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Jahrestagungen von Alemannia Judaica Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (Frühere und bestehende) Synagogen Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region Bestehende jüdische Gemeinden in der Region
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Merzig (Kreis
Merzig-Wawern, Saarland) Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Siehe Seite zur Synagoge in
Merzig (interner Link) 1. Zur Geschichte des allgemeinen jüdischen Friedhofes in Merzig Der jüdische Friedhof in Merzig wurde kurz vor 1748 angelegt. Er wird
erstmals genannt in einem Vertrag vom 21. Mai 1748, in dem die Pflege und
die Gestaltung des Umfeldes des Friedhofes festgelegt wird. Mitunterzeichner des
Vertrages sind u.a. Löib/Liebmann Hanau (Merzig) und Anschel Hanau (Brotdorf).
Nach dem Vertrag sind die Juden aus Merzig, Brotdorf und
Hilbringen bereits um
1748 in Merzig beigesetzt worden und nicht mehr auf dem Friedhof in Freudenburg. „
...erschienen a) Löib Hanau, Schutzjude zu Merzig für sich und sämtliche
Judenschaft daselbst,
Raphael Rodewelsch, Schutzjude zu Hilbringen für sich und sämtliche
Judenschaft zu Hilbringen
und dann Anschel Hanau, Schutzjud zu Brotdorf für sich und sämtliche
Judenschaft zu Brotdorf
und b) der ehrsame Johannes Dellies, Meisterwüllenweber und Bürger
zu Merzig.
Parteien geben öffentlich bekannt und geben zu verstehen, dass sie
erstbesagte Judenschaft
entschlossen sind, ihre allhiesige Begräbnis am Sauberg mit Dornenhecken
besser verschlossen zu
machen. Daher schließen sie mit Johannes Dellies einen Vertrag.
1) Johannes Dellies solle eine lebendige Dornenhecke um das Judenbegräbnis
herum in die
Vierkant fertigen. Er solle sofort mit der Arbeit beginnen und Sorge dafür
tragen.
2) In acht aufeinander folgenden Jahren ist die Dornenhecke anzulegen, zu
versorgen und
zuzuhalten, dass weder Vieh oder sonst Nichtsschärliches die Begräbnis
einkommen können.
3) Erstgemelte Judenschaft solle sodann für die anzulegende Dornenhecke,
Arbeit und Sorg
ihm Johannes Dellies eine Summe von 10 Rthlr. abführen, welche Summe er
Johannes Dellies
in Gegenwart vor dem Notar bar empfangen hat. Daneben solle er auch das
Gras auf des
Begräbnis acht Jahre hindurch mit Grasen und Mähen genießen, jedoch
dass er weder sie Juden
bei ihren Begräbniszeremonien und Gebeten nicht stören und kein Vieh
zum Abäsen darauf
führen Solle.
4) solle er Johannes Dellies innerhalb von 4 Jahren die Dornenhecke in
lieferigen Stand herstellen
und ausliefern oder von ferneren Sorg der übrigen vier Jahre befreit und
zu weiter nichts verbunden
sein. Daher aber die Herstellung der Dornenhecke in den 4 Jahren nicht
geschehen soll oder er
vielleicht verstorben sei, die völlige Herstellung der Dornenheck aber
jemand von den seinigen
über sich nehmen sollte und wollte, die bezahlten 10 Rthlr. erhalten
sein. Falls aber die Dornenheck
nicht hergestellt und niemand von den seinigen die Arbeit annehmen wolle,
von der Zeit der
angefangenen Arbeit bis ans Absterben seines Johannes Dellies die Arbeit
durch erfahrene
Experten estimieren zu lassen, und was noch nach Proportion der Arbeit
ihnen Juden von den 10
Rtlr. nach Estimation zurückkommen solle, er Johannes Dellies oder die
seinigen zurückzahlen
schuldig und gehalten sein sollte. Weshalb seine Güter, Möbel und Immöbel
pro Securitate
verhypotieret. Übrigens ist abgeredet, falls er zweiter Comparent in 2,
3 bis 4 Jahren die
Dornenheck in schädlichen und liewerigen Stand stellen sollte, dannoch
die im zweiten Artikel
gesetzte 8 Jahr er und die seinigen die Sorg darüber zu halten, gehalten
sein und das Gras daraus
ziehen sollen, also accordiert und geschlossen ohne Arglist.
Zeugen: Johannes
Gretsch, Meisterschneider und Simon Cappel, Meisterrotgerber zu
Merzig.“
Löib Hanau, Anschel Hanau und Raphael Rodewelsch zeichnen den
Vertrag mit hebräischen
Schriftzeichen. Johannes Dellies unterschreibt. Quelle: in W. Reget Familienbuch Brotdorf “Landesarchiv Saarbrücken, Not. Merzig-Saargau 23, S. 107-110
Der Friedhof wurde 1904 und 1910 erweitert. In der NS-Zeit wurde er völlig zerstört
und weitgehend abgeräumt (1938). 1949 wurde er - soweit überhaupt noch
möglich - wieder instand gesetzt. Die bislang letzte Beisetzung war
1978 (Alfred Frenkel). Der Friedhof wurde Ende Februar 2006 geschändet. Dabei wurden 16 Grabsteine aus der Verankerung gerissen und umgeworfen. Auch Gedenkplatten wurden zerschlagen. Lage des Friedhofes: Unterhalb der Kreuzbergkapelle, begrenzt von den Straßen Am Kaisergarten und Am Kreuzberg bzw. an der Straße "Auf der Blätsch"
2. Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes des Psychiatrie-Landeskrankenhauses 1870 bis 1935 wurden auf einem Friedhof
hinter dem früheren Psychiatrie-Landeskrankenhaus (heute SHG-Klinikum Merzig)
in getrennten Abteilungen beziehungsweise Grabfeldern die in der Anstalt
verstorbenen Patienten - getrennt nach Konfessionen - beigesetzt. Es gab eine
katholische, eine evangelische und eine jüdische Abteilung. Es sind nur noch
mehrere Grabsteine christlicher Patienten erhalten, dazu ein Grab-/Gedenkstein
für Mosche Merzig (das geistliche Oberhaupt der Merziger Juden um 1840/50). Das kleine Gräberfeld für die
jüdischen Patienten ist nur noch durch die Erinnerung von Zeitzeugen
belegt.
Fotos
Links und Literatur Link:
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