Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Neu-Ulm (Kreisstadt) 
Jüdische Geschichte / Jüdischer Friedhof

 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen     
Zur Geschichte des Friedhofes   
Fotos  
Links und Literatur    

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde   

In Neu-Ulm bestand eine jüdische Gemeinde (Filiale zu Ulm, jedoch dem Rabbinat Ichenhausen zugeteilt) bis 1942. Ihre Entstehung geht in die Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als sich einige Juden in der jungen Garnisonsstadt niederließen. 
   
1910 wurden 96 jüdische Einwohner in Neu-Ulm gezählt, 1925 76, 1933 44.   
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier Milton Stern (geb. 8.1.1895 in Baden-Baden, gef. 1.10.1917). 
  
Die Neu-Ulmer Juden hatten keine eigene Synagoge, sondern benutzten die der Israelitischen Gemeinde in Ulm
    
Von den in Neu-Ulm geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Flora Bayersdorfer geb. Moos (1878), Berta Bissinger geb. Bissinger (1891), Betty Bissinger (1901), Daniel Bissinger (1881), Heinrich Bissinger (1888), May Bissinger (1882), Sofie Bissinger (1888), Hugo Friedmann (1876), Frieda Krippel (1905), Hans Liebermann (1903), Siegmund Liebermann (1857), Margarete Loewy geb. Heymann (1896), Rudolf Loewy (1893), Ruth Loewy (1920), Jenny Luchs geb. Hechinger (1874), Joseline Möllerich geb. Liebermann (1867), Josef Stern (1893), Julie Wohlgemüth geb. Kirschbaum (1889), Anna Wolff geb. Bernheim (1876).            
     
Ein jüdisches Gemeindezentrum in Neu-Ulm gab es jedoch nach 1945 bis in die 1980er-Jahre für amerikanisch-jüdische Soldaten.
  
   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen  
Anzeigen der Frau von Kantor Friedberger 1890 / 1891    

Neu-Ulm Israelit 16101890.jpg (63101 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Oktober 1890: "Avis
In meiner Damenschneiderei ist bis zum 1. Dezember dieses Jahres für ein Mädchen, welches das Kleidermachen erlernen will, ein Platz offen. 
Mädchen, die sich selbstständig machen wollen, haben bei mir die beste Gelegenheit, sich aufs vorteilhafteste auszubilden. 
Lehrzeit: 1 Jahr und zwar unentgeltlich. Kost und Logis gegen Entschädigung im Hause. Frau Kantor Friedberger, Neu-Ulm (Bayern)."   
   
Neu-Ulm Israelit 16031891.jpg (46581 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. März 1891: "Avis
In meiner Damenschneiderei finden wieder 2 Lehrmädchen Aufnahme. Kost und Logis im Hause. 
Frau Kantor Friedberger, Neu-Ulm (Bayern)."   


   

Zur Geschichte des Friedhofes 

Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Ichenhausen beigesetzt. Ichenhausen blieb bis nach 1933 der offizielle Friedhof der Neu-Ulmer Juden, was auf einem Gemeindetag der zum Bezirksrabbinat Ichenhausen gehörenden Gemeinden im August 1925 nochmals bestätigt wurde. Dennoch hatte bereits seit 1875 die jüdische Gemeinde Neu-Ulm von der Stadt Neu-Ulm die Genehmigung erhalten, auf dem städtischen Friedhof ein eigenes Gräberfeld anzulegen. Hierfür zahlte der Israelitische Wohltätigkeitsverein von Neu-Ulm der Stadt 6.000 RM. Bis zur NS-Zeit wurden 25 Einzelgräber, sechs Doppelgräber und sechs Kindergräber von Juden aus Neu-Ulm belegt.
       
Das Gräberfeld im städtischen Friedhof wird bis zur Gegenwart belegt. Es sind inzwischen etwa 50 Gräber vorhanden, die bis auf die Kindergräber in fünf Reihen angelegt sind. Eine niedrige Hecke grenzt den Friedhof zum nichtjüdischen Teil an. 1985 erstellte die Stadt Neu-Ulm eine weiße Säule mit einem Magen David und der Aufschrift "RUHESTÄTTE JÜDISCHER MITBÜRGER".

Der Friedhof umfasst eine Fläche von 2,25 a.


Lage des Friedhofes
Der israelitische Friedhof liegt innerhalb des Städtischen Friedhofes Neu-Ulm gegenüber der Friedhofshalle an der Zypressenstraße.

Lage des jüdischen Friedhofes in Neu-Ulm auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, Neu-Ulm"


Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 23.7.2004)

Neu-Ulm Friedhof 101.jpg (77607 Byte) Neu-Ulm Friedhof 100.jpg (46822 Byte) Neu-Ulm Friedhof 108.jpg (85631 Byte)
Die 1985 aufgestellte weiße Säule mit der Aufschrift "RUHESTÄTTE JÜDISCHER MITBÜRGER" Blick über den jüdischen Teil des städtischen Friedhofes
   
Neu-Ulm Friedhof 103.jpg (80318 Byte) Neu-Ulm Friedhof 104.jpg (46820 Byte) Neu-Ulm Friedhof 107.jpg (81883 Byte)
Großes Familiengrabmal für Familie Rosenheim Grabstein für Nathan Kaufmann aus Zaberfeld (gest. 1910) Links Grabstein für Klara Wurmser (1864-1937) und Lehmann Wurmser (1860-1937)
     
Neu-Ulm Friedhof 105.jpg (85783 Byte) Neu-Ulm Friedhof 106.jpg (90557 Byte) Neu-Ulm Friedhof 102.jpg (77137 Byte)
Neue Gräber, in der Mitte für Schaja Nowak (1914-1995) Magen David als Grabstein für Oskar Fürsetzer (gest. 2000) Der neueste Grabstein für Chaim Weinberg (1926-2003) mit Magen David und Levitenkanne

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Neu-Ulm  

Literatur:
Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. München 1988 S. 258-259.
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Neu-Ulm / Schwaben. In: Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 16. Jahrgang Nr. 85 vom April 2001 S. 16.
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 485.

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 25. Januar 2010