Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Reinheim mit Georgenhausen, Spachbrücken und Ueberau (Kreis Darmstadt-Dieburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule     
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Reinheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Bereits im Mittelalter lebten Juden am Ort, da 1328 ein "David von Reinheim" Judenbürger in Frankfurt wurde. Auch ein Isaak von Reinheim wird 1343-1347 in Frankfurt genannt. Weitere Nachrichten im Mittelalter fehlen.

In Spachbrücken lebten um 1548 drei jüdische Familien: Samuel, Liebmann und Salomon. Hier dürfte im 17./18. Jahrhundert eine selbständige Gemeinde bestanden haben, da noch um 1830 55 jüdische Einwohner gezählt wurden. 

Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde in Reinheim geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück, als zwei jüdische Familien am Ort lebten (jeweils 1746 und 1770). Lange ansässig waren vor allem die Familien Lehmann und Frohmann.  

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1805 30 jüdische Einwohner (3,0 % von insgesamt 984 Einwohnern), 1829 59 (4,9 % von 1.196), 1861 40 (2,8 % von 1.414), 1880 77 (4,6 % von 1.663), 1900 86 (4,5 % von 1.892), 1910 78 (3,5 % von 2.209). Zur jüdischen Gemeinde Reinheim gehörten nun auch die in den umliegenden Orten lebenden jüdischen Personen: in Spachbrücken (1830 55, 1905 15 jüdische Einwohner), in Georgenhausen (1830: 24, 1905: 18 jüdische Einwohner) sowie in Ueberau. An letzterem Ort wohnte um 1870 der damalige Vorsteher der "Israelitischen Gemeinde Reinheim mit Ueberau" Frohmann (siehe Ausschreibungstext der Lehrerstelle von 1870).

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad (im Untergeschoss des Synagogengebäudes). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Dieburg, spätestens seit 1931 in Groß-Bieberau beigesetzt (dieser Friedhof liegt an der Straße zwischen Reinheim und Groß-Bieberau). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (Ausschreibungen der Stelle s.u.). Über 45 Jahre Jahre war in der Gemeinde (seit 1887 bis nach 1936) Lehrer Josef Vorenberg tätig (geb. 1865 in Meimbressen). 1883 hatte die Gemeinde noch 18 schulpflichtige Kinder. An jüdischen Vereinen gab es seit 1852 einen "Israelitischen Verein", nach 1900 einen Israelitischen Männerverein (1932 unter Leitung von M. Lehmann, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger) sowie einen Israelitischen Frauenverein (gegründet 1909, s.u.; 1924 17 Mitglieder unter Leitung von Emma Karlsbeck, 1932 unter Leitung von Sara Lehmann, Zweck: Unterstützung Hilfsbedürftiger).

Ihre Einkünfte bezogen die jüdischen Haushaltsvorsteher von ihren Tätigkeiten als Kauf- und Geschäftsleute. Es gab um 1925 auch noch fünf Viehhändler und zwei Metzger. Außerdem gab es einen Fabrikanten (Josef Frohmann, der eine Steinschleiferei betrieb). Beliebt und geschätzt unter der Bevölkerung war der Arzt Dr. Goldmann (1933 nach Frankfurt gezogen, 1939 in die USA). 

Um 1924, als noch 64 jüdische Personen in Reinheim lebten (2,7 % von 2.378), waren die Vorsteher der Gemeinde H. Frohmann jun., M. Karlsberg und H. Wolf. Als Kantor, Lehrer und Schochet war weiterhin Josef Vorenberg tätig. Er unterrichtete damals drei schulpflichtige jüdische Kinder in Religion. Zur jüdischen Gemeinde gehörten damals auch fünf in Spachbrücken wohnende jüdische Personen. 1932 waren die Vorsteher: S. Steiermann (1. Vors.), A. Wolf (2. Vors.) und Max Lehmann (3. Vors.). Weiterhin war Lehrer Vorenberg in der Gemeinde tätig. Er unterrichtete im Schuljahr 1931/32 sieben schulpflichtige jüdische Kinder in Religion, dazu unterrichtete er auch in umliegenden Gemeinden, u.a. in Groß-Bieberau. 1932 hatte die Gemeinde in Spachbrücken sechs, in Georgenhausen vier Gemeindemitglieder. Anfang 1933 fanden nochmals Vorstandswahlen statt, bei denen Joseph Frohmann und Max Lehmann als 1. beziehungsweise als 2. Vorsitzender gewählt wurden.   

Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 62 Personen, d.h. 2,4 % von insgesamt 2.585 Einwohnern) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bereits unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme kam es zu brutalen Gewaltmaßnahmen mit schweren Misshandlungen durch die örtliche SS. 
Von den jüdischen Einwohnern, die in der Folgezeit auswandern konnten, sind 15 nach Nordamerika, zwei nach Frankreich (Paris) und drei nach Palästina. Andere verzogen nach Frankfurt am Main, Berlin und in andere
Orte. Die letzten Vorsteher der Gemeinde waren Josef Frohmann II und Max Lehmann. Beim Novemberpogrom 1938 wurden von SA-Trupps unter dem Beifall von Schaulustigen nahezu sämtliche noch von jüdischen Familien bewohnte Häuser überfallen. Die Inneneinrichtung der Synagoge wurde zerstört (s.u.). Es kam zu schweren Misshandlungen jüdischer Personen. In den Wochen nach dem Novemberpogrom verließen alle jüdischen Personen den Ort. Im Mai 1939 wurde kein jüdischer Einwohner mehr in Reinheim festgestellt (in Spachbrücken noch zwei Personen).  
       
Von den in Reinheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Amalie Blum geb. Frohmann (1860), Rosa Braun geb. Lehmann (1892), Ida Cahn (1858), Mathilde (Tilde) Fiebelman geb. Strauss (1893), Max Frohmann (1901), Meta Frohmann (1898), Chanette Frohmann geb. Reinheimer (1871), Jakob Heidingsfeld (1897), Hedwig Heilborn geb. Morgenthau (1883), Mina Joseph geb. Frohmann (1891), Moritz Lahnstein (1875), Gutha (Kathi) Mayer geb. Reinheimer (1879), Jenny Oppenheimer geb. Lehmann (1886), Recha Reinheimer geb. Strauss (1892), Moritz Strauss (1865), Emma Weissbecker geb. Wolf (1887), Hermann Wolf (1880).
  
Aus Georgenhausen sind umgekommen:  Johanna Hess geb. Morgenthau (1859), Rosa Löb geb. Morgenstern (1886), Nathan Morgenthau (1856), Seligmann Morgenthau (1850), Franziska Moses geb. Katzenstein (1877), Moritz Schack (1883), Nathan Schack (), Simon Schack (1876), Lina Schönfeld geb. Schack (1878). Die Namen sind im Gedenkbuch teils falsch unter "Georgenshausen" eingetragen. 
   
Aus Spachbrücken sind umgekommen: Karl Lilienthal (1883), Rosa Mayer geb. Lilienthal (1881), Rosa Schack geb. May (1875), Simon Schack (1876), Rosa Schwarz (1873), Theodor Schwarz (1883), Wilhelm Schwarz (1889), Otto Weisbecker.   
    
Aus Ueberau sind umgekommen: Ferdinand Frohmann (1867), Josef Frohmann (1869), Zacharias Frohmann (1873). 
     

   
   

Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1870 /  1875 / 1876 / 1887 / 1891  

Reinheim Israelit 15061870.jpg (47183 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juni 1870: "Die Lehrer- und Vorsängerstelle bei der israelitischen Gemeinde Reinheim mit Ueberau, Kreis Dieburg ist bis zum 15. August dieses Jahres zu besetzen. Reflektierende wollen sich an den unterzeichneten Vorstand wenden. Außer fixem Gehalt von 250 Gulden, sind demselben von 50-60 Gulden Nebeneinkünfte, inklusive des Schächteramtes, nebst freier Wohnung zugesichert. 
Ueberau
, 7. Juni 1870. Der Vorstand Frohmann." 
  
Reinheim Israelit 30111870.jpg (43455 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1870: "Die Stelle eines israelitischen Religionslehrers für Reinheim und Ueberau im Kreise Dieburg ist mit einer Besoldung von 260 bis 300 Gulden nebst freier Wohnung und 80 Gulden Akzidenzien alsbald zu besetzen. Übernahmslustige wollen sich unter Beibringung ihrer Zeugnisse wenden an 
Herz Lehmann,
Vorsteher. Reinheim, am 27. November 1870." 
 
Reinheim Israelit 13011875.jpg (48774 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1875: "Die Stelle eines Lehrers, Vorsängers und Schächters bei der israelitischen Gemeinde zu Reinheim ist von heute an vakant. Gehalt inklusive Nebenverdienste 950 Mark. Reflektierende wollen sich an den unterzeichneten Vorstand baldigst melden. Reisekosten werden nicht vergütet. Reinheim im Odenwald, 1. Januar 1875. Der Vorstand: Lehmann."
 
Reinheim Israelit 16021876.jpg (28072 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1876: "Die Stelle eines israelitischen Lehrers, Vorbeters und Schächters ist vakant. Darauf Reflektierende wollen sich baldigst melden. 
Reinheim im Odenwald, Kreis Dieburg. Lehmann, Vorsteher."
  
Reinheim Israelit 27121876.jpg (39444 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1876: "Die Stelle eines Lehrers, Vorsängers und Schächters in der Gemeinde Reinheim ist bis März 1877 vakant. Gehalt inklusive Nebenverdienste 900 Mark. Reflektierende wollen sich baldigst an den unterzeichneten Vorstand melden. Reinheim im Odenwald, den 25. Dezember 1876. 
Der Vorstand Lehmann."
 
Reinheim Israelit 28021887.jpg (38481 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1887: "Die Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schächters in hiesiger Gemeinde ist sofort zu besetzen. Gehalt 800 Mark nebst 200 Mark Nebenverdienst. 
Reinheim, 25. Februar 1887. Der Vorstand: Lehmann". 
 
Reinheim Israelit 21111887.jpg (42237 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. November 1887: "Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in hiesiger israelitischer Gemeinde ist sofort zu besetzen. Gehalt Mark 800, Wohnung frei, Nebenverdienst 2-300 Mark. Unverheiratet wird vorgezogen.  
Reinheim (Hessen), 20. November 1887. Der Vorstand: Lehmann." 
 
Reinheim Israelit 04051891.jpg (39353 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1891: "Die Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schächters in hiesiger Gemeinde ist bis 1. Juli zu besetzen. Gehalt 800 Mark, nebst 2-300 Mark Nebenverdienst. Unverheiratete werden vorgezogen. 
Reinheim (Hessen). Der Vorstand: H. Lehmann."

  
Zum Tod des Lehrers Neumann (1920; Lehrer in Reinheim vor 1887)  

Friedberg Israelit 11031920.jpg (111219 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1920: "Friedberg in Hessen, 7. März (1920). Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten. Am Heiligen Schabbat mit der Toralesung Teruma starb in Frankfurt am Main infolge einer Operation Herr Lehrer Neumann, der mehr als zwanzig Jahre die Funktionen eines Lehrers, Kantors und Schochets hier ausgeübt hat. Schüler der Präparandenanstalt zu Burgpreppach und des Seminars zu Köln war er nacheinander in Lohrhaupten, Herborn, an der Israelitischen Religionsgesellschaft in Gießen, in Reinheim, Groß-Gerau und schließlich dahier tätig. Überall wusste er sich durch große Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit die Zufriedenheit der Gemeinden zu erwerben. An seinem Grabe sprachen Herr Rabbiner Dr. Sander, Gießen, der besonders das Lehrgeschick des Verstorbenen hervorhob, Herr Lehrer Ehrmann, dahier, für den ‚Unabhängigen Verein israelitischer Lehrer Hessens’ und für den ‚Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands’, denen der Verewigte angehört hatte, Herr Rektor Philipps von der hiesigen Volksschule, das Vorstandsmitglied Herr Ferdinand Krämer für die Gemeinde und Herr Studienassessor Ehrmann, Frankfurt am Main, im Namen der Schüler. Möge sein Andenken ein gesegnetes sein! Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

     
Visitation der jüdischen Religionsschule (1903)  

Reinheim Israelit 26111903.jpg (64149 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1903: "Reinheim, 23. November (1903). Es scheint, dass es mit der Regelung der Verhältnisse im Schulwesen der hessischen Religionsschulen doch bald Ernst wird, und dass der Unterricht auch von Seiten der Großherzoglichen Kreisschulkommission beaufsichtigt werden soll. So wurde heute die hiesige Religionsschule des Herrn Lehrer Vorenberg von dem Herrn Kreisschulinspektor Gunderloch - Dieburg besucht. Er ließ Religion (drittes und fünftes Gebot) und Bibel-Geschichte (Noah und Abraham) mit der Unterabteilung durchnehmen. Mit einem: 'Es war gut' verließ er die Klasse."  

   
Lehrer Josef Vorenberg erhält zum 25jährigen Dienstjubiläum den Chawer-Titel (1911)

Reinheim Israelit 13071911.jpg (24513 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1911: "Reinheim (Hessen), 9. Juli (1911). Herrn Lehrer Vorenberg wurde anlässlich seiner 25jährigen Dienstjubiläums von Herrn Landrabbiner Dr. Marx in Darmstadt in einem sehr anerkennenden Schreiben der Chawer-Titel verliehen". 

 
70. Geburtstag von Lehrer Josef Vorenberg (1935) 

Reinheim Israelit 18071935.jpg (56466 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli 1935: "Reinheim, 14. Juli. (1935). Montag, den 22. Juli (21. Tamus) begeht Herr Lehrer Vorenberg dahier in voller, körperlicher und geistiger Frische und Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Herr Vorenberg, der nahezu vier Jahrzehnte dahier überaus segensreich wirkt, erfreut sich in allen Kreisen der größten Wertschätzung und Liebe. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre zum Segen seiner Gemeinde und für ganz Israel zu wirken, möge ihm an der Seite seiner gleichgesinnten Gattin ein lange, an Freuden reicher Lebensabend beschieden sein. (Alles Gute) bis 120 Jahre."  

  
50-jährige Amtszeit von Lehrer Josef Vorenberg (1936)  

Reinheim Israelit 02071936.jpg (34204 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1936: "Reinheim (Hessen), 1. Juli (1936). Herr Lehrer Vorenberg, Reinheim (Hessen), sah am 1. Juli auf eine 50-jährige Amtszeit zurück. Herr Vorenberg, der im vergangenen Jahre seinen 70. Geburtstag feiern konnte, übt seit 45 Jahren seinen Beruf als Lehrer, Kantor und Gemeinderechner ununterbrochen in Reinheim aus. (Alles Gute) bis 120 Jahre."  

       
      
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben     
Gründung eines Frauenvereines (1909)   

Reinheim Israelit 01041909.jpg (39718 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. April 1909: "Reinheim, 29. März (1909). Von verschiedenen Seiten war angeregt worden, hierselbst einen Frauenverein zu gründen, dessen besonderer Zweck Wohltätigkeit sein sollte. Am vergangenen Sonntag hat sich der Verein konstituiert. Zur 1. Vorsteherin wurde durch Stimmenabgabe Frau Rose Neumann, zur 2. Vorsteherin Elise Lehmann und zur Rechnerin Frau Emma Frohmann gewählt."   

    
Die Mikwe soll restauriert werden (1911)

Reinheim Israelit 13071911a.jpg (55954 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1911: "Reinheim. Eine kleine Gemeinde in der Nähe, welche treu zur Wahrheit hält, möchte gerne ihre Mikwe (rituelles Bad), welches sehr verwahrlost ist restaurieren lassen. Es fehlen aber die nötigen Mittel. Ich bitte daher Söhne Israels sich durch Spenden an dieser Weisung (gemeint: damit die biblische Weisung erfüllt werden kann) beteiligen zu wollen. 
Das Rabbinat Darmstadt II (Dr. Marx) ist gern bereit Auskunft zu geben und nimmt wie der Unterzeichnete Spenden mit Dank entgegen. Im Israelit wird eventuell darüber quittiert. J. Vorenberg."  

   
Generalversammlung des Frauenvereines (1923)

Reinheim Israelit 08031923.jpg (81298 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1923: "Reinheim (Hessen), 27. Februar (1923). Am letzten Sonntag fand hier wieder nach langer Zeit bei der Rechnerin des Frauenvereins, Frau U. Frohmann I. die General-Versammlung statt. Herr Lehrer Vorenberg begrüßte die Anwesenden und verbreitete sich über die Ziele des Vereins die Gerechtigkeit und Wohltätigkeit bezwecken. Herr U. Frohmann I. stiftete in hochherziger Weise dem Verein 100.000 Mark (sc. Inflationszeit) anlässlich der Ankunft seines ersten Enkels und zum Andenken an seinen Vater - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, als Gotschall-Frohmann-Stiftung. Die Zinsen sollen für Wohltätigkeit verwendet werden. Zum Vorstand wurde einstimmig Frau Max Karlsberg gewählt. Bei feinen Torten und Kaffee verweilt die Versammlung noch längere Zeit. Möge der Verein weiter blühen und gedeihen und möchten sich noch mehrere solcher Stifter finden."

 
Vorstandswahlen (1929)

Reinheim Israelit 20061929.jpg (33399 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1929: "Reinheim (Hessen), 16. Juni. Bei der heutigen Wahl des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Buxmann und der beiden Beisitzer N. Frohmann und Lehrer Vorenberg wurde Herr Sigmund Steiermann mit großer Stimmenmehrheit zum ersten Vorstand gewählt."

    
Die Israelitische Gemeinde ist Mitinhaberin des Jüdischen Friedhofes Groß-Bieberau (1931) 

Reinheim Israelit 13081931.jpg (35509 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. August 1931: "Reinheim (Hessen), 9. August (1931). Die Israelitische Religionsgemeinde Reinheim ist seit einem Jahr Mitinhaberin des Jüdischen Friedhofes der Israelitischen Religionsgemeinde Groß-Bieberau. Interessenten werden darauf aufmerksam gemacht, dass der Schlüssel zum Friedhof bei dem 1. Vorstand, Herrn S. Steiermann, Reinheim, in Empfang genommen werden kann."   

  
Vorstandswahlen (1933)  

Reinheim Israelit 02031933.jpg (25510 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1933: "Reinheim (Hessen), 26. Februar (1933). Bei der heutigen Vorstandswahl wurde Herr Joseph Frohmann mit 12 Stimmen als 1. Vorstand, Herr Max Lehmann mit 10 Stimmen als 2. Vorstand gewählt. Herr Hanauer wurde schon früher als 3. Vorstand bestimmt."  

   
       
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Feitel Frohmann (1893)

Reinheim Israelit 23111893.jpg (75744 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. November 1893: "Reinheim, Hessen, 20. November (1893). In unserer Zeit, in welcher die Frommen und Edlen immer seltener werden und aufrichtige Religiosität immer mehr verschwindet, ist es besonders hart, eine edle und brave Person von uns scheiden zu sehen. Wir beklagen den Verlust einer echten wackeren Frau, eines braven, frommen Biederweibes, Frau Feitel Frohmann, sie ist nicht mehr. Nach langem und schmerzvollen Krankenlager ist sie eingegangen in den ewigen Frieden am Sonntag den 12. November. Sie war eine liebevolle Gattin und Mutter, beliebt bei allen, die sie kannten, davon gab die große Beteiligung bei ihrem Leichenbegängnis Zeugnis, bei welchem wir auch unter anderen die Herren Bürgermeister, Postmeister etc. bemerkten. An der Bahre gaben die Herren Dr. Marx - Darmstadt und Lehrer Vorenberg hierselbst der allgemeinen Trauer in beredten Worten Ausdruck. Möge der Allgütige die Trauernden vor ferneren Verlusten behüten."

 
Goldene Hochzeit der Eheleute Herz Lehmann (1911)

Reinheim Israelit 17081911.jpg (72687 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. August 1911: "Reinheim (Hessen), 16. August. Am 14. dieses Monats feierten die Eheleute Herz Lehmann hierselbst in seltener Frische und Gesundheit im Kreise ihrer Kinder und Enkel sowie weiter Verwandtenkreise, das Fest ihrer Goldenen Hochzeit. Von nah und fern kamen Geschenke und Gratulationen. Die meisten Bewohner von Reinheim kamen persönlich zur Beglückwünschung, darunter die Herren Bürgermeister und Pfarrverwalter. Seine Königliche Hoheit der Großherzog sandte sein Bild im schönen Rahmen mit eigenhändiger Namensunterricht sowie ein Gratulationsschreiben. 
Möge es dem Jubelpaar vergönnt sein, in derselben Gesundheit und Frische das Fest der diamantenen Hochzeit zu begehen."

 
Zum Tod von Frau Bentheim geb. Frohmann (1921)

Reinheim Israelit 03111921.jpg (61371 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1921: "Reinheim (Hessen), 26. Oktober (1921). Eine echte wackere Frau, ein Biederweib im besten Sinne haben wir in Frau Moritz Bentheim, geb. Frohmann am ersten Tag Chol HaMoed Sukkot (erster Tag der Halbfeiertage des Laubhüttenfestes = 19. Oktober 1921) zu Grabe getragen. Erst 38 Jahre alt, starb sie an den Folgen einer Operation in Darmstadt. Die zahlreiche Beteiligung an ihrer Beerdigung gab Zeugnis von ihrer großen Beliebtheit bei Arm und Reich. Mit Rücksicht auf den Halbfeiertag konnte Herr Lehrer Vorenberg ihr nur einige herzliche Worte des Abschieds widmen. Möge Gott dem trauernden Gatten, der einzigen Tochter und der Schwester in ihrem Schmerze beistehen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

  
Familie H. Frohmann I. verzieht nach Frankfurt (1929)  

Reinheim Israelit 05041929.jpg (66163 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1929: "Reinheim (Hessen), 1. April (1929). Am 27. März verließ die Familie H. Frohmann I. unsere Gemeinde, um zu ihrer Tochter, die in Frankfurt verheiratet ist, zu ziehen. Herr und Frau Frohmann haben sich während ihres Hierseins nicht nur die Liebe und Verehrung der jüdischen Gemeinde, sondern auch aller Bewohner Reinheims und Umgegend erworben, sodass ihr Fortgang allgemein bedauert wird. Besonders hervorzugeben war ihr Gemillut Chäsäd, die Ausübung von Wohltätigkeit an alle Arme und Notleidende. Möge Gott ihnen einen glücklichen und zufriedenen Lebensabend bei ihren Kindern zuteil werden lassen."  

      
Irma Vorenberg wird mit dem Kriegsehrenkreuz ausgezeichnet (1935)

Reinheim Israelit 13061935.jpg (31117 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1935: "Reinheim, 11. Juni. Unter den wenigen jüdischen Frauen, die das Kriegsehrenkreuz erhielten, befindet sich jetzt auch Frau Irma Vorenberg, Gattin des Herrn Bernhard Vorenberg, welcher als Frontkämpfen ebenfalls dasselbe besitzt. Frau Vorenberg war als Schwester an der Front tätig." 

  
Hochzeitsanzeige von Salli Strauss und Jettchen geb. Berberich (Reinheim / Groß-Krotzenburg) (1927)

Reinheim Israelit 29121927.jpg (33252 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Dezember 1927: "Salli Strauss - Jettchen Strauss geb. Berberich. Vermählte - Reinheim - Groß-Krotzenburg. Trauung, Sonntag, den 1. Januar 1928. Restaurant Scheuer, Frankfurt am Main, Börnsenplatz."

   
Ereignisse im Frühjahr 1933 nach der NS-Machtübernahme:

"Er (sc. Georg Allmann, Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend) ging die Jahnstraße hinunter, Richtung Synagoge, Es war Freitag abend, die Juden waren in der Synagoge und beteten nun ihren Sabbat ein. Der SS-Mann Hentschel sagte zu mir. 'Du gehst jetzt rein und holst alle Stinkjuden raus, und die treten alle unter deinem Kommando zum Abwaschen an. Die Frauen und Kinder können heimgehen!' Wieder weigerte ich mich, das zu tun. Da trat der Hentschel gegen die Eingangstür und stieß mich hinein. Hier weinte schon alles, denn sie hatten ja mitgekriegt, was draußen vor sich ging. Die Männer kamen auf mich zu, denn ich kannte alle sehr gut, und ich sagte ihnen, was da vorgehen sollte. Die Frauen und Kinder weinten, und die Männer gingen mit mir. Fragt nicht, was sich nun abspielte, denn alle wollten nun einmal die größten Judenhasse sein... Wie die Juden bekam ich einen Eimer in die Hand, und der kleine Trauerzug von zwölf Juden, meist ältere Männer, zog mit mir an der Spitze zu dem Gasthaus 'Zur Spritze' vorbei zum Baronsgarten am Ortsausgang nach Groß-Bieberau. Die ganze Zeit waren wir von einer hysterisch johlenden Menge begleitet. Dort war alles vorbereitet, und das Schauspiel konnte beginne. Jeder bekam einen Eimer Wasser und musste zum Abwaschen hinauf auf das flache Dach. Die Volksbelustigung war offensichtlich sehr groß, denn einige hatten allein schon Angst, die Leiter zu erklimmen. Doch die SS half nach, bis alle oben waren. Da es mittlerweile dunkel wurde, halfen Autoscheinwerfer, den Schaulustigen den Spaß nicht zu nehmen. Die jüdischen Männer hatten alle schwarze Anzüge an und sahen bald zum Erbarmen aus... Ihre Hüte wurden mit den Gummiknüppeln aufgespießt und unter die Menge geworfen. Die aufsichtsführenden SS-Gangster traten den Juden immer auf die Finger oder gegen die Füße, damit sie abrutschten, und die Gaudi wurde immer roher. Ich sag gerade noch , wie ein SS-Mann den Juden Blum, einen kleinen Mann mit Glatze, seinen Gummiknüppel auf den Kopf schlug, dass das Blut nur so spritzte. Ich werde die Schreie dieses Mannes nie vergessen, und es wurde einen Moment ganz still unter dem Volk". 
(zitiert aus Studienkreis s. Lit. S. 46)

     
     
          

Zur Geschichte der Synagoge

Zunächst war ein Betsaal vorhanden. Eine Synagoge wurde 1837 in der heutigen Straße Am Biet erstellt. Bei dem Gebäude handelte es sich um einen zweigeschossigen Massivbau aus Sandsteinmauerwerk mit einem Satteldach giebelseitig zum Straßenzug. An allen Seiten hatte es Rundbogenfenster. In der Synagoge hatte es 50 Sitzplätze für Männer, 32 auf der Empore für die Frauen. 
 
Aus dem Jahr 1907 meldeten die Zeitungen den Einschlag eines Blitzes in der Synagoge, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde und die Synagoge unbeschädigt blieb: 

Blitzeinschlag in die Synagoge während des Gottesdienstes (1907)

Reinheim Israelit 05091907.jpg (52640 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1907: "Rheinheim (Hessen), 1. September (1907). In der hiesigen Synagoge ereignete sich heute früh 1/2 5 Uhr, als die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt war, folgender aufregender Vorfall. Bei Beginn der Selichot zog ein starkes Gewitter herauf, und nach einiger Zeit gab es plötzlich einen fürchterlichen Schlag; im selten Moment erlosch das elektrische Licht und die Synagoge füllte sich mit einem bläulichen Rauch. Ein Unfall ist glücklicherweise nicht vorgenommen. Da die elektrische Leitung nicht mehr funktionierte und kein anderes Licht vorhanden war, so musste der Gottesdienst abgebrochen werden."
  
Reinheim AZJ 27091907.jpg (33575 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27. September 1907: "In Reinheim (Hessen) schlug ein Blitz in demselben Augenblick in das israelitische Bethaus ein, als zahlreiche Beter gerade in dem Gotteshause weilten. Die Lichter erloschen sofort und verschiedene Personen stürzten besinnungslos zu Boden, ohne indes aber weiteren Schaden zu nehmen."

1925 wollte die Gemeinde die Synagoge renovieren; ein Antrag auf Unterstützung wurde jedoch von der politischen Gemeinde abgelehnt. 1927 wurde der Zuschuss bewilligt. Die restlichen Kosten wurden von 25 Gemeindemitgliedern aufgebracht.     

Vor dem Novemberpogrom 1938 wurden die Vorsteher nach dem Bericht von Paul Arnsberg (s. Lit.) vom Bürgermeister gewarnt. Sie brachten die Torarollen und andere Ritualien daraufhin zum Bürgermeisteramt in Sicherheit; später sollen diese Gegenstände nach Darmstadt verbracht worden sein. Beim Novemberpogrom wurde die Synagoge von SA-Trupps aufgebrochen, die Inneneinrichtung zerstört. Ein Teil der Inneneinrichtung wurde auf den nahe gelegenen Wall geschafft und dort verbrannt. 

Das Synagogengebäude wurde beschlagnahmt und ging schließlich in den Besitz eines Nachbarn wurde, der das Gebäude später als Scheune verwendete. Die Fensteröffnungen wurden verändert und mit Resten der ehemaligen Steinumrahmungen eingefasst. 

Am 31. Januar 1986 wurde eine Gedenktafel angebracht mit dem Text: "Dieses Gebäude, errichtet 1837, diente bis 1938 als Synagoge der jüdischen Gemeinde Reinheim. Während der Ausschreitungen gegen die Juden im November 1938 wurde die Inneneinrichtung zerstört und das Gebäude selbst anschließend beschlagnahmt. Die Juden unserer Stadt wanderten teilweise aus, die übrigen wurden inhaftiert und deportiert. Unter den Millionen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft von 1933-1945 befinden sich auch ehemalige Juden aus Reinheim. Zum Andenken und zur Mahnung gestiftet von der Stadt Reinheim." Die Gedenktafel wurde von der Künstlerin Marianne Wagner (Seckach) gestaltet (Website der Künstlerin). 
 
1990 wurde das Gebäude von Architektur-Studenten der FH Darmstadt unter Leitung des Dozenten F. Oppermann untersucht und in einer ausführlichen Dokumentation dargestellt. Dabei wurden auch Reste der Innenbemalung festgestellt (reichhaltige florale Ornamentierung). Die Raumaufteilung des Gebäudes konnte rekonstruiert werden. Nicht mehr gefunden wurde das rituelle Bad im Erdgeschoss. Während diese Dokumentation erstellt wurde, war bereits der Umbau der ehemaligen Synagoge zu einem Wohnhaus im Gange. Die Denkmalschutzbehörde und der Denkmalbeirat machten dem Besitzer die Wiederherstellung der ursprünglichen Außengestaltung mit den Fensteröffnungen zur Auflage.   
    

Adresse/Standort der SynagogeAm Biet 12

Fotos  

Pläne zur Lage der Synagoge 
(Quelle: Altaras s. Lit. 1988 S. 133) 
  Reinheim Plan 100.jpg (41376 Byte) Reinheim Plan 110.jpg (33199 Byte)
    Die Pläne wurden gezeichnet nach den Grundstücksplänen 1986 (links) und 1927 (rechts)
   
Das Gebäude der ehemaligen Synagoge 
vor der Renovierung 

(Aufnahme Juni 1987; Quelle: Altaras s. Lit. 1988 S. 132)
  Reinheim Synagoge 140.jpg (93618 Byte)    
    Erkennbar sind die früheren Bogenfenster    
     
     
Die ehemalige Synagoge nach dem Umbau zu einem Wohnhaus 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.8.2008)   
Reinheim Synagoge 174.jpg (66273 Byte) Reinheim Synagoge 172.jpg (74015 Byte) Reinheim Synagoge 176.jpg (69729 Byte)
Die ehemalige Synagoge von Nordwesten Die ehemalige Synagoge von Süden  
     
Reinheim Synagoge 179.jpg (69857 Byte) Reinheim Synagoge 178.jpg (63184 Byte) Reinheim Synagoge 177.jpg (69525 Byte)
Die ehemalige Synagoge von Westen Die ehemalige Synagoge von der Ost-/Nordseite
   
Reinheim Synagoge 170.jpg (89947 Byte)
Die Gedenktafel

           
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Reinheim 

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 692; kein Ortsartikel in III,2.
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 217-219.
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 132-133.
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 115.
Fritz Volz: Die Reinheimer Juden. Spuren ihrer Geschichte. Reinheim 1988. (Dieses Buch konnte noch nicht in der obigen Darstellung berücksichtigt werden). 
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 46-47.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 303-304.
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Reinheim  Hesse.  The community numbered 86 (4 % of the total) in 1900 and was affiliated with the Orthodox rabbinate of Darmstadt. Jews attended Sabbath eve services in March 1933 were brutally assaulted and 42 left before Kristallnacht (9-10 November 1938), when the synagogue (already sold to a non-Jew) was spared total destruction. Of the 64 Jews living there in 1933, at least 24 emigrated (mostly to the United States). The local SS officer responsible for the 1933 pogrom was hanged by inmates of the Buchenwald concentration camp prior to their liberation in April 1945.             

  

                   
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Stand: 17. August 2010