Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Soden (Main-Taunus-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Es besteht eine weitere Seite mit Texten zur jüdischen Kuranstalt    
    
Übersicht:    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Mitteilungen zu einzelnen Kureinrichtungen (ausgenommen: Kuranstalt)  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe/Einrichtungen und Privatpersonen 
Sonstiges      
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Bad Soden bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. 1657 war eine jüdische Familie am Ort, 1699 fünf Familien, 1726 drei, 1745 sieben Familien. Eine selbständige jüdische Gemeinde in Bad Soden gab es jedoch erst ab 1848/49. Bis dahin gehörten die jüdischen Einwohner Bad Sodens zur Gemeinde in Niederhofheim.   
 
 An der Entwicklung Bad Sodens zum Kur- und Badeort hatte der Frankfurter Arzt (jüdischer Abstammung, seit 1828 protestantisch getauft) Salomon Friedrich Stiebel (1792-1868) maßgeblichen Anteil. Er schrieb 1840 eine Arbeit über "Bad Soden und seine Heilquellen" und wurde später Herzoglich Nassauischer Geheimer Hofrat. Unter den Kurgästen war in den 1840er-Jahren mehrfach der damals schon weitbekannte und gefeierte Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847). Mehrere seiner in Bad Soden entstandenen Orgelkompositionen spielte er während seiner Aufenthalte unter großem öffentlichem Interesse erstmals auf der Kirchenorgel in Kronberg. An die Aufenthalte Mendelssohn-Bartholdys und seiner Familie erinnert seit Ende des 19. Jahrhunderts eine Gedenktafel an der ehemaligen Villa Nassovia (später Kurheim Prätoria, Königsteiner Straße 89; in der NS-Zeit wurde die Gedenktafel entfernt, nach 1945 wieder angebracht). Eine Straße ist in Bad Soden nach dem Komponisten benannt (Mendelssohn-Bartholdy-Straße), seit einigen Jahren werden in der Stadt die "Mendelssohn-Tage" durchgeführt (3. Mendelssohn Tage der Musik, 2008). Auch der jüdische Komponist Giacomo Meyerbeer residierte 1843 in der Villa Nassovia.     
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner in Bad Soden (ohne die Kurgäste) wie folgt: 1842 35 jüdische Einwohner (4,8 % von insgesamt 733 Einwohnern), 1869 sechs Familien; 1871 38 jüdische Einwohner (3,8 % von 992), 1885 18 (1,2 % von 1.517), 1905 36 (1,9 % von 1.917), 1925 49 (1,6 % von 3.081).
   
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und seit 1873 ein eigener Friedhof, nachdem die Toten der Gemeinde bis dahin in Niederhofheim beigesetzt wurden. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war - zumindest zeitweise - ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibung der Stelle unten von 1871). Erstmals wird ab 1849 ein Lehrer Stamm aus Mogendorf im Unterwesterwald genannt. In der Folgezeit erhielten die jüdischen Kinder der Gemeinde ihren Religionsunterricht jedoch meist von den Lehrern aus Königstein/Kronberg beziehungsweise Falkenstein. Anfang der 1920er-Jahre gab es auch keinen angestellten Vorbeter: beim Tod des Arztes Dr. Adolf Kallner wird dies berichtet (siehe unten); der Verstorbene hatte bis dahin als ehrenamtlicher Vorbeter gedient. 
   
Eine besondere Einrichtung war in Bad Soden die Kuranstalt für arme Israeliten, 1885 zunächst als koschere Speiseanstalt für jüdische Kurgäste eröffnet - Texte zu dieser Einrichtung auf einer weiteren Seite.   
   
Um 1924, als 49 Personen zur Gemeinde gehörten, waren die Gemeindevorsteher Dr. med. Max Isserlin (Chefarzt der 'Kuranstalt für arme Israeliten'), Moritz Strauß* und Jonas Blumenthal. Es gab damals auch einen Israelitischen Frauenverein mit 15 Mitgliedern unter Leitung der Frau von Dr. Kallner (auch 1932; Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung, Bestattungswesen). 1932 waren die Gemeindevorsteher Dr. Isserlin (1. Vors., Hauptstraße 6), Moritz Strauß (2. Vors., Neugasse) und J. Blumenthal (Schatzmeister, Villa Aurora). Hilfskantor der Gemeinde war Herr Seligmann (Königsteiner Straße).  
   
1933 lebten noch etwa 50 jüdische Personen in der Stadt.
In den
folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. So emigrierte der Sohn von Chefarzt Dr. Isserlin - Bruno Isserlin - bereits 1933 nach England; sein Vater folgte ihm nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 dorthin nach. Der Viehhändler Wilhelm Strauß (Sohn des 1938 verstorbenen Gemeindevorstehers Moritz Strauß, siehe Anmerkung unten) emigrierte im Dezember 1937 mit Frau und Tochter in die USA. 1937 wurden noch 43 jüdische Einwohner gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.), in der Leichenhalle auf dem jüdischen Friedhof die Fenster eingeschlagen. Mehrere jüdische Anwesen wurden verwüstet und geplündert, darunter die Villa Aurora der Familie Grünebaum (Alleestraße 24), die Fremdenpension Freymann (Hasselstraße 12). Die israelitische Kuranstalt wurde niedergebrannt. 
       
Von den in Bad Soden geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Abraham Cohn (1867), Therese Cohn geb. Grünebaum (1882), Bernhard Freymann (1885), Lucy Friedmann (1905), Markus Grünebaum (1878), Rosa Grünebaum geb. Scheuer (1878), Marie Helene Helbig (1865), Selma Maier geb. Mayer (1876), Bertha Mayer (1864), Clementine Mayer (1870), Louis (Leo) Mayer (1865), Louis Mayer (1867, später in Berlin, verh. mit Josefine Philippine geb. Mayer), Max Mannheimer (1899), Ida Stern (1855), Therese Strausser geb. Neuhof (1882).  
    
*Anmerkung zu Moritz Strauß: 1924 wird im Handbuch der Israelitischen Gemeindeverwaltung als Vorstandsmitglied 'Max Strauß' neben Dr. Isserlin genannt. Nach Angaben von Elisabeth Hammerbeck, Bad Soden (Mail vom 17.1.2016) muss es jedoch wie auch 1932 Moritz Strauß heißen; der Vorname Max bezieht sich auf Chefarzt Dr. Isserlin. Moritz Strauß (geb. 20. April 1864 in Niederhofheim) war wie sein Sohn Wilhelm Viehhändler in Bad Soden. Er verstarb am 17. März 1938 im Israelitischen Krankenhaus in Frankfurt am Main und wurde im jüdischen Friedhof in Bad Soden beigesetzt (Grabstein Nr. 286 mit falschem Todesjahr 1937). Sohn Wilhelm emigrierte mit seiner Frau Olivia und seiner Tochter Hannelore im Dezember 1937 in die USA. Moritz' Ehefrau Karoline geb. Goldschmidt emigrierte 1939 nach England. 
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
  
Gemeindebeschreibung 1937   

Bad Soden GblIsrGF April1937 01.jpg (162590 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom April 1937 S. 1: "Bad Soden am Taunus. 3100 Einwohner. – Als Salzquelle schon früh bekannt, gleich Sulzbach unmittelbares Freibauerndorf. Beide stellen sich 1282 unter den Schutz Frankfurts. Im 15. Jahrhundert erbaut Frankfurt, das sie inzwischen als Lehen erworben hat, in Soden eine Salzsiederei. 1803 kommt Soden an Nassau, 1866 an Preußen. – Heute besitzt Soden 26 Quellen, die in Form von Trink- und Badekuren Erkrankungen der Atmungs- und Verdauungsorgane heilen. Weit bekannt für die Sodener Pastillen.
 
Die (jüdische) Gemeinde wahrscheinlich alt, wie alle in Frankfurts Nähe. Einzelheiten aus alter Zeit fehlen. 1905 hatte die Gemeinde 40, 1924 50 Seelen, heute kaum noch 35. – Die Synagoge in der Enggasse, im alten Ortsteil gelegen, 1847 erbaut, innen würdig und schön, äußerlich unscheinbar und klein, nachdem die Regierung noch 1846 den Bau einer stattlicheren an einer schön gelegenen Stelle verboten hatte! 
Der Bestand der Gemeinde ist wesentlich verbunden mit dem der Kuranstalt für Israeliten. Diese wurde Anfang der achtziger Jahre von Baron Wilhelm von Rothschild gegründet und allmählich, auch durch zahlreiche Freibetten-Stiftungen von anderer Seite, vergrößert. Der Hauptbau erstand 1909. Ursprünglich eine Kuranstalt für arme Israeliten, muss sie sich seit der Inflation, die fast alle Stiftungen verschlang, selbst erhalten. In einem besonderen Gebäude sind Lungenkranke untergebracht, die sonst in Soden überhaupt keine Aufnahme finden. Die Anstalt wird streng rituell geführt, ist fast immer gut besetzt (mit 25 bis 30 Patienten) und zählt etwa 10 Angestellte (Leiter: Dr. Isserlin, Vertreter Dr. Vollmann und Dr. Heinemann). Im Winter wird in der Anstalt selbst, im Sommer in der Synagoge noch regelmäßig Gottesdienst gehalten, den entweder einer der Ärzte oder ein Patient leitet. 
Die frühere Besitzerin der Kuranstalt der Villa Aspira, Frau Dr. Kallnor, Heinrichstraße 7, gewährt nach vorheriger Anmeldung Dauergästen und Durchwanderern auch heute noch Unterkunft und streng rituelle Verpflegung. Auskunft Herr A. Cohn, Villa Aurora, Alleestraße 12. -
Der (jüdische) Friedhof, auf der linken Seite der Straße nach Niederhofheim, kaum 15 Minuten südwärts Sodens, dient auch den Gemeinden Hofheim, Höchst und Hattersheim, ist etwa 65 Jahre alt, geräumig und wohl gepflegt.
Am Hause Hauptstraße 28 befindet sich folgende Inschrift: In diesem Haus verbrachte Richard Wagner nach elfjähriger Verbannung aus dem Vaterlande die erste Nacht auf deutschem Boden. 12.-13. August 1860."

     
     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1871   

Bad Soden Israelit 08031871.jpg (38845 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1871: "In der israelitischen Gemeinde zu Bad Soden bei Frankfurt am Main ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters zu besetzen. Fixer Gehalt 200 Gulden nebst freier Wohnung. Einkommen für die Schechitah 175 Gulden, Akzidenzien 100 Gulden; außerdem Nebenverdienst in Aussicht. Frankierte Meldungen sind zu richten an  D. Stern, Vorsteher."

  
  
Mitteilungen zu einzelnen Kureinrichtungen (ausgenommen: Kuranstalt)  

Restaurateur Neuhof übernimmt das Haus Rheinfels (1907)  

Bad Soden FrfIsrFambl 26041907.jpg (19938 Byte)Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. April 1907: "Soden im Taunus. Herr Restaurateur Neuhof - Frankfurt am Main hat das Haus Rheinfels übernommen und wird in demselben am 15. Mai ein Hotel eröffnen". 

   
Neues Altersheim für jüdischen Mittelstand (1926)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. Dezember 1925: "Altersheim für jüdischen Mittelstand. Die Ortsgruppen und Frauenvereine des Jüdischen Frauenbundes in Hessen und Hessen-Nassau beabsichtigen ab 1. Februar 1926 in Soden im Taunus ein rituell geführtes Altersheim für jüdischen Mittelstand zu errichten. Das Haus mit Park, in schöner Gegend gelegen, ist sehr gut ausgestattet und bietet zu dem mäßigen Preise von 120 Mark monatlich volle Pension inklusive Heizung und Beleuchtung. Das Heim ist vor allem für Hessen und Hessen-Nassau bestimmt, doch können, soweit Platz vorhanden, auch Bewerbungen aus dem Reich berücksichtigt werden. Sofortige Anmeldung erbeten an: Frau Paula Nassauer, Frankfurt am Main, Rheinstraße 25."  

       
       
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Unglückstod der Eheleute Steinert (1896)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 4. September 1896: "Bad Soden, 31. August (1896). Hier wurden am Mittwoch Mittag die hochbetagten Eheleute Steinert in ihrer in der Dachbergstraße gelegenen Wohnung erstickt aufgefunden. Über den Tatbestand erfahren wir Folgendes: Die Eheleute bewohnen schon seit einigen Jahren eine im ersten Stock des Hauses des Maurers Einig gelegene Wohnung in stiller Zurückgezogenheit. Herr Steinert war früher Schönschreiblehrer in Frankfurt am Main, nicht aber jüdischer Religionslehrer, wie viele Zeitungen schreiben. Als die Einwohnerinnen, es waren zu dieser Zeit nur Frauen im Hause, niemand von beiden den ganzen Vormittag bemerkten, ging man an die Tür, die verschlossen war und aus der ein kohlenartiger Dunst quoll. Rasch benachrichtigen die Leute die gegenüberliegende israelitische Kuranstalt, von der sofort zur Untersuchung des mysteriösen Vorfalles und zur Hilfeleistung der Gärtner geschickt wurde. Mittelst einer Leiter wurde das Fenster der Wohnung bestiegen und sah man von hier aus, dass das Zimmer dicht mit Rauchwolken gefüllt war. Als die Tür erbrochen war, fand man leblos den Mann auf dem Fußboden, die Frau quer über dem Bett in den Kleidern. Die Erstickung muss mit Vorsatz ausgeführt worden sein, da in dem Zimmer zwei Kohlenkasten mit Kohlen standen. Ein Geldbetrag von 80 Mark wurde auf dem Tische vorgefunden, dazu ein Vermerk, dass man von dem Gelde die rückständige Miete im Betrage von 45 Mark und die Rechnungen, sowie aus dem Erlös des Mobiliars die Beerdigungskosten bestreiten möge. Die Polizei versiegelte alsbald die Wohnung und benachrichtigte sofort das Amtsgericht Höchst von dem Vorfalle, das noch am Abend den Tatbestand an Ort und Stelle aufnahm und die Überführung der Leichen in die Sodener Leichenhalle anordnete. Der Privatlehrer Nathan Steinert war auch in unserer Stadt eine ziemlich bekannte Persönlichkeit und noch in den letzten Tagen versuchte er durch Inserate in den Blättern Schüler für seinen im 'Nassauer Hof' hierselbst abzuhaltenden Schnell-Schönschreib-Kursus zu erlangen, um dadurch seine Existenz zu fristen. Die wirkliche Ursache dieses Selbstmordes scheint aber eine geistige Störung gewesen zu sein, da Steinert schon lange nicht normal war. Das Leuchenbegängnis fand unter Mitwirkung der Patienten der israelitischen Kuranstalt am Donnerstag auf dem hiesigen israelitischen Begräbnisplatz statt."          


Zum Tod von Issor Josua Isserlin (1911)
Anmerkung: Issor Josua Isserlin dürfte Vater von Dr. Isserlin, dem langjährigen Leiters der jüdischen Kuranstalt gewesen sein.

Bad Soden Israelit 19101911.jpg (152268 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Oktober 1911: "Frankfurt am Main, 18. Oktober. Am Erew Sukkot (Vortag zum Laubhüttenfest) wurde in Soden am Taunus ein Mann zu Grabe getragen, der als wahrer Zadik Tamim (beständig frommer Mann) bezeichnet werden darf: Herr Issor Josua Isserlin. Einer hoch angesehenen jüdischen Familie entstammend – er war ein Nachkomme des RM"A – bemühte er sich sein ganzes Leben, im Sinne seiner großen Ahnen zu wirken und widmete sich von Jugend auf nur den drei Tugenden, die einen wahren Jehudi kennzeichnen: der Tora, dem Gottesdienst und der Wohltätigkeit. Viele schwere Schicksalsschläge trafen ihn, doch stärkten diese nur sein unerschütterliches Gottvertrauen und selbst in den letzten Tagen, als die schwere Erkrankung seinen Körper schon fast verzehrt hatte, trennte ihn nichts von seinem geliebten Mischnajot, das er alljährlich ganz durchlernen pflegte. Fast sprichwörtlich war an der russischen Grenze – er hatte seinen Wohnsitz in Prostken in Ostpreußen – seine, man kann fast sagen, übertriebene Ehrlichkeit im Geschäftsleben. Doch am bekanntesten ist R. Issor Isserlin – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – wohl durch seine Tätigkeit als Mohel geworden, denn ca. 7000 Kindern hat er das Siegel des Judentums aufgedrückt. Sobald in den Straßen Königsbergs die imponierende Gestalt R. Issor – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – mit dem wallenden schneeweißen Bart auftauchte, wusste man schon, dass heute eine Beschneidung ist. Kein Geschäft, mochte es auch noch so dringend sein, konnte ihn von der Erfüllung dieses Gebotes abhalten. Und sein Wohltätigkeitssinn kannte keine Grenzen; manch armer Jehudi wird bei Erhalt der Nachricht von dem Ableben dieses Gerechten in Tränen ausbrechen, denn jederzeit konnten sich die armen, ausgewiesenen Glaubensgenossen an ihn wenden, er konnte niemandem eine Bitte abschlagen. Nach den Worten unserer Weisen – das Andenken an die Gerechten ist zum Segen – ist es ein günstiges Zeichen, für einen Verstorbenen, wenn an seiner Bahre nicht die Trauerrede gehalten wird, die ihm eigentlich gebührt. In kurzen Worten nur konnte an seiner Bahre - am Vorabend des Feiertages wegen - Herr Rabbiner Nobel der Verdienste des Dahingeschiedenen – das Andenken an den Gerechten ist zum Segen – gedenken. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

   
Stabsarzt Dr. Isserlin wird im Krieg ausgezeichnet (1915)      

Bad Soden Israelit 26081915.jpg (17938 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. August 1915: "Soden im Taunus, 6. August. Stabsarzt Dr. Isserlin hat für seine Verdienste im Priesterwalde und bei anderen Gefechten das Eiserne Kreuz erhalten."    


Zum Tod von Dr. Adolf Kallner (Villa Aspira) (1922) 
Anmerkung: nach Angaben in der Website http://www.juedische-pflegegeschichte.de (unter Dr. Adolf Kallner) ist der Philologe Dr. phil. Adolf Kallner - Leiter des orthodox-jüdischen Kurheims Villa Aspira in Bad Soden - am 13. August 1873 in Dünamünde (Daugavgriva, heute Stadtteil von Riga in Lettland) geboren. Er wurde am 5. Juli 1902 an der Universität Gießen zum Dr. phil. promoviert (vgl. Universitätsbibliothek Gießen: Gießener Dissertationen, Sign. 179: Promotion bei Bernhard Wilhelm Stade (Orientalische Philologie und Theologie). Seine Dissertation über den Mischnah-Kommentar des jüdischen Arztes und Philosophen Maimonides zum Traktat Taanith I. II. veröffentlichte er noch im gleichen Jahr. 
1911 erbaute er das jüdische Kurheims Villa Aspira in Bad Soden und wurde dessen Geschäftsführer. Er war verheiratet mit Sara geb. ?. Die beiden hatten eine 1915 in Bad Soden geborene Tochter Eva. 
Dr. Kallner starb am 12. Januar 1922 in Bad Soden und wurde auf dem dortigen jüdischen Friedhof beigesetzt. 
Tochter Eva Kallner wurde Zahnärztin und emigrierte 1936 nach Palästina. Sie war verheiratet mit Dr. med. Paul Nathan (geb. 1899 in St. Wendel, war ab 1924 Arzt in München-Schwabing, ab 1925 in Berlin-Friedrichshain, 1934 nach Palästina emigriert, ab 1953 Prof. an der Hebräischen Universität); Quelle: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Hg. vom Institut für Zeitgeschichte, K.G. Saur 1983 Bd. 2 S. 846 [frdl. Hinweis von Rebecca Schwoch, Hamburg] .   

Bad Soden FrfIsrFambl 19011922.jpg (40875 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 19. Januar 1922: "Soden im Taunus. Dr. Adolf Kallner, der Besitzer des Sanatoriums 'Villa Aspira', ist - 50 Jahre alt - verschieden. Er hatte ein gutes jüdisches Wissen und vertiefte es tagtäglich. Da die jüdische Gemeinde Sodens keinen Kultusbeamten hat, so fungierte er auch als Schliach Zibbur (ehrenamtlicher Vorbeter). Durch sein gütiges Wesen hatte er sich viele Freunde erworben".   
    
Bad Soden FrfIsrFambl 26011922.jpg (125190 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. Januar 1922: "Soden. Vergangene Woche trug in Soden am Taunus ein großer Freundes- und Verehrerkreis Dr. Adolf Kallner zur letzten Ruhe. Wer einmal in sein gütiges und sonniges Auge gesehen hat, wird den Menschenfreund Dr. Kallner niemals vergessen. Den Mann, der weit über seine Verhältnisse Zedokoh (Gerechtigkeit im Sinne von Wohltätigkeit) übte; er, der niemals einen Unterschied kannte zwischen dem Reichen, der unter seinem Dache weilte und dem armen, den er um der guten Tat willen in sein Heim aufgenommen, damit er Heilung fände von seinem Leiden.   
Wem es vergönnt war, mit Dr. Kaller ein jüdisches Fest zu feiern, war es Freitagabend, war es der ernste Rosch-Haschonoh (Neujahr) oder das fröhliche Purimfest, der konnte lernen, was es heißt, mit echter Jüdischkeit Feste feiern, was heißt: Simchoh chel Mitzwoh (Freude über dem von Gott Gebotenen). - Dr. Kallner war trotz seines körperlichen Leidens ein gottbegnadeter Mensch. Das Wörtchen Chein (Anmut, Gefallen), für das uns ein deutscher Ausdruck fehlt, durch ihn war es verkörpert. - Eine seiner edelsten Charaktereigenschaften war seine Bescheidenheit. Ihm, der ein so überaus großes jüdisches und profanes Wissen hatte, war jede Überhebung fremd: er achtete die Meinung und Gesinnung eines jeden seiner Mitmenschen.    
Lessing erzählt uns im Nathan der Weise das Märchen von dem Ring, der die Kraft hatte, seinen Eigentümer bei allen Menschen beliebt zu machen: Dr. Kallner machte dies Märchen zur Wahrheit: er hat es meisterhaft verstanden, sich alle Menschen zu Freunden zu machen, die Jugend zu sich heranzuziehen und sie für das Judentum und seine Lehre zu begeistern. - Das Andenken eines solchen Menschen muss zum Segen werden!  E."      

       
       
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe/Einrichtungen und Privatpersonen   

Anzeige der Villa Aspira (1911)  

Bad Soden Israelit 21091911.jpg (143001 Byte)Anzeige (ganzseitig!) in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. September 1911: "Koscher - Villa Aspira - Koscher
Erholungsheim
GmbH - Telephon Nr. 39 - Bad Soden am Taunus am Quellenpark. 
Bislang fehlte in Deutschland ein streng rituell geführtes Erholungsheim. Diesem Mangel soll die Villa Aspira Bad Soden am Taunus abhelfen. Sie ist nach den Grundsätzen der neuzeitlichen Hygiene gebaut und mit allem Komfort eingerichtet. Die Lage der Villa im herrlichen Altenhainer Tale am Südabhange des Taunus schützt sie gegen Nordwinde, und so eignet sie sich besonders zu Winterkuren. 
Die Autoritäten ziehen ja neuerdings den Winteraufenthalt in Deutschland der Kur im Süden vor, weil die Erfolgungsbedürftigen für ein nordisches Klima wetterfester bleiben. Zudem stehen uns die zahlreichen Heilquellen und Kurmittel des berühmten Taunusbades zur Verfügung. 
Die Leitung ist bemüht, den Anstalts-Charakter auszuschalten und dafür eine gemütliche Häuslichkeit zu bieten. 
Die Eröffnung findet im Spätherbst mit einer Winterkur statt. Wir bitten um gefällige Empfehlung bei ihren Bekannten und Freunden. Ihre geschätzten Anfragen wollen Sie freundlichst an unseren Geschäftsführer Herrn Dr. Adolf Kallner, Soden am Taunus richten. 
Erholungsheim Villa Aspira GmbH. Sarah Beith. Dr. Adolf Kallner. Ignatz Aron. 
Linke Spalte: Streng rituell - Referenzen: Die Herren Rabbiner Dr. Auerbach, Halberstadt; Dr. Kohn, Ansbach, Dr. Munk, Berlin. 
Die Herren Ärzte Dr. med. Ascher, Nordrach,  Dr. med. Frank, Altona,  Dr. med. Hirsch, Nauheim.
Individuelle Sanatoriums-Behandlung. Diätkuren, Kalt-Wasserkuren, medizinische Bäder, Liege-Kuren, Sonnenbäder. Mit allem Komfort in jedem Zimmer. Zentralheizung, elektrisches Licht, Wasserleitung, schallsichere Wände, Sanitas-Boden, Balkon. Freundliche Gesellschaftsräume. Bank-Konto: Vorschuss-Verein Soden am Taunus." 

 
Anzeige von Dr. med. D. Rothschild (1912)  

Bad Soden FrfIsrFambl 26041912.jpg (31155 Byte)Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 26. April 1912: "Ich habe meine Praxis in Bad Soden am Taunus wieder aufgenommen. Sprechstunde: vormittags 10-11 Uhr, nachmittags 3-4 Uhr. 
Dr. med. D. Rothschild.
Telefon 9. Königsteinerstraße 39." 
Hinweis: die 1904 errichtete "Villa Rothschild" des Arztes Dr. D. Rothschild besteht bis heute. Die Rothschild spielten eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen des früheren Kreises Höchst.    

   
Bar-Mizwa-Feier von David Siegfried Grünewald (1922)  

Bad Soden Israelit 04051922.jpg (42836 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Mai 1922: "Wir beehren uns hiermit zu der am Schabbat Paraschat Acharei Kedoschim (Schabbat mit entsprechenden Toralesungen aus 3. Mose 16-20, d.i. 6. Mai 1922), in der Synagoge Börneplatz stattfindenden Bar Mizwa-Feier unseres 1. Sohnes David Siegfried alle unsere Verwandte, Freunde und Bekannte ergebenst einzuladen. 
Max Grünewald und Frau. Bad Soden im Taunus. Empfang: Langestraße 25 bei H.S. Ball."  

  
Verlobungsanzeige für Erna Scheuer und Kurt Sostmann (1931) 

Bad Soden Israelit 10041931.jpg (20846 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. April 1931: 
"Erna Scheuer - Kurt Sostmann. Verlobte. 
Bad Soden - Frankfurt am Main. Empfang in Soden, am 12. April 1931."

     
     
Sonstiges  
Beitrag von Rabbiner Ossof (1921)    

Bad Soden FrfIsrFambl 08041921.jpg (432812 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. April 1921: 
"Die Berufungsinstanzen im jüdischen Rechtsleben. 
Von Rabbiner Ossof, Bad Soden im Taunus".  
Der Beitrag wird nicht ausgeschrieben, da es keine Bezüge zur jüdischen Geschichte in Bad Soden gibt; bei Interesse zum Lesen bitte Textabbildungen anklicken. Über einen "Rabbiner Ossof" liegen dem Webmaster ansonsten keinerlei weiteren Informationen vor.    
Bad Soden FrfIsrFambl 08041921a.jpg (101975 Byte)    

     
     
  
  
Zur Geschichte der Synagoge  
             
    
Die in Bad Soden lebenden jüdischen Personen besuchten bis in die 1840er-Jahre die Gottesdienste in Niederhofheim. Zeitweise gab es jedoch bereits im 18. Jahrhundert (von 1762 bis um 1780) einen Betraum (im Haus Dachbergstraße 2), doch war damals die Zahl der jüdischen Männer am Ort für die Abhaltung regelmäßiger Gottesdienste zu gering. Nach 1835 bemühten sich die jüdischen Familien um die Wiedereinrichtung einer Synagoge. Baron A. M. von Rothschild vermisste damals, als er in Bad Soden zur Kur war, einen Gottesdienst.    
 
Im Spätsommer 1846 konnte ein bestehendes Haus in Bad Soden als Synagoge eingerichtet werden. Die Einweihung nahm Rabbiner Süsskind von Wiesbaden vor. Die Gemeinde hätte lieber auf einem schöner gelegenen Grundstück eine Synagoge gebaut, doch wurde dies von der Regierung nicht genehmigt. Das Grundstück der Synagoge war auf den Namen Lazarus Meyer eingetragen, da damals noch keine selbständige jüdische Gemeinde bestand
.  

Bad Soden Isr19Jh 07021847.jpg (31408 Byte)Aus einem Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts" vom 7. Februar 1847 über "Kirchliche und Schulverhältnisse in Nassau": "…Man frage nur diejenigen Christen, die z.B. der Synagogeneinweihung zu Weilburg oder der im Spätsommer dieses Jahres in dem Badeorte Soden von (Rabbiner) Süsskind (von Wiesbaden) abgehaltenen, oder sonstigen Feierlichkeiten, bei denen auch Christen veranlasst werden, zu erscheinen….".
  
Anmerkung: "Spätsommer" muss sich auf 1846 beziehen, da der Artikel Ende 1846 geschrieben wurde, um Anfang Februar in der Zeitschrift publiziert werden zu können. Somit wird die Synagoge in Bad Soden vermutlich im September 1846 eingeweiht worden sein.

Das Synagogengebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts und nochmals 1927/28 renoviert. Danach waren im Betraum 26 Männer- und 7 Frauenplätze vorhanden. Über die anstehende Renovierung 1927/28 erschien der folgende Bericht:   

Bad Soden JuedWz Wi 07101927.jpg (136408 Byte)Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 7. Oktober 1927: "Bad Soden am Taunus. Die nur 40 Seelen zählende jüdische Gemeinde in Bad Soden am Taunus sieht sich genötigt, ihre im Jahre 1846 erbaute Synagoge einer eingehenden Reparatur und würdigeren Ausgestaltung zu unterziehen. Der jetzt bestehende Bau hat das Aussehen eines kleinen niederen Häuschens und verdankte dieses Aussehen der Unduldsamkeit der damaligen Regierung zu einer Zeit, wo die Emanzipation der Juden in Hessen noch nicht durchgeführt war. Damals bestand die Absicht, ein würdiges Gotteshaus in schöner Lage zu bauen, die Errichtung wurde aber nur unter der Bedingung gestattet, dass die Synagoge in einer kleinen Gasse so gebaut wurde, dass sie sich von den umliegenden Häusern nicht unterscheidet. Da noch Kriegs- und Inflationszeiten die Unterhaltung erschwerten, ist jetzt ein grundlegender Umbau nötig geworden, vor allem auch, um die im Sommer ziemlich erhebliche Zahl von jüdischen Kurgästen fassen zu können. Wenn die kleine, finanziell nicht leistungsfähige Gemeinde sich in diese Notwendigkeit versetzt sieht, so bittet sie vor allem um die Unterstützung derjenigen, welche in Baden Soden am Taunus Heilung oder Besserung ihrer Leiden gefunden haben und bittet Beiträge zum Synagogen- Umbau auf das Konto der israelitischen Kultusgemeinde zu Bad Soden am Taunus bei der Sodener Bank in Bad Soden am Taunus überweisen zu wollen". 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge im Inneren vollständig zerstört. SA-Leute verbrannten die Ritualien auf offener Straße. 
  
Nach 1945 wurde die ehemalige Synagoge umgebaut und als Malerwerkstatt und Lagerraum zweckentfremdet. 
   
1981
wurde das Gebäude im Zusammenhang mit einer damaligen Altstadtsanierung abgebrochen, nachdem es sich in heruntergekommenem Zustand befand. Seit 1987 ist eine Gedenktafel an der auf dem Grundstück erbauten Seniorenwohnanlage angebracht mit dem Text: "Hier stand die im Jahre 1846 erbaute Synagoge der jüdischen Gemeinde. Bereits um 1750 gab es eine jüdische Gemeinde in Bad Soden. 1938 wurde die Synagoge von Nationalsozialisten verwüstet. 1986/87 wurde mit Unterstützung der Stadt Bad Soden am Taunus und des Landes Hessen an dieser Stelle zehn Seniorenwohnungen errichtet". 
  
Anmerkung: der Text der Gedenktafel hätte ursprünglich präziser lauten sollen: "...1938 wurde die Synagoge von Bad Sodener Nationalsozialisten verwüstet...", doch fand dieser Text keine Mehrheit im Gemeinderat der Stadt).   
    
    
Adresse/Standort der Synagoge    Erster Betraum im Haus Dachbergstraße 2; Synagoge ab 1846: Neugasse 2 (frühere Enggasse)  
   
   
Fotos  

Historische Fotos sind nicht bekannt; über Zusendungen freut sich der Webmaster
der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.
  
        
Synagogenstandort und Gedenktafel
(Fotos: Elisabeth Böhrer, 
Aufnahmedatum 12.5.2009)
Bad Soden Synagoge 011.jpg (93872 Byte) Bad Soden Synagoge 010.jpg (109777 Byte)
        

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte      

November 2008: Ausstellung zum 70. Gedenktag des Novemberpogroms 1938   
Bad Soden Pl 2008010.jpg (45091 Byte)Historische Ausstellung im Badehaus. Bericht aus der Website der Stadt Bad Soden
Am Montag, 10. November 2008, jährt sich der Tag der Vertreibung jüdischer Bürger und der Zerstörung jüdischer Einrichtungen in Bad Soden am Taunus zum 70. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Stadtmuseum Bad Soden am Taunus bis Sonntag, 26. Oktober 2008, die Ausstellung "...und blieben dennoch immer Fremde? Vergangenes jüdisches Leben in Soden". 
Zentrales Thema ist das oftmals konfliktbeladene Neben- und Miteinander von Christen und Juden in unserer Region über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten. Daneben würdigt die Ausstellung den Beitrag jüdischer Bürger zum Gemeinwesen, zur kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und dokumentiert auch das gewaltsame Ende der jüdischen Gemeinde während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Herausragende Persönlichkeiten in Soden. Herausragende Persönlichkeiten wie die Ärzte Salomon Stiebel, David Rothschild und Max Isserlin haben Sodens Ruf als Kurort gestärkt. Der Kommerzienrat Enoch Reiss und seine Familie sind in Soden lange Zeit karitativ tätig gewesen. Daran erinnern heute noch einige Gebäude wie die Rothschild’sche Villa und das Haus Reiss. Andere Orte jüdischen Lebens wie die Israelitische Kuranstalt und die Synagoge sind mittlerweile aus Bad Soden am Taunus verschwunden. Die Ausstellung gewährt Einblicke in eine teils vergessene, teils verdrängte Vergangenheit. Den Texten und Dokumenten liegen umfangreiche historische Recherchen zugrunde. Ergänzt werden sie durch eine Vielzahl von Exponaten aus dem Jüdischen Museum Frankfurt am Main.
Unterstützt vom Wissenschaftsministerium. Die Ausstellung wurde durch die Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie mehrerer Sponsoren ermöglicht. Die Ausstellung ist von Mittwoch bis Freitag, jeweils von 15:00 bis 18:00 Uhr, sowie Samstag und Sonntag von 14:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet € 3,00, ermäßigt € 2,00. Der Eintritt zum Stadtmuseum Bad Soden am Taunus bleibt wie immer frei.  
 
Dezember 2010: Ein erster "Stolperstein" wird in Bad Soden im Sommer 2011 auf Grund einer Privatinitiative verlegt   
Artikel von Mathias Geiß in der "Frankfurter Neuen Presse" vom 17. Dezember 2010 (Artikel): 
"Die Premiere. Der erste Stolperstein – nur die Stadt ist etwas zögerlich. 
Im Sommer nächsten Jahres wird es in der Kurstadt den ersten Stolperstein geben. Es ist eine Privatinitiative – der Magistrat geht das Thema etwas verhaltener an . . .
Bad Soden. Obwohl in der Kurstadt vor dem Zweiten Weltkrieg viele Juden lebten, die zum Teil auch entscheidend das Leben mitgeprägt hatten, gibt es dort zwar Gedenktafeln, die an die Israelitische Kuranstalt und die Synagoge erinnern, doch Stolpersteine sucht man im Pflaster vergebens. Andere Städte im Main-Taunus-Kreis – wie beispielsweise Hofheim oder Hattersheim – sind da schon weiter...".   
    
Mai 2011: Diskussion im Stadtparlament zu den "Stolpersteinen"    
Artikel in der "Frankfurter Rundschau" vom 18. Mai 2011 (Artikel): "Bad Soden. Stolperstein-Projekt im Stadtparlament
Sollen Stolpersteine auch gegen den Willen der heutigen Hauseigentümer an die Bad Sodener Opfer der Nazi-Diktatur erinnern? Die Grünen sagen ja, CDU-Bürgermeister Altenkamp ist gegen 'Zwangsgedenken'.
Im August werden in Bad Soden die ersten Stolpersteine für NS-Verfolgte verlegt. Auf dem Areal in der Alleestraße, auf dem unter anderem der Tegut-Supermarkt steht, werde damit einer vertriebenen jüdischen Familie gedacht, sagte Bürgermeister Norbert Altenkamp gestern..."   
   
Juni 2011: Das Stadtparlament lehnt die Verlegung von "Stolpersteinen" in Bad Soden ab  
Artikel von Barbara Helfrich in der "Frankfurter Rundschau" vom 22. Juni 2011 (Artikel): "Bad Soden - Stolpersteine abgelehnt. Die Bündnisgrünen würden gern Bad Soden am Stolperstein-Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig beteiligen. Doch sie finden keine Mitstreiter. FDP und BSB fordern stattdessen eine zentrale Gedenkstätte.
Auch alle anderen Fraktionen gingen im Kulturausschuss auf Distanz zu dem Vorschlag..."   
  
Juli 2011: In Bad Soden werden nach dem negativen Beschluss des Stadtparlaments auf privatem Grund "Stolpersteine" verlegt    
Artikel von Claudia Horkheimer in der "Frankfurter Rundschau" vom 23. Juli 2011 (Artikel): "Gedenken mit Magengrimmen
Bad Soden Verlegung der ersten Stolpersteine facht politische Debatte um NS-Opfergedenken neu an..."    
   
August 2011: Zwei "Stolpersteine" werden auf privatem Grund verlegt     
Artikel in der "Frankfurter Rundschau" vom 30. August 2011 (Artikel): "Tränen für zwei Deportierte
Nach heftigem Streit bekommt Bad Soden die ersten Stolpersteine

Traurig kniet die zwölf Jahre alte Lauren Florsheim vor den beiden frisch verlegten Stolpersteinen, die an ihre Ur-Ur-Großeltern erinnern. Tränen laufen ihr über das Gesicht. Kerzen werden angezündet. Die Familie Florsheim ist eigens dafür aus England und den USA angereist. An diesem Dienstag kommt mit der Verlegung der ersten beiden Stolpersteine in Bad Soden eine wochenlange politische Debatte zu ihrem vorläufigen Ende...".   
 
Juni 2014: Ausstellung "gegen das Vergessen" sowie Verlegung von weiteren "Stolpersteinen" in Bad Soden 
Artikel im "Höchster Kreisblatt" vom 27. Mai 2014: "Es kommt noch immer Trauer hoch..." 
Link zum Artikel   
    
Artikel im "Höchster Kreisblatt" vom 2. Juni 2014: "'Ein Zeichen gegen das Vergessen'
Trotz des Brückentags nahmen am Freitagnachmittag über 150 Menschen an der bewegenden Gedenkfeier teil. Aus Israel und Kanada waren zwei Angehörige der Familie Isserlin angereist.
Bad Soden.
'Lasst uns niemals vergessen. Denn wer die Geschichte vergisst, ist verdammt, sie zu wiederholen.' Mit diesen Worten appellierte der Kanadier Jonathan Isserlin (siehe 'Extra') an die zahlreichen Menschen, die sich zur Stolperstein-Verlegung vor dem Haus 'Zum Quellenpark 6' (ehemals Hauptstraße 6) versammelt hatten. Hier hatte Jonathans Großvater, der ehemalige Sodener Badearzt und langjährige Leiter der Israelitischen Kuranstalt, Max Isserlin, seinen letzten frei gewählten Wohnort in Bad Soden, gemeinsam mit seiner Frau Regina, den Kindern Bruno und Ruth und der Haushälterin Mina Grünebaum. Fünf Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig erinnern nun an ihre Geschichte und an das Schicksal der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet, vertrieben oder deportiert wurden.'
Nein sagen'.
Die rund 150 Teilnehmer der Gedenkfeier erlebten bewegende Momente, als sich die Paten der Stolpersteine und die Angehörigen der Verfolgten in die Arme schlossen. Die beiden Enkel Ora Goldschmidt und Jonathan Isserlin waren eigens aus Israel und Kanada angereist. 'Es war eine sehr lange und sehr emotionale Reise' erklärte der Kanadier Jonathan Isserlin. Die Schüler der Heinrich-von-Kleist-Schule (Eschborn) und der Mendelssohn-Bartholdy-Schule (MBS, Sulzbach) legten Rosen nieder. Die Schulen haben die Patenschaften für die Steine von Max Isserlin und Mina Grünebaum übernommen und wollen damit 'ein lebendiges Zeichen gegen das Vergessen setzen', erklärten die Jugendlichen.
'Wir wollen unseren Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie zu kritischen Bürgern erziehen', sagte MBS-Leiterin Sara Morawietz und stellte den Bezug zur Gegenwart he. Sie verwies auf die Ergebnisse der Europawahl, bei der Rechte beispielsweise in Frankreich viele Stimmen erhielten, und die Notwendigkeit, 'die Erinnerung wach zu halten und Nein zu sagen'. Die Zukunft könne man 'nur gestalten, wenn man die Vergangenheit kennt', mahnte der Leiter der Kleist-Schule, Adnan Shaikh. Seine Schüler hatten tags zuvor die Gelegenheit, Jonathan Isserlin kennenzulernen. Der Kanadier berichtete von seinen Erinnerungen und seinen Empfindungen gegenüber Deutschland. 'Es war beeindruckend, wie wenig Groll Herr Isserlin in sich hat', beschrieb Shaikh.
Die Stolperstein-Verlegung in Bad Soden geht auf die Initiative der AG Stolpersteine zurück. Nachdem 2011 die ersten Steine verlegt wurden, hatten Ingo Heise weiter recherchiert und Kontakt zu den beiden Nachfahren der Familie Isserlin hergestellt. Mit der Verlegung der sechs Steine soll die Aktion nicht beendet sein. 'Wir werden für alle, die in Bad Soden Opfer der Nazis geworden sind, Stolpersteine verlegen'; erklärte Harald Fischer, der Pate für Ruth Isserlins Stolperstein. Sechs Stolpersteine wurden am Freitag in Soden verlegt:
Ein Stein erinnert an der Hasselstraße 20 an Bernhard Freymann, der dort die Pension 'Villa Charlotte' betrieben hat. Freymann wurde 1941 nach Lodz deportiert und dort im Konzentrationslager ermordet.
Fünf Stolpersteine vor dem Haus 'Zum Quellenpark 6' gedenken an Familie Isserlin und deren Haushälterin Mina Grünebaum. Grünebaum wurde 1941 von den Nazis deportiert und in Minsk ermordet. Der Familie Isserlin gelang die Flucht nach England. Die Kinder Bruno und Ruth wurden von den Eltern bereits 1933 und 1936 nach London geschickt. Regina und Max Isserlin folgten 1938. Ruth Baum, geborene Isserlin, lebte später in Tel Aviv, wo sie im März 2014 starb. ehm."  
Link zum Artikel     
Weiterer Artikel in der "Frankfurter Rundschau" vom 2. Juni 2014: "Bad Soden. Stolpersteine: Schüler sind Paten..."   
Link zum Artikel     
 
August 2015: Stadtspaziergang auf den Spuren der jüdischen Geschichte     
Bad Soden Stadtspaziergang 2015.jpg (69849 Byte)  Am 29. August 2015 fand ein "Stadtspaziergang zu historischen Orten - Jüdisches Leben im Soden von einst" statt. Der Spaziergang mit der Autorin Helga Fredershausen führte von den Anfängen der jüdischen Geschichte in der Altstadt über die Talstraße, Dachbergstraße und Straße Zum Quellenpark bis zur Königsteiner Straße.   
 
Juli 2016: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen" in Bad Soden   
Bad Soden Stolpersteine 201607.jpg (191216 Byte)Pressemitteilung der Stadt vom 8. Juli 2016 (Quelle von Text und Foto: http://www.bad-soden.de/de/aktuelles/mitteilungen.aspx?nwsid=2030): "
Fünf Stolpersteine in der Neugasse erinnern an Schicksal jüdischer Mitbürger. 
In der Bad Sodener Altstadt – gegenüber der ehemaligen Synagoge – hat der Kölner Künstler Günter Demnig am Mittwoch fünf Messingplatten zur Erinnerung an das Schicksal der Familie Strauss in das Straßenpflaster eingelassen.
An der feierlichen und emotionalen Zeremonie nahmen gut 50 Personen teil. Während der Künstler die glänzenden Gedenksteine verlegte, erinnerten Mitglieder der AG Stolpersteine an das Schicksal von Moritz und Karoline Strauss, ihren Sohn Wilhelm, Schwiegertochter Olivia und deren Tochter Hannelore. Sohn Wilhelm gelang mit Frau und Kind die Flucht vor dem nationalsozialistischen Terror in die Vereinigten Staaten. Die Eltern blieben vorerst, mussten aber auf Druck der Nazis ihr Anwesen verkaufen. Das Haus in der Neugasse 3 war der letzte gemeinsame Wohnort der jüdischen Familie in Bad Soden am Taunus. Zu der Zeremonie waren auch Ken und Joanie Krug aus den USA angereist, Enkel von Wilhelm und Olivia Strauss.
Bürgermeister Norbert Altenkamp äußerte sich besorgt, dass heute in Deutschland wieder Minderheiten beschimpft und als Sündenböcke benutzt würden. Er appellierte an die Zivilgesellschaft, dem nicht schweigend zuzuschauen und mit Mitmenschlichkeit dem Hass entgegen zu treten. Mitglieder der AG Stolpersteine berichteten über die Vertreibung und das spätere Leben der Familie Strauss in den USA. Nachfahre Ken Krug sagte, er sei berührt, dass in Bad Soden am Taunus auf diese Weise an das Schicksal seiner Familie erinnert werde. Anschließend legten Schülerinnen der Eschborner Heinrich-von-Kleist-Schule Blumen an den Messingplatten ab, Lukas Birovescu spielte dazu auf der Klarinette."      
Siehe auch die Website der AG Stolpersteine in Bad Soden: http://stolpersteine.in-bad-soden.de /    

    
     

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Bad Soden   
Zur Seite über die Israelitische Kuranstalt in Soden  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Bad Soden (interner Link)   
Seite der AG Stolpersteine in Bad Soden: http://stolpersteine.in-bad-soden.de/   
Seite der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit im Main-Taunus-Kreis e.V. zu den Spuren jüdischen Lebens in Bad Soden    
Website der Historischen Gesellschaft Eschborn mit Seite von Wolfgang Zink: Ehemalige Synagogen im Main-Taunus-Kreis 
Webportal HS 010.jpg (66495 Byte)Webportal "Vor dem Holocaust" - Fotos zum jüdischen Alltagsleben in Hessen mit Fotos zur jüdischen Geschichte in Bad Soden 

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Bad Soden 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Bad Soden sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,901   Geburts-, Trau- und Sterberegister der Juden von Bad Soden am Taunus  1803 - 1836  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2924711       
HHStAW 365,771   Sterbe- und Gräberverzeichnis der auf dem jüdischen Friedhof in Bad Soden am Taunus beigesetzten Juden  1873 - 1939 
mit einem Register der verstorbenen Juden mit Angaben zum Sterbedatum und zur Grablage sowie zu Wohnort und Herkunft; enthält auch Personen aus Hattersheim am Main, Höchst (Frankfurt-Höchst), Hofheim am Taunus, Kriftel, Okriftel, Unterliederbach (Frankfurt-Unterliederbach)  https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3500071      
HHStAW 365,968   Verzeichnis der auf dem jüdischen Friedhof in Bad Soden am Taunus 1943 noch lesbaren Grabinschriften 1874 - 1937 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5319759            

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 256-259.  
ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder - Dokumente. S. 139.   
Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945? 1988 S. 164. 
dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 139.  
Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 230-231.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume III: Hesse -  Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992 (hebräisch) S.387-388. 
Joachim Kromer: Bad Soden am Taunus. Hg. Magistrat der Stadt Bad Soden. Band 2: Bestehen aus der Geschichte. Bad Soden 1991.
ders.: Der 10. November 1938. Darstellung der Entwicklungen und der Aktionen gegen die Juden in Bad Soden am Taunus nach den Akten des Prozesses vom Juli 1949. Reihe: Materialien zur Bad Sodener Geschichte. Heft 4. Bad Soden 1988. 
ders.: Die Familie Reiss in Soden. Reihe: Materialien zur Bad Sodener Geschichte.  

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bad Soden  Hesse-Nassau. Jews in medieval Soden fell victim to the Black Death persecutions of 1348-49 and an independent community was not established until 1849. Transformed into a flourishing spa (and renamed "Bad" Soden), the town attracted wealthy Jewish visitors from Frankfurt - and the baptized composer Felix Mendelssohn. In 1885 Baron Rothschild endowed a sanatorium treating needy Jews (213 in 1912). By 1925 the community numbered 49 (2 % of the total). On Kristallnacht (9-10 November 1938), Nazis destroyed the synagogue's interior and a mob burned the sanatorium. Some Jews emigrated (1933-37), others probably died in the Holocaust. 
   
     

                   
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Stand: 30. November 2016