Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hanau am Main mit Kesselstadt (Stadt Hanau)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
- siehe weitere Textseiten:  
Berichte zum jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben - mit Geschichte der Lehrer und der Schule 
Berichte zur Geschichte des Rabbinates  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
   
In Hanau (Stadtrecht seit 1303) bestand eine kleine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Erstmals werden Juden in der Stadt 1313 genannt (als "Bürger" bezeichnet); kurz zuvor (1310) waren die Juden in den Ulrich II. von Hanau gehörenden Orten von König Heinrich VII. an Ulrich verpfändet worden. Eine Synagoge (bzw. ein Betraum) war vorhanden. 1329 wird ein "Lehrmeister" Abraham genannt, möglicherweise der Lehrer und Vorbeter der Gemeinde. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Frankfurt beigesetzt. Von der Judenverfolgung in der Pestzeit waren auch die Juden der Stadt betroffen (1349). In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebten wieder einige jüdische Personen im Hanauischen (erste Nennung 1367). 
   
Im 15. und 16. Jahrhundert gab es nur wenige jüdische Familien in der Stadt (1429 zwei Familien, 1543 und 1596 je eine Familie). Sie waren unter anderem aus Babenhausen, Eppstein (1446, 1465), Giengen (1475), Köln (1439) und Soden (1367) zugezogen. Die Hanauer Juden lebten damals vor allem von Darlehens- und Pfandgeschäften. Ein jüdischer Geldhändler handelte auch mit Getreide. 1439 wird erstmals ein Rabbiner in der Stadt genannt (R. Mose aus Köln). 1474 bis 1478 war mit Daniel aus Babenhausen ein jüdischer Arzt in Hanau. 1515 wird ein jüdischer Goldschmied genannt. 1591 erfolgte eine Ausweisung der Juden aus der Stadt. 
  
Um 1600
konnten sich unter Graf Philipp Ludwig II. wieder jüdische Personen in der Stadt ansiedeln. Um diese Zeit entstand die Neustadt und eine heimische Industrie. Mit Hilfe der zugezogenen Juden entwickelte sich der Handel und die Geldwirtschaft in der Stadt. In der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg wurden zehn jüdische Familien (1603), wenig später 159 jüdische Einwohner gezählt (1607). Sie lebten gemeinsam in der auf einem zugeschütteten Stadtgraben angelegten "Judengasse". Das jüdische Gemeindeleben entwickelte sich rasch zu einer Blütezeit. Zwischen 1610 und 1630 bestand in Hanau eine hebräische Druckerei.    
  
Im 18. Jahrhundert stieg die Zahl der jüdischen Einwohner auf 630 im Jahr 1739. Ende des 18. Jahrhunderts waren 85 jüdische Familien in der Stadt. 
  
Rabbiner der jüdischen Gemeinde waren im 17./18. Jahrhundert
-  bis 1609 Rabbiner Jakob Kohen (gest. 1609), 
-  bis etwa 1615 Rabbiner Elia (ben Moshe) Loanz ("Baalschem"; geb. 1565 in Frankfurt, gest. 1636 in Worms)
-  um 1617 / 1636 Rabbiner Menachem ben Elkanan  
-  um 1650 Rabbiner Jair Chaim Bacharach (später in Koblenz und Worms)  
-  1668 bis 1677 Rabbiner Jakob Simon Bosnis (aus Prag, zuvor Rabbiner in Mainz; gründete in Hanau 1670 eine Jeschiwa). 
-  um 1690 Rabbiner Haggai Enoch Fränkel 
-  um 1704 Rabbiner Meier Elsass  
-  um 1720 Rabbiner Moses Brod   
-  um 1760 Rabbiner Uri Schraga Phoebus Helmann (gest. 1771 in Metz)  
-  von 1760 bis 1791 Rabbiner Jakob Benjamin Kronstadt (aus Krotoschin, gest. 1791 nach 32-jähriger Tätigkeit in Hanau): war zunächst Rabbiner in Oborniki, ab 1760 Landesrabbiner der Grafschaft Hanau. 
-  um 1785 Rabbiner Schemaja Kron (gest. 1825 in Hanau), war Dajan in Hanau und Rabbiner der Landgemeinden in der Grafschaft, auch Talmudlehrer.     
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1822 540 jüdische Einwohner (4,5 % von insgesamt 11.953 Einwohnern), 1861 379 (2,4 % von 15.802), 1871 447 (2,3 % von 19.225), 1885 574 (2,4 % von 24.377), 1895 593 (2,1 % von 27,655), 1900: 657, 1905 654 (1,0 % von 34.307). 
Auch im benachbarten Kesselstadt (seit 1907 zu Hanau eingemeindet) waren mehrere jüdische Familien zugezogen. Hier wurden 1835 18, 1861 32 jüdische Einwohner gezählt.      
    
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Israelitische Elementar- und Religionsschule), ein rituelles Bad (in einem Nebengebäude zum jüdischen Gemeinde- und Schulhaus) und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war neben dem Rabbiner (siehe unten) ein Elementarlehrer sowie ein weiterer Kultusbeamter angestellt. Letzterer war auch als Vorbeter und Schochet tätig. Die 1890 dreiklassige Israelitische Schule zog in diesem Jahr in das um 1800 erbaute jüdische Gemeindehaus in der Nürnberger Straße 3, in dem sich auch eine Lehrerwohnung befand. Das jüdische Gemeindehaus war danach in der Straße Am Sandeldamm 10.        
   
Die Gemeinde war seit 1823 Sitz eines Provinzialrabbinates. Als Rabbiner wirkten im 19./20. Jahrhundert (weitere Informationen zu den einzelnen Personen und einzelne Berichte aus jüdischen Periodika auf der Textseite zum Rabbinat)
-  1795 bis 1830 Rabbiner Mose Tobias (Tubia) Sontheimer (1824 erster Provinzialrabbiner in Hanau)
-  1833 bis 1836 Rabbiner Moses Schwarzschild (Rabbinatsverweser)  
-  1835 bis 1882 Rabbiner Samson Felsenstein  
-  1884 bis 1901 Rabbiner Dr. Markus Koref  
-  1901 bis 1920 Rabbiner Dr. Salomon Bamberger  
-  1920 bis 1938 Rabbiner Dr. Hirsch Gradenwitz.   
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Isidor Berberich (geb. 19.6.1893 in Hanau, gef. 22.8.1914), Vizefeldwebel Sally Löbenstein (geb. 26.6.1890 in Hanau, gef. 3.6.1915), Abraham Moritz (geb. 25.6.1893 in Langenselbold, gef. 12.1.1915), Vizewachtmeister Dr. Willi Schwabe (geb. 16.4.1886 in Hanau, gef. 25.9.1915), Fritz Siegfried Stern (geb. 19.10.1886 in Hanau, gef. 20.1.1916), Julius Sternau (geb. 25.4.1897 in Hanau, gef. 18.2.1915), Simon Weil (geb. 30.7.1882 in Schweinfurt, gef. 4.5.1916) und Leopold Baer (geb. 1.12.1896 in Stockheim/Büdingen, gef. 9.1.19?). Außerdem sind gefallen: Unteroffizier David Strauß (geb. 12.3.1883 in Hanau, vor 1914 in Mannheim wohnhaft, gef. 10.9.1914), Gefreiter Willy Stern (geb. 24.8.1896 in Hanau, vor 1914 in Darmstadt wohnhaft, gef. 12.7.1916).    
   
Um 1925, als zur Gemeinde 568 Personen gehörten (1,5 % von insgesamt 38,918 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Nathan Sichel (Mühlstraße 1), Sally Hirschmann und Dr. med. Steinhauer. Der Repräsentanz gehörten an: John Joschna, Dr. jur. Nelkenstock, Rudolf Oppenheim, Gustav Grünebaum, Max Ochs, Ernst Sichel, Kurt Löbenstein, Landmesser Blumenfeld, Bankdirektor Meyer, Max Manke und Salli Berberich. Vorsitzender der Ritualkommission war Rabbiner Dr. Gradenwitz, Vorsitzender der Schulkommission Dr. Steinhauer, Vorsitzender der Finanzkommission Rudolf Oppenheim. Die Geschäftsstelle der Gemeinde war im jüdischen Gemeindehaus in der Nürnberger Straße 3. Als Lehrer und Kantor war Julius Weingarten angestellt, als weiterer Lehrer Franz Allee. Der Rabbiner und beide Lehrer unterrichteten an der Jüdischen Gemeindeschule 33 Kinder; den Religionsunterricht an den höheren öffentlichen Schulen erteilte Rabbiner Dr. Gradenwitz. 
  
An jüdischen Vereinen gab es u.a.: ein Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa (gegründet 1650, 1932 unter Vorsitz von Max Ochs mit 35 Mitgliedern, Ostbahnhofstraße 23; Zweck und Arbeitsgebiet: Liebesdienste in Sterbefällen), ein Israelitischer Frauenverein (gegründet 1901; 1924/32 unter Leitung der Frau von Dr. Gradenwitz mit 100 Mitgliedern bzw. 70 in 1932; Zweck und Arbeitsgebiete: Krankenunterstützung, Wöchnerinnenfürsorge, Erholungsfürsorge, Chanukkabescherung), ein Verein für durchwandernde Arme beziehungsweise Israelitischer Hilfsverein (1924 unter Leitung von John Joschna und 80 Mitgliedern; 1932 unter Leitung von B. Rosenberg mit 50 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Wanderfürsorge), ein Unterstützungsverein (1924 unter Leitung von Herrn Bruchfeld mit 60 Mitgliedern), eine Ortsgruppe des Central-Vereins (1924 unter Leitung von Herrn Schwab mit 90 Mitgliedern), ein Jüdischer Jugendbund (1932 unter Vorsitz von Manfred Rosenberg (Am Sandeldamm 5), ein Minjan-Verein "Achawath Chesed" (1932 unter Vorsitz von Harry Goldschmidt, Kanalplatz 5a). Seit 1923 gab es im Blick auf die Aktivitäten der Wohltätigkeit eine Örtliche Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege (Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung Ortsansässiger, Erholungsfürsorge, Wanderfürsorge, Mazzoth- und Kohlenverteilung; Träger: Synagogengemeinde). 
    
1932 war 1. Gemeindevorsteher (weiterhin) Nathan Sichel (Mühlstraße 1), Vorsitzender der Repräsentanz (gleichfalls weiterhin) Rechtsanwalt Dr. Nelkenstock (Hochstädter Landstraße). Im Schuljahr 1931/32 waren 75 Kinder der Gemeinde von Rabbiner Dr. Gradenwitz und Lehrer (und Kantor) Joseph Sulzbacher (Nürnberger Straße 3) sowie Lehrer Julius Weingarten (Am Sandeldamm 14) in Religion zu unterrichten.         
  
1933 wohnten 477 jüdische Personen in Hanau (1,2 % von insgesamt 40.655 Einwohnern). In den folgenden Jahren ist ein Großteil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert, sodass 1937 nur noch 300, 1939 noch 82 jüdische Einwohner gezählt wurden. Die antijüdischen Maßnahmen spitzten sich seit Frühjahr 1938 zu. Mitte Mai 1938 kam es zu energischen Boykottmaßnahmen gegen die noch vorhandenen jüdischen Geschäfte, über die es in einem Bericht der SD-Außenstelle Hanau vom 15. Mai 1938 hieß: "Am gestrigen Samstag wurde nunmehr durch die Partei eine Aktion gegen jüdische Geschäfte eingeleitet... Man hat durch Aufstellung von Posten die Leute vor dem Betreten der jüdischen Geschäfte gewarnt und die Personen,w elche trotz Warnung ein solches Geschäft betraten, beim Verlassen desselben fotografiert und diese Personen durch Schilder: 'Ich habe beim Judd gekauft', 'Wer beim Juden kauf ist ein Volksverräter' oder 'Ich bin ein Judenknecht' gekennzeichnet... Diese Aktion hat in der Bevölkerung großen Anklang gefunden und hofft man, dass nunmehr diese restlichen Judengeschäfte bald verschwinden". Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt, der jüdische Friedhof geschändet und das jüdische Gemeindehaus demoliert. Jüdische Geschäfte wurden überfallen und geplündert (u.a. das Schuhhaus Speyer in der Krämerstraße, das Konfektionshaus Berger & Schmelzer in der Nürnberger Straße, das Wäschegeschäft Mainzer-Bruchfeld-Cahn in der Hammerstraße, das Schuhgeschäft Ochs am Marktplatz, der Modesalon Hirschsprung am Freiheitsplatz, die Lederhandlung Heilbrunn in der Lindenstraße, die Möbelhandlung Strauß in der Marktstraße). Der jüdische Lehrer Sulzbacher starb an den Folgen der Fußtritte, die ihm SA-Leute in die Magengegend versetzt hatten. Auch jüdische Wohnungen wurden beim Novemberpogrom brutal überfallen (u.a. Wohnung von Rabbiner Dr. Gradenwitz, Wilhelmstraße 22, Haus von Kaufmann Hirsch Am Sandeldamm, Wohnung von Juwelier Max Schwab in der Französischen Allee 15). Etwa 40 jüdische Männer wurden ins KZ Buchenwald verschleppt und dort wochenlang festgehalten.  
Wenige Tage nach Kriegsbeginn mussten die noch in Hanau verbliebenen jüdischen Einwohner ihre Wohnungen räumen und innerhalb kürzester Zeit in das jüdische Gemeindehaus Nürnberger Straße 3 bzw. in die "Judenhäuser" Langstraße 53 und Markstraße 38 umziehen. Ab Anfang 1940 wurden die letzten (ca. 45) jüdischen Einwohner zur Zwangsarbeit herangezogen

Hanau Dok 1940.jpg (112252 Byte)Dokument von 1940 über die noch in Hanau lebenden jüdischen Familien und die Organisation der Restgemeinde: Brief von M. Schwab, Hanau vom 19.6. 1940 betr. Unterrichtswesen der Jüdischen Kultusgemeinde (aus Schulakten des Staatsarchives Marburg, übernommen aus Arnsberg Bilder S. 87): Max Schwab berichtet: "Unter Bezugnahme auf die mit Ihnen geführte Unterhaltung beauftragte ich den Lehrer Julius Weingarten einen eingehenden Bericht über diejenigen Fragen auszuarbeiten, welche sie mir vorlegten und überreiche Ihnen denselben mit der Bitte um gefällige Kenntnisnahme. Ich ergänze diesen Bericht folgendermaßen. Der Kleine Jüdische Kultusverein Hanau besteht noch aus etwa 15 Familien mit etwa 45 Seelen, er bildet das religiöse Centrum der Juden des Stadt- und Landkreises - Langenselbold bildet sein Centrum für sich. - Die gottesdienstlichen Zusammenkünfte finden meistens Freitag Abend und Samstag Morgen statt, ab und zu auch innerhalb der Woche. Sie werden besucht von durchschnittlich je 15 Männer und Frauen, eine Zahl, in der auch die Besuch der Umgegend einbegriffen sind. Die Gemeindeältesten heißen: Salli Hirschmann, Isi Levi. Beide wohnen seit Monaten in Frankfurt am Main und treten kaum noch in Erscheinung. Der Lehrer, Vorbeter und Prediger heißt Julius Weingarten, Sterngasse 2, der Gemeindesekretär ist Karl Löbenstein, Hammergasse 6 (Rechnungswesen und Wohlfahrt). Die meisten Mitglieder sind Wohlfahrtsempfänger, nur ganz wenige können noch Stern zahlen. Aus Gründen der Ordnung und Tradition (meine Familie wohnt seit 1603 in Hanau) und weil ich darin bewandert bin, habe ich die religiöse Führung übernommen, unter der Kontrolle der Geheimen Staatspolizei Hanau".    

 
Am 30. Mai (29 Personen) und am 5. September 1942 (21 Personen) wurden vom (alten) Hanauer Hauptbahnhof aus die im Landkreis und der Stadt Hanau (in Hanau selbst zuletzt noch 28 jüdische Einwohner) deportiert. Auch nach Frankfurt und in andere Orte Verzogene wurden 1941/42 in Ghettos und Vernichtungslager im Osten deportiert und ermordet.     
     
Von den in Hanau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Rosa Abrahamsohn geb. Simon (1890), Else Adler (1883), Herta Adler (1884), Robert Adler (1882), Alfred Alt (1909), Orkuel Alt (1935), Albrecht Bacharach (1925), Amalie Bacharach geb. Herzberg (1868), Walter Adolf Bacharach (1928), Gustav Bacharach (1898), Emmy (Emma) Baer geb. Mendel (1873), Fritz Bamberger (1934), Ingeborg Bamberger (1928), Rosa Bamberger geb. May (1901), Seligmann Benno Bamberger (1909), Gertrude Becker geb. Brodreich (1899), Albert Berberich (1892), Hedwig Bergen geb. Schiff (1885), Cäcilie Bing (1887), Edith Bing (1923), Ferdinand Bing (1889), Helene Bing geb. Schönfeld (1875), Hugo Bing (1888), Johanna Bing (1884), Albert Bodenheimer (1883), Caroline (Lina) Cramer geb. Hamburger (1872), Hermann Czarlinski (1901), Johanna Czarlinski (1905), Irmagret Dalberg geb. Neumark (1898), Else Hilde Edel geb. Loewi (1897), Alexander Edler (1872), Gutta (Jutta) Eger (1876), Heinrich Eisenstädt (1928), Heinz Helmut Eisenstädt (1938), Henriette Eisenstädt geb. Lewkowitz (1890), Herta Eisenstädt (1913), Marta Eisenstädt (1915), Rosa Eisenstädt (1924), Willi Eisenstädt (1917), Adolf Fleischmann (1892), Alexander Fleischmann (1886), Jettchen Fleischmann (1894), Rosa Rebekka Fleischmann (1890), Erica Frankenberg (1905), Klara Friedländer van der Hak (1897), Ludwig Gernsheimer (1891), Manfred Gernsheimer (1931), Siegmund Gernsheimer (1864), Simon Gernsheimer (1929), Mina Goldberg geb. Oppenheimer (1903), Hedwig Goldschmidt geb. Rosenberg (1879), Margarete Goldstein geb. Stein (1913), Julius Grünebaum (1878), Julius Grünebaum (1929), Lothar Grünebaum (1933), Hermann Grünspahn (1905), Moritz Grünspahn (1906), Hugo van der Hak (1901), Willy van der Hak (1905), Nathan Hamburger (1871), Sofie Hamburger geb. Herz (1861), Sophie Hamburger geb. Samuel (1878), Mathilde Hattenbach geb. Bayersdorf (1896), Bella Heilbrunn geb. Westheim (1884), Emma Heilbrunn geb. Oppenheim (1883), Max Heilbrunn (1875), Sigmund Heilbrunn (1879), Moritz Hermann (1887), Betti Herzberg (1863), Siegfried Hess (1907), Sophie Hess geb. Hamburger (1869), Erna Heymann geb. Schwab (1886), Cäcilie Hirsch geb. Stern (1864), Paul Hirsch (1887), Lothar Hirschmann (1931), Ludwig Hirschmann (1883), Salomon (Sally) Hirschmann (1879), Sara Hirschmann geb. Rosenberg (1886), Rudolphine Jacob geb. Lichtenstein (1873), Sophie Joseph geb. Hirschmann (1885), Hermann Kahn (1895), Rita Kahn geb. Gutmann (1905), Rosa Kahn geb. Schmidt (1880), Rosa Kaufmann geb. Klein (1893), Alfred Abraham Klausner (1929), Zilla Klausner geb. Reis (1905), Brigitte Ida Klein (1895), Helene (Cerline) Klein geb. Stern (1868), Sophie Klieneberger geb. Hamburger (1848), Paula Korant geb. van der Hak (1899), Minna Hedwig Korn geb. Rosenzweig (1916), Rachel Krieger geb. Lanzet (1886), Clotilde Laib geb. Marx (1867), Emmy (Emma) Lehmann geb. Stern (1899), Ingeborg Levi (1923), Karl Levi (1926), Anni Rosa Levy geb. Oppenheim (1900), Melita Levy geb. Marx (1869), Gertraud (Gertrud) Lilienfeld (1929), Johanna Löbenstein geb. Hermann (1893), Henny (Hanny) Löwenstein geb. Schiff (1900), Julius Lorsch (1876), Herta Löbenstein (1921), Karl Löbenstein (1887), Ruth Löbenstein (1924), Ludwig Mai (1874), Eva Mandel geb. Kwadrat (1922), Hertha Mannheimer geb. Haas (), Rosa Marcus geb. Schulhaus (1894), Flora (Flory) May (1910), Hermann May (1869), Mathilde May geb. Lippmann (1870), Jacob Mayer (1879), Adele Meyer geb. Weisbecker (1895), Max Meyer (1891), Rosa Müller geb. Strauss (1877), Berthold Nachmann (1905), Edgar Ochs (1924), Erich Ochs (1924), Fanny Ochs (1923), Isidor Ochs (1887), Jenni Ochs (1890), Max Ochs (1889), Anna Odenheimer (1887), Moszek Oksenhendler (1920), Anni Helene Herta Oppenheim (1900), Hermann Oppenheim (1862), Elise Oppenheimer geb. Strauß (1878), Matha Oppenheimer (1897), Henriette Ortmeier geb. Braun (1912), Rosette Philips (1868), Frieda Reinach geb. Schwarzschild (1887), Herma Reinhardt (1905), Sophie Reinhardt geb. Stern (1872), Anna Rode (1927), Sara Rode geb. Wagowska (1887), Siegmund Rosenkranz (1874), Louis Rosenthal (1870), Recha Rosenthal (1879), Recha Rothschild (1869), Dora Salomon geb. Stern (1867), Alex Schiff (1891), Wilhelmine Schminke geb. Hohe (1892), Richard Schulhaus (1887), Sabina Schuss (1899), Hans Schwab (1924), Martha Schwab geb. Hausmann (1888), Max Schwab (1878), Julie Schwabe geb. Oppenheim (1864), Benjamin (Beny) Schwarzschild (1881), Leopold Schwarzschild (1871), Liane Karoline Schwarzschild (1893), Max Schwarzschild (1889), Philipp Moritz Schwarzschild (1875), Siegfried Schwarzschild (1873), Ernst Schönfeld (1892), Hildegard Schönfeld (1907), Horst Schönfeld (1930), Gustav Sichel (1878), Lucie Sichel geb. Oppenheimer (1890), Ferdinand Silberberg (1881), Lilly Beate Silberberg geb. Schmitt (1884), Berta Simon geb. Meyer (1886), Blanka Simon (1889), Olga Singer (1883), Grete (Gretel) Sonnenberger (1926), Ida Sonnenberger geb. Katzenberger (1882), Heinrich Stern (1888), Moritz Stern (1877), Paula Stern geb. Schwed (1897), Rosa Stern geb. Oppenheimer (1893), Salomon Stern (1864), Sofie Stern geb. Eger (1872), Walter Stern (1921), Fanny Strauss geb. Westheim (1887), Lilli Lucie Strauss (1883), Louis Ludwig Strauss (1876), Siegfried Strauss (1877), Amalie Strauß geb. Meyer (1863), Ernst Strauß (1906), Henni Strauß (1907), Karoline Strauß geb. Kneip (1879), Fanny Sulzbacher (1921), Dora Teitelbaum (1920), Arnold Una (1866), Bella (Ella) Wachenheimer geb. Eichel (1894), Friedrich (Fritz) Wagner (1898), Hans Wagner (1897), Clothilde Weiler geb. Haas (1872), Ernst Weiler (1903), Leopold Weiler (1867), Doris Weinberg geb. Gernsheimer (1878), Hedwig Helene Weingarten (1925), Hertha Weingarten geb. Stiefel (1925), Julius Weingarten (1911), Lina Weingarten geb. Oppenheimer (1868), Lothar Weingarten (1932), Rosa Wolff (1871).                                                      
   
    
Nach 1945 kamen keine früheren Mitglieder der jüdischen Gemeinde in die Stadt zurück. Mitte der 1960er-Jahre wurden knapp 20 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt. 
Zur Gründung einer neuen Gemeinde kam es erst wieder 2005 (zur neuen Gemeinde siehe eine weitere Seite). 
    
    
   
 
Zur Geschichte der Synagoge      
       
Bereits im Mittelalter war eine Synagoge beziehungsweise ein Betraum ("Judenschule") vorhanden, die 1362 erwähnt wird, aber sicher aus der Zeit vor der Verfolgung 1349 stammt. Die Synagoge wurde 1362 von Ulrich II. von Hanau als Burglehen verliehen.   
  
Nachdem um 1600 jüdische Familien in der damals entstandenen "Judengasse" (spätere "Nordstraße") sich niederlassen konnten, konnte 1605 zunächst in einem Raum des an die Judengasse angrenzenden "Hexen"- oder "Diebsturm" der Stadtbefestigung ein Betraum eingerichtet und um 1608 - mit kaiserlicher Urkunde bestätigt - eine Synagoge ungefähr in der Mitte der Straße (Nr. 40) erbaut werden.      
  
1845 wurde am Platz der alten Synagoge ein Neubau erstellt (vgl. im Bericht unten von 1845, wo mehrfach vom "Bau einer neuen Synagoge" die Rede ist); von der alten Synagoge wurden vermutliche einige Teil übernommen. So fanden sich auch weiterhin links neben dem Eingang in Stein gehauen zwei Inschriften aus dem Jahr 1608. Die Einweihung der Synagoge war im Herbst 1845. Kurz zuvor war in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" der nachstehende Artikel erschienen, aus dem hervorgeht, dass die neue Synagoge den traditionell-orthodoxen Richtlinien entsprach und keine Neuerungen wie eine Orgel enthielt. Auch die Liturgie sollte traditionell bleiben. 
        
Vor Vollendung des Synagogen-Neubaus (1845)   

Hanau DtrZionswaechter 23091845.jpg (137075 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 23. September 1845: "Hanau. Unser Synagogenbau steht jetzt vollendet da, und soll die Einweihung vielleicht vor den Feiertagen noch vor sich gehen. Wenn der Bau einer neuen Synagoge von je her, für die betreffende Gemeinde ein Ereignis von nicht ganz untergeordneter Bedeutung war, so ist derselbe jetzt zu einer wahren Lebensfrage geworden, indem kein neues Gotteshaus eingeweiht wird, es sei denn zuvor die Frage über moderne Einrichtung des Baues, über Reform des Gottesdienstes zur Sprache gekommen. Es ist somit der Bau einer neuen Synagoge in unseren Tagen ein wahrer Barometer für den höheren und niederen Grad religiöser Wärme, der in einer Gemeinde vorherrschend, und die Meinung, die aus diesem Kampfe siegreich hervorgegangen, darf sich getrost als Repräsentant der religiösen Überzeugung der Gesamtheit darstellen. In diesem Sinne sind wir wahrhaft erfreut, Ihnen mitteilen zu können, wie unsere alte, glaubensfeste Gemeinde ihren Ruf vom Neuen bewährt, wie sie sich würdig den andern Mutter-Gemeinden Israels angereiht, wie sie es beurkundet, dass sie nur eines wolle, die Erhaltung der altehrwürdigen Gottesreligion. Da unsere Modernen, deren Anzahl Gott sei Dank nicht gar zu groß ist, es wohl wussten, dass für Orgel und deutsche Gebete hier kein Terrain sei, so traten sie in milderer Form auf, forderten nur eine Kanzel, ein modernisiertes Almemor, einige wenige Veränderungen in der Gebetform und dergleichen mehr. Allein unsere Alten waren behutsam, denn sie hatten in ihrer größten Nähe zu bittere Erfahrungen gemacht. Deshalb hieß es, eine Synagoge und weiter nichts, ein jüdisches Gotteshaus, kein moderner Tempel. Zwar kostete es viele Mühe, ja sogar die Entscheidung der Regierung musste in Anspruch genommen werden, doch diese ist, wie zu erwarten, dahin ausgefallen, dass wir jetzt eine Synagoge haben, in der jeder treue Jude ohne Gewissens-Skrupel mitbeten kann, eine Synagoge, von uns verehrt als kleines Heiligtum, geweiht der wahren Frömmigkeit und Gottes-Erbauung."          

Im Synagogengebäude befand sich eine Lernstube für den Verein "Kabronim" (bzw. Kabronim-Chewra). Auch ein 1632 angelegtes Tagebuch der jüdischen Gemeinde wie auch das Memorbuch (von 1601 an), wurden hier aufgewahrt. Weiter waren alte Ritualgegenstände (u.a. Toraschreinvorhänge) und ein alter Toraschrein vorhanden. Aus der Geschichte der Synagoge erfährt man von einzelnen Ereignissen. 1898 konnte innerhalb von zwei Wochen von einem negativen Ereignis, dem Einbruch in der Synagoge, wie auch einem positiven Ereignis, der Einweihung einer neuen Torarolle berichtet werden.  
        
Einbruch in der Synagoge (Februar 1898)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. März 1898: "Hanau, 28. Februar (1898). In der hiesigen Synagoge wurde nächtlicherweise ein Einbruch verübt. Vermittelst zusammengetragener Türen gelangten die Diebe an das Fenster, drückten dieses ein und stiegen ins Innere. Hier erbrachen sie die Sammelbüchsen und raubten deren Einhalt. Nach den vorgefundenen Spuren am Fußboden zu schließen, beleuchteten die Gauner ihr dunkles Handwerk mit einer Stearinkerze. Wer die Täter sind, konnte die Polizei bis jetzt noch nicht ermitteln."       

   
Eine neue Torarolle wird eingeweiht (1898)
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1898: "Hanau, 14. März (1898). Eine schöne, erhebende Feier war es, welche am Schabbat Paraschat Tezawe (Schabbat mit der Toralesung Tezawe, d.i. 2. Mose 27,20 - 30,10; das war am 5. März 1898) in unserer Gemeinde veranstaltet worden ist. Galt sie doch dem edlen Streben, die Tora groß und mächtig werden zu lassen, indem eine neue Torarolle, die ein Gemeindemitglied anlässlich der Bar Mizwa seines jüngsten Sohnes hatte schreiben lassen, seiner heiligen Bestimmung übergeben werden sollte. Am Vorabend des genannten Schabbat, nachdem das Mincha-Gebet verrichtet und der Vorbeter einige Psalmen rezitiert hatte, fand die feierliche Übergabe unter entsprechenden Gesängen statt. Nach Kabbalat Schabbat bestieg Herr Rabbiner Dr. Koref - sein Licht leuchte - die Kanzel, um in sinnreicher, gut durchdachter Rede die Bedeutung des Festes darzulegen. Anknüpfend an die Worte 'der dreifache Faden wird nicht so schnell zerreißen' (Prediger 4,12), da es bereits die dritte Torarolle ist, welche innerhalb vier Jahre unserer Gemeinde übergeben wurde, und unter Zugrundlegung des ersten Verses der Sidre (Wochenabschnitt aus der Tora) betonte Redner ganz besonders, dass es in unserer indifferenten Zeit mehr denn je Pflicht eines jeden Jehudi sei, in den Geist unserer heiligen Lehre einzudringen und den Inhalt derselben zu beherzigen, und dass das 'denke daran, was Amalek dir getan hat' noch seine volle Bedeutung habe, da dieser Unhold (hier gemeint: der Antisemitismus) sich überall bemerkbar mache. Mit einem ernsten Mahnwort an den Bar Mizwa, dieses für ihn so bedeutungsvollen Tages eingedenk zu bleiben und stets in den Wegen der Gottesfurcht und der Tora zu wandeln, die ihm sein Vater durch Übergabe der Torarolle gleichsam habe vorzeichnen wollen, schloss Redner seine Predigt, die auf alle Anwesenden einen umso tieferen Eindruck machte, als sie den Beweis lieferte, dass Herr Dr. Koref - sein Licht leuchte - wieder - mit Gottes Hilfe - soweit hergestellt ist, um seinen Berufspflichten nachkommen zu können."             

   
In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg plante die jüdische Gemeinde den Neubau einer Synagoge. Nachdem das Gymnasium der Stadt abgebrannt war, bot sich das Grundstück für den Neubau einer Synagoge an:     
  
  
Der Neubau einer Synagoge wird auf dem Grundstück des abgebrannten Gymnasiums geplant (1912) 
 

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 12. Juli 1912: "Hanau. Auf dem Platze des durch Feuer vernichteten Gymnasialgebäudes will die israelitische Gemeinde einen Neubau der Synagoge errichten."      

Der Erste Weltkrieg und die Zeit der Inflation zerschlug die Pläne vom Neubau einer Synagoge. Vielmehr wurde die bisherige Synagoge 1922 nochmals umgebaut und renoviert. Nach dem Umbau hatte sie 190 Männer- und 160 Frauen-Plätze.   
    
Gegen die Synagoge kam es bereits vor dem Novemberpogrom 1938 zu Anschlägen. Im Mai 1938 wurden u.a. die Synagogeneingänge zugemauert. In einem Bericht der SD-Außenstelle Hanau vom 15. Mai 1938 wurde über die Aktion wie folgt informiert: "Im Laufe der Nacht vom 13.5. auf den 14.5.38 Samstag wurden an der hiesigen Synogoge (sic!) sämtliche Eingänge kunstvoll zugemauert, sodass die Juden am Samstag früh zur Sabbathfeier nicht in ihre Synogoge gehen konnten und die Feier nach der jüdischen Gemeindeschule verlegt wurde. Zur Zeit ist die Synogoge noch geschlossen, da sich bis jetzt noch kein Maurer gefunden hat, der diese öffnet. Außerdem war eine Inschrift angebracht 'Verkäuflich'..."   
    
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt. Die sieben Torarollen der Gemeinde wurden zum Teil zerrissen. Die Reste der geschändeten Torarollen wurden im Mai 1939 auf dem Friedhof beigesetzt.    
     
Nach 1945 wurde das Synagogengrundstück neu überbaut - eine Gedenkstätte ist 1964 gegenüber dem Synagogenstandort (unmittelbar vor den Resten der alten Stadtbefestigung Hanaus) eingeweiht worden. Die Gedenkstätte wurde 2003 neu angelegt.      
     
     
Adresse/Standort der Synagoge   Nordstraße 40 (ehemalige Judengasse) 
     
     
Fotos
(Quelle: historische sw-Fotos aus Arnsberg Bilder S. 86-87 und Stadtarchiv Hanau, vgl. Informationstafeln am Synagogenplatz)   

Das Synagogengebäude 
in der Nordstraße 
Hanau Synagoge 1910.jpg (64725 Byte) Hanau Synagoge 174.jpg (128456 Byte) Hanau Synagoge 175.jpg (57323 Byte) 
    Die Synagoge um 1910 - noch 
ohne den Vorbau von 1922; 
rechts Blick zum Toraschrein
Skizze des Synagogengebäudes 
mit dem Vorbau von 1922, gezeichnet 
von Wolf Pannitschka (2002) 
     
Die Zerstörung der Synagoge 
im November 1938 
Hanau Synagoge 1938b.jpg (162014 Byte)   Hanau Synagoge 1938a.jpg (362454 Byte)
  Foto der Synagoge mit den Spuren der
 Schändung (erkennbar der Vorbau von 1922)
   Die Feuerwehr sorgt dafür, dass der Brand
 nicht auf Nachbargebäude übergreift
        
Der Standort der Synagoge
im Frühjahr 2010 
(Fotos: Hahn, 
Aufnahmedatum 2.3.2010)
Hanau Synagoge 181.jpg (83590 Byte)   
  Das Grundstück wurde neu überbaut   
      
Hanau Synagoge 180.jpg (103786 Byte) Hanau Synagoge 176.jpg (102420 Byte) Hanau Synagoge 177.jpg (95115 Byte)
Die Gedenkstätte gegenüber dem Synagogenstandort mit Informationstafeln (siehe unten) und dem Gedenkstein mit dem Text: 
"Rachel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen". Ihren jüdischen Mitbürgern - Opfern der Schreckensjahre 1933 - 1945
 errichtet gegenüber dem Standort der zerstörten Synagoge als Zeichen des Gedenkens. Die Stadt Hanau 1964. Jeremia 31,15"  
     
   Hanau Synagoge 171.jpg (122114 Byte) Hanau Synagoge 174.jpg (130033 Byte)
  Informationstafeln zur jüdischen Geschichte in Hanau und zur Geschichte der Synagoge
- eingestellt als pdf-Datei  (Quelle Website der Stadt Hanau)  
      
 Das Gemeindehaus der 
jüdischen Gemeinde in der 
Nürnberger Straße 3 (um 1940)
Hanau Gemeindehaus 105.jpg (157085 Byte)
    Das Haus war im 18. Jahrhundert erbaut worden; es enthielt einen Saal für 100 Personen sowie Schulräume und die Lehrerwohnung. Im Anbau war die Mikwe (rituelles Bad); das Gebäude wurde durch Bomben im Krieg zerstört.  
     
Jüdische Männer, die im Winter 1941 
zu Zwangsarbeit herangezogen wurden
 
(Aufnahme Stadtarchiv Hanau, 
übernommen aus Arnsberg Bilder S. 87)
Hanau Zwangsarbeit 1941.jpg (49747 Byte)   
  Aufnahme am Altstädter Markt; weiteres 
Foto zur Zwangsarbeit 1941 auf der 
Infotafel oben rechts
 
      
Die Deportation der 
jüdischen Einwohner 1942 
(Aufnahmen am Bahnhof in Hanau, Stadtarchiv Hanau, übernommen 
aus Arnsberg Bilder S. 88)
Hanau Deportation 1942a.jpg (64607 Byte) Hanau Deportation 1942b.jpg (50703 Byte)

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

Januar 2008: Nach der Ablehnung von "Stolpersteinen" in Hanau - Reaktion von Salomon Korn, Vizepräsident des "Zentralrates der Juden in Deutschland"  
Artikel in hanauonline.eu vom 17. Januar 2008 (Artikel): "Hanauer Entscheidung gegen "Stolpersteine" bedauert 
Der Vize-Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Professor Dr. Salomon Korn, im Gespräch mit HanauOnline 
Frankfurt
- In eine Gespräch mit dem Vizepräsidenten des Zentralrates der Juden, Professor Dr. Salomon Korn, wollte Hanauonline klären ob aus jüdischer Sicht das Andenken der jüdischen Toten durch Einlassen der Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig in Bürgersteige das Andenken an die Toten verletze. Die Antwort war selbst für einen Befürworter des Stolperstein-Projekts überraschend. Professor Dr. Korn hält die Stolpersteine für ein ganz ausgezeichnetes Projekt für das Andenken an die von den Nationalsozialisten verfolgten und getöteten jüdischen Mitbürger. Er hält Geschichte, die von Denkmälern ausgeht, für unsensibel und schwer verständlich. Er sähe auch keine Diskriminierung jüdischer Opfer durch die Begehung. Erinnerung wird hier nicht mit Füßen getreten! Im Gegenteil, sie wird begehbar gemacht. Es seien ja keine tatsächlichen Gräber, es seien symbolische Grabsteine. Professor Dr. Korn erinnerte an den "Walk of Fame" in Hollywood. Täglich liefen Tausende über die Ehrensteine der Filmkünstler. Niemand käme auf die Idee, dies als Diskriminierung zu bezeichnen, es ist einer der höchsten Auszeichnungen der amerikanischen Filmindustrie. 
Ein Denkmal oder eine Stehle, eine zentrale Stelle der Nachdenklichkeit werde vom Bürger kaum wahrgenommen. Die sei bei den Stolpersteinen eben anders. Gerade die Einlassung in den Bürgersteig, die Schlüpfrigkeit bei Regen, die Möglichkeit auszurutschen mache ein unmittelbares sinnliches Erleben von Geschichte möglich. Hier ist ein Ort wo verfolgte Juden lebten, aus diesem Haus verschwanden Menschen. Gerade die Möglichkeit an verschiedenen Stellen in einer Stadt der Geschichte immer wieder zu begegnen schaffe ein außerordentlich hohe Erfahrung. Für Professor Dr. Salomon Korn ist das Projekt eine hervorragende Leistung des Künstlers Gunter Demnig und er wünschte ihm noch zahlreiche Städte und Gemeinden, die sich dem überregionalen Projekt anschlössen. Dr. Korn bedauerte die Hanauer Entscheidung gegen das Projekt "Stolpersteine" und sieht in einer zentralen Gedenkstätte keinen adäquaten Ersatz. 
Für Hanau bleibt ja noch die Hoffnung auf Steinheim. Unverständlich ist bei der Hanauer Entscheidung auch der Rückzieher der CDU. In Ihrem Antrag an den Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Scheuermann vom 26.6.2006 steht ausdrücklich das Projekt "Stolpersteine" erwähnt ... und wörtlich: "Hanau sollte sich dieser überörtlichen Initiative daher anschließen." Dies wäre ein gute Idee gewesen. 
Es ist nicht so gekommen. Auch in anderen Städten wie München haben einflussreiche Kreise das Projekt verhindert. Auch dies ist im Zentralrat der Juden bekannt und Professor Dr. Korn missbilligte dies. Er räumte allerdings andere Meinungen auch im Zentralrat ein. 
Die Entscheidung für Hanau ist gefallen. Es werden an der alten Gettomauer neben der Polizeidirektion Messingschilder mit den Namen der Toten angebracht. Man beruft sich damit auf die Gedenkstätte in Frankfurt. In unserer Nachbarstadt gibt es allerdings auch "Stolpersteine" und die Stadt unterstützt in Gegensatz zu Hanau das Projekt vehement. Niemals war in Hanau vom zuständigen Arbeitskreis auch nur die Möglichkeit diskutiert worden beiden Projekten ein Chance zu geben. Es gab auch kein entweder oder. "Stolpersteine" durften es in Hanau nicht sein."       
April 2010: Die Namenstafeln an der ehemaligen Mauer des Ghettos an der Nordstraße werden im Mai angebracht  
Artikel in der "Hanau-Post" vom 2010 (Artikel): "Mahnmal nimmt Gestalt an
Hanau (ed) ‐ Die Namenstafeln der im Nationalsozialismus ermordeten Hanauer jüdischen Glaubens an der ehemaligen Gettomauer an der Nordstraße sollen am 30. Mai offiziell vorgestellt werden.
Die Messingtafeln würden demnächst gegossen, die Einladungen für die Veranstaltung gingen in Kürze raus, sagte auf Anfrage unserer Zeitung der Geschichtsvereinsvorsitzende Martin Hoppe, der als Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Projekt betreut..."   
 
Mai 2010: Die Namenstafeln werden eingeweiht 
Artikel von Dieter Kögel in der "Hanau-Post" (bzw. op-online.de) vom 1. Juni 2010 (Artikel): "Opfern Gesicht gegeben. 
Hanau ‐ Es dauert quälend lange, das Verlesen der Namen von 230 jüdischen Frauen, Männern und Kindern, deren Namen, Alter und Todesort in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern seit Sonntag auf kleinen Gedenktafeln an den Steinen der Gettomauer neben dem Freiheitsplatz zu finden sind..."     
  
Juni 2011: Zu einer Führung auf den Spuren der jüdischen Geschichte siehe Bericht auf der Seite zum jüdischen Friedhof in Hanau
  
2011 - 2016: Stolpersteine in Hanau werden verlegt: siehe Übersicht im Wikipedia-Artikel  https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Hanau     
    
Weitere aktuelle Berichte bitte über Suchmaschinen recherchieren.    


 

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Hanau    
Wikipedia-Artikel: Nordstraße (Hanau)    Jüdische Gemeinde Hanau   Alte Synagoge Hanau  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Hanau (interner Link)   
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Hanau 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Hanau 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Hanau sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,417   Sterberegister der Juden von Hanau  1825 - 1841; enthält auch Angaben zu Kesselstadt  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2083526        
HHStAW 365,413   Trauregister der Juden von Hanau  1825 - 1847; enthält auch Angaben zu Kesselstadt  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2573923     
HHStAW 365,411   Geburtsregister der Juden von Hanau  1825 - 1850; enthält auch Angaben zu Kesselstadt   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289940                    
HHStAW 365,418   Sterberegister der Juden von Hanau  1841 - 1874; enthält Jüdisches Sterberegister von Hanau  1841 - 1864 sowie Jüdisches Sterberegister von Kesselstadt  1851 - 1874 
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2719777    
HHStAW 365,414   Trauregister der Juden von Hanau  1847 - 1874; enthält auch Angaben zu Kesselstadt  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031393      
HHStAW 365,412   Geburtsregister der Juden von Hanau  1850 - 1873; enthält Jüdisches Geburtsregister von Hanau  1850 - 1873 sowie Jüdisches Geburtsregister von Kellestadt  1850 - 1868 
 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2083525    
HHStAW 365,419   Sterberegister der Juden von Hanau  1864 - 1874    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4449180      
HHStAW 365,415   Trauregister der Juden von Hanau  1868 - 1874     https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289941   
HHStAW 365,416   Trauregister der Juden von Hanau  1874 - 1911; enthält auch Angaben zu Personen aus Kesselstadt   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2379135    
HHStAW 365,420   Sterberegister der Juden von Hanau  1874 - 1911; enthält auch Angaben zu Personen aus Kesselstadt   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2573924    

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 336-337; III,1 S. 511-514. 
Leopold Löwenstein: Das Rabbinat in Hanau nebst Beiträge zur Geschichte der dortigen Juden. In: Jahrbuch der jüdisch-literarischen Gesellschaft. Bd. 14. 1921. S. 1-84.   
E.J. Zimmermann: Geschichte der Hanauischen Juden bis zu ihrer Austreibung im Jahre 1592. in: Hanau Stadt und Land. Hanau 1903 S. 476-521.  
Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. 1 S. 319-336.   
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 83-88.  
Keine Abschnitte zu Hanau bei Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 und dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. Dies. Neubearbeitung der Bände 2007².    
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 209-215.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S. 427-434.
Gerhard Fläming: Hanau im Dritten Reich. Hanau 1983/1987 (zwei Bände).   
Monika Ilona Pfeifer / Monica Kingreen: Hanauer Juden 1933-1945. Entrechtung, Verfolgung, Deportation. Hg. Evangelischer Arbeitskreis "Christen - Juden" Hanau. CoCon-Verlag. Hanau 1998.
Monica Kingreen: Die Hanauer Judengasse, in: 700 Jahre Stadtrechte, 400 Jahre Judenstättigkeit, Stadtzeit 6, herausgegeben vom Hanauer Geschichtsverein und dem Magistrat der Stadt Hanau, Hanau 2003, S.245-250.  
dies.: Die Hanauer Synagoge: Das Gotteshaus der Hanauer Juden. In: ebd. S. 251-256. 
dies.: Hanauer Rabbiner, in: ebd. S.257-260.  
dies.: Deportation. Die gewaltsame Verschleppung – der Hanauer Hauptbahnhof als Sammelplatz, in: Monika Ilona Pfeifer/Monika Kingreen: Hanauer Juden 1933-1945. Entrechtung, Verfolgung, Deportation. Cocon Verlag, Hanau 1998, S.97-139.
dies.: Hanauer Banken im Besitz jüdischer Familien. Zwischen Emanzipation und "Arisierung" 1835-1935, in: Unser Geld. Vom römischen Denar zum Euro, 2000 Jahre Geldgeschichte. Stadtzeit 4. Hanau 2000, S. 87-94. 
dies.:  Bericht von Robert Eisenstädt über die gewaltsame Verschleppung im Mai 1942, kommentiert von Monica Kingreen, in: Helmut Burmeister und Michael Dorhs (Hrsg.): Das achte Licht. Beiträge zur Kultur- und Sozialgeschichte der Juden in Nordhessen. Hofgeismar 2002, S. 243-247.      
dies., gemeinsam mit Ruth Dröse, Frank Eisermann, Anton Merk: Der Zyklus "Bilder aus dem altjüdischen Familienleben" und sein Maler Moritz Daniel Oppenheim, Cocon Verlag, Hanau 1996.
Darin die Beiträge von Monica Kingreen: 
- Die Judengasse in Hanau, S. 8-11.
- Die Familie Oppenheim und die Hanauer Judengasse, S. 12-13.
- Kindheit und Jugend – aus den Erinnerungen Oppenheims, S. 14-16.
- Zur jüdischen Identität: Konfliktsituationen – aus den "Erinnerungen" Oppenheims, S.22-24.
- Oppenheim in Frankfurt – Biographische Notizen, S. 25-30.
- Diebstahl von Oppenheim Bildern in Frankfurt während der Nazizeit, S. 52-54.
- Entstehung- Erfolg- Verbreitung des Zyklus, S. 96-110.    
Eckhard Meise: Kurzer Überblick über die Geschichte der Hanauer Juden und ihrer Synagogen. In: Neues Magazin für Hanauische Geschichte. Hanau 2010 S. 45-102 mit Übersicht: Quellen und Literatur zur Geschichte der Hanauer Juden S. 103-107.     

     
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hanau  Hesse-Nassau. After Jews living there perished in the Black Death persecutions of 1348-49, no community existed until 1600, when Jewish families were invited to help develop trade and industry. By 1608, the Jews had a synagogue and numbered 159, growing to 540 (over 4 % oft the total) in 1822. Their principal rabbis were Eliyahu Loanz (1609-15), Gershon Ashkenazi (1642-46), Moshe Broda (1705-18) and Tuvia Sontheim (1795-1830), who founded a yeshiva. Hebrew books were printed by Yaakov Hena (1606-30) and the Christian Hebraist H. J. van Bashuysen (1708-45). In the Napoleonic era, Louise Grafemus (Esther Manuel) - who joined the Prussian army disguised as a man (1813) - was awarded the Iron Cross and became a German-Jewish heroine. The grammarian Salomon Hanau (1687-1746) and the famous artist Moritz Oppenheim (1800-82) were also born in Hanau. The community attained its maximum size in 1905, numbering 654 (2 % of the total). During the Weimar Republic, Jews were activ in civic affairs and politics. They played a leading role in the diamond and gem industry and owned factories, banks, textile firms, and a Woolworth department store. As a result of the Nazi boycott, however, Jews were dismissed from public office and their businesses collapsed. Emigration and Zionist activity increased. A murderous pogrom occured on Kristallnacht (9-10 November 1938), when the synagogue was burned down, and the community shrank from 477 in 1933 to 82 in June 1939. A transport of 75 Jews left Hanau for Nazi death camps in 1942. Only half-Jews and those married to 'Aryans' remained; most were deported to the Theresienstadt ghetto in February 1945 and survived. 
    
      

                   
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Stand: 24. Dezember 2016