Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Synagogen in Bayerisch Schwaben

   
Ichenhausen (Kreis Günzburg) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge 
 
     

Es bestehen weitere Seiten mit Texten zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Ichenhausen (interne Links):  
 
Seite zur Geschichte der Rabbiner und Lehrer in Ichenhausen   
Seite mit Berichten zum jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben sowie zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
   
       
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)       
   
In Ichenhausen gab es eine große jüdische Gemeinde bis 1942, deren Entstehung in das 16. Jahrhundert zurückgeht. Bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts könnten sich einige der 1518 aus der Freien Reichsstadt Donauwörth ausgewiesene Juden hier niedergelassen haben. 1543-45 war der jüdische Drucker Chajim ben David Schwarz aus Prag in Ichenhausen und besorgte hier eine Ausgabe der Tora (ein Exemplar heute in der Universitätsbibliothek Oxford) sowie ein Gebetbuch (ein Exemplar in der Bayerischen Staatsbibliothek in München). 1567 waren 13 jüdische Familien am Ort. Einige von ihnen werden aus Günzburg zugezogen sein. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges sollten die Juden aus Ichenhausen ausgewiesen werden (1622), doch blieb es bei der Androhung durch den Ichenhauser Ortsherrn Bruno Freiherr von Stain. 
   
Im 17. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder stark zu. Nach der Teilung des Ortes 1657 gehörten zu oberschlossischen Herrschaft der von Stain 58 jüdische Familien, zu der unterschlossischen Herrschaft von Stains 92 Familien. 1730 lebten über 700 Juden in Ichenhausen, nachdem auch viele jüdische Familien aus Thannhausen zugezogen waren (Ausweisung 1717). Ein Zentrum der jüdischen Ansiedlung war im Bereich der Ostergasse, die auch Judengasse genannt wurde. Im letzten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts und in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts wurden durch die Ortsherrschaft und den Ichenhausener Obervogt Staiger in der Hinteren Ostergasse, in der Vorderen Ostergasse und in der Annastraße für Juden weitere 28 Wohnungen gebaut. Bis dahin durften sie nach einem Rezess von 1717 nur 35 Häuser besitzen. 
  
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zahl der jüdischen Einwohner weiter angewachsen. Anfang der 1840er-Jahre dürften über 1.000 jüdische Personen in Ichenhausen gelebt haben, womit hier die damals zweitgrößte jüdische Gemeinde in Bayern bestand (nach Fürth). Die jüdischen Familien lebten bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem vom Handel mit Textilien, Altkleidern, vom Vieh- und Pferdehandel; einige waren jedoch auch schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Landwirte tätig. Schon um 1850 ging durch Aus- und Abwanderung der jüdischen Einwohner deren Zahl stark zurück: 1853 wurden nur noch 718 jüdische Einwohner gezählt. Bis 1869 bildeten die jüdische und die christliche Gemeinschaft auch getrennte bürgerliche Gemeinden mit einer je eigenen Verwaltung und Finanzwirtschaft, danach wurde eine gemeinsame politische Gemeinde aus Christen und Juden gebildet. 
   
Zahlreiche jüdische Vereine und Institutionen prägten das Gemeindeleben. Es gab am Ort ein jüdisches Altersheim (ab 1919), eine Zweigstelle der Zentralen Wohlfahrtsstelle, den Verein für Krankenfürsorge Bikkur Cholim (gegründet 1880), den Verein für die Verteilung von Brennholz an Bedürftige Ez-Chajim, dem Israelitischen Frauenverein (gegründet ca. 1735, Ziele: Krankenwachen, Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattung) den jüdischen Jugendverein, einen Sportbund Makkabi, den Lernverein Talmud Thora (1925 47 Mitglieder), den Bund jüdischer Frontsoldaten. Dazu gab es mehrere Stiftungen. 
  
Ichenhausen wurde früh Sitz eines Bezirksrabbinates (bis 1806 war der Ichenhausener Rabbiner "Landesoberrabbiner", dann Distriktsrabbiner, schließlich Bezirksrabbiner; der letzte Bezirksrabbiner Simon Schwab wanderte 1936 in die USA aus, wo er 1993 starb). Das christlich-jüdische Miteinander war in Ichenhausen sehr eng. In den allgemeinen Vereinen und kommunalen Gruppierungen waren Juden und Christen gemeinsam engagiert. Beispielsweise wurde der Ichenhausener Turnverein aus Initiative des jüdischen Hauptlehrers Julius Thalmann 1884 gegründet. 1920 waren 12 der 33 Mitglieder des Ortsvereines der SPD in Ichenhausen jüdischen Glaubens, drei davon saßen im Stadtrat.  
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Ernst Gerstle (geb. 29.10.1890 in Ichenhausen, gest. 27.6.1918 in Gefangenschaft), Hugo Gerstle (geb. 23.6.1890 in Ichenhausen, gef. 21.7.1917), Isak Gerstle (geb. 23.9.1892 in Ichenhausen, gef. 4.11.1914), Max Gerstle (geb. 21.2.1886 in Ichenhausen, gef. 14.12.1914), Gefreiter Isak Heilbronner (geb. 5.3.1890 in Ichenhausen, gef. 16.10.1916), Max Henle (geb. 4.6.1898 in Ichenhausen, gef. 24.7.1917), Louis Mann (geb. 13.1.1879 in Ichenhausen, gef. 26.7.1915), Berthold Weimersheimer (geb. 18.8.1895 in Ichenhausen, gef. 5.5.1915), Gefreiter Louis Winschbacher (geb. 19.1.1888 in Ichenhausen, gef. 4.11.1914). Außerdem sind gefallen: Leutnant Rudolf Bernheimer (geb. 9.5.1889 in Ichenhausen, vor 1914 in Augsburg wohnhaft, gef. 19.2.1915). Bernhard Weimersheimer (geb. 11.3.1890 in Ichenhausen, vor 1914 in Nürnberg wohnhaft, gef. 29.8.1917).    
   
Um 1925
gehörten zur jüdischen Gemeinde noch etwa 300 Personen (etwa 11,1 % der Gesamteinwohnerschaft von etwa 2.700 Einwohnern). Den Vorstand der jüdischen Gemeinde bildeten damals Julius Krämer, Heinrich Neuburger, Jakob Blum, Louis Frank, David Weglein, Jakob Gradman und Gustav Gerstle. Als Rechner der Gemeinde war Dr. Neuwirth tätig. Ludwig Schwarz war Kantor, Moses Meinfelder Synagogendiener. Die jüdische Volksschule (Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu 200 Kinder) besuchten noch 26 Kinder. Um 1932 waren die Vorsitzenden der Gemeinde Julius Krämer (1. Vorsitzender) und Gustav I. Gerstle (2. Vorsitzender). Schatzmeister war Jacob Gerstle. Eine Repräsentanz der Gemeinde hatte sechs Mitglieder. Lehrer war inzwischen (seit 1929) Sigmund Hammelburger. Zur jüdischen Gemeinde Ichenhausen gehörten als Filiale die in Neu-Ulm lebenden jüdischen Personen. 
   
1933 lebten etwa 320 jüdische Personen in Ichenhausen. Ihnen gehörten knapp 80 Häuser und 60 Geschäfte. Die jüdischen Vereine entwickelten nach 1933 noch ein reges Gemeindeleben, obwohl die Lebensbedingungen auf Grunde der zunehmenden Restriktionen immer schwieriger wurden. Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom am es zur völligen Zerstörung der Inneneinrichtung der Synagoge und einer Verwüstung des jüdischen Friedhofes. SS und Hitlerjugend taten sich bei den Aktionen besonders hervor. 80 bis 100 jüdische Männer wurden nach Dachau verschleppt. Bis 1941 konnten insgesamt 168 Juden emigrieren, 90 von ihnen in die USA. Weitere 64 verzogen in andere deutsche Städte, von wo sie großenteils deportiert worden. Direkt aus Ichenhausen wurden 129 Personen deportiert, fast alle ermordet. Die Deportationen gingen nach Piaski (Polen) am 3. April 1942 (81 Personen), nach Theresienstadt am 8. August 1942 (32 Personen) und direkt nach Auschwitz am 8. März 1943 (zehn Personen). 
      
      
      
Zur Geschichte der Synagogen      
    
Die Gemeinde hatte eine erste, 1687 erbaute Synagoge. Sie wurde 1781 durch einen Neubau ersetzt, der vermutlich von dem berühmten Kirchenbauer Joseph Dossenberger (1721-1785) entworfen wurde. Es handelt sich dabei um einen längsrechteckigen Bau mit der Längsachse senkrecht zur Straße. Hohe Fenster, die sehr tief ansetzen, erhellen das Innere an drei Seiten. Die vier Rundbogenfenster an jeder Langseite werden durch flache Rahmen gegen das Putzmauerwerk abgesetzt. Gleichfalls 1781 wurde ein dreigeschossiger Anbau errichtet, in dem eine Schule, eine Rabbinerwohnung und im Keller eine Mikwe untergebracht waren.  
   
Über die "Zustände" in der Synagoge liegt aus dem Jahr 1845 ein Bericht in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vor (Ausgabe vom 18. August 1845). Demnach gab es in der Synagoge in den 1840er-Jahren noch Betständer und keine Subsellien (Bankreihen). Im Zusammenhang mit den damaligen Reformen wurden Chorgesang und die deutsche Predigt eingeführt:     

Ichenhausen AZJ 18081845.jpg (129588 Byte)Aus Bayern.  Auf einer Geschäftsreise machte ich des Samstags wegen in Ichenhausen, der zweiten größten israelitischen Gemeinde des Königreichs Bayern, Rast. Ich begab mich Vormittags in die Synagoge, um dem Gottesdienste beizuwohnen. Bei meinem Eintritte in die Synagoge war ich von geteilten Empfindungen bewegt. Der schöne, einfache und symmetrische Bau dieses Gotteshauses kontrastierte gewaltig mit der innern Einteilung desselben, da statt der Subsellien in der ganzen Synagoge nur Stände in den verschiedensten Nuancen zu sehen sind, die vielleicht schon ein Jahrhundert überdauert haben mögen. Der Gottesdienst selbst wird noch nach altem Herkommen, jedoch in ziemlicher Ruhe und Ordnung abgehalten. – Zu meinem großen Vergnügen hörte ich aber eine Predigt mit an, die der Rabbinatskandidat Herr Hochheimer, würdiger Sohn des dortigen Rabbiners, vortrug, die nicht nur ihres schönen, gediegenen Inhaltes wegen, sondern auch der Art und Weise des Vortrages große Anerkennung verdient. – Es kann den für das Bessere gesinnten Gemeindemitgliedern nur zur Ehre gereichen, dass sie sich alle Mühe gaben, diesen trefflichen Theologen aus eigenen Mitteln für sich zum Predigen zu gewinnen. – Auch der Choralgesang, der seit neuester Zeit unter Leitung des Lehrers Höchstetter stattfindet, verdient öffentliche Belobung. – Möge diese Gemeinde fortfahren so freiwillig das Schöne und Edle beim Gottesdienstes zu fördern und sie wird dann in jeder Beziehung unter den Gemeinden Bayerns einen würdigen Rang einnehmen.  

In einem Reisebericht von 1850 wird der Zustand der Synagoge als "verfallen und abstoßend" bezeichnet:    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Juli 1850: "Wieder nach Bayern zurückkehrend, erwähne ich des schönen israelitischen Schulhauses in der großen Gemeinde Ichenhausen mit vier Lehrern, von welchen einer das lukrative Geschäft einer Weinschenke betreibt, und der gut organisierten Kleinkinderschule des gemütreichen Lehrers Ullmann, in dessen zweitätigem Umgang ich liebe Jugenderinnerungen noch einmal im Geiste durchlebte. Die dortige Synagoge sieht verfallen und abstoßend aus und nur wenn man einen Blick nach oben wendet, zeigen sich Spuren ehemaliger baulicher Schönheit..."      

1852 wurde der Synagogenraum erweitert, vermutlich wurden auch Subsellien (Bankreihen) anstelle der Betständer eingebracht.  
   
Wiedereinweihung der restaurierten Synagoge (1853)   

Ichenhausen AZJ 23051853a.jpg (281510 Byte)Artikel in der 'Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Mai 1853: 'Bayern, im Mai (1853). Wenn gleich kirchliche Lokalfeierlichkeiten für das größere Publikum nur von untergeordnetem Interesse sind, der richtige Takt der verehrlichen Redaktion dieses Blattes, welcher derartigen Berichten wieder größeren Raum zulässt, möge auch folgender von Freundes Hand uns zugekommene Mitteilung ihre Berechtigung geben. Eine solche Feierlichkeit fand kürzlich in Ichenhausen, nach Fürth der größten israelitischen Gemeinde Bayerns, zur Einweihung der restaurierten Synagoge statt. In dieser fehlte es schon lange, trotzdem über 250 Personen aus der Gemeinde nach Amerika seit Jahren ausgewandert waren … an Raum, und wie wir aus eigener Anschauung früher in diesen Blättern berichteten, an Sauberkeit, Symmetrie und angemessener äußerlicher Ausstattung, namentlich den Prachtgebäuden vieler israelitischer Einwohner gegenüber. Mit diesem stand die Handhabung einer zeitgemäßen Synagogen-Ordnung in Harmonie. Das Vorhaben der Einsichtigeren, durch Ersetzung der veralteten Synagogenstände mittelst Subsellien (Bankreihen), sowie durch Entfernung des Almemors – eine Synagoge in der Synagoge – und Verbindung desselben mit dem Amod, an Raum zu gewinnen, scheiterte, trotz der Zustimmung des im Rufe der Frömmigkeit stehenden Rabbiners an dem Widerstand der Hyperorthodoxen, welchen einmal alles Altgewordene ein Götze ist, bis sie jedoch nachgaben und zwar zu einer Zeit nachgeben mussten, in der diese Herren anderwärts sich erst recht breit machen. Dem mühevollen und bei unseren Leuten doppelt verdrießlichen Geschäft der Leitung und Beaufsichtigung des Unternehmens unterzogen sich eifervollst und opferwillig die beiden Vorsteher, die Herren D. Einstein und H. Wimpfheimer mit dem schönsten Erfolg. Das Innere der Synagoge ist mit herrlichen Malereien und mit zwei prachtvoll gemalten Fenstern – einem Geschen des Herrn Nathan Heilbronner – geziert, mit erhöhtem Raum für den Chor und schöner Kanzel versehen und nicht s ist gespart worden, das Gotteshaus würdig auszustatten. Dem Allen entsprach die Einweihung, zu deren Feier sich auch der Grundherr, der Königliche Kämmerer, Baron von Stein, dann der Königliche Landrichter und viele katholische Geistliche und Schullehrer der Umgegend – letztere wirkten freiwillig bei der Ausführung der Gesänge mit, ein echter Pädagoge ist folgerichtig auch wahrer Menschenfreund – und die christliche Einwohnerschaft in reicher Zahl, eingefunden hatten. Von der solennen Feier, gehoben durch den vom Herrn Lehrer Höchstädter eingeübten Sängerchor, mit welchem der Vorsänger Herr Einstein seinen Gebetsvortrag in schönem Einklang zu bringen verstand und die inhaltsreiche Predigt des greisen Rabbiners Herrn Hochheimer (Anmerkung: Es ist unsers Bedünkens nur zu loben, dass die Gemeinde von ihrem Vorhaben, einen auswärtigen Rabbiner zum Festprediger zu berufen, abgegangen ist. Der Mann, welcher das ganze Jahr dem religiösen Bedürfnis der Gemeinde genügt, muss es auch in einem solchen Falle vermögen, und sollte auch seine Predigt nicht allen homiletischen Anforderungen entsprechen. Über derlei Schaustellungen müssen wir einmal hinwegkommen. Korresp.) fanden sich alle erbaut und gehoben.
Ein Doppeltes trat auch bei dieser Feier wieder zutage: der im Zunehmen begriffene Sinn des jüngern jüdischen Geschlechts für unsere religiösen Institutionen und das Chimärenhafte der Behaupt unsere Gegner, als sei das christliche Volk gegen die Gleichberechtigung voreingenommen. Wo das Volk nicht gewaltsam oder durch List auseinander gehalten wird, da gewinnt die Humanität immer größere Kreise und der Mensch nähert sich seinem andersgläubigen Nebenmenschen in Liebe und Frieden.
Möchte nur – diesen Wunsch fügen wir zur Beherzigung schließlich an – der Gottesdienst in dem neuen Hause auch fortan ein würdiger sein, ein solcher, in dem auch das jüngere Geschlecht Erbauung, alle aber einen Mittelpunkt religiöser Erhebung zur Tugend und Wahrheit finden mögen. 

Predigt von Rabbiner Dr. Auerbach aus Halberstadt in der Synagoge (1865)  

Ichenhausen Israelit 07061865.jpg (75219 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juni 1865: "Ichenhausen (Bayern), den 23. Mai (1865). Der jüngstvergangene Samstag brachte uns einen seltenen Hochgenuss. Der berühmte Rabbiner zu Halberstadt, Herr Dr. Auerbach, welcher hierorts zum Besuche bei seinem Schwiegersohne, dem hiesigen Rabbiner weilte, ließ sich erbitten, in unserer Synagoge eine Predigt zu halten, die nach Inhalt und Form ebenso vollendet wie erhebend und begeisternd war. Der Redner wusste alle Hörer so hinzureißen, dass kein Auge tränenleer blieb, und die hohe Weihe des Gottesdienstes, die noch durch die vorzüglichen Leistungen unseres Kantors, Herrn Stark, erhöht wurde, bei Allen bleibende Eindrücke hinterließ. Als Zeichen ihrer Verehrung ließ denn auch die hiesige israelitische Gemeinde durch die Kultusvorsteher, Herrn Einstein, Herrn Seligmann und das Kultus-Ausschuss-Mitglied Herrn Heilbronner, dem Gaste einen schönen silbernen Pokal zum Andenken überreichen."

1894/95 wurde in der Nähe der Synagoge ein neues repräsentatives Rabbinatsgebäude erstellt (heute von-Stain-Straße 8). 

Im Sommer 1896 wurde die Synagoge umfassend renoviert, wozu diese vier Monate geschlossen war. Insbesondere der Innenraum wurde neu ausgestattet (großes Deckenoval, mit Stuck und raumdeckender Ausmalung). Von den Renovierungsmaßnahmen berichtet anlässlich der Wiedereinweihung der Synagoge die Zeitschrift "Der Israelit" am 15. September 1896: 

Ichenhausen Israelit 15091896.JPG (143335 Byte)"Ichenhausen. Am Vorabend zum Schabbat Wajelech (Freitag, 11. September 1896). Heute vor acht Tagen, am Vorabend zum Schabbat Nitsabim (Freitag, 4. September 1896), wurde in der hiesigen Kultusgemeinde die Einweihung der restaurierten Synagoge in feierlicher Weise begangen. Nachdem Nachmittags 3 Uhr das Minchagebet im bisherigen Betsaale verrichtet worden war, erfolgte um 5 3/4 Uhr die Aufstellung mit den Torarollen vor dem Rabbinatsgebäude, und begab sich um 6 Uhr der feierliche Zug zur Synagoge, wo er vom Synagogenchore mit dem Gesang Ma towu empfangen wurde. Hierauf fand mit den Torarollen der Umgang in der Synagoge unter dem Gesang ... statt. Nachdem der neue prachtvolle Aron Hakodesch (Toraschrein) geöffnet worden war, sprach Herr Rabbiner Dr. Cohn ein herrliches Weihegebet, worauf unter dem Absingen von ... die Torarollen in die heilige Lade verbracht worden. - Herr Rabbiner Dr. Cohn hielt nun in bekannter meisterhafter Weise die Festpredigt. - An dieselbe schloss sich das Tefilat Arawit Leschabbat (Abendgebet am Vorabend vor dem Schabbat) mit Chorgesang. Die seit vier Monaten geschlossene und während dieser Zeit restaurierte Synagoge präsentiert sich als wahres Schmuckkästchen. Die schönste Zierde derselben ist der vom ersten Kultusvorstande Herrn M. Sulzer aus eigenen Mitteln gespendete neue Aron Hakodesch (Toraschrein), ein wahres Prachtstück des Kunsthandwerks. Durch die neuen, ebenfalls von verschiedenen Kultusverwaltungs- und Gemeindemitgliedern gestifteten, hohen farbigen Glasfenster ist die Synagoge heller und freundlicher geworden. Überhaupt muss mit Freuden konstatiert werden, dass sich anlässlich dieser Synagogenrenovation die allbekannte Opferwilligkeit aller Mitglieder unserer Kultusgemeinde aufs neue dokumentierte. - Ganz besonderes Verdienst um die so herrlich durchgeführte Restauration haben sich die Mitglieder der Baukommission Herr M. Sulzer, I. Kultusvorstand, Herr G. Reichenberger, II. Kultusvorstand, der auch den im Synagogenhofe stehenden neuen Brunnen stiftete, und die Herren Abr. Koschland und Aron S. G. Heller erworben. Möge nun dieses so herrlich restaurierte Gotteshaus wieder voll und ganz seiner heiligen Bestimmung dienen und die in demselben verrichteten Gebete bei Haschem jitbarech (Gott, er sei gepriesen) Erhörung finden. Amen. Ken jehi Razon (Amen. So möge es (Gottes) Wille sein).  

Gedächtnisfeier und Enthüllung der Tafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in der Synagoge (1922)   

Ichenhausen Israelit 27071922.jpg (122522 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juli 1922: 'Ichenhausen, 10. Juli (1922). Eine wehmütig ernste Gedächtnisfeier zu Ehren ihrer im Weltkriege gefallenen Söhne, veranstaltete die israelitische Kultusgemeinde Ichenhausen gestern Mittag in der Synagoge anlässlich der Enthüllung der beiden marmornen Gedächtnistafeln. Das Gotteshaus war mit Fichten und Lorbeerbäumchen geschmückt und mit Girlanden verziert, die beiden Tafeln mit Lorbeerkränzen und Trauerschleifen umwunden. Herr Kultusvorstand Krämer gab in einer kurzen Ansprache den Gefühlen der Wehmut und der Trauer um den Verlust von 12 blühenden Mitgliedern unserer Kultusgemeinde, die als Opfer des Weltkrieges an heiliger Stätte verewigt wurden, sowie dem Gefühle des Dankes Ausdruck an alle, die sich zu diesem Akte der Pietät eingefunden hatten. Die eigentliche Gedächtnisrede hielt Herr Lehrer Blum, der in zu Herzen gehender Weise seine Zuhörer zu packen wusste. Für den Reichsverband jüdischer Frontsoldaten sprach zugleich im Namen der Münchener Ortsgruppe dieses Vereins Herr Dr. Arthur Reichenberger. Der Synagogenchor, verstärkt durch die Mitglieder des Gesangvereins Zion, sang die Trauergesänge der Seelenfeier. Die schlichte Trauerfeier, an der eine Fahnenabordnung des vereinigten Veteranen- und Kriegervereins, die Stadtvertretung, Vertreter der Kirchengemeinden, sowie zahlreiche geladene Gäste als Vertreter der Stadtgemeinde teilnahmen, hinterließ einen tiefen, feierlichen Eindruck."

Eine weitere größere Umbaumaßnahme stand im Sommer 1929 an. Dabei war die Synagoge drei Monate geschlossen, um eine neu Dampfheizung einbauen zu können. Ende September 1929 erfolgte die Neueinweihung der Synagoge, über die in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung am 1. Oktober 1929 berichtet wurde: 

Ichenhausen BayrIsrGZ 01101929.JPG (159677 Byte)Ichenhausen. Nach dreimonatiger Unterbrechung, während welcher in unserer Synagoge die Dampfheizung erstellt worden war, konnte vergangenen Freitag Abend unser Gotteshaus wieder bezogen werden. Dieser erste Gottesdienst gestaltete sich zu einer erhebenden Feier, die wohl all unseren Gemeindemitgliedern in immer freudiger Erinnerung bleiben wird. In emsiger, dankenswerter Arbeit hatte der jüdische Jugendverein das Gotteshaus mit dem frischen Grün der Girlanden und Bäume geziert. Punkt sechs Uhr öffnete sich das Mitteltor der dichtbesetzten Haupthalle und in langsamem Zuge wurden die mir ihrem altehrwürdigen Silberschmuck versehenen 24 Torarollen herein getragen, während der Synagogenchor unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, des Herrn N. Reichenberger, das herrliche "Ma-tauwu von Lewandowski" sang. Unter den Klängen des von Knaben und Jünglingen gemischten Chores "Halleluja von Lewandowski", welchen Herr Reichenberger einstudiert hatte und leitete, wurden die Seforim (Torarollen) eingehoben. Herr Rabbiner Dr. Neuwirth entzündete das Neer tomid (Ewiges Licht) und bestieg dann  (nach dem Minchagebet) die Kanzel, um in weihevoller Rede den feierlichen Augenblick zu würdigen. Er gedachte der großen Spende des Max Koschland aus San Franzisko und wies auf die Gedenktafel hin, die anlässlich dieser Spende zu Ehren seiner seligen Eltern in der Synagoge angebracht worden war. Er erinnerte an den Opfersinn der vielen sonstigen Spender, von denen jeder nach seinem Können zur Beschaffung der Mittel beigetragen, dankte der Firma Schlund & Co., Augsburg, welche die Heizung erstellt hatte, dankte der Verwaltung für ihre Mühen und würdigte mit Recht ganz besonders die reichen Verdienste unseres ersten Vorstandes, des Herrn Jul. Krämer. In einer philosophischen Betrachtung über Gotteshaus und Gottesdienst klang seine Festpredigt aus. Der übliche Freitagabendgottesdienst - verschönt durch die Chöre des Synagogenchores - bildete einen würdigen Abschluss dieser erhebenden Feier.

In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge im Inneren zerstört, das Gebäude blieb jedoch erhalten. Es diente während des Krieges als Heulager und als Lager für Farben der Wehrmacht; zeitweise stand es auch leer. 1945 wurde das Gebäude von alliiertem Militär beschlagnahmt und der jüdischen Vermögensverwaltung übergeben. Diese verkaufte das Gebäude 1953 an die Stadt Ichenhausen. Von November 1958 bis Sommer 1985 wurde die ehemalige Synagoge als Feuerwehrhaus zweckentfremdet. 
   
Seit 1980 bemühte sich ein am 28. Juli 1980 konstituierter  "Aktionskreis Synagoge Ichenhausen e.V." (Vorsitzender Moritz Schmid) um die Renovierung der Synagoge. Diese konnte 1984 bis 1987 durchgeführt werden. Dabei wurde das Synagogengebäude als Bauwerk komplett wiederhergestellt). Am 4. Dezember 1987 wurde das Gebäude als "Haus der Begegnung" feierlich eröffnet. In den oberen Stockwerken gibt eine Dauerausstellung Einblicke in das Leben der Juden auf dem Land.
   
   
Standort:    Vordere Ostergasse 24    
   
   
   
Fotos 
Historische Fotos (um 1930): 
(Die Fotos stammen aus der Sammlung Theodor Harburger: Quelle: Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem; großenteils veröffentlicht in "Die Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Jüdisches Museum Franken. 1998; die nachfolgenden Fotos wurden direkt von den Central Archives zur Verfügung gestellt; sw-Fotos nach 1945 aus der Festschrift von 1987 "Synagoge Ichenhausen", s.Lit.)  ) 

Ichenhausen Synagoge 010.jpg (53936 Byte) Ichenhausen Synagoge 011.jpg (36533 Byte) Ichenhausen Synagoge 834.jpg (101191 Byte)
Die bemalte Stuckdecke der Synagoge Innenansicht der Synagoge
   
Ichenhausen Synagoge 012.jpg (41918 Byte) Ichenhausen Synagoge 013.jpg (49319 Byte) Ichenhausen Toraschild 01.jpg (60627 Byte) Ichenhausen Toraschmuck 01.jpg (52719 Byte)
Blicke zum Almemor (unterschiedliche
 Toraschrein-Vorhänge) 
Toraschild
Rimon - 
Toraoberschmuck 
     
Ichenhausen Sederteller 01.jpg (84697 Byte) Ichenhausen Memorbuch 02.jpg (58455 Byte) Ichenhausen Memorbuch 03.jpg (41152 Byte)
Sederteller Fotos oben und unten: Das Memorbuch von Ichenhausen
   
    Ichenhausen Memorbuch 01.jpg (64435 Byte) Ichenhausen Memorbuch 04.jpg (66685 Byte)
     
     
Nach 1945: Die Synagoge als
 Feuerwehrhaus 
(Fotos von 1984) 
Ichenhausen Synagoge 835.jpg (62381 Byte)  Ichenhausen Synagoge 832.jpg (79876 Byte) 
  Auffallend: der angebaute Schlauchturm
 und die Einfahrtstore im Bereich des
 früheren Toraschreines
Rechts im Regal über der auf Höhe 
der Frauenempore eingezogenen
 Betondecke: Feuerwehrschläuche 
     
 Restaurierungsarbeiten in 
den 1980er-Jahren 
Ichenhausen Synagoge 833.jpg (67280 Byte) Ichenhausen Synagoge 831.jpg (73978 Byte) Ichenhausen Synagoge 830.jpg (35367 Byte)
Mühsame Beseitigung der 1958
 eingezogenen Zwischendecke aus
 Stahlbeton (Januar 1986)
Der Innenraum nach 
Entfernung der Betondecke 
(Januar 1986)
Schwierig war die Sanierung 
der Fundamente des Gebäudes 
   

   
Neuere Fotos:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 23.7.2004) 

Ichenhausen Synagoge 110.jpg (37299 Byte) Ichenhausen Synagoge 109.jpg (46715 Byte) Ichenhausen Synagoge 103.jpg (63233 Byte)
Hinweisschild zur Synagoge Blick von Südosten Blick von Süden
     
Ichenhausen Synagoge 105.jpg (55955 Byte) Ichenhausen Synagoge 102.jpg (42437 Byte) Ichenhausen Synagoge 101.jpg (36333 Byte)
Gedenktafel für die in der NS-Zeit 
aus Ichenhausen umgekommenen
 jüdischen Einwohner
Hinweistafel Eingang zum Betsaal mit Inschrift aus
 Psalm 118,20: "Dies ist die Pforte des
 Ewigen, Gerechte treten da ein"
 (Übersetzung L. Zunz)
 
     
Ichenhausen Synagoge 100.jpg (63691 Byte) Ichenhausen Synagoge 108.jpg (66100 Byte) Ichenhausen Synagoge 106.jpg (51873 Byte)
Blick nach Osten Blick auf die Stelle des 
ehemaligen Toraschreines
Leuchter und 
Sternendecke
  
     
Ichenhausen Synagoge 107.jpg (58064 Byte) Ichenhausen Synagoge 104.jpg (62436 Byte) Ichenhausen Rabbinat 100.jpg (58353 Byte)
Blick zu den 
Frauenemporen
Seitenfenster an 
der Südseite
Gegenüber der Synagoge: das 1894/95
 erstellte Rabbinatsgebäude
     
Die 2003/04 freigelegte und 
restaurierte Mikwe (rituelles Bad)
Ichenhausen Mikwe 100.jpg (53036 Byte) Ichenhausen Mikwe 101.jpg (53108 Byte)
   Die Mikwe befindet sich im Keller des 1781 erstellten Anbaus zur ehemaligen Synagoge
     
     
Andernorts entdeckt   Frankfurt Friedhof N12051.jpg (269825 Byte) 
  Grabstein für Fanny Bissinger aus Ichenhausen (1865-1937) im 
jüdischen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße in Frankfurt am Main    
     

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    

September 2008: Veranstaltungen zum "Tag der Europäischen Jüdischen Kultur" am 7. September 2008  
Spuren jüdischen Lebens in Schwaben - Artikel in der "Augsburger Allgemeinen" am 1. September 2008 (www.augsburger-allgemeine.de)  
Ichenhausen/Krumbach. Auch in diesem Jahr veranstalten jüdische und nichtjüdische Organisationen gemeinsam den europäischen Tag der jüdischen Kultur. In 30 europäischen Ländern stehen am Sonntag, 7. September, Kulturdenkmäler wie Synagogen, Friedhöfe, Ritualbäder, Museen und Gedenkstätten zur Besichtigung offen. Der Landkreis Günzburg bietet ebenfalls eine reiche jüdische Geschichte, die am Sonntag lebendig werden soll. 
Die Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen leistet einen Beitrag zum europäischen Tag der jüdischen Kultur. Das "Haus der Begegnung" ist hierzu von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Interessierte können die Dauerausstellung "Juden auf dem Lande - Beispiel Ichenhausen" sowie die erst im Jahr 2001 im Keller der ehemaligen Synagoge entdeckte Mikwe (rituelles Tauchbad) besichtigen. Auch die Ton-Bild-Schau, die dem Betrachter auf lebendige Weise die Geschichte der Juden in Ichenhausen vor Augen führt, wird an diesem Nachmittag gezeigt. Schließlich finden noch zwei Führungen um 14 und 15.30 Uhr "Auf den Spuren jüdischen Lebens" über den jüdischen Friedhof statt. Treffpunkt ist der Parkplatz bei der Freizeit- und Minigolfanlage am südlichen Stadtrand von Ichenhausen. Auch das Ichenhauser Schulmuseum beteiligt sich am europäischen Tag der jüdischen Kultur mit einem Tag der offenen Tür von 10 bis 17 Uhr - der Eintritt ist frei. Um 14 und 15.30 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung "Die jüdische Schule in Bayern - von der Aufklärung bis zur Gegenwart" statt.  Jüdische Geschichte wird auch in Krumbach beleuchtet. Der Heimatverein Krumbach organisiert um 14 Uhr eine Führung zu den Zeugnissen der jüdischen Familie Landauer in Hürben mit Herbert Auer im Mittelschwäbischen Heimatmuseum. Um 16 Uhr führt Herbert Auer über den jüdischen Friedhof an der Augsburger Straße. 
  
März 2010: Veranstaltungen zur "Woche der Brüderlichkeit"  ^
Pressemitteilung der VG Ichenhausen vom 25. Februar 2010: "Ichenhausen: Woche der Brüderlichkeit vom 07. März bis 14. März 2010 
Motto: 'Verlorene Maßstäbe'
Am Sonntag, dem 07. März 2010, beginnt auch in der ehemaligen Synagoge Ichenhausen die 'Woche der Brüderlichkeit', die in diesem Jahr unter dem Motto 'Verlorene Maßstäbe', steht.
Zum Herzstück dieser Aktion, die in vielen Städten und Gemeinden im Bundesgebiet stattfindet, hat sich in Ichenhausen der Lernzirkel 'Jüdisches Leben – Jüdischer Glaube' entwickelt. Aufgrund des überwältigenden Erfolgs und der großen Nachfrage in den vergangenen Jahren bereiten etwa 120 Neuntklässler des Dossenberger-Gymnasiums Günzburg mit Unterstützung ihrer Religionslehrer diese bundesweit wohl einzigartige Aktion im Unterricht vor. In der Woche der Brüderlichkeit schlüpfen die Gymnasiasten an fünf Vormittagen (08. bis 12.03.2010) in die Rolle des Lehrers und bringen Viertklässlern aus dem gesamten Landkreis jüdische Geschichte und Religion bei.
In mehreren Stationen, u.a. auf dem jüdischen Friedhof in Ichenhausen, vermitteln die Schüler des Dossenberger-Gymnasiums den Viertklässlern anschaulich und greifbar Wissen über das Judentum im Allgemeinen sowie über die Juden in Ichenhausen. Die Anregung zu diesem Lernzirkel kam im Jahr 1999 von Altlandrat Dr. Georg Simnacher. Auch Landrat Hubert Hafner, zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen, unterstützt diese Aktion, die fast ausschließlich von der Stiftung finanziert wird.
Zur Einstimmung auf die Woche der Brüderlichkeit veranstaltet das Klezmer-Ensemble Mesinke am Samstag, dem 06.03.2010 um 20:00 Uhr eine Klezmernacht in der ehemaligen Synagoge Ichenhausen. Für das Konzert konnte die Band das weltbekannte Duo Lerner/Moguilevsky aus Buenos Aires gewinnen. Das Erbe ihrer osteuropäischen Vorfahren bildet für die Musiker, die bei den wichtigsten Klezmer- und Jazzfestivals in Europa und den USA zu Gast waren, den Ausgangspunkt für furiose Improvisationen. Auf der Bühne tauschen die Multiinstrumentalisten Klarinette und Akkordeon immer wieder gegen Saxophon, Dudelsack, Flöte, Klavier oder Perkussion und nutzen die klangliche Vielfalt, um sich zwischen argentinischem Folk, Jazz, zeitgenössischer Musik und Tango auszutoben. Mesinke spielt im Vorprogramm Kostproben aus ihrer inzwischen 19-jährigen Bandgeschichte. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Günzburger Zeitung und den Mittelschwäbischen Nachrichten.
Informationen zur 'Woche der Brüderlichkeit' gibt es unter der Tel.Nr. 08223/4005-52 oder 08221/930440. Quelle: VG Ichenhausen."
    
Juni 2010: Beitrag über Pfarrer Heinrich Sinz, Zeitzeuge und Geschichtsschreiber über die NS-Zeit in Ichenhausen     
Huerben PA 201006h.jpg (49958 Byte)Foto links von der Primiz von Heinrich Sinz. Im Vordergrund die sogenannten 'Primizbräutchen'. Links ein Gedicht, das Heinrich Sinz vom 'Primizbräutchen' Dorle Maier gewidmet wurde. Foto: Sammlung Heimatverein Krumbach   
Artikel (nur der erste Teil wird auf Grund der Länge zitiert) von Peter Bauer und Manfred Keller in der "Augsburger Allgemeinen" vom 26. Juni 2010 (Artikel): "Geschichtsschreibung ohne Gedankenfreiheit. 
Krumbach
Er schrieb im wahrsten Wortsinn Geschichte - in einer Zeit, in der sich Menschen anmaßten, über die Gedanken anderer zu herrschen. Kann man in einer solchen Zeit über Geschichte schreiben? Vor rund 70 Jahren (sc. 1940) erschien das von Pfarrer Heinrich Sinz verfasste heimatkundliche Buch 'Beiträge zur Geschichte des ehemaligen Marktes und der nunmehrigen Stadt Krumbach (Schwaben)'.
1940: Frankreich erobert, halb Europa besetzt, ein Volk unter Waffen. Hitler befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Wer in dieser Zeit über Geschichte schreiben will, dem sitzen die Schergen der Nazis buchstäblich im Nacken. Bei seiner Darstellung der Geschichte Krumbachs vermag Sinz sich dem Diktat der Machthaber teilweise durchaus immer wieder zu entziehen. Doch der Krumbacher Heimatforscher Herbert Auer sagt auch, dass im Buch von Sinz beispielsweise die Geschichte der jüdischen Kultur in Krumbach-Hürben nur unvollständig wiedergegeben sei. Dies bestätigt der Blick ins Buch. Die jüdische Geschichte Krumbach-Hürbens konzentriert sich in der Darstellung von Sinz auf die Zeit vom 15. bis 19. Jahrhundert. Das Buch von Sinz endet im Wesentlichen mit dem Ersten Weltkrieg. Ausgespart bleibt die damals jüngste Geschichte - und damit auch die Machtübernahme und die Terrorherrschaft der Nazis. Heinrich Sinz schreibt sein Krumbacher Geschichtsbuch in einer Welt, in der es keine Gedankenfreiheit gibt. Damit muss es ein Buch mit vielen Widersprüchlichkeiten, mit vielen Fragezeichen werden.
Zeuge rasender Gewalt. Keine Gedankenfreiheit: Für Sinz ist das offensichtlich eine durchaus bittere Erfahrung. In Ichenhausen, wo der gebürtige Hürbener Sinz Pfarrer ist, wird er 1938 Zeuge der rasenden Gewalt der Reichspogromnacht. Sinz, der nach Mitteilung von Auer zum Ichenhauser Rabbiner immer ein gutes Verhältnis unterhalten hat, notiert Denkwürdiges in seinen Aufzeichnungen: Er schildert mit großer Anteilnahme, wie Juden mit 'Gummiknüppeln geschlagen, mit den Füßen gestoßen und angespien' werden. Weiter ist in seinen Aufzeichnungen nachzulesen: 'Und was das Häßlichste war: Schulknaben waren dabei, die ihnen nachliefen ... junge Burschen holten alte Juden aus den Häusern und führten sie triumphierend zum Rathaus.' Sinz schreibt, dass die Mehrzahl der Anwohner darüber 'empört' gewesen sei. Doch 1950 sagt er rückblickend einem Journalisten: 'Ich frage unseren Herrgott, warum hat er mich nur so lange leben lassen, um diese Schande mitzuerleben?' Sinz‘ Aufzeichnungen über die Geschehnisse in der Pogromnacht 1938 in Ichenhausen werden erst 1996 nachträglich veröffentlicht..."     
  
Februar 2014: Die Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen wird ausgezeichnet   
Artikel von Irmgard Lorenz in der "Augsburger Allgemeinen" vom 24. Februar 2014: "Auszeichnung: Engagement für Frieden und Toleranz
Die Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen bekommt den Kultur- und Heimatpreis. Ihre Ziele sind fast 25 Jahre nach der Gründung immer noch aktuell 
Günzburg
Derjenige, dem das größte Lob galt, konnte nicht kommen: Zur Verleihung des Günzburger Kultur- und Heimatpreises hatte sich Dr. Georg Simnacher krankheitshalber entschuldigen müssen. So nahm Landrat Hubert Hafner als Vorsitzender der Stiftung ehemalige Synagoge Ichenhausen den Preis entgegen. Die Volksbank-Günzburg-Stiftung würdigt mit der Auszeichnung die Stiftung ehemalige Synagoge, die sich vielfältig für Toleranz und Frieden zwischen den Kulturen engagiert hat, so Bankvorstand Johann Mayr..." 
Link zum Artikel     

   
    

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Ichenhausen mit Informationsseite zur Synagoge 
Mit einer Schulklasse in der Synagoge Ichenhausen: hier anklicken, dazu Arbeitsblätter für den Unterricht zur Synagoge Ichenhausen mit Fotoseite zur Synagoge: hier anklicken     
Zur Seite über den jüdischen Friedhof Ichenhausen (interner Link)  
Informationsseite zum letzten Bezirksrabbiner von Ichenhausen Simon Schwab bei wikipedia 
Website "Jewish Genealogy in Bavarian Swabia"  
Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben  www.jkmas.de  
Netzwerk Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben www.juedisches-schwaben-netzwerk.de  
Digitales Synagogenarchiv für Bayerisch-Schwaben www.synagogenarchiv.jkmas.de beziehungsweise http://archiv.jkmas.de    

Literatur:  

Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit A 85. 1988. S. 243-250. 
Aktionskreis Synagoge Ichenhausen (Hrsg.). Synagoge Ichenhausen.
Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Die Architektur der Synagoge. Stuttgart 1988. S. 159-160.
Gernot Römer: Der Leidensweg der Juden in Schwaben. Augsburg 1983. (zum Ende der jüdischen Gemeinde Ichenhausen: S. 72-81).
ders.: Für die Vergessenen. Augsburg 1984. S. 97-104.
Silvester Lechner: 'Judenmägd' in Ichenhausen. Eine schwäbische Kleinstadt in der Weimarer Republik zwischen christlich-jüdischer Symbiose und Antisemitismus, dargestellt am Beispiel der christlichen Angestellten in jüdischen haushalten. In: Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben. Hg. von Peter Fassl (= Irseer Schriften Bd. 2). S. 157-171.
Zdenek Zofka: Judenverfolgung in Schwaben: das Beispiel Ichenhausen. In: ebd. S. 171-177.
Werner König: Zur Sprache der Juden in Ichenhausen. Ein Beitrag zur Rekonstruktion des Jiddischen in Ichenhausen sowie seiner ehemaligen Funktion in der deutschen dialektalen Alltagssprache. In: Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben II. Hg. von Peter Fassl (= Irseer Schriften Bd. 5). Stuttgart 2000. S. 269-285. 
Synagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu.    (mit umfassenden Quellen- und Literaturangaben)
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Ichenhausen S. 478-487.
Ichenhausen Erlanger 051.jpg (24159 Byte)Gernot Römer (Hrsg.)/Arnold Erlanger (Autor): Ein Schwabe überlebt Auschwitz. Arnold Erlanger aus Ichenhausen. Lebensberichte von Juden aus Schwaben. Bde. 5 (Taschenbuch). 128 S. Wißner-Verlag. 2002². ISBN 10:3896393499. 
   
Arnold Erlanger ist 2007 verstorben. Die Stadt Ichenhausen hat zu seiner Erinnerung eine Straße nach ihm benannt.       
Artikel in der "Augsburger Allgemeinen" vom 9. Juni 2008 anlässlich eines Vortrages von Gernot Römer über Arnold Erlanger.  
Ichenhausen (ilor) - 1937 ging Arnold Erlanger als junger Mann zum letzten Mal in die Ichenhauser Synagoge zum Beten. Wenig später ereilten ihn die Grausamkeiten der Nationalsozialisten. Buchenwald, Ommen, Westerbork und schließlich Auschwitz - in seinen Lebenserinnerungen spricht Erlanger von "meiner Reise durch die Hölle". Woher nahm er die Kraft, später zu Besuch nach Ichenhausen zu kommen, dort Erinnerungen zu suchen, Freundschaft zu schließen? 
In schlichten Worten, die vielleicht gerade deshalb beeindruckten, zeichnete Gernot Römer das Bild eines Menschen, der Unmenschliches ertragen musste und es mit einer schier unglaublichen menschlichen Größe erwiderte. Noch heute stockt der Atem bei den Erniedrigungen, die Erlanger und mit ihm unzählige Juden erlitten haben. Und dennoch: Arnold Erlanger blieb trotz aller Demütigungen ein mutiger, aufrechter Mensch. 
Als er sich im Arbeitslager Buna in Monowitz, einer Außenstelle des Vernichtungslagers Auschwitz, die rechte Hand brach und mit ihr nicht einmal mehr einen Löffel halten konnte, arbeitete er weiter. Erlanger wusste: Es ging um Leben oder Tod. In seiner Not- es war streng verboten - sprach er den Lagerarzt Josef Mengele an und versicherte, dass er bald wieder arbeiten könne. Eins der vielen Wunder in Erlangers Leben geschah: Der Lagerarzt sortierte den Verletzten nicht wie üblich für die Gaskammer aus. "Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, wie ich den Mut aufbrachte, Mengele anzusprechen", schreibt Erlanger in seiner von Gernot Römer herausgegebenen Lebenserinnerung.
Aus KZ Flossenbürg befreit. Mut und eine unvorstellbare Kraft und Zähigkeit brauchte der gebürtige Ichenhauser noch oft in seinem Leben. Als 29-Jähriger erlebte er die Befreiung aus dem oberpfälzischen Konzentrationslager Flossenbürg und so nach und nach schien sich das Leben, von außen betrachtet, zu normalisieren.
In Holland geheiratet. Erlanger ging nach Holland und heiratete dort 1947 eine jüdische Witwe mit zwei Töchtern. Eine kleine Altmetallfirma wurde wirtschaftliche Basis für die Familie, die 1949 um ein weiteres Mädchen wuchs. Dennoch war das Leben Erlangers alles andere als heil: "Die Nächte in Holland waren furchtbar", sagte sein Freund und Biograf Gernot Römer in der ehemaligen Synagoge, "Nacht für Nacht erlebte er das Schreckliche nochmals". Erlanger floh so weit wie möglich von Deutschland, ging mit seiner Familie nach Australien, baute sich in der Bekleidungsindustrie eine Existenz auf, übernahm Ämter in der jüdischen Gemeinde, pflegte das Familienleben. Er brachte es schließlich sogar fertig, über seine Leiden zu sprechen, antwortete Reportern, sprach im Rundfunk und, das war ihm ein besonderes Anliegen, vor Schulklassen. Nachdem er 1948 nur kurz nach Ichenhausen gekommen war, vor allem um das Grab seiner Mutter zu besuchen, reiste Erlanger 1981 wieder nach Ichenhausen, freundete sich im folgenden Jahr mit dem Ichenhauser Moritz Schmid an und blieb fortan mit ihm in Kontakt. 1990, drei Jahre nach der Eröffnung der restaurierten Synagoge als Haus der Begegnung, besuchte er das ehemalige Gebetshaus. "Es ist ihm schwer gefallen, das Wiedersehen mit diesem Haus", sagte Gernot Römer. Mit seiner Frau Zet nahm Erlanger 1991 an der Eröffnung der Ausstellung "Juden auf dem Lande" teil, 1993 war das Ehepaar bei der Einweihung der Gedenktafeln für die Opfer des Holocaust zugegen.  
  
Stefan Lang: Ausgrenzung und Koexistenz. Judenpolitik und jüdisches Leben in Württemberg und im "Land zu Schwaben" (1492-1650). Reihe: Schriften zur Südwestdeutschen Landesbunde. Band 63. Sigmaringen 2008.    
Schwaben Synagogen Lit 1401.jpg (163447 Byte)"Ma Tovu...". "Wie schön sind deine Zelte, Jakob..." Synagogen in Schwaben. Mit Beiträgen von Henry G. Brandt, Rolf Kießling, Ulrich Knufinke und Otto Lohr. Hrsg. von Benigna Schönhagen. JKM Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben. 2014. 
Der Katalog erschien zur Wanderausstellung "Ma Tovu...". "Wie schön sind deine Zelte, Jakob..." Synagogen in Schwaben des Jüdischen Kultusmuseums Augsburg-Schwaben und des Netzwerks Historische Synagogenorte in Bayerisch-Schwaben.   

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Ichenhausen Swabia. Jews were present in the mid-16th century, including the well-known Prague printer Hayim Schwarz, who hat previously resided in Augsburg. While in Ichenhausen he produced a Pentateuch. In 1550, Jews expelled from Neuburg were allowed to settle there as were, shortly after, Jews from Guenzburg and Thannhausen. Jews were confined to a special quarter (Judengasse) until 1618, when King Matthias granted them freedom of movement and trade. A synagogue was consecrated in 1782. Only after the Bavarian annexation of 1806 was a Jews allowed to build a house outside the ghetto. In 1811, the Jewish population reached a peak of 893 (of a total 1,978). A mid-century over 200 children studied at a Jewish public school. The Jewish population fell with the commencement of emigration in the 1840s (65 leaved in 1849 alone), mainly to the United States, France and Italy. R. Aharan Cohn officiated in the community from 1874 to 1920 and also served as chief rabbi of Swabia. The Jews came to play a central role in the economic development of the town and pioneered the men's clothing industry in Swabia, with over 100 tailors employed in their factories in 1928. In 1933, 309 Jews remained. Under the Nazis, the Central Union (C.V.) was active and most of the youth belonged to the Juedischer Jugendverein and Maccabi. On Kristallnacht (9-10 November 1938) the SS and Hitler Youth beat and arrested 80 to 100 Jews, the synagogue was vandalized, and hundreds of tombstones were knocked over in the cemetery. In 1933-41, 168 Jews managed to emigrate from Ichenhausen, 90 of them to the United States. Another 64 moved to other German cities. Of the 129 present in 1842, 81 were deported to Piaski (Poland) via Muinich on 3 April; 32 to the Theresienstadt ghetto on 6 August 1942; and ten to Auschwitz on 8 March 1943.  
    
      

                   
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Stand: 20. Juli 2014