorlesepult) zum Toraschrein
   
      
Die brennende Synagoge 
am 10. November 1938
Darmstadt Synagoge 181.jpg (300201 Byte)  
   Die Synagoge wurde durch Männer der SA-Standarte 115 geschändet und niedergebrannt.
        
   Darmstadt Synagoge 280.jpg (99741 Byte) Darmstadt Synagoge 281.jpg (95979 Byte)
     Die brennende Synagoge (übernommen aus www.synagogen.info
Bildrechte: Inge Bartsch, Langen) 
       
        
Virtuelle Rekonstruktion 
der Synagoge
Darmstadt Synagoge 910.jpg (24123 Byte) 
 Vgl. hierzu Artikel "Wickops Synagoge: Virtuelle Rekonstruktion nach 66 Jahren": 
online bei defacto.de

           
    
  
Links und Literatur

Links

Website der Stadt Darmstadt    
Seite der Darmstädter Geschichtswerkstatt e.V. über "Jüdische Spuren" in Darmstadt  
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Darmstadt   

Literatur:   

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Band  I S. 113-132.
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 54-55.    
Moritz Neumann / Eva Reinhold-Postina: Das Darmstädter Synagogenbuch. Eine Dokumentation zur Synagogeneinweihung am 9. November 1988. Im Auftrag des Magistrats der Stadt Darmstadt und der Jüdischen Gemeinde Darmstadt. Darmstadt 1988. 
               

  

  

                   
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Stand: 18. Dezember 2011