Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Laufersweiler Synagoge 130.jpg (15696 Byte) Laufersweiler (VG Kirchberg, Rhein-Hunsrück-Kreis )
Jüdische Geschichte / Synagoge 
   
Bitte besuchen Sie auch die Website des Förderkreises Synagoge Laufersweiler e.V. 
 www.synagoge-laufersweiler.de  

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule  
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Pläne / Dokumente  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)         
    
In Laufersweiler bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. 1748 wird berichtet, dass ein "fünfter" Jud im Ort aufgenommen wurde. 

Genaue Zahlen liegen jedoch erst aus dem 19. Jahrhundert vor: 1808 lebten 60 jüdische Personen in Laufersweiler (in acht Familien), 1847 waren es 101 (in 20 Familien), 1850 112 (davon 21 Männer, 21 Frauen und 70 Kinder), 1885 114 (16 % der Gesamteinwohnerschaft). Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde 1895 mit 195 Personen erreicht (20 % der Gesamteinwohnerschaft). Danach ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück. 1840 werden an jüdischen Familienvorständen genannt: Joseph Gerson, Mayer Wittib Frank, Joseph Löser, Wittib Straus, Michael Mayer, Mathias Mayer, Isaak Löser, Simon Mayer, Jacob Mayer, Michael Frank, Adam Frank, Adam Maas, Adam Löser, Michael Mayer II., Michael Heymann, Michael Gerson, David Gerson, Moses Fränkel (damals Lehrer). Die jüdischen Familienväter waren überwiegend Viehhändler, einige auch Metzger. 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Elementar- beziehungsweise Religionsschule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Elementar- beziehungsweise Religionslehrer angestellt, der teilweise zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war (zu einzelnen Lehrern und Stellenausschreibungen unterschiedlicher Jahre, aus denen auch die jeweiligen Gemeindevorsteher hervorgehen, siehe unten). 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Vizefeldwebel Julius Baum (geb. 26.6.1889 in Laufersweiler, gef. 27.10.1918), Julius Heimann (geb. 20.5.1895 in Laufersweiler, gef. 13.7.1918), Edmund Mayer (geb. 2.9.1895 in Laufersweiler, gef. 25.9.1915) und Moritz Mayer (geb. 17.2.1890 in Laufersweiler, gef. 5.4.1915).   
       
Um 1925
, als 75 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (8,3 % der Gesamteinwohnerschaft), waren die Vorsteher der Gemeinde Simon Braun, Isaak Löser, Mayer Frank. Zur Repräsentanz gehörten Isaak Frank, August Joseph, Leopold Baum, Joseph Simon, Moses Meyer, Salomon Meyer, David Meyer, Isaak Kahn, Bernhard Heimann. Den Religionsunterricht der jüdischen Kinder erteilte Lehrer Bernhard Lehmann aus Simmern (1932: 13 Kinder). Zur jüdischen Gemeinde gehörten auch die in Buchenbeuren lebenden jüdischen Personen (1925 und 1932: je 5 Personen). Um 1932 waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde: Joseph Heimann I, Isaak Löser und Salomon Mayer. Vorsitzender der Repräsentanz war August Joseph. An jüdischen Vereinen bestand der Verein Geminches Chassodim (Ziel: Unterstützung Armer und Kranker) sowie der Israelitische Frauenverein (Ziel: Unterstützung Hilfsbedürftiger).   
 
Über die Zeit nach 1933 sind noch zusammenfassende Informationen zu ergänzen; zu den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 siehe unten. 
   
Von den in Laufersweiler geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Gerda Ackermann geb. Kahn (1893), Adolf Baum (1888), Karolina (Lina) Berney geb. Löser (1890), Frieda Ermann geb. Meyer 1895), Elisabeth (Elsbeth) Frank (1903), Fanny Frank geb. Kahn (1870), Isak Frank (1865), Julius Frank (1880), Chana Gertner (1892), Else Händel geb. Löser (1900), Albert Hanau (1885), Hilde Hanau geb. Löser (1892), Sara Klara Hanau geb. Mayer (1867, Foto des Grabsteines in Gurs siehe unten), Gertrude Joseph geb. Hayum (1893), Max Joseph (1905), Ruth Josef (1921), Sophie Kallmann geb. Baum (1899), Berta Levy geb. Heimann (1863), Magdalena (Lenchen) Löser geb. Levi (1863), Sally Löwenstein (1887), Bernhard (Benni) Mayer (1897), Eva Mayer (1929), Ferdinand Meyer (1883), Gerd Mayer (1930), Hedwig Mayer (1896), Kurt Mayer (1937), Paula Mayer geb. Franken (1901), Rosa Mayer (1895), Sally Mayer (1939), Ida Moxter geb. Mayer (1894), Hildegard Papp geb. Frank (1895), Emma Scholem geb. Sonnborn (1867), Ludwig (Lazarus) Scholem (1863), Gertrud Seelig geb. Hanau (1922), Klara Tenzer geb. Rauner (1894), Moritz (Moses) Seiden-Tenzer (1890 oder 1894), Zacharias Weiler (1848).  
    
    
    
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und der Schule  
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Vorbeters / Schochet    

Die ersten in den vorliegenden Quellen genannten Lehrer waren Elias Jacob (1802 genannt), Aron Anschel (1804 genannt), Natan Isaac (bis 1825). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde noch in Privaträumen jüdischer Häuser unterrichtet. 1825 bis 1837 war Lehrer Simon Scheuer in der Gemeinde tätig (danach in Kirchberg/Hunsrück). Zu seiner Zeit (um 1826/28) wurden Schulräume in dem vermutlich neuen Synagogengebäude eingerichtet, das 1839 abgebrannt ist. Die nächsten Lehrer waren Moses Fränkel (ab 1835; zu seiner Zeit besuchten 20 bis 25 Kinder die Schule). Er wurde 1857 entlassen, die Stelle unter dem damaligen Gemeindevorsteher M. Frank neu ausgeschrieben:  

Laufersweiler AZJ 03081857.jpg (55664 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. August 1857: "Offene Lehrerstelle. Bei der hiesigen israelitischen Gemeinde ist die Stelle eine Religions- und Elementarlehrers und Kantors mit einem jährlichen Gehalt von circa Thaler 150, freier Wohnung, freiem Brennmaterial, nebst einigen Ländereien zum Bebauen und üblichen Nebeneinkünften, vakant. 
Bewerber, welche hierzu befähigt sind, wollen sich an den Oberrabbiner Herrn Dr. Auerbach in Bonn, oder an Herrn David Rothschild, Mitglied des israelitischen Konsistoriums zu Simmern, wenden. 
Laufersweiler (Regierungs-Bezirk Koblenz), 20. Juli 1857. Der Vorsteher der israelitischen Gemeinde. M. Frank". 
Anfang 1859 trat Israel Grab die Stelle als Lehrer an, wenig später Herz Levy aus Hottenbach (1867 entlassen). Die Stelle wurde neu ausgeschrieben:
Laufersweiler Israelit 13051868.jpg (63989 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Mai 1868: "Die Synagogengemeinde Laufersweiler, Kreis Simmern, Regierungsbezirk Koblenz, sucht einen jüdischen Elementar- und Religionslehrer und Vorsänger mit einem jährlichen fixen Gehalt von 250 Talern nebst 50 Talern Neben-Einkünften, 2 Klafter Holz, freie Wohnung und die Benützung einiger Parzellen Ackerlandes. Die Stelle ist gleich zu besetzen. Reflektierende belieben ihre Anmeldungen franko an Gottlieb Mayer I. einzusenden. Der Vorstand der Synagogengemeinde. Isaac Frank I."  
Es folgte Mendel Maßbacher aus Gleicherwiesen (1868), 1871 - 1881 Moses Eisenkrämer. Zu seiner Zeit sollte die Schule geschlossen werden, nachdem die Zahl der Schüler bereits stark zurückgegangen war (siehe unten: Text von 1877). 1881 wurde Eisenkrämer entlassen. Er blieb zunächst in Laufersweiler und unterrichtete weiterhin sieben Kinder, während die übrigen jüdischen Kinder die evangelische Schule besuchten. Wenig später wechselte Moses Eisenkrämer nach Birkenfeld, wo er bis zu seinem Tod 1919 als Lehrer blieb. Die Lehrerstelle wurde 1881 als Religionslehrer-, nur noch fakultativ als Elementarlehrerstelle ausgeschrieben: 
Laufersweiler Israelit 22061881.jpg (37109 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1881: "Bis zum 1. Juli dieses Jahres ist die hiesige Vorbeter- und Religionslehrerstelle zu besetzten. Schächter erwünscht. Gehalt 450 Mark nebst Nebenverdienst, welches mit dem Schächter-Einkommen circa auch Mark 200 einträgt. Ferner freie Wohnung und Benutzung einiger Stücke Ackerland und Garten. 
Als Elementarlehrer würde die Gemeinde außer angegebenem Gehalt noch circa bis zu 150 Mark bewilligen. 
Der Vorstand der Synagoge-Gemeinde Laufersweiler.  Isaac Frank I."
Lehrer Eisenkrämer konnte seine Entlassung nicht ganz akzeptieren, in einer erneuten Anzeige eine Woche nach der obigen war zu lesen:  
Laufersweiler Israelit 29061881.jpg (67194 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juni 1881: "Die hiesige Vorbeter- und Religionslehrerstelle ist sofort zu besetzen. Schächter erwünscht. Gehalt Mark 450 nebst Nebenverdienst, welches mit dem Schächter-Einkommen auch ca. Mark 200 einträgt. Ferner freie Wohnung und Benutzung einiger Stücke Ackerland und Garten. Als Elementarlehrer würde die Gemeinde außer angegebenem Gehalt noch ca. bis zu Mark 150 bewilligen. 
Die von dem hiesigen, bisherigen Lehrer Eisenkrämer inserierte Äußerung Nr. 2110 des 'Israelit', dass nur die 'Minorität' seine Gegenpartei sei und deshalb die Lehrerstelle nicht zur Neubesetzung gelangen könne, müssen wir entschieden als unwahr erklären, da die Gemeinde dessen Kündigung einstimmig beschlossen; daher eine Neubesetzung der Lehrerstelle von der ganzen Gemeinde baldigst gewünscht wird.
Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Laufersweiler. Marx Joseph, Bernhard Mayer, Isaak Simon I."
Mit den Stellenbesetzungen in den 1880er-Jahren hatte die Gemeinde wenig Glück. Mehrere Lehrer lösten einander, teils nach nur wenigen Monaten in der Gemeinde ab. 1882 begann man überraschenderweise die Stelle wieder als Elementarlehrerstelle auszuschreiben. Überlegungen bestanden in der Gemeinde, die jüdische Elementarschule wieder einzurichten.    
Laufersweiler AZJ 28021882.jpg (31716 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. Februar 1882: "Die Elementarlehrer- und Kantorstelle der Synagogen-Gemeinde zu Laufersweiler, Reg.-Bez. Koblenz ist zu besetzen. Schächter erwünscht. Reflektierende belieben sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse und Qualifikations-Atteste bei dem Vorstand zu melden. Gehalt nach Übereinkommen. 
Laufersweiler, 18. Februar 1882. Der Vorstand. Marx Joseph. Bernhard Mayer."
Zwischen 1882 und 1889 waren die Lehrer: Wolf Lotheim aus Niedenstein, Hirsch Hornik, 1884 bis 1886 Moritz May aus Geldersheim (siehe ein Bericht auf der Seite zu Rhaunen), Levy Nußbaum aus Burghaun (Zwei Artikel zum weiteren Lebenslauf von Levy Nußbaum siehe auf Seite Burghaun). Die Ausschreibungen der Jahre 1884, 1887 und 1889 bezogen sich wieder auf eine reine Religionslehrerstelle: 
Laufersweiler Israelit 04021884.jpg (38026 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1884: "Die Stelle als Religionslehrer der Synagogen-Gemeinde Laufersweiler. Regierungsbezirk Koblenz, wird zum 1. April vakant. Reflektierende belieben sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse etc. an den Vorstand zu melden. 
Laufersweiler, den 1. Februar 1884. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Isak Frank I.
  
Laufersweiler Israelit 07071887.jpg (53305 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1887: "Die hiesige Religionslehrer-, Kantor- und Schächterstelle ist baldigst zu besetzen. Fixer Gehalt Mark 600 nebst Mark 300 Nebenverdienste und freier Wohnung. Reflektierende, nur Unverheiratete, belieben sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse zu melden. 
Laufersweiler, 26. Juli 1887. 
Der Synagogenvorstand: Isaak Frank I. Marx Heimann.
 
Laufersweiler Israelit 28021889.jpg (25270 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1889: "Die hiesige Religionslehrerstelle, verbunden mit Kantordienst und Schechita (Schächten), ist zu besetzen. Fixes Gehalt Mark 600 und Mark 300 Neben-Einkünfte und freie Wohnung. Bewerber belieben sich unter Beifügung ihrer Zeugnisse an den Synagogen-Vorstand zu melden. 
Laufersweiler, im Februar 1889. 
Der Synagogen-Vorstand Marx Heimann"
Auf diese Ausschreibung hin konnte Israel Voss aus Kerpen bei Köln angestellt werden. Er blieb bis 1895, danach kamen in wiederum rascher Folge hintereinander Aron Katz aus Waldgirmes, Hermann Ehrmann, Arnold Seliger aus Gemünden (Unterfranken), Max Levite, Isidor Popper aus Böhmen. 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1901: "Die hiesige Religionslehrer & Kantorstelle ist bis zum 1. Oktober zu besetzen. Gehalt 900 Mark nebst circa 200 Mark Nebenverdienst und freier Wohnung. Bewerber, welche auch Schochet sein sollen, müssen im Besitze von Elementarlehrerzeugnissen sein und wollen mit Beifügen der Zeugnisse sich beim Vorstand melden. 
Laufersweiler, 7. August (1901). 
Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde
."   
 
Laufersweiler Israelit 03071902.jpg (45235 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juli 1902: "Die hiesige Religionslehrer- und Kantorstelle ist bis zum 1. September oder 1. Oktober zu besetzen. Gehalt 900 Mark nebst circa 200 Mark Nebenverdienst und freier Wohnung. Bewerber müssen im Besitz von Elementarlehrer-Zeugnissen und Schochet sein und wollen mit Einfügung der Zeugnisse sich beim Vorstand melden. 
Laufersweiler, 29. Juni (1902). 
Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde."
Auf letztere Anzeige hin folgte im September 1902 Julius Levy aus Illingen als Lehrer in Laufersweiler. Er blieb bis 1911 in der Gemeinde.

     
  
Laufersweiler Lehrer 03.jpg (46368 Byte)
Artikel aus der Zeit des Lehrers Moses Eisenkrämer (Foto aus Buch von Johann s.Lit. S. 23)
Von den Aktivitäten christlicher Judenmissionare in Laufersweiler - Bericht des jüdischen Lehrers Moses Eisenkrämer 1874  

Laufersweiler AZJ 20101874a.jpg (151289 Byte)Bericht in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Oktober 1874: "Korrespondenz - Treiben der Missionare. Laufersweiler, 2. Oktober. Erlauben Sie mir, darauf aufmerksam zu machen, dass die (Kölner) Missionare der Judenbekehrung wieder ganz frisch ihr Unweisen treiben, und zwar auf ganz ungenierte Weise, wobei sie besonders dem Unwissenden zu imponieren suchen, wie folgender Fall beweisen wird.
Heute vor achte Tagen, am Rüsttage des Laubhüttenfestes, kam ein Fremder in einem hiesigen jüdischen Wirtshause an und frug, ob er während der Feiertage hier logieren könne. Der Wirt bejahte, wusste aber nicht, wofür er ihn halten solle; denn obwohl er viel hebräisch sprach, wollte er doch nicht Jude sein. Trotzdem verlangte er beim Nachtessen mit in der Sukka (Laubhütte) zu essen. Hier kramte er nun viel Gelehrsamkeit aus, sodass der Wirt und einige Nachbarn, welche hinzukamen, ihn für einen 'Lamden' hielten. Er erkundigte sich nach der religiösen Richtung der Gemeinde, und als er merkte, dass sie eine orthodoxe sei, äußerte er, morgen (1. Tag Sukkot) in der Synagoge predigen zu wollen. Mein guter Mann kam nun wirklich in die Synagoge; das Predigen wurde ihm aber natürlich nicht gestattet. 
Nach Beendigung des Gottesdienstes stellte er sich mir als Lehrer vor, und nach einigen Worten steuerte er sofort auf sein Ziel (Bekehrungsversuche) zu. So behauptete er u.a., um die Erbsünde zu beweisen, vor dem Sündenfall habe die Erde Alles von selbst hervorgebracht, ohne menschliche Beihülfe, das Weib habe beim Gebühren keine Schmerzen gehabt und dergleichen Unsinn mehr.
Ich erwiderte ungefähr (kurz angedeutet), dass er die Bibel besser studieren möge, wo es heißt: 'sie zu bearbeiten und zu bewahren' (1. Mose 2,15). Er: la'awda heißt 'bedienen', nicht 'bearbeiten'. Ins Lächerliche hieraus ziehend, sagte ich: 'Bringen Sie der Madam Erde gefälligst ein Glas Wasser usw. usw.'. 'Ferner hat 
Laufersweiler AZJ 20101874b.jpg (240769 Byte) hat Eva erst nach dem Sündenfall geboren und nicht vor demselben.' Nach mehreren solchen, auch naturwissenschaftlichen Hieben ging er von mir weg. Von Wissenschaft, Naturlehre etc. will er nichts wissen. Die Tora, sagte er, um den Ungebildeten zu gewinnen, stehe höher, als alle Wissenschaft. Auch ließ er merken, dass er lieber mit Lehmann'schen (= Orthodoxen) als mit Philippson'schen Geistern (= Liberalen) zu tun habe. Etwas später hörte ich, dass er vor der Wohnung des Herrn Vorstehers predige. Mit einem Kollegen, Hermann Levy, gegenwärtig in Ferien hier, ging ich denn auch hin, um ihn zu trümpfen und sein Spiel zu verderben.
Als wir kamen, war fast wirklich die ganze Gemeinde (Männer und Jünglinge) um ihn versammelt und hörten andächtig schweigend zu. Er erklärte eben, wir hätten zu viele Mizwoth (Gebote); und da wir dieselben nicht mehr alle halten könnten, seien wir keine echte Juden mehr, müssten deshalb eine Sühne (Christus) haben. Ich ließ ihn seine gelehrten Schlussfolgerungen nicht zu Ende führen, sondern gab ihm die bekannte Hillel'sche Antwort, dass wir Juden sein könnten, wenn wir das Gebot der Nächstenliebe hielten; ja, wer nur an den einen Gott glaubt, ist Jude. Aber der Jude kann nie und nimmer an eine dreiteilige Gottheit glauben. 
Nun kritisierte er unsere Gebete, Zeremonien etc. Besonders ging er auf die Mizwah von Sukka (Gebot zum Bau der Laubhütte) selber ein, wollte beweisen aus der Piutstelle: 'Achte die Mizwoth von Sukka nicht gering, denn sie ist so wichtig wie alle anderen Mizwoth', dass wir eben heutzutage die Mizwoth nicht mehr verständen. Herr Levy hat ihm klar bewiesen, dass er nichts davon versteht, und dass der Pajtan mit Recht diesen Ausspruch getan, weil uns die Sukka auf den alleinigen Schutz Gottes verweist etc. Er ist dermaßen be- und geschlagen worden, dass er, nachdem er einen vermeintlichen Trumpf aus Jesaja 53 aufgespielt, sofort entschlüpfte, ohne eine Erwiderung abzuwarten.    
Nun waren seine Hoffnungen und Absichten hier total vereitelt. Er wollte die Feiertage (wenigstens zwei Tage) hier bleiben (die hiesige Gemeinde war ihm jedenfalls als lohnend für seine Absichten geschildert worden), und nun machte er sich sofort am ersten Tage nach dem Mittagessen aus dem Staube. Er machte mir vorher noch einen Abschiedsbesuch und nannte sich Rosenstrauch aus Köln, wogegen ich erwiderte, dass er, meiner Meinung nach, ein getaufter Jude und Pastor Arenfeld aus Köln sei. A. nannte er sich auch beim Wirte. - Ich riet ihm noch, er solle doch lieber in große Städte gehen, z.B. nach Berlin, und dort, wo selbst evangelische Geistliche die Dogmen der christlichen Kirche anfechten, predigen; aber die Juden fernerhin mit seinem dummen Kram nicht mehr behelligen. 
Dass er jüdischen unbebildeten Leuten imponiert, sie selbst frappiert, ist sicher, denn er spricht das Hebräische nach polnisch-deutschem Dialekt, nicht portugiesisch, wie es auf höhern Schulen gelehrt wird. Auch ist er in allen rabbinischen Schriften ziemlich bewandert, gerade ein Beweis, dass er ein getaufter Jude ist. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch endlich durchgesetzt, was ich schon öfter beantragt, dass die Londoner Chamoschim endlich abgeschafft und durch die Philippson'sche (Bibelanstalt) ersetzt werden.   Eisenkrämer, Lehrer"

    
Der jüdische Lehrer Moses Eisenkrämer wird 1875 zeitweise Verwalter der evangelischen Schule

Laufersweiler AZJ 22061875.JPG (85923 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Juni 1875: "Laufersweiler (Rheinland), 4. Juni (1875). Angeregt durch die Korrespondenz aus Laasphe in Nr. 23 Ihrer geschätzten Zeitung erlaube ich mir, Ihnen denselben Fall von hier mitzuteilen. Hier ist ein junger evangelischer Lehrer, der im Herbste 1873 seinen sechswöchentlichen Dienst abzudienen hatte. Seine Schule wurde damals von einem benachbarten evangelischen Lehrer verwaltet. In hiesigem Orte befindet sich noch eine katholische und eine jüdische Schule.  
Ende Mai dieses Jahres musste der evangelische Lehrer zur Schießübung. Nun fragte es sich, wer wird die Schule verwalten? Unser Herr Bürgermeister schlug des Kostenpunkts wegen den katholischen Lehrer vor; die Verwaltung wird aus dem Gemeindesäckel extra vergütet. Da nun der katholische Lehrer von der Zivil-Gemeinde besoldet wird, hätte er es umsonst tun müssen. Der Herr Kreisschulinspektor ließ aber durch den Lokalschulinspektor (beide sind evangelisch Geistliche) mich bitten, die Verwaltung zu übernehmen. Im Falle, dass ich sie nicht übernehmen wolle, würde er (der Kreisschulinspektor) mir es als mein Schulinspektor befehlen. Ich übernahm die Verwaltung natürlich freiwillig. Daraus ist zu ersehen, dass doch nach und nach das Licht der Aufklärung und der wahren Humanität überall siehen wird. Eisenkrämer"

   
Zur Frage nach der Schließung der jüdischen Elementarschule 1877 

Laufersweiler AZJ 25121877.jpg (202378 Byte)Bericht in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. Dezember 1877: "Laufersweiler, im Dezember (1877). Die 'Allgemeine Zeitung des Judentums' hat in ihrem langen Bestande stets nach dem Standpunkte der Unparteilichkeit gestrebt, besonders auch aus der Ansicht heraus, dass, wer wirklich bessern will, die Aufdeckung der wahren Ursachen einer Erscheinung nicht scheuen dürfe. Darum gestatte ich mir auch folgende Bemerkung. Als vor einige4r Zeit die Aufhebung einiger jüdischer Elementarschulen gemeldet wurde, zog man daraus einen Vorwurf für die staatlichen Behörden, von denen schließlich diese Aufhebung ausgegangen sei. Ich maße mir nicht an zu wissen, welche die Motive in den einzelnen Fällen gewesen. Aber ein Vorgang am hiesigen Platze belehrte mich, dass die Beseitigung einer solchen Anstalt bisweilen von jüdischer Seite selbst ausgeht, und der staatlichen Behörde ein anderer Weg gar nicht möglich ist. Die hiesige jüdische Elementarschule, mit welcher sowohl der Lokal- und Kreisschulinspektor als auch die Gemeinde völlig zufrieden waren, wurde im August dieses Jahres von Herrn Schul- und Regierungsrat Stiehl aus Koblenz besucht; der Erfolg des Unterrichts genügte ihm vollständig, aber die Einrichtung der Schule desto weniger, da beinah sämtliche in den neuen Bestimmungen vorgeschriebene Lehrmittel fehlten. Es kam daher kürzlich durch den Kreisschulinspektor die Aufforderung an den israelitischen Vorstand, die fehlenden Sachen binnen vier Wochen anzuschaffen. Was tat dieser nun? Er gab eigenmächtig das Gesuch ab, die Schule aufzuheben. Niemand wusste hierum, und Lehrer und Gemeinde erhielten davon erst durch ein Schreiben des Kreisschulinspektors Kunde, durch welches die Schule dem Antrage des Vorstehers gemäß aufgehoben wurde. Weder die anderen Vorsteher, noch die Repräsentanten wussten ein Wörtchen davon. Dennoch erhob sich kein Widerspruch. Diejenigen, die außen stehen und von diesem Vorgange keine Kenntnis haben, werden wieder eine Tendenz der staatlichen Behörden darin erblicken, die doch gar nicht anders verfahren konnte, und ich meine, es sei nur nützlich, eine solche falsche Voraussetzung zu beseitigen. Das Motiv des Vorstehers ist leicht zu erkennen. Die hiesige Gemeinde zählte 22 steuerfähige Familien. Wie es in kleineren Gemeinden zu geschehen pflegt, gibt es da zu einer Zeit eine größere Anzahl schulpflichtiger Kinder, die allmählich abnimmt und erst in einer späteren Zeit wieder zunimmt, da der Anwachs nicht gleich wieder vor sich geht. So zählte unsere Schule vor acht Jahren 45 Zöglinge, gegenwärtig nur 25. Das hierdurch verminderte Schulgeld machte den Zuschuss aus der Gemeindekasse größer. Anstatt nun zu beachten, dass, wenn die Schule sonst in gutem Zustande, der Unterricht bei einer geringeren Schülerzahl nur um so erfolgreicher ist, scheuen die Familien, die keine schulpflichtigen Kinder haben, den Mehranspruch der Gemeindekasse und ziehen es vor, keine Schule zu haben; können doch die Kinder durch irgend ein hergewandertes Subjekt notwendig 'oren' (beten) lernen und aller übrige Religionsunterricht ist ja überflüssig. Wie gesagt, man darf bei Betrachtung der Vorfälle nicht eher urteilen, als bis man die Sachlage genauer kennen gelernt hat."

   
   
Zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager in Gurs - Grabstein für Sara Hanau geb. Mayer (1867-1940)        

Laufersweiler Gurs BK 020.jpg (140648 Byte)Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für 
Sara Hanau geb. Mayer

geb. am 22. September 1867 in Laufersweiler, später wohnhaft in Merzig
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo sie am 31. Dezember 1940 umgekommen ist.  
(Foto von Bernhard Kukatzki)       

   
   
   
 
Zur Geschichte der Synagoge                 
    
Eine ältere Synagoge, die vermutlich erst nach 1825 erbaut oder eingerichtet wurde, ist bei einem großen Brand in Laufersweiler 1839 abgebrannt. Im Synagogengebäude befand sich auch die jüdische Schule. An Einrichtungsgegenständen fielen dem Brand unter anderem zum Opfer: neben den Betstühlen, Büchern und Betmänteln: fünf kupferne Leuchter, ein Vorlesetisch, ein Toraschrank mit vier Torarollen, gemalte Tücher, eine Decke für den Vorlesetisch, zehn Bänke zum Sitzen, zwei Stühle für den Vorsänger, ein wertvoller Torazeiger, eine Torakrone. Die jüdische Gemeinde beschloss bald nach dem Brand, eine neue Synagoge zu bauen, wenngleich dies große finanzielle Schwierigkeiten mit sich brachte. Mit Genehmigung der Behörden konnte eine Kollekte in anderen jüdischen Gemeinden durchgeführt werden. 1840 wurde Baumeister Hahn aus Külz mit der Zeichnung von Plänen zur neuen Synagoge beauftragt. Zwischen 1841 und 1844 konnte die neue Synagoge neben dem heutigen Grundstück "Neuer Weg 3" erstellt werden. 

Am 16./17. August 1844 konnte die wieder aufgebaute Synagoge durch Rabbiner Dr. Auerbach aus Bonn eingeweiht werden. Die "Allgemeine Zeitung des Judentums" berichtete am 16. September 1844:  

Laufersweiler AZJ 16091844.jpg (57403 Byte)Laufersweiler (Kreis Simmern), 22. August. Bei dem im Jahre 1839 statt gehabten großen Brande zu Laufersweiler, traf auch die israelitische Gemeinde daselbst das Missgeschick, ihre Synagoge in Folge der verheerenden Flammen zu verlieren.
Obgleich nun die israelitischen Einwohner dieser Gemeinde nicht zu der wohlhabenderen Klasse gehören, so gelang es ihnen doch aus reiner Liebe zu ihrem Glauben, den Wiederaufbau ihrer eingeäscherten Synagoge, zu welchem ihnen auf den Antrag des Gemeinderats der Bürgermeisterei Kirchberg, ein Beitrag aus Gemeindemitteln noch zugewendet werden soll, zu bewirken. Am 16. und 17. dieses Monats fand die feierliche Einweihung dieser Synagoge durch den Herrn Konsistorial-Oberrabbiner Dr. Auerbach von Bonn statt.
In der Beilage zur Kölnischen Zeitung vom 1. September 1844 wird derselbe Bericht gegeben, jedoch fortgesetzt: "...Am 16. und 17. des Monats fand die Einweihung dieser Synagoge statt. Der Herr Konsistorial-Oberrabbiner Dr. Auerbach von Bonn und der Herr Kreisvorsteher Stadtrat Rotschild von Simmern hatten sich auf die an sie zur Einweihungsfeier ergangene Einladung dort eingefunden. Nachdem der Herr Oberrabbiner von der dortigen israelitischen Schuljugend mit einer passenden Anrede feierlichst in Empfang genommen wurde, traf sich die Gemeinde des Nachmittags um 3 Uhr zum Vesper-(Mincha-)Gebet in die in dem Hause des dortigen Einwohners Joseph Löser bisher befindliche Betstube, woselbst der Herr Oberrabbiner beim Verlassen derselben einige zu Herzen gehende Abschiedsworte sprach. 
Der Zug, dem sich der sehr würdige evangelische Geistliche, Herr Pfarrer Lang, daselbst anschloss, bewegte sich nun in folgender Ordnung zur neuen Synagoge: Das Musikchor, der Vorsänger, die Schuljugend, die Schlüsselträgerin, die Ältesten mit den Gesetzesrollen, der Oberrabbiner, der evangelische Geistliche, der Vorsteher der israelitischen Gemeinde, sowie der Kreisvorsteher und die Festteilnehmer. Bei der Ankunft an der neuen Synagoge überreichte die Schlüsselträgerin dem Herrn Oberrabbiner den Schlüssel zur Eröffnung, während der Vorsänger unter Musikbegleitung mehrere Psalmen absang.
Hierauf sprach der Herr Oberrabbiner mit wahrhaft inbrünstigem Gefühle ein Gebet, und nachdem die Gesetzesrollen in die heilige Lade eingebracht waren, folgten die Weihepredigt und das Gebet für unseren allverehrten Landesvater. Der Weihepredigt des Herrn Oberrabbiners schlossen sich die sehr gut gewählten Worte des würdigen evangelischen Geistlichen Herrn lang an. Beide empfahlen mit der eindringlichsten Herzlichkeit, auch für die Folge in gegenseitiger Liebe und Eintracht zu beharren. Als der Herr Oberrabbiner weiter erwähnte, dass diese Einweihungsfeier mit der göttlichen Hilfe und unter dem Schutze eines hochherzigen Königs und Landesvaters, dessen teures, geheiligtes Leben durch ruchlose Mörderhand unlängst bedroht war, statt finde, da trat bei allen Zuhörern eine sichtbare Rührung hervor, welche die aufrichtigste Liebe für König und Vaterland bekundete.
In der am Morgen des folgenden Tages statt gehabten Predigt sprach Herr Oberrabbiner über die Glaubenslehren des Judentums, dass diese nur im Glauben an das Dasein Gottes, an eine göttliche Offenbarung durch Moses und in dem Glauben an Belohnung und Bestrafung der Menschlichen Handlungen beständen. 
Nach beendigtem Gottesdienste versammelten sich die Gemeindeglieder zu einem festlichen Mahle, dem der Herr Pfarrer Lang und mehrere andere christliche Einwohner von Laufersweiler beiwohnten. So endete denn eine Festlichkeit, die in den herzen der Anwesenden und ohne Unterschied des Glaubens die gegenseitige Liebe und Achtung noch mehr erhöhte."

 In der neuen Synagoge befand sich der Betsaal im oberen Stock, ein Schulraum im Erdgeschoss. Der Schulsaal hatte eine Fläche von 6 mal 5 m. In der Synagoge hatte es nach einem Bericht von 1856 insgesamt 150 bis 160 Sitzplätze. Im Keller befand sich ein rituelles Bad. Um 1900 war der Bau in einem schlechten Zustand. Der Kreisschulinspektor empfahl entweder das Gebäude gründlich zu renovieren oder einen Neubau zu erstellen. Darauf entschloss sich die Gemeinde, das Gebäude auf Abbruch zu verkaufen. Es wurde im Juli 1909 abgebrochen.  
    
Eine neue Synagoge wurde 1910/11 nach Entwürfen des Hirschfelder Baumeisters Nikolaus Elz im Baustil des Historismus erbaut. Die Einweihung der Synagoge war am 1. und 2. Juni 1911. Ein Bericht von der Einweihung findet sich leider nicht in den damaligen überregionalen jüdischen Periodika. Bei der Synagoge handelt es sich um einen zweigeschossigen Massivbau, 11.70 m lang und 9.80 m breit. Die südliche Längsseite zur Kirchgasse zeigt im Obergeschoss drei einfache und im Untergeschoss drei gekoppelte Rundbogenfenster. Die nördliche Seitenfront weist zwei einfache und zwei gekoppelte Rundbogenfenster auf, da es im Bereich des Treppenhauses keine Fenster gibt. Der Bau wird bestimmt durch Lisenen in den Längsfronten, die turmartig über das Traufgesims hinausragen und im Westen steinerne Aufsätze in Schweifhaubenform über einem kassetierten, achteckigen Block haben.  
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Leuten aus Laufersweiler und Umgebung geschändet und im Inneren völlig zerstört. Das Gebäude entging einer Brandschatzung nur, weil durch ein eventuelles Feuer auch die umliegenden Anwesen hätten in Gefahr kommen können. 
  
Nach 1945: Nach Klärung des Restitutionsverfahrens erwarb die politische Gemeinde Laufersweiler im September 1955 das ehemalige Synagogengebäude für 2.500 DM und nahm mehrere Umbauten und Veränderungen vor. So wurde im Erdgeschoss eine Wäscherei und Gefrieranlage eingebaut, im Untergeschoss entstand ein Unterrichtsraum, der in späteren Jahren einer Frauengruppe der katholischen Kirchengemeinde als Versammlungsraum diente. 
  
Im April 1985 wurde die Synagoge unter Denkmalschutz gestellt. Im folgenden Jahr begann man mit den Restaurierungsarbeiten, die im Dezember 1987 abgeschlossen waren. Am 31. Januar 1988 wurden die Arbeiten mit einer Feier abgeschlossen.  An den Gesamtkosten in Höhe von ca. 270.000 DM beteiligten sich neben der Ortsgemeinde Laufersweiler der Rhein-Hunsrück-Kreis, das Landesamt für Denkmalpflege und die Verbandsgemeinde Kirchberg mit erheblichen Zuschüssen. 2001 mussten abermals umfangreiche Sanierungsarbeiten an dem Gebäude durchgeführt werden (neue Dacheindeckung, Putzarbeiten innen und außen, Erneuerung der Außentreppe und Einbau einer Heizungsanlage).    
   
In der ehemaligen Synagoge befindet sich im Erdgeschoss seit Abschluss der Renovierung ein Gedenkraum mit Museum und einer Dauerausstellung (Thema "Sie gehörten zu uns"), die vom "Förderkreis Synagoge Laufersweiler e.V." erstellt wurde. Dieser Förderkreis wurde 1989 gegründet mit dem Ziel, die Erinnerung an die jüdischen Gemeinden in Laufersweiler und Umgebung (Hunsrück) im ehemaligen Synagogengebäude zu wahren:   
    
Der übersichtliche Gedenkraum mit der Dauerausstellung soll dazu dienen aufzuklären und zum Nachdenken anzuregen, damit sich eine ähnliche Katastrophe nicht wiederholt. Die ausgewählten Exponate, also Schautafeln mit Fotos, Dokumenten und Texten sowie in Glasvitrinen untergebrachte gegenständliche Ausstellungsstücke informieren vor allem über das jüdische Leben im 19. und 20. Jahrhundert im Hunsrück. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht jedoch die jüdische Gemeinde Laufersweiler. An ihr wird beispielhaft die Stationen des jüdischen Lebens aufgezeigt. Einen breiten Raum nimmt notwendigerweise die Darstellung der NS-Zeit ein. In der ehemaligen Toranische, wurde von dem Kirn-Sulzbacher Künstler Karl-Heinz Brust ein aus drei Teilen bestehendes Bronzerelief geschaffen, das an jene 25 jüdischen Einwohner von Laufersweiler erinnern soll, die in Konzentrationslagern ermordet wurden. Die Darstellung auf dem Mittelstück zeigt eine Mutter, die ihr Kind umklammert. Ihr Blick soll den Wahnsinn symbolisieren, den sie voraussieht. Der Mann, der die Hände nach oben streckt, soll eine Hoffnung auf die Menschlichkeit ausdrücken.   
    
Das in der Synagoge untergebrachte Material soll zum einen zur Erforschung der geschichtlichen, religiösen, politischen und sozialen Vergangenheit der Juden im Hunsrück dienen und zum anderen auch zu einem Ort des Lernens werden: Über die Geschichte (die eigene und die jüdische), über gesellschaftliches Verhalten und über den möglichen Umgang einer Mehrheitsgesellschaft mit Minderheiten. Gerade durch die ausgestellten Dokumente kann man die Geschichte der jüdischen Bevölkerung des Hunsrücks "hautnah" erleben. Die fast heimelige Atmosphäre bietet Gruppen, insbesondere jugendlichen Besuchern, die Möglichkeit, sich intensiv mit einzelnen Themen auseinander zu setzen und die gewonnenen Ausstellungseindrücke noch vor Ort diskutieren zu können.
  
Stand Februar 2014: In der ehemaligen Synagoge entsteht ein "Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum"
Dazu Artikel in der "Rhein-Hunsrück-Zeitung" vom 22. Februar 2014: "Laufersweiler: In der Synagoge entsteht ein neues Studienzentrum
Laufersweiler - Zum kulturellen Erbe Deutschlands gehören auch die jüdischen Gemeinden auf dem flachen Land. Laufersweiler ist ein hervorragendes Beispiel für dieses Landjudentum. Ein Viertel der Bevölkerung war zeitweise jüdischen Glaubens. Um das weiter zu erforschen, zu dokumentieren und für kommenden Generationen zu bewahren, entsteht in dem Dorf ein "Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum". 
Link zum Artikel.   
   
       

Adresse/Standort der SynagogeForst-Mayer Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum, Kirchgasse 6, 55487 Laufersweiler 
Kontakt zum Förderverein:  Förderverein der Synagoge Laufersweiler e. V., Mail:  info@synagoge-laufersweiler.de   
Besichtigung / Öffnungszeiten:   nach Vereinbarung mit der Ortsgemeinde (Tourist-Information Kirchberg) Tel. 06763-910144   
Nutzungsmöglichkeiten:  Der Ausstellungsraum im Erdgeschoss, mit etwa 50 bis 60 Sitzplätzen bietet Möglichkeiten für kulturelle Veranstaltungen verschiedenster Art, z.B. Lesungen, Buchvorstellungen, Vorträge, kleine Konzerte, Ausstellungen etc. 
Kontakt über Ortsbürgermeister Faust, Laufersweiler, Tel.: 0-6543-3777 oder über die Verbandsgemeindeverwaltung Kirchberg (Tel. 0-6763-9100).

  
  
Fotos / Pläne / Dokumente   

Pläne der 1844 im Synagogengebäude
 eingerichteten jüdischen Schule
(Quelle: Johann s.Lit. S. 11) 
Laufersweiler Schule 131.jpg (54230 Byte) Laufersweiler Schule 130.jpg (62469 Byte)
   Erdgeschoss  Erster Stock
     
Die Einweihung der 
neuen Synagoge 1911
(Quelle: Programm bei Johann s.Lit. S. 13,
 Festkarte in Landesamt s.Lit. S. 231) 
Laufersweiler Synagoge 133.jpg (77044 Byte) Laufersweiler Synagoge 128.jpg (67499 Byte)
    Festprogramm zur Einweihung 
am 1. und 2. Juni  
"Festkarte zur Einweihung der 
neuen Synagoge Laufersweiler  
am 1. und 2. Juni 1911"  
  
     
Laufersweiler Synagoge 129.jpg (43998 Byte) Laufersweiler Synagoge 009.jpg (28758 Byte) Laufersweiler Synagoge 138.jpg (58174 Byte)
Die neue Synagoge
(Quelle: Johann s.Lit. 
hinterer Umschlag)  
Historische Ansichtskarte 
mit Synagoge  
Portalinschrift "Wie lieblich sind Deine 
Zelte und Deine Wohnungen, Israel" 
(4. Mose 24,5)
  
     
Die ehemalige Synagoge 
vor der Renovierung um 1980
(Quelle: links bei Johann s.Lit. S. 17, 
rechts Landesamt s.Lit. S. 232)
Laufersweiler Synagoge 132.jpg (68585 Byte) Laufersweiler Synagoge 134.jpg (59674 Byte)
  Blick auf die westliche Seite mit Eingang  Seitenansicht 
     
Die ehemalige Synagoge 
nach der Renovierung als Gedenkstätte
Laufersweiler Synagoge 139.jpg (57088 Byte) Laufersweiler Synagoge 131.jpg (51122 Byte)
   Die ehemalige Synagoge um 1990
(Quelle: Landesamt s.Lit. S. 232) 
Bronzerelief in der Toranische, 1987 
durch den Kirner Künstler Karl Heinz Brust
 entworfen und gefertigt
  
     
       
Die ehemalige Synagoge im Herbst 2008 
(Fotos: Otmar Frühauf, Breitenthal;
 Aufnahmedatum 12.10.2008)
Laufersweiler Synagoge 201.jpg (85505 Byte) Laufersweiler Synagoge 206.jpg (92090 Byte)
   Charakteristische Ansicht der Synagoge mit Blick auf den Eingangsbereich 
      
Laufersweiler Synagoge 200.jpg (98031 Byte) Laufersweiler Synagoge 204.jpg (106703 Byte) Laufersweiler Synagoge 203.jpg (90842 Byte)
     Blick auf das Eingangsportal  Portalinschrift "Wie lieblich sind 
Deine Zelt und Deine Wohnungen, Israel"
 (4. Mose 24,5) 
  
     
Laufersweiler Synagoge 205.jpg (59960 Byte) Laufersweiler Synagoge 207.jpg (98955 Byte) Laufersweiler Synagoge 202.jpg (74621 Byte)
   Seitenansicht mit Markierung 
als Kulturdenkmal 
 

Hinweis auf Foto in http://www.holocaustcenterbuff.com/henryjmementos.html: unmittelbar nach dem Novemberpogrom 1938 mit dem Wohnhaus der Familie Joseph im Hintergrund (alle Fenster wurden zerstört). 
   
   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Juni 2011: Die ehemalige Synagoge wird 100 Jahre alt  
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 6. Juli 2011 (Artikel): "Die Juden im Hunsrück: Synagoge wird 100 Jahre alt
Die einzige Synagoge im Rhein-Hunsrück-Kreis, die noch als solche erkennbar ist, wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Sie dient heute als Ort der Erinnerung, Begegnung und des kulturellen Austausches.
Der Förderkreis Synagoge Laufersweiler erinnert mit vielen Aktionen an die jüdische Geschichte im Hunsrück. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Jubiläumsveranstaltung am 25. September. Aus diesem Anlass schreibt der Förderkreis einen künstlerischen Wettbewerb gegen das Vergessen für Jugendliche und Kinder aus. Jeder Teilnehmer wählt ein jüdisches Gedicht aus und fertigt dazu ein Bild oder eine Zeichnung an. Auch ein eigenes Gedicht kann als Grundlage dienen. Es muss sich aber um jüdisches Leben im Hunsrück drehen. Infos unter Telefon 06543/3420. red."    
  
September 2011: Interreligiöse Gedenkfeier zum 100-jährigen Bestehen der Synagoge   
Artikel in der "Rhein-Hunsrück-Zeitung" vom 27. September 2011: "Laufersweiler würdigt jüdische Geschichte. 
Laufersweiler
. Beim hundertsten Geburtstag der Synagoge Laufersweiler war die Festgemeinde zu einem jüdisch-christlichen Gebet in der evangelischen Kirche zusammengekommen, um der ehemaligen jüdischen Mitmenschen zu gedenken. Zelebriert wurde die Feier von Pfarrerin Sandra Menzel, Diakon Franz Kahn und Kantor Joseph Pasternak von der jüdischen Gemeinde Koblenz.  
Link zum Artikel      
   
Weiterer Artikel in der "Rhein-Hunsrück-Zeitung" vom 27. September 2011: "Synagoge steht bereits seit 100 Jahren in Laufersweiler.  
Laufersweiler
. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Synagoge Laufersweiler fand in der evangelischen Kirche ein jüdisch-christliches Gebet statt. Wegen der vielen Gäste ging man für den Festakt in die Bürgerhalle. Mit einem Festzug wurde im Juni 1911 die Synagoge in Laufersweiler eingeweiht. Neue Torarollen wurden stolz den christlichen Nachbarn und Mitbewohnern präsentiert. Wenige Jahrzehnte später, in der Reichspogromnacht 1938, wurde die Synagoge geschändet. 25 Lauferweilerer Mitbürger jüdischen Glaubens, die sich durch Flucht nicht der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entziehen konnten, wurden in Konzentrationslagern ermordet. In der Nachkriegszeit erinnerten nur der Friedhof und das Gebäude der ehemaligen Synagoge an die untergegangene jüdische Kultur im Dorf...." 
Link zum Artikel     
 
April 2014: In der Synagoge entsteht ein neues Studienzentrum  
Artikel in der "Rhein-Hunsrück-Zeitung" vom 22. Februar 2014: "Laufersweiler: In der Synagoge entsteht ein neues Studienzentrum
Laufersweiler - Zum kulturellen Erbe Deutschlands gehören auch die jüdischen Gemeinden auf dem flachen Land. Laufersweiler ist ein hervorragendes Beispiel für dieses Landjudentum. Ein Viertel der Bevölkerung war zeitweise jüdischen Glaubens. Um das weiter zu erforschen, zu dokumentieren und für kommenden Generationen zu bewahren, entsteht in dem Dorf ein "Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum". 
Link zum Artikel   
Weiterer Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 27. März 2014: "In Synagoge Laufersweiler entsteht Zentrum für das Landjudentum..." 
Link zum Artikel    
 
Juli 2014: Das "Forst-Mayer Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum" wurde eröffnet    
Artikel von Werner Dupuis in der "Rhein-Zeitung" vom 8. Juli 2014: "Laufersweiler hat ein Zentrum des Gedenkens
Laufersweiler – Mit einem umfangreichen Programm ist am Sonntag das Forst-Mayer Studien- und Begegnungszentrum für das Landjudentum in Laufersweiler eröffnet worden. In die ehemalige Synagoge waren neben den Vertretern des öffentlichen Lebens auch 32 Nachfahren von in Laufersweiler und Kastellaun lebenden jüdischen Familien eigens zur Eröffnung aus den USA, England, Holland und Israel angereist. "Sie wohnen nicht mehr hier, aber sie fühlen, dass sie vieles mit dieser Synagoge, mit diesen beiden Orten und mit der Region verbindet", unterstrich Christof Pies, der Initiator und Motor des Dokumentationszentrums.
Das Forst-Mayer Zentrum ist nach den zwei jüdischen Familien Forst und Mayer benannt, die überwiegend in Kastellaun und Laufersweiler beheimatet waren, aber auch seit vielen Generationen im Hunsrück und an der Mosel lebten. Mit der Flucht in alle Welt konnten sich viele von ihnen rechtzeitig vor der Gewaltherrschaft der Nazis retten. Viele wurden aber auch während des Holocausts bestialisch ermordet. Trotz unermesslichen Leids haben Überlebende und ihre Nachkommen seit mehr als drei Jahrzehnten ihrer alten Heimat die Hand zur Versöhnung gereicht und tragen gemeinsam mit dem Förderkreis Synagoge Laufersweiler, mit Schulen, Initiativen und privaten Unterstützern zur Erinnerungsarbeit bei..." 
Link zum Artikel     
Artikel im "Trierischen Volksfreund" vom 14. Juli 2014: "Ein neuer Ort des Gedenkens..." 
Link zum Artikel   

    
     

Links und Literatur   

Links:

Website der Verbandsgemeinde Kirchberg - Hunsrück  mit Informationsseite zur Synagoge in Laufersweiler 
Website des Förderkreises Synagoge Laufersweiler e.V.  www.synagoge-laufersweiler.de 
Website der Gemeinde Laufersweiler    
Wikipedia-Artikel zur Synagoge in Laufersweiler    

Literatur:  

Laufersweiler Buch 130.jpg (65046 Byte)Hans-Werner Johann: Die ehemalige Synagoge Laufersweiler - ein Lern- und Gedenkort. Hg.: Förderkreis Synagoge Laufersweiler e.V. 2004.
ders.: Die Laufersweiler Synagoge 1826-1990. 1990. 11 Seiten (Inhalt ist in obige Veröffentlichung eingegangen)  
Gustav Schellack: Das jüdische Schulwesen in den ehemaligen Kreisen Simmern und St. Goar im 19. Jahrhundert. In: SACHOR. Beiträge zur Jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz. Hrsg. von Matthias Molitor und Hans-Eberhard Berkemann in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Erschienen im Verlag Matthias Ess in Bad Kreuznach. 5. Jahrgang, Ausgabe 2/95 S. 23-27. Beitrag online zugänglich (pdf-Datei).   
Ders.: Die israelitische Schule in Laufersweiler. In: SACHOR. Beiträge zur Jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz. Hrsg. von Matthias Molitor und Hans-Eberhard Berkemann in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Erschienen im Verlag Matthias Ess in Bad Kreuznach. 7. Jahrgang Ausgabe  2/1997 Heft Nr. 14 S. 51-53. Online eingestellt (pdf-Datei).   
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 231-233 (mit weiteren Literaturangaben).

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Laufersweiler Rhineland. Individual Jews were probably present in the 17th century. The Jewish population was 36 in 1909 and reached a peak of 156 (total 799) in 1895. Jews were cattle traders and butchers. A new synagogue was built after a fire in 1839 destroyed the old one along with ten Jewish homes. In 1911 a third synagogue was built. A Jewish school enrolled 48 children in 1903. On the eve of the Nazi rise to power in 1933, about 80 Jews lived in Laufersweiler. In 1936, 56 remained, many leaving before 1940. The synagogue was destroyed on Kristallnacht (9-10 November 1938). In 1942, seven were deported to the east and ten to the Theresienstadt ghetto. It may be assumed that all those who did not make it in time to safe havens perished in the Holocaust.      
     
       

                   
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Stand: 13. Januar 2016