Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Unterfranken"
   

Burgpreppach (Kreis Hassberge)
Jüdische Geschichte / Synagoge

      
Übersicht:   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer (der Gemeinde, nicht der Talmud-Tora-Schule!)  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen 
Sonstiges    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

    Es bestehen zwei weitere Textseiten:  

Texte zur Geschichte des Rabbinates / Bezirksrabbinates in Burgpreppach  
Texte zur Geschichte der Talmud-Tora-Schule (Präparandenschule) 

   
   
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Burgpreppach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts. 1646 wird Abraham Judt genannt, der damals ein Haus bauen wollte und dafür Abgaben an die Ortsherrschaft zu entrichten hatte. 
  
Eine jüdische Gemeinde wird erstmals 1681 genannt. In einer Urkunde aus diesem Jahr wird berichtet, dass die jüdischen Familien am Ort im Haus des Abraham ihre Gottesdienste abhalten würden. Zu schweren Unruhen kam es wie im ganzen oberfränkischen Bereich auch gegen die in Burgpreppach lebenden Juden im Frühjahr 1699. Dabei wurden die Häuser von zehn jüdischen Familien geplündert. Es waren die Familien des Rabbiners, des Schulmeister sowie der folgenden Personen: Moses im Sand, Elias, Moses am Tor, Jacob im Sand, Samuel, Ephraim, Wolf und Gottla (oder Jettla, vermutlich eine Witwe).       
   
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde stark an von etwa zehn auf 48 Familien. Die jüdischen Wohnhäuser lagen meist an der Hauptstraße in der sogenannten Neustadt zwischen dem um 1720 neu errichteten Schloss der Freiherren Fuchs von Bumbach und der Ausfahrt zum Nachbarort Ibind. 
 
Von großer Bedeutung für die jüdischen Gemeinden der Region (Grabfeld) war das Rabbinat Burgpreppach (Distriktsrabbinat). Um 1924 gehörten zum Distriktsrabbinat Burgpreppach die Gemeinden Aidhausen, Autenhausen, Burgpreppach, Ermershausen, Höchheim, Hofheim mit Lendershausen, Schweinshaupten und Sulzdorf. Nach einer Neueinteilung der unterfränkischen Rabbinatsbezirke gehörten 1932 zum Distriktsrabbinat Burgpreppach die Gemeinden Aidhausen, Burgpreppach, Ermershausen, Höchheim, Hofheim, Kleineibstadt, Kleinbardorf, Kleinsteinach, Königshofen im Grabfeld, Maroldsweisach, Memmelsdorf, Oberlauringen, Reckendorf und Schweinshaupten
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1816 174 jüdische Einwohner (32,5 % von insgesamt 536 Einwohnern), 1867 166 (30,3 % von 548), 1871 135 (24,9 % von 543), 1880 147 (25,7 % von 573), 1890 198 (32,9 % von 602), 1900 190 (31,7 % von 599), 1910 126 (22,1 % von 570).  
  
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Burgpreppach auf insgesamt 40 Matrikelstellen die folgen jüdischen Familienvorstände genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Simon Jacob Kaufmann (Tuchhandel), Maier Hirsch Hirschmann (Viehhandel), Joseph Wolf Schild (Bücher- und Brillenhandel), Hirsch Elias Thormann (Tuch- und Spezereihandel), Jondoph Jacob Strauss (Viehhandel), Michael Samuel Lion (Totengräber), Pfeifel Nathan Sommer (Viehhandel), Salomon Jacob Strauss (Viehhandel), Kusel Pfeifer Frank (vermischter Handel), Jacob Samuel Schwobacher (Grabfelder Landschafts-Rabbiner), Hirsch Isaac Mannheimer (vermischter Handel) Wolf Seligmann Eisfelder (Schnittwarenhandel), Joel Jacob Kaufmann (Schnitt- und Spezereihandel), Nathan Samuel Fischmann (Leinwandhandel), Feist Abraham Summeracher (Privat[kinder-]lehrer), Moises Juda Schwab (Unterhandel mit Vieh), Moises Kahn (Schnitthandel), Nathan Gabriel Ullmann (Viehhandel), Salomon Löw Traub /Tuch- und Spezereihandel), Joseph Michel Elias Brill (Viehhandel), Isaac Löw Pfeiffer Frank (Schnitt- und Spezereihandel), Salomon Seligmann Blumm (vermischter Handel), Moises Lazarus Dachauer (Tuchhandel), Jacob Löw Jonas Rosenbusch (Schnitt- und Spezereihandel), David Hirsch Falk Stern (Schnitthandel und Schlachten), Moises Jacob Hellmann (Viehhandel), Hona Koppel Katzenberger (vermischter Handel), Abraham Kusel Schönemann (Viehschlachten und Geldgeschäfte), Maier Lazarus Ullmann (Viehhandel), Moises Maier Hirschmann (Viehhandel), David Behrmann Buchmann (Buchbinden und vermischter Handel), Elias Seligmann Blumm (Schnitthandel), David Massbacher (Schnittwaren- und Hopfenhandel, ab 1818), Wolf Frank (Sattler, seit 1822), Moses Eisfelder (Tuchmacherprofession, seit 1825), Isak Schwanfelder (Detailhandel mit Landesprodukten, seit 1825).            
   
An Einrichtungen hatte die Gemeinde insbesondere eine Synagoge (s.u.), eine Schule (Israelitische Elementarschule, zuletzt im 20. Jahrhundert Israelitische Privatelementarschule), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Dazu bestand seit 1874/75 als überregional hoch bedeutende Einrichtung eine Talmud-Tora-Schule ("Israelitische Präparanden- und Bürgerschule 'Talmud Tora'). Träger der Schule war ein eingetragener Verein ("Talmud-Thora-Verein e.V."). Diese Schule war auch als privat getragene Schule eine staatlich anerkannte und beaufsichtigte Mittelschule mit Handelskursen. Ziel der Schule war der Eintritt ins Lehrerseminar. In die "Bürgerschule" konnte ein Schüler nach 3-jährigem Besuch einer Volksschule (nach dem 9. Lebensjahr) aufgenommen werden; in die Präparandie nach 7-jährigen Besuch der Volksschule (nach dem 13. Lebensjahr).  
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der Gemeinde: Alfred Goldmann (geb. 7.7.1878 in Burgpreppach, gef. 5.5.1916), Heinrich (geb. Salo) Neumann (geb. 20.8.1889, gef. 20.8.1914), Josef Adler (geb. 1.10.1890 in Burgpreppach, vor 1914 in Mainz wohnhaft, gef. 6.9.1916). Salomon (Salo) Hirschmann (geb. 13.6.1895, gef. 28.8.1915), Leutnant Aron Hirschmann (geb. 19.5.1888 in Burgpreppach, gef. 23.8.1918), Gefreiter Hermann Blum (geb. 16.8.1894 in Burgpreppach, vor 1914 in Külsheim wohnhaft, gef. 3.11.1918), Gefreiter Leo (Louis) Traub (geb. 25.4.1891 in Burgpreppach, gef. 20.0.1917), Friedrich Ganzmann (geb. 17.2.1880 in Burgpreppach, gef. 14.8.1915), Leo Plaut (geb. 8.12.1894 in Burgpreppach, gef. 25.10.1915). Ihre Namen stehen - zumindest teilweise, nicht die kursiv geschriebenen - auf dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Synagogenplatz an der Hauptstraße gegenüber dem Schloss. Auf dem daneben stehenden Denkmal des mittleren Gedenksteines steht unter der Überschrift "Siegreich kehrten zurück 1870-71" auch der Name von Hirsch Hirschmann.   
 
Um 1924, als zur Gemeinde noch 89 Personen gehörten (17,2 % von insgesamt 516 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Julius Neuberger, Sigmund Blum, Leopold Traub und Abraham Adler. Als Lehrer der Gemeinde war damals (Hauptlehrer) Emanuel Levi angestellt. Er unterrichtete an der Israelitischen Privatelementarschule der Gemeinde. Sali Ksinsky war damals als Distriktsrabbiner tätig. Er war zugleich - wie schon seine Vorgänger - Schulleiter der "Israelitischen Präparanden- und Bürgerschule". Außer ihm unterrichteten damals an der Präparandenschule Lehrer M. Gutmann und Lehrer E. Meyer. Zum Verein "Israelitische Präparanden- und Bürgerschule" gehörten ungefähr 500 Mitglieder. In der Israelitischen Gemeinde gab es auch einen Krankenverein (1924 unter Leitung von Julius Neuberger mit 20 Mitglieder). 1932 war 1. Gemeindevorsteher weiterhin Julius Neuberger. Als Schriftführer und Lehrer der Gemeinde war Lehrer Max Linz tätig, als Schatzmeister Elias Bernez. Lehrer Linz unterrichtete an der Israelitischen Privat-Volksschule in 7 Klassen zusammen 17 Kinder (weitere Informationen zu ihm siehe unten).         
   
1933 wurden noch 78 jüdische Einwohner in Burgpreppach gezählt (15,1 % von insgesamt 516 Einwohnern). I
n d
en folgenden Jahren ist zunächst ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert


1934 wurden sechs jüdische Männer aus Burgpreppach im Zusammenhang mit der berüchtigten Ritualmord-Beschuldigung von Manau (siehe Hofheim) verhaftet. Fünf von ihnen wurde eine Beteiligung an der Tat zur Last gelegt. Der jüdische Lehrer wurde beschuldigt, ein christliches Kind geschlachtet zu haben, und der Gemeindevorsitzende Julius Neuberger, das Blut des Kindes zum Backen der Mazzot benutzt zu haben. Auf Anordnung der Gestapo wurden sie im Gefängnis von Würzburg inhaftiert, der Lehrer länger als ein Jahr, die anderen neun Monate. Auf hässliche Weise wurde die (völlig verlogene) Ritualmordbeschuldigung nochmals 1937 im "Stürmer" dargestellt, worauf mehrere Männer, darunter Julius Neuberger, erneut festgenommen wurden.    
     
Trotz dieser Vorkommnisse gab es im Ort auch weiterhin jüdisch-religiöses und kulturelles Leben. Rabbiner Munk führte noch 1936/37 für die jüdischen Lehrer seines Bezirks vierteljährliche Fortbildungskurse durch. In der jüdischen Volksschule und in dem jüdischen Internat (Kinder- und Jugendheim) befanden sich im Frühjahr 1938 noch insgesamt 36 Zöglinge. Die Talmud-Tora-Schule wurde am 25. April 1938, einen Tag vor dem Pessach-Fest, von den Behörden geschlossen. Zwei Volksschulklassen durften - unter der Bedingung, dass keinerlei Talmud Thora-Unterricht mehr gegeben würde, privat weitergeführt werden. Beim Novemberpogrom 1938 kamen SA-Leute aus Bamberg, die zuvor schon jüdische Häuser im benachbarten Reckendorf verwüstet hatten, nach Burgpreppach. Gemeinsam mit einer Anzahl von Ortsbewohnern, die als fanatische Nationalsozialisten bekannt waren, schlugen sie die Türen der Synagoge, der Volksschule und der Lehrerwohnung ein und brannten sie schließlich nieder (s.u.). Nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 entschlossen sich die letzten der jüdischen Einwohner, aus Burgpreppach wegzuziehen (u.a. neun nach Berlin und sieben nach Nürnberg) beziehungsweise zu emigrieren (die Familie von Rabbiner Munk nach Palästina, vier in die USA, je zwei nach England und Holland und einer nach Belgien). Es wurden gezählt: am 1. Januar 1939 49 jüdische Einwohner, am 1. Januar 1940 7, am 7. Januar 1941 1. Am 13. Februar 1942 war nach dem Wegzug der letzten jüdischen Frau  Burgpreppach in der NS-Sprache "judenfrei". 
   
Von den in Burgpreppach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):   Abraham Adler (1890), Ephraim Adler (1886), Lina Adler geb. Klebe (1898), Manuel Adler (1924), Miriam Adler (1889), Nathan Adler (1879), Salomon Adler (1882), Selig Adler (1866), Jean Bamberger (1900), Elias Berney (1884), Helene Blum (1887), Jakob Blum (1891), Amalie Eckmann geb. Ganzmann (1890), Gerhard Eckmann (1929), Sarko Ehrmann (1882), Amalie Friedmann (1891), Rebekka Friedmann (1887), Klara Goldbach (1889), Nanni Goldschmidt /(1875), Berta Groß (1893), Zipora Gutmann (1920), Maly Hirschberg (1890), Heinrich Hirschmann (1863), Paula Hirschmann (1898), Hannchen Hommel (1873), Esther Jacobsohn (1864), Mathilde Kahn geb. Hirnheimer (1893), Nanny Kahn (1884), Nathan Gabriel Kahn (1928), Siegfried Kahn (1892), Lina Leib geb. Ottensoser (1882), Pauline Leopold geb. Gausmann (1851), Helene Linz geb. Saffra (1901), Max Linz (1902), Gertrud Löwenstein geb. Kahn (1882), Clara Neu (1858), Helene Neuberger geb. Klebe (1894), Isfried Neuberger (1924), Julius Neuberger (1885), Martha Neuberger (1930), Max Neuberger (1889), Meta Neuberger geb. Klebe (1896), Ruth Neuberger (19821), Siegfried Neuberger (1894), Thekla Neuhaus geb. Neumann (1879), Clara Neumann (1883) Eljakim (Elkan) Neumann (1879), Maier Leopold Neumann (1883), Moritz Neumann (1892), Judis Nussbaum (1940), Adelheid Ester Nußbaum (1938), Ari Nußbaum (1935), Berta (Batja) Nußbaum (1934), Herta Nußbaum geb. Nußbaum (1912), Josef Nußbaum (1927), Moses Nußbaum (1932), Sara Rothschild geb. Traub (1886), Henriette Sichel geb. Neumann (1860), Betty Speyer geb. Neumann (1894), Mariane Steinhardt (1877), Salomon Steinhardt (1874), Emma Strauß (1857), Meta Strauß (1888), Josef Traub (1861), Karolina Walde (1878), Lydia Wenk (1887), Sofie Wolfermann (1854).           
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Vorbeters / Schochet  

Es wurden in jüdischen Periodika noch keine Anzeigen mit Ausschreibungen der Stelle des Lehrers der jüdischen Gemeinde gefunden. 

   
Hinweis auf den Lehrer / Rabbiner Abraham Stein (Sulzdorfer-Stein, 1769-1846) und seinen Sohn Rabbiner Dr. Leopold Stein (1810-1882) 

Bis 1816 war in Burgpreppach als Lehrer in der Gemeinde Abraham Stein (bzw. Abraham Loeb Sulzdorfer-Stein) tätig, der ab 1816 als Rabbiner in Adelsdorf wirkte. Er war 1756 in Sulzdorf an der Lederhecke als Sohn des Löb Stein geboren und später als Lehrer in Sulzdorf, danach in Burgpreppach tätig. Abraham Stein war verheiratet mit Gella (Gelche) geb. Sußmann (1768-1843). Rabbiner Abraham Stein starb 1846 in Adelsdorf.  
Weitere Informationen siehe über http://www.leopoldstein.net/html/stein_abraham_loeb.htm   
  
Leopold Stein 010.jpg (106297 Byte)Sohn von Lehrer / Rabbiner Abraham Stein war der im November 1810 in Burgpreppach geborene spätere Rabbiner Dr. Leopold Stein. Stein lebte bis zu seinem 6. Lebensjahr in Burgpreppach und besuchte nach dem Umzug der Familie seines Vaters die Volksschule in Adelsdorf, mit 15 Jahren die Fürther Jeschiwa und mit 17 Jahren das Gymnasium in Erlangen, später die Gymnasien in Bayreuth und Würzburg, wo er anschließend studierte. 1835 wurde er Distriktsrabbiner in Burgkunstadt (vgl. auch Textseite), 1843 "zweiter Rabbiner" in Frankfurt am Main. Hier war er als Reform-Rabbiner tätig (1844 Installierung der Orgel in der alten Frankfurter Synagoge). 1862 legte er sein Amt nieder und gründete ein gut besuchtes Mädchenpensionat in Frankfurt. 1868 war er Prediger bei der liberalen "Westend-Union" in Frankfurt. 1880 trat er in den Ruhestand und starb 1882 in Frankfurt. 
Weiteres siehe Wikipedia-Artikel zu Leopold Stein (von hier auch das Foto) 
sowie die Website http://www.leopoldstein.net/   

  
Abschied von Lehrer Ottensoser (1912)  

Burgpreppach FrfIsrFambl 05071912.jpg (16225 Byte)Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. Juli 1912: "Burgpreppach. Der verdiente Lehrer Ottensoser verlässt dieser Tage unseren Ort, um seinen Ruhestand in Würzburg zu genießen".   

    
Hauptlehrer Levi übernimmt im Krieg auch die Leitung der beiden protestantischen Schulen und der Fortbildungsschule (1916)       

Burgpreppach ImdtReich 1916 180.jpg (63268 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Im deutschen Reich" 1916 S. 180: "Die unter Leitung des Verbandes der jüdischen Lehrervereine herausgegebene Beilage des Israelitischen Familienblattes vom 27. Juli dieses Jahres enthält nachstehenden Bericht aus Burgpreppach in Bayern: 'Herr Lehrer Levi wurde von der Königlichen Regierung mit der Führung der beiden protestantischen Schule, deren Lehrer zu den Waffen berufen worden sind, und auch der Fortbildungsschule beauftragt. die drei Schulen weisen insgesamt 168 Schüler auf. - Eine anerkennenswerte Kriegsarbeit hinter der Front'. - Man sieht, es geht auch anders!"   

  
Hauptlehrer Emanuel Levi tritt in den Ruhestand (1929)   

Burgpreppach BayrGZ 15061929.jpg (11957 Byte)Mitteilung in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1929: "Burgpreppach. Mit Wirkung vom 1. Mai ist Hauptlehrer Levi in den dauernden Ruhestand versetzt worden."  

  
Über Lehrer Max Linz (Lehrer in Burgpreppach von 1929 bis 1939)
   

Max Linz (geb. 25. September 1902 in Hersfeld, umgekommen am 15. August 1942 im KZ Majdanek) wurde als Nachfolger von Lehrer Levi am 1. Juni 1929 Lehrer und Kantor in der jüdischen Gemeinde Burgpreppach. Er war verheiratet mit Helene geb. Saffra (geb. 1901, gleichfalls umgekommen / verschollen). Die beiden lebten im Schulhaus direkt neben der Synagoge. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 konnten sie noch rechtzeitig aus dem Haus entkommen, bevor die Flammen von der brennenden Synagoge übergriffen. Max Linz wurde wie die anderen jüdischen Männer der Gemeinde verhaftet. Nach seiner Entlassung aus dem KZ Dachau bemühten er und seine Frau sich um eine Auswanderung in die USA, doch ohne Erfolg. Sie wurden in das KZ Theresienstadt deportiert. Von dort wurde Max Linz in das KZ Majdanek bei Lublin gebracht. Seine Frau ist verschollen..                  
Vgl. Seite  http://www.ausstellung-zwangsarbeit.org/276/ mit Fotos "Juden aus Burgpreppach bei der Zwangsarbeit November 1938" und "Lehrer Max Linz mit seinen Schülern 1934" sowie "Erklärung von Max Linz gegenüber der Gestapo, 14. Januar 1939". 
Diese Dokumente finden sich auch im Buch (Begleitband zu einer Ausstellung): 
"Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg", Hrsg. von Volkhard Knigge, Rikola-Gunnar Lüttgenau und Jens-Christian Wagner im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. 256 S. € 19,80 ISBN 978-3-935598-17-0 bzw. 978-3-8375-0706-5. 
Weitere Informationen, erhältlich im Online-Shop der Gedenkstätte Buchenwald    

   Anmerkung: Sally Ottensoser dürfte ein Sohn des oben genannten Lehrers Ottensoser gewesen sein.   

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Oktober 1927:"Edelfingen. Am 10.Oktober ist in der Nähe von Markelsheim Lehrer und Amtsverweser S. Ottensoser durch einen Unfall auf dem Motorrad an der Edelfingerstr. tödlich verunglückt. Die württembergische Religionsgemeinschaft verliert mit ihm einen ihrer besten und treuesten Beamten. Der so jäh aus dem Leben Gerissene war am 22. Januar 1883 in Burgpreppach geboren. Nachdem er die Präparandie in seinem Heimatorte und das jüdische Lehrerseminar in Würzburg absolviert, trat er im Juli 1902 sein Lehramt in Neustadt a.d. Saale an. Schon im Jahre darauf kam er als Amtsverweser und Vorsänger nach Markelsheim und hierauf 1906 nach Nordstetten. Von 1907 an war er wieder in Markelsheim tätig, bis er 1927 von der israelitischen Gemeinde in Edelfingen als Vorsänger angestellt wurde. Seine Bestattung fand am Mittwoch unter sehr großer ehrender Beteiligung in Edelfingen statt."      

   
   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  

Zu einem "Unfall" eines "angeblich israelitischen Fuhrwerks" (1902)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1903:  "Burgpreppach, 24. Mai. Das Bürgermeisteramt Burgpreppach schreibt den 'Bamberger Neuesten Nachrichten”:
Bitte zur Berichtigung und Aufklärung des in Nr. 119 Ihrer Zeitung erschienenen Artikels den wahren Sachverhalt durch folgende wahrheitsgetreue Schilderung richtig stellen zu wollen. Zu dem am 21. ds. Mts. erfolgten Unfall des angeblich israelitischen Fuhrwerks wird berichtigend vermerkt: 'Es war kein israelitisches Fuhrwerk, welches angeblich eine Prozession behelligt haben soll, derartige Ausschreitungen sind bei dem einmütig paritätischen Charakter unserer Bevölkerung gänzlich ausgeschlossen, sondern es war das Fuhrwerk eines streng-guten Katholiken, besetzt mit Teilnehmern einer nationalliberalen Wahlversammlung. Auf dem Heimwege bekam eben der gute Rappe etwas Umsturz parteiische Gedanken, ohne dass jedoch dadurch dem Zentrum, sowie dem Nationalliberalismus besonderer Schaden oder Nachtheil entstanden wäre. Beregte Prozession passierte erst bedeutend später die geräumte Unfallstätte. Es scheint deshalb Einsender des Artikels vom 22. ds. Mts. entweder schlecht unterrichtet zu sein, oder aber sollte es mit Bedacht geschehen sein, gehässige Unwahrheiten zu verbreiten? Letzteres wäre des allgemeinen Friedens halber zu bedauern.'
Zu diesem Vorfall wird uns von anderer geschätzter Seite noch geschrieben:
In Nr. 119 der 'B.N.N.' wird aus Burgpreppach von einem israelitischen Fuhrwerk berichtet, das eine vom Vierzehnheiligen kommende Wallfahrt verspottet haben soll und gleich darauf verunglückt ist. Abgesehen davon, dass es ebenso wenig ein israelitisches wie ein protestantisches oder katholisches Fuhrwerk gibt, erklären wir als an der betreffenden Fahrt Beteiligte, dass die ganze Darstellung auf Unwahrheit beruht. Einzig und allein wahr ist, dass ein Fuhrwerk verunglückt, aber dieses Fuhrwerk war nicht, wie Ihr Ausdruck besagt, ein israelitisches, sondern - um konsequent zu bleiben - ein gut katholisches. Das genannte Fuhrwerk gehörte einem katholischen strenggläubigen Manne und wurde auch von diesem geleitet. An der Mitteilung von der Verhöhnung einer Prozession ist kein wahres Wort. Auf dem Fuhrwerk befanden sich zwei strenggläubige Katholiken, drei Protestanten und ein Israelit, welch’ letztere aber viel zu       
Burgpreppach Israelit 28051903a.jpg (89793 Byte)hoch stehen, als dass sie die religiösen Gefühle ihrer katholischen Mitpassagiere, wie auch der Teilnehmer einer betend vorüberziehenden Prozession - eine solche ist dem Fuhrwerk vor dem Unfall gar nicht begegnet - verletzen würde. Wir erwarten deshalb von Ihrem Billigkeitsgefühl, dass Sie die unwahre Mitteilung sofort berichtigen und ersuchen Sie höflichst, Ihren Korrespondenten darauf aufmerksam zu machen, dass er in Zukunft der Wahrheit gemäß berichten und nicht zur Störung des konfessionellen Friedens Unwahrheiten aussprengen möchte.
(Jedenfalls tragen diese aufklärenden Zeilen dazu bei, den durch das Vorkommnis etwas in Mitleidenschaft gezogenen konfessionellen Frieden wiederherzustellen. D.Red.)
Jedenfalls sollten derartige Korrespondenzen, die konfessionellen Unfrieden erzeugen können, vorher sorgfältig auf ihre Wahrheit geprüft werden, ehe ein vielgelesenes und namentlich auch in jüdischen Kreisen stark verbreitetes Blatt ihnen Aufnahme und Veröffentlichung gewährt..  

   
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde      
Zum Tod von Sara Adler, der Gattin des  Kaufmanns Immanuel Adler (1876)    

Burgpreppach Israelit 25101876.jpg (223388 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1876: "Burgpreppach. Unsere Gemeinde und mit ihr ganz Israel hat einen großen Verlust erlitten durch den Tod einer edlen Frau, deren seltene Vorzüge zur Anregung für alle jüdischen Frauen und Mütter hier erwähnt werden mögen.   
Sarah Adler, die Gattin des durch Gelehrsamkeit, edles Streben und Wirken sich auszeichnenden Herrn Immanuel Adler, Kaufmann dahier, hat am 4. Tischri (= 22. September 1876) in der Blüte des Lebens, in einem Alter von nur 35 Jahren, das Zeitliche gesegnet. Wer dieselbe kannte, wie sie ‚ehre deinen Vater’ in der würdigsten und edelsten Weise gegen ihren alten Vater betätigte, wer beobachtete, wie sie ihren Mann, an dem sie mit der größten Innigkeit und zärtlichsten Hingabe hing, in der Ausführung aller würdigen Unternehmungen auf das Kräftigste unterstützte, wie sie ihn mit der größten Wärme zu allem Guten aneiferte, wer bemerkte, wie sie ihren fünf unmündigen Kindern eine wahre, jüdische Mutter war, wie sie mit aller Sorgfalt bedacht war, dass sie den echt religiösen Sinn mit der Muttermilch einsogen, wer sich überzeugte, wie sie ein Bild der Einfachheit und der Zurückgezogenheit war, wie sie überall mit vollen Händen erquickte und labte, der wird wohl bemessen können, wie bitter diese schmerzliche Lücke empfunden wird. Schon längere Zeit kränkelnd, suchte sie ihr Leiden zu verheimlichen. Obwohl die Ärzte in der letzten Zeit ihr eine baldige Genesung versicherten, so ließ sie sich, die Schwere ihrer Krankheit fühlend, von diesen Hoffnungen nicht täuschen, sie traf vielmehr alle Anordnungen für die Bestellung ihres Hauses mit einer Sorgfalt, Ruhe und Zuversicht, die in einem solchen Alter nur selten zu finden ist. Über ihre Kinder, die sie in so zartem Alter verlassen müsse, äußerte sie sich auf ihrem Schmerzenslager, sie freue sich, dass sie mit dem Bewusstsein von ihnen scheiden könne, dass sie durch die  hiesige Talmud-Tora-Schule eine echt jüdische Erziehung erhalten werden, sodass sie einst als echte Jehudim, als edle Menschen sich bewähren.    
Unser Rabbiner Hirsch, indem er die vielen Tugenden, die echte Religiosität, die großen Eigenschaften der Verblichenen rühmte, bediente sich zu seiner Schilderung des Verses: ‚es ist gefallen die Krone von unserem Haupte’, den er in beredten Worten sowohl die Familie, die Gemeinde als die Gesamtheit Israels in einer solch ergreifenden Weise sprechen ließ, dass alle Anwesenden, selbst viele Nichtisraeliten, in lautes Weinen ausbrachen. Er fügte noch hinzu: die Fügungen Gottes sind für Israel so dunkel, unverständlich, allein sie werden von ihm, wenn sie auch noch so unangenehm berühren, noch so tiefe Wunden schlagen, mit aufrichtiger Liebe, mit vollkommener Hingabe empfangen, gerade wie die   ausgeführt werden; so möge bewirkt werden, dass Alles, was jetzt noch verhüllt und versiegelt ist, im Laufe der Jahre sich erfülle, denn der Mahnruf des Schofar, den der Allgütige mit solchen Schicksalen beabsichtigt, er ist in unser Ohr gedrungen, er hat unser Inneres erschüttert, wir sind gebessert zu unserem Gotte zurückgekehrt. Möge das Andenken der Verblichenen zum Segen sein!"

    
Zum Tod des langjährigen Kultusvorstehers  L. Ullmann (1885)  

Burgpreppach Israelit 28051885.jpg (156422 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1885: "Burgpreppach. Unser Leben währt 70 Jahre, und wenn es hoch kommt, 80 Jahre’. Diese Worte des Psalmisten sollten sich abermals in ihrer traurigen Wahrheit bestätigen; denn der immer noch rüstige, im 80. Jahre seines Lebens stehende Herr L. Ullmann wurde am 4. Adar von der göttlichen Vorsehung in ein besseres Jenseits abberufen. Nur in Rücksicht auf die nächsten Verwandten des in Gott Ruhenden hat man es bis jetzt unterlassen, dem Dahingeschiedenen einen Nachruf zu widmen. Der Entschlafene gehörte zu jenen Männern, die leider in Israel und namentlich auf dem Lande immer seltener werden. Ausgerüstet mit der edlen Tugend der Sanftmut, der Bescheidenheit, Friedfertigkeit und Zufriedenheit und mit einem bedeutenden Wissen über unsere Heilige Tora, repräsentierte er in hiesiger israelitischer Gemeinde, in welcher er mehr als zwanzig Jahre als Kultusvorsteher wirkte, als auch in der politischen Gemeinde, die ebenso lange an ihm ein eifriges Verwaltungsmitglied fand, einen Mann, zu dem Jung und Alt mit hoch achtender Verehrung emporblickte. Als junger Mann auf der Talmudhochschule zu Fürth wurde ihm das Glück zuteil, sich die Freundschaft des unvergesslichen Herrn Rabbiners S. B. Bamberger seligen Andenkens zu erwerben. In einem ebenso innigen Verhältnisse stand er zu dem im Jahre 1847 von hier nach Aschaffenburg berufenen Rabbiner, Herrn Abraham Adler seligen Andenkens. Dass der Verstorbene der Freundschaft dieser erhabenen Männer würdig war, dafür spricht sein ganzes Leben. Unablässig war er bemüht, Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit in der würdigsten Weise auszuüben. Ebenso wenig er, wenn ihn nicht besondere Umstände zurückhielten, öffentliches Gebet versäumt, ebenso wenig, wie er einen Armen mit leerer Hand entließ, ebenso wenig fehlte er an den Stätten, wo sich Leute einfanden, um das Studium der heiligen Tora zu betätigen. Am Grabe verlieh der Freund des Verstorbenen, Herr Distriktsrabbiner A. Hirsch – sein Licht leuchte – seinem Schmerze ob des Verlustes dieses aufrechten Mannes, anknüpfend an den Vers ‚Es ist gefallen die Krone unseres Hauptes’, in tief empfundenen Worten Ausdruck. 
Mögen die trauernden Hinterbliebenen in den Fußstapfen des Verklärten wandeln."  
 

   
Über die Tätigkeit des Kultusvorstehers Meier Ullmann zu seinem 25-jährigen Amtsjubiläum  - Bericht von 1902   

Burgpreppach Israelit 07071902.JPG (249229 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1902: "Burgpreppach, 30. Juni (1902). Burgpreppach ist den Lesern des ‚Israelit’ seit vielen Jahren durch Berichte über die Talmud-Toraschule (Präparandenanstalt) wohl bekannt. Entnehmen wir aus ihnen doch, dass in dem kleinen, abgelegenen, bayerischen Marktflecken das Toralernen verbunden mit einem respektvollen Umgang ernstens gepflegt wird, dass von hier aus schon Hunderte von jungen Leuten grundlegende, religiöse und profane Bildung genossen, die sie dann nach weiterer Pflege in zahlreichen jüdischen Gemeinden nutzbringend anlegten, welche günstigen Einfluss auch nach jener Richtung zeitigte, die dem Streben nach Werbung begeisterter Anhänger des traditionellen Judentums gilt. Es wirken aber wackere, ihren Ort kennende Herren an dieser Pflanzstätte für jüdisches und profanes Wissen, mit Pflichteifer, aufrichtiger Liebe ihrem erzieherischen Berufe sich hingebend, dem Berufe Lehrer nicht allein für die Schule, sondern für das jüdische Leben und Streben in Familie und Gemeinde zu erziehen.      
Aus solchen sonnigen Verhältnissen ging allerdings schon vor geraumer Zeit ein Mann im besten und edelsten Sinne des Wortes hervor, der heute noch, wie schon seit vielen Jahren, mit zu den eifrigsten Förderern von unserer heiligen Tora am hiesigen Orte gehört. Herr Maier Ullmann ist die eiserne Säule, der Träger für Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit, der in unwandelbarer Treue und standhaft und opferwillig für echte, jüdische Jugend- und Gemeinderziehung mitwirkt. Als der Begründer der hiesigen Talmud-Toraschule, Herr Rabbiner Hirsch seligen Andenkens das Ende seiner irdischen Wirksamkeit herannahen fühlte, legte derselbe Herrn M. Ullmann, der ihm bis jetzt in manch’ schwieriger Lage ein verständnisvoller und tätiger Berater gewesen, ans Herz, von nun an mit Festigkeit und Kraft der Fortentwicklung der jungen Lehrstätte in Erwerbung tüchtiger Leiter und Unterrichtsorgane, in Verschaffung der zum Unterhalte notwendigen Geldmittel mitwirkend sich anzunehmen, damit diese Schule für praktisch lebendige Religion, wo die Wissensbeflissene Jugend schon frühzeitig an religiöse Übung gewohnt, der Torageist in Fleisch und Blut übergeht, auch ferner in Wort und Tat für unser Gesamtvolk eine Wohltätigkeitsanstalt sei und bleibe.      Fünfundzwanzig Jahre sind es nun, dass die hiesigen Kultusmitglieder durch einstimmige Wahl ihr Vertrauen Herrn Ullmann dadurch bekundeten, dass sie ihn zu ihrem sicheren Führer der gemeindlichen Kultusangelegenheiten wählten, ihn auch bis zum heutigen Tage, der wiederholen Neuwahl eines Gemeindeleiters, in jener Ehrenstellung ununerbrochen blieben, ein Beweis, die der Jubilar zur äußersten Zufriedenheit mit den öffentlichen Bedürfnissen in große Zuverlässigkeit sich beschäftigte, die Gesamtinteressen seiner Gemeinde, in religiöser und sozialer Beziehung, mit richtigem Takte vertrat.      
Allen geräuschvollen Ehrungen abhold, musste eine öffentliche Feier der 25-jährigen Wiederkehr der Einsetzung des Herrn Ullmann zum Kultusvorstand unterbleiben und doch verdient seine selbstlose Hingabe für den engen und weiteren kreis seiner Wirksamkeit einer öffentlichen Anerkennung, die jeder Einzelne von uns gerne und in Aufrichtigkeit zollt. Wir schätzen aufs aufrichtigste den hohen Wert seines steten Strebens nach Wahrheit, Recht und Frieden, diesen Stützen für die Erhaltung des Judentums; wir haben schon so oft die Überzeugung gewonnen, wie der pflichttreue, bescheidene Jubilar auch in manchmal persönlich schwieriger Lage und Stimmung sein Führeramt nicht einen Augenblick vergaß, wie er gerecht, treu und mit Ausdauer allen Gemeindeeinrichtungen innerhalb seiner Gemeinde sein Augenmerk zuwandte, wie er unter Billigung aller    
Burgpreppach Israelit 07071902a.jpg (116589 Byte)Kultusmitglieder so manche Anregung gab zum Vorteile eines jüdisch-religiösen Lebens, einer würdigen Repräsentation innerhalb der politischen Gesamtbürgerschaft, wie er also durch sein äußeres, ruhiges, belehrendes und verständnisvolles Auftreten die jüdische Religionsgemeinde zu einer achtenden Stellung im Gesamtgemeindeleben verschaffte und noch besteht. So ist er auch der Vertrauensmann nicht nur der jüdischen Kreise, sondern auch der christlichen Familien; es wird nichts von Wichtigkeit beraten und unternommen, ohne dass unser verehrter Jubilar um seinen immer trefflichen Rat befragt würde, weil man eben seit vielen Jahren von der Selbstlosigkeit seiner Ratschläge und von der besten Gestaltung derselben durch frühere Erfolge überzeugt ist. Durch dessen freudige Hingabe in Förderung der Gemeindeinteressen, in Opfer an Zeit und Mühewaltung werden fortgesetzt die allseits befriedigendsten Vorschläge für Synagoge und Familie in fördernde Taten umgesetzt. Vollständige Übereinstimmung herrschte ungeteilt bis auf den heutigen Tag zwischen ihm, der Gemeinde und den Kultusbeamten, Einigkeit in Ausübung von Wohltätigkeit, das zum wenigsten in die Öffentlichkeit dringt, doch aus den wenigen Fällen seines Wirkens im Wohl tun lässt sich der sichere Schluss ziehen, dass Wahrhaftigkeit und Wohltätigkeit in Verborgenheit bei ihm noch ein größerer Segensquell sein muss, dass dieses Gebotsbeachtung ein Ausfluss seines ernstreligiösen Lebens ist. Möge der Jubilar noch recht lange seines Ehrenamtes walten, möge er bis in die fernsten Zeiten sich die Liebe, Anhänglichkeit, Achtung und Anerkennung unserer Glaubensgenossen und die der christlichen Mitbürger erhalten, möge ihm und uns seine Arbeitsfreudigkeit zu Ehre Gottes ein Segen werden."    

   
Zum Tod von Helena Adler geb. Hellmann (1902)        

  Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1902: "Burgpreppach. Wenn der Herausgeber dieser Blätter gerne ehrenden Nachrufen über Verstorbene Aufnahme gestattet, so geht er ganz einsichtsvoll von der Erwägung aus, dass man Personenzeichnungen echt jüdischer Frömmigkeit, aufopfernder Hingebung, unerschöpflicher Liebe und Güte, Standhaftigkeit und Gottvertrauen immer und stets wieder unserer zu sehr materiell gesinnten Mitwelt zur Nachahmung vor Augen halten müsse. Insbesondere dürfte das Haus Jakob von solchen Spiegelbildern, die Erzieherin des Hauses, den allermeisten Gewinn davon ziehen.  
Am 6. Cheschwan (= 6. November 1902) begleiteten wir die sterblichen Reste einer hochbetagten Witwe, im 79. Lebensjahre stehend, eines bescheidenen, anspruchslose, im Leben und Sitte ebenso einfachen Weibes, Frömmigkeit mit Herzensgüte vereinigend, zur letzten Ruhestätte.  
 In treffenden Worten schilderte Herr Rabbiner Dr. Kohn hier diese wackere Frau, Frau Helen Adler geb. Hellmann, nach ihrer Friedensliebe, insbesondere hervorhebend, wie sie ihren Frieden, ihre Vervollkommnung in dem Streben nach der genauesten Erfüllung aller weiblichen Pflichten, in Ausübung jener religiösen Weisungen suchte, die den inneren und äußeren Frieden herbeiführen. Ihr väterliches Haus war eine Pflegstätte ununterbrochener Übung von Wohltätigkeit und guten Werken. Seit 25 Jahren Witwe, ertrug sie ihre Witwentum in Geduld und Ergebung. Niemals kam in Folge ihrer Friedensliebe ein hartes Wort, ein Vorwurf, eine Beleidigung über ihre Lippen; als schlichte, jüdische Frau war ihre Häuslichkeit, die Einrichtung, Ausstattung derselben von echt religiösem Geiste bestimmt. Ein zartes, weiches Empfinden, wie Herr Lehrer Ottensoser, ein Verwandter der Verschiedenen in seinen Abschiedsworten unter anderem erwähnte, war ihr eigen, menschenliebend, mit einem guten Herz beglückt, edelsinnig, kein Wort des Unwillens je äußernd, gegen die Mitlebenden war sie, mit einem Ausdrucke unserer Alten bezeichnend, in Achtung, gegen Jung und Alt, Jedermann aufs freundlichste entgegenkommend, mit den Glücklichen sich freuend und mit den Betrübten weinend. Ihre verwandtschaftliche Liebe und Treue erstreckte sich in die Nähe und die Ferne, in die neue Welt, selbst ohne direkte Nachkommen, war sie die geistige Mutter aller ihrer Angehörigen, in einem lebhaften Briefwechsel ihren guten Rat, ihre Sorgsamkeit für das verwandtschaftliche Wohl darin niederlegend.  
In unserer Gemeinde wird Erinnerung und Dankbarkeit im Gedächtnis aller, die die selige Entschlafene kannten, fortleben, ihre guter Name sei ein Schmuck und Glanz für ganz Israel, in Verehrung und Hochachtung wird sie unter den frommen Frauen genannt werden."                  

 
Zum Tod von Vorsteher Meier Ullmann (1913)    

Burgpreppach FrfIsrFambl 11071913.jpg (17681 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. Juli 1913: "Burgpreppach. Meier Uhlmann, Vorsteher der israelitischen Gemeinde und Mitglied des Marktgemeindeausschusses, ist verschieden." 

  
Zum Geburtstag von Kaufmann Simon Blum (1929)   

Burgpreppach Israelit 29081929.jpg (87895 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1929: "Burgpreppach, 26. August (1929). Unter inniger Anteilnahme der gesamten jüdischen Bevölkerung feierte am vergangenen Sabbat der in allen Kreisen der Bevölkerung hoch geschätzte Kaufmann Simon Blum seinen 70. Geburtstag. Wie er viele Jahre hindurch als Kultusvorstand die Gemeinde führte, so vertritt er sie noch heute wie vor Jahrzehnten in der Verwaltung der politischen Gemeinde, wo man seiner Meinung Achtung und Vertrauen entgegenbringt. Trotz seines hohen Alters ist er unermüdlich geschäftlich tätig und versäumt wie in seiner Jugend noch heute keinen Gottesdienst ohne zwingenden Grund. Seit vielen Jahren ist er auch als Mincha-Vorbeter am Jom Kippur tätig und erfreut die Gemeinde durch die althergebrachten Weisen. Von jüdischen wie christlichen Kreisen wird er als der Ratgeber in schwierigen Lebensfragen aufgesucht. Herr Bezirksrabbiner Dr. Ephraim ehre den Jubilar in der Synagoge durch eine von Herzen kommende Ansprache."    

  
Zum Tod von Sigmund Blum (1936)   

Burgpreppach Israelit 20051936.jpg (65672 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1936: "Burgpreppach, 8. Mai (1936). Dieser Tage wurde Sigmund Blum nach kurzer Krankheit im 76. Lebensjahre abberufen. Neben den nächsten Angehörigen beweint ihn die ganze Gemeinde als einen ihrer edelsten und würdigsten Mitglieder. Sein unversiegbarer Humor vermochte den Tiefgebeugtesten wieder aufzurichten. Den schweren Verlust eines wackeren Sohnes, ein Opfer des Krieges, ertrug er gleich Aron mit Geduld und Ergebenheit. Herr Rabbiner Dr. Munk schilderte ihn in meisterhafter Rede als einen wahren Zaddik und Chosid. Möge die trauernde Witwe und Kinder wahren Trost in dem Bewusstsein finden, dass er mit einem guten Namen von dannen gegangen ist. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." 

    
Zum 80. Geburtstag des Beschneiders usw. Moses Neumann (1929)  

Burgpreppach Israelit 23051929.jpg (117811 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1929: "Burgpreppach, 16. Mai (1929). Am 14. Ijar (24. Mai 1929) feiert der in allen Kreises beliebte Herr Moses Neumann - so Gott will - seinen 80. Geburtstag. Herr Neumann ist als Mohel (Beschneider) weit über unseren Ort hinaus bekannt und hat als solcher an vielen Knaben den heiligen Bund vollzogen. Schwere Schicksalsschläge sind ihm nicht erspart geblieben. Schon vor 25 Jahren starb seine fromme Lebensgefährtin, in den ersten Wochen des Weltkrieges ein braver Sohn, der die Stütze seines Alters werden sollte, vor wenigen Jahren noch ein bereits verheirateter Sohn. Aber all das trug er in der ihn auszeichnenden Frömmigkeit als Schickungen Gottes in unerschütterlicher Ergebung in Seinen heiligen Willen. Herr Neumann war viele Jahre hindurch der Vorsitzende des Rabbinats-Distriktsausschusses und Mitglied des Kuratoriums der Talmud-Tora-Präparandenschule Burgpreppach, der eine große Zahl von Lehrern, die heute an führender Stellung stehen, die Vorbildung für das Seminar verdankte. So werden dem Jubilar sicherlich von vielen Seiten Glückwünsche zugehen, denen wir uns unsererseits von Herzen anschließen. (Alles Gute) bis 120 Jahre."       

  
Zum Tod des Beschneiders Mosche Neumann (1938)

Burgpreppach Israelit 10021938.jpg (68595 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Februar 1938: "Burgpreppach, 27. Januar (1938). Am Ausgang des Schabbat Wajigasch wurde mit Mosche Neumann eines der verdientesten Mitglieder unserer alten Gemeinde in die Ewigkeit abberufen. Er war eine ihrer Hauptstützen und fehlte bei keinem Gottesdienste. Er nutzt seine Freizeit zum Lernen aus und übte seit 1873 das Gebot des Beschneidens bis 1924 ununterbrochen aus. Fast 25 Jahre waltete er seines Amtes als Vorstand und gab sich alle Mühe, das Rabbinat in Burgpreppach zu erhalten. Selbstlos opferte er seine Zeit für die Erhaltung der Präparandenschule, die er mitbegründet hatte. Er übte Wohltaten an Verwandten und Freunden, wo er nur konnte. Sein Leben war, wenn auch nicht immer von heiterer Sonne beschienen, doch immer mit Gottesdienst ausgefüllt bis zu einem Heimgange im Alter von 89 Jahren. – Mosche Neumann wird uns unvergessen bleiben. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." 

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeigen der Mazzenfabrik Neuberger (1922-1924) 

Burgpreppach Israelit 07121922.jpg (30889 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Dezember 1922: "Die in der Mazzothfabrik Julius Neuberger, Burgpreppach unter Rabbinats-Aufsicht hergestellten Mazzoth sind wie alljährlich wieder mit Plombe versehen. Unterschrift: "Distriktsrabbiner Dr. Michalsky".   
 
Burgpreppach Israelit 13121923.jpg (35725 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1923: "Bekanntmachung. Die unter meiner Aufsicht in der Mazzosfabrik Julius Neuberger, Burgpreppach hergestellten Mazzos sind wie alljährlich mit meiner Plombe versehen. Distriktsrabbiner Dr. Michalsky."  
   
Burgpreppach Israelit 13111924.jpg (41767 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1924: "Streng koscher
Mazzen
in 1-, 5- und 10-Pfund-Packung, hergestellt unter Aufsicht des hiesigen Rabbinats, liefert prompt jedes Quantum Mazzenfabrik Neuberger, Burgpreppach (Bayern). 
Händler, beziehungsweise Großabnehmer überall gesucht."  

   
Dankesanzeige des Ehepaares Max Neuberger und Frau geb. Kleber (1923)  

Burgpreppach Israelit 05071923.jpg (28821 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1923: "Für erwiesene Aufmerksamkeit anlässlich unserer Vermählung danken bestens Max Neuberger und Frau geb. Kleber. Burgpreppach, 1. Juli."  

  
  
Sonstiges   
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert:
  Grabstein für Sophie Rothschild geb. Buchmann (1827-1895)  
Anmerkung: das Grab befindet sich im ersten jüdischen Friedhof in Columbus, Georgia; Foto erhalten von Larry Rosenstrauch über David Lewin.    

Burgpreppach Sophie Rothschild 010.jpg (105867 Byte)   Burgpreppach Sophie Rothschild 010a.jpg (93732 Byte)

Text der Inschrift "Hier ruht SOPHIE. 
Beloved wife of Nathan Rothschild, Born at Burg Brebach Bavaria. 
May 11. 1827, 21. Ijar 5588. Died in Columbus Ga. June 16. 1895. 24 Siwan 5655.
  Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens"
Der Geburtsname Buchmann nach Informationen von David Lewin/Larry Rosenstrauch; nach Angaben des Staatsarchives Würzburg vom 11.3.2014 ist Sophie Rothschild geb. Buchmann in Burgpreppach geboren und zwar nach den erhaltenen jüdischen Standesregistern am 12. (nicht 11.) Mai 1826 als "Sprinz Buchmann", siebtes Kind des Ehepaares David und Nanni Buchmann geb. Abraham.   

 
  
  
Zur Geschichte der Synagoge        
      
Bereits 1681 war eine Synagoge vorhanden.  
   
Der Neubau einer Synagoge wurde 1764 erstellt. Im Synagogengebäude waren außer dem Synagogenraum auch eine Lehrerwohnung, ein kleiner Betraum, eine Volksschulklasse und das rituelle Bad (Mikwe) untergebracht.   
 
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute aus Bamberg zunächst völlig demoliert, anschließend das Gebäude mit dem gesamten Mobiliar und den Ritualien niedergebrannt. Ein Vertreter des "Bamberger Tagblatts" und zugleich SS-Mitglied, der bei dem Pogrom anwesend war, versuchte den Anführer der Aktion dazu zu bewegen, wenigstens die Möbel aus der Lehrerwohnung vor dem Feuer zu bewahren. Zwei nichtjüdische Ortsbewohner halfen der Frau des Rabbiners, diese Möbel aus dem brennenden Haus fortzuschaffen; die herbeigerufene Feuerwehr wurde nicht eingesetzt. Die Trümmer der Synagoge mussten von den in der Pogromnacht verhafteten jüdischen Männern beseitigt werden (siehe unten Foto der "Kolonne Grünspan"). 
   
Von der Synagoge ist heute nur noch ein Teil der Grundmauer erhalten. Am Synagogenplatz befinden sich heute mehrere Denkmale: eines für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914-1918 (links, mit Namen von jüdischen Gefallenen), eines für die Gefallenen (auf der Rückseite die Heimgekehrten) des Krieges 1870/71 sowie eines für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges. 1989 wurde ein Findling aufgestellt mit einer Gedenktafel um dem Text: "In Burgpreppach existierte bis 1940 eine jüdische Kultusgemeinde (Synagoge u. Talmud-Thora-Schule). Zur Erinnerung und Mahnung".  
 
Kritische Anmerkung: In wenig sensibler Weise wird der Synagogenplatz regelmäßig als Festplatz der Stadt Burgpreppach verwendet - bei Festen des Ortes steht am Platz der Synagoge ein Bierzelt.
     
     
Adresse/Standort der Synagoge:  An der Hauptstraße gegenüber dem Schloss (heutiger Standort der Gefallenendenkmale; Adresse 1932: Hauptstraße 14)  
     
     
     
Fotos / Abbildungen  
(Quelle der historischen Darstellungen: wenn nicht anders angegeben Scans aus Beitrag von M. Schneeberger, siehe Literatur)    

Erinnerung an die Synagoge  Burgpreppach Synagoge 190.jpg (121727 Byte)    
   Bild der Synagoge nach einem historischen
 Foto im Burgpreppacher Heimatmuseum 
 
       
Zwei der Rabbiner
(Quellen: Foto links: Elizabeth Grob collection,
 New York; rechts: Pinkas Hakehillot s.Lit.)  
Burgpreppach Rab 140.jpg (70252 Byte) Burgpreppach Rab 145.jpg (88276 Byte)
  Distriktsrabbiner Josef Gabriel Adler
 (1802-1873)  
Distriktsrabbiner Saul Munk 
in Burgpreppach (1899-1969)
     
Erinnerung an die Talmud-Tora-Schule
(Quelle: Pinkas Hakehillot s.Lit.)  
Burgpreppach TTSchule 010.jpg (118470 Byte)   
       
       
Erinnerung an die 
jüdische Schule 
Burgpreppach Schule 1934.jpg (99362 Byte)  
  Jüdische Schule Burgpreppach 1934 
(Quelle: Bayerisches Schulmuseum  
in Ichenhausen)
 
       
 Demütigungen 
in der NS-Zeit 
Burgpreppach Nov1938 001.jpg (68112 Byte) Burgpreppach Nov1938 002.jpg (48725 Byte)
   Aus dem sog. "Stürmerarchiv" (Stadtarchiv Nürnberg): "Judenlager" nach dem
 Novemberpogrom 1938 in Hofheim mit mehreren zur Zwangsarbeit gezwungenen 
Lehrern aus der Talmud-Tora-Schule Burgpreppach: im Vordergrund links Rabbiner 
Fritz Nussbaum, rechts Lehrer Linz. Die "Kolonne Grünspan" war auch gezwungen, 
die Trümmer der zerstörten Synagoge in Burgpreppach zu beseitigen.  
      
     
     
Platz der ehemaligen Synagoge 2007
(Fotos - auch die der folgenden Zeilen: 
Hahn Mai 2007; Foto des Gedenksteines 
erhalten von Heidi Flachsenberger)
Burgpreppach Synagoge 131.jpg (90721 Byte) Burgpreppach Denkmal 090.jpg (222927 Byte)
   Der Platz der Synagoge wird zeitweise 
als Festplatz mit Bierzelt verwendet
   
Findling - Gedenkstein zur Erinnerung an 
die jüdische Gemeinde (Synagoge und
 Talmud-Tora-Schule)  
      
Burgpreppach Kriegerdenkmal 122.jpg (108225 Byte) Burgpreppach Kriegerdenkmal 120.jpg (92888 Byte) Burgpreppach Kriegerdenkmal 121.jpg (59764 Byte)
Kriegerdenkmale am 
Synagogenplatz 
Denkmal für die im Ersten Weltkrieg 
aus Burgpreppach Gefallenen 
Ausschnittvergrößerung des Fotos mit 
den Namen von zwei jüdischen Gefallenen
 (Adler und Hirschmann)
      
     
Ehemalige Mazzenbäckerei Burgpreppach Ort 150.jpg (78913 Byte) Burgpreppach Ort 151.jpg (74787 Byte)
  Gebäude der ehemaligen Mazzenbäckerei Neuberger (Hauptstraße 12; vgl. Anzeigen oben). 1934 stand sie im Mittelpunkt der Untersuchungen nach der berüchtigten Ritualmord-Beschuldigung von Manau (siehe Hofheim). Der Inhaber der Bäckerei, zugleich Vorsitzender der Gemeinde - Julius Neuburger -, wurde in widerlicher Weise beschuldigt, das Blut eines angeblich durch den jüdischen Lehrer getöteten Kindes zum Backen der Mazzot verwendet zu haben. Der Lehrer war darauf ein Jahr, Julius Neuberger und andere Männer für neun Monate im Gefängnis von Würzburg inhaftiert. Drei Jahre später wurden erneut Julius Neuberger, Emanuel Levy, David Adler u.a. festgenommen.   
     
Die Gebäude der ehemaligen
 Talmud-Tora-Schule 
Burgpreppach Ort 163.jpg (69263 Byte) Burgpreppach Ort 165.jpg (69686 Byte)
  Das Gebäude der ehemaligen Talmud-Tora-Schule (das Ess- und Wohngebäude
 in der Hauptstraße 109)  
   
Burgpreppach Ort 164.jpg (65845 Byte) Burgpreppach Ort 164a.jpg (40841 Byte)
   Ehemalige Talmud-Tora-Schule: Eingang zum Ess- und Wohngebäude - heute 
Hauptstraße 109 - mit Spur des Mesusa  
         
Burgpreppach Ort 162.jpg (73085 Byte) Burgpreppach Ort 160.jpg (86634 Byte) Burgpreppach Ort 161.jpg (44702 Byte)
Ehemalige Talmud-Tora-Schule: Das Lehrgebäude - heute Gemeinfelder Straße 2 - mit ehemaligen Eingangstor und Spur einer Mesusa 

      
      
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte     
Hinweis auf die Arbeit des Vereines NatFam e.V. (Natur und Familie) 

Seit 1990 besteht in Burgpreppach der Verein NatFam e.V. (Natur und Familie), der sich auch in besonderer Weise mit der jüdischen Geschichte in Burgpreppach beschäftigt. Der Verein hat Sammlungen von Bildern und Schriftstücken angelegt und archiviert. Von Seiten der Gemeinde Burgpreppach wurde dem Verein ein Ausstellungs- und Arbeitsraum zur Verfügung gestellt, in dem ein kleines Museum eingerichtet wurde. Es werden Kontakt gepflegt mit Familien ehemaliger jüdischer Einwohner. 
Heidi Flachsenberger hat bereits 1988/89 den jüdischen Friedhof dokumentiert. Die Grabsteininschriften wurden - soweit lesbar - gemeinsam mit David Lewin übersetzt. Mit Hilfe der Dokumentation ist ein leichteres Auffinden von Grabsteinen bei Friedhofsbesuchen möglich.  
Kontakt über Mail zum Verein NatFam e.V. (H. Flachsenberger); Informationen zum Verein auf einer Seite der Gemeinde Burgpreppach.        
        

 Ausstellungsraum/Museum des Vereines NatFam e.V.  
(Fotos erhalten von Heidi Flachsenberger)  

 
Burgpreppach Museum 120.jpg (158102 Byte) Burgpreppach Museum 121.jpg (157368 Byte) Burgpreppach Museum 122.jpg (151774 Byte)
 Neben zahlreichen Fotos und weiteren Dokumenten werden im Museum zahlreiche viele präparierte Tiere und weiteres 
Anschauungsmaterial aus den Beständen der ehemaligen jüdischen Präparandenschule gesammelt.   
      
Burgpreppach Museum 123.jpg (199230 Byte) Burgpreppach Museum 124.jpg (190424 Byte)  
     

  
    

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Burgpreppach  
Link zum "Haus der Bayerischen Geschichte" mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Burgpreppach  

Literatur:  

Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 275-278.   
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1992² S. 47-49.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 427-431. 
Michael Schneeberger: Die Juden von Burgpreppach. Reihe: Jüdische Landgemeinden in Bayern Nr. 12.  In Jüdisches Leben in Bayern. 20. Jg. Nr. 98 vom September 2005 S. 32-40. 
Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13. Würzburg 2008. S. 153-154.  

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Burgpreppach  Lower Franconia. Jews were probably present during the Thirty Years war (1618-1648). From 1681 Burgpreppach was the seat of the chief rabbinate (or rabbinical court) of the Grabfeld region. Among its outstanding rabbis was Yosef Breslau (1691-1752), author of Shoresh Yosef and Hok Yosef. In 1875 a talmud torah encompassing secular studies wa founded according to the system of Shimshon Rafael Hirsch of Frankfurt. The Jewish population grew to 198 in 1890 (total 602), but from the early 20th century economic conditions deteriorated and the population declined steadily to 78 in 1933. The community operated two synagogues, a cemetery, and an elementary school (the old tamud torah). In 1934 a blood libel originating in Manau led to the arrest of six local Jews. Sixteen Jews left Burgpreppach up to February 1938. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the old synagogue (built in 1764) was burned down and Jewish homes were vandalized. Most of the remaining Jews left in 1939, 14 emigrating and 24 moving to other German cities. The last Jew fled to Berlin in February 1942.    
      
        

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge 

               

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. Juli 2015