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Ansbach (Mittelfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge
vgl.
weitere Seite mit Texten zur
Geschichte der jüdischen Gemeinde in Ansbach (interner Link)
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Ansbach bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter.
Seit Beginn des 14. Jahrhunderts sind jüdische Einwohner nachzuweisen: 1314
wird Rabbi Suzkint (Süßkind) von Ansbach erwähnt, der Mitglied das
Rabbinatsgerichtes in Nürnberg war. In Nürnberg werden in den folgenden Jahren
Gumprecht und Josep (Joselin) sowie Seligman von Ansbach als Judenbürger
genannt. Die Klöster Halsbrunn und Münsterschwarzach waren in der ersten
Hälfte des 14. Jahrhunderts bei Ansbacher Juden verschuldet. Von der
Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 war auch die jüdische Gemeinde in
Ansbach betroffen. In der 2. Hälfte des 15.
Jahrhundert zogen wieder einzelne Juden zu; auch nach 1509 liegen sichere
Nachweise für jüdische Familien in der Stadt vor.
Ansbacher Juden werden in Rothenburg
ob der Tauber (1384/85, 1401) und in Trient (1475) genannt. "Judenschutzherr" war der
Markgraf von Brandenburg-Ansbach.
Die jüdischen Familien wohnten im Mittelalter zeitweise in allerdings erst nach
1470 genannten "Judengasse" (heute Platenstraße). In
dieser Gasse lebten auch nichtjüdische Familien. Zum Zeitpunkt der ersten
Nennung der "Judengasse" keine Juden in dieser Gasse, sodass die
Bezeichnung auf das 14. Jahrhundert zurückgehen wird.
1561 wurden die jüdischen Einwohner im Zuge eines "Ausschaffungsmandates"
durch Markgraf Georg Friedrich vertrieben. Einige Jahre später durften sie
wenigstens auf den Jahr- und Wochenmärkten in der Stadt wieder anwesend
sein.
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert
zurück. Im Dreißigjährigen Krieg flohen zahlreiche jüdische Familien
auf Grund der kriegerischen Wirren in die Stadt: 1631 ist von 27 jüdischen Familien die Rede.
1643 werden in einer
Beschwerdeschrift des Rates allerdings nur noch zwei Juden genannt, die in der Stadt
Aufenthaltserlaubnis hätten. Nach dem Krieg nahm die Zahl der jüdischen
Einwohner langsam zu: 1672 huldigten dem Markgrafen acht Ansbacher Juden
(beziehungsweise jüdische Familien), von denen sieben in eigenen Häusern lebten. 1675 waren es acht Familien
mit zusammen 57 Personen, darunter vier Häuserbesitzer. 1704 lebten zehn
jüdische Familien in der Stadt, fünf davon in eigenen Häusern. Bis Mitte des
18. Jahrhundert stieg die Zahl der jüdischen Familien an: 1757 waren es 43
jüdische Familien, 1789 60 Familien mit ungefähr 350 Personen, von ihnen waren
24 Hausbesitzer. Die Hoffaktoren und Hofjuden unter den jüdischen
Einwohnern waren durch ihre Verbindungen mit dem Hof im alltäglichen Leben kaum
Beschränkungen ausgesetzt, sofern sie die damals sehr hohen Abgaben und
Schutzgelder bezahlten. Der erste bedeutende Hoffaktor war Marx Model. Er
hat allein 1699 für 100.000 Talern Waren an Hof und Militär geliefert. Weitere
"Hofjuden" in markgräflichen Diensten waren in der Folgezeit (nicht
alle lebten in Ansbach) David Rost, Löw Israel, Moses Ullmann; Isaak, Elias und
Samson Model; Jakob Joseph, Aron Schwab, Michael Simon, Isaak Nathan Schwacher;
Elkan, Hirsch, Zacharias und Gabriel Fränkel. Die Hofjuden lebten oft in
scharfer Konkurrenz zueinander.
Anfang des 19. Jahrhunderts ging die Zeit der Ansbacher Hofjuden zu Ende.
Während im 18. Jahrhundert die jüdischen Handelsleute die Ansbacher
Bevölkerung noch mit Meißener Tuch, thüringischen Spitzen, Linzer Leinwand,
Tellern, Schüsseln, böhmischem Glas, Eisenwaren, Porzellan, Schwabacher Nadeln
und anderem versorgt hatten, so wurden im 19. Jahrhundert jüdische Pferde-,
Vieh- und Wollhändler von großer Bedeutung für das Wirtschaftsleben der Stadt
und der Region.
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie
folgt: 1809/10 385 jüdische Einwohner (2,7 % von insgesamt 14.429), 1837
450 (3,2 % von 14.100), 1867 239 (1,8 % von 13.018), 1880 200 (1,5 % von
14.195), 1900 270 (1,5 % von 17,563), 1910 290 (1,5 % von 19.995).
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde bereits seit Mitte des 18.
Jahrhunderts eine Synagoge (s.u.), ein
jüdisches Gemeindehaus mit Wohnung, einem rituelles Bad und Schulräumen. Die
Toten der Gemeinde wurden bis 1816 auf dem jüdischen Friedhof in Bechhofen
beigesetzt, bis 1816 ein eigener jüdischer Friedhof
in Ansbach eingeweiht werden konnte.
Vorübergehend um 1682 und wiederum seit 1754 war
Ansbach Sitz eines Rabbinates. Folgende Rabbiner wirkten in der
Stadt:
 | um 1682 Rabbiner Jeremias Judas |
 | 1754-1792 Rabbiner Samuel Zirndorfer |
 | 1793 Rabbiner Uhlmann oder Ullmann |
 | 1793-1835 Rabbiner Moses Hochheimer (geb. 1755 in
Veitshöchheim, 1790-93 Lehrer in Fürth, dann nach Ansbach berufen, gest.
1835 in Ansbach) |
 | 1835-1841 Rabbinatsverweser Jacob Oberdorfer (geb.
1807 in Wallerstein, nach der Rabbinatszeit in Ansbach Prediger in Wandsbek,
Hamburg, 1857 Rabbiner in Pniewy (Pinne), Posen, 1861-1884 Rabbiner im
württembergischen Oberdorf, gest. 1884 in Oberdorf)
|
 | 1841-1893 Rabbiner Aron Bär Grünbaum (geb. 1812 in
Gunzenhausen, lernte in Ansbach bei Rabbiner Hochheimer, gest. 1893 in
Ansbach)
|
 | 1894-1915 Rabbiner Pinchas Kohn (geb. 1867 in
Kleinerdlingen, 1890-1893 Rabbiner in Burgkunstadt, 1893 Promotion und
Rabbinatsverweser in Mannheimer, vgl. unten 1937-1939)
|
 | 1915-1917 Rabbinatsverweser Dr. Chaim Heinrich Cohn
(geb. 1889 in Basel, nach seiner Zeit in Ansbach 1917/18 Militärrabbiner an
der Westfront, 1939 nach London emigriert, gest. 1966 in London) |
 | 1917-1925 Rabbiner Dr. David Brader (geb. 1879 in
Ichenhausen, 1906-1908 Rabbinatssubstitut in Ansbach, 1912-1917 Lehrer in
Nürnberg, 1925 in die Schweiz verzogen). |
 | 1926-1937 Rabbiner Dr. Eli Munk (geb. 1900 in Paris,
nach seiner Zeit in Ansbach 1937 nach Frankreich emigriert, bis 1943
Rabbiner in Paris und Nizza, 1943 in die Schweiz geflogen, 1945 in die USA,
gest. 1980 in New York). |
 | 1937-1939 Rabbiner Pinchas Kohn (vgl. oben
1894-1915; 1923-1937 Präsident der "Agudat Israel" in Wien; im
Februar 1938 in die Schweiz emigriert; 1939 nach London, wo er am 12. Juli
1941 starb).
vgl. unter den Texten zur jüdischen Geschichte
Ansbachs: Berichte zu den Rabbinern Grünbaum, Kohn
und Munk. |
Zum Bezirksrabbinat Ansbach gehörten 1933 noch
insgesamt 20 Gemeinden der Umgebung. Die Zugehörigkeit zum Bezirksrabbinat hat
im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Veränderungen erfahren. 1922 waren die Gemeinden Mönchsroth
und Wassertrüdingen zum Bezirksrabbinat Ansbach gekommen; nach Auflösung des
Bezirksrabbinates Schwabach folgten im Juli 1932 die Gemeinden Forth,
Hüttenbach, Ottensoos und Schwabach.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde
nach dem Gedenkbuch "1914/18 Ansbachs Gefallenen zum Gedächtnis"
Hermann Schloss (geb. 19.9.1885 in Sugenheim, gef. 5.5.1915), Ignaz Selling
(geb. 10.6.1885 in Colmberg, gef. 3.12.1916), Max Fischer (geb. 14.4.1897 in
Hof, gef. 1916) und Fritz Hamburger (1918). Ein
Gefallenendenkmal mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges ist in
Ansbach nicht vorhanden. Auf dem jüdischen Friedhof sind auf Grabsteinen
folgende gefallene Soldaten vermerkt: Jakob Frank (geb. 15.12.1887 in
Edelfingen, gest. 27.12.1915 im Reservelazarett
Fürth) und Fritz Hamburger (eingetragen auf Sockel des Grabsteines für
Abraham Hamburger). 1923 starb nach der Grabinschrift "Leutnant d.R."
Theodor Dietenhöfer. Auf dem Ulanendenkmal an der westlichen Stadtgrenze von
Ansbach (auf dem Bocksberg) ist auch der Name des jüdischen Kriegstoten
Benjamin Herz (1914) eingetragen.
Um 1924, als 112 Personen zur jüdischen Gemeinde
gehörten (5,6 % von insgesamt ca. 20.000 Einwohnern), waren die Vorsteher
der Gemeinde Ludwig Dietenhöfer und L. Steiner. Als Kantor wirkte N. Eschwege.
Rabbiner Dr. David Brader erteilte an den höheren Schulen in der Stadt neun jüdischen
Kindern den Religionsunterricht. Den Unterricht an der jüdischen Volksschule
erteilte für acht Kinder Lehrer Nathan Adler (er verließ 1924 Ansbach
und unterrichtete danach in Nürnberg). An jüdischen Vereinen
bestanden die Chewro Kadischo (1924 51 Mitglieder unter der Leitung von
Anton Michelsohn, 1932 53 Mitglieder, Zweck und Arbeitsgebiet: Krankenwache,
Bestattung), der Israelitische Frauenverein (1924 71 Mitglieder
unter Leitung von Frau S. Heilbrunn, 1932 67 Mitglieder, Zweck und
Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Krankenwache), die Unterstützungskasse
(in die 1928 auch die Kasse zur Betreuung mittelloser durchreisender Juden aufgegangen
war), eine Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen
Glaubens sowie Zweigstellen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, der
Zionistischen Vereinigung und des jüdischen Nationalfonds Keren Kajement le
Jisrael sowie ein Verein für jüdische Geschichte und Literatur und der
Allgemeine jüdische Jugendverein. An die jüdische
Gemeinde Ansbach wurden nach Auflösung der dortigen Gemeinde die in Lehrberg wohnenden jüdischen Personen
angeschlossen (1924 12, 1932 11 Personen). 1932 waren die
Gemeindevorsteher Ludwig Dietenhöfer (1. Vors., Nürnberger Str. 11) und J.R.
Frankenburger (2. Vors., Unterer Markt 10). Als Schatzmeister ist Max Liebermann
eingetragen (Uzstr. 37). Bezirksrabbiner Dr. Eli Munk wohnte Unterer Markt 10,
Lehrer Saly Schmidt im Gemeindehaus bei der Synagoge Rosenbadstr. 3. Religionsunterricht
erhielten im Schuljahr 1931/32 14 Kinder.
Der als Vorsteher 1924/32 genannte Dr. Ludwig Dietenhöfer wirkte in
dieser Funktion bereits seit 1905. Seit 1923 war er auch Mitglied des Rates des
Verbandes der Bayerischen Israelitischen Gemeinden (VBIG) und Mitglied des
Stadtrates von Ansbach.
Nach einem Bericht vom 1. Februar 1933 gehörten jüdischen Inhabern damals insgesamt
31 Handelsfirmen und Geschäfte. Dazu waren 16 jüdische Haushaltsvorstände
Händler (davon acht Viehhändler). Als weitere Berufe jüdischer Einwohner
werden aufgeführt: zwei Industrielle, drei Angestellte, sechs Handwerker
(davon fünf Metzger), sechs Arbeiter und eine Krankenschwester. Unter den
freien Berufen wurde neben dem Rabbiner ein Richter, ein Anwalt und ein Musiker
aufgehört.
1933 wurden 197 jüdische Gemeindeglieder gezählt
(0,9 % von insgesamt 23.033 Einwohnern). Mit der Machtübernahme der
Nationalsozialisten wurden in Ansbach strenge Maßnahmen gegen jüdische
Personen und Einwohner durchgeführt. Der Stadtrat beschloss auf Antrag der
NSDAP im Herbst 1933 "wegen des außerordentlichen Wohnungsmangels"
keine Niederlassungserlaubnis mehr für auswärtige Juden zu erteilten. Seit
Dezember 1933 lehnte es die "Fränkische Zeitung" ab, Inserate
jüdischer Geschäfte zu veröffentlichen, da dies den "Interessen des
deutschen Volks und der nationalen Bewegung" zuwiderlaufe. Am 21. März
1934 teilte der Verband der Israelitischen Gemeinden in Bayern der Regierung von
Ober- und Mittelfranken mit, dass Ansbach von Plakaten mit antisemitischen
Texten (wie "Juden sind hier nicht erwünscht" oder "Die
Juden sind unser Unglück") überschwemmt sei. Mit besonderer Schärfe
wurde die wirtschaftliche Ausschaltung der Juden im Vieh- und Pferdehandlung
betrieben. Ende 1933 verkündete der Stadtrat, dass es jüdischen Händlern ab
sofort verboten sei, den Viehmarkt zu betreten, falls sie keine Lizenz der NSDAP
vorweisen könnten. Im April 1934 waren unter den 51 Viehhändlern der Stadt nur
noch vier Juden. Auch aus dem allgemeinen Leben der Stadt wurden die jüdischen
Einwohner systematisch verdrängt: der Besuch von Konzerten, Stadtanlagen,
Schwimmhallen usw. wurde ihnen verboten. Auf Grund dieser zahlreichen
antijüdischen Maßnahmen lebten im September 1938 nur noch 96 jüdische
Personen in der Stadt, über 100 waren inzwischen in andere Städte verzogen und ausgewandert, darunter auch
Bezirksrabbiner Dr. Eli Munk, der im April 1937 nach Frankreich emigriert war.
1938 klebten schon Wochen vor dem Novemberpogrom an den jüdischen Häusern
Plakate mit dem Text "Jud hau ab bis 1.1.1939!" Beim
Novemberpogrom 1938 wurden jüdische Wohnungen verwüstet, die Synagoge
geschändet und ihre Inneneinrichtung teilweise zerstört (s.u.). Zahlreiche
Juden wurden in einen Autobus gedrängt und genötigt, ihre Unterschrift zum
Verkauf ihrer Häuser zu 20 bis 50 Prozent des Wertes zu leisten. Mehrere der
männlichen Juden wurden in das KZ Dachau verbracht.
Von den in Ansbach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945") (Anmerkung: eine Recherche nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem ist zu Ansbach leider nicht möglich, da bei Eingabe des
Namens Ansbach zu viele Namen (über 1000) aus dem Gesamtdistrikt Ansbach angezeigt werden und
keine eingeschränkte Suche im Blick auf die Stadt Ansbach möglich ist):
Erna Aaron geb. Moses (1890), Hermann Adler (1912), Mirjam
Adler (1888), Jeanette Berg geb. Hirschmann (1861), Alexander Bermann (1883),
Hedwig Bermann (1888), Marie Bermann (1880), Marianne Bing (1909), Lotte Bleinstein
geb. Stein (1877), Mordechai Bohrer (1885), Helene Bollack geb.
Wittowsky (1892), Regina Braude geb. Rosenstein (1874), Henriette Eisfeld geb.
Heilbrunn (1903), Heinz Eschwege (1924), Rosa Thekla Farntrog geb. Jochsberger
(1895), Sofie Fenichel geb. Behrer (1901), Emma Frankenbacher geb. Hirschmann
(1875), Martin Frankenburger (1908), Wilhelm Gutmann (1885), Hugo Hausmann (1885),
Ella Heimann (1919), Fanny Heimann geb. Eisenmann (1887), Julius Israel (1892), Blanka Kammelgarn geb. Meyer (1905),
Frieda Karpf geb. Bermann (1876), Moses Kohn (1899), Frieda Krämer geb.
Hirschmann (1873), Emma Königshöfer (1862), Betty Landauer (1889), Setta Lang
geb. Steiner (1871), Camilla Liebermann geb. Lebrecht (1890), Irma Löwenthal
geb. Lobstein (1882), Bertha Meyer geb. Rosenfeld (1864), Ilse Michelsohn (1929),
Karl Michelsohn (1896), Ilse Oppenheim (1920), Max Rindsberg
(1899), Marie Schendel geb. Sander (1898), Bertha Schild geb. Jochsberger
(1900), Elfriede Schild (1921), Herbert Jakob Schild (1925), Paula Schild geb.
Jochsberger (1893), Karoline (Lina) Schloss geb. Steiner (1862), Bertha
Schneider geb. Hahn (1872), Babette Strauss geb. Hamburger (1891), Elise Strauss
geb. Röder (1864), Anne Wandewart geb. Marcus (1885), Hugo Weil (1863), Paula
Weil (1890), Emil Weinstock (1886), Armin Weiss (1894), Fritz Wurzinger (1870).
Nach 1945: Eine neue jüdische Gemeinde entstand nach 1945 mit dem Zuzug
zahlreicher jüdischer "Displaced Persons" (KZ-Überlebende, jüdische
Flüchtlinge aus Osteuropa) im Bereich der Bleidorn-Kaserne, wo das
jüdische DP-Lager eingerichtet wurde. Im November 1946 lebten hier mehr als
1.200 Personen. Auch wenn nach Gründung des Staates Israel 1948 die Zahl der
DPs schnell zurückging, bestand in der Bleidorn-Kaserne bis 1956 auch eine
jüdische Gemeinde mit einem hier eingerichteten Betsaal.
In der Stadt selbst hatten sich Anfang 1946 80 jüdische DP's in Ansbach
zum "Jüdischen Komitee Ansbach" zusammengeschlossen. Im Mai 1946 fand
in der Synagoge eine Gedenkfeier für die in der NS-Zeit ermordeten Juden statt.
Seitdem wurde die Synagoge auch immer wieder für gottesdienstliche Feiern
genutzt, Anfang Juli 1949 wurde die Synagoge nach Abschluss einer umfassenden
Renovierung wieder offiziell als Gottesdienstraum eingeweiht. Dennoch kam es in
der Stadt selbst nicht zur Gründung eines neuen Gemeinde, auch auf Grund der in
der Stadt damals weiterhin starken antijüdischen Atmosphäre. Wichtigste Person
für das jüdische Leben bis in die 1960er-Jahre war in der Stadt Julius
Ceslanski.
Zur Geschichte der Synagoge
Eine Synagoge oder ein Betsaal war bereits im Mittelalter
vorhanden, da im 15. Jahrhundert unter den jüdischen Einwohnern ein
"Schulklopfer" erwähnt wird sowie ein "Judenschulhof" (Hof
um die "Judenschule" = Synagoge) erwähnt wird.
Im 17. Jahrhundert fand bis 1675 der Gottesdienst in einem
Kämmerlein des Hauses von Amson Model, einem wohlhabenden Hofjuden statt. Nach
einem Streit während der Gebetszeit, der immerhin so bedeutend war, dass er
eine Bestrafung auf dem Rathaus und den markgräflichen Befehl zur Folge hatte,
keine Streitereien in der Synagoge mehr zu veranstalten, entstanden zwei Privatsynagogen,
neben derjenigen im Haus des Juden Amson Model auch eine in dem des Simon Model.
Seit 1732 gab es Bestrebungen, nur noch eine Synagoge in der Stadt zu
haben. Hoffaktor Löw Israel bot 1743 ein ihm gehörendes Anwesen der
jüdischen Gemeinde zum Kauf an. Diese musste auf Grund der Interventionen des
Hoffaktors beim Markgrafen das Anwesen für 1.500 Gulden erwerben und kaufte
schließlich von Metzger Friedrich Weber ein Nachbarhaus dazu. In den folgenden
drei Jahren wurde nach den Bauplänen des damaligen italienischen
Stararchitekten Leopoldo Retty (Link zum Wikipedia-Artikel) eine Synagoge
erstellt, die am 2. September 1746 feierlich eingeweiht werden konnte.
Insgesamt hatte sie 13.000 Gulden gekostet und der jüdischen Gemeinde einen
großen Schuldenberg besorgt.
Einige Hintergrundinformationen zum
Synagogenbau auf Grund der intensiven Durchsicht der Ratsakten der Stadt und
anderer Quellen gibt S. Haenle s.Lit. S. 142-144: "Als 1743 durch die
Neumann'sche Untersuchung ein Synagogenbau in Ansbach angeregt wurde,
benützte Löw Israel die Gelegenheit, seine zwei baufälligen Häuser gut
an den Mann zu bringen, und richtete deshalb eine Eingabe angeblich nach
gepflogenem Benehmen - welches aber in Wirklichkeit nicht stattfand
- mit dem Landrabbiner, den Barnossen und den meisten Ansbach Juden an den
Markgrafen. Die Juden remonstrierten hiergegen, indem sie behaupteten, die
Löw Israel'schen Häuser wären zu abgelegen und zu teuer. Ein
markgräfliches Dekret gestattet ihnen nun, einen Platz zu erwählen, ohne
auf dieses Anwesen zu reflektieren, worauf auch die Juden einen Ausschuss
von vier Personen ernannten, um einen Platz auszusuchen. Löw Israel und
Michael Simon, die beiden damaligen Hofjuden, und wie gewöhnlich in
bitterster Feindschaft miteinander, waren nicht in den Ausschuss gewählt
worden. Ersterer widerstrebte den Schritten dieses Ausschusses, ohne ihn,
den Löw Israel, dürfe nichts geschehen. Trotzdem gingen die Beratungen
weiter, und 16 bevollmächtige Personen schlossen vorbehaltlich der
herrschaftlichen Genehmigung einen Kaufvertrag mit dem Schneider Siebel
ab, wonach dieser sein Haus auf der Schütt ihnen um 750 Gulden
verkaufte. Löw Israel war aber inzwischen nicht untätig, und
überraschte seine Glaubensgenossen 1744 mit einem heimlich erwirkten
Dekrete, wonach die neue Synagoge auf seinem Hausplatze gegen
Bezahlung von 1.000 Gulden Konzessionsgeldern und die Verabreichung eines
jährlich Kanon von 9 Gulden, nebst der Steuer von dem Hausplatze,
herzustellen, oder vielmehr mit den Worten des Dekrets zu reden, 'zu
erlauben sei.'
Die Juden remonstrierten abermals, Löw Israel akkordierte aber inzwischen
eigenmächtig mit den Handwerksleuten, ließ sogar die jüdischen
Feiertage über arbeiten, und kümmerte sich um alle gegenteiligen Schritte
nichts, bis 1745 ein herrschaftliche Inhibitorium einlief. Da ruhte die
Sache einstweilen und im Jahre 1746 berichtet Barabau: Serenissimus habe
ihn nach Gunzenhausen befohlen, dort angekommen, habe er Audienz erhalten
und der Markgraf habe gegen ihn geäußert: es solle die epinöse
Judenschulsache zu Ende gebracht werden. 'Höchstdieselben haben in dieser
mit der Neumänn'schen Inquisition konnexen Sache, und im gnädigsten
Anbetracht der gespielten jüdischen Intrigen gegen mich geäußert, dass
Sie in causa quaestionis wieder viel Verdruss gehabt, anjetzt aber
inkliniert wären, die neuerbaute Judenschule der hiesigen Judenschaft in
Konformität des erteilten Konzessionsdekretes zu überlassen, mit dem
Annexo, dass auf eine gute Art mit Konservierung Serenissimi Höchsten Respekts
der Bedacht dahin genommen werden solle, von dieser Konzessionserteilung
noch ein proportionierliches freiwilliges Geldquantum von der Judenschaft
allhier zu erheben'. Barabau bemerkt weiter: 'Es wäre nicht schwer
gefallen, die Sache vollends auszumachen, allein wie er getrachtet, seinen
geringen pas zu mensuieren, so sei die Sache beruhend geblieben und habe
Serenissimus ihm befohlen, diese Intention Eurer Hochfreiherrlichen
Exzellenz mit dem Anfügen zu hinterbringen, Eurer Exzellenz Meinung bei
der Hieherkunft nach Gunzenhausen zu vernehmen.' In einem Postskriptum
heißt es endlich: 'Vielleicht gibt dieses Gelegenheit, mich in die Gnade
des Herrn Geheimrats, Präsidenten Hochfreiherrlicher Exzellenz wieder
etwas mehr zu rekommandieren. Herrn Oberhofmarschall Exzellenz habe sofort
meine untertänigste Aufwartung gemacht, und sind dieselben mit meinen
Verrichtungen ganz zufrieden gewesen.' Seckendorf verhielt sich aber
passiv in dieser Angelegenheit, er erklärte trotz mehrerer Schreiben des
Barabau, in welchen unter Anderem gesagt ist, dass Löw Israel 'superos
Acheronta movire,' er (Seckendorf) meliere sich in die Sache nicht.
Löw Israeli, gleichfalls von dem markgräflichen Entschlusse in Kenntnis
gesetzt, fürchtete das 'Lamentieren und die Beschwerden der Juden von
wegen des geforderten freiwilligen Geldquantums.' Nun kommen in den Akten
die Konzepte der Finalentschließung des Serenissimus, es müssen noch
1.000 Gulden gezahlt werden, und wer den Synagogenbau hindern wolle,
verfalle in eine Strafe von 100 Dukaten. Den von Löw Israel gefürchteten
Lamentationen wurde demnach vorgebaut.
Welch ein Widerspiel der verschiedensten Motive wirkte demnach bei diesem
Baue mit! Bei dem Markgrafen der Wunsch, noch ein proportionierliches
Geldquantum zu erlangen, bei Barabau das Bestreben, auf der einen Seite
sich bei 'Herrn' zu insinuieren, andererseits dem Minister, mit dem er
damals auf gespanntem Fuße gelebt zu haben schien, sich wieder 'etwa mehr
zu rekommandieren'; bei Löw Israel endlich der Wunsch nach einem
rentierlichen Verkaufe seines Anwesens.
Es musste die Synagoge damals als eine besonders schöne gegolten haben,
da sogar der Herzog von Glocester 1782 sie während des Gottesdienstes in
Augenschein nahm.
Dieser Bau stürzte die Gemeinde in eine ziemliche Schuldenlast, die ihr
um so drückender fiel, als der Wohlstand derselben bedeutend im Sinken
begriffen war, und deshalb die Abzahlung sich nicht ermöglichte. Man
griff, da direkte Besteuerung Einzelnen zu wehe tat, zu einer indirekten,
und es musste behufs Aufbringen der Zinsen und der sonstigen Lasten der
jüdischen Gemeinde dahier ein sogenannter Fleischkreuzer, d.i. bei jedem
Pfund Fleisch 1 Kreuzer mehr gezahlt werden.
Wie schnell übrigens der Wohlstand bei den Juden damals wechselte, haben
wir bereits an dem Beispiele der Isaak Nathan'schen Familie gesehen, und
es lässt sich von der Nachkommenschaft fast aller Hofjuden dasselbe
nachweisen. Ein Enkel der Model, Model Neuburger, war zur Zeit der
Einweihung der Synagoge in so schlechten Verhältnissen, dass ihm in
Anbetracht derselben und dass seine Vorfahren zu den ältesten jüdischen
Bewohnern der Stadt gehörten, ein Synagogenplatz gratis gewährt wurde,
die Fränkel wurden bankrott, dasselbe widerfuhr dem Löw Israel und auch
der letzte Resident Seligmann kam noch bei Lebzeiten in höchst
zerrüttete Finanzverhältnisse". |
Die Angelegenheit des Synagogenbaus war somit ziemlich
kompliziert. Dennoch entstand, letztlich auf Grund der deutliches Drängen des Markgrafen
Karl Wilhelm Friedrich durch den Oberbaudirektor Leopold Retti eine Synagoge in
charakteristischem Barockstil, die mit ihren hohen Rundbogenfenstern und die
Gliederung durch breite, flache Pilaster an das südliche Langhaus der Kirche
St. Gumbertus in Ansbach erinnert. Im Inneren der Synagoge lassen sich
italienische, insbesondere venezianische Einflüsse erkennen.
Am 9. September 1846 feierte die jüdische Gemeinde das
100jährige Bestehen der Synagoge:
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. August 1846:
"Am 9. September dieses Jahres feiert die Gemeinde in Ansbach den
100jährigen bestand ihrer Synagoge und sind bereits freiwillige Beiträge
zur angemessenen feierlichen Begehung dieses Tages gezeichnet
worden." |
Mehrere Umbauten und Renovierungen hat das
Synagogengebäude erlebt. Um 1840 wurde im Innenraum eine Kanzel
eingebaut. Anlässlich der Amtseinsetzung des Rabbiners Grünbaum im Juli 1841
ist jedenfalls von einer "neu erbauten Kanzel" die Rede (zum
Text). Auch die Frauenempore wurde mehrfach umgebaut / vergrößert.
Von Gerhard W. Mühlinghaus liegt folgende Baubeschreibung
vor (in: Die Architektur der Synagoge S. 146): "Es handelt sich um
einen zweigeschossigen Bau auf rechteckigem Grundriss. Die Fassade wird
bestimmt von fünf Fensterachsen mit Rundbogenabschlüssen. Die an der Straße
liegende Front weist eine breite Eckquaderung mit horizontalen Lagen auf.
Die Fenster sind mit stark hervorgehobenen Kämpferquadern versehen,
dazwischen befinden sich erhabene hochrechteckige Wandkompartimente. Den
Bau schließt nach oben ein schmales Traufgesims ab; darüber befindet
sich das Mansarddach mit Gauben.
Westlich der Synagoge befindet sich ein von Nord (Haupteingang) nach Süd
(Gemeindehaus) laufender Gang. Durch Erweiterung bis zum ersten Geschoss
(über dem Gang) wurde das Frauenhaus baulich verändert.
Das Innere ist bis auf Bima und Aron Hakodesch ein relativ schmuckloser
Raum. Im unteren Drittel verkleidet alle Wände eine hohe
Wandvertäfelung, die als oberen Abschluss ein schmales Leuchtergesims
besitzt. Die Westwand wird durch die über einer schmalen Vorhalle
liegende Frauenempore bestimmt, die über die Eingangswand zum
Männerbetraum etwas hervorragt. An dieser Stelle wird sie im Erdgeschoss
von schmalen Säulen mit Kompositkapitellen gestützt. Darüber liegt ein
breites, durchlaufendes Gebälk, auf dem eine kassettierte Holzbrüstung
steht. Über dieser befinden sich große Korbbogenöffnungen, jeweils von
schmalen Stützen nach unten getragen. Das kräftige Wandgesims, das zu
einem Muldengewölbe überleitet, sitzt dicht auf den Rundbogenfenstern
der Südwand und der Westwand auf. Die Proportionen über dem Aron Hakodesch
und über den Öffnungen der Frauenempore sind etwas günstiger. Im
Männerbetraum stehen heute mit östlicher Blickrichtung für die Betenden
angebaute Bänke. Den Aufgang zum Aron Hakodesch flankieren zwei schmale
Vorbeterpulte. In der Mitte über dem Aron Hakodesch befindet sich ein
Fenster, das durch einen das Spiegelgewölbe mit steilen Kalotten
durchschneidenden Lichtschacht aus der Dachmansarde Licht gibt.
Der Aron Hakodesch steht auf einem hohen Podest, zu dem vier Stufen
führen und hat einen Aufbau von über sechs Metern. Die Bima ist ein
mächtiger Aufbau auf achteckigem Grundriss in der Mitte des Hauptraumes.
Auf diesem erhebt sich die nach Süden und Norden offene Steinbalustrade
mit schönem eisernem Gitter." |
Nach 1933 blieb die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens.
Zu einem schweren Anschlag kam es am 27. Oktober 1938, als während des
Gottesdienstes eine Tränengasbombe in die Synagoge geworfen wurde. Beim Novemberpogrom
1938 wurde dem Oberbürgermeister von der Gauleitung der NSDAP in Nürnberg
befohlen, die Synagoge niederbrennen zu lassen. Der Oberbürgermeister hat die
Aktion offenbar nur widerwillig oder auf Grund der Rücksichtnahme auf die
angrenzenden "arischen" Wohnhäuser durchführen lassen (ein Nachbar
wollte die Synagoge als Lagerraum nutzen). So inszenierten auf Grund des Befehls
zwei SA-Leute nur einen "symbolischen Brand" der Synagoge. Sie
zerschlugen einige Bänke, warfen Torarollen und andere religiöse Schriften zu
den Trümmern und steckten den Haufen an, worauf - wiederum im Auftrag des
Oberbürgermeisters - die Feuerwehr erschien und die Flammen schnell löschte.
Zwei Säulen des Almemors, ein Vorhang und einige Torarollen waren verkohlt.
Beschädigt wurden auch Toraschrein-Vorhänge und zwei Kronleuchter aus Kupfer.
Dennoch war die geschändete Synagoge nicht mehr für Gottesdienste der
jüdischen Gemeinde verwendbar.
1939 bis 1945 wurde die Synagoge als Lebensmittellager zweckentfremdet. Nach
1945 wurde die Synagoge wiederum als jüdisches Gotteshaus verwendet, in
dem einige Zeit Gottesdienste für amerikanische Soldaten, aber auch für
"Displaced Persons" (DPs) abgehalten wurden (s.o.). Eine Renovierung
ist 1948/49 durchgeführt, die Synagoge Anfang Juli 1949 wieder eingeweiht
worden. Da in den 1950er- und 1960er-Jahren die Zahl der jüdischen Einwohner in
Ansbach ständig zurückging und ein Wiederentstehen einer jüdischen Gemeinde
nicht erwartet werden konnte, wurde die Synagoge 1964 zu einem "musealen
und symbolischen Gotteshaus" erklärt und unter die Obhut des
Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern gestellt.
Die Innenausstattung mit dem Almemor (Bima) und der Toraschrein (Aron haKodesch)
aus der Erbauungszeit blieben durch alle Veränderungen und Umnutzungen erhalten. Im Süden der Synagoge
schließt sich das ehemalige Haus des Synagogendieners an, sowie das ehemalige
Haus des Schächters. Auch das Ritualbad (Mikwe) im Keller sind erhalten.
Von 1985 an wurde über mehrere Jahre eine umfassende
Renovierung des Synagogengebäudes vorgenommen. Während der Arbeiten erschien
nachstehender Presseartikel (ca. 1986), der über die aufgetretenen
Schwierigkeiten bei der Sanierung informiert:
Die Synagoge ist seit Abschluss der Renovierungen eines der
herausragenden Kulturdenkmäler der Stadt. Sie kann nach Anmeldung über die
Stadt besichtigt werden (vgl. Links unten zur Stadtverwaltung).
Adresse/Standort der Synagoge: Rosenbadstraße 3
Fotos / Grundrisse
(Historische Aufnahmen von Theodor
Harburger 1928 und Karl Michelsohn, Ansbach, veröffentlicht in Theodor
Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern.
Hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem und
dem Jüdischen Museum Franken - Fürth & Schnaittach. 1998. Bd. 2 S. 10-13;
Grundrisse aus: C. H. Krinsky s.Lit. S. 256 Abb. 120-121;
Neuere Fotos: Außenaufnahmen: Hahn, Aufnahmedatum 9.7.2007;
Hinweis- und Gedenktafel: Jürgen Hanke, Kronach aus: www.synagogen.info; Innenaufnahmen
aus: Schwarz (Hrsg.), Architektur der Synagoge s. Lit. S. 147).
| Historische Aufnahmen |
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| Bima mit Vorlespult |
Blick zum Toraschein |
Toraschrein |
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| Toraschrein mit Torarollen;
rechts Ausschnittvergrößerungen |
Inschrift am Toraschrein:
"Erkenne, vor dem du stehst" |
Torarollen
(Ausschnittvergrößerung der Aufnahme links) |
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| Grundrisse des
Synagogengebäudes |
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Grundriss |
Querschnitt |
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| Neuere Fotos |
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| Blick auf die
Synagoge in der Rosenbadstraße |
Hinweistafel |
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| Blick zum Eingangstor |
Innenaufnahme mit Bima und
Toraschrein |
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| Gedenktafel |
Blick auf das
ehemalige jüdische Gemeindehaus mit Rabbinerwohnung und
Schulräumen und rituellem Bad in der Reuterstraße |
Links und Literatur
Links:
Literatur (Auswahl):
 | Germania Judaica II,1 S. 17-18; III,1 S. 23. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die
jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 |
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in
Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch). |
 | Harold Hammer-Schenk: Synagogen in Deutschland.
Geschichte einer Baugattung im 19. und 20. Jahrhundert. 1981. Bd. I S.
31-32. |
 | Carol Herselle Krinsky: Europas Synagogen.
Architektur, Geschichte und Bedeutung. Stuttgart 1988. Insbesondere S.
255-256 und passim. |
 | Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Die Architektur der
Synagoge. Stuttgart 1988.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Ansbach, Middle Franconia. Jews
first settled in the early 14th century. Most were murdered in the Black Death
persecutions of 1348-49. The community reestablished itself in the second half
of the 14th century under the protection of the margrave Friedrich V. A Jewish
quarter and synagogue are known from the 1470s. Anti-Jewish agitation
intensified in the early 16th century, leading to the explusion of the Jews in
1560.
In 1609 they were again permitted to settle and quickly came to dominate trade,
expecially in cattle and horses. The community played a leading role in the
Landjudenschaft organization of the 48 Jewish communities (as of 1714) in the
Ansbach principality. In the 18th century the Model and Fraenkel families were
prominent as Court Jews. However, the prosecution of one of the Fraenkels on
charges of wischcraft led to the impoundment of Jewish religious books
throughout the principality. Restrictions and disabilities lasting until the
Emancipation were introduced on the 18th century, though the community remained
one of the wealthiest in the region, with 30 merchants visiting the Leipzig fair
each year. In 1837 the Jewish population was 450 (total 14.100). A Jewish public
school was opened in 1828 and a small yeshiva in the 1850s. From 1896 to 1916,
R. Pinchas Kohn, one of the leaders of Agudat Israel, served as rabbi.
Antisemitism was widespread in the post-Wordwar period, with Nazi propaganca
stirring up anti-Jewish feelings. The Jewish cemetery was desecrated in 1927 and
1932. In 1933 there were 197 Jews in Ansbach. Communal property included a
synagogue built in the baroque style in 1744-46 by the well-known Italian
architect leopold Retty. The Zionist Organization and Central Union (C.V.) were
active. In 1933 Jewish traders were banned from the livestock market and Jews
were also banned from various public places. The community reacted by
maintaining welfare services and cultural activities (through the Juedischer
Kulturbund). All the Jews of Ansbach were arrested by local SA troops on Kristallnacht
(9-10 November 1938) but largely through the efforts of the mayor no physical
harm came to them and the damage to Jewish property was minimal. He saved the
synagogue by symbolically lighting a fire and quickly extinguishing it. The
synagogue was soon after sold to the municipality. Until that time, 87 Jews had
left the city. In December, another 84 were expelled and 17 more left in
1939-40, bringing the community to an end. Of the total, 44 left Germany, 19 of
them to the United States. After the war, 191 Jews gathered in the city but most
soon emigrated.

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