Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version
        
In Merzig sind Juden erstmals im 17. Jahrhundert nachzuweisen. 1652 wird in einem Vogteigerichtsprotokoll "Roffel/Raphael Jud" genannt. Es ist jedoch nicht sicher, ob er selbst in Merzig wohnte. 1683 wird erstmals die Familie des Moyses Hanau in Merzig genannt. Diese hatte allerdings keine Beziehung mit dem genannten "Roffel Jud" (die oft zu lesende Darstellung, dass sich die Nachkommen des Roffel Jud den Familiennamen Hanau beilegten, ist nach Angaben von Annemarie Schestag, Heidelberg nicht richtig). Die Herkunft des Moyses Hanau konnte bis jetzt noch nicht nachgewiesen werden, eventuell aus Freistroff in der Grafschaft Bouzonville/Lothringen. Im 18. Jahrhundert zogen weitere jüdische Familien in Merzig zu. 1768 und 1782 gab es fünf jüdische Familien in der Stadt, die überwiegend vom Viehhandel lebten. Drei von ihnen waren allerdings nach einer Beschreibung von 1782 "bettelarm". In letztgenanntem Jahr zählte die jüdische Gemeinde, zu der auch die jüdischen Familien in den späteren Filialgemeinden Brotdorf und Hilbringen gehörten, etwa 12 Familien.
 
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner von 80 (1808/09) durch Zuwanderung von Dörfern der Umgebung zu auf 130 bis 140 Personen in den 1830er-Jahren (1846 Höchstzahl von 223 jüdischen Einwohnern, d.h. mehr als 6 % der Gesamtbevölkerung). "Geistliches Oberhaupt" der Gemeinde war jahrzehntelang bis zu seinem Tod 1861 Moses Levy (auch Moses Merzig genannt), ein in der weiten Umgebung bekannter und verehrter charismatischer Führer, in dessen Jeschiwa auch auswärtige Schüler lernten. Er sorgte wesentlich dafür, dass um 1840 die neue Synagoge erbaut werden konnte (siehe unten). Auch eine jüdische Elementarschule (jedoch als Privatschule, nicht als öffentliche Schule) wurde 1823 mit der Einstellung des ersten Lehrers eröffnet, die bis 1876 bestand (Schule und Lehrerwohnung waren in der Rehstraße 10). Seitdem gingen die jüdischen Kinder in die katholische Elementarschule und es bestand nur noch eine jüdische Religionsschule. Die jüdische Gemeinde gehörte zum Bezirk des Trierer Oberrabbinates. Als 1840 die Wahl des Oberrabbiners anstand, war Moses Levy ein Gegenkandidat zu Joseph Kahn. Die jüdische Gemeinde Merzig hatte einen eigenen jüdischen Friedhof.   
 
An jüdischen Vereinen gab es in der Merziger Gemeinde: einen Armen-Verein (Unterstützung von Armen und Durchwanderern, Mitglieder waren sämtliche Gemeindeglieder), eine Chewrath Bikkur Chaulim (Wohltätigkeit, Krankenbesuche, Bestattungswesen), eine Chewrath Gemiluth Chassodim, eine Chewrath Hanorim, eine Chewrath Mewaksche-Tow, den Israelitischen Frauenverein, den Synagogenchorverein Chewras Meschaurarim, einen Jüdischen Jugendverein und den "Verein Erholung").  
   
Die jüdischen Familien lebten im 18. Jahrhundert vor allem vom Handel mit Pferden, Silber, Landesprodukten, Immobilien oder vom Geldverleih. Seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts waren jüdische Gewerbetreibende Inhaber von Konfektions- und Kolonialwarengeschäften, aber auch weiterhin Vieh- und Pferdehändler sowie Metzger oder auch angesehene Ärzte und Rechtsanwälte.    
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Sally Hanau (geb. 11.7.1894 in Merzig, gef. 19.9.1915), Siegfried Hanau (geb. 8.3.1898 in Brotdorf, gef. 16.8.1917), Unteroffizier Edgar Herz (geb. 29.5.1892 in Merzig, gef. 4.10.1914), Bernhard Heß (geb. 3.10.1893 in Merzig, gef. 6.9.1914), Leopold Israel (geb. 1.10.1895 in Alfter, gef. 26.11.1915), Alfred Kaufmann (geb. 5.11.1892 in Merzig, gef. 6.7.1915), Michael Kaufmann (geb. 12.11.1894 in Hilbringen, gef. 20.8.1915). Walter Königsfeld (geb. 8.6.1892 in Lüdenscheid, gef. 21.8.1917), Siegfried Salomon (geb. 21.9.1886 in Hilbringen, gef. 28.9.1914), Gefreiter Moses Simon (geb. 28.12.1870 in Mörsdorf, gef. 24.10.1915), Arthur Tannenberg (geb. 11.9.1893 in Greifenberg - Sohn von Lehrer Isaak Tannenberg, gef. 9.9.1914), Adolf Wolfskohl (geb. 28.3.1882 in Nahbollenbach, gef. 2.8.1915).    
 
Um 1925
waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde: Naftalie Hanau, A. Baum, M. Weil und ein Herr Frank. Zur Repräsentanz gehörten die Herren Benny Cahn, David Felsenthal, Theodor Herz, Julius Blum, Aron Sulzbacher, Aron Schnerb und Leo Weil. Als Lehrer wirkte (bereits seit 1896, damals als Nachfolger von Lehrer Levy Nußbaum) Isaak Tannenberg (siehe unten Artikel zu Lehrer Tannenberg anlässlich seines Eintrittes in den Ruhestand 1926). 1932 war 1. Vorsitzender der Gemeinde Aron Schnerb, 2. Vorsitzender Siegmund Kahn, 3. Vorsitzender Bernhard Frenkel. Vorsitzender der Repräsentanz war Leo Weil. Als Lehrer und Kantor war nun - nach der zwischenzeitlichen Tätigkeit von Lehrer Siegmund Friedmann (1926-1930, wechselte nach Saarbrücken) - Max Jankelowitz tätig. Er erteilte im Schuljahr 1932/33 noch 17 Kindern den Religionsunterricht. Der Nachfolger von Jankelowitz wurde im Spätherbst 1932 Sigfrid Levy aus Hersfeld. Zur jüdischen Gemeinde gehörten inzwischen auch die in Hilbringen und Brotdorf wohnenden jüdischen Personen (1932 28 bzw. 26 Personen), nachdem die dortigen Gemeinden aufgelöst worden waren. 
 
1933 lebten noch etwa 200 jüdische Personen in der Stadt (von insgesamt etwa 10.000 Einwohner). Unter dem zunehmenden Druck der Entrechtung durch die nationalsozialistische Politik konnte ein großer Teil der jüdischen Einwohner in den folgenden Jahren auswandern beziehungsweise in andere Städte übersiedeln. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.).   
    
Von den in Merzig geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Leopold Baum (1876), Bella Berl (1888), Berthold Bonnem (1925), Edith Bonnem (1927), Gustel Bonnem (1903), Marcel Bonnem (1902), Rebecca Bonnem geb. Hanau (1863), Rudolf Bonnem (1929), Ella Daniel geb. Hayum (1894), Erwin Felsenthal (1896), Julie (Julia) Frank geb. Weil (1860), Clara Frenkel (1892), Dora (Sara) Frenkel geb. Neuberger (1887), Julius Frenkel (1879), Justina Frenkel geb. Schwarz (1860), Tilla Frenkel (1889), Alfred Hanau (1903), Bernhard Hanau (1865), Elsa Hanau (1902), Marie Hanau (1875), Mella Hanau geb. Keller (1882), Ottilia (Ottilie) Hanau (1875), Sara Klara Hanau geb. Mayer (1867, Foto des Grabsteines in Gurs siehe unten), Theresia Hayum (1901), Otto Herz (1877), Sophronie Herz (1862), Edgar Kahn (1907), Edith Kahn (1924), Hedwig Kahn geb. Rauner (1883), Hermann Kahn (1901), Ida Kahn geb. Kaufmann (1878), Johanna (Hana) Kahn (1923), Joseph Kahn (1852), Julius Kahn (1867), Rosa Kahn (1897), Siegmund Kahn (1894), Karl Kaufmann (1882), Lina Kaufmann geb. Hirsch (1879), Dr. Rafael Kaufmann (1871), Frieda Koller geb. Benjamin (1900), Kamilla Levy geb. Levy (1876), Mathilde Levy (1878), Rose (Rosa) Levy (1875), Siegmund Levy (1865), Richard Lilienfeld (1889), Julie Markus geb. Hanau (1876), Mina Marx (1868), Rosa Marx geb. Salomon (1897), Germaine (Lilly) Mayer geb. Kahn (1913), Cécile Mühlstein geb. Berl (1876), Käte Oppenheim (1909), Werner-Moritz Oppenheimer (1921), Frieda Reinheimer geb. Grünberg (1884), Paul Reinheimer (1913), Adolf Salomon (1890), Ida Salomon geb. Kahn (1886), Theodore Salomon (1893), Dr. Ferdinand Samuels (1883), Isaak Tannenberg (1865), Max Tannenberg (1902), Amalie Tykoschinski geb. Kahn (1888), Mathilde (Tilde) Vredenburg geb. Weil (1894), Alfred Carl Weil (1873), Hermann Weil (1864), Rosa Wolff geb. Lilienfeld (1887). 
  
Hinweis: die in einigen Listen genannte Susanne Felsenthal (1873) hat die Deportation und den Holocaust überlebt. Sie kehrte 1946 nach Merzig zurück und ist hier 1955 verstorben. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof in Merzig beigesetzt (Auskunft von Bernd Schirra, Merzig vom 29.10.2013).  
  
Am 20. November 2012 wurden in Merzig erstmals 17 "Stolpersteine" zur Erinnerung an Opfer der NS-Zeit verlegt.  Eine weitere Verlegung von drei "Stolpersteinen" erfolgte am 22. Februar 2014, die dritte Verlegung in Merzingen am    
     
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Zur Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule   
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet und der Kultusbeamten 1863 / 1872 / 1874 / 1875 / 1876 / 1886 / 1889 / 1892 / 1911 / 1925 / 1930 / 1932   

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. September 1863: "Vakanz
Die hiesige jüdische Gemeinde wünscht bis zum 1. November einen Elementarlehrer zu engagieren. Fixer Gehalt 180-200 Taler. Zudem bietet diese Stelle Gelegenheit durch Privatunterricht und Eidesabnahme den Gehalt bedeutend zu vergrößern. 
Darauf Reflektierende wollen ihre Zeugnisse baldigst an den Unterzeichneten franko einsehen. 
Merzig, den 3. September 1863. M. Felsenthal, Schulvorstand."         
 
Merzig AZJ 22121863.jpg (42288 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Dezember 1863: "Die hiesige israelitische Gemeinde wünscht einen Elementarlehrer zu engagieren, der gleich oder Ostern kommenden Jahres eintreten kann. Fixer Gehalt 200 Taler, zudem bietet die Stelle Gelegenheit durch Eidesabnahme und Privatunterricht den Gehalt bedeutend zu vergrößern. 
Reflektanten wollen ihre Zeugnisse franco an den unterzeichneten Schulvorstand einsenden. 
Merzig, den 1. Dezember 1863. M. Felsenthal"
 
Merzig Israelit 03071872.jpg (50739 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1872: "Offene Lehrerstelle. 
In der Synagogen-Gemeinde Merzig an der Saar ist die Elementar- und Religionslehrerstelle sofort zu besetzen. 
Fixer Gehalt 250 Taler. Nebenverdienste 100-120 Taler. Bei entsprechenden Leistungen Gehaltserhöhung sicher. Bewerber wollen ihre Zeugnisse einsenden an den Vorstand der Synagogengemeinde Merzig."
 
Merzig AZJ 26051874.jpg (45814 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Mai 1874: "Da der zeitige Elementarlehrer von hier eine Berufung nach dem Reichslande angenommen, so ist die hiesige Elementar- und Religionslehrerstelle vakant und sofort zu besetzen. Fixer Gehalt 300 Taler pro anno. 
Zeugnisse umgehend erwünscht. Nebenverdienste je nach Leistungen. 
Merzig
, den 14. Mai 1874. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Merzig an der Saar."   
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. November 1874:  "Die Synagogen-Gemeinde zu Merzig 
an der Saar sucht per sofort oder 1. Januar 1875 einen geprüften Elementar- und Religionslehrer. 
Gehalt 900 Mark per anno. Nebenverdienste nach Leistungen. 
Der Schul-Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Merzig a.d. Saar. J. M. Levy".     
 
Merzig Israelit 27101875.jpg (44677 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Oktober 1875: "Die Synagogengemeinde zu Merzig an der Saar sucht einen geprüften, praktisch und theoretisch gebildeten Elementar- und Religionslehrer. Gehalt Mark 900. Nebenverdienste je nach Leistungen. Eintritt per 1. Dezember dieses Jahres. Offerten sind portofrei an den Unterzeichneten einzusenden. Der Vorstand. B. Salmon Sohn."
 
Merzig AZJ 29021876.jpg (58985 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Februar 1876: "Die Lehrerstelle an der hiesigen israelitischen Schule ist vakant. Die Besetzung kann sofort oder auch erst zu Ostern dieses Jahres erfolgen.
Bewerber um die Stelle wollen sich längstes in 4 Wochen von heute ab unter Einsendung eines curriculum vitae, des Prüfungszeugnisses, der Führungsatteste und der Ausweise über ihre Lehrtätigkeit in den letzten Jahren an den Unterzeichneten wenden. 
Der Gehalt der Stelle beträgt 900 Mark pro Jahr und bietet sich Gelegenheit zu Nebenverdienst durch Erteilung von Privatunterricht. 
Merzig an der Saar, 4. Januar 1876. Für den Schulvorstand: B. Salmon Sohn." 
 
Merzig Israelit 28101886.jpg (55035 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Oktober 1886: "Die durch Krankheit unseres Religionslehrers vakant gewordene Religionslehrerstelle ist bei einem fixen Gehalt von Mark 900 pro anno sofort zu besetzen. Erwünscht, wenn derselbe an den hohen Feiertagen als Hilfskantor fungieren kann. 
Reflektierende wollen ihre Zeugnisse sofort an den unterzeichneten Vorstand einsehenden. 
Der Vorstand der Synagogengemeinde zu Merzig an der Saar. M. Felsenthal."
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. April 1889: "Anzeigen
Die Synagogen-Gemeinde Merzig an der Saar sucht per sofort einen tüchtigen 
Religionslehrer

unverheiratet. Gehalt 800 Mark per anno. Zeugnisse und curriculum vitae einzusenden an den 
Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Merzig, B.M. Weil
, Vorsitzender." 
 
Merzig Israelit 29091892.jpg (40793 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. September 1892: "Da unser Kultusbeamter, welcher 38 Jahre hier tätig war, gestorben ist, suchen wir einen streng religiösen Kantor, Religionslehrer und Schochet, der einen geübten Chor leiten kann, musikalisch gebildet ist und womöglich auch einen Vortrag halten kann, gegen ein Gehalt von 1.800 Mark und noch Nebenverdiensten. 
Offerten und Zeugnisse sind an den Unterzeichneten baldigst einzusenden. 
Der Vorsitzende des Vorstandes: Benzion Weil, Merzig a.d. Saar."
 
Merzig Israelit 15061911.jpg (51122 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juni 1911: "Die hiesige Stelle eines Schochet und Synagogendieners ist sofort zu besetzen. Gehalt Mark 800.-, außerdem die Einkünfte aus der Schechitoh, welche bisher Mark 800 bis 1000 betrugen. Offerten von streng religiösen inländischen Bewerbern, welche im Besitz einer Kaboloh von orthodoxen Rabbinern sind, an den Vorstand der Synagogengemeinde Merzig an der Saar. N. Hanau."
   
Merzig Israelit 02071925.jpg (45292 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juli 1925: "Gesucht für 1. September (1925). Seminaristisch gebildeten Kantor und Religionslehrer, Musikalisch vorgebildet. Bewerber, welche eventuell Chor leiten können, bevorzugt. Ferner Schochet und Hilfskantor. Vorstand der Synagogen-Gemeinde Merzig (Saargebiet)." 
  
Merzig Israelit 24121925.jpg (42938 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Dezember 1925: "Infolge Pensionierung des seit dreißig Jahren bei uns angestellten Kultusbeamten suchen wir einen religiösen, seminaristisch gebildeten, stimmbegabten und oratorisch befähigten Lehrer, Kantor und Schochet. Besoldung nach den Tarifsätzen im Saargebiet, sowie erhebliche Nebeneinkommen und freie Wohnung. Offerten mit Zeugnisabschriften, möglichst mit Bild erbittet 
Der Vorstand der Synagogengemeinde Merzig
(Saargebiet) N. Hanau, Vorsitzender."
   
Merzig Israelit 03041930.jpg (41588 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. April 1930: "Die Synagogengemeinde Merzig (Saar) sucht zum baldmöglichsten Eintritt einen gesetzestreuen Chasen, Lehrer und Vorbeter mit seminaristischer und musikalischer Ausbildung. Kabboloh (= Zertifikat) von einem orthodoxen Rabbiner. Freie Dienstwohnung vorhandne. Pensionsberechtigung. Offerten mit Bild und Gehaltsansprüchen sind zu richten an den Vorstand, A. Schnerb."    
 
Merzig Israelit 03031932.jpg (50629 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. März 1932: "In unserer Gemeinde soll die Stelle eines Vorbeter, Lehrer und Schochet per 1. Oktober 1932 neu besetzt werden. Es mögen sich geeignete orthodoxe reichsdeutsche verheiratete Herren melden. Musikalische Ausbildung erwünscht, aber nicht ausschlaggebend. Die Stelle ist pensionsberechtigt. Gehalt nach Übereinkunft. Dienstwohnung vorhanden. Offerten mit Lichtbild und lückenlosem Lebenslauf sind zu richten an 
Verwaltung der Synagogengemeinde, Merzig - Saar. Aron Schnerb."

    
Zum Abschied von Lehrer E. S. Bonnem (1846, Lehrer in Merzig von 1838 von 1846)  

Merzig AZJ 02021846.jpg (142142 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Februar 1846: "Nachruf
Wenn jedem löblichen Verdienste seine Krone mit Recht geziemet, so darf solche dem ernstlich treu beflissenen Jugendlehrer, dem Urbarmacher des Bodens aller menschlichen Veredlung, dem Pfleger und Bildner des jugendlichen Herzens und Geistes, wenn er reichlich mit Genie begabt, treulich sein Amt versieht, gewiss nicht vorenthalten werden. Gebührender Tribut ist es also, dem an hiesiger israelitischen Schule 8 Jahre lang gestandenen, im Oktober verflossenen Jahres aus derselben geschiedenen, nunmehr in Deutz bei Köln fungierenden, wackeren und geschickten Jugendlehrer, Herrn E. S. Bonnem aus Neumagen an der Mosel, ein im Interesse der Wahrheit gesprochenes, seinen Verdiensten in dem bereits errungenen Bildungsgrad unserer zum Teil erwachsenen, teils aber noch minderreifen Jugend, angemessenes und wohl geziemendes Belobungswort nachzuschicken. – Von seinem strebsamen Eifer für alles Gemeinnützige, Schöne und Gute kann die allgemeine Rührung bei seinem Abschiede und das allseitige Bedauern bei seinem Amtsverlassen den besten Beweis geben. Von seinen vorzüglichen Leistungen im Amte muss die völlige Zufriedenheit seiner Schuloberen, welche seine Schule den anderen in unserer Nähe als Muster anpreisen, das sprechendste Zeugnis liefern. Von seiner eigentümlichen Kunst, sich bei den Schülern Liebe und Achtung zu erwerben, zeigt die große Anhänglichkeit seiner ihm in wahrer Kindesliebe zugetanen Zöglinge, die ihn gar nicht vergessen wollen. Merzig, den 2. Januar 1846. Vom Schulvorstandsmitglied Moses Levy." 

 
Lehrer G. Schnerb bietet für jüdische Schüler Verpflegung und Unterbringung an (1871)

Merzig Israelit 14061871.jpg (72017 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Juni 1871: "Auf mehrseitiges Verlangen bin ich erbötig, wenn sich eine hinlängliche Schülerzahl bei mir meldet, auswärtige junge Leute, welche hierorts Kost und Logis haben können, in Bibel, (Tanach), Grammatik, Mischnajot, Gemara usw. usw. zu unterrichten. Bei täglich 6 Stunden Unterricht bleibt noch hinlänglich Zeit übrig, sich in anderen Lehrfächern zu vervollkommnen, wozu die besten Gelegenheiten hier dargeboten sind. Auskunft wird Herr Rabbiner Dr. Lehmann in Mainz gefälligst gern erteilen. Merzig, 4. Juni 1871, 15. Siwan 5631.
G. Schnerb, Kantor und Kultus-Beamter in Merzig a. Saar."

 
Ende der jüdischen Elementarschule und Streit mit der bürgerlichen Gemeinde um einen Raum für den Religionsunterricht (1878)  

Merzig Israelit 09011878.jpg (204334 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Januar 1878: "Berlin. In dem soeben erschienenen sechsten Bericht der Kommission für das Gemeindewesen über Petitionen erstattet der Abgeordnete Lammstein Bericht über eine Petition der Vorstandes und des Repräsentantenkollegiums der Synagogengemeinde zu Merzig in der Rheinprovinz. Dieselben führen an, dass die Mitglieder der israelitischen Gemeinde daselbst früher eine besondere Elementarschule aus eigenen Mitteln unterhalten hätten; diese habe nicht die Rechte einer öffentlichen Schule genossen, sei vielmehr als eine Privatschule behandelt. Da es der der Synagogengemeinde in letzterer Zeit schwer geworden, qualifizierte Lehrer zu gewinnen und dauernd zu erhalten, auch das israelitische Schullokal, welches Privateigentum der jüdischen Gemeinde sei, den jetzigen Anforderungen nicht mehr entsprochen und aus Sanitätsrücksichten habe geschlossen werden müssen, so sei die jüdische Schule durch Verfügung der Königlichen Regierung zu Trier am 21. März 1876 aufgelöst und seien die Kinder in die städtischen Schulen verteilt. Da nun der israelitische Religionsunterricht nicht unter die Elementarfächer aufgenommen sei, so habe die Synagogengemeinde behufs Erteilung desselben einen Lehrer auf eigene Kosten engagieren müssen. Gleichzeitig habe sich dieselbe an den als Lokalschulinspektor fungierenden Bürgermeister der Stadt Merzig mit dem Ersuchen gewandt, ihr in dem neu erbauten Kommunalschulhause für die Zeit, wo Unterricht nicht erteilt werde, ein Lokal für den jüdischen Religionsunterricht zur Disposition zu stellen. Unter dem 7. Juli 1876 habe die Synagogengemeinde den Bescheid erhalten, dass die Stadtverordneten-Versammlung das Gesuch abgelehnt habe; Gründe seien für diese Ablehnung nicht angegeben. Auf eine bei dem Landrat erhobene Beschwerde habe die Königliche Regierung zu Trier den Lokalschulinspektor beauftragt, der Synagogengemeinde ein Lokal in dem Sinne ihrer Eingabe anzuweisen. Ein von den Stadtverordneten dagegen verfolgter Rekurs beim Oberpräsidenten zu Koblenz habe die Aufhebung der Verfügung der Königlichen Regierung zu Trier zur Folge gehabt. Die Synagogengemeinde habe sich nunmehr rekurrierend an den Kultusminister gewandt, sei indessen durch ein von diesem und dem Minister des Inneren gemeinschaftlich erlassenes Reskript vom 14. Juli 1877 mit ihrem Antrage zurückgewiesen. Die Petenten beantragen: Das Haus der Abgeordneten wolle das Staatsministerium veranlassen, unter Aufgebung der Ministerialverfügung vom 14. April dieses Jahres die israelitischen Einwohner von Merzig für berechtigt zu erkören, dass der jüdische Religionsunterricht in dem der Zivilgemeinde gehörigen öffentlichen Elementarschulgebäude erteilt werde. - Die Kommission beantragte: Übergang zur Tagesordnung." 
  
Merzig Israelit 12061878.jpg (51447 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juni 1878: "Merzig, 2. Juni (1878). In der gestrigen Sitzung des Stadtrates kam auf Ersuchen Königlicher Regierung, die Angelegenheit der hiesigen Synagogengemeinde um Überlassung eines Lokales im neuen, aus städtischen Mitteln erbauten Schulhauses, zum Abhalten des jüdischen Religionsunterrichtes zur Verhandlung. Die Stimmen waren gleich; da gab unser, erst seit circa 3/4 Jahre sich hier im Amte befindender Bürgermeister Herr Reuter, die entscheidende Stimme zugunsten der hiesigen Synagogengemeinde und im Sinne der an das Abgeordnetenhaus gerichteten Petition ab. Ich freue mich, Ihnen hiervon Mitteilung machen zu können und zeichne, hochachtend  L..y."  
   
Merzig AZJ 18061878.jpg (46854 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Juni 1878: "In Merzig ist endlich jüngst das Gesuch der jüdischen Gemeinde um die Erlaubnis, den Religionsunterricht ihrer Jugend im städtischen Schulgebäude abhalten zu dürfen, von den Stadtverordneten bejahend entschieden worden. Hierbei ist jedoch charakteristisch, dass die Stimmen der Stadtverordneten in gleicher Zahl für Ja und für Nein abgegeben wurden, sodass nur die Stimme des Vorsitzenden die günstige Entscheidung herbeiführte."  

   
Zum 70. Geburtstag von Lehrer Levy Nußbaum (bis 1896 Lehrer in Merzig)  

Merzig Israelit 07041938.jpg (88847 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. April 1938: "Köln, 29. März (1938). Am 3. April vollendete Lehrer i.R., L. Nussbaum, sein 70. Lebensjahr. Der Jubilar war in Hegenheim im Elsass, in Merzig und seit 1896 in Bocholt i.W. als Lehrer und Prediger tätig. Während seiner Amtszeit hat er sich stets für die religiösen Belange eingesetzt und das Banner der Tora und der Gottesfurcht allezeit hochgehalten. Sein Erziehungsideal erblickte er darin, seine Schüler zu religiösen Juden zu erziehen. Von heiligem Eifer für das jüdische Schrifttum beseelt, widmete er sich täglich dem Talmudstudium. Bis zu seinem Wegzug nach Köln leitete er die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Lehrer des Niederrheins. In Verehrung und Dankbarkeit erinnern sich zahlreiche Lehrer und Schüler seiner segensreichen Tätigkeit. Möge es ihm noch lange vergönnt sein, in körperlicher und geistiger Frische für die Belange des konservativen Judentums zu wirken. (Alles Gutes) bis 120."
Lehrer Levy Nußbaum stammte aus Burghaun bei Fulda (auf dortiger Seite ein weiterer Artikel zu ihm).    

  
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Isaak Tannenberg (1921)  

Merzig Israelit 05051921.jpg (27044 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Mai 1921: "Merzig a.d. Saar, 3. Mai (1921). Herr Lehrer Isaak Tannenberg, der sich in allen Kreisen der Bevölkerung großen Ansehens und großer Beliebtheit erfreut, feierte am 1. April sein 25jähriges Jubiläum als Lehrer der hiesigen jüdischen Gemeinde."

   
Lehrer Isaak Tannenberg geht in den Ruhestand (1926)  
Anmerkung: Isaak Tannenberg (geb. 1865 in Schenklengsfeld als Sohn des Viehhändlers Jonas Tannenberg und der Beile geb. Nussbaum, umgekommen 1942 im Ghetto Theresienstadt): war von 1896 bis 1926 in Merzig als Kantor, Schochet und Lehrer tätig. Hier erfüllte er auch die Funktionen eines Rabbiners und Predigers, da die israelitische Gemeinde in Merzig keinem Rabbinat unterstellt war. Er war zuletzt in Trier wohnhaft und wurde am 27. Juli 1942 von Köln nach Theresienstadt deportiert.    

Merzig Israelit 18031926.jpg (90467 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. März 1926: "Merzig (Saargebiet), 15. März (1926). Vergangenen Schabbat veranstaltete die hiesige Synagogengemeinde einen Festgottesdienst zu Ehren des Herrn Lehrer Tannenberg, der sich nunmehr nach 40jähriger Dienstzeit in den wohl verdienten Ruhestand zurückgezogen hat. Dreißig Jahre amtierte Herr Tannenberg in der hiesigen Gemeinde und stets derselbe durch seine unermüdliche Pflichttreue und Wohltätigkeit nicht nur innerhalb seiner Gemeinde, sondern bei allen Mitbürgern unserer Stadt in hohem Ansehen. Durch sein großes Gottvertrauen ist er uns für alle Zeiten ein leuchtendes Vorbild. In ergreifender Rede richtete er an seine Gemeinde die Mahnworte, stets treu zur Tora zu halten. Der nun aus dem Amt Geschiedene beabsichtigt, seine weiteren Tage gänzlich dem Tora-Studium zu widmen, und wünschen wir, dass ihm Gott dazu eine Fülle von Jahren in ungetrübter Gesundheit spenden möge." 
 
Merzig Israelit 29031926.jpg (115063 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1926: "Merzig, 21. März (1926). Eine eindrucksvolle Abschiedsfeier veranstaltete die israelitische Gemeinde am verflossenen Samstag ihrem aus seinem Amte in den Ruhestand tretenden Prediger und Religionslehrer Herrn Tannenberg. Nach Schacharis (Morgengebet) richtete der Vorsitzende des Vorstandes, Herr N. Hanau, eine längere, tief empfundene Ansprache an denselben. Er schilderte in warmen Worten seine Verdienste um die Gemeinde während seiner dreißigjährigen Tätigkeit und dankte ihm für sein segensreiches Wirken im Namen der Gemeinde und wünschte ihm einen langen und glücklichen Lebensabend. Hierauf führte er seinen Nachfolge, Herrn Friedemann in sein Amt ein. Der Vorsitzende der Repräsentanten, Herr Benny Cahn, feierte darauf Herrn Tannenberg in herzlicher Ansprache. Sichtlich gerührt, dankte Herr Tannenberg den beiden Herren für die Ehrung und die freundlichen Worte. Er hielt dann noch eine größere, zu Herzen gehende Abschiedsrede, worin er besonders hervorhob, wie schwer ihm das Scheiden aus seinem Amte werde. Er versprach, auch ferner in innigem Verkehr mit seiner Gemeinde zu bleiben und wünschte ihr ein weiteres Blühen und Gedeihen. Herr Friedemann, der nunmehr die Funktionen seines Vorgängers übernommen hatte, hielt zum Schluss eine Antrittsrede, mit welcher er den Beweis guter oratorischer Befähigung erbrachte."

  
Hinweis auf den 1926 bis 1930 in Merzig tätigen Lehrer und Kantor Siegmund Friedemann (1902-1984)
  

Hachenburg SFriedemann 010.jpg (19890 Byte)Über den Lebenslauf von Kantor Siegmund Friedemann informiert ein französischer Artikel von Joë Friedemann in judaisme.sdv.fr: Link zu diesem Artikel (auch als pdf-Datei eingestellt)     
Siegmund Friedemann ist am 3. April 1902 in Altstadt-Hachenburg geboren. Er ließ sich am "Bildungsseminar für Jüdische Lehrer" in Hannover ausbilden. Nach abgeschlossenem Studium war er in Camberg tätig, anschließend in Wallau. 1926 trat er Stelle des Lehrers und Kantors in Merzig an. Hier heiratete er Herta geb. Kahn. Seit 1930 war er in Saarbrücken tätig. Im Oktober 1936 trat er in den Dienst der Gemeinde von Saverne (Zabern). Nach dem deutschen Einmarsch folgten Jahre, die durch Internierung, Flucht und ständige Bedrohung geprägt waren. Seit 1946 wieder im Dienst von Gemeinden im Bereich Elsass-Lothringen: Sarrebourg, Belfort und Sarreguemines.        

   
   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben    
  
Zur Geschichte des Synagogenchores s.u. bei der Geschichte der Synagoge 
 
Gründung des Vereins "Talmud Thora" (1865)  

Merzig AZJ 05121865.jpg (65009 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Dezember 1865: "Merzig, bei Trier, 26. Oktober (1865). In hiesiger Gemeinde hat sich ein verein gebildet ‚Talmud Tora’, um durch wöchentliche Vorträge aus der Tora und den Kommentaren den Inhalt der Tora jedem verständlich zu machen und die in der Tora gewonnenen Kenntnisse zu befestigen und zu erweitern. Wer das 16. Lebensjahr erreicht hat, kann aktives Mitglied des Vereines werden. Damit reger Anteil an dem Vortrage genommen wird, kann jedes Mitglied durch Fragen, um sich Belehrung zu verschaffen, den Vortragenden unterbrechen. Der Lehr-Gegenstand wird von mehreren befähigten Mitgliedern unentgeltlich behandelt. Der monatliche Betrag wird zu wohltätigen Zwecken verwendet. Das Komitee hatte die Freude, dass fast die ganze Gemeinde an dem Vereine sich beteiligte."

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde    
1840: in der Wahl der Oberrabbiners sprechen sich Gemeindevertreter von Saarlouis für Joseph Kahn (Trier) und und gegen Moses Levy (Merzig) aus

Saarlouis AZJ 14111840.jpg (210835 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. November 1840: "Saarlouis, 6. Oktober 1840: [Nach unserem schon öfter ausgesprochenen Grundsatze, bei vorkommenden Wahlen eines geistlichen Oberhauptes, so lange die Wahl noch nicht festgestellt ist, angemessener Polemik Raum zu geben, um den Interessenten über die Richtung der Kandidaten, sowie über die Wichtigkeit der Besetzung ein Urteil zu schaffen, wo hingegen nach geschehener Wahl nur Fakta zur Sprache kommen dürfen: gestatten wir auch folgenden, uns zugekommenen Zeilen den Abdruck, Redaktion]. Nach dem Konkurrenzausschreiben des israelitischen Konsistoriums hoffen wir auf einen wissenschaftlichen Rabbinen, der den Bedürfnissen der Zeit entspräche. 
Diese Hoffnung steigerte sich noch mehr bei uns, als wir mehrere Rabbinatskandidaten genauen kennen lernten, worunter sich besonders Herr Kahn durch sein mehrmaliges Auftreten dahier bemerklich machte. Allein zu unserem Leidwesen erfahren wir nun, dass mehrere Stimmen in unserer Nähe, sowie in Trier sich zu Gunsten des Rabbinatskandidaten
Moses Levy in Merzig Moses Levy in Merzig kund geben. Dagegen müssen wir in diesem trefflichen Organe der israelitischen Angelegenheiten öffentlich protestieren. Denn so bewanderte derselbe auch im Talmud ist und soweit er es auch in der spitzfindigen Disputierkunst gebracht hat; so passt derselbe doch keineswegs 1840 in Preußen an die Spitze der geistlichen Angelegenheiten eines ganzen Regierungsbezirkes gestellt zu werden. Wie könnte auch ein Mann, dem jede Sprache außer die des Talmuds, jede Wissenschaft, jede Grammatik selbst die der hebräischen Sprache unbekannt sind, der daher ganz folgerichtig neulich bei einer Unterredung mit einem hiesigen Bürger diejenigen, welche glauben, dass unsere Erde sich um die Sonne bewege (das kopernikanische System) Kofrim und Apikorsim (Ungläubige und Ketzer) nannte und zu exkommunizieren kein Bedenken trug, berufen werden, unsere Schulen zu inspizieren, die Lehrer zu überwachen und überhaupt unserer Religion auch nur die Achtung erhalten, deren sie bereits schon gewürdigt wird? Wir bitten daher im Interesse unserer heiligsten Angelegenheiten die hochlöblichen Behörden, die Notabeln und alle die, welche bei der bevorstehenden Wahl mitzuwirken imstande sind, sich wenigstens darüber zu verständigen, dass wir von einer solchen Landplage befreit bleiben. x.y.z." 

  
Zum Tod von Rabbiner Moses ben Josef Jizchak Levi (Moses Merzig, 1861)  

Merzig Israelit 27111861a.jpg (218395 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1861: "Nachruf. In Ihrem geschätzten Blatte Nr. 46, haben wir in unserer Chewrat Gemiluth Chassodim (Wohltätigkeitsverein) am verflossenen Sabbat, den Schluss der Lebensbeschreibung von unserem Meister und Lehrer Mosche Sofer - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - gelesen. Unmöglich ist es uns zu sagen, wie diese Biographie uns interessierte, besonders da wir erst vor 7 Wochen leider einen herben Verlust erlitten, an unserem hochgeehrten Rabbiner, Vorsteher und Seelsorger, dem großen Gelehrten, dem Licht Israels, unserem Lehrer und Meister Mosche Sohn des Lehrers und Meisters (Rabbiner) Josef Jizchak Segal - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Tagtäglich empfinden wir immer mehr den unersetzlichen Verlust - denn, solange der Gerechte in der Stadt ist, ist er ihre Pracht, ihr Glanz und ihre Schönheit, wenn er aber von dort weggeht, - so weicht ihre Pracht, ihr Glanz und ihre Schönheit (Raschis Pentateuchkommentar zu 1. Mose 28,10). Ähnlich in seinem Leben dem in Ihrem geschätzten Blatte so schön beschrieben Raschi Mosche Sofer - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - war auch sein Sterben, auf den nämlichen Tag, und zwar am 25. Tschiri dieses Jahres in seinem 58. Jahre, im Beisein der ganzen Gemeinde von Alt bis Jung. Sein Wirken war in hiesiger Gemeinde nahe an 40 Jahre. Als Schüler Ihres seligen Vorgängers und Verwandten, dem verstorbenen, dem großen Gelehrten, dem Ruhm Israels, unser Meister und Lehrer Herz Schijar - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - des Vorstehers des Rabbinatsgerichtes und der Jeschiwa der heiligen Gemeinde Mainz, G'tt möge sie beschützen, von welchem er einer der bedeutendsten und geliebtesten Schüler gewesen (was heutigen Tages sicher noch in Mainz bekannt sein wird), kam er zurück vollkommen und kundig in der Tora. Er arbeitete sodann und vervollkommnete sich auch in weltlichen Kenntnissen, sodass er bald weit und breit berühmt ward. Viele Talmidim (Schüler), und mehrere die heutzutage (besonders in Frankreich) auf dem Lehrstuhl sitzen (d.h. Rabbiner sind), wie auch mehrere Privatgelehrte, haben sich bei ihm ausgebildet. Sie waren ihm wie seine eigenen Kinder - all seine Söhne, die lernten und so verehrten sie ihn auch fortwährend, wie bei ihrem Studium, als einen liebenden Vater. Tag und Nacht war er beschäftigt, seinen Schülern zu helfen und für die Bedürfnisse der Gemeinde zu sorgen, deren Vorsteher er war, sogar standen alle Vereine unter seiner Leitung; Lehren und Briefwechsel über Tora oder (rabbinische) Fragen und Antworten nach allen Seiten hin; Mahnungen und Zurechtweisungen in seiner Gemeinde und Umgebung (besser) offene Rüge als verheimlichte Liebe nahmen den größten Teil seiner Zeit in Anspruch. Für all dieses nahm er uneigennützig keine Bezahlung, ebenso wies er manche Geschenke zurück. Edelmütig schlug er sogar Rabbinatsstellen aus, um desto besser seiner Jeschiwa vorstehen zu können, kurz er war ein Schatz in jeder nur wünschbaren Art. Gerade wie Reb Mosche Sofer war, auch er von Jugend auf ein heiliger Mann, ein scharfsinniger, geradsinniger Kopf. Schreiber dieses können bezeigen, dass er (ein Mann war), der keine vier Ellen ging ohne Tora zu lernen oder über sie nachzusinnen. Sein Wahlspruch war: was Du tust, sei zur Ehre des Himmels (G'ttes). Sie werden im Univers. Isr. vom Monat November einen Nekrolog über ihn gefunden haben, geschrieben von einem seiner Schüler (Privatmann), welcher 80 Stunden weit herkam, um seiner Beerdigung beizuwohnen. Ebenso wurde in hiesiger, wie in den meisten Gemeinden der Umgegend während seiner Krankheit, Tehillim und Owinu Malkenu für den vielgeliebten und vielgerühmten Rabbi Mosche Merzig. Kaum war der Tag nach Sukkot-Fest; welcher zugleich Sabbat Bereschit war, zu Ende, als auch in der Nacht des heiligen Schabbat, dem 25. Tischri, die ganze Gemeinde um sein Sterbebett versammelt war. Schon seiner Sprache               
Merzig Israelit 27111861b.jpg (169722 Byte) beraubt, zeigte er mit energisch erhobener Hand, man solle laut 'Schema Jisroel' sagen; und seine Arme blieben aufrecht bis zum Sonnenaufgang... Sein Bruder, Reb Jeschajahu, ein ein aufrechter und geradsinniger Lehrer... ging ihm einige Tage voran zur Ruhe. Warum soll ich beraubt werden eurer Beider an einem Tage? In seinem Testament verbittet er sich jede Leichenrede, jedoch war der Leichenzug so großartig, wie man selten einen in hiesiger Gegend erlebt. Aus weitester Ferne, wohin die traurige Kunde zeitig gelangte, kamen Männer und Frauen in Masse, um ihn zur Ruhestätte zu geleiten. Die hohen Behörden, sowie die meisten unserer hiesigen Mitbürger aller Konfessionen gaben durch Anschluss an den Leichenzug zu erkennen, wie hoch und angesehen dieser bescheidene, schlichte und anspruchslose Mann bei ihnen war. Auch er lehrte während seiner Krankheit seine Umgebung täglich Worte der Tora und Musar (Ethik). Am Fest Simchat Tora, sogar noch am Sabbat Bereschit, dem 25. Tischri, lehrte er, leider zum letzten Male über den Wochenabschnitt und schloss mit den Worten. Mose unser Meister verdiente es, von Angesicht zu Angesicht mit dem göttlichen Geist (Schechina) zwischen den zwei Kerubim zu sprechen. Die meisten seiner Manuskripte musste gemäß seinem Testament zu ihm ins Grab gelegt werden. Ein kleiner Teil jedoch, welchen er nicht dazu bestimmt hatte, ist, Gott sei Dank, noch vorhanden. Am Schlusse seines Testamentes heißt er wörtlich: 'Meine Kinder sollen zwei Sachen von sich weisen diese heißen: Unverschämtheit (Chuzpe) und Eitelkeit. Unverschämtheit und Eitelkeit sind G'tt ein Gräuel. Bescheidenheit und Ehrfurcht führen zu einer Lobpreisung, diese Worte charakterisieren hinlänglich diesen tiefbetrauerten Mann. Viele gute und zweckmäßige Einrichtungen haben wir ihm zu verdanken und unsere spätesten Nachkommen noch werden daran erkennen, welch großer Mann hier gelegt und gewirkt hatte. Mosche war selbst verdienstvoll und er führte die Vielen zum Verdienst, daher wird das Verdienst der Menge ihm beigelegt, wie es heißt: die Gerechtigkeit G'ttes hat er ausgeübt, und seine Recht waren mit Israel. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. 
Merzig, den 21. November 1861. 18. Kislew (5)622. 
(Von den geehrten Einsendern aufgefordert, zu konstatieren, ob der zu früh Verstorbene sich hier noch eines lebhaften Andenkens erfreue und ob es war sei, dass sein hochberühmter Lehrer, R. Herz Scheuer - das Andenken des Gerechten und des Heiligen ist zum Segen - vor mehr als 40 Jahren an demselben Tage gestorben, bestätigen wir beides. Die Redaktion." 

  
Zum Tod von Moses Weil sen. (1881)  

Merzig Israelit 10081881.jpg (109971 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. August 1881: "Merzig an der Saar. Die hiesige Gemeinde hat durch den Tod des Herrn Moses Weil sen., der am Montag den 18. vorigen Monats erfolgte, einen schweren Verlust erlitten. Derselbe, im Alter von 75 Jahren stehend, entstammte noch jener Zeit, in welcher gewissenhafte Eltern für ihre Kinder nicht besser sorgen zu können glaubten, als wenn sie dieselben mit einer gründlichen Torakenntnis ausstattete. Dem entsprechend besuchte der Verblichene als Jüngling die Jeschiwa zu Straßburg im Elsass und setzte auch als gereifter Mann sein Torastudium bei R. Moscheh Levy seligen Andenkens dahier fort. – Jede Mußestunde, die er seiner geschäftlichen Tätigkeit abgewinnen konnte, war dem Studium unserer heiligen Tora gewidmet, und selbst in den letzten Jahren seiner Lebens, in welchen ihn eine langwierige Krankheit ans Haus fesselte, war die Beschäftigung mit dem Gottesworte sein Trost und seine Freude.
Sein langjähriger Freund und Verwandter, Herr Kantor Schnerb, hielt auf Grund letztwilliger Bestimmung des Verblichenen die Grabrede, welche der Bedeutung des Heimgegangenen in beredter, tief empfundener Weise Ausdruck gab. Sodann sprach Herr Dr. Ehrmann, Rabbiner in Trier, über die Bedeutsamkeit eines solchen Verlustes gerade in unserer Zeit und unserer Gegend und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Hinterbliebenen im Sinne des Verblichenen weiter leben und wirken mögen, und so der Geist des Heimgegangenen auch nach dessen Tode noch bei den Seinen weiter fortlebe. - Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

 
Zum Tod von Rabbi Chajim Gerson Schnerb (1892) 

Merzig Israelit 04081892.jpg (31571 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1892: "Merzig a. Saar. Soeben geht uns die betrübende Mitteilung von dem Hinscheiden des Rabbi Chajim Gerson Schnerb – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – zu. Wir werden in nächster Nummer – so Gott will – die Verdienste dieses großen Gerechten und Gelehrten eingehend zu würdigen versuchen."
  
Merzig Israelit 08081892.jpg (272095 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. August 1892: "Merzig an der Saar. Tischa be Aw (9. Aw). Unsere Gemeinde hat am Mittwoch, den 3. Aw einen Verlust erlitten, für dessen Größe es vielleicht keinen besseren Maßstab gibt, als der heutige Tag, an dem die ganze jüdische Diaspora das Gedächtnis der Zerstörung Jerusalems und des Tempelheiligtums fastend und trauernd begeht. Rabbi Chajim Gerson Schnerb (das Andenken an den Gerechten ist zum Segen), ist uns durch den Tod entrissen worden. Wird doch das Hinscheiden der Gerechten mit der Einäscherung unseres Nationalheiligtums wiederholt gleichgestellt. Und wahrlich ein solcher Gerechter war es, den wir, die ganze Gemeinde, die ganze Gegend und der weit über ihr Weichbild hinausreichende weite Kreis seiner Freunde und Verehrer verloren. Der Verblichene stammte aus Lothringen, wenn wir nicht irren, aus Toul – und kam schon als 13jähriger Knabe hierher, um die Jeschiwa des berühmten R. Moscheh Levy (bekannter unter dem Namen: R. Moscheh-Merzig, Schüler von R. Herz Scheuer – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen) zu besuchen. Der Verblichene war ein Urenkel von Rabbi Gerschon Koblenz – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – und Enkel von Rabbi Jakob Koblenz, Verfasser des Sefer Kirjat Hanna. Im 26. Jahre wurde der Heimatgegangene als Chasan (Vorbeter) der hiesigen Gemeinde angestellt, und verwaltete dieses Amt 38 Jahre bis zu seinem Ableben mit einer Hingebung und Meisterschaft, die ihn hoch über das Niveau erhob, auf dem viele seiner Kollegen stehen. Mit herrlichen Stimmmitteln, mit gründlichen musikalischen Kenntnissen ausgestattet, besonders aber von einer innigen Gottesfurcht erfüllt, riss er mit seiner Begeisterung die Hörer in einer Weise hin, die man selbst miterlebt haben muss, um sie richtig würdigen zu können. Vieles hat er selbst mit der ihm eigenen Virtuosität komponiert, und seine Kompositionen haben weit über den engen kreis seiner Gemeinde hinaus die verdiente Anerkennung gefunden. Sein Vorbeterdienst war ihm Gegensatz fortgesetzten Studiums, und mit den Werken unserer synagogalen Tonmeister, wie Naumburg, Sulzer u.a. hatte er die innigste Vertrautheit. Er hat einen Synagogenchor ins Leben gerufen und ihn unter unsäglichen Bemühungen zu einer Entwicklung gebracht, die der größten Gemeinde zur Ehre gereichen würde. Herr Moses Schnerb, der zweite Sohn des Verblichenen, der zurzeit als Dirigent eines Synagogenchors fungiert, verdankte seine Ausbildung der väterlichen Anregung und Leitung.
Dabei war der Verblichene ein großer Talmudgelehrter, der jede frei Mußestunde der Beschäftigung mit unserer heiligen Tora widmete. Man konnte ihn nicht sehen und sprechen ohne herrliche Goldkörner aus dem reichen Schatze seines Wissens mit fortzunehmen. Derselbe hatte dabei eine so Herzgewinnende, klare und fassliche Art der Mitteilung, dass er auch den Unkundigen für das zu erwärmen vermöchte, was in heller Glut in seinem Geiste lebte. Noch vor kurzer Zeit hat der Schreiber dieses den nunmehr uns Entrissenen ersucht, seine herrlichen Bemerkungen und Erklärungen der Tora niederzuschreiben und sie so der Vergessenheit zu entreißen. Vieles ist in hebräischen Zeitungen, im Libanon und Hamagid von ihm erschienen; erst in der jüngsten Pessachnummer des ‚Israelit’, habe ich von ihm die Erklärung einer schwierigen Stelle aus dem Machsor schal Pessach veröffentlicht. Derselbe war ein ganz seltener Meister in der Handhabung der heiligen Sprache, sodass nicht nur der kernige Gehalt seiner Gedanken, sondern ebenso sehr die vollendete Form der Darstellung in jeder Zeile den tiefen Denker und vollendeten Stilisten bekundeten.
Dabei war er Schochet, Lehrer, Mohel (Beschneider), und hatte für alles Zeit, Sinn, Begabung und Hingebung, und bewährte sich als genialer Meister, in allem, was er in seine Hand nahm. Die Heiterkeit, die
Merzig Israelit 08081892b.jpg (218078 Byte)Lebensfreude und die selbstlose Bescheidenheit, an diese und an unzählige Vorzüge des Geistes und Herzens, die den edlen Mann auszeichneten, kann man nicht denken, ohne in den Klageruf auszubrechen…
Es bedarf nicht erst der Versicherung, wie die Würdigung und Anerkennung desselben Mannes, den wir verloren, sich nicht auf die hiesige Gemeinde beschränkte. Die ‚Merziger Zeitung’ berichtet darüber: ‚Heute Nachmittag wird einer der geachtetsten Bürger unserer Stadt in den kühlen Schoß der Erde gebettet. Herr G. Schnerb war seit 1854 Kantor der israelitischen Gemeinde Merzig und hat seine 38-jährige Amtszeit in Demut und Bescheidenheit verbracht. Er war in seiner Herzensgüte und edlen Gesinnung der Freund, Ratgeber und Helfer so manches Bedrängten und hat sich durch seine Opferwilligkeit und Mildtätigkeit große Liebe und Achtung wohl all seiner Mitbürger, wes Glaubens sie auch sein mögen, erworben. Die Teilnahme an dem Leichenzuge wird dies gewiss bestätigen. Der Heimgegangene ruhe in ewigem Frieden!’
’Wohl selten hat unsere Stadt ein solches Trauergefolge gesehen, als gestern bei der Beerdigung des allverehrten Kantors Herrn G. Schnerb, der, wie bereits in voriger Nummer mitgeteilt, im Alter von 64 Jahren uns durch den Tod entrissen wurde. Genoss der Verewigte durch seine Leutseligkeit die Liebe und Hochachtung aller Derer, die ihn kennen und schätzen gelernt, so fand diese ihnen unerkennbaren Ausdruck erst recht in der allgemeinen Teilnahme an dem Leichenbegängnis; denn ohne Unterschied des Bekenntnisses eilte Jeder in dem Gefühle herbei, dass er einen Mann zu Grabe geleite, dem gleich es heute nur wenige gibt. Wie sehr der Verblichene geehrt wurde, beweist der Umstand, dass alle seine Glaubensgenossen in hiesiger Stadt während des Leichenbegängnisses ihre Läden geschlossen hielten. In bewegten Worten, seiner Rührung kaum mächtig, sprach als erster am grabe, im Auftrage der Gemeinde, Herr Dr. Bassfreund, Rabbiner zu Trier. Nach ihm sprachen noch die Herren Michael Levy und Dr. Blumenstein aus Luxemburg, als langjährige Freunde des Verewigten. Seine zahlreichen Verehrer werden ihm ein dankbares Andenken bewahren.’
Der Verblichene hinterlässt eine tief trauernde Gattin, die Tochter seines großen Lehrers, welche in 37jähriger, überaus glücklicher Ehe mit ihm verbunden war, sowie 4 Söhne und Töchter, die sämtlich würdige Kinder des heimgegangenen, unvergesslichen Vaters sind und es gewiss für alle Zeit bleiben werden. Der Name ihres teueren Vaters, den sie in Ehren tragen, wird ihnen ein Geleitsbrief an die Teilnahme und Achtung aller braven Menschen sein. Möge der himmlische Vater der trauernden Familie Trost, der Gemeinde einen würdigen Ersatz und dem Verblichenen den himmlischen Frieden für sein reiches Leben und Wirken gewähren! Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

    
Zur Goldenen Hochzeit von Moses Weil und Karoline geb. Lion (1895)  

Merzig Israelit 27061895.JPG (172336 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1895: "Merzig, 23. Juni (1895). Am gestrigen Schabbat, Paraschat Korach, feierte das hier sehr geachtete und beliebte Ehepaar Moses Weil und Karoline geb. Lion das seltene Fest seines 50jährigen Ehejubiläums in körperlicher und geistiger Frische und blühender Gesundheit. Obwohl sich die greisen Eheleute in bescheidener Weise jede offizielle Feier verbeten, erschienen dennoch alle ihre Kinder nebst Familien aus Nah und Fern, um persönlich Glückwünsche und Geschenke zu überreichen. Ihnen schlossen sich eine große Anzahl von Freunden und Bekannten innerhalb der jüdischen Gemeinde an. Um 11 Uhr erschienen der Landrat und der Bürgermeister, um im Namen Seiner Majestät dem Ehepaare die silberne Jubiläumsmedaille nebst einem Begleitschreiben aus dem Zivilkabinett des Kaisers zu überreichen. Nachdem Herr Landrat diesen allerhöchsten Auftrag in feierlichster und wahrhaft herzlichster Weise ausgeführt hatte, dankte Herr Weil, sichtlich gerührt, für die seiner Gattin und ihm erwiesene hohe Ehre und brachte ein begeisterte Hoch auf Seine Majestät aus. Hierauf hielt der Lehrer der jüdischen Gemeinde, Herr Nußbaum, eine beifällig aufgenommene Ansprache, in welcher er das Paar als Muster echt jüdischer, gottesfürchtiger, fleißiger und rechtschaffener Eheleute kennzeichnete und ihm die besten Wünsche namens der jüdischen Gemeinde, deren Stolz das Jubelpaar ist, entgegenbrachte. Er hob ferner hervor, dass Herr M. Weil trotz seiner 78 Jahre keinen Gottesdienst weder an Sabbaten und Feiertagen noch an Werktagen versäumt, dass er während einer langen Reihe von Jahren in uneigennützigster Weise die Interessen der Gemeinde als Vorsteher gewahrt und sich bei Hoch und Niedrig einen guten Ruf und einen ehrwürdigen Namen zu verschaffen gewusst hat. Darum ist aber auch seine Familie eine von Gott besonders begnadete. Einzig dastehen dürfte wohl die Tatsche, dass die Mutter der Jubilarin noch lebt (in Spiesen bei Neunkirchen, ist über 100 Jahre alt), dass Herr Weil trotz seines Alters ohne Augenglas geläufig liest und dass es seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln ohne Ausnahme gut geht. Redner schloss mit dem Wunsche ‚noch in hohem Alter mögen sie kräftig sein, frisch und grün wie die Palme’, möge es den greisen Eheleuten vergönnt sein, in gleicher Jugendfrische das Fest der diamantenen Hochzeit zu feiern. Das walte Gott!"

 
Zum Tod von Moses Weil jun. (1904)   

Merzig Israelit 12121904.jpg (122551 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Dezember 1904: "Merzig, 6. Dezember (1904). Durch das Hinscheiden des Herrn Moses Weil dahier, ist unsere Gemeinde von einem schweren Verluste betroffen worden. Anlässlich des Todes dieses Biedermanns schreibt das hiesige Kreisblatt: ‚Herr Rentner Moses Weil, einer der ältesten und geachtetsten Bürger unserer Kreisstadt, ist gestern in die Ewigkeit abberufen worden. Die seelische Empfindung über den kürzlichen Verlust seiner geliebten Gattin, mit welcher er viele lange Jahre Leid und Freud geteilt, hat den alten Herrn aufs Sterbelager gebracht. Das nun in Gott ruhende Ehepaar Weil feierte im Jahre 1895 seine goldene Hochzeit, wobei ihm durch den Herrn Landrat die goldene Ehejubiläums-Medaille überreicht wurde. Im Juni nächsten Jahres sollte das noch seltenere Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert werden. Gott hat es anders gewollt.’ Der Dahingeschiedene erfreute sich in allen Schichten der Bevölkerung allgemeiner Achtung und Beliebtheit durch sein freundliches, zuvorkommendes Wesen gegen Jedermann, durch sein strenges, von ihm stets betätigtes Rechtlichkeitsgefühl. Mit dem Tode des Verblichenen, der sich durch echte, ungeheuchelte Frömmigkeit auszeichnete, ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Zierde unserer Gemeinde, deren Vorsteher er 24 Jahre war, ins Gab gesunken. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. T."
  
Merzig FrfIsrFambl 16121904n.jpg (40001 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 16. Dezember 1904: "Merzig a. Saar. Hier verschied der Rentner Moses Weil, ein Mann, der sich durch echte Frömmigkeit auszeichnete und allgemein die höchste Wertschätzung genoss. Er war während eines Zeitraumes von 24 Jahren der Vorsteher der jüdischen Gemeinde. 1895 hatte er das Glück, seine goldene Hochzeit zu feiern."  

      
Anzeige zum Tod von Sigismund Mokrauer (1922)  

Merzig Israelit 04051922.jpg (79876 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1922: "Nachruf. Verspätet erreicht uns die Trauerkunde von dem Ableben des teueren Herrn Sigismund Mokrauer - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen -.  Fern der lieben Heimat hat er uns jüdischen Soldaten in seinem gastlichen Hause im Verein mit seinen Lieben eine zweite Heimat gewährt. - Unvergesslich sind uns die Stunden, insbesondere die Feiertage, die uns auch in Feindesland den echt jüdischen Geist nicht missen ließen. In Dankbarkeit werden wir dem verblichenen weit über das Grab hinaus ein dauerndes Andenken bewahren. 
Im Auftrage vieler jüdischer Kameraden: Aron Rauner, Merzig an der Saar - Ernst Kaufmann, Merzig an der Saar - Ludwig Strauß - Edenkoben (Pfalz)."

   
Todesanzeige für Isaac Rauner (1925)   

Merzig Israelit 23041925.jpg (40488 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. April 1925: "Heute entschlief nach kurzem Leiden, unerwartet, mein lieber Gatte, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Isaac Rauner im 70. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen in deren Namen Mirjam Rauner geb. Schnerb. 
Merzig
(Saar), 21. April 1925."  

        
Über Dr. Martin Cohn (geb. 1897 in Merzig, seit 1930 Gemeindeverwalter in Stuttgart)   
Anmerkung: der 1897 in Merzig geborene Dr. Martin Cohn war seit 1930 zunächst "Stellvertretender Gemeindepfleger", seit 1931 Gemeindepfleger (= Gemeindeverwalter) der jüdischen Gemeinde in Stuttgart.  
Vgl. Stuttgarter Passakten http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2636198     

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Mai 1930: "Stuttgart. Von den 44 Bewerbern um die Stelle des leitenden Beamten unserer Gemeindeverwaltung waren zwei derselben in engste Wahl gekommen. Nachdem die Verhandlungen mit dem zunächst in Aussicht genommenen Bewerber sich zerschlagen haben, vereinigten sich alle Stimmen des Vorsteheramts auf Dr. phil. Martin Cohn in Saarbrücken Dr. Cohn ist am 20. Juni 1897 zu Merzig a.d.Saar geboren. Mit dem Reifezeugnis der Oberrealschule in Bochum trat er 1916 in den Heeresdienst und war bis zum Schluss des Krieges im Feld. Hierauf studierte er in Münster und Breslau neue Sprachen, Hebräisch und Philosophie. 1922 promovierte er an der Universität Breslau zum Dr.phil., besuchte dann noch ein Jahr lang die Handelshochschule Berlin und betätigte sich hierauf bis zum Jahr 1925 im kaufmännischen Geschäft seines Vaters. 
Seit 1925 ist Dr. Cohn in der Leitung des statistischen Amts der Regierungskommission des Saargebiets tätig. 
Dr. Cohn wird sein Amt am 4. Juni dieses Jahres antreten. Er ist vorläufig auf ein Probejahr angestellt und führt während dieser Zeit die Amtsbezeichnung 'Stellvertretender Gemeindepfleger'. 
Möge die Wahl unserer Gemeinde zum Segen gereichen!"     

 
Zum Tod der Frau von Daniel Weil (1926)  

Merzig Israelit 01011926.jpg (57197 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Januar 1926: "Merzig, 20. Dezember (1926). Am zweiten Chanukka-Tage wurde hier im hohen Alter von 94 ½ Jahren die älteste Einwohnerin unserer Stadt, die verwitwete Frau Daniel Weil, zu Grabe getragen. Trotz ihres hohen Alters erfreute sie sich einer selten geistigen und körperlichen Rüstigkeit. Sie versah ihren religiösen Haushalt in mustergültiger Weise und verstand es durch ihre selbstlose Gastfreundschaft, ihr Haus zum Kulminationspunkt unserer Kehillo (Gemeinde) zu machen. Ihr Tod hinterlässt, außer bei ihren Kindern, auch in unserer Gemeinde eine große Lücke. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

   
Zum Tod von Moses Schnerb (gest. 1937 in Frankfurt) 

Merzig Israelit 18031937.jpg (187584 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. März 1937 (der Artikel ist in unteren Drittel über mehrere Zeilen nicht vollständig lesbar): "Moses Schnerb das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Eine markante und ungemein populäre Persönlichkeit schied aus unserem Kreise im Alter von bald 74 Jahren mit Moses Schnerb. Wenn er auch in den letzten Jahren vom Geschäft und von der Öffentlichkeit zurückgezogen lebte, behielt doch der Name Moses Schnerb seinen guten alten Klang, und wer ihn besuchte und mit dem vielfach und fein gebildeten Manne sich unterhielt, ging bereichert von dannen. Aus Merzig kam Moses Schnerb, einer Gelehrtenfamilien entstammend, in ganz jungen Jahren hierher und fand in der S.R. Hirsch – Gemeinde bald seine geistige Heimat. Viele Jahrzehnte war er Teilhaber des Münzengeschäftes der Firma Leo Hamburger und er erreichte mit seinen natürlichen Gaben und seinem wissenschaftlichem Interesse bald den Ruf eines hervorragenden Sach- und Fachkenners auf diesem gebiete. Er war in der Währungs- und Münzengeschichte der alten Welt so bewandert, dass die von ihm an Interessenten erteilten Auskünfte sich zuweilen unter der Hand zu erschöpfenden Referaten ausbauten. Aber der Kunstverständige und Kaufmann, der Torakundige und der gehämmerte Jehudi besaß auch hervorragende musikalische Kenntnisse, die er in den Dienst seiner Gemeinde und seiner Synagoge stellte. Lange Jahre führte er ehrenamtlich den Dirigentenstab im Synagogenchore der Israelitischen Religionsgesellschaft, und er komponierte eine Reihe von Synagogengesängen zum Preise Gottes, die sich durch Harmonie und Inbrunst auszeichnen und in unserer Synagoge sowohl wie auch in anderen Gemeinden bald heimisch wurden. Aus einer harmonischen Seele kam all das, war Moses Schnerb gab und tat, auch die liebenswürdige Art, mit den Menschen umzugehen und all das, was wir an ihm so schätzten.    das er mit der gleich gearteten, ihm schon vor Jahren in den Tod vorangegangenen Gattin … wuchsen Kinder in einer feingeistigen und … Atmosphäre heran (der ältere Sohn praktiziert als Arzt in Frankfurt und der jüngere betätigt sich als Chemiker in Erez Israel), die das geistige Erbe der Eltern hüten und mehren. Viele durften Moses Schnerb ihren Freund nennen, und wir alle werden ihm ein liebes und ehrenvolles Andenken bewahren. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." 
   
Merzig Israelit 18031937aa.jpg (38984 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. März 1937: "Heute verschied nach langem, geduldig getragenem Leiden, unser lieber Vater Herr Moses Schnerbdas Andenken an den Gerechten ist zum Segen – im 74. Lebensjahre. 
Frankfurt am Main, Röderbergweg 93, Jerusalem, den 25. Adar 5697 / 8. März 1937. 
Im Namen der in Trauer Hinterbliebenen: Dr. med. G. Schnerb."

   
Erinnerung an die Deportationen in der NS-Zeit in das südfranzösische Internierungslager in Gurs - Grabstein für Sara Hanau geb. Mayer aus Merzig    

Laufersweiler Gurs BK 020.jpg (140648 Byte)Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für 
Sara Hanau geb. Mayer

geb. am 22. September 1867 in Laufersweiler, später wohnhaft in Merzig; 
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo sie am 31. Dezember 1940 umgekommen ist.       

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Lehrlingsgesuch von Metzger B. Benjamin (1872)   

Merzig Israelit 07021872.jpg (29739 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1872: "Ich suche einen aus guter Familie stammenden, gesunden und kräftigen Lehrling (Israelit) in mein am Sabbat und an Feiertagen geschlossenes Metzgerei-Geschäft. 
Merzig a.d. Saar, 26. Januar 1872. B. Benjamin".  

  
Matzenmaschine zu verkaufen (1873)
    

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. September 1873: 
"Wegen Aufgabe des Geschäftes ist eine in sehr gutem Zustande befindliche Matzenmaschine zu verkaufen. 
Näheres bei Witwe Israel Berl, Merzig a. Saar".  

   
Lehrlingssuchen des Kolonial-Waren-Geschäfts M. Weil jr. (1885 / 1890 / 1897 / 1901)  

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. April 1885: "Lehrlingsgesuch
Ein junger Mann mit guten Schulkenntnissen und guter Handschrift, findet sofort Stelle unter sehr günstigen Bedingungen in dem Kolonialwarengeschäft en gros und en detail von 
M. Weil jun., Merzig a. Saar, Rheinpreußen.
"     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Dezember 1890: "Lehrlings-Gesuch. 
Ein tüchtiger, junger Mann aus guter Familie, mit guter Schulbildung versehen, kann sofort unter günstigen Bedingungen als Lehrling bei mir eintreten. Samstags und Feiertage geschlossen. Kost und Logis im Hause. 
M. Weil jr. Kolonial-Waren en gros. Merzig a.d. Saar."        
   
Merzig Israelit 21101897.jpg (32931 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Oktober 1897: "Lehrling mit guter Schulbildung kann unter sehr günstigen Bedingungen sofort Stellung finden bei 
M. Weil junior, 
Kolonial-Waren En-gros, Merzig an der Saar."
     
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Mai 1901: "Lehrling aus guter Familie mit guten Schulzeugnissen für sofort gesucht. Samstags und Feiertage geschlossen. Kost und Logis frei im Hause. M. Weil junior, Kolonialwaren-Engros, Merzig a.d. Saar, Rheinland."   

    
Anzeige des Manufaktur-, Konfektions- und Kolonialwarengeschäftes M. Felsenthal Söhne (1898)
     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1898: 
"Für unser Manufaktur-, Konfektions- und Kolonialwarengeschäft suchen wir per sofort oder später einen 
Lehrling
 
bei freier Station im Hause.
M. Felsenthal Söhne, Merzig a. Saar."      

    
Anzeige der Mazzenbäckerei H. Rauner (1900)  

Merzig Israelit 19021900.jpg (35743 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1900: 
"Täglich frische  
Mazzen

versendet in Probepaketen 10 Pfd. 3,10 Mark, 5 Pfr. 1,60 Mark. Bei größerer Abnahme billiger. Nach streng-ritueller Vorschrift gebacken. 
J. Rauner, Mazzenbäckerei mit Dampfbetrieb, Merzig, Saar."  

  
Stellengesuch von Sally Levy für seine Schwestern (1900)  

Merzig Israelit 16071900.jpg (56209 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juli 1900: "StellengesuchFür meine zwei Schwestern, welche durch den kürzlich erfolgten Tod unserer Mutter zu Waisen wurden, suche ich per sofort, eventuell 1. August passende Stellen in guten, jüdischen Häusern. Für die jüngere, 20 Jahre alt, im Geschäft und Haushalt, die ältere 23 Jahre alt, in kleinem, jüdischen soliden Haushalt und Küche. Gefälligst baldigste Offerten erbitte an 
Sally Levy, Merzig an der Saar."

    
Anzeige von Sophie Moses (1901)
   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. August 1901: 
"Suche für meinen nur aus einer Person bestehenden Haushalt ein Mädchen
das vormittags die Hausarbeit versieht und Nachmittags im Geschäft mit tätig sein kann. 
Sophie Moses, Merzig an der Saar."   

   
Anzeige des Warenhauses A. Kahn (1904) 
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1904: 
"Für unser Manufaktur-, Mode-, Schuhwaren- und Konfektionsgeschäft suchen wir zum sofortigen Eintritt, eventuell nach Ostern 
zwei Lehrlinge
.
 Warenhaus, A. Kahn, Merzig a.d. Saar."  

    
Das Lebensmittel - en Gros - Geschäft von J. Rauner sucht einen Buchhalter (1915)  

Merzig Israelit 11031915.jpg (66050 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1915: "Für mein Samstags und Feiertags streng geschlossenes en Gros-Geschäft der Lebensmittelbranche suche ich einen I. Buchhalter, der durchaus bilanzsicher perfekt in allen Büroarbeiten stenographisch gewandter Korrespondent ist und großem Büropersonal vorstehen kann. Offerten mit Zeugnissen, Fotografien und Gehaltsanspruch von nur durchaus I. Kraft sind an meine Zweigniederlassung Trier, Nagelstraße 35, zur richten. 
J. Rauner, Merzig
."  

  
Verlobungsanzeige von Hedwig Kahn und Aron Rauner (1922)       

Freudenburg Israelit 24081922.jpg (25707 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. August 1922: 
"Statt Karten: 
Hedwig Kahn - Aron Rauner
- Verlobte. 
Freudenburg (Rheinland) - Trier, Saarstraße 58 / Merzig (Saar)."     

   
Verlobungsanzeige von Lisbeth Weil und Silli Kahn (1928)    

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 12. Oktober 1928: 
"Statt Karten! 
Lisbeth Weil  -  Silli Kahn.
Verlobte.  
Merzig (Saar) Schankstraße 2 - Berlin-Wilmersdorf  Darmstädter Straße 4. 
Oktober 1928."     

 
Verlobungs- und Hochzeitsanzeige von Anna Salomon und Bezirksrabbiner Dr. Max Köhler (1930)   
Anmerkung: Rabbiner Dr. Max Köhler (geb. 1899 in Kassel, gest. 1987 in Jerusalem): nach Schulbesuch in Kassel 1919 bis 1925 Studium in Berlin, Halle, Berlin und Marburg; Lehrtätigkeit an mehreren Religionsschulen; 1928/29 Leiter der Talmud-Tora-Schule in Frankfurt am Main; seit Januar 1930 Bezirksrabbiner in Borken, Westfalen; seit Mai 1934 Bezirksrabbiner in Schweinfurt; nach dem Novemberpogrom 1938 im KZ Dachau; im Februar 1939 nach London emigriert, 1984 nach Israel.  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Juni 1930: 
"Anna Salomon  -  Dr. Max Köhler. Bezirksrabbiner.  
Merzig/Saar  Bismarckstraße 2  -  Borken in Westfalen / Kassel. 
Siwan 5690."     
 
Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 13. Juni 1930:  
ähnlich wie im "Israelit" siehe oben.   
 
Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 17. Oktober 1930:  
"Anna Salomon  Merzig - Saar    Bezirksrabbiner Dr. Max Köhler  Borken i.W.   
beehren sich, ihre Vermählung anzuzeigen.  
Trauung: Mittwoch, den 22. Oktober 1930, 2 Uhr nachmittags in Trier, Moselloge."    

   
Zum Tod der aus Merzig stammenden Anna Köhler geb. Salomon, der Frau von Rabbiner Dr. Max Köhler (1937)  
       

Schweinfurt Israelit 08071937.jpg (114330 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1937: "Schweinfurt, 5. Juli (1937). In tiefe Trauer versetzt wurde unsere Gemeinde und der ganze Bezirk durch den unerwarteten Heimgang der Frau Anna Köhler, der Gemahlin unseres verehrten Rabbiners Dr. M. Köhler. Am 19. Tammus (= 28. Juni 1937) hauchte diese edle Frau bei der treuen Erfüllung ihrer Mutterpflichten ihr junges Leben aus. Nach kaum siebenjähriger, überaus glücklicher Ehe schenkte sie einem dritten Kinde das Leben und gab das ihre dafür. Mit ihr verlor der Gatte die treueste Lebensgefährtin, die dem Rabbinerhause Schönheit und Glanz verlieh, verloren die unmündigen Kinder die fürsorgendste Mutter. In tiefer Erschütterung teilen weite Kreise den Schmerz der Familie. Die herzliche Anteilnahme kam ergreifend bei der Beerdigung im Beth-chajim (Friedhof) zu Würzburg zum Ausdruck, wobei die Herren Rabbiner Dr. Hanover, Würzburg, Dr. Munk, Burgpreppach und Lehrer Reiter, Gerolzhofen, ein treues Lebensbild der edlen Heimgegangenen zeichneten. Möge der Allgütige den schwergeprüften Gatten Trost in den hohen Pflichten seines heiligen Amtes finden lassen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."     

      
      
NS-Zeit: die jüdische Gemeinde löst sich auf (1937)  

Merzig Israelit 18021937.jpg (80208 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1937: "Die saarländischen Synagogengemeinden Merzig und Neunkirchen, die einst bedeutende Gemeinden waren, sind heute fast gänzlich aufgelöst. Nur noch einige Mitglieder sind zurückgeblieben. Dank der finanziellen Hilfe des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden kann die Gemeinde Illingen, die zur zweitgrößten Gemeinde im Saarland geworden ist, ihren Kantor und Lehrer weiter behalten. Die Gemeinde betreut die Juden in den Orten Merchweiler, St. Wendel, Ottweiler und Neunkirchen. Der Anschluss der Gemeinden Merzig und Neunkirchen ist beschlossen worden und bedarf nur noch der behördlichen Genehmigung. Der Anschluss anderer Gemeinden an die Gemeinde Illingen wird erstrebt."      

       
       
       
       
Zur Geschichte der Synagoge  
      
Im Haus oder auf dem Grundstück des Moyses Hanau (Hannau) befand sich im 18. Jahrhundert (bereits vor 1729) ein Betsaal (genannt am 5. Dezember 1729). Moyses Hanau hatte ihn allerdings ohne Erlaubnis der Behörden eingerichtet und wurde daher von der Obrigkeit zu einer hohen Geldstrafe verurteilt und verpflichtet, sie wieder zu beseitigen beziehungsweise abzureißen. Erst ein halbes Jahrhundert später (um 1780) durfte eine neue Synagoge erbaut beziehungsweise eingerichtet werden. Dabei handelte sich vermutlich noch um den Betsaal, über den aus dem Jahr 1832 folgende Beschreibung vorliegt: "Die hiesigen Israeliten besitzen in Merzig ein Haus, worin sich im oberen Stock die Synagoge befindet; dasselbe hat aber noch vier andere Zimmer". Das Haus mit dem Betsaal stand im Bereich der heutigen Querstraße (Grundstücke der heutigen Häuser Querstraße 5-7). Die Häuser des 18. Jahrhunderts wurden im Bereich der Querstraße 5-7 in den 1980er-Jahren abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.   
   
Ende der 1830er-Jahre reichte der alte Betsaal nicht mehr aus, um die Gottesdienste der Gemeinde abzuhalten. 1838 wurde mit den Planungen für eine neue Synagoge begonnen. An der damaligen Rehstraße/Ecke Neustraße konnte ein Grundstück erworben werden. Die Synagoge wurde 1841/42 erbaut und konnte am 21. und 22. Juli 1842 feierlich eingeweiht werden. Über die Einweihung liegt ein ausführlicher Bericht in der Zeitschrift "Allgemeine Zeitung des Judentums" vom 10. September 1842 vor: 
 
Einweihung der Synagoge in Merzig (1842)    

Merzig AZJ 10091842a.jpg (92371 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. September 1842: "Merzig, 31. Juli. Das Bedürfnis eines neuen Gotteshauses hatte sich hier schon seit einigen Jahren fühlbar gemacht. Den unermüdlichen und uneigennützigen Bestrebungen des in unserer Mitte wohnenden endlichen gelehrten Herrn Moses Lövy gelang er denn auch, die Gemeinde zum Neubau einer Synagoge zu bewegen und der Plan hierzu ward alsbald entworfen. Eben so rasch ging es auch mit der Ausführung vonstatten und durch die musterhafte Einigkeit unserer wackeren Gemeinde sehen wir jetzt den Wunsch, der seit langem schon die Herzen aller beseelte, erfüllt, und eine neue prachtvolle und würdige Synagoge steht jetzt auf einem freien geräumigen, eigens dazu erkauften Platze.
Die Einweihung fand am 21. und 22. dieses Monats statt. Eingeladen waren unser verehrter Herr Landrat und die übrigen Honoratioren der Stadt, welche sämtlich erschienen, außer der Geistlichkeit, und eine Masse Fremden strömte von nah und ferne herbei. Alles war belebt in dem Städtchen, und selbst der Himmel schien auf einmal sich zu entwölken und mild herabzulächeln auf die versammelte Menge. Nachdem um 12 Uhr unser würdiger Geistlicher Herr Lövy in der alten Synagoge noch einige ergreifende Worte des Abschiedes gesprochen,   
Merzig AZJ 10091842b1.jpg (175993 Byte) die Gemeinde noch einmal zu ferneren Einigkeit wie bisher ermahnt hatte, und das Mincha und Lechu neran'nu verrichtet war, begab sich der Herr Lehrer Bonnem mit der Schuljugend in geordnetem Zuge aus dem Schullokal zum neuen Synagogenhof, wo das gedrängt versammelte Volk ihrer harrte. Eine feierliche Musik begann, nach deren Beendigung der Schlüssel zur neuen Synagoge dem Herrn Landrat überreicht wurde.
Nach Empfang des Schlüssels erwiderte Herr Landrat in sehr passenden Ausdrücken und versicherte die Gemeinde seines ferneren Schutzes; worauf der mit einer kräftigen und angenehmen Tenorstimme begabte Vorsänger Herr C. Dahl aus Koblenz den 100sten Psalm vortrug, bei dessen viertem Verse die Tore des Hauses geöffnet wurden. Die Einweihungsweise war die gewöhnliche. Zuerst predigte Herr Oberrabbiner Kahn; sein lebhafter Blick, sein glänzendes Auge, die Begeisterung, die sich auf dem Antlitze deutlich kund gab, seine edle Haltung trugen nur dazu bei, das inbrünstige, höchst rührende Gebet nach I. Buch Könige Kap. 8 noch ergreifender zu machen. Die Weihepredigt selbst behandelte das Thema: "über den Sinn des vierten Verses im 27. Psalm, dass nämlich das Gotteshaus die ganze Umgebung des Menschen zu einem solchen umschaffen müsse, so dass wir uns im Geiste immer in demselben befänden": und es wurde darin streng wissenschaftlich entwickelt und gezeigt, wie nach den Bestandteilen unserer Gottesverehrung und nach dem Geistes, der unsere verschiedenen Gebete durchwebt, das Gotteshaus ein Haus der Erhebung, des Dankes, der Beruhigung und des Trostes, der Demut und Buße, der Wahrheit und Aufrichtigkeit, der Liebe und des Friedens und endlich ein Haus der Belehrung sei, und wie dasselbe so auf das ganze eben und die Umgebung des Israeliten eine große Wirkung habe. Dieser viva voce und mit Feuer gesprochene, trefflich durchgeführte Vortrag, an dessen Schlusse der Redner die Gemeinde noch darauf aufmerksam machte, dass nun auch der Gottesdienst verbessert, und Predigt und Chorgesang für immer eingeführt werden müssten, damit das Innere dem Äußeren entspräche, brachte einen auf allen Gesichtern sich unverkennbar abspiegelnden tiefen Eindruck hervor.  
Hieran schloss sich nun eine zweite Rede des Herrn Lövy an; seine mit aller Liebe und Herzlichkeit eines treuen Seelsorgers gesprochenen, zum Gemüte und Herzen gesprochenen und tief ergreifenden Worte, in welchen man den edlen und biederen Charakter des Mannes so ganz erkennen konnte, verherrlichten in der Tat die Feier. 
Merzig AZJ 10091842b2.jpg (60638 Byte)Auf die beiden Predigten folgte dann ein sehr schönes, von Herrn Lövy verfasstes, hebräisches Lied nebst der deutschen poetischen Übertragung. Das hiernach vom Vorsänger rezitierte Gebet für König und Vaterland, für Stadt und Obrigkeit, sowie für die Gemeinde und die ganze Versammlung, in dessen Amen alle Anwesenden ohne Unterschied des Glaubens mit einstimmten, und eine sehr passende, Herz und Ohr ergötzende Musik schloss die eigentliche Einweihung auf eine sehr angemessene Weise, welcher dann sogleich sie Sabbatfeier in gewöhnlicher Art folgte." 

  
Aus der Predigt von Oberrabbiner Kahn bei der Einweihung der Synagoge (1842)  

Merzig Israelit19Jh 30101842.jpg (42077 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" des 19. Jahrhunderts" vom 30. Oktober 1842: "Desgleichen ermahnte der würdige Oberrabbiner Kahn aus Trier bei der Einweihung der neuen Synagoge in Merzig die Gemeinde, nun auch den Gottesdienst zu verbessern und Predigt und Chorgesang für immer einzuführen…"  

Bei der Merziger Synagoge handelte es sich um einen einfachen Saalbau auf rechteckigem Grundriss unter einem flach geneigten Satteldach. Das Gebäude war von der Neustraße etwas zurückgesetzt. Hohe Rundbogenfenster zur Neustraße hin und entlang der Rehstraße zeigten den besonderen Charakter des Gebäudes an. Der Gemeinde lag sehr an einer würdigen Gestaltung des Gottesdienstes. Dem entsprach auch die von Moses Lövy (Levy) bei der Einweihung der Synagoge 1842 angesprochene Gründung eines Synagogenchores (nach orthodoxer Tradition nur mit Männern und Knaben besetzt) im Sommer 1846. Auf Grund dieses Chores waren die Gottesdienst in Merzig in der weiten Umgebung bekannt und wurden viel gelobt, wie man einem Bericht in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. November 1854 über die Verhältnisse in den jüdischen Gemeinden im Rabbinatsbezirk Trier entnehmen kann:   

Merzig AZJ 20111854.jpg (31368 Byte)"Merzig, ein schönes Gotteshaus mit einem ausgezeichneten geregelten Gottesdienst; Herr M. Levy versieht die Stelle eines Rabbiners - aber gratis - und benutzt jede Gelegenheit und Veranlassung, um die Gemeinde mit seinen gediegenen Reden zu erbauen; auch die Schule ist gut, wie zu erwarten unter der Aufsicht eines solchen uneigennützigen, echten Juden."    

    
Einweihung einer Torarolle in der Synagoge (1864)  

Merzig AZJ 19011864.jpg (42981 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Januar 1864: "Trier, im Dezember (1864). In unserem Regierungsbezirke wurde am 4. dieses Monats eine neue Synagoge in Tholey und am Sabbat-Chanukka eine Torarolle zu Merzig, welche der dortige Gesangverein gewidmet, feierlichst eingeweiht. Beide gottesdienstliche Festlichkeiten machten auf alle Anwesende, unter denen auch die Spitzen der Behörden, tiefen Eindruck und wurden durch gediegene Predigten des Oberrabbiners Kahn gehoben und verherrlicht."  

  
25-jähriges Jubiläum des Synagogenchores (1871)  

Merzig AZJ 31101871.JPG (85855 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Oktober 1871: "Merzig (Regierungsbezirk Trier), 10. Oktober. Es herrscht noch bei vielen das Vorurteil, dass die neueren gottesdienstlichen Veranstaltungen, namentlich in den kleineren Gemeinden, wo die Mittel so leicht erschöpft werden, sich nur einer vergänglichen Dauer zu erfreuen haben. Da allerdings mancherlei Vorkommnisse diese Meinung hervorgerufen haben, so müssen auch Tatsachen dazu dienen, sie zu widerlegen und den Beweis zu führen, dass es an Eifer und Ausdauer nicht fehlt, wo eine gute Führung vorhanden ist. Deshalb sein eines schönes Festes erwähnt, welches am 8. dieses Monats hier gefeiert wurde, nämlich des 25-jährigen Bestehens unseres Synagogenchors. Treffliche Gesänge, eine geistvolle Ansprache des Vereinsvorstehers Kantors Schnerb, eine eindrucksvolle Festpredigt des Oberrabbiners Herrn Kahn und ein heiteres Festmahl vereinigten sich, um die Feier zu einer ebenso erhebenden wie erfreulichen zu machen."  

 
Mitwirkung des Synagogenchores von Merzig bei der Einweihung der Synagoge in Sierk / Lothringen (1885)  

Merzig Israelit 09031885.jpg (150537 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. März 1885: "Sierk (Lothringen). Der Bericht über die hiesige Synagogen-Einweihung in Nummer 17 des ‚Israelit’ lässt einige Notizen vermissen, die zum Teil gerade von besonderem gemeinnützigen Interesse sind. Sierk ist nur eine kleine, nicht bemittelte Gemeinde, welche nicht in der Lage gewesen wäre, ihr baufällig gewordenes Gotteshaus durch ein so schönes, neues Gebäude zu ersetzen, wenn ihr nicht von vielen Seiten beträchtliche Unterstützungen zugeflossen wären. So hat die Kommune 2.000 Mark und die Regierung 2.800 Mark für den Bau bewilligt. Ferner gestattete der Oberpräsident die Abhaltung einer Lotterie, welche einen ansehnlichen Beitrag abwarf. Von den zahlreichen jüdischen Spendern sei Herr Anatol Levy ans Nancy erwähnt, der 1.100 Francs zum bau der Synagoge beisteuerte und dem die dankbare Gemeinde eine Votivtafel errichtete.
Was die Einweihungsfeierlichkeit selbst betrifft, so bildeten neben den trefflichen Reden des Herrn Rabbiner Weil von Pfalzburg die Leistungen des Synagogen-Gesang-Chores von Merzig den Glanzpunkt der ganzen Festlichkeit. Die Mitglieder dieses in der ganzen Gegend mit Recht berühmten Chors waren mit ihrem bewährten Meister, Herrn Kantor Schnerb, hierher kommen und haben durch ihre meisterhaften Leistungen einen wahren Beifallssturm entfesselt. Die Vollendung und Präzision, mit welcher die einzelnen Piecen vorgetragen wurden, und besonders das Mussaphgebet des Herrn Kantor Schnerb, fanden allgemeine, anerkennende Bewunderung. Gäste aus Nancy, Metz und Paris versicherten, dass diese künstlerische Leistung selbst in ihren großen Gemeinden unerreicht bleibt. – Da die verehrten Sänger ihre Mitwirkung in uneigennützigster Weise geleistet und nicht einmal eine Vergütung ihrer Reisekosten angenommen hatten, so spreche ich gewiss im Sinne aller zahlreichen Festgäste, wenn ich hiermit den innigsten Dank für diesen seltenen Genuss öffentlich abstatte."  

38 Jahre lang wurde der Synagogenchor durch den Schwiegersohn von Moses Lövy, Herrn Godcheaux Schnerb geleitet, danach von dessen Sohn Isaac Schnerb. Am 14. August 1896 konnte das 50-jährige Jubiläum des Synagogenchores gefeiert werden. Die Zeitschrift "Der Israelit" berichtete über die Jubiläumsfeier:  

Merzig Israelit 03091896.JPG (220110 Byte)Merzig a.d. Saar, 28. August. Ein Fest bisher seltener Art wurde kürzlich hierselbst gefeiert. Der hiesige Synagogen-Chor (Männer und Knaben) beging  am Schabbat mit der Lesung Schofetim das Fest eines 50jährigen Bestehens. Gegründet unter der Ägide des rühmlichst bekannten Herrn Mosche Merzig Sechor Zadik Liwracha (gemeint Mose Lövy, "das Andenken des Gerechten sei zum Segen"), stand der Chor 38 Jahre unter Führung seines vor vier Jahren verstorbenen Schwiegersohnes, Herrn Godcheaux Schnerb Sechor Zadik Liwracha ("das Andenken des Gerechten sei zum Segen"), dessen wahrhaft hervorragende Eigenschaften als Lamdan, Chasan (Lehrer, Kantor) und als Mensch seiner Zeit in diesen Blättern eingehend gewürdigt wurden. Seit dieser Zeit füllt ein Sohn desselben, Herr Isaac Schnerb, den Dirigentenposten aus, und zwar auf dem ihm überlieferten streng orthodoxen Basis und in einer Weise, von der die jüngst stattgehabten Feierlichkeiten ein glänzendes Zeugnis ablegten.
Von Nah und Fern strömten am Freitag, den 14. August die Gäste herbei und versammelten sich um 6 Uhr in der festlich geschmückten Synagoge, wo die Feier mit einer Lewandowsky'schen Komposition: Ma towu ("wie lieblich..")* gesungen vom Synagogenchor ihren Anfang nahm. Herr Cantor Tanneberg bestieg hierauf die Kanzel und beleuchtete in eienr glänzenden Festrede die bisherige Geschichte des Synagogenchores, der so eng mit der Gemeinde verwachsen ist, dass man seine Schilderung als einen Teil der Geschichte der Merziger Synagogengemeinde bezeichnet darf. Besonders dem langjährigen Führer der Gemeinde und des Chores Herrn G. Schnerb Sechor Zadik Liwracha ("das Andenken des Gerechten sei zum Segen") widmete er warme Worte der Bewunderung und des Dankes und schloss mit einem Gebete für Kaiser und Vaterland. 
Nach einer vollendeten Wiedergabe des 36ten Psalms seitens des Chores, nahm der Maariw-Gottesdienst (Abend-Gottesdienst) seinen Anfang und zeigte ebenso wie der Morgengottesdienst am folgenden Tage durch die Auswahl und Ausführung der Gesänge ein festliches Gepräge. Ein geselliges Beisammensein der ganzen Gemeinde am Nachmittage, ein Bankett am Abend und ein Festessen am Abende des folgenden Tages bildeten den Schluss des in allen Teilen, glänzend und würdig verlaufenen Festes. Das Präsidium bei der Schlussfeier führte der Präses des Chores, Herr Michael Lilienfeld, dessen Tischrede, sowie die einer Anzahl anderer Herren Zeugnis davon ablegten, wie tief und ernst die Aufgabe des Chores in den Mitgliedern wurzelt und wie das Bewusstsein zum Allgemeingut derselben geworden, dass sie eine "Versammlung zur Erhöhung des Himmels", welche die Jugend zur Awoda ("Dienst", "Gottesdienst") heranzieht und die Erwachsenen darin zusammenhält, indem sie das Beste, was sie durch gemeinsames Wirken zu leisten vermag, den veredelten und veredelnden BiM'kehalot (mit Chören) in den Dienst der Awoda (des Gottesdienstes) stellt.
Humoristische Vorträge und Szenen bildeten den Schluss des abends und zeigten, dass auch auf diesem Gebiete einzelne Mitglieder und deren Angehörige Ausgezeichnetes zu leisten vermögen. 
Mit besonderer Befriedigung erfüllte es, dass nicht nur die Häuser der jüdischen Bevölkerung an den Festtagen beflaggt waren, sondern auch die einer großen Anzahl christlicher Mitbürger und dass unter den reichlich eingelaufenen Glückwunsch-Adressen und Telegrammen sich auch solche vom Bürgermeister und Dechant der Stadt befanden, ein schöner und hoch anzuerkennender Beweis der Duldsamkeit und des dort bestehenden konfessionellen Friedens.  
* Zu Louis Lewandowski vgl. Website louis-lewandowski-festival.de bzw. Wikipedia-Artikel "Louis Lewandowski"     

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Synagoge mehrfach renoviert. Die Inneneinrichtung und die rituellen Gegenstände gingen teilweise auf Spenden und Stiftungen von Gemeindegliedern zurück. So wurde im Herbst 1894 eine wertvolle Torakrone von Edmund Hanau, der nach Rio de Janeiro ausgewandert war, gespendet. Er und sein Vater Feist Hanau (gest. 1890), hatte der Gemeinde zur Verschönerung der Synagoge bereits zahlreiche Geschenke gemacht. In der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Oktober 1894 war zu lesen:  

Merzig Israelit 12101894.JPG (59981 Byte)Merzig, 6. Oktober (1894). Herr Edmund Hanau, Sohn des vor einigen Jahren verstorbenen Mitgliedes unserer Gemeinde, Herr Feist Hanau Alijo Haschalom (Friede sei mit ihm), seit länger als 23 Jahre in Rio de Janeiro (Brasilien) wohnhaft, hat uns nach seinen bereits seit Jahren überreichten vielen Geschenken zur Verschönerung unserer Synagoge eine weitere Überraschung bereitet. Vor einigen Wochen sandte er uns von Paris aus eine schwere, echt vergoldete Krone mit Edelsteinen besetzt, ein wahres Meisterwerk der Goldschmiedekunst.
Vorstand und Repräsentanten der Gemeinde ernannten Herrn Hanau zum Ehrenmitgliede, und als uns Herr und Frau Hanau zum Neujahrsfeste mit ihrem Besuche beehrten, wurden ihnen seitens der Gemeindevertretung und Gemeindemitglieder eine großartige Ovation bereitet.  

Im 20. Jahrhundert erfuhr die Merziger Synagoge noch einige Modernisierungen. So wurden 1921/22 Giebelfenster durch den Trierer Maler Max Lazarus (geb. 1892 in Trier, gest. 1962 in Denver/USA), der auch eine farbige Ausmalung des Raumes vornahm, in expressionistischen Formen gestaltet. 
  
1922 konnte der Synagogenchor sein 75-jähriges Bestehen feiern. In diesem Artikel wird auch von der Ausmalung der Synagoge durch Max Lazarus berichtet:
   
Zum 75-jährigen Bestehen des Synagogenchores und Ausmalung der Synagoge durch den Trierer Maler Max Lazarus (1922)  

Merzig Israelit 21091922.jpg (262700 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1922: "Merzig, 13. August (1922). Es ist heilsam zu erkennen, dass gerade so wie die Verwurzelung des Einzelnen in seiner Familie eine Sicherung seines Lebensaufbaues bedeutet wie auch für die Familie selbst eine Erhöhung ihres Zweckes und Wertes, dass ebenso die Beziehung der jüdischen Familie zur jüdischen Gemeinde einen Grundpfeiler des jüdischen Zusammenlebens und einen Träger der Erhaltung des Judentums in sich schließt. Nach dieser Richtung hat die Merziger Gemeinde von jeher eine im Verhältnis zu ihrer Größe besondere Stellung im Kreise der jüdischen Gemeinden West-Deutschlands eingenommen. Sicherlich ist dies zum Teil den hervorragenden Männern zuzuschreiben, die hier wirkten. Da ist vor allem der bekannte Reb Mosche Merzig, der dort vor 100 Jahren lebte und dessen Bild man noch heute in sehr vielen Familien des Saarlandes findet. Zu ihm pilgerten Schüler von nah und fern, aus Deutschland und Frankreich. Einer seiner bekanntesten Schüler war ein Godchaux Schnerb aus Toul, der sein Schwiegersohn wurde. Er gründete vor 75 Jahren den jüdischen Synagogenchor und führte ihn zu großer Blüte. Er schenkte dem synagogalen Gesang viele neue Weisen, die noch heute – so auch in Frankfurt am Main – gesungen werden. Dieser Synagogenchor wuchs sich zu einer besonderen Bedeutung für die Merziger Gemeinde aus. Ihm anzugehören, galt als eine Ehre. Und so finden wir noch heute hervorragende, ergraute Männer neben Knaben als tätig Mitwirkende.  
Unter diesen Umständen ist es begreiflich, dass die Merziger Gemeinde den Wunsch hatte, den Tag des 75-jährigen Bestehens des Chores festlich zu begehen. Aus fernsten Ländern, aus Brasilien, dann auch aus der Schweiz, aus Luxemburg und aus vielen Teilen Deutschlands waren geborene Merziger herbeigeströmt, und die drei hierfür angesetzten Tage, der 16., 17. und 18. Juni wurden zu wahren Festtagen. Im vorigen Jahre war durch den Trierer Maler, Max Lazarus, die Synagoge in einer so eigenartigen Weise ausgemalt worden, dass man hier von einem Wendepunkt in der künstlerischen Behandlung derartiger Aufgaben sprechen kann. Die Merziger Gemeinde ist eine Sehenswürdigkeit geworden.   
Die Feier begann mit dem Freitagabend-Festgottesdienst, an dem der unter der trefflichen Leitung des Sohnes des Gründers, Herr Isaak Schnerb stehende Chor zeigte, dass er auch heute noch auf einer für die Verhältnisse ungewöhnlichen Höhe steht. Die Feier fand ihre Fortsetzung in dem Festgottesdienst am Samstagmorgen. Hier ist die seltene Tatsache hervorzuheben, dass über 100.000 Mark geschnodert wurden. Ein Herr Edmund Hanau stiftete den Fonds zur Gründung eines jüdischen Altersheimes, das zu Ehren des großen Lehrers und Gründers des Synagogenchores den Namen Godchaux Schnerb-Stiftung erhielt. Die Feier fand erst Sonntagabend ihren Abschluss in Festspielen aus der Geschichte der Gemeinde, deren hervorragende theatralische Darbietungen jenseits jedes Dilettantismus standen. Wir könnten es nur als ein Glück bezeichnen, wenn die Geschlossenheit des Merziger Gemeindelebens befruchtend auf andere jüdische Gemeinden wirken würde. Die Merziger Gemeinde aber und ihrem Synagogenchor: Ad bias hamoschiach! (sie mögen bestehen bis zum Kommen des Messias!)."
    

Die Merziger Synagoge blieb Mittelpunkt der Merziger Gemeinde bis zu ihrer Inbrandsetzung durch Nationalsozialisten beim Novemberpogrom 1938. Die Ruine der Synagoge wurde 1939/40 komplett abgetragen und an gleicher Stelle eine Baracke mit einem Kindergarten der NSDAP errichtet. Bei einem Luftangriff wurde das gesamte Areal um das Synagogengebäude und das bis dahin noch stehende jüdische Schulhaus mit der Wohnung des Lehrers/Kantors zerstört. 
    

1961
wurde eine Gedenktafel angebracht. 1975 wurde die Rehstraße auf Beschluss des Stadtrates in Synagogenstraße umbenannt. 1976 erfolgte die Anbringung einer neuen Gedenktafel mit der Aufschrift: "Hier stand das im November 1938 beschädigte und im November 1944 zerstörte ehrwürdige Gotteshaus der Israelitischen Gemeinde Merzig". Das nicht mehr bebaute Synagogengrundstück wurde als Gedenkstätte gestaltet. Da die Inschrift der Gedenktafel von 1976 nicht ganz den historischen Tatsachen entspricht, wurde der Text am 30. März 2005 korrigiert. Auf der Rückseite ist nun die Inschrift zu lesen: "Die Synagoge wurde in der Pogromnacht im November 1938 zerstört und die Ruine später abgerissen. Das Haus des Kantors fiel einem Bombenangriff im November 1944 zum Opfer."   
  
Hinweis auf einen Presseartikel zur Synagogengeschichte in Merzig von Alfred Diwersy in der "Saarbrücker Zeitung" vom 28. Juni 2012: "Merzig. Juden und Christen lebten einträchtig zusammen..."   
Informationen zu den Zerstörungen von 1944 im Blog von Johannes Nagel: "Merzig 1944"    
    
    
Adresse/Standort der SynagogeSynagogenstraße (früher: Ecke ehemalige Rehstraße/Ecke Neustraße)  
   

   
Fotos / Darstellungen   

Historische Fotos (Quelle: Buch des Landesamtes s. Lit. S. 447, bzw. Stadtmuseum Simeonstift Trier)   
 Merzig Synagoge 011.jpg (60320 Byte) Merzig Synagoge 010.jpg (65472 Byte) Merzig Synagoge 185.jpg (51651 Byte)
  Historische Aufnahme der Synagoge
 in Merzig, von der Neustraße gesehen.
 Die 1938 ausgebrannte Synagoge 
von der Rehstraße (heute 
Synagogenstraße) aus gesehen.   
Innenansicht der Synagoge 
um 1923 
       
              
Die Gedenkstätte am Synagogenplatz 
im Frühjahr 2006

(Fotos: Hahn, 
Aufnahmedatum 17.4.2006
Fotos von 2012: Quelle Archiv Regler) 
Merzig Synagoge 103.jpg (118408 Byte) Merzig Synagoge 102.jpg (96781 Byte)
    Straßenschild "Synagogenstraße"  Weg zum Denkmal 
     
    Merzig Synagoge 100.jpg (108580 Byte) Merzig Synagoge 101.jpg (97764 Byte) Merzig Synagoge Tafel 010.jpg (246089 Byte) Merzig Info-Tafel Synagoge 011.jpg (187979 Byte)
Das Denkmal für die 1938 zerstörte Synagoge   Neue Informationstafel am
 Synagogengrundstück
(Juli 2012) 
  
     

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    

November 2011: Neuerscheinung und Veranstaltung zum 150. Todestag von Reb Mosche Merzig 
RMM Lit 010.jpg (45504 Byte)Neuerscheinung: Alfred Diwersy & Hans Herkes (Hrsg.): 
Reb Mosche Merzig und die Jüdische Geschichte der Stadt
208 Seiten, gebunden, mit zahlreichen zeitgenössischen Fotos und Dokumenten
ISBN: 978-3-86390-000-7   19,90 €
Gollenstein Verlag Merzig. Vertrieb über den Buchhandel.   
Zum Inhalt: Im 19. Jahrhundert lebte in Merzig der jüdische Gelehrte Moise Isack Levy. Er war ein charismatischer, verehrter Rabbiner, denn von weither kamen Schüler in seine Thoraschule. Bekannt wurde er unter dem Ehrennamen Reb Mosche Merzig. Sein 150. Todestag wurde nun zum Anlass genommen, von ihm, der jüdischen Gemeinde und ihrem Leben zu berichten. Familien- und Einzelschicksale sowohl von Ermordeten wie auch von Geretteten ergänzen das Buch. Auch von versöhnlichen Begegnungen nach dem Zweiten Weltkrieg und den lebenden Nachfahren wird erzählt. Begleitet werden die Texte durch Dokumente und Fotos, teils aus Privatbesitz und bislang größtenteils unveröffentlicht. 
Die "Arbeitsgruppe Jüdische Geschichte der Stadt Merzig" zeichnet verantwortlich für die Publikation
Mit Textbeiträgen von Hans Adler, Richard Bermann, Traudl Brenner, Alfred Diwersy, Hans Herkes, Manfred Horf, Dr. Martin Kaiser, Annemay Regler-Repplinger, Martin-Peter Scherzinger, Prof. Paul Schneider, Dr. Bärbel Schulte, Uwe Schwarz, Marcel Wainstock.
    
Buchvorstellung in der "Saarbrücker Zeitung" von 29. November 2011: Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.  
Bericht über eine Veranstaltung zu dem Buch: "Ein Abend für Reb Mosche Merzig" in der "Saarbrücker Zeitung" vom 18. Januar 2012 
(Link zum Artikel; auch eingestellt als pdf-Datei).    
 
RMM Tafel 010.jpg (79323 Byte)Die Arbeitsgruppe Jüdische Geschichte der Stadt Merzig lud aus Anlass des 150. Todestages von Reb Mosche Merzig zusammen mit der Synagogengemeinde Saar, der Christlichen Erwachsenenbildung Merzig, dem Gustav-Regler-Zentrum und der Stadt Merzig
zu einer Gedenkveranstaltung am Sonntag, den 6. November 2011 um 14.30 Uhr ein.
Ablauf der Veranstaltung: Begrüßung durch Manfred Horf an der Synagogengedenkstätte Ecke Neustraße/Synagogenstraße - Gedenken auf dem jüdischen Friedhof durch Kantor Benjamin Chait - Fahrt zum Gustav-Regler-Zentrum (Trierer Straße 148) - Feierstunde zur 150. Jahrzeit von Reb Mosche Merzig - Fahrt zur Wagnerstraße, Enthüllung einer Schrifttafel vor dem ehemaligen Wohnhaus (siehe Foto links).
Programm der Feierstunde zur 150. Jahrzeit Reb Mosches Merzig im Gustav-Regler-Zentrum Merzig
Begrüßung durch den Vorsitzender des Gustav-Regler-Zentrums Dr. Martin Kaiser  -  Grußwort des Oberbürgermeisters Dr. Alfons Lauer, vertreten durch Herrn Bürgermeister Manfred Horf  -  Ansprache des Vorsitzenden der Synagogengemeinde Saar Richard Bermann  -  Vorstellung des Buches "Reb Mosche Merzig und die jüdische Geschichte der Stadt" Alfred Diwersy. 
Musikalische Gestaltung durch Vera Völker, Sopran und Francesca Tortora, Klavier.  
   
Merzig Gedenkfeier RMM 010.jpg (171172 Byte)Bericht über die Veranstaltung (eingestellt als pdf-Datei).
 
Foto links: Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof Merzig mit dem Kantor der Synagogengemeinde Saar Benjamin Chait. 
Zusätzlich eingestellt: Psalmgebet und Kaddisch, gesprochen von Kantor Benjamin Chait für Reb Mosche Herzig (pdf-Datei)     

   

Juni/Juli 2012: Presseartikel - Erinnerungen an den 170. Jahrestag der Einweihung der Synagoge in Merzig   
Die pdf-Dateien wurden freundlicherweise von der "Saarbrücker Zeitung" zu Verfügung gestellt.   
Artikel in der "Saarbrücker Zeitung" vom 21. Juni 2012: "Nachsinnen im Tempel Gottes. Vor 170 Jahren, im Juli 1842, wurde die neue Merziger Synagoge an der Ecke der damaligen Rehstraße/Neustraße feierlich eingeweiht. Dieses Jubiläum nimmt die "Arbeitsgruppe Jüdische Geschichte der Stadt Merzig" erneut zum Anlass, in diverser Form auf das jüdische Leben vormals aufmerksam zu machen..."
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Weiterer Artikel von Alfred Diwersy (Fortsetzung des obigen Artikel) in der "Saarbrücker Zeitung" vom 28. Juni 2012: "Juden und Christen lebten einträchtig zusammen. Bereits vor annähernd 300 Jahren muss es in Merzig eine erste Synagoge oder ein Bethaus gegeben haben; denn in einem Gerichtsurteil vom 5. Dezember 1729 heißt es...." 
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Weiterer Artikel von Hans Herkes in der "Saarbrücker Zeitung" vom 5. Juli 2012: "Mittelpunkt des jüdischen Lebens. 
Der Pfarrer wohnt im Schatten des Kirchturms; das Pfarrhaus steht in der Nähe der Kirche. Oft gehört ein drittes Gebäude dazu mit Funktionsräumen für die Bedürfnisse einer Gemeinde: Gruppenräume, ein Festsaal, ein Probenraum für den Chor, die Pfarrbücherei. So ist es uns geläufig in den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden. In den jüdischen Gemeinden war es ganz ähnlich..."    
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Weiterer Artikel von Annemay Regler-Repplinger in der "Saarbrücker Zeitung" vom 10. Juli 2012: "Von dreisten Raben unter Tauben
Viele Namen sah ich eingeschrieben, die dir gestehen voll Zärtlichkeit, dass sie dich unaussprechlich lieben, von nun an bis in Ewigkeit. Nun rat, wer in dein Reich von Tauben, sich hier als dreister Rabe schleicht?" Es war Gustel Kahn, die diese Zeilen 1911 ihrer Mitschülerin und Freundin Marianne Regler in deren Poesiealbum schrieb..."  
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Weiterer Artikel von Annemay Regler-Repplinger in der "Saarbrücker Zeitung" vom 12. Juli 2012: "Der herabstürzende Bach des Lebens und die Hoffnung.  Kehren wir zu weiteren Anwohnern und Geschäften der Merziger Poststraße und der anliegenden Sträßchen zurück. Neben dem Lebensmittelladen von Bonnem folgten die Konfektionsgeschäfte von D. Stern, Isidor Weil und gegenüber das von Benzin Weil. Unser Spaziergang führt dann vorbei am Süßwaren- und Lebensmittelgeschäft Rauner, der dort nicht nur Matzen verkaufte, sondern auch solche herstellte..." 
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Weiterer Artikel von Annemay Regler-Repplinger in der "Saarbrücker Zeitung" vom 19. Juli 2012: "Gegen das Vergessen
Auf den Spuren des Nazi-Regimes wird man im Saarland durchaus fündig, wenn man denn suchen und sehen will. Es sei erinnert an den "Platz des Unsichtbaren Mahnmals" vor dem Saarbrücker Schloss..."   
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Juli 2012: Veranstaltung aus Anlass des 170. Jahrestages der Einweihung der Synagoge in Merzig am 22. Juli 2012   
(veranstaltet von der Kreisstadt Merzig und der Arbeitsgruppe Jüdische Geschichte der Stadt Merzig)  
Merzig Synagoge 011.jpg (60320 Byte)Am 21. und 22. Juli 1842 wurde die neue Merziger Synagoge Ecke Rehstraße und Neustraße feierlich eingeweiht. Die Arbeitsgruppe Jüdische Geschichte der Stadt Merzig nimmt dies zum Anlass, zusammen mit der Stadt Merzig und der Synagogengemeinde Saar zu einer kleinen Feierstunde einzuladen am Sonntag, den 22. Juli 2012 um 15.00 Uhr. 
Treffpunkt ist der Platz der ehemaligen Synagoge in der heutigen Synagogenstraße. In kurzen Ansprachen und Erläuterungen will man Historie lebendig werden lassen. Daran schließt sich der Gang zum jüdischen Friedhof an den Ort, wo neben vielen jüdischen Mitbürgern auch der berühmte Talmudlehrer Moses Isack Levy, genannt Reb Mosche Merzig, nach seinem Tod am 29. September 1861 beerdigt wurde. Eine Gedenkplatte soll dort künftig an ihn und sein Wirken erinnern.  
Neben dem Gedenkstein für Moses Isack Levy im Park der Andersdenkenden, den Professor Paul Schneider 2004 gestaltet hat, der Benennung einer Straße nach ihm, der Plakette bei seinem Haus in der Wagnerstraße und der Veröffentlichung seiner Biographie im November 2011, stellt dies die Abrundung der Darstellung dieser Persönlichkeit aus unserer Sicht dar. 
Zum Ausklang bei einem Ehrenwein und Getränken und weiteren Gesprächen sind alle Teilnehmer der Veranstaltung herzlich eingeladen ins Vereins, Merzig, Propsteistraße.  
Die Einladung zur Veranstaltung als pdf-Datei.      
 
Dazu Artikel von Wolf Porz in der "Saarbrücker Zeitung" vom 23. Juli 2012: 
"Erinnerung an jüdisches Leben in Merzig. 
Merzig.
Zum Glück ist nicht alles vernichtet worden, was an jüdisches Leben in Deutschland erinnert. Dazu gehören gottlob die Archive jüdischer Publikationen wie der 'Allgemeinen Zeitung des Judentums' . So konnte Richard Bermann, der Vorsitzende der Synagogengemeinde Saar, gestern am Gedenkstein der jüdischen Synagoge Merzig anhand der Berichterstattung von damals schildern, wie sich die zweitägige Eröffnung des Gotteshauses in Merzig abgespielt hat - exakt 170 Jahre zuvor. Das Wetter war wie gestern sommerlich, war es zuvor wohl sehr wechselhaft gewesen. In feierlicher Prozession war die Tora von der bisherigen Synagoge in der heutigen Querstraße zur neuen Synagoge Ecke Neustraße/Rehstraße gebracht worden..." 
Link zum Artikel    Artikel eingestellt als pdf-Datei     
 
November 2012: Die ersten 17 "Stolpersteine" werden in Merzig verlegt 
Artikel in der "Saarbrücker Zeitung" vom 19. November 2012 (Link zum Artikel): "Stolpersteine sollen 'Menschen ein Gesicht geben'. 
Merzig.
Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Es handelt sich um Gedenktafeln in Form von Pflastersteinen. Mit ihnen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert oder in den Suizid getrieben wurden. Sie sollen jeweils an dem letzten freiwillig gewählten Wohnort des NS-Opfers verlegt werden. Deutschlandweit wurden in den letzten Jahren schon viele hundert Stolpersteine verlegt.
In Merzig hat sich Bernd Schirra ehrenamtlich engagiert, nach Betroffenen recherchiert und Gelder gesammelt, damit auch in Merzig, wo ehemals eine größere jüdische Gemeinde ansässig war, Stolpersteine verlegt werden können. Durch sein Engagement haben sich schon einige Spender gefunden, die die Aktion finanziell unterstützen.
Am Dienstag, 20. November, ist in Merzig eine erste große Aktion geplant, in der mit der Verlegung von zunächst 17 Steinen den Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden soll.
Die Gedenksteine werden direkt vor den Häusern verlegt, in denen die Personen, die das NS-Regime nach ihrer Deportierung nicht überlebt haben, ihren letzten Wohnsitz hatten. Künstler Gunter Demnig wird die Steine verlegen. Beginn der Aktion ist um neun Uhr in der Hochwaldstraße 66 (Dekoba)."   
 
November 2013: Gedenken zum 75. Jahrestag des Novemberpogroms 1938  
Merzig Ged Nov 2013.jpg (121778 Byte)Bericht in "Neues aus Merzig" (Amtsblatt der Stadt) - Ausgabe 46/2013 vom 13. November 2013: "Vor 75 Jahren brannte auch die Merziger Synagoge...". 
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.     
Merzig Ged Nov 2013 01.jpg (242376 Byte)Foto des Kranzes an der Gedenkstätte links: Archiv Regler   
 
Februar 2014: Weitere "Stolpersteine" werden verlegt  
Artikel in der "Saarbrücker Zeitung" vom 21. Febraur 2014: "Familie Frenkel ist nicht vergessen
Drei Stolpersteine werden am Samstag zum Gedenken an Nazi-Opfer in Merzig verlegt

Der Künstler Gunter Demnig verlegt am kommenden Samstag, 22. Februar, drei neue Stolpersteine in Merzig. 17 der Gedenktafeln in Form von Pflastersteinen erinnern bereits in der Stadt am jeweilig letzten Wohnort an das Schicksal von Menschen, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert oder in den Suizid getrieben wurden..."   
Link zum Artikel   
 
April 2015: Die Stadt Merzig trennt sich von Initiator des Stolperstein-Projektes   
Artikel von Philipp Anton in der "Saarbrücker Zeitung" (Lokalausgabe Merzig) vom 25. April 2015: "Stadt Merzig trennt sich von Initiator des Stolperstein-Projektes
In Merzig sollen auch künftig Stolpersteine verlegt werden, die an NS-Opfer erinnern. Aber die Stadt hat sich vom Initiator des Projektes wegen zahlreicher islamfeindlicher Äußerungen getrennt..." 
Link zum Artikel   
 
Oktober 2015: Weitere "Stolperstein"-Verlegung   
Am 13. Oktober 2015 wurde ein "Stolperstein" im Merziger Stadtteil Hilbringen verlegt. Dieser erinnert an Valentin Kiefer (nicht-jüdisch), der seinen Wohnsitz in der Mittelstraße 6 hatte und 1940 wegen Kritik am NS-System verhaftet wurde. Er wurde in das KZ Dabei deportiert, von hier nach Neu-Rohlau/Karlsbad (Außenlager des KZ Flossenbürg), wo er von der SS erschossen wurde.  
         
Fotos von der Verlegung 
(Archiv Regler) 
Merzig Sto 13102015 02.jpg (125086 Byte) Merzig Sto 13102015 03 Portrait.jpg (90164 Byte) Merzig Sto 13102015 01.jpg (205660 Byte) Merzig Sto 13102015 01a.jpg (68292 Byte)
    Portrait von Valentin Kiefer  Der "Stolperstein" für Valentin Kiefer  
          
Presse-Artikel zur Verlegung  Merzig NaM 43-2015.jpg (79804 Byte) Merzig SZ 12102015.jpg (117283 Byte) Merzig SZ 14102015.jpg (109448 Byte)  
   Artikel in "Neues aus Merzig",
 Ausgabe 43/2015 
Artikel in der "Saarbrücker Zeitung" Lokalausgabe vom 12.10.2015   Artikel in der "Saarbrücker Zeitung"
Lokalausgabe vom 14.10.2015 
 

      
        

Links und Literatur   

Links:  

Website der Stadt Merzig 
Katharina Kaiser, Christoph Hauser: "Hamma neischt ze handeln" ("haben wir nichts zu handeln") - Jüdischer Viehhandel im Saarburger Land (Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten 2000/2001): online zugänglich   
Stiftung Demokratie Saarland. In der dort erhältlichen Video-Dokumentation: "Wir haben Glück gehabt. Sonst wären wir nicht mehr da." findet sich Näheres u.a. zu der Geschichte des 1921 in Merzig geborenen Louis Salomon.  
Seiten zu der vom 20. Mai bis 17. Juni 2009 präsentierten Anne Frank Ausstellung in Merzig: www.annefrankblog.deFlyer zur Ausstellung
Seite über das Begleitprogramm;   Bericht und Fotos zu einem Stadtrundgang durch das jüdische Merzig  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Merzig (interner Link)  
Website der Synagogengemeinde Saar   
Website mit Informationen über die Lebenswege jüdischer Mitbürger in Merzig u.a.m. http://www.regler.name/Gustav-Regler-Das%20Juedische%20Merzig.htm  

Literatur:  

Wilhelm Laubenthal: Die Synagogengemeinden des Kreises Merzig 1648-1942. Saarbrücken 1984.  
Annemarie Schestag: Woher stammt die Merziger Familie Hanau? in: SFK (Vierteljahreszeitschrift Saarländische Familienkunde) Bd. 9 2000 S. 64-80. Hier werden die Ursprünge der Familie im Elsass beschrieben und ihre Verbreitung über Metz und Freistoff bis nach Merzig.  
Wolfgang Reget: Die Einwohner von Brotdorf, Bachem und Hausbach vor 1890. Merchingen/Saar 2003.  
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 446-448 (mit weiteren Literaturangaben). 
RMM Lit 010.jpg (45504 Byte)Alfred Diwersy / Hans Herkes (Hrsg.): Reb Mosche Merzig und die Jüdische Geschichte der Stadt
208 Seiten, gebunden, mit zahlreichen zeitgenössischen Fotos und Dokumenten
ISBN: 978-3-86390-000-7   19,90 €
Gollenstein Verlag Merzig. Vertrieb über den Buchhandel. 
Bericht über eine Veranstaltung zu dem Buch "Ein Abend für Reb Mosche Merzig" in der "Saarbrücker Zeitung" vom 18. Januar 2012 
(Link zum Artikel; auch eingestellt als pdf-Datei). 
Alfred Diwersy / Annemay Regler-Repplinger: Gegen das Vergessen - Jüdisches Leben in Merzig. In: Jahrbuch 2014 des Kreises Merzig-Wadern. Selbstverlag. Hrsg. vom Verein für Heimatkunde im Kreis Merzig-Wadern e.V.  S. 44-55. 
Merzig Lit 201603.jpg (169505 Byte)Frank Hirsch: Juden in Merzig zwischen Beharrung und Fortschritt. Eine kleinstädtische Gemeinde im 19. Jahrhundert. Reihe: Geschichte & Kultur. Saarbrücker Reihe Bd. 4. Trier 2014 (= Dissertation Universität Saarbrücken 2012). 341 S. 15 Abb., 17 Tab. 52,00 €. ISBN 978-3-89890-188-8   Link zu einer Seite der Verlagsbuchhandlung Kliomedia.   
ders.: Ein modernes Element in der Kleinstadt: Jüdische Kaufleute in Merzig in der Zeit der Industrialisierung. In: Eckstein. Journal für Geschichte 13 2014. S. 4-11.   

     
       


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Merzig Saar.  Evidence of Jewish settlement dates back to the 14th century. The modern community began to develop in the 18th century and a cemetery was established in 1770. In 1808 there were 83 Jews living in Merzig and 277 by 1905. The community's synagogue was probably dedicated at the beginning of the 19th century. From 1846 Jews served as town councilors. By 1933, the Jewish population was 159. The Saarland's annexation to the German Reich in 1935 caused many to emigrate and by 1936 there were only 14 Jewis in Merzig. The community was subsequently affiliated with Illingen and Neunkirchen. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned down, the mortuary at the cemetery was desecrated, and Jewish businesses and homes were wrecked. On 22 October 1940, at least seven Jews who had remained in Merzig were deported to the Gurs concentration camp.  
   
    

                   
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Stand: 18. Juli 2016