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Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Zur jüdischen Geschichte in Guxhagen siehe
auch die Seiten des "Fördervereins ehemalige Synagoge e.V.":
www.synagoge.guxhagen.net/
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Guxhagen bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in in die Zeit des 17./18.
Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1680 Juden am Ort genannt (zwei Familien).
1744 gab es 4 jüdische Haushaltungen in Guxhagen, unter ihnen
zwei Witwen (als Namen der Haushaltsvorstände werden genannt: Meyer Speyer, Beyle Katzen, Güthel Leve und Mendel Levi). 1776 waren es 6 Familien.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1823 10 jüdische Familien, 1835 95 jüdische Einwohner, 1861 103
(9,1 % von insgesamt 1.135), 1885 132 (9,6 % von 1.371), 1895 158 (12,4 % von
1.366), 1905 170 (11,9 % von 1.430). Die jüdischen Familien lebten bis weit ins
19. Jahrhundert hinein überwiegend vom Handel mit Vieh, Manufakturwarenhandel, Häuten und Fellen.
Dazu gab es mehrere jüdische Metzger. Seit den
1820er-Jahren gab es auch einige jüdische Handwerker (Buchbinder, Sattler,
Schneider, Mützenmacher, Schuhmacher). Mehrere jüdische Personen/Familien
eröffneten Läden und Gewerbebetriebe am Ort.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule (Israelitische Volksschule bis 1936), ein rituelles Bad
(vermutlich im Untergeschoss des Gebäudes Sellestraße 6) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben
der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet
tätig war. Die Israelitische Volksschule hatte 1868 22 Schüler, 1884 27, 1902
44. An Lehrern werden genannt: Moses Neuhaus (ca. 1860 bis vor
1901), sein Sohn Aron Neuhaus (spätestens seit 1901, vgl. unten Bericht
von 1922 zum Tod seiner Mutter, der Lehrerwitwe Sara Neuhaus), Jacob Kanthal
(aus Langenselbold; bis zu seiner Pensionierung 1934).
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Kassel.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Baruch Katz, Moritz
Katz, Hermann Lichtenstein und Daniel Speyer.
Um 1925, als 159 jüdische Einwohner gezählt wurden (9,8 % von insgesamt
1.785), waren die Gemeindevorsteher Joel Speyer I und Isaak Katzenberg. Als
Lehrer und Schochet war Jakob Kanthal tätig, als Synagogendiener Moritz
Steindle. Die Volksschule der Gemeinde wurde damals von 17 Kindern besucht. An
jüdischen Vereinen gab es: eine Chewra Kadischoh (1924/32 unter
Leitung von Isaak Katzenberg, 1932 13 Mitglieder, Zweck und Arbeitsgebiet:
Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen), die Chewrah 'Berith
Scholaum' (1924/32 unter Leitung von Joel Speier I mit 32 Mitglieder, Zweck
und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Torastudium), die Chewras
Bachurim (gegründet etwa 1840, 1924/32 unter Leitung von Moses Plaut mit 15
Mitgliedern, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung hilfsbedürftiger
Ortsansässiger, Vorträge), die Chewras Noschim (Frauenverein, 1924
unter Leitung von Lina Katz, 1932 unter Leitung von Minna Katzenberg mit 29
Mitgliedern, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger und
Kranker), eine Jugendgruppe der Agudas Jisroel (1924/32 unter Leitung von
Isaac Katzenberg) sowie eine Ortsgruppe des Centralvereins (1924 unter
Leitung von Hugo Meyer) und eine Ortsgruppe des Frontbundes (1924 unter
Leitung von Meyer Speyer II). 1932 waren die
Gemeindevorsteher Moses Plaut (1. Vorsitzender, gestorben 1937, siehe Bericht
unten) und Isaak Katzenberg (2. Vorsitzender). Weiterhin war Jakob Kanthal als
Lehrer tätig. Im Schuljahr 1931/32 unterrichtete er 27 Kinder an der
Israelitischen Volksschule.
1933 lebten noch 158 jüdische Personen in Guxhagen (8,9 % von 1.785). In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Die Lehrerstelle an der
Israelitischen Volksschule wurde nach der Pensionierung von Lehrer Kanthal und
seinem Wegzug nach Wesel 1934 nicht mehr besetzt. Die Schule wurde 1936
geschlossen. Nach dem Tod des Vorsitzenden Moses Plaut 1937 (siehe Bericht
unten) war letzter Gemeindevorsitzender Isaak Katzenberg (1941 deportiert). Nach den Ereignissen beim
Novemberpogrom 1938 ging die Zahl bis Anfang 1939 auf 64 jüdische Einwohner
zurück (3,3 % von 1.919). Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom wurden elf
jüdische Männer und ein 14jähriger Junge (Daniel Katz) verhaftet und
anschließend in das KZ Breitenau, dann in die Infanteriekaserne nach Kassel
verbracht und schließlich für mehrere Wochen im KZ Buchenwald
festgehalten.
Von den 1933 in Guxhagen lebenden jüdischen Personen sind 14 Personen noch am
Ort verstorben; emigrieren konnten mindestens Personen nach Palästina/Erez
Israel, mindestens fünf in die USA, vier nach Prag; die meisten verzogen
innerhalb von Deutschland (Berlin, Kassel, Frankfurt usw.). Im Juni 1940 wurden
acht jüdische Einwohner aus Guxhagen nach Berlin verbracht. Am 8. Dezember 1941
wurden 31 jüdische Einwohner von Guxhagen aus nach Riga deportiert, weitere
fünf am 5. April 1942 nach Theresienstadt.
Von den in Guxhagen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Leopold Blumhof
(1896), Manfred Blumhof (1929), Regina Blumhof geb. Goldschmidt (1860), Selma
Blumhof geb. Katz (1893), Hilda David (1942), Berta Frenkel (1887), Lina Geismar
geb. Katz (1894), Selma Goldschmidt geb. Katz (1888), Markus Hecht (1858),
Johanna Israel geb. Neuhaus (1869), Aron Katz (1890), Beate Katz (1926), Bella
Katz geb. Katz (1897), Benjamin Katz (1887), Benjamin (Benni) Katz (1899), Berta
Katz geb. Katz (1885), Berta Katz geb. Katz (1885), Berta Katz geb. Speyer
(1886), Betti Katz geb. Plaut (1872), Emilie Katz geb. Lange (1853), Gisela Ida
Katz (1897), Helene Katz geb. Meyenfeld (1861), Hermann Katz (1893), Ida Katz
(1896), Jeanette Katz geb. Levi (1869), Johanna Katz geb. Weinstein (1889),
Josef Katz (1880), Juda Katz (1886), Kurt Katz (1927), Lehmann Katz (1888),
Lehmann Katz (1887), Lina Selma Katz (1892), Lothar Katz (1920), Amalie (Malchen)
Katz geb. Plaut (1870), Margot Katz (1926), Max Katz (1920), Paula Katz (1884),
Resi Katz geb. Katz (1915), Rosa Katz geb. Sauer (1863), Rosa Katz geb. Levi
(1891), Ruth Katz geb. Katz (1921), Salli Katz (1904), Sally Katz (1990),
Simon Katz (1927), Sofie Katz (1920), Sophie Katz (1921), Walter Markus Katz
(1923), Erich Katzenberg (1920), Isaak Katzenberg (1882), Jettchen Katzenberg
geb. Katz (1890), Kläre (Clara) Katzenberg (1917), Minna Katzenberg geb. Plaut
(1875), Ruth Katzenberg (1922), Emilie Lange geb. Katz (1853), Biska (Rieca)
Lennig geb. Katz (1883), Paula Lewin geb. Katzenberg (1901), Albert Lichtenstein
(1925), Berthold Lichtenstein (1884), Erna Lichtenstein (1922), Friedel
Lichtenstein (1919), Gerda Lichtenstein (1914), Herbert Lichtenstein (1913),
Jettchen Lichtenstein geb. Speier (1892), Meier Lichtenstein (1886), Robert
Lichtenstein (1930), Frieda Mannsbach geb. Katz (1880), Lea Mannsbach geb. Katz
(1882), Karola Meyer (1924), Malchen Meyer geb. Katz (1896), Martin Meyer
(1921), Aron Neuhaus (1873), Selma Oppenheim geb. Katz (1882), Bisga (Bissya)
Oppenheimer geb. Katzenberg (1877), Friederike (Rika) Rosenthal geb. Katz
(1884), Jettchen Schulhaus geb. Speier (1896), Franziska Schwarz (1888), Paula
Seligsohn geb. Katz (1889), Rosa Simonsohn geb. Katz (1879), Adele Speier geb.
Katz (1892), Alfred Speier (1901), Arno Speier (1921), Baruch Speier (1890),
Betti Speier (1887), Beßchen Speier (1853), Frieda Speier geb. Speier (1894), Jettchen Speier geb. Sommer (1866), Jonas Speier (1890),
Josef Speier (1894), Levi Speier (1861), Levi Speier (1885), Lina Speier (1892)
Max Speier (1891), Max Moses Speier (1891), Meier Speier (1888), Meier Speier
(1895), Betty Speyer geb. Neumann (1894), Emanuel Speyer (1884), Siegfried
Speyer (1930), Berta Steindler geb. Lichtenstein (1883), Rikchen Wertheimer geb.
Speier (1893).
Anmerkung: der in verschiedenen Gedenkbüchern genannte Herbert Speier
(geb. 1931) hat die NS-Zeit überlebt und lebt in Israel (Angabe November
2008).
Nach 1945 kehrten nur der Schuhmacher Josef Katz und seine Schwester
Recha Katz nach Guxhagen zurück (1947). Sie wurde nach ihrem Tod in den
1970er-Jahren (1970 beziehungsweise 1976) als letzte im jüdischen Friedhof
beigesetzt.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Zum Tod von Lehrer Moses Neuhaus (1901)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Oktober 1910:
"Aus Hessen, 18. Oktober (1901). Eine traurige Veranlassung war es,
die mich am Sonntag, den 13. Oktober wieder einmal in meine Heimat
Guxhagen an der Fulda führte. Es galt, meinen geliebten Lehrer Moses
Neuhaus zu seiner letzten Ruhestätte zu begleiten. Am Donnerstag, den 10.
Oktober, umgeben von seiner Familie und mehreren seiner Schüler, denn
letztere bildeten mit wenigen Ausnahmen die gesamte Gemeinde, erlag
derselbe einem qualvollen Leiden. Vierzig Jahre hindurch hatte der
Verblichene seine Dienste in Treue und Liebe einer und derselben Gemeinde
gewidmet. Wohl wenige Gemeinden können sagen, dass sie durchweg dem
orthodoxen Judentum treu geblieben sind. Guxhagens Juden, auch alle
auswärtigen Schüler des heimgegangenen Lehrers Neuhaus halten Gott sei
Dank, noch fest an dem wahren und unverfälschten Judentum, sie sind bis
heute allen Neuerungen der Reform fern geblieben. Nicht wenig trug zu
dieser streng gläubigen Anschauungsweise der große Lehrer der Gemeinde
bei, der nach jeder Seite ein Vorbild eines braven und guten Juden war. Es
gab kein Gebiet im jüdischen Pflichtenleben, dem der Heimgegangene
geringere Sorgfalt widmete: die Armen beweinen in ihm einen Vater, der
denselben stets hilfsbereit und mit freundlicher Miene zur Seite stand,
und noch in den letzten Tagen seines Lebens |
veranlasste
er, die Armen im heiligen Lande mit einer Unterstützung zu versorgen.
Keinen Tag ließ er verstreichen, ohne zu 'lernen', kein Gottesdienst
wurde versäumt. Ein vergnügen war er für mich zu sehen, wie der Vater,
von gegenseitiger Liebe und Verehrung erfüllt, seinen Angehörigen mit
seinem ganzen Sein zugetan, wie er im Verkehr mit uns so bescheiden war,
sich nicht nur als Lehrer, sondern auch als vertraulicher Freund zeigte.
Moses Neuhaus seligen Andenkens war ein Mann von echtem Schrot und Korn,
fern aller Heuchelei und Schmeichelei, der so sprach, wie er es dachte,
und den heutigen Lehrern nach jeder Seite hin als Vorbild dienen
kann.
Ein solch großes Leichenbegängnis hat man am Platze noch nicht
beobachtet. Ein unabsehbares Gefolge schritt hinter der Bahre, die Schule,
die jüdische Gemeinde, auswärtige Schüler, Bekannte, eine große Anzahl
jüdischer Lehrer aus vielen Gemeinden Hessens, die christlichen Kollegen
und Bürger des Ortes, begleiteten die sterblichen Überreste zur letzten
Ruhestätte.
Herr Landrabbiner Dr. Prager schilderte in einer Alle zu Tränen
rührenden Rede die Verdienste des Heimgegangenen um Schule und Gemeinde,
hob hervor, welchen lieben, guten Gatten und Vater die Familie verloren
und dankte in seinem und im Namen des Vorsteheramtes der Israeliten in
Kassel für die treue Mitarbeit. Sodann feierte der Vorsitzende des
jüdischen Lehrervereins in Hessen, Lehrer Amram in Borken, den
Entschlafenen als treuen Kollegen. Zuletzt sprach Lehrer Katz -
Nentershausen, ein Schüler des Verstorbenen, im Namen der Schüler Worte
des Abschiedes und des tiefsten Dankes.
In dem Gedanken, dass wir der Besten Einen dem kühlen Schoße der Erde
anvertraut, und in dem Bewusstsein, dass zur Freude des Heimgegangenen
sein ältester Sohn Aron Neuhaus die Gemeinde in seinem Geiste
weiterführt, damit dieselbe ein treues Glied der Gemeinde Jakob bleibe,
schieden wir vom Grabe. (hebräisch und deutsch:) 'Komme in Frieden und
ruhe im Grabe, der du in Geradheit gewandert mit Gott und deinen
Mitmenschen.' Ein treues Andenken bewahren Dir Deine Freunde. Sally
Katz, Windecken." |
Zum Tod der Witwe des Lehrers Moses Neuhaus (s.o.) - Sara Neuhaus (1922)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. April 1922: "Guxhagen,
21. April (1922). Nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem
Leiden ist Frau Sara Neuhaus, Witwe des verewigten Lehrers Moses Neuhaus -
er ruhe in Frieden - im seltenen Alter von 86 Jahren, in die Ewigkeit
abberufen und am 5. vorigen Monats unter zahlreichem Trauergefolge zu
Grabe getragen worden. Im Trauerhause, der Wohnung ihres Sohnes, des
Lehrers A. Neuhaus zu Fritzlar, würdigten die Herren Lehrer Perlstein -
Gudensberg und Hecht - Wildungen und am Grabe Lehrer Kranthal - Guxhagen
die Verdienste der Entschlafenen. Der Heimgang dieser wahrhaften
jüdischen Frau, die sich die Wertschätzung weiter Kreise erworben,
bedeutet für die Familie, sowie für alle, die sie gekannt, einen
schweren Verlust. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Links: die Grabsteine für Moses Neuhaus und seine Frau Sara Neuhaus im
jüdischen Friedhof Guxhagen. |
Aus dem jüdischen
Gemeinde- und Vereinsleben
Vortrag von Herrn Jacobsohn aus Hamburg über die Aktivitäten des Keren Hathora
(1925)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juli 1925: "Guxhagen.
Herr Jacobson aus Hamburg hielt hier in einer großen Versammlung vor
über 100 Personen, die zum Teil aus Kassel und Melsungen
erschienen waren, einen Vortrag über die Bedeutung und Aufgaben des Keren
Hathora. Anlehnend an Schir haschirim Vers 1 (Hoheslied 1,1)
machte der geschätzte Redner die Zuhörer mit einer sehr interessanten
Stelle aus Gmoroh Schabbos (= Gemara Traktat Schabbat) vertraut, in
der die Kinder ihrem eigenen Lehrer klarmachten, dass der ganze Sinn des
Judentums, das Torastudium im jüdischen Alphabet dargestellt ist. Er
führte gerner aus, dass gerade der Krieg besonders in den Pflanzstätten
des Torastudiums im Osten große Verwüstungen angerichtet hat. Zahlreiche
Jeschiwot (Talmudschulen) sind vom schwersten Schicksal betroffen,
auch in Deutschland sind zur Zeit Tausende von Kinder ohne
Religionsunterricht. Hier helfend einzugreifen ist die Aufgabe des Keren
Hathora. An der sich anschließenden Aussprache beteiligten sich die
Herren Isidor Katz - Guxhagen und Lehrer Löwenstein - Melsungen. Bereits
vor dem Besuche des Herrn Jacobsohn war eine Ortsgruppe des Keren Hathora
von den Herren Moses Plaut und Isaak Katzenberg in Lebens gerufen. Die
Versammlung, die Herr M. Plaut sehr gut führte, wurde erst in später
Abendstunde geschlossen." |
Rabbiner Jacobovitz unterrichtet
die Gemeinde bei einem Erholungsaufenthalt (1928)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1928: "Guxhagen,
9. September (1928). Herr Rabbiner Jacobowitz aus Köln, welcher mit
seiner Familie ca. 4 Wochen sich zur Erholung hier aufhielt, hat während
dieser Zeit sehr segensreich in unserer Gemeinde gewirkt. Jeden Abend
hielt er einen sehr gut besuchten Gemoroh-Schiur
(Talmud-Lehrstunde), tagsüber lernte er mit den Knaben Mischnajot
(Mischna-Abschnitte). Schabbos Nachmittag hielt er einen Sidroh-Vortrag
(Vortrag zum Toraabschnitt des Schabbat), an welchem Damen und Herren
teilnahmen und welcher ebenfalls sehr gut besucht war. - Am Sonntag den
26. August hielt er einen Vortrag über 'Das Leben und Wirken des
Chatam-Sofer' (gemeint; der orthodoxe Rabbiner Moses Schreiber aus
Frankfurt / Pressburg, 1763-1839). - Am Mittwoch, den 29. August war die
Abschiedsfeier, verbunden mit einer Sijum-Feier (hier wohl gemeint:
Abschlussfeier für den Durchgang durch die Mischna-Abschnitte) für die
Kinder. Wir sagen ihm für sein hingebungsvolles Wirken an dieser Stelle
nochmals unseren herzlichsten Dank. Möchten doch alle dazu befähigten
Herren der Stadt ihre Erfolgung auf dem Lande suchen und den Dorfgemeinden
solch echt jüdisches Wissen
übermitteln." |
Anmerkung:
mit obigem Rabbiner ist vermutlich Rabbiner Dr. Julius (Joel)
Jacobowits gemeint, der allerdings 1928 nicht mehr in Köln, sondern schon
einige Zeit in Königsberg oder bereits in Berlin tätig war. Zu Rabbiner
Dr. Jacobowits: geb. 1886, gest. 1947; bis 1914 in Berlin, 1914-17 Rabbiner
in Randegg, 1917 Rabbiner in Köln, später Königsberg, dann Berlin; 1935
nach England emigriert; verheiratet mit Paula geb. Wrescher; der Sohn war
der spätere Sir/Baron Dr. Immanuel Jakobovits (geb. 1921 in Königsberg,
gest. 1999 in London: 1967-1991 Chief Rabbi of the Jewish Communities of
Great Britain and the Commonwealth, 1987 geadelt: erster Oberrabbiner, der
zum Lord erhoben wurde).
Quelle
für das Foto. |
Berichte zu einzelnen Personen aus der
Gemeinde
Zum 90. Geburtstag von Jeanette Rose
(1902)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit vom 13. Februar 1902:
"Windecken, 11. Februar (1902). Am 2. Februar feierte Fräulein
Jeanette Rose in Guxhagen ihren 90jährigen Geburtstag. dieselbe ist am 2.
Februar 1912 in Niedenstein Kreis Fritzlar geboren, kam im Jahre 1860 in
das Haus ihres vor wenigen Jahren verstorbenen Vetters Daniel Katz II., Guxhagen, wo sie auch heute bei dessen Sohne Israel Katz weiter in voller
Rüstigkeit wirkt. Im Kreise der Familie beging sie in der animierten
Stimmung einer 18jährigen ihren Geburtstag und wurde von den Kindern des
verstorbenen Daniel Katz reichlich beschenkt." |
76. Geburtstag von Baruch Katz (M.
Sohn) (1928)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Mai 1928:
"Guxhagen, 1. Mai (1928). Seinen 76. Geburtstag begeht heute in
größter Rüstigkeit und geistiger Frische Herr Baruch Katz (M.
Sohn)". |
Zum 78. Geburtstag von Baruch Katz
und zum 80. Geburtstag von Lina Katz (1929)
Zwei
Meldungen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1929:
"Guxhagen, 12. Mai (1929): Seinen 78. Geburtstag beging am 1.
Mai in größter Frische Herr Baruch Katz, dahier.
Guxhagen, 12. Mai (1929). Ihren 80. Geburtstag beging in bester
körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische die Witwe Lina Katz,
dahier." |
75. Geburtstag von Levy Speier I
(1929)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1929: "Guxhagen,
24. Juni (1929). Seinen 75. Geburtstag beging in voller Frische Levy
Speier I dahier." |
50jähriges Geschäftsjubiläums von Moses
Plaut
(Sommer 1929)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli
1929:"Guxhagen, 7. Juli (1929): Sein 50jähriges Geschäftsjubiläum
beging Herr Gemeindeältester Moses Plaut, einer der angesehensten
Mitglieder unserer Gemeinde. Zu der Feier hatte sich ein großer Kreis von
Geschäftsfreunden und Verehrern eingefunden. Viele wertvolle Geschenke, Glückwunschtelegramme
und -Adressen bezeigten dem Jubilar die Anerkennung, die er in allen Kreises
genießt. Herr Landrabbiner Dr. Walter - Kassel, verlieh ihm den Ehren Titel
des Chowar, begleitet von einem Schreiben, die die tiefe Frömmigkeit
des Jubilars aussprach. Der Bürgermeister überbrachte ihm persönlich
seine Glückwünsche. Bei der Mittagstafel sprachen die Herren Katzenberg
und Goldschmidt, bei den Abendtafel Herr David Ullmann aus Kassel über
die Anerkennung und Verehrung des Jubilars." |
77. Geburtstag von Lisette Katz (1929)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juli 1929:
"Guxhagen, 15. Juli (1929). Ihren 77 Geburtstag beging gestern in
größter Rüstigkeit und Geistesfrische Frau Lisette Katz, dahier." |
Goldene Hochzeit von Moses Katz und Lina geb. Löwenstein (1928)
Meldung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1928: "Guxhagen,
8. Dezember (1928). Herr Moses Katz und Ehefrau Lina geb. Löwenstein
feierten in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische ihre goldene
Hochzeit." |
Zum Tod des langjährigen
Gemeindevorstehers Moses Plaut (1937)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Oktober 1937:
"Guxhagen, 8. Oktober (1937). Unsere Gemeinde, die im Wandel der
Zeiten ein Bollwerk des überlieferten Judentums geblieben ist, hat mit
dem Heimgange ihres langjährigen Gemeindeältesten Moses Plaut einen
schweren Verlust erlitten. Unbestechliche Wahrheitsliebe,
Rechtschaffenheit und aufrichtige Frömmigkeit waren die Grundzüge seines
lauteren Wesens. Mit Hingebung und Opferbereitschaft sorgte er jederzeit
für eine schöne und würdige Ausstattung unseres Gotteshauses. Auch in
der politischen Gemeinde war er ca. zwei Jahrzehnte Mitglied der Gemeindevertretung.
Sein Haus, in dem fast alle Schiurim der Gemeinde abgehalten
wurden, gestaltete er mit der gleichgesinnten Gattin zu einer
Pflanzstätte der Tora. Das beglückende Bewusstsein, dass seine Kinder
als Gottesfürchtige ihre Häuser im Geiste des Elternhauses aufbauten,
vergoldete seinen Lebensabend. Vor ca. 8 Jahren erhielt er den
Chower-Titel. - An der Bahre gab Landrabbiner Dr. Geis, Kassel, in
bewegten Worten der großen Trauer Ausdruck und entwarf ein treffendes
Lebensbild des Entschlafenen. Im Namen der Familie sprach der
Schwiegersohn, Lehrer Goldschmidt, Hamburg, ergreifende Abschiedsworte.
Dann sprach noch der Gemeindeälteste, Herr Is. Katzenberg, Guxhagen, ein Schwager
des Verewigten, ihm den tief empfundenen Dank der Gemeinde für sein
vorbildliches Wirken aus. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Verlobungsanzeige für Jette geb.
Plaut und Levy Wallheimer (1924)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1924: "Gott
sei gepriesen. Die Verlobung ihrer Kinder Jette und Levy beehren sich
anzuzeigen: M. Plaut und Frau Berta geb. Katzenberg - Frau Bertha
Wallheimer geb. Hahn:
Jette Plaut - Levy Wallheimer: Verlobte. Guxhagen bei Kassel -
Aurich (Ostfriesland). Tamus 5684." |
Hochzeitsanzeige für Selma geb. Gans und
Elieser Katz (1925)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1925: "Statt
Karten - Gott sei gepriesen -. Zur Trauung unserer Kinder Selma und
Elieser, die - mit Gott - am Lag BaOmer den 12. Mai dieses
Jahres, 18. Ijar (5685, 2 1/2 Uhr in Guxhagen bei Kassel
stattfinden wird, laden wir alle Freunde und Bekannte herzlichst ein. H.
Gans und Frau, Frankfurt am Main, Röderbergweg 97 - Frau S. Katz Witwe - Guxhagen." |
Bar Mizwa-Feier von Moses Katzenberg
(1925)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Oktober 1925: "Die
- so Gott will - am 1. Tag von Sukkot stattfindende Bar
Mizwa-Feier unseres Sohnes Moses zeigen hierdurch ergebenst an
Isaac Katzenberg und Frau. Guxhagen." |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen
Häuser vorhanden gewesen sein. Nach der Überlieferung am Ort soll er im Haus
Sellestraße 6 eingerichtet gewiesen sein.
1823 (1826) wurde eine Synagoge beziehungsweise ein jüdisches
Gemeindezentrum mit Synagoge, Schule und Lehrerwohnung erbaut. Erstellt wurde
ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit einem Sattelbach im Straßenzug.
Rechts vom Eingang (nach Osten ausgerichtet) war die Synagoge untergebracht,
links des Eingangs die Schule. Im Synagogenraum hatte es zuletzt 74 Männer- und
46 Frauenplätze.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die
Inneneinrichtung der Synagoge und der Schule zerstört, Fenster eingeschlagen,
Kultgegenstände geschändet. Das Gebäude kam wenig später in den Besitz der
politischen Gemeinde Guxhagen, die es zu einem Wohnhaus umbaute (u.a. Einzug
einer Zwischendecke auf Höhe der Frauenempore und Einbau von weiteren
Zwischenwänden).
Im Mai 1985 wurde an der ehemaligen Synagoge eine Gedenktafel angebracht.
Sie enthält den Text: "Synagoge und Schule der jüdischen Gemeinde
Guxhagen bis 1938. In mahnendem Gedenken an die jüdischen Mitbürger, die
während der Naziherrschaft gedemütigt, entrechtet, verschleppt und ermordet
wurden. Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung (jüdische
Weisheit)."
2001/02 wurde das ehemalige Synagogengebäude zuletzt umfassend renoviert. Nach
Fertigstellung der Arbeit wird es weiterhin als Wohnhaus mit einer
Hebammenpraxis genutzt . Durch die Wiederherstellung der hohen Fenster im
Bereich des früheren Betsaales wurde der ehemalige Charakter als Synagoge
wieder sichtbar gemacht. Im Bereich des ehemaligen Toraschreines und der Decke
wurde die alte Wandbemalungen wieder freigelegt.
Adresse/Standort der Synagoge: Untere
Gasse 9
Fotos
| Historische Fotos |
Historische Fotos
sind noch nicht vorhanden; über Hinweis oder Zusendungen freut sich der
Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
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Das ehemalige
Synagogengebäude 1985
(Quelle: Altaras 1988 S. 52) |
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| Früheres Aussehen der
Synagoge Guxhagen: Computer-Simulation des Ateliers für Architektur,
Melsungen |
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Durch die Restaurierung
2001/02 sichtbar gewordene ursprüngliche Bemalung
(Quelle: www.guxhagen.de) |
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Bemalung im Bereich des
Toraschreines mit der hebräischen Inschrift "Erkenne, vor wem du
stehst". |
Blick auf die Deckenbemalung |
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| Das Synagogengebäude
im Juni 2008 |
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Blick auf das
ehemalige jüdische Gemeindezentrum: links Schule und Lehrerwohnung,
rechts die Synagoge; seit der Restaurierung sind die hohen Fenster im
Bereich des früheren Betsaales wieder hergestellt |
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| Gedenktafel |
Eingangstor |
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| Das Gebäude von der
Gartenseite |
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Blick von der
ehemaligen Synagoge zur Klosterkirche Breitenau: auf dem Grundstück des
Klosters war 1933-1945 ein Konzentrationslager (Gedenkstätte
Breitenau) |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einige Berichte:
Juni 2008:
Stolperstein-Aktion in Guxhagen geplant
Artikel vom 13. Juni 2008 in der "Hessischen /Niedersächsischen
Allgemeinen" - HNA-Online www.hna.de)
Mahnmal, Kunst und Stolperstein - Initiative lädt zu öffentlichem Treffen ein
Guxhagen. Die Guxhagener Initiativgruppe Stolpersteine erwägt eine Vereinsgründung. Außerdem will die zurzeit 30-köpfige Gruppe öffentlich diskutieren, wie man überhaupt die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus' wach halten kann.
Das öffentliche Treffen findet am Dienstag, 17. Juni, ab 19.30 Uhr im Bürgersaal Guxhagen statt.
Mindestens 85 Guxhagener Juden aus 19 Familien seien in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet worden oder aus Entkräftung gestorben, teilte die Initiativgruppe Stolpersteine mit.
Gedenktafeln im Gehweg. Der ehemalige Pfarrer Dr. Heinz Döring habe zur Erinnerung an die Opfer Benni und Frieda Katz bereits vor wenigen Jahren Gedenktafeln aus Messing des Künstlers Gunter Demnig in den Bürgersteig am Ort ihres ehemaligen Wohnhauses setzen lassen.
Die Initiative Stolpersteine denke auch über andere Ausdrucksformen wie Kunstprojekte, Mahnmale und Gedenktafeln nach, teilte Sprecher Bodo Vietor mit. Dabei könne man auch die örtliche Gesamtschule und die Gedenkstätte Breitenau einbeziehen.
Synagoge und Friedhof. Pfarrer Frithjof Tümmler schlug vor, auch die ehemalige Synagoge und den Judenfriedhof als Orte der lokalen Geschichte Guxhagens mit einzubeziehen.
Es gehe nicht um eine Aktion Stolpersteine, so die Initiative, sondern um einen Anstoß für einen nachhaltigen Prozess des Erinnerns - im Sinne der Inschrift einer Gedenktafel der ehemaligen Synagoge, dort heiße es: Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung.
(lgr) |
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| März 2009: Eine
Adressliste für die Verlegung von Stolpersteinen liegt vor. |
Artikel vom 1. März 2009 in der
"Hessischen / Niedersächsischen Allgemeinen" - HNA-Online (Artikel):
Stolpersteine: Verein lädt zu Diskussion ein.
Guxhagen. Die Gedenkstätte Breitenau hat dem Verein Stolperorte in Guxhagen Unterlagen über den jeweils letzten Wohnsitz von 85 Menschen jüdischen Glaubens überlassen, die als Opfer des nationalsozialistischen Regimes ermordet wurden oder an Entkräftung starben. Nun will der Verein bei den heutigen Bewohnern und Eigentümern der Wohnungen und Häuser für seine Aktion Stolpersteine werben. Dabei sollen auf den Gehwegen der jeweils letzten Wohnung im Guxhagener Ortskern kleine Gedenktafeln verlegt werden. Das teilte Bodo Vietor vom Vereinsvorstand mit.
Ergänzend oder auch alternativ zu den Stolpersteinen soll außerdem öffentlich über andere Ausdrucksformen des Gedenkens und Erinnerns debattiert werden, teilte Bodo Vietor mit. So habe sich der Verein beim beim Gemeindevorstand die Erlaubnis geholt, im Bereich vor der ehemaligen Synagoge in der Untergasse eine Tafel aufstellen zu dürfen. Form, Größe, künstlerische Gestaltung sind noch unklar, gedacht wird aber an die namentliche Auflistung aller Ermordeten und aus Guxhagen Vertriebenen zusammen mit ihren persönlichen Schicksalsdaten. Weiter soll ein Plan vom Guxhagener Ortskern die jeweiligen Wohnhäuser beziehungsweise Wohnungen aufzeigen und so verdeutlichen, "dass die Menschen unsere Nachbarn waren", so Bodo
Vietor.
Eine öffentliche Diskussionsveranstaltung zum Thema findet am Mittwoch, 18. März, ab 19.30 Uhr im Bürgersaal Guxhagen statt. (lgr) |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | vgl. Seite
zu Publikationen auf der Website der Gedenkstätte Breitenau |
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 304-306. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 52-53. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 173-175. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 405-406.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Guxhagen
Hesse-Nassau. Founded around 1809, the community built a synagogue in 1843,
maintained a school (1823-1936), and numbered 170 (12 % of the total) in 1905.
Affiliated with the rabbinate of Kassel, its members established a branch of the
Jewish War Veterans Association in 1925 and were noted for their strict
religious othodoxy. Of the 158 Jews living there in 1933, only 82 remained on Kristallnacht
(9-10 November 1938), when SA troops vandalized the synagogue and organized a
pogrom. The last 39 Jews were sent to death camps and to the Theresienstadt
ghetto in 1941-42.

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