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Jüdische Geschichte / Synagoge
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Burgpreppach bestand eine jüdische Gemeinde bis
1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts. 1646
wird Abraham Judt genannt, der damals ein Haus bauen wollte und dafür Abgaben
an die Ortsherrschaft zu entrichten hatte.
Eine jüdische Gemeinde wird erstmals 1681 genannt. In einer Urkunde aus
diesem Jahr wird berichtet, dass die jüdischen Familien am Ort im Haus des
Abraham ihre Gottesdienste abhalten würden. Zu schweren Unruhen kam es wie im
ganzen oberfränkischen Bereich auch gegen die in Burgpreppach lebenden Juden im
Frühjahr 1699. Dabei wurden die Häuser von zehn jüdischen Familien
geplündert. Es waren die Familien des Rabbiners, des Schulmeister sowie der
folgenden Personen: Moses im Sand, Elias, Moses am Tor, Jacob im Sand, Samuel,
Ephraim, Wolf und Gottla (oder Jettla, vermutlich eine
Witwe).
Im Laufe des 18. Jahrhunderts wuchs die Gemeinde stark an von etwa zehn
auf 48 Familien. Die jüdischen Wohnhäuser lagen meist an der Hauptstraße in
der sogenannten Neustadt zwischen dem um 1720 neu errichteten Schloss der
Freiherren Fuchs von Bumbach und der Ausfahrt zum Nachbarort Ibind.
Von großer Bedeutung für die jüdischen Gemeinden der Region (Grabfeld) war
das Rabbinat Burgpreppach (Distriktsrabbinat). Um 1924 gehörten
zum Distriktsrabbinat Burgpreppach die Gemeinden Aidhausen, Autenhausen,
Burgpreppach, Ermershausen, Höchheim,
Hofheim mit Lendershausen,
Schweinshaupten und Sulzdorf. Nach einer Neueinteilung der unterfränkischen
Rabbinatsbezirke gehörten 1932 zum Distriktsrabbinat Burgpreppach die Gemeinden
Aidhausen, Burgpreppach, Ermershausen,
Höchheim, Hofheim,
Kleineibstadt, Kleinbardorf,
Kleinsteinach, Königshofen im
Grabfeld, Maroldsweisach, Memmelsdorf,
Oberlauringen, Reckendorf und
Schweinshaupten.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1816 174 jüdische Einwohner (32,5 % von insgesamt 536 Einwohnern), 1867
166 (30,3 % von 548), 1871 135 (24,9 % von 543), 1880 147 (25,7 % von 573), 1890
198 (32,9 % von 602), 1900 190 (31,7 % von 599), 1910 126 (22,1 % von
570).
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Burgpreppach auf
insgesamt 40 Matrikelstellen die folgen jüdischen Familienvorstände
genannt (mit neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Simon Jacob Kaufmann
(Tuchhandel), Maier Hirsch Hirschmann (Viehhandel), Joseph Wolf Schild (Bücher-
und Brillenhandel), Hirsch Elias Thormann (Tuch- und Spezereihandel), Jondoph
Jacob Strauss (Viehhandel), Michael Samuel Lion (Totengräber), Pfeifel Nathan
Sommer (Viehhandel), Salomon Jacob Strauss (Viehhandel), Kusel Pfeifer Frank
(vermischter Handel), Jacob Samuel Schwobacher (Grabfelder
Landschafts-Rabbiner), Hirsch Isaac Mannheimer (vermischter Handel) Wolf
Seligmann Eisfelder (Schnittwarenhandel), Joel Jacob Kaufmann (Schnitt- und Spezereihandel),
Nathan Samuel Fischmann (Leinwandhandel), Feist Abraham Summeracher (Privat[kinder-]lehrer),
Moises Juda Schwab (Unterhandel mit Vieh), Moises Kahn (Schnitthandel), Nathan
Gabriel Ullmann (Viehhandel), Salomon Löw Traub /Tuch- und Spezereihandel),
Joseph Michel Elias Brill (Viehhandel), Isaac Löw Pfeiffer Frank (Schnitt- und
Spezereihandel), Salomon Seligmann Blumm (vermischter Handel), Moises Lazarus
Dachauer (Tuchhandel), Jacob Löw Jonas Rosenbusch (Schnitt- und
Spezereihandel), David Hirsch Falk Stern (Schnitthandel und Schlachten), Moises
Jacob Hellmann (Viehhandel), Hona Koppel Katzenberger (vermischter Handel),
Abraham Kusel Schönemann (Viehschlachten und Geldgeschäfte), Maier Lazarus
Ullmann (Viehhandel), Moises Maier Hirschmann (Viehhandel), David Behrmann
Buchmann (Buchbinden und vermischter Handel), Elias Seligmann Blumm
(Schnitthandel), David Massbacher (Schnittwaren- und Hopfenhandel, ab 1818),
Wolf Frank (Sattler, seit 1822), Moses Eisfelder (Tuchmacherprofession, seit
1825), Isak Schwanfelder (Detailhandel mit Landesprodukten, seit
1825).
An Einrichtungen hatte die Gemeinde insbesondere eine Synagoge (s.u.), eine
Schule (Israelitische Elementarschule, zuletzt im 20. Jahrhundert Israelitische
Privatelementarschule), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Dazu bestand seit
1874/75 als überregional hoch bedeutende Einrichtung eine Talmud-Tora-Schule
("Israelitische Präparanden- und Bürgerschule 'Talmud Tora'). Träger
der Schule war ein eingetragener Verein ("Talmud-Thora-Verein e.V.").
Diese Schule war auch als privat getragene Schule eine staatlich anerkannte und beaufsichtigte Mittelschule
mit Handelskursen. Ziel der Schule war der Eintritt ins Lehrerseminar. In die
"Bürgerschule" konnte ein Schüler nach 3-jährigem Besuch einer
Volksschule (nach dem 9. Lebensjahr) aufgenommen werden; in die Präpandie nach
7-jährigen Besuch der Volksschule (nach dem 13. Lebensjahr).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der Gemeinde: Alfred Goldmann (geb.
7.7.1878 in Burgpreppach, gef. 5.5.1916), Heinrich (geb. Salo) Neumann (geb.
20.8.1889, gef. 20.8.1914), Josef Adler (geb. 1.10.1890 in Burgpreppach,
vor 1914 in Mainz wohnhaft, gef. 6.9.1916). Salomon (Salo) Hirschmann (geb.
13.6.1895, gef. 28.8.1915), Leutnant Aron Hirschmann (geb. 19.5.1888 in
Burgpreppach, gef. 23.8.1918), Gefreiter Hermann Blum (geb. 16.8.1894 in
Burgpreppach, vor 1914 in Külsheim wohnhaft, gef. 3.11.1918), Gefreiter Leo
(Louis) Traub (geb. 25.4.1891 in Burgpreppach, gef. 20.0.1917), Friedrich
Ganzmann (geb. 17.2.1880 in Burgpreppach, gef. 14.8.1915), Leo Plaut (geb.
8.12.1894 in Burgpreppach, gef. 25.10.1915).
Ihre Namen stehen - zumindest teilweise, nicht die kursiv geschriebenen - auf dem Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
auf dem Synagogenplatz an der Hauptstraße gegenüber dem Schloss. Auf dem
daneben stehenden Denkmal des mittleren Gedenksteines steht unter der
Überschrift "Siegreich kehrten zurück 1870-71" auch der Name von
Hirsch Hirschmann.
Um 1924, als zur Gemeinde noch 89 Personen gehörten (17,2 % von
insgesamt 516 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Julius Neuberger,
Sigmund Blum, Leopold Traub und Abraham Adler. Als Lehrer der Gemeinde
war damals (Hauptlehrer) Emanuel Levi angestellt. Er unterrichtete an der
Israelitischen Privatelementarschule der Gemeinde. Sali Ksinsky war damals als Distriktsrabbiner
tätig. Er war zugleich - wie schon seine Vorgänger - Schulleiter der
"Israelitischen Präparanden- und Bürgerschule". Außer ihm
unterrichteten damals an der Präparandenschule Lehrer M. Gutmann und Lehrer E.
Meyer. Zum Verein "Israelitische Präparanden- und Bürgerschule"
gehörten ungefähr 500 Mitglieder. In der Israelitischen Gemeinde gab es auch
einen Krankenverein (1924 unter Leitung von Julius Neuberger mit 20 Mitglieder).
1932 war 1. Gemeindevorsteher weiterhin Julius Neuberger. Als
Schriftführer und Lehrer der Gemeinde war Lehrer Max Linz tätig, als Schatzmeister
Elias Bernez. Lehrer Linz unterrichtete an der Israelitischen Privat-Volksschule
in 7 Klassen zusammen 17 Kinder.
1933 wurden noch 78 jüdische Einwohner in Burgpreppach gezählt (15,1 %
von insgesamt 516 Einwohnern). In
den folgenden Jahren ist zunächst ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
1934 wurden sechs jüdische Männer aus Burgpreppach im Zusammenhang mit
der berüchtigten Ritualmord-Beschuldigung von Manau (siehe Hofheim)
verhaftet. Fünf von ihnen wurde eine Beteiligung an der Tat zur Last gelegt.
Der jüdische Lehrer wurde beschuldigt, ein christliches Kind geschlachtet zu
haben, und der Gemeindevorsitzende Julius Neuberger, das Blut des Kindes zum
Backen der Mazzot benutzt zu haben. Auf Anordnung der Gestapo wurden sie im
Gefängnis von Würzburg inhaftiert, der Lehrer länger als ein Jahr, die
anderen neun Monate. Auf hässliche Weise wurde die (völlig verlogene)
Ritualmordbeschuldigung nochmals 1937 im "Stürmer" dargestellt,
worauf mehrere Männer, darunter Julius Neuberger, erneut festgenommen
wurden.
Trotz dieser Vorkommnisse gab es im Ort auch weiterhin jüdisch-religiöses und
kulturelles Leben. Rabbiner Munk führte noch 1936/37 für die jüdischen Lehrer
seines Bezirks vierteljährliche Fortbildungskurse durch. In der jüdischen
Volksschule und in dem jüdischen Internat (Kinder- und Jugendheim) befanden
sich im Frühjahr 1938 noch insgesamt 36 Zöglinge. Die
Talmud-Tora-Schule wurde am 25. April 1938, einen Tag vor dem Pessach-Fest, von
den Behörden geschlossen. Zwei Volksschulklassen durften - unter der Bedingung,
dass keinerlei Talmud Thora-Unterricht mehr gegeben würde, privat
weitergeführt werden. Beim Novemberpogrom 1938 kamen SA-Leute aus
Bamberg, die zuvor schon jüdische Häuser im benachbarten Reckendorf verwüstet
hatten, nach Burgpreppach. Gemeinsam mit einer Anzahl von Ortsbewohnern, die als
fanatische Nationalsozialisten bekannt waren, schlugen sie die Türen der
Synagoge, der Volksschule und der Lehrerwohnung ein und brannten sie
schließlich nieder (s.u.). Nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938
entschlossen sich die letzten der jüdischen Einwohner, aus Burgpreppach
wegzuziehen (u.a. neun nach Berlin und sieben nach Nürnberg) beziehungsweise zu
emigrieren (die Familie von Rabbiner Munk nach Palästina, vier in die USA, je
zwei nach England und Holland und einer nach Belgien). Es wurden gezählt: am 1. Januar
1939 49 jüdische Einwohner, am 1. Januar 1940 7, am 7. Januar 1941 1. Am 13.
Februar 1942 war nach dem Wegzug der letzten jüdischen Frau Burgpreppach
in der NS-Sprache "judenfrei".
Von den in Burgpreppach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Abraham Adler
(1890), Ephraim Adler (1886), Lina Adler geb. Klebe (1898), Manuel Adler (1924),
Miriam Adler (1889), Nathan Adler (1879), Salomon Adler (1882), Selig Adler
(1866), Jean Bamberger (1900), Elias Berney (1884), Helene Blum (1887), Jakob
Blum (1891), Amalie Eckmann geb. Ganzmann (1890), Gerhard Eckmann (1929), Sarko
Ehrmann (1882), Amalie Friedmann (1891), Rebekka Friedmann (1887), Klara
Goldbach (1889), Nanni Goldschmidt /(1875), Berta Groß (1893), Zipora Gutmann
(1920), Maly Hirschberg (1890), Heinrich Hirschmann (1863), Paula Hirschmann
(1898), Hannchen Hommel (1873), Esther Jacobsohn (1864), Mathilde Kahn geb.
Hirnheimer (1893), Nanny Kahn (1884), Nathan Gabriel Kahn (1928), Siegfried Kahn
(1892), Lina Leib geb. Ottensoser (1882), Pauline Leopold geb. Gausmann (1851),
Helene Linz geb. Saffra (1901), Gertrud Löwenstein geb. Kahn (1882), Clara Neu
(1858), Helene Neuberger geb. Klebe (1894), Isfried Neuberger (1924), Julius
Neuberger (1885), Martha Neuberger (1930), Max Neuberger (1889), Meta Neuberger
geb. Klebe (1896), Ruth Neuberger (19821), Siegfried Neuberger (1894), Thekla
Neuhaus geb. Neumann (1879), Clara Neumann (1883) Eljakim (Elkan) Neumann
(1879), Maier Leopold Neumann (1883), Moritz Neumann (1892), Judis Nussbaum
(1940), Adelheid Ester Nußbaum (1938), Ari Nußbaum (1935), Berta (Batja)
Nußbaum (1934), Herta Nußbaum geb. Nußbaum (1912), Josef Nußbaum (1927),
Moses Nußbaum (1932), Sara Rothschild geb. Traub (1886), Henriette Sichel geb.
Neumann (1860), Betty Speyer geb. Neumann (1894), Mariane Steinhardt (1877),
Salomon Steinhardt (1874), Emma Strauß (1857), Meta Strauß (1888), Josef Traub
(1861), Karolina Walde (1878), Lydia Wenk (1887), Sofie Wolfermann
(1854).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers / Vorbeters / Schochet
| Es wurden in jüdischen Periodika noch keine
Anzeigen mit Ausschreibungen der Stelle des Lehrers der jüdischen
Gemeinde gefunden. |
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Abschied von Lehrer Ottensoser
(1912)
Mitteilung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 5. Juli 1912:
"Burgpreppach. Der verdiente Lehrer Ottensoser verlässt dieser Tage
unseren Ort, um seinen Ruhestand in Würzburg zu
genießen". |
Hauptlehrer Emanuel Levi übernimmt im Krieg auch die Leitung der
beiden protestantischen Schulen und der Fortbildungsschule
(1916)
Artikel
in der Zeitschrift "Im deutschen Reich" 1916 S. 180: "Die
unter Leitung des Verbandes der jüdischen Lehrervereine herausgegebene
Beilage des Israelitischen Familienblattes vom 27. Juli dieses Jahres
enthält nachstehenden Bericht aus Burgpreppach in Bayern: 'Herr
Lehrer Levi wurde von der Königlichen Regierung mit der Führung der
beiden protestantischen Schule, deren Lehrer zu den Waffen berufen worden
sind, und auch der Fortbildungsschule beauftragt. die drei Schulen weisen
insgesamt 168 Schüler auf. - Eine anerkennenswerte Kriegsarbeit hinter
der Front'. - Man sieht, es geht auch anders!" |
Hauptlehrer Levi
tritt in den Ruhestand (1929)
Mitteilung
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Juni
1929: "Burgpreppach. Mit Wirkung vom 1. Mai ist Hauptlehrer
Levi in den dauernden Ruhestand versetzt worden." |
Über Lehrer Max Linz
| Max Linz wurde als Nachfolger von Emanuel
Levi Lehrer in der jüdischen Gemeinde Burgpreppach.
Vermutlich war die Frau von Lehrer Linz Helene Linz geb. Saffra (geb. 1901). Sie wird unter den aus Burgpreppach Umgekommenen im Gedenkbuch des
Bundesarchivs genannt. |
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen
Gemeinde
Zum Tod von Sara Adler, der Gattin des Kaufmanns
Immanuel
Adler (1876)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1876: "Burgpreppach.
Unsere Gemeinde und mit ihr ganz Israel hat einen großen Verlust erlitten
durch den Tod einer edlen Frau, deren seltene Vorzüge zur Anregung für
alle jüdischen Frauen und Mütter hier erwähnt werden mögen.
Sarah Adler, die Gattin des durch Gelehrsamkeit, edles Streben und Wirken
sich auszeichnenden Herrn Immanuel Adler, Kaufmann dahier, hat am 4.
Tischri (= 22. September 1876) in der Blüte des Lebens, in einem Alter von nur 35 Jahren, das
Zeitliche gesegnet. Wer dieselbe kannte, wie sie ‚ehre deinen Vater’
in der würdigsten und edelsten Weise gegen ihren alten Vater betätigte,
wer beobachtete, wie sie ihren Mann, an dem sie mit der größten
Innigkeit und zärtlichsten Hingabe hing, in der Ausführung aller würdigen
Unternehmungen auf das Kräftigste unterstützte, wie sie ihn mit der größten
Wärme zu allem Guten aneiferte, wer bemerkte, wie sie ihren fünf unmündigen
Kindern eine wahre, jüdische Mutter war, wie sie mit aller Sorgfalt
bedacht war, dass sie den echt religiösen Sinn mit der Muttermilch
einsogen, wer sich überzeugte, wie sie ein Bild der Einfachheit und der
Zurückgezogenheit war, wie sie überall mit vollen Händen erquickte und
labte, der wird wohl bemessen können, wie bitter diese schmerzliche Lücke
empfunden wird. Schon längere Zeit kränkelnd, suchte sie ihr Leiden zu
verheimlichen. Obwohl die Ärzte in der letzten Zeit ihr eine baldige
Genesung versicherten, so ließ sie sich, die Schwere ihrer Krankheit fühlend,
von diesen Hoffnungen nicht täuschen, sie traf vielmehr alle Anordnungen
für die Bestellung ihres Hauses mit einer Sorgfalt, Ruhe und Zuversicht,
die in einem solchen Alter nur selten zu finden ist. Über ihre Kinder,
die sie in so zartem Alter verlassen müsse, äußerte sie sich auf ihrem
Schmerzenslager, sie freue sich, dass sie mit dem Bewusstsein von ihnen
scheiden könne, dass sie durch die hiesige
Talmud-Tora-Schule eine echt jüdische Erziehung erhalten werden, sodass
sie einst als echte Jehudim, als edle Menschen sich bewähren.
Unser Rabbiner Hirsch, indem er die vielen Tugenden, die echte Religiosität,
die großen Eigenschaften der Verblichenen rühmte, bediente sich zu
seiner Schilderung des Verses: ‚es
ist gefallen die Krone von unserem Haupte’, den er in beredten
Worten sowohl die Familie, die Gemeinde als die Gesamtheit Israels in
einer solch ergreifenden Weise sprechen ließ, dass alle Anwesenden,
selbst viele Nichtisraeliten, in lautes Weinen ausbrachen. Er fügte noch
hinzu: die Fügungen Gottes sind für Israel so dunkel, unverständlich,
allein sie werden von ihm, wenn sie auch noch so unangenehm berühren,
noch so tiefe Wunden schlagen, mit aufrichtiger Liebe, mit vollkommener
Hingabe empfangen, gerade wie die
ausgeführt werden; so möge bewirkt werden, dass Alles, was jetzt
noch verhüllt und versiegelt ist, im Laufe der Jahre sich erfülle, denn
der Mahnruf des Schofar, den der
Allgütige mit solchen Schicksalen beabsichtigt, er ist in unser Ohr
gedrungen, er hat unser Inneres erschüttert, wir sind gebessert zu
unserem Gotte zurückgekehrt. Möge das Andenken der Verblichenen zum
Segen sein!" |
Zum Tod des langjährigen Kultusvorstehers L. Ullmann (1885)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1885: "Burgpreppach. Unser
Leben währt 70 Jahre, und wenn es hoch kommt, 80 Jahre’. Diese
Worte des Psalmisten sollten sich abermals in ihrer traurigen Wahrheit
bestätigen; denn der immer noch rüstige, im 80. Jahre seines Lebens
stehende Herr L. Ullmann wurde am 4.
Adar von der göttlichen Vorsehung in ein besseres Jenseits abberufen.
Nur in Rücksicht auf die nächsten Verwandten des in Gott Ruhenden hat
man es bis jetzt unterlassen, dem Dahingeschiedenen einen Nachruf zu
widmen. Der Entschlafene gehörte zu jenen Männern, die leider in Israel
und namentlich auf dem Lande immer seltener werden. Ausgerüstet mit der
edlen Tugend der Sanftmut, der Bescheidenheit, Friedfertigkeit und
Zufriedenheit und mit einem bedeutenden Wissen über
unsere Heilige Tora, repräsentierte er in hiesiger israelitischer
Gemeinde, in welcher er mehr als zwanzig Jahre als Kultusvorsteher wirkte,
als auch in der politischen Gemeinde, die ebenso lange an ihm ein eifriges
Verwaltungsmitglied fand, einen Mann, zu dem Jung und Alt mit hoch
achtender Verehrung emporblickte. Als junger Mann auf der Talmudhochschule
zu Fürth wurde ihm das Glück zuteil, sich die Freundschaft des
unvergesslichen Herrn Rabbiners S. B. Bamberger seligen Andenkens zu erwerben. In einem ebenso innigen Verhältnisse
stand er zu dem im Jahre 1847 von hier nach Aschaffenburg berufenen
Rabbiner, Herrn Abraham Adler seligen
Andenkens. Dass der Verstorbene der Freundschaft dieser erhabenen Männer
würdig war, dafür spricht sein ganzes Leben. Unablässig war er bemüht,
Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit in der würdigsten Weise auszuüben.
Ebenso wenig er, wenn ihn nicht besondere Umstände zurückhielten, öffentliches
Gebet versäumt, ebenso wenig, wie er einen Armen mit leerer Hand
entließ, ebenso wenig fehlte er an den Stätten, wo sich Leute einfanden,
um das Studium der heiligen Tora zu betätigen. Am Grabe verlieh der Freund des
Verstorbenen, Herr Distriktsrabbiner A. Hirsch – sein Licht leuchte – seinem Schmerze ob des Verlustes dieses aufrechten
Mannes, anknüpfend an den Vers ‚Es
ist gefallen die Krone unseres Hauptes’, in tief empfundenen Worten
Ausdruck.
Mögen die trauernden Hinterbliebenen in den Fußstapfen des
Verklärten wandeln." |
Über die
Tätigkeit des Kultusvorstehers Meier Ullmann zu seinem 25-jährigen
Amtsjubiläum - Bericht von 1902
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juli 1902: "Burgpreppach, 30.
Juni (1902). Burgpreppach ist den Lesern des ‚Israelit’ seit vielen
Jahren durch Berichte über die Talmud-Toraschule (Präparandenanstalt)
wohl bekannt. Entnehmen wir aus ihnen doch, dass in dem kleinen,
abgelegenen, bayerischen Marktflecken das Toralernen
verbunden mit einem respektvollen Umgang ernstens gepflegt wird, dass
von hier aus schon Hunderte von jungen Leuten grundlegende, religiöse und
profane Bildung genossen, die sie dann nach weiterer Pflege in zahlreichen
jüdischen Gemeinden nutzbringend anlegten, welche günstigen Einfluss
auch nach jener Richtung zeitigte, die dem Streben nach Werbung
begeisterter Anhänger des traditionellen Judentums gilt. Es wirken aber
wackere, ihren Ort kennende Herren an dieser Pflanzstätte für jüdisches
und profanes Wissen, mit Pflichteifer, aufrichtiger Liebe ihrem
erzieherischen Berufe sich hingebend, dem Berufe Lehrer nicht allein für
die Schule, sondern für das jüdische Leben und Streben in Familie und
Gemeinde zu erziehen.
Aus solchen sonnigen Verhältnissen ging allerdings schon vor
geraumer Zeit ein Mann im besten und edelsten Sinne des Wortes hervor, der
heute noch, wie schon seit vielen Jahren, mit zu den eifrigsten Förderern
von unserer heiligen Tora am
hiesigen Orte gehört. Herr Maier Ullmann ist die eiserne Säule, der Träger
für Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit,
der in unwandelbarer Treue und standhaft und opferwillig für echte, jüdische
Jugend- und Gemeinderziehung mitwirkt. Als der Begründer der hiesigen
Talmud-Toraschule, Herr Rabbiner Hirsch seligen Andenkens das Ende seiner
irdischen Wirksamkeit herannahen fühlte, legte derselbe Herrn M. Ullmann,
der ihm bis jetzt in manch’ schwieriger Lage ein verständnisvoller und
tätiger Berater gewesen, ans Herz, von nun an mit Festigkeit und Kraft
der Fortentwicklung der jungen Lehrstätte in Erwerbung tüchtiger Leiter
und Unterrichtsorgane, in Verschaffung der zum Unterhalte notwendigen
Geldmittel mitwirkend sich anzunehmen, damit diese Schule für praktisch
lebendige Religion, wo die Wissensbeflissene Jugend schon frühzeitig an
religiöse Übung gewohnt, der Torageist in Fleisch und Blut übergeht,
auch ferner in Wort und Tat für unser Gesamtvolk eine Wohltätigkeitsanstalt
sei und bleibe.
Fünfundzwanzig
Jahre sind es nun, dass die hiesigen Kultusmitglieder durch einstimmige
Wahl ihr Vertrauen Herrn Ullmann dadurch bekundeten, dass sie ihn zu ihrem
sicheren Führer der gemeindlichen Kultusangelegenheiten wählten, ihn
auch bis zum heutigen Tage, der wiederholen Neuwahl eines Gemeindeleiters,
in jener Ehrenstellung ununerbrochen blieben, ein Beweis, die der Jubilar
zur äußersten Zufriedenheit mit den
öffentlichen Bedürfnissen in große Zuverlässigkeit sich beschäftigte,
die Gesamtinteressen seiner Gemeinde, in religiöser und sozialer
Beziehung, mit richtigem Takte vertrat.
Allen geräuschvollen Ehrungen abhold, musste eine öffentliche
Feier der 25-jährigen Wiederkehr der Einsetzung des Herrn Ullmann zum
Kultusvorstand unterbleiben und doch verdient seine selbstlose Hingabe für
den engen und weiteren kreis seiner Wirksamkeit einer öffentlichen
Anerkennung, die jeder Einzelne von uns gerne und in Aufrichtigkeit zollt.
Wir schätzen aufs aufrichtigste den hohen Wert seines steten Strebens
nach Wahrheit, Recht und Frieden,
diesen Stützen für die Erhaltung des Judentums; wir haben schon so oft
die Überzeugung gewonnen, wie der pflichttreue, bescheidene Jubilar auch
in manchmal persönlich schwieriger Lage und Stimmung sein Führeramt
nicht einen Augenblick vergaß, wie er gerecht, treu und mit Ausdauer
allen Gemeindeeinrichtungen innerhalb seiner Gemeinde sein Augenmerk
zuwandte, wie er unter Billigung aller |
Kultusmitglieder
so manche Anregung gab zum Vorteile eines jüdisch-religiösen Lebens,
einer würdigen Repräsentation innerhalb der politischen Gesamtbürgerschaft,
wie er also durch sein äußeres, ruhiges, belehrendes und verständnisvolles
Auftreten die jüdische Religionsgemeinde zu einer achtenden Stellung im
Gesamtgemeindeleben verschaffte und noch besteht. So ist er auch der
Vertrauensmann nicht nur der jüdischen Kreise, sondern auch der
christlichen Familien; es wird nichts von Wichtigkeit beraten und
unternommen, ohne dass unser verehrter Jubilar um seinen immer trefflichen
Rat befragt würde, weil man eben seit vielen Jahren von der
Selbstlosigkeit seiner Ratschläge und von der besten Gestaltung derselben
durch frühere Erfolge überzeugt ist. Durch dessen freudige Hingabe in Förderung
der Gemeindeinteressen, in Opfer an Zeit und Mühewaltung werden
fortgesetzt die allseits befriedigendsten Vorschläge für Synagoge und
Familie in fördernde Taten umgesetzt. Vollständige Übereinstimmung
herrschte ungeteilt bis auf den heutigen Tag zwischen ihm, der Gemeinde
und den Kultusbeamten, Einigkeit in Ausübung von Wohltätigkeit, das zum
wenigsten in die Öffentlichkeit dringt, doch aus den wenigen Fällen
seines Wirkens im Wohl tun lässt sich der sichere Schluss ziehen, dass Wahrhaftigkeit und Wohltätigkeit
in Verborgenheit bei ihm noch ein größerer Segensquell sein muss, dass
dieses Gebotsbeachtung ein
Ausfluss seines ernstreligiösen Lebens ist. Möge der Jubilar noch recht
lange seines Ehrenamtes walten, möge er bis in die fernsten Zeiten sich
die Liebe, Anhänglichkeit, Achtung und Anerkennung unserer
Glaubensgenossen und die der christlichen Mitbürger erhalten, möge ihm
und uns seine Arbeitsfreudigkeit zu
Ehre Gottes ein Segen werden." |
Zum Tod von Vorsteher Meier
Ullmann (1913)
Artikel im
"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. Juli 1913: "Burgpreppach. Meier Uhlmann, Vorsteher der israelitischen Gemeinde und
Mitglied des Marktgemeindeausschusses, ist verschieden." |
Zum Geburtstag von Kaufmann Simon Blum
(1929)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1929: "Burgpreppach,
26. August (1929). Unter inniger Anteilnahme der gesamten jüdischen Bevölkerung
feierte am vergangenen Sabbat der in allen Kreisen der Bevölkerung hoch
geschätzte Kaufmann Simon Blum seinen 70. Geburtstag. Wie er viele Jahre
hindurch als Kultusvorstand die Gemeinde führte, so vertritt er sie noch
heute wie vor Jahrzehnten in der Verwaltung der politischen Gemeinde, wo
man seiner Meinung Achtung und Vertrauen entgegenbringt. Trotz seines
hohen Alters ist er unermüdlich geschäftlich tätig und versäumt wie in
seiner Jugend noch heute keinen Gottesdienst ohne zwingenden Grund. Seit
vielen Jahren ist er auch als Mincha-Vorbeter am Jom Kippur tätig und
erfreut die Gemeinde durch die althergebrachten Weisen. Von jüdischen wie
christlichen Kreisen wird er als der Ratgeber in schwierigen Lebensfragen
aufgesucht. Herr Bezirksrabbiner Dr. Ephraim ehre den Jubilar in der
Synagoge durch eine von Herzen kommende Ansprache." |
Zum Tod von
Sigmund Blum (1936)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1936: "Burgpreppach, 8.
Mai (1936). Dieser Tage wurde Sigmund Blum nach kurzer Krankheit im 76.
Lebensjahre abberufen. Neben den nächsten Angehörigen beweint ihn die
ganze Gemeinde als einen ihrer edelsten und würdigsten Mitglieder. Sein
unversiegbarer Humor vermochte den Tiefgebeugtesten wieder aufzurichten.
Den schweren Verlust eines wackeren Sohnes, ein Opfer des Krieges, ertrug
er gleich Aron mit Geduld und Ergebenheit. Herr Rabbiner Dr. Munk
schilderte ihn in meisterhafter Rede als einen wahren Zaddik und Chosid. Möge
die trauernde Witwe und Kinder wahren Trost in dem Bewusstsein finden,
dass er mit einem guten Namen von dannen gegangen ist. Seine
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Zum 80. Geburtstag des Beschneiders usw. Moses Neumann (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1929: "Burgpreppach,
16. Mai (1929). Am 14. Ijar (24. Mai 1929) feiert der in allen Kreises
beliebte Herr Moses Neumann - so Gott will - seinen 80. Geburtstag. Herr
Neumann ist als Mohel (Beschneider) weit über unseren Ort hinaus
bekannt und hat als solcher an vielen Knaben den heiligen Bund vollzogen.
Schwere Schicksalsschläge sind ihm nicht erspart geblieben. Schon vor 25
Jahren starb seine fromme Lebensgefährtin, in den ersten Wochen des
Weltkrieges ein braver Sohn, der die Stütze seines Alters werden sollte,
vor wenigen Jahren noch ein bereits verheirateter Sohn. Aber all das trug
er in der ihn auszeichnenden Frömmigkeit als Schickungen Gottes in
unerschütterlicher Ergebung in Seinen heiligen Willen. Herr Neumann war
viele Jahre hindurch der Vorsitzende des Rabbinats-Distriktsausschusses
und Mitglied des Kuratoriums der Talmud-Tora-Präparandenschule
Burgpreppach, der eine große Zahl von Lehrern, die heute an führender
Stellung stehen, die Vorbildung für das Seminar verdankte. So werden dem
Jubilar sicherlich von vielen Seiten Glückwünsche zugehen, denen wir uns
unsererseits von Herzen anschließen. (Alles Gute) bis 120 Jahre." |
Zum Tod des Beschneiders Mosche Neumann
(1938)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. Februar 1938: "Burgpreppach,
27. Januar (1938). Am Ausgang des Schabbat Wajigasch wurde mit Mosche
Neumann eines der verdientesten Mitglieder unserer alten Gemeinde in die
Ewigkeit abberufen. Er war eine ihrer Hauptstützen und fehlte bei keinem
Gottesdienste. Er nutzt seine Freizeit zum Lernen aus und übte seit 1873
das Gebot des Beschneidens bis 1924 ununterbrochen aus. Fast 25 Jahre
waltete er seines Amtes als Vorstand und gab sich alle Mühe, das Rabbinat
in Burgpreppach zu erhalten. Selbstlos opferte er seine Zeit für die
Erhaltung der Präparandenschule, die er mitbegründet hatte. Er übte
Wohltaten an Verwandten und Freunden, wo er nur konnte. Sein Leben war,
wenn auch nicht immer von heiterer Sonne beschienen, doch immer mit Gottesdienst
ausgefüllt bis zu einem Heimgange im Alter von 89 Jahren. – Mosche
Neumann wird uns unvergessen bleiben. Seine
Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe
und Privatpersonen
Anzeigen der Mazzenfabrik Neuberger (1922-1924)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Dezember 1922:
"Die in der Mazzothfabrik Julius Neuberger, Burgpreppach unter
Rabbinats-Aufsicht hergestellten Mazzoth sind wie alljährlich wieder mit
Plombe versehen. Unterschrift: "Distriktsrabbiner Dr. Michalsky". |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1923: "Bekanntmachung.
Die unter meiner Aufsicht in der Mazzosfabrik Julius Neuberger,
Burgpreppach hergestellten Mazzos sind wie alljährlich mit meiner
Plombe versehen. Distriktsrabbiner Dr. Michalsky." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. November 1924: "Streng
koscher.
Mazzen in 1-, 5- und 10-Pfund-Packung, hergestellt unter Aufsicht des
hiesigen Rabbinats, liefert prompt jedes Quantum Mazzenfabrik Neuberger,
Burgpreppach (Bayern).
Händler, beziehungsweise Großabnehmer überall
gesucht." |
Dankesanzeige des Ehepaares Max
Neuberger und Frau geb. Kleber (1923)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1923: "Für
erwiesene Aufmerksamkeit anlässlich unserer Vermählung danken bestens Max
Neuberger und Frau geb. Kleber. Burgpreppach, 1.
Juli." |
Zur Geschichte der Synagoge
Bereits 1681 war eine Synagoge vorhanden.
Der Neubau einer Synagoge wurde 1764 erstellt. Im Synagogengebäude waren außer
dem Synagogenraum auch eine Lehrerwohnung, ein kleiner Betraum, eine
Volksschulklasse und das rituelle Bad (Mikwe) untergebracht.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute aus Bamberg
zunächst völlig demoliert, anschließend das Gebäude mit dem gesamten
Mobiliar und den Ritualien niedergebrannt. Ein Vertreter des "Bamberger
Tagblatts" und zugleich SS-Mitglied, der bei dem Pogrom anwesend war,
versuchte den Anführer der Aktion dazu zu bewegen, wenigstens die Möbel aus
der Lehrerwohnung vor dem Feuer zu bewahren. Zwei nichtjüdische Ortsbewohner
halfen der Frau des Rabbiners, diese Möbel aus dem brennenden Haus
fortzuschaffen; die herbeigerufene Feuerwehr wurde nicht eingesetzt. Die Trümmer der Synagoge
mussten von den in der Pogromnacht verhafteten jüdischen Männern
beseitigt werden (siehe unten Foto der "Kolonne Grünspan").
Von der Synagoge ist heute nur noch ein Teil der Grundmauer erhalten. Am Synagogenplatz
befinden sich heute mehrere Denkmale: eines für die Gefallenen des Ersten
Weltkrieges 1914-1918 (links, mit Namen von jüdischen Gefallenen), eines für
die Gefallenen (auf der Rückseite die Heimgekehrten) des Krieges 1870/71 sowie
eines für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.
In unangemessener Weise wird der Synagogenplatz zeitweise auch als Festplatz
der Gemeinde Burgpreppach verwendet - bei Festen des Ortes steht am Platz der
Synagoge ein Bierzelt. 1989 wurde ein Findling aufgestellt mit einer
Gedenktafel um dem Text: "In Burgpreppach existierte bis 1940 eine
jüdische Kultusgemeinde (Synagoge u. Talmud-Thora-Schule). Zur Erinnerung und
Mahnung". Zum Zeitpunkt des Besuches von Burgpreppach fehlte allerdings
die Gedenktafel
Adresse/Standort der Synagoge:
An der
Hauptstraße gegenüber dem Schloss (heutiger Standort der Gefallenendenkmale;
Adresse 1932: Hauptstraße 14)
Fotos / Abbildungen
| Erinnerung an die Synagoge |
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Bild der Synagoge nach einem historischen
Foto im Burgpreppacher Heimatmuseum |
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Zwei der Rabbiner
(Quellen: Foto links: Elizabeth Grob collection, New York; rechts:
Pinkas Hakehillot s.Lit.) |
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Distriktsrabbiner Josef Gabriel Adler
(1802-1873) |
Distriktsrabbiner Saul Munk in
Burgpreppach
(1899-1969) |
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Erinnerung an die Talmud-Tora-Schule
(Quelle: Pinkas Hakehillot s.Lit.) |
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| Erinnerung an die jüdische Schule |
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Jüdische Schule Burgpreppach
1934
(Quelle: Bayerisches
Schulmuseum in Ichenhausen) |
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| Demütigungen in der
NS-Zeit |
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Aus dem sog.
"Stürmerarchiv" (Stadtarchiv Nürnberg): "Judenlager"
nach dem Novemberpogrom 1938 in Hofheim mit mehreren zur
Zwangsarbeit gezwungenen Lehrern aus der Talmud-Tora-Schule Burgpreppach:
im Vordergrund links Rabbiner Fritz Nussbaum, rechts Lehrer
Linz. Die "Kolonne Grünspan" war auch gezwungen, die
Trümmer der zerstörten Synagoge in Burgpreppach zu beseitigen. |
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Platz der ehemaligen
Synagoge 2007
(Fotos - auch die der folgenden Zeilen: Hahn Mai 2007) |
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Der Platz der Synagoge wird
zeitweise als Festplatz mit Bierzelt verwendet |
Findling - Gedenkstein, zur
Zeit der Besichtigung ohne Tafel. |
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Kriegerdenkmale am
Synagogenplatz |
Denkmal für die im Ersten Weltkrieg aus
Burgpreppach Gefallenen |
Ausschnittvergrößerung des Fotos mit den
Namen von zwei jüdischen Gefallenen (Adler und Hirschmann) |
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| Ehemalige Mazzenbäckerei |
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Gebäude der
ehemaligen Mazzenbäckerei Neuberger (Hauptstraße 12; vgl. Anzeigen oben).
1934 stand sie im Mittelpunkt der Untersuchungen nach der berüchtigten
Ritualmord-Beschuldigung von Manau (siehe Hofheim).
Der Inhaber der Bäckerei, zugleich Vorsitzender der Gemeinde - Julius
Neuburger -, wurde in widerlicher Weise beschuldigt, das Blut eines
angeblich durch den jüdischen Lehrer getöteten Kindes zum Backen der
Mazzot verwendet zu haben. Der Lehrer war darauf ein Jahr, Julius
Neuberger und andere Männer für neun Monate im Gefängnis von Würzburg
inhaftiert. Drei Jahre später wurden erneut Julius Neuberger, Emanuel
Levy, David Adler u.a. festgenommen. |
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| Die Gebäude der ehemaligen
Talmud-Tora-Schule |
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Das Gebäude der
ehemaligen Talmud-Tora-Schule (das Ess- und Wohngebäude in der
Hauptstraße 109) |
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Ehemalige
Talmud-Tora-Schule: Eingang zum Ess- und Wohngebäude - heute Hauptstraße
109 - mit Spur des Mesusa |
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| Ehemalige
Talmud-Tora-Schule: Das Lehrgebäude - heute Gemeinfelder Straße 2 - mit
ehemaligen Eingangstor und Spur einer Mesusa |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979
S. 275-278. |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1992² S. 47-49. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 427-431. |
 | Michael Schneeberger: Die Juden von Burgpreppach. Reihe:
Jüdische Landgemeinden in Bayern Nr. 12. In Jüdisches Leben in
Bayern. 20. Jg. Nr. 98 vom September 2005 S. 32-40. |
 | Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen
Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche
Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13.
Würzburg 2008. S. 153-154.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Burgpreppach Lower
Franconia. Jews were probably present during the Thirty Years war (1618-1648).
From 1681 Burgpreppach was the seat of the chief rabbinate (or rabbinical court)
of the Grabfeld region. Among its outstanding rabbis was Yosef Breslau
(1691-1752), author of Shoresh Yosef and Hok Yosef. In 1875 a
talmud torah encompassing secular studies wa founded according to the system of
Shimshon Rafael Hirsch of Frankfurt. The Jewish population grew to 198 in 1890
(total 602), but from the early 20th century economic conditions deteriorated
and the population declined steadily to 78 in 1933. The community operated two
synagogues, a cemetery, and an elementary school (the old tamud torah). In 1934
a blood libel originating in Manau led to the arrest of six local Jews. Sixteen
Jews left Burgpreppach up to February 1938. On Kristallnacht (9-10
November 1938), the old synagogue (built in 1764) was burned down and Jewish
homes were vandalized. Most of the remaining Jews left in 1939, 14 emigrating
and 24 moving to other German cities. The last Jew fled to Berlin in February
1942.

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