|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Hessen"
zur
Übersicht "Synagogen im Kreis Darmstadt-Dieburg"
Reinheim mit
Georgenhausen, Spachbrücken und Ueberau (Kreis
Darmstadt-Dieburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Reinheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Bereits
im Mittelalter lebten Juden am Ort, da 1328 ein "David von
Reinheim" Judenbürger in Frankfurt wurde. Auch ein Isaak von Reinheim wird
1343-1347 in Frankfurt genannt. Weitere Nachrichten im Mittelalter fehlen.
In Spachbrücken lebten um 1548 drei jüdische Familien: Samuel,
Liebmann und Salomon. Hier dürfte im 17./18. Jahrhundert eine selbständige
Gemeinde bestanden haben, da noch um 1830 55 jüdische Einwohner gezählt
wurden.
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde in Reinheim geht in die Zeit des 18.
Jahrhunderts zurück, als zwei jüdische Familien am Ort lebten (jeweils
1746 und 1770). Lange ansässig waren vor allem die Familien Lehmann und
Frohmann.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1805 30 jüdische Einwohner (3,0 % von insgesamt 984 Einwohnern),
1829 59 (4,9 % von 1.196), 1861 40 (2,8 % von 1.414), 1880 77 (4,6 % von 1.663),
1900 86 (4,5 % von 1.892), 1910 78 (3,5 % von 2.209). Zur jüdischen Gemeinde
Reinheim gehörten nun auch die in den umliegenden Orten lebenden jüdischen
Personen: in Spachbrücken (1830 55, 1905 15 jüdische Einwohner), in Georgenhausen
(1830: 24, 1905: 18 jüdische Einwohner) sowie in Ueberau. An letzterem Ort
wohnte um 1870 der damalige Vorsteher der "Israelitischen Gemeinde
Reinheim mit Ueberau" Frohmann (siehe Ausschreibungstext der
Lehrerstelle von 1870).
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge
(s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad (im Untergeschoss des
Synagogengebäudes). Die Toten der
jüdischen Gemeinde wurden bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Dieburg,
spätestens seit 1931 in Groß-Bieberau beigesetzt (dieser Friedhof liegt an der Straße zwischen
Reinheim und Groß-Bieberau).
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (Ausschreibungen
der Stelle s.u.). Über 45 Jahre Jahre war in der Gemeinde (seit 1887 bis nach
1936)
Lehrer Josef Vorenberg tätig (geb. 1865 in Meimbressen). 1883 hatte die
Gemeinde noch 18 schulpflichtige Kinder. An jüdischen Vereinen gab es
seit 1852 einen "Israelitischen Verein", nach 1900 einen Israelitischen
Männerverein (1932 unter Leitung von M. Lehmann, Zweck und Arbeitsgebiet:
Unterstützung Hilfsbedürftiger) sowie einen Israelitischen Frauenverein
(gegründet 1909, s.u.; 1924 17 Mitglieder unter Leitung von Emma Karlsbeck,
1932 unter Leitung von Sara Lehmann, Zweck: Unterstützung Hilfsbedürftiger).
Ihre Einkünfte bezogen die jüdischen Haushaltsvorsteher von ihren Tätigkeiten
als Kauf- und Geschäftsleute. Es gab um 1925 auch noch fünf Viehhändler und
zwei Metzger. Außerdem gab es einen Fabrikanten (Josef Frohmann, der eine
Steinschleiferei betrieb). Beliebt und geschätzt unter der Bevölkerung war der
Arzt Dr. Goldmann (1933 nach Frankfurt gezogen, 1939 in die USA).
Um 1924, als noch
64 jüdische Personen in Reinheim lebten (2,7 % von 2.378), waren die Vorsteher
der Gemeinde H. Frohmann jun., M. Karlsberg und H. Wolf. Als Kantor, Lehrer und
Schochet war weiterhin Josef Vorenberg tätig. Er unterrichtete damals drei schulpflichtige
jüdische Kinder in Religion. Zur jüdischen Gemeinde gehörten damals auch
fünf in
Spachbrücken wohnende jüdische Personen. 1932 waren
die Vorsteher: S. Steiermann (1. Vors.), A. Wolf (2. Vors.) und Max Lehmann (3.
Vors.). Weiterhin war Lehrer Vorenberg in der Gemeinde tätig. Er unterrichtete
im Schuljahr 1931/32 sieben schulpflichtige jüdische Kinder in Religion, dazu
unterrichtete er auch in umliegenden Gemeinden, u.a. in Groß-Bieberau. 1932
hatte die Gemeinde in Spachbrücken sechs, in Georgenhausen vier Gemeindemitglieder.
Anfang 1933 fanden nochmals Vorstandswahlen statt, bei denen Joseph
Frohmann und Max Lehmann als 1. beziehungsweise als 2. Vorsitzender gewählt
wurden.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 62 Personen, d.h. 2,4 % von insgesamt 2.585
Einwohnern) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bereits unmittelbar nach
der nationalsozialistischen Machtübernahme kam es zu brutalen Gewaltmaßnahmen
mit schweren Misshandlungen durch die örtliche SS.
Von den jüdischen Einwohnern, die in der Folgezeit auswandern konnten, sind 15
nach Nordamerika, zwei nach Frankreich (Paris) und drei nach Palästina. Andere
verzogen nach Frankfurt am Main, Berlin und in andere Orte. Die letzten
Vorsteher der Gemeinde waren Josef Frohmann II und Max Lehmann. Beim Novemberpogrom
1938 wurden von SA-Trupps unter dem Beifall von Schaulustigen nahezu
sämtliche noch von jüdischen Familien bewohnte Häuser überfallen. Die
Inneneinrichtung der Synagoge wurde zerstört (s.u.). Es kam zu schweren
Misshandlungen jüdischer Personen. In den Wochen nach dem Novemberpogrom
verließen alle jüdischen Personen den Ort. Im Mai 1939 wurde kein jüdischer
Einwohner mehr in Reinheim festgestellt (in Spachbrücken noch zwei Personen).
Von den in Reinheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Amalie Blum geb.
Frohmann (1860), Rosa Braun geb. Lehmann (1892), Ida Cahn (1858), Mathilde (Tilde)
Fiebelman geb. Strauss (1893), Max Frohmann (1901), Meta Frohmann (1898),
Chanette Frohmann geb. Reinheimer (1871), Jakob Heidingsfeld (1897), Hedwig
Heilborn geb. Morgenthau (1883), Mina Joseph geb. Frohmann (1891), Moritz
Lahnstein (1875), Gutha (Kathi) Mayer geb. Reinheimer (1879), Jenny
Oppenheimer geb. Lehmann (1886), Recha Reinheimer geb. Strauss (1892), Moritz
Strauss (1865), Emma Weissbecker geb. Wolf (1887), Hermann Wolf
(1880).
Aus Georgenhausen sind umgekommen: Johanna Hess geb.
Morgenthau (1859), Rosa Löb geb. Morgenstern (1886), Nathan Morgenthau (1856), Seligmann
Morgenthau (1850), Franziska Moses geb. Katzenstein (1877), Moritz Schack
(1883), Nathan Schack (), Simon Schack (1876), Lina Schönfeld geb. Schack
(1878). Die Namen sind im Gedenkbuch teils falsch unter "Georgenshausen"
eingetragen.
Aus Spachbrücken sind umgekommen: Karl Lilienthal (1883),
Rosa Mayer geb. Lilienthal (1881), Rosa Schack geb. May (1875), Simon Schack
(1876), Rosa Schwarz (1873), Theodor Schwarz (1883), Wilhelm Schwarz (1889),
Otto Weisbecker.
Aus Ueberau sind umgekommen: Ferdinand Frohmann (1867),
Josef Frohmann (1869), Zacharias Frohmann (1873).
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1870
/ 1875 / 1876 / 1887 / 1891
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juni 1870:
"Die Lehrer- und Vorsängerstelle bei der israelitischen Gemeinde
Reinheim mit Ueberau, Kreis Dieburg ist bis zum 15. August dieses Jahres
zu besetzen. Reflektierende wollen sich an den unterzeichneten Vorstand
wenden. Außer fixem Gehalt von 250 Gulden, sind demselben von 50-60
Gulden Nebeneinkünfte, inklusive des Schächteramtes, nebst freier
Wohnung zugesichert.
Ueberau, 7. Juni 1870. Der Vorstand Frohmann." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. November 1870:
"Die Stelle eines israelitischen Religionslehrers für Reinheim und
Ueberau im Kreise Dieburg ist mit einer Besoldung von 260 bis 300 Gulden
nebst freier Wohnung und 80 Gulden Akzidenzien alsbald zu besetzen.
Übernahmslustige wollen sich unter Beibringung ihrer Zeugnisse wenden an
Herz
Lehmann, Vorsteher. Reinheim, am 27. November 1870." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1875:
"Die Stelle eines Lehrers, Vorsängers und Schächters bei der
israelitischen Gemeinde zu Reinheim ist von heute an vakant. Gehalt
inklusive Nebenverdienste 950 Mark. Reflektierende wollen sich an den
unterzeichneten Vorstand baldigst melden. Reisekosten werden nicht
vergütet. Reinheim im Odenwald, 1. Januar 1875. Der Vorstand: Lehmann." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1876:
"Die Stelle eines israelitischen Lehrers, Vorbeters und Schächters
ist vakant. Darauf Reflektierende wollen sich baldigst melden.
Reinheim im
Odenwald, Kreis Dieburg. Lehmann, Vorsteher." |
| |
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1876:
"Die Stelle eines Lehrers, Vorsängers und Schächters in der
Gemeinde Reinheim ist bis März 1877 vakant. Gehalt inklusive
Nebenverdienste 900 Mark. Reflektierende wollen sich baldigst an den
unterzeichneten Vorstand melden. Reinheim im Odenwald, den 25. Dezember
1876.
Der Vorstand Lehmann." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1887:
"Die Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schächters in hiesiger
Gemeinde ist sofort zu besetzen. Gehalt 800 Mark nebst 200 Mark
Nebenverdienst.
Reinheim, 25. Februar 1887. Der Vorstand: Lehmann". |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. November 1887:
"Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in
hiesiger israelitischer Gemeinde ist sofort zu besetzen. Gehalt Mark 800,
Wohnung frei, Nebenverdienst 2-300 Mark. Unverheiratet wird vorgezogen.
Reinheim (Hessen), 20. November 1887. Der Vorstand: Lehmann." |
| |
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1891:
"Die Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schächters in hiesiger
Gemeinde ist bis 1. Juli zu besetzen. Gehalt 800 Mark, nebst 2-300 Mark
Nebenverdienst. Unverheiratete werden vorgezogen.
Reinheim (Hessen). Der Vorstand: H. Lehmann." |
Zum Tod des Lehrers Neumann (1920; Lehrer in Reinheim vor 1887)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1920: "Friedberg in
Hessen, 7. März (1920). Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust
erlitten. Am Heiligen Schabbat mit
der Toralesung Teruma starb in Frankfurt am Main infolge einer
Operation Herr Lehrer Neumann, der mehr als zwanzig Jahre die Funktionen
eines Lehrers, Kantors und Schochets hier ausgeübt hat. Schüler der Präparandenanstalt
zu Burgpreppach und des Seminars zu Köln war er nacheinander in Lohrhaupten,
Herborn, an der Israelitischen Religionsgesellschaft in Gießen,
in Reinheim, Groß-Gerau und schließlich dahier tätig. Überall wusste
er sich durch große Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit die Zufriedenheit
der Gemeinden zu erwerben. An seinem Grabe sprachen Herr Rabbiner Dr.
Sander, Gießen, der besonders das Lehrgeschick des Verstorbenen
hervorhob, Herr Lehrer Ehrmann, dahier, für den ‚Unabhängigen Verein
israelitischer Lehrer Hessens’ und für den ‚Bund gesetzestreuer jüdischer
Lehrer Deutschlands’, denen der Verewigte angehört hatte, Herr Rektor
Philipps von der hiesigen Volksschule, das Vorstandsmitglied Herr
Ferdinand Krämer für die Gemeinde und Herr Studienassessor Ehrmann,
Frankfurt am Main, im Namen der Schüler. Möge sein Andenken ein
gesegnetes sein! Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Visitation der jüdischen Religionsschule (1903)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. November 1903: "Reinheim,
23. November (1903). Es scheint, dass es mit der Regelung der
Verhältnisse im Schulwesen der hessischen Religionsschulen doch bald
Ernst wird, und dass der Unterricht auch von Seiten der Großherzoglichen
Kreisschulkommission beaufsichtigt werden soll. So wurde heute die hiesige
Religionsschule des Herrn Lehrer Vorenberg von dem Herrn
Kreisschulinspektor Gunderloch - Dieburg besucht. Er ließ Religion
(drittes und fünftes Gebot) und Bibel-Geschichte (Noah und Abraham) mit
der Unterabteilung durchnehmen. Mit einem: 'Es war gut' verließ er die
Klasse." |
Lehrer Josef Vorenberg erhält zum 25jährigen Dienstjubiläum
den Chawer-Titel (1911)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1911:
"Reinheim (Hessen), 9. Juli (1911). Herrn Lehrer Vorenberg wurde
anlässlich seiner 25jährigen Dienstjubiläums von Herrn Landrabbiner Dr.
Marx in Darmstadt in einem sehr anerkennenden Schreiben der Chawer-Titel
verliehen". |
70. Geburtstag von Lehrer Josef Vorenberg (1935)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli 1935:
"Reinheim, 14. Juli. (1935). Montag, den 22. Juli (21. Tamus)
begeht Herr Lehrer Vorenberg dahier in voller, körperlicher und geistiger
Frische und Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Herr Vorenberg, der nahezu
vier Jahrzehnte dahier überaus segensreich wirkt, erfreut sich in allen
Kreisen der größten Wertschätzung und Liebe. Möge es ihm vergönnt
sein, noch viele Jahre zum Segen seiner Gemeinde und für ganz Israel
zu wirken, möge ihm an der Seite seiner gleichgesinnten Gattin ein lange,
an Freuden reicher Lebensabend beschieden sein. (Alles Gute) bis
120 Jahre." |
50-jährige Amtszeit von Lehrer Josef Vorenberg (1936)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1936: "Reinheim
(Hessen), 1. Juli (1936). Herr Lehrer Vorenberg, Reinheim (Hessen), sah am
1. Juli auf eine 50-jährige Amtszeit zurück. Herr Vorenberg, der im
vergangenen Jahre seinen 70. Geburtstag feiern konnte, übt seit 45 Jahren
seinen Beruf als Lehrer, Kantor und Gemeinderechner ununterbrochen in
Reinheim aus. (Alles Gute) bis 120 Jahre." |
Aus dem jüdischen Gemeinde- und
Vereinsleben
Gründung eines Frauenvereines (1909)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. April 1909:
"Reinheim, 29. März (1909). Von verschiedenen Seiten war angeregt
worden, hierselbst einen Frauenverein zu gründen, dessen besonderer Zweck
Wohltätigkeit sein sollte. Am vergangenen Sonntag hat sich der
Verein konstituiert. Zur 1. Vorsteherin wurde durch Stimmenabgabe Frau
Rose Neumann, zur 2. Vorsteherin Elise Lehmann und zur Rechnerin Frau Emma
Frohmann gewählt." |
Die Mikwe soll restauriert werden (1911)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1911: "Reinheim.
Eine kleine Gemeinde in der Nähe, welche treu zur Wahrheit hält,
möchte gerne ihre Mikwe (rituelles Bad), welches sehr verwahrlost
ist restaurieren lassen. Es fehlen aber die nötigen Mittel. Ich bitte
daher Söhne Israels sich durch Spenden an dieser Weisung (gemeint:
damit die biblische Weisung erfüllt werden kann) beteiligen zu
wollen.
Das Rabbinat Darmstadt II (Dr. Marx) ist gern bereit Auskunft zu
geben und nimmt wie der Unterzeichnete Spenden mit Dank entgegen. Im
Israelit wird eventuell darüber quittiert. J. Vorenberg." |
Generalversammlung des Frauenvereines (1923)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1923: "Reinheim
(Hessen), 27. Februar (1923). Am letzten Sonntag fand hier wieder nach
langer Zeit bei der Rechnerin des Frauenvereins, Frau U. Frohmann I. die
General-Versammlung statt. Herr Lehrer Vorenberg begrüßte die Anwesenden
und verbreitete sich über die Ziele des Vereins die Gerechtigkeit und
Wohltätigkeit bezwecken. Herr U. Frohmann I. stiftete in hochherziger
Weise dem Verein 100.000 Mark (sc. Inflationszeit) anlässlich der
Ankunft seines ersten Enkels und zum Andenken an seinen Vater - das
Andenken an den Gerechten ist zum Segen -, als
Gotschall-Frohmann-Stiftung. Die Zinsen sollen für Wohltätigkeit
verwendet werden. Zum Vorstand wurde einstimmig Frau Max Karlsberg
gewählt. Bei feinen Torten und Kaffee verweilt die Versammlung noch
längere Zeit. Möge der Verein weiter blühen und gedeihen und möchten
sich noch mehrere solcher Stifter finden." |
Vorstandswahlen (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1929:
"Reinheim (Hessen), 16. Juni. Bei der heutigen Wahl des Vorstandes
der Jüdischen Gemeinde unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Buxmann und
der beiden Beisitzer N. Frohmann und Lehrer Vorenberg wurde Herr Sigmund
Steiermann mit großer Stimmenmehrheit zum ersten Vorstand gewählt." |
Die Israelitische Gemeinde ist
Mitinhaberin des Jüdischen Friedhofes Groß-Bieberau (1931)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. August 1931: "Reinheim
(Hessen), 9. August (1931). Die Israelitische Religionsgemeinde Reinheim
ist seit einem Jahr Mitinhaberin des Jüdischen Friedhofes der
Israelitischen Religionsgemeinde Groß-Bieberau. Interessenten werden
darauf aufmerksam gemacht, dass der Schlüssel zum Friedhof bei dem 1.
Vorstand, Herrn S. Steiermann, Reinheim, in Empfang genommen werden
kann." |
Vorstandswahlen (1933)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. März 1933: "Reinheim
(Hessen), 26. Februar (1933). Bei der heutigen Vorstandswahl wurde Herr
Joseph Frohmann mit 12 Stimmen als 1. Vorstand, Herr Max Lehmann mit 10
Stimmen als 2. Vorstand gewählt. Herr Hanauer wurde schon früher als 3.
Vorstand bestimmt." |
Berichte zu einzelnen Personen
aus der Gemeinde
Zum Tod von Feitel Frohmann (1893)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. November 1893:
"Reinheim, Hessen, 20. November (1893). In unserer Zeit, in welcher
die Frommen und Edlen immer seltener werden und aufrichtige Religiosität
immer mehr verschwindet, ist es besonders hart, eine edle und brave Person
von uns scheiden zu sehen. Wir beklagen den Verlust einer echten wackeren
Frau, eines braven, frommen Biederweibes, Frau Feitel Frohmann, sie ist
nicht mehr. Nach langem und schmerzvollen Krankenlager ist sie eingegangen
in den ewigen Frieden am Sonntag den 12. November. Sie war eine liebevolle
Gattin und Mutter, beliebt bei allen, die sie kannten, davon gab die
große Beteiligung bei ihrem Leichenbegängnis Zeugnis, bei welchem wir
auch unter anderen die Herren Bürgermeister, Postmeister etc. bemerkten.
An der Bahre gaben die Herren Dr. Marx - Darmstadt und Lehrer Vorenberg
hierselbst der allgemeinen Trauer in beredten Worten Ausdruck. Möge der
Allgütige die Trauernden vor ferneren Verlusten behüten." |
Goldene Hochzeit der Eheleute Herz Lehmann (1911)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. August 1911:
"Reinheim (Hessen), 16. August. Am 14. dieses Monats feierten die
Eheleute Herz Lehmann hierselbst in seltener Frische und Gesundheit im
Kreise ihrer Kinder und Enkel sowie weiter Verwandtenkreise, das Fest
ihrer Goldenen Hochzeit. Von nah und fern kamen Geschenke und
Gratulationen. Die meisten Bewohner von Reinheim kamen persönlich zur
Beglückwünschung, darunter die Herren Bürgermeister und Pfarrverwalter.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog sandte sein Bild im schönen
Rahmen mit eigenhändiger Namensunterricht sowie ein
Gratulationsschreiben.
Möge es dem Jubelpaar vergönnt sein, in derselben Gesundheit und Frische
das Fest der diamantenen Hochzeit zu begehen." |
Zum Tod von Frau Bentheim geb. Frohmann (1921)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1921:
"Reinheim (Hessen), 26. Oktober (1921). Eine echte wackere Frau, ein
Biederweib im besten Sinne haben wir in Frau Moritz Bentheim, geb.
Frohmann am ersten Tag Chol HaMoed Sukkot (erster Tag der
Halbfeiertage des Laubhüttenfestes = 19. Oktober 1921) zu Grabe getragen.
Erst 38 Jahre alt, starb sie an den Folgen einer Operation in Darmstadt.
Die zahlreiche Beteiligung an ihrer Beerdigung gab Zeugnis von ihrer
großen Beliebtheit bei Arm und Reich. Mit Rücksicht auf den Halbfeiertag
konnte Herr Lehrer Vorenberg ihr nur einige herzliche Worte des Abschieds
widmen. Möge Gott dem trauernden Gatten, der einzigen Tochter und
der Schwester in ihrem Schmerze beistehen. Ihre Seele sei eingebunden
in den Bund des Lebens." |
Familie H. Frohmann I. verzieht nach Frankfurt (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1929: "Reinheim
(Hessen), 1. April (1929). Am 27. März verließ die Familie H. Frohmann
I. unsere Gemeinde, um zu ihrer Tochter, die in Frankfurt verheiratet ist,
zu ziehen. Herr und Frau Frohmann haben sich während ihres Hierseins
nicht nur die Liebe und Verehrung der jüdischen Gemeinde, sondern auch
aller Bewohner Reinheims und Umgegend erworben, sodass ihr Fortgang
allgemein bedauert wird. Besonders hervorzugeben war ihr Gemillut
Chäsäd, die Ausübung von Wohltätigkeit an alle Arme und
Notleidende. Möge Gott ihnen einen glücklichen und zufriedenen
Lebensabend bei ihren Kindern zuteil werden lassen." |
Irma Vorenberg wird mit dem Kriegsehrenkreuz ausgezeichnet
(1935)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1935:
"Reinheim, 11. Juni. Unter den wenigen jüdischen Frauen, die das
Kriegsehrenkreuz erhielten, befindet sich jetzt auch Frau Irma Vorenberg,
Gattin des Herrn Bernhard Vorenberg, welcher als Frontkämpfen ebenfalls
dasselbe besitzt. Frau Vorenberg war als Schwester an der Front
tätig." |
Hochzeitsanzeige von Salli Strauss und Jettchen geb.
Berberich (Reinheim / Groß-Krotzenburg) (1927)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Dezember 1927:
"Salli Strauss - Jettchen Strauss geb. Berberich. Vermählte -
Reinheim - Groß-Krotzenburg. Trauung, Sonntag, den 1. Januar 1928.
Restaurant Scheuer, Frankfurt am Main, Börnsenplatz." |
Ereignisse im Frühjahr 1933 nach der NS-Machtübernahme:
"Er (sc. Georg Allmann, Mitglied der
Sozialistischen Arbeiterjugend) ging die Jahnstraße hinunter, Richtung
Synagoge, Es war Freitag abend, die Juden waren in der Synagoge und
beteten nun ihren Sabbat ein. Der SS-Mann Hentschel sagte zu mir. 'Du
gehst jetzt rein und holst alle Stinkjuden raus, und die treten alle unter
deinem Kommando zum Abwaschen an. Die Frauen und Kinder können
heimgehen!' Wieder weigerte ich mich, das zu tun. Da trat der Hentschel
gegen die Eingangstür und stieß mich hinein. Hier weinte schon alles,
denn sie hatten ja mitgekriegt, was draußen vor sich ging. Die Männer
kamen auf mich zu, denn ich kannte alle sehr gut, und ich sagte ihnen, was
da vorgehen sollte. Die Frauen und Kinder weinten, und die Männer gingen
mit mir. Fragt nicht, was sich nun abspielte, denn alle wollten nun einmal
die größten Judenhasse sein... Wie die Juden bekam ich einen Eimer in
die Hand, und der kleine Trauerzug von zwölf Juden, meist ältere
Männer, zog mit mir an der Spitze zu dem Gasthaus 'Zur Spritze' vorbei
zum Baronsgarten am Ortsausgang nach Groß-Bieberau. Die ganze Zeit waren
wir von einer hysterisch johlenden Menge begleitet. Dort war alles
vorbereitet, und das Schauspiel konnte beginne. Jeder bekam einen Eimer
Wasser und musste zum Abwaschen hinauf auf das flache Dach. Die
Volksbelustigung war offensichtlich sehr groß, denn einige hatten allein
schon Angst, die Leiter zu erklimmen. Doch die SS half nach, bis alle oben
waren. Da es mittlerweile dunkel wurde, halfen Autoscheinwerfer, den
Schaulustigen den Spaß nicht zu nehmen. Die jüdischen Männer hatten
alle schwarze Anzüge an und sahen bald zum Erbarmen aus... Ihre Hüte
wurden mit den Gummiknüppeln aufgespießt und unter die Menge geworfen.
Die aufsichtsführenden SS-Gangster traten den Juden immer auf die Finger
oder gegen die Füße, damit sie abrutschten, und die Gaudi wurde immer
roher. Ich sag gerade noch , wie ein SS-Mann den Juden Blum, einen kleinen
Mann mit Glatze, seinen Gummiknüppel auf den Kopf schlug, dass das Blut
nur so spritzte. Ich werde die Schreie dieses Mannes nie vergessen, und es
wurde einen Moment ganz still unter dem Volk".
(zitiert aus Studienkreis s. Lit. S. 46) |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betsaal vorhanden. Eine Synagoge wurde 1837
in der heutigen Straße Am Biet erstellt. Bei dem Gebäude handelte es sich um
einen zweigeschossigen Massivbau aus Sandsteinmauerwerk mit einem Satteldach
giebelseitig zum Straßenzug. An allen Seiten hatte es Rundbogenfenster. In der Synagoge hatte es 50 Sitzplätze für Männer,
32 auf der Empore für die Frauen.
Aus dem Jahr 1907 meldeten die Zeitungen den Einschlag eines
Blitzes in der Synagoge, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde und
die Synagoge unbeschädigt blieb:
Blitzeinschlag in die Synagoge während des Gottesdienstes
(1907)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. September 1907:
"Rheinheim (Hessen), 1. September (1907). In der hiesigen Synagoge
ereignete sich heute früh 1/2 5 Uhr, als die Gemeinde zum Gottesdienst
versammelt war, folgender aufregender Vorfall. Bei Beginn der Selichot
zog ein starkes Gewitter herauf, und nach einiger Zeit gab es plötzlich
einen fürchterlichen Schlag; im selten Moment erlosch das elektrische
Licht und die Synagoge füllte sich mit einem bläulichen Rauch. Ein
Unfall ist glücklicherweise nicht vorgenommen. Da die elektrische Leitung
nicht mehr funktionierte und kein anderes Licht vorhanden war, so musste
der Gottesdienst abgebrochen werden." |
| |
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 27.
September 1907: "In Reinheim (Hessen) schlug ein Blitz in demselben
Augenblick in das israelitische Bethaus ein, als zahlreiche Beter gerade
in dem Gotteshause weilten. Die Lichter erloschen sofort und verschiedene
Personen stürzten besinnungslos zu Boden, ohne indes aber weiteren
Schaden zu nehmen." |
1925 wollte die Gemeinde die Synagoge
renovieren; ein Antrag auf Unterstützung wurde jedoch von der politischen
Gemeinde abgelehnt. 1927 wurde der Zuschuss bewilligt. Die restlichen
Kosten wurden von 25 Gemeindemitgliedern aufgebracht.
Vor dem Novemberpogrom 1938 wurden die Vorsteher nach
dem Bericht von Paul Arnsberg (s. Lit.) vom Bürgermeister gewarnt. Sie brachten die Torarollen und andere Ritualien daraufhin
zum Bürgermeisteramt in Sicherheit; später sollen diese Gegenstände nach
Darmstadt verbracht worden sein. Beim Novemberpogrom wurde die Synagoge
von SA-Trupps aufgebrochen, die Inneneinrichtung zerstört. Ein Teil der
Inneneinrichtung wurde auf den nahe gelegenen Wall geschafft und dort verbrannt.
Das Synagogengebäude wurde beschlagnahmt und ging schließlich in den Besitz
eines Nachbarn wurde, der das Gebäude später als Scheune verwendete. Die Fensteröffnungen
wurden verändert und mit Resten der ehemaligen Steinumrahmungen
eingefasst.
Am 31. Januar 1986 wurde eine Gedenktafel angebracht mit dem Text:
"Dieses Gebäude, errichtet 1837, diente bis 1938 als Synagoge der
jüdischen Gemeinde Reinheim. Während der Ausschreitungen gegen die Juden im
November 1938 wurde die Inneneinrichtung zerstört und das Gebäude selbst
anschließend beschlagnahmt. Die Juden unserer Stadt wanderten teilweise aus,
die übrigen wurden inhaftiert und deportiert. Unter den Millionen Opfern der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft von 1933-1945 befinden sich auch
ehemalige Juden aus Reinheim. Zum Andenken und zur Mahnung gestiftet von der
Stadt Reinheim." Die Gedenktafel wurde von der Künstlerin Marianne Wagner
(Seckach) gestaltet (Website
der Künstlerin).
1990 wurde das Gebäude von Architektur-Studenten der FH Darmstadt unter
Leitung des Dozenten F. Oppermann untersucht und in einer ausführlichen
Dokumentation dargestellt. Dabei wurden auch Reste der Innenbemalung
festgestellt (reichhaltige florale Ornamentierung). Die Raumaufteilung des
Gebäudes konnte rekonstruiert werden. Nicht mehr gefunden wurde das rituelle
Bad im Erdgeschoss. Während diese Dokumentation erstellt wurde, war bereits der
Umbau der ehemaligen Synagoge zu einem Wohnhaus im Gange. Die
Denkmalschutzbehörde und der Denkmalbeirat machten dem Besitzer die
Wiederherstellung der ursprünglichen Außengestaltung mit den Fensteröffnungen
zur Auflage.
Adresse/Standort der Synagoge: Am Biet 12
Fotos
Pläne zur Lage der
Synagoge
(Quelle: Altaras s. Lit. 1988 S. 133) |
 |
 |
| |
Die
Pläne wurden gezeichnet nach den Grundstücksplänen 1986 (links) und
1927 (rechts) |
| |
|
Das Gebäude der ehemaligen
Synagoge
vor der Renovierung
(Aufnahme Juni 1987; Quelle: Altaras s. Lit. 1988 S. 132) |
 |
|
| |
Erkennbar sind die
früheren Bogenfenster |
|
| |
|
|
| |
|
|
Die ehemalige Synagoge nach
dem Umbau zu einem Wohnhaus
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.8.2008) |
|
 |
 |
 |
| Die ehemalige
Synagoge von Nordwesten |
Die ehemalige Synagoge von
Süden |
|
| |
|
|
 |
 |
 |
| Die ehemalige Synagoge von
Westen |
Die ehemalige Synagoge von der
Ost-/Nordseite |
| |
|
|
 |
|
|
Die Gedenktafel |
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,2 S. 692; kein Ortsartikel in
III,2. |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 217-219. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 132-133. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 115. |
 | Fritz Volz: Die Reinheimer Juden. Spuren ihrer
Geschichte. Reinheim 1988. (Dieses Buch konnte noch nicht in der obigen
Darstellung berücksichtigt werden). |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 46-47. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 303-304.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Reinheim Hesse. The
community numbered 86 (4 % of the total) in 1900 and was affiliated with the
Orthodox rabbinate of Darmstadt. Jews attended Sabbath eve services in March
1933 were brutally assaulted and 42 left before Kristallnacht (9-10
November 1938), when the synagogue (already sold to a non-Jew) was spared total
destruction. Of the 64 Jews living there in 1933, at least 24 emigrated (mostly
to the United States). The local SS officer responsible for the 1933 pogrom was
hanged by inmates of the Buchenwald concentration camp prior to their liberation
in April 1945.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
diese Links sind noch nicht aktiviert
|