Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Hessen" 
Zur Übersicht "Synagogen im Schwalm-Eder-Kreis"  
    

Guxhagen (Schwalm-Eder-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Zur jüdischen Geschichte in Guxhagen siehe auch die Seiten des "Fördervereins ehemalige Synagoge e.V.": 
www.synagoge.guxhagen.net/   

    
Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)           
   
In Guxhagen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1680 Juden am Ort genannt (zwei Familien). 1744 gab es 4 jüdische Haushaltungen in Guxhagen, unter ihnen zwei Witwen (als Namen der Haushaltsvorstände werden genannt: Meyer Speyer, Beyle Katzen, Güthel Leve und Mendel Levi). 1776 waren es 6 Familien.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1823 10 jüdische Familien, 1835 95 jüdische Einwohner, 1861 103 (9,1 % von insgesamt 1.135), 1885 132 (9,6 % von 1.371), 1895 158 (12,4 % von 1.366), 1905 170 (11,9 % von 1.430). Die jüdischen Familien lebten bis weit ins 19. Jahrhundert hinein überwiegend vom Handel mit Vieh, Manufakturwarenhandel, Häuten und Fellen. Dazu gab es mehrere jüdische Metzger. Seit den 1820er-Jahren gab es auch einige jüdische Handwerker (Buchbinder, Sattler, Schneider, Mützenmacher, Schuhmacher). Mehrere jüdische Personen/Familien eröffneten Läden und Gewerbebetriebe am Ort. 

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Israelitische Volksschule bis 1936), ein rituelles Bad (vermutlich im Untergeschoss des Gebäudes Sellestraße 6) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Israelitische Volksschule hatte 1868 22 Schüler, 1884 27, 1902 44. An Lehrern werden genannt: Moses Neuhaus (ca. 1860 bis vor 1901), sein Sohn Aron Neuhaus (spätestens seit 1901, vgl. unten Bericht von 1922 zum Tod seiner Mutter, der Lehrerwitwe Sara Neuhaus) sowie seit 1905 Jacob Kanthal (aus Langenselbold; 25-jähriges Ortsjubiläum 1930, siehe Bericht unten; Kanthal blieb Lehrer in der Gemeinde bis zu seiner Pensionierung 1934).  
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Kassel.  
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Baruch Katz (geb. 22.6.1895 in Guxhagen, gef. 9.3.1918), Moritz Katz (geb. 23.12.1895 in Guxhagen, gef. 15.5.1918, Hermann Lichtenstein (geb. 12.2.1888 in Guxhagen, gef. 15.5.1918) und Daniel Speyer (geb. 17.8.1898 in Guxhagen, gef. 27.9.1915).  
 
Um 1925, als 159 jüdische Einwohner gezählt wurden (9,8 % von insgesamt 1.785), waren die Gemeindevorsteher Joel Speyer I und Isaak Katzenberg. Als Lehrer und Schochet war Jakob Kanthal tätig, als Synagogendiener Moritz Steindle. Die Volksschule der Gemeinde wurde damals von 17 Kindern besucht. An jüdischen Vereinen gab es: eine Chewra Kadischoh (1924/32 unter Leitung von Isaak Katzenberg, 1932 13 Mitglieder, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen), die Chewrah 'Berith Scholaum' (1924/32 unter Leitung von Joel Speier I mit 32 Mitglieder, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Torastudium), die Chewras Bachurim (gegründet etwa 1840, 1924/32 unter Leitung von Moses Plaut mit 15 Mitgliedern, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung hilfsbedürftiger Ortsansässiger, Vorträge), die Chewras Noschim (Frauenverein, 1924 unter Leitung von Lina Katz, 1932 unter Leitung von Minna Katzenberg mit 29 Mitgliedern, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Kranker), eine Jugendgruppe der Agudas Jisroel (1924/32 unter Leitung von Isaac Katzenberg) sowie eine Ortsgruppe des Centralvereins (1924 unter Leitung von Hugo Meyer) und eine Ortsgruppe des Frontbundes (1924 unter Leitung von Meyer Speyer II).   1932 waren die Gemeindevorsteher Moses Plaut (1. Vorsitzender, gestorben 1937, siehe Bericht unten) und Isaak Katzenberg (2. Vorsitzender). Weiterhin war Jakob Kanthal als Lehrer tätig. Im Schuljahr 1931/32 unterrichtete er 27 Kinder an der Israelitischen Volksschule.   

1933 lebten noch 158 jüdische Personen in Guxhagen (8,9 % von 1.785).
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Die Lehrerstelle an der Israelitischen Volksschule wurde nach der Pensionierung von Lehrer Kanthal und seinem Wegzug nach Wesel 1934 nicht mehr besetzt. Die Schule wurde 1936 geschlossen. Nach dem Tod des Vorsitzenden Moses Plaut 1937 (siehe Bericht unten) war letzter Gemeindevorsitzender Isaak Katzenberg (1941 deportiert). Nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 ging die Zahl bis Anfang 1939 auf 64 jüdische Einwohner zurück (3,3 % von 1.919). Im Zusammenhang mit dem Novemberpogrom wurden elf jüdische Männer und ein 14jähriger Junge (Daniel Katz) verhaftet und anschließend in das KZ Breitenau, dann in die Infanteriekaserne nach Kassel verbracht und schließlich für mehrere Wochen im KZ Buchenwald festgehalten.  
  
Von den 1933 in Guxhagen lebenden jüdischen Personen sind 14 Personen noch am Ort verstorben; emigrieren konnten mindestens Personen nach Palästina/Erez Israel, mindestens fünf in die USA, vier nach Prag; die meisten verzogen innerhalb von Deutschland (Berlin, Kassel, Frankfurt usw.). Im Juni 1940 wurden acht jüdische Einwohner aus Guxhagen nach Berlin verbracht. Am 8. Dezember 1941 wurden 31 jüdische Einwohner von Guxhagen aus nach Riga deportiert, weitere fünf am 5. April 1942 nach Theresienstadt.

Von den in Guxhagen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Leopold Blumhof (1896), Manfred Blumhof (1929), Regina Blumhof geb. Goldschmidt (1860), Selma Blumhof geb. Katz (1893), Hilda David (1942), Berta Frenkel (1887), Lina Geismar geb. Katz (1894), Selma Goldschmidt geb. Katz (1888), Markus Hecht (1858), Johanna Israel geb. Neuhaus (1869), Aron Katz (1890), Beate Katz (1926), Bella Katz geb. Katz (1897), Benjamin Katz (1887), Benjamin (Benni) Katz (1899), Berta Katz geb. Katz (1885), Berta Katz geb. Katz (1885), Berta Katz geb. Speyer (1886), Betti Katz geb. Plaut (1872), Emilie Katz geb. Lange (1853), Gisela Ida Katz (1897), Helene Katz geb. Meyenfeld (1861), Hermann Katz (1893), Ida Katz (1896), Jeanette Katz geb. Levi (1869), Johanna Katz geb. Weinstein (1889), Josef Katz (1880), Juda Katz (1886), Kurt Katz (1927), Lehmann Katz (1888), Lehmann Katz (1887), Lina Selma Katz (1892), Lothar Katz (1920), Amalie (Malchen) Katz geb. Plaut (1870), Margot Katz (1926), Max Katz (1920), Paula Katz (1884), Resi Katz geb. Katz (1915), Rosa Katz geb. Sauer (1863), Rosa Katz geb. Levi (1891), Ruth Katz  geb. Katz (1921), Salli Katz (1904), Sally Katz (1990), Simon Katz (1927), Sofie Katz (1920), Sophie Katz (1921), Walter Markus Katz (1923), Erich Katzenberg (1920), Isaak Katzenberg (1882), Jettchen Katzenberg geb. Katz (1890), Kläre (Clara) Katzenberg (1917), Minna Katzenberg geb. Plaut (1875), Ruth Katzenberg (1922), Emilie Lange geb. Katz (1853), Biska (Rieca) Lennig geb. Katz (1883), Paula Lewin geb. Katzenberg (1901), Albert Lichtenstein (1925), Berthold Lichtenstein (1884), Erna Lichtenstein (1922), Friedel Lichtenstein (1919), Gerda Lichtenstein (1914), Herbert Lichtenstein (1913), Jettchen Lichtenstein geb. Speier (1892), Meier Lichtenstein (1886), Robert Lichtenstein (1930), Frieda Mannsbach geb. Katz (1880), Lea Mannsbach geb. Katz (1882), Karola Meyer (1924), Malchen Meyer geb. Katz (1896), Martin Meyer (1921), Aron Neuhaus (1873), Selma Oppenheim geb. Katz (1882), Bisga (Bissya) Oppenheimer geb. Katzenberg (1877), Friederike (Rika) Rosenthal geb. Katz (1884), Jettchen Schulhaus geb. Speier (1896), Franziska Schwarz (1888), Paula Seligsohn geb. Katz (1889), Rosa Simonsohn geb. Katz (1879), Adele Speier geb. Katz (1892), Alfred Speier (1901), Arno Speier (1921), Baruch Speier (1890), Betti Speier (1887), Beßchen Speier (1853), Frieda Speier geb. Speier (1894), Jettchen Speier geb. Sommer (1866), Jonas Speier (1890), Josef Speier (1894), Levi Speier (1861), Levi Speier (1885), Lina Speier (1892) Max Speier (1891), Max Moses Speier (1891), Meier Speier (1888), Meier Speier (1895), Betty Speyer geb. Neumann (1894), Emanuel Speyer (1884), Siegfried Speyer (1930), Berta Steindler geb. Lichtenstein (1883), Rikchen Wertheimer geb. Speier (1893).
  
Anmerkung: der in verschiedenen Gedenkbüchern genannte Herbert Speier (geb. 1931) hat die NS-Zeit überlebt und lebt in Israel (Angabe November 2008). 
    
Nach 1945 kehrten nur der Schuhmacher Josef Katz und seine Schwester Recha Katz nach Guxhagen zurück (1947). Sie wurden nach ihrem Tod in den 1970er-Jahren (1970 beziehungsweise 1976) als letzte im jüdischen Friedhof beigesetzt.
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
    
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Zum Tod von Lehrer Moses Neuhaus (1901)  

Guxhagen Israelit 24101901.jpg (102098 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Oktober 1910: "Aus Hessen, 18. Oktober (1901). Eine traurige Veranlassung war es, die mich am Sonntag, den 13. Oktober wieder einmal in meine Heimat Guxhagen an der Fulda führte. Es galt, meinen geliebten Lehrer Moses Neuhaus zu seiner letzten Ruhestätte zu begleiten. Am Donnerstag, den 10. Oktober, umgeben von seiner Familie und mehreren seiner Schüler, denn letztere bildeten mit wenigen Ausnahmen die gesamte Gemeinde, erlag derselbe einem qualvollen Leiden. Vierzig Jahre hindurch hatte der Verblichene seine Dienste in Treue und Liebe einer und derselben Gemeinde gewidmet. Wohl wenige Gemeinden können sagen, dass sie durchweg dem orthodoxen Judentum treu geblieben sind. Guxhagens Juden, auch alle auswärtigen Schüler des heimgegangenen Lehrers Neuhaus halten Gott sei Dank, noch fest an dem wahren und unverfälschten Judentum, sie sind bis heute allen Neuerungen der Reform fern geblieben. Nicht wenig trug zu dieser streng gläubigen Anschauungsweise der große Lehrer der Gemeinde bei, der nach jeder Seite ein Vorbild eines braven und guten Juden war. Es gab kein Gebiet im jüdischen Pflichtenleben, dem der Heimgegangene geringere Sorgfalt widmete: die Armen beweinen in ihm einen Vater, der denselben stets hilfsbereit und mit freundlicher Miene zur Seite stand, und noch in den letzten Tagen seines Lebens 
Guxhagen Israelit 24101901a.jpg (169519 Byte)veranlasste er, die Armen im heiligen Lande mit einer Unterstützung zu versorgen. Keinen Tag ließ er verstreichen, ohne zu 'lernen', kein Gottesdienst wurde versäumt. Ein vergnügen war er für mich zu sehen, wie der Vater, von gegenseitiger Liebe und Verehrung erfüllt, seinen Angehörigen mit seinem ganzen Sein zugetan, wie er im Verkehr mit uns so bescheiden war, sich nicht nur als Lehrer, sondern auch als vertraulicher Freund zeigte. Moses Neuhaus seligen Andenkens war ein Mann von echtem Schrot und Korn, fern aller Heuchelei und Schmeichelei, der so sprach, wie er es dachte, und den heutigen Lehrern nach jeder Seite hin als Vorbild dienen kann. 
Ein solch großes Leichenbegängnis hat man am Platze noch nicht beobachtet. Ein unabsehbares Gefolge schritt hinter der Bahre, die Schule, die jüdische Gemeinde, auswärtige Schüler, Bekannte, eine große Anzahl jüdischer Lehrer aus vielen Gemeinden Hessens, die christlichen Kollegen und Bürger des Ortes, begleiteten die sterblichen Überreste zur letzten Ruhestätte. 
Herr Landrabbiner Dr. Prager schilderte in einer Alle zu Tränen rührenden Rede die Verdienste des Heimgegangenen um Schule und Gemeinde, hob hervor, welchen lieben, guten Gatten und Vater die Familie verloren und dankte in seinem und im Namen des Vorsteheramtes der Israeliten in Kassel für die treue Mitarbeit. Sodann feierte der Vorsitzende des jüdischen Lehrervereins in Hessen, Lehrer Amram in Borken, den Entschlafenen als treuen Kollegen. Zuletzt sprach Lehrer Katz - Nentershausen, ein Schüler des Verstorbenen, im Namen der Schüler Worte des Abschiedes und des tiefsten Dankes. 
In dem Gedanken, dass wir der Besten Einen dem kühlen Schoße der Erde anvertraut, und in dem Bewusstsein, dass zur Freude des Heimgegangenen sein ältester Sohn Aron Neuhaus die Gemeinde in seinem Geiste weiterführt, damit dieselbe ein treues Glied der Gemeinde Jakob bleibe, schieden wir vom Grabe. (hebräisch und deutsch:) 'Komme in Frieden und ruhe im Grabe, der du in Geradheit gewandert mit Gott und deinen Mitmenschen.' Ein treues Andenken bewahren Dir Deine Freunde. Sally Katz, Windecken."    

  
Zum Tod der Witwe des Lehrers Moses Neuhaus (s.o.) -  Sara Neuhaus (1922)  

Guxhagen Israelit 27041922.jpg (76624 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. April 1922: "Guxhagen, 21. April (1922). Nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden ist Frau Sara Neuhaus, Witwe des verewigten Lehrers Moses Neuhaus - er ruhe in Frieden - im seltenen Alter von 86 Jahren, in die Ewigkeit abberufen und am 5. vorigen Monats unter zahlreichem Trauergefolge zu Grabe getragen worden. Im Trauerhause, der Wohnung ihres Sohnes, des Lehrers A. Neuhaus zu Fritzlar, würdigten die Herren Lehrer Perlstein - Gudensberg und Hecht - Wildungen und am Grabe Lehrer Kranthal - Guxhagen die Verdienste der Entschlafenen. Der Heimgang dieser wahrhaften jüdischen Frau, die sich die Wertschätzung weiter Kreise erworben, bedeutet für die Familie, sowie für alle, die sie gekannt, einen schweren Verlust. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." 
Guxhagen Friedhof 163.jpg (119603 Byte) Links: die Grabsteine für Moses Neuhaus und seine Frau Sara Neuhaus im jüdischen Friedhof Guxhagen.

   
25-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Jakob Kanthal (1930)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 28. März 1930:     

   
   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   

Vortrag von Herrn Jacobsohn aus Hamburg über die Aktivitäten des Keren Hathora (1925)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juli 1925: "Guxhagen. Herr Jacobson aus Hamburg hielt hier in einer großen Versammlung vor über 100 Personen, die zum Teil aus Kassel und Melsungen erschienen waren, einen Vortrag über die Bedeutung und Aufgaben des Keren Hathora. Anlehnend an Schir haschirim Vers 1 (Hoheslied 1,1) machte der geschätzte Redner die Zuhörer mit einer sehr interessanten Stelle aus Gmoroh Schabbos (= Gemara Traktat Schabbat) vertraut, in der die Kinder ihrem eigenen Lehrer klarmachten, dass der ganze Sinn des Judentums, das Torastudium im jüdischen Alphabet dargestellt ist. Er führte gerner aus, dass gerade der Krieg besonders in den Pflanzstätten des Torastudiums im Osten große Verwüstungen angerichtet hat. Zahlreiche Jeschiwot (Talmudschulen) sind vom schwersten Schicksal betroffen, auch in Deutschland sind zur Zeit Tausende von Kinder ohne Religionsunterricht. Hier helfend einzugreifen ist die Aufgabe des Keren Hathora. An der sich anschließenden Aussprache beteiligten sich die Herren Isidor Katz - Guxhagen und Lehrer Löwenstein - Melsungen. Bereits vor dem Besuche des Herrn Jacobsohn war eine Ortsgruppe des Keren Hathora von den Herren Moses Plaut und Isaak Katzenberg in Lebens gerufen. Die Versammlung, die Herr M. Plaut sehr gut führte, wurde erst in später Abendstunde geschlossen."     

    
Vortragsabend der Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (1926)      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 19. November 1926:    

 
Generalversammlung der Ortsgruppe der Agudas Jisroel (1927)    

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 4. Februar 1927:     


 Vortragsabend der Ortsgruppe des Central-Vereins mit Syndikus Baer aus Frankfurt (1927)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 1. Juli 1927:    

     
Bezirkskonferenz der Agudas Jisroel (1927)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 8. Juli 1927:     
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 15. Juli 1927  

   
Generalversammlung der Ortsgruppe im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (1928)    

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 17. Februar 1928:    

    
Vortragsabend mit Lehrer Ludwig Warhaftig aus Darmstadt (1928)      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 8. September 1928:     

 
Rabbiner Jacobovitz unterrichtet die Gemeinde bei Erholungsaufenthalten (1928 / 1929)   

Guxhagen Israelit 13091928.jpg (99180 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1928: "Guxhagen, 9. September (1928). Herr Rabbiner Jacobowitz aus Köln, welcher mit seiner Familie ca. 4 Wochen sich zur Erholung hier aufhielt, hat während dieser Zeit sehr segensreich in unserer Gemeinde gewirkt. Jeden Abend hielt er einen sehr gut besuchten Gemoroh-Schiur (Talmud-Lehrstunde), tagsüber lernte er mit den Knaben Mischnajot (Mischna-Abschnitte). Schabbos Nachmittag hielt er einen Sidroh-Vortrag (Vortrag zum Toraabschnitt des Schabbat), an welchem Damen und Herren teilnahmen und welcher ebenfalls sehr gut besucht war. - Am Sonntag den 26. August hielt er einen Vortrag über 'Das Leben und Wirken des Chatam-Sofer' (gemeint; der orthodoxe Rabbiner Moses Schreiber aus Frankfurt / Pressburg, 1763-1839). - Am Mittwoch, den 29. August war die Abschiedsfeier, verbunden mit einer Sijum-Feier (hier wohl gemeint: Abschlussfeier für den Durchgang durch die Mischna-Abschnitte) für die Kinder. Wir sagen ihm für sein hingebungsvolles Wirken an dieser Stelle nochmals unseren herzlichsten Dank. Möchten doch alle dazu befähigten Herren der Stadt ihre Erfolgung auf dem Lande suchen und den Dorfgemeinden solch echt jüdisches Wissen übermitteln."      
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 16. August 1929:    
 
Jakobovits 030.jpg (5470 Byte)Anmerkung: mit obigem Rabbiner ist vermutlich Rabbiner Dr. Julius (Joel) Jacobowits gemeint, der allerdings 1928 nicht mehr in Köln, sondern schon einige Zeit in Königsberg oder bereits in Berlin tätig war. Zu Rabbiner Dr. Jacobowits: geb. 1886, gest. 1947; bis 1914 in Berlin, 1914-17 Rabbiner in Randegg, 1917 Rabbiner in Köln, später Königsberg, dann Berlin; 1935 nach England emigriert; verheiratet mit Paula geb. Wrescher; der Sohn war der spätere Sir/Baron Dr. Immanuel Jakobovits (geb. 1921 in Königsberg, gest. 1999 in London: 1967-1991 Chief Rabbi of the Jewish Communities of Great Britain and the Commonwealth, 1987 geadelt: erster Oberrabbiner, der zum Lord erhoben wurde).  
Quelle für das Foto.    

    
Wintervergnügen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (1929)    

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 11. Januar 1929:     

 
Vortragsabend der örtlichen Agudas-Gruppe (1929)      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 8. November 1929:    

      
      
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum 90. Geburtstag von Jeanette Rose (1902)  

Guxhagen Israelit 13021902.jpg (68603 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit vom 13. Februar 1902: "Windecken, 11. Februar (1902). Am 2. Februar feierte Fräulein Jeanette Rose in Guxhagen ihren 90jährigen Geburtstag. dieselbe ist am 2. Februar 1912 in Niedenstein Kreis Fritzlar geboren, kam im Jahre 1860 in das Haus ihres vor wenigen Jahren verstorbenen Vetters Daniel Katz II., Guxhagen, wo sie auch heute bei dessen Sohne Israel Katz weiter in voller Rüstigkeit wirkt. Im Kreise der Familie beging sie in der animierten Stimmung einer 18jährigen ihren Geburtstag und wurde von den Kindern des verstorbenen Daniel Katz reichlich beschenkt."

    
75. und 76. Geburtstag des Handelsmannes Baruch Katz (1927 / 1928)    

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 29. April 1927:      
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 27. April 1928:   
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Mai 1928: "Guxhagen, 1. Mai (1928). Seinen 76. Geburtstag begeht heute in größter Rüstigkeit und geistiger Frische Herr Baruch Katz (M. Sohn)".   

     
Goldene Hochzeit von Moses Katz und Lina geb. Löwenstein (1928)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 30. November 1928:     
 
Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Dezember 1928: "Guxhagen, 8. Dezember (1928). Herr Moses Katz und Ehefrau Lina geb. Löwenstein feierten in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische ihre goldene Hochzeit."  

  
Kaufmann Moses Plaut löst Joel Speier I im Amt des Gemeindeältesten ab (1929)      

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 15. März 1929:    


Zum 78. Geburtstag von Baruch Katz und zum 80. Geburtstag von Lina Katz (1929)  

Guxhagen Israelit 20061929.jpg (29563 Byte)Zwei Meldungen in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1929: "Guxhagen, 12. Mai (1929): Seinen 78. Geburtstag beging am 1. Mai in größter Frische Herr Baruch Katz, dahier. 
Guxhagen, 12. Mai (1929). Ihren 80. Geburtstag beging in bester körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische die Witwe Lina Katz, dahier."

  
75. Geburtstag von Levy Speier I (1929)  

Guxhagen Israelit 27061929.jpg (10727 Byte)Meldung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1929: "Guxhagen, 24. Juni (1929). Seinen 75. Geburtstag beging in voller Frische Levy Speier I dahier."

   
50-jähriges Geschäftsjubiläums von Moses Plaut (Sommer 1929)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli 1929:"Guxhagen, 7. Juli (1929): Sein 50-jähriges Geschäftsjubiläum beging Herr Gemeindeältester Moses Plaut, einer der angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde. Zu der Feier hatte sich ein großer Kreis von Geschäftsfreunden und Verehrern eingefunden. Viele wertvolle Geschenke, Glückwunschtelegramme und -Adressen bezeigten dem Jubilar die Anerkennung, die er in allen Kreises genießt. Herr Landrabbiner Dr. Walter - Kassel, verlieh ihm den Ehren Titel des Chowar, begleitet von einem Schreiben, die die tiefe Frömmigkeit des Jubilars aussprach. Der Bürgermeister überbrachte ihm persönlich seine Glückwünsche. Bei der Mittagstafel sprachen die Herren Katzenberg und Goldschmidt, bei den Abendtafel Herr David Ullmann aus Kassel über die Anerkennung und Verehrung des Jubilars."   
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 5. Juli 1929:   

  
77. Geburtstag von Lisette Katz (1929)  

Cuxhagen Israelit 25071929.jpg (12089 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Juli 1929: "Guxhagen, 15. Juli (1929). Ihren 77 Geburtstag beging gestern in größter Rüstigkeit und Geistesfrische Frau Lisette Katz, dahier."  

     
Zum Tod des langjährigen Gemeindevorstehers Moses Plaut (1937)  

Guxhagen Israelit 21101937.jpg (120198 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Oktober 1937: "Guxhagen, 8. Oktober (1937). Unsere Gemeinde, die im Wandel der Zeiten ein Bollwerk des überlieferten Judentums geblieben ist, hat mit dem Heimgange ihres langjährigen Gemeindeältesten Moses Plaut einen schweren Verlust erlitten. Unbestechliche Wahrheitsliebe, Rechtschaffenheit und aufrichtige Frömmigkeit waren die Grundzüge seines lauteren Wesens. Mit Hingebung und Opferbereitschaft sorgte er jederzeit für eine schöne und würdige Ausstattung unseres Gotteshauses. Auch in der politischen Gemeinde war er ca. zwei Jahrzehnte Mitglied der Gemeindevertretung. Sein Haus, in dem fast alle Schiurim der Gemeinde abgehalten wurden, gestaltete er mit der gleichgesinnten Gattin zu einer Pflanzstätte der Tora. Das beglückende Bewusstsein, dass seine Kinder als Gottesfürchtige ihre Häuser im Geiste des Elternhauses aufbauten, vergoldete seinen Lebensabend. Vor ca. 8 Jahren erhielt er den Chower-Titel. - An der Bahre gab Landrabbiner Dr. Geis, Kassel, in bewegten Worten der großen Trauer Ausdruck und entwarf ein treffendes Lebensbild des Entschlafenen. Im Namen der Familie sprach der Schwiegersohn, Lehrer Goldschmidt, Hamburg, ergreifende Abschiedsworte. Dann sprach noch der Gemeindeälteste, Herr Is. Katzenberg, Guxhagen, ein Schwager des Verewigten, ihm den tief empfundenen Dank der Gemeinde für sein vorbildliches Wirken aus. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  

Anzeige von Baruch Speier (1903)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1903: 
"Suche für meinen Sohn, der in einer Metzgerei und Wurstfabrik gelernt hat, eine Stelle, als 
Metzgergeselle

wo Schabbos und Jomtof (Feiertag) geschlossen ist. Näheres bei 
Baruch Speier,
Guxhagen, Hessen."               

  
Verlobungsanzeige für Jette geb. Plaut und Levy Wallheimer (1924)  

Guxhagen Israelit 31071924.jpg (42022 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Juli 1924: "Gott sei gepriesen. Die Verlobung ihrer Kinder Jette und Levy beehren sich anzuzeigen: M. Plaut und Frau Berta geb. Katzenberg - Frau Bertha Wallheimer geb. Hahn:
Jette Plaut - Levy Wallheimer: Verlobte. Guxhagen bei Kassel - Aurich (Ostfriesland). Tamus 5684."

  
Hochzeitsanzeige für Selma geb. Gans und Elieser Katz (1925)  

Guxhagen Israelit 07051925.jpg (45496 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Mai 1925: "Statt Karten - Gott sei gepriesen -. Zur Trauung unserer Kinder Selma und Elieser, 
die - mit Gott - am Lag BaOmer den 12. Mai dieses Jahres, 18. Ijar (5685, 2 1/2 Uhr in Guxhagen bei Kassel stattfinden wird, laden wir alle Freunde und Bekannte herzlichst ein. 
H. Gans und Frau, Frankfurt am Main, Röderbergweg 97 - Frau S. Katz Witwe - Guxhagen."   

   
Bar Mizwa-Feier von Moses Katzenberg (1925)  

Guxhagen Israelit 01101925.jpg (29538 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Oktober 1925: "Die - so Gott will - am 1. Tag von Sukkot stattfindende Bar Mizwa-Feier unseres Sohnes Moses zeigen hierdurch ergebenst an 
Isaac Katzenberg und Frau. Guxhagen."    

   
Anzeige von Koppel Speier (1929)       

Anzeige in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 8. März 1929:     

 
Anzeige der Metzgerei H. Speier (1938)    

Anzeige im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 4. März 1938: 
"Empfehle (Neukoscher) Ia Wurst  
Land-, Cervelat-, Koch-, Leber-, Mett- und Krakauerwurst. Salami. Rauchfleisch, Rauchzunge, Pökelfleisch. Versand auch nach auswärts. Karte genügt. 
H. Speier, Guxhagen
bei Kassel. Niederlage bei M. Speier Kassel Moltkestraße 7 II r."  

  
Familien-Nachrichten (Juli 1938) 

Mitteilung im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 8. Juli 1938: "Geburtstag: Guxhagen: Witwe Lisette Katz geb. Katz, am 13.7.38, 86 Jahre alt. ... 
"Gestorben: Guxhagen: Witwe Rosalie Levie, am 2. 7. 38, 70 Jahre alt. 
Karlshafen: Abraham Hohenberg, am 5.7.38 (57 Jahre alt)."   

 
Hochzeitsanzeige von Arthur Auerbach und Ruth geb. Speier (Juni 1938)    

Anzeige im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 10. Juni 1938: "Arthur Auerbach - Ruth Auerbach geb. Speier. Vermählte. 
Salzkotten - Guxhagen
Trauung: Sonntag, den 12.6., Synagoge Rosenstraße. Hochzeitsfeier bei Herrn Leo Speier. Hohentorstraße 6."    

  
Todesanzeige / Danksagung zum Tod von Sara Speier (Oktober 1938) 

Anzeige im "Jüdischen Gemeindeblatt Kassel" vom 28. Oktober 1938: "Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter Sara Speier 
sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank, ganz besonders Herrn J. Katzenberg, Guxhagen für seine trostreichen Worte. 
Hermann Speier nebst Geschwister
. Guxhagen, Kassel, Berlin im Oktober 1938."    

        
        
        
Zur Geschichte der Synagoge    
          
      
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen Häuser vorhanden gewesen sein. Nach der Überlieferung am Ort soll er im Haus Sellestraße 6 eingerichtet gewiesen sein. 
      
1823 (1826) wurde eine Synagoge beziehungsweise ein jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge, Schule und Lehrerwohnung erbaut. Erstellt wurde ein zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit einem Sattelbach im Straßenzug. Rechts vom Eingang (nach Osten ausgerichtet) war die Synagoge untergebracht, links des Eingangs die Schule. Im Synagogenraum hatte es zuletzt 74 Männer- und 46 Frauenplätze.  
   
In den 1920er-Jahren wurde die Synagoge umfassend renoviert. Am 26. Dezember 1929 wurde eine Gedenktafel mit den Namen der gefallenen jüdischen Soldaten aus Guxhagen angebracht. Sie war von der Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten gestiftet worden. 
    
Einweihung einer Gedenktafel für die Gefallenen des Weltkrieges (1929)  

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 28. Dezember 1929:     

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge und der Schule zerstört, Fenster eingeschlagen, Kultgegenstände geschändet. Das Gebäude kam wenig später in den Besitz der politischen Gemeinde Guxhagen, die es zu einem Wohnhaus umbaute (u.a. Einzug einer Zwischendecke auf Höhe der Frauenempore und Einbau von weiteren Zwischenwänden).  
   
Im Mai 1985 wurde an der ehemaligen Synagoge eine Gedenktafel angebracht. Sie enthält den Text: "Synagoge und Schule der jüdischen Gemeinde Guxhagen bis 1938. In mahnendem Gedenken an die jüdischen Mitbürger, die während der Naziherrschaft gedemütigt, entrechtet, verschleppt und ermordet wurden. Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung (jüdische Weisheit)."   
   
2001/02 wurde das ehemalige Synagogengebäude zuletzt umfassend renoviert. Nach Fertigstellung der Arbeit wird es weiterhin als Wohnhaus mit einer Hebammenpraxis genutzt . Durch die Wiederherstellung der hohen Fenster im Bereich des früheren Betsaales wurde der ehemalige Charakter als Synagoge wieder sichtbar gemacht. Im Bereich des ehemaligen Toraschreines und der Decke wurde die alte Wandbemalungen wieder freigelegt.  
  
  
  
Adresse/Standort der Synagoge  Untere Gasse 9     
   
   
Fotos  

Historische Fotos Historische Fotos sind noch nicht vorhanden; über Hinweis oder Zusendungen freut 
sich der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.
     
Das ehemalige Synagogengebäude 1985
(Quelle: Altaras 1988 S. 52)
Guxhagen Synagoge 120.jpg (68585 Byte) Guxhagen Synagoge 121.jpg (83137 Byte)
        
     
Früheres Aussehen der Synagoge
 Guxhagen: Computer-Simulation des
 Ateliers für Architektur, Melsungen 
Guxhagen Synagoge 130.jpg (31953 Byte)
      
     
Durch die Restaurierung 2001/02 
sichtbar gewordene ursprüngliche
 Bemalung
(Quelle: www.guxhagen.de
Guxhagen Synagoge 131.jpg (6626 Byte) Guxhagen Synagoge 132.jpg (3494 Byte)
  Bemalung im Bereich des Toraschreines 
mit der hebräischen Inschrift "Erkenne, 
vor wem du stehst".
Blick auf die 
Deckenbemalung
  
        
 Das Synagogengebäude 
im Juni 2008  
Guxhagen Synagoge 150.jpg (86627 Byte)  Guxhagen Synagoge 151.jpg (85447 Byte) 
  Blick auf das ehemalige jüdische Gemeindezentrum: links Schule und Lehrerwohnung, 
rechts die Synagoge; seit der Restaurierung sind die hohen Fenster im Bereich 
des früheren Betsaales wieder hergestellt
   
Guxhagen Synagoge 152.jpg (92343 Byte) Guxhagen Synagoge 154.jpg (81198 Byte) Guxhagen Synagoge 155.jpg (88127 Byte)
Gedenktafel Eingangstor   
      
Guxhagen Synagoge 156.jpg (109800 Byte) Guxhagen Synagoge 157.jpg (105796 Byte) Guxhagen Breitenau 150.jpg (95778 Byte)
Das Gebäude von 
der Gartenseite
    Blick von der ehemaligen Synagoge zur
 Klosterkirche Breitenau: auf dem Grundstück
 des Klosters war 1933-1945 ein
 Konzentrationslager (Gedenkstätte Breitenau)
   

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Juni 2008: Stolperstein-Aktion in Guxhagen geplant 
Artikel vom 13. Juni 2008 in der "Hessischen /Niedersächsischen Allgemeinen" - HNA-Online www.hna.de)  
Mahnmal, Kunst und Stolperstein - Initiative lädt zu öffentlichem Treffen ein
Guxhagen. Die Guxhagener Initiativgruppe Stolpersteine erwägt eine Vereinsgründung. Außerdem will die zurzeit 30-köpfige Gruppe öffentlich diskutieren, wie man überhaupt die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus' wach halten kann.  Das öffentliche Treffen findet am Dienstag, 17. Juni, ab 19.30 Uhr im Bürgersaal Guxhagen statt. Mindestens 85 Guxhagener Juden aus 19 Familien seien in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet worden oder aus Entkräftung gestorben, teilte die Initiativgruppe Stolpersteine mit..."    
  
März 2009: Eine Adressliste für die Verlegung von Stolpersteinen liegt vor.  
Artikel vom 1. März 2009 in der "Hessischen / Niedersächsischen Allgemeinen" - HNA-Online (Artikel):   
Stolpersteine: Verein lädt zu Diskussion ein.  
Guxhagen.
Die Gedenkstätte Breitenau hat dem Verein Stolperorte in Guxhagen Unterlagen über den jeweils letzten Wohnsitz von 85 Menschen jüdischen Glaubens überlassen, die als Opfer des nationalsozialistischen Regimes ermordet wurden oder an Entkräftung starben. Nun will der Verein bei den heutigen Bewohnern und Eigentümern der Wohnungen und Häuser für seine Aktion Stolpersteine werben. Dabei sollen auf den Gehwegen der jeweils letzten Wohnung im Guxhagener Ortskern kleine Gedenktafeln verlegt werden. Das teilte Bodo Vietor vom Vereinsvorstand mit..."  
    
November 2011: Gedenktafel und Platzbenennung zur Erinnerung an die jüdische Ärztin Dr. Lilli Jahn    
Artikel in der "Hessischen / Niedersächsischen Allgemeinen" - HNA-Online vom 10. November 2011: 
"Gemeinde enthüllt Gedenktafel vor ehemaliger Synagoge. 
Guxhagen.
An die jüdische Ärztin Dr. Lilli Jahn, die 1943 im Arbeitserziehungslager Breitenau inhaftiert war, erinnern in Guxhagen seit Mittwoch ein nach ihr benannter Platz und eine Gedenktafel vor der ehemaligen Synagoge..."   
Link zum Artikel.        
 

     
      

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Guxhagen   mit einer Seite, auf der sich Informationen zur ehemaligen Synagoge finden 
Gedenkstätte Breitenau: Seite zu "Wege zu Orten des Gedenkens und Erinnern in Guxhagen". 
Website http://www.juden-in-nordhessen.co.de: unter " Genealogien jüdischer Familien in Nordhessen" finden sich hier Stammbäume der Familien Katz, Katzenberg, Meier, Speier (zu Speier auch bei Forschung Christoph Kuehn)    
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Guxhagen 
Bericht über die Restaurierung (Freilegung der Bemalung)  (www.prodenkmal.de)   
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Guxhagen (interner Link)  

Literatur:  

vgl. Seite zu Publikationen auf der Website der Gedenkstätte Breitenau  
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 304-306.
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 52-53.
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen II Regierungsbezirke Gießen und Kassel. 1995 S. 173-175.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 405-406.
Gunnar Richter: Zur Deportation der Guxhagener Juden in das Ghetto Riga vor 65 Jahren. Ansprache anlässlich der Gedenkfeier am 9. November 2006 in der ehemaligen Guxhagener Synagoge. Online zugänglich.  

    
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Guxhagen  Hesse-Nassau. Founded around 1809, the community built a synagogue in 1843, maintained a school (1823-1936), and numbered 170 (12 % of the total) in 1905. Affiliated with the rabbinate of Kassel, its members established a branch of the Jewish War Veterans Association in 1925 and were noted for their strict religious othodoxy. Of the 158 Jews living there in 1933, only 82 remained on Kristallnacht (9-10 November 1938), when SA troops vandalized the synagogue and organized a pogrom. The last 39 Jews were sent to death camps and to the Theresienstadt ghetto in 1941-42. 
    
      

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

   

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 30. November 2014