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Friedhöfe in der Region"
Zu den
Friedhöfen im Regierungsbezirk Schwaben
Neu-Ulm (Kreisstadt)
Jüdische Geschichte / Jüdischer Friedhof
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Neu-Ulm bestand eine jüdische Gemeinde (Filiale zu Ulm,
jedoch dem Rabbinat Ichenhausen zugeteilt)
bis 1942. Ihre Entstehung geht in
die Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als sich einige Juden in der jungen
Garnisonsstadt niederließen.
1910 wurden 96 jüdische Einwohner in Neu-Ulm
gezählt, 1925 76, 1933 44.
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier Milton Stern
(geb. 8.1.1895 in Baden-Baden, gef. 1.10.1917).
Die Neu-Ulmer Juden hatten keine eigene Synagoge, sondern benutzten die der
Israelitischen Gemeinde in Ulm.
Von den in Neu-Ulm geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Flora Bayersdorfer geb.
Moos (1878), Berta Bissinger geb. Bissinger (1891), Betty Bissinger (1901),
Daniel Bissinger (1881), Heinrich Bissinger (1888), May Bissinger (1882), Sofie
Bissinger (1888), Hugo Friedmann (1876), Frieda Krippel (1905), Hans Liebermann
(1903), Siegmund Liebermann (1857), Margarete Loewy geb. Heymann (1896), Rudolf
Loewy (1893), Ruth Loewy (1920), Jenny Luchs geb. Hechinger (1874), Joseline
Möllerich geb. Liebermann (1867), Josef Stern (1893), Julie Wohlgemüth geb.
Kirschbaum (1889), Anna Wolff geb. Bernheim
(1876).
Ein jüdisches Gemeindezentrum in Neu-Ulm gab es jedoch nach 1945
bis in die 1980er-Jahre für amerikanisch-jüdische Soldaten.
Aus
der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen
Anzeigen der Frau von Kantor Friedberger 1890 /
1891
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Oktober 1890: "Avis.
In meiner Damenschneiderei ist bis zum 1. Dezember dieses Jahres für ein
Mädchen, welches das Kleidermachen erlernen will, ein Platz offen.
Mädchen, die sich selbstständig machen wollen, haben bei mir die beste
Gelegenheit, sich aufs vorteilhafteste auszubilden.
Lehrzeit: 1 Jahr und zwar unentgeltlich. Kost und Logis gegen
Entschädigung im Hause. Frau Kantor Friedberger, Neu-Ulm
(Bayern)." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. März 1891: "Avis.
In meiner Damenschneiderei finden wieder 2 Lehrmädchen Aufnahme.
Kost und Logis im Hause.
Frau Kantor Friedberger, Neu-Ulm (Bayern)." |
Zur Geschichte des Friedhofes
Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Ichenhausen
beigesetzt. Ichenhausen blieb bis nach 1933 der offizielle Friedhof der
Neu-Ulmer Juden, was auf einem Gemeindetag der zum Bezirksrabbinat
Ichenhausen gehörenden Gemeinden im August 1925 nochmals bestätigt wurde.
Dennoch hatte bereits seit 1875 die jüdische Gemeinde Neu-Ulm von der Stadt
Neu-Ulm die Genehmigung erhalten, auf dem städtischen Friedhof ein eigenes
Gräberfeld anzulegen. Hierfür zahlte der Israelitische Wohltätigkeitsverein
von Neu-Ulm der Stadt 6.000 RM. Bis zur NS-Zeit wurden 25 Einzelgräber, sechs
Doppelgräber und sechs Kindergräber von Juden aus Neu-Ulm belegt.
Das Gräberfeld im städtischen Friedhof wird bis zur Gegenwart belegt. Es
sind inzwischen etwa 50 Gräber vorhanden, die bis auf die Kindergräber in
fünf Reihen angelegt sind. Eine niedrige Hecke grenzt den Friedhof zum
nichtjüdischen Teil an. 1985 erstellte die Stadt Neu-Ulm eine weiße Säule mit
einem Magen David und der Aufschrift "RUHESTÄTTE JÜDISCHER
MITBÜRGER".
Der Friedhof umfasst eine Fläche von 2,25 a.
Lage des Friedhofes
Der israelitische Friedhof liegt innerhalb des Städtischen Friedhofes
Neu-Ulm gegenüber der Friedhofshalle an der Zypressenstraße.
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Lage des jüdischen Friedhofes
in Neu-Ulm auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter
"Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu
"Friedhof, Neu-Ulm" |
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 23.7.2004)
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| Die 1985
aufgestellte weiße Säule mit der Aufschrift "RUHESTÄTTE JÜDISCHER
MITBÜRGER" |
Blick über den jüdischen
Teil des städtischen Friedhofes |
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| Großes Familiengrabmal für
Familie Rosenheim |
Grabstein für Nathan Kaufmann
aus Zaberfeld (gest. 1910) |
Links Grabstein für Klara
Wurmser (1864-1937) und Lehmann Wurmser (1860-1937) |
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| Neue Gräber, in der Mitte
für Schaja Nowak (1914-1995) |
Magen David als Grabstein für
Oskar Fürsetzer (gest. 2000) |
Der neueste Grabstein für
Chaim Weinberg (1926-2003) mit Magen David und Levitenkanne |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. München 1988 S. 258-259. |
 | Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Neu-Ulm / Schwaben. In: Der
Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 16. Jahrgang Nr.
85 vom April 2001 S. 16. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in
Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 485. |

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