Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ansbach (Mittelfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge

vgl. weitere Seite mit Texten zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Ansbach (interner Link)  

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Einzelne Presseartikel aus jüngerer Zeit   
Links und Literatur   

      
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
(english version)    
    
In Ansbach bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. Seit Beginn des 14. Jahrhunderts sind jüdische Einwohner nachzuweisen: 1314 wird Rabbi Suzkint (Süßkind) von Ansbach erwähnt, der Mitglied das Rabbinatsgerichtes in Nürnberg war. In Nürnberg werden in den folgenden Jahren Gumprecht und Josep (Joselin) sowie Seligman von Ansbach als Judenbürger genannt. Die Klöster Halsbrunn und Münsterschwarzach waren in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bei Ansbacher Juden verschuldet. Von der Judenverfolgung in der Pestzeit 1348/49 war auch die jüdische Gemeinde in Ansbach betroffen. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhundert zogen wieder einzelne Juden zu; auch nach 1509 liegen sichere Nachweise für jüdische Familien in der Stadt vor. Ansbacher Juden werden in Rothenburg ob der Tauber (1384/85, 1401) und in Trient (1475) genannt. "Judenschutzherr" war der Markgraf von Brandenburg-Ansbach. Die jüdischen Familien wohnten im Mittelalter zeitweise in allerdings erst nach 1470 genannten "Judengasse" (heute Platenstraße). In dieser Gasse lebten auch nichtjüdische Familien. Zum Zeitpunkt der ersten Nennung der "Judengasse" keine Juden in dieser Gasse, sodass die Bezeichnung auf das 14. Jahrhundert zurückgehen wird. 
1561
wurden die jüdischen Einwohner im Zuge eines "Ausschaffungsmandates" durch Markgraf Georg Friedrich vertrieben. Einige Jahre später durften sie wenigstens auf den Jahr- und Wochenmärkten in der Stadt wieder anwesend sein.
   
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück. Im Dreißigjährigen Krieg flohen zahlreiche jüdische Familien auf Grund der kriegerischen Wirren in die Stadt: 1631 ist von 27 jüdischen Familien die Rede. 1643 werden in einer Beschwerdeschrift des Rates allerdings nur noch zwei Juden genannt, die in der Stadt Aufenthaltserlaubnis hätten. Nach dem Krieg nahm die Zahl der jüdischen Einwohner langsam zu: 1672 huldigten dem Markgrafen acht Ansbacher Juden (beziehungsweise jüdische Familien), von denen sieben in eigenen Häusern lebten. 1675 waren es acht Familien mit zusammen 57 Personen, darunter vier Häuserbesitzer. 1704 lebten zehn jüdische Familien in der Stadt, fünf davon in eigenen Häusern. Bis Mitte des 18. Jahrhundert stieg die Zahl der jüdischen Familien an: 1757 waren es 43 jüdische Familien, 1789 60 Familien mit ungefähr 350 Personen, von ihnen waren 24 Hausbesitzer. Die Hoffaktoren und Hofjuden unter den jüdischen Einwohnern waren durch ihre Verbindungen mit dem Hof im alltäglichen Leben kaum Beschränkungen ausgesetzt, sofern sie die damals sehr hohen Abgaben und Schutzgelder bezahlten. Der erste bedeutende Hoffaktor war Marx Model. Er hat allein 1699 für 100.000 Talern Waren an Hof und Militär geliefert. Weitere "Hofjuden" in markgräflichen Diensten waren in der Folgezeit (nicht alle lebten in Ansbach) David Rost, Löw Israel, Moses Ullmann; Isaak, Elias und Samson Model; Jakob Joseph, Aron Schwab, Michael Simon, Isaak Nathan Schwacher; Elkan, Hirsch, Zacharias und Gabriel Fränkel. Die Hofjuden lebten oft in scharfer Konkurrenz zueinander.
  
Anfang des 19. Jahrhunderts ging die Zeit der Ansbacher Hofjuden zu Ende. Während im 18. Jahrhundert die jüdischen Handelsleute die Ansbacher Bevölkerung noch mit Meißener Tuch, thüringischen Spitzen, Linzer Leinwand, Tellern, Schüsseln, böhmischem Glas, Eisenwaren, Porzellan, Schwabacher Nadeln und anderem versorgt hatten, so wurden im 19. Jahrhundert jüdische Pferde-, Vieh- und Wollhändler von großer Bedeutung für das Wirtschaftsleben der Stadt und der Region.
  
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie folgt: 1809/10 385 jüdische Einwohner (2,7 % von insgesamt 14.429), 1837 450 (3,2 % von 14.100), 1867 239 (1,8 % von 13.018), 1880 200 (1,5 % von 14.195), 1900 270 (1,5 % von 17,563), 1910 290 (1,5 % von 19.995). 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine Synagoge (s.u.), ein jüdisches Gemeindehaus mit Wohnung, einem rituelles Bad und Schulräumen. Die Toten der Gemeinde wurden bis 1816 auf dem jüdischen Friedhof in Bechhofen beigesetzt, bis 1816 ein eigener jüdischer Friedhof in Ansbach eingeweiht werden konnte.  
   
Vorübergehend um 1682 und wiederum seit 1754 war Ansbach Sitz eines Rabbinates. Folgende Rabbiner wirkten in der Stadt:     

um 1682 Rabbiner Jeremias Judas
1754-1792 Rabbiner Samuel Zirndorfer
1793 Rabbiner Uhlmann oder Ullmann
1793-1835 Rabbiner Moses Hochheimer (geb. 1755 in Veitshöchheim, 1790-93 Lehrer in Fürth, dann nach Ansbach berufen, gest. 1835 in Ansbach)
1835-1841 Rabbinatsverweser Jacob Oberdorfer (geb. 1807 in Wallerstein, nach der Rabbinatszeit in Ansbach Prediger in Wandsbek, Hamburg, 1857 Rabbiner in Pniewy (Pinne), Posen, 1861-1884 Rabbiner im württembergischen Oberdorf, gest. 1884 in Oberdorf)
1841-1893 Rabbiner Aron Bär Grünbaum (geb. 1812 in Gunzenhausen, lernte in Ansbach bei Rabbiner Hochheimer, gest. 1893 in Ansbach)
1894-1915 Rabbiner Pinchas Kohn (geb. 1867 in Kleinerdlingen, 1890-1893 Rabbiner in Burgkunstadt, 1893 Promotion und Rabbinatsverweser in Mannheimer, vgl. unten 1937-1939)
1915-1917 Rabbinatsverweser Dr. Chaim Heinrich Cohn (geb. 1889 in Basel, nach seiner Zeit in Ansbach 1917/18 Militärrabbiner an der Westfront, 1939 nach London emigriert, gest. 1966 in London)
1917-1925 Rabbiner Dr. David Brader (geb. 1879 in Ichenhausen, 1906-1908 Rabbinatssubstitut in Ansbach, 1912-1917 Lehrer in Nürnberg, 1925 in die Schweiz verzogen). 
1926-1937 Rabbiner Dr. Eli Munk (geb. 1900 in Paris, nach seiner Zeit in Ansbach 1937 nach Frankreich emigriert, bis 1943 Rabbiner in Paris und Nizza, 1943 in die Schweiz geflogen, 1945 in die USA, gest. 1980 in New York).
1937-1939 Rabbiner Pinchas Kohn (vgl. oben 1894-1915; 1923-1937 Präsident der "Agudat Israel" in Wien; im Februar 1938 in die Schweiz emigriert; 1939 nach London, wo er am 12. Juli 1941 starb). 
vgl. unter den Texten zur jüdischen Geschichte Ansbachs:  Berichte zu den Rabbinern des 19./20. Jahrhunderts.

Zum Bezirksrabbinat Ansbach gehörten 1933 noch insgesamt 20 Gemeinden der Umgebung. Die Zugehörigkeit zum Bezirksrabbinat hat im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Veränderungen erfahren. 1922 waren die Gemeinden Mönchsroth und Wassertrüdingen zum Bezirksrabbinat Ansbach gekommen; nach Auflösung des Bezirksrabbinates Schwabach folgten im Juli 1932 die Gemeinden Forth, Hüttenbach, Ottensoos und Schwabach.   
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde nach dem Gedenkbuch "1914/18 Ansbachs Gefallenen zum Gedächtnis" Hermann Schloss (geb. 19.9.1885 in Sugenheim, gef. 5.5.1915), Ignaz Selling (geb. 10.6.1885 in Colmberg, gef. 3.12.1916), Max Fischer (geb. 14.4.1897 in Hof, gef. 1916) und Fritz Hamburger (1918). Ein Gefallenendenkmal mit den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges ist in Ansbach nicht vorhanden. Auf dem jüdischen Friedhof sind auf Grabsteinen folgende gefallene Soldaten vermerkt: Jakob Frank (geb. 15.12.1887 in Edelfingen, gest. 27.12.1915 im Reservelazarett Fürth) und Fritz Hamburger (eingetragen auf Sockel des Grabsteines für Abraham Hamburger). 1923 starb nach der Grabinschrift "Leutnant d.R." Theodor Dietenhöfer. Auf dem Ulanendenkmal an der westlichen Stadtgrenze von Ansbach (auf dem Bocksberg) ist auch der Name des jüdischen Kriegstoten Benjamin Herz (1914) eingetragen. 
   
Um 1924
, als 112 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (5,6 % von insgesamt ca. 20.000 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Ludwig Dietenhöfer und L. Steiner. Als Kantor wirkte N. Eschwege. Rabbiner Dr. David Brader erteilte an den höheren Schulen in der Stadt neun jüdischen Kindern den Religionsunterricht. Den Unterricht an der jüdischen Volksschule erteilte für acht Kinder Lehrer Nathan Adler (er verließ 1924 Ansbach und unterrichtete danach in Nürnberg). An jüdischen Vereinen bestanden die Chewro Kadischo (1924 51 Mitglieder unter der Leitung von Anton Michelsohn, 1932 53 Mitglieder, Zweck und Arbeitsgebiet: Krankenwache, Bestattung), der Israelitische Frauenverein (1924 71 Mitglieder unter Leitung von Frau S. Heilbrunn, 1932 67 Mitglieder, Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Krankenwache), die Unterstützungskasse (in die 1928 auch die Kasse zur Betreuung mittelloser durchreisender Juden aufgegangen war), eine Ortsgruppe des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sowie Zweigstellen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, der Zionistischen Vereinigung und des jüdischen Nationalfonds Keren Kajement le Jisrael sowie ein Verein für jüdische Geschichte und Literatur und der Allgemeine jüdische Jugendverein. An die jüdische Gemeinde Ansbach wurden nach Auflösung der dortigen Gemeinde die in Lehrberg wohnenden jüdischen Personen angeschlossen (1924 12, 1932 11 Personen). 1932 waren die Gemeindevorsteher Ludwig Dietenhöfer (1. Vors., Nürnberger Str. 11) und J.R. Frankenburger (2. Vors., Unterer Markt 10). Als Schatzmeister ist Max Liebermann eingetragen (Uzstr. 37). Bezirksrabbiner Dr. Eli Munk wohnte Unterer Markt 10, Lehrer Saly Schmidt im Gemeindehaus bei der Synagoge Rosenbadstr. 3.  Religionsunterricht erhielten im Schuljahr 1931/32 14 Kinder. 
   
Der als Vorsteher 1924/32 genannte Dr. Ludwig Dietenhöfer wirkte in dieser Funktion bereits seit 1905. Seit 1923 war er auch Mitglied des Rates des Verbandes der Bayerischen Israelitischen Gemeinden (VBIG) und Mitglied des Stadtrates von Ansbach.
   
Nach einem Bericht vom 1. Februar 1933 gehörten jüdischen Inhabern damals insgesamt 31 Handelsfirmen und Geschäfte. Dazu waren 16 jüdische Haushaltsvorstände Händler (davon acht Viehhändler). Als weitere Berufe jüdischer Einwohner werden aufgeführt:  zwei Industrielle, drei Angestellte, sechs Handwerker (davon fünf Metzger), sechs Arbeiter und eine Krankenschwester. Unter den freien Berufen wurde neben dem Rabbiner ein Richter, ein Anwalt und ein Musiker aufgehört. 
      
1933 wurden 197 jüdische Gemeindeglieder gezählt (0,9 % von insgesamt 23.033 Einwohnern). Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden in Ansbach strenge Maßnahmen gegen jüdische Personen und Einwohner durchgeführt. Der Stadtrat beschloss auf Antrag der NSDAP im Herbst 1933 "wegen des außerordentlichen Wohnungsmangels" keine Niederlassungserlaubnis mehr für auswärtige Juden zu erteilten. Seit Dezember 1933 lehnte es die "Fränkische Zeitung" ab, Inserate jüdischer Geschäfte zu veröffentlichen, da dies den "Interessen des deutschen Volks und der nationalen Bewegung" zuwiderlaufe. Am 21. März 1934 teilte der Verband der Israelitischen Gemeinden in Bayern der Regierung von Ober- und Mittelfranken mit, dass Ansbach von Plakaten mit antisemitischen Texten (wie "Juden sind hier nicht erwünscht" oder "Die Juden sind unser Unglück") überschwemmt sei. Mit besonderer Schärfe wurde die wirtschaftliche Ausschaltung der Juden im Vieh- und Pferdehandlung betrieben. Ende 1933 verkündete der Stadtrat, dass es jüdischen Händlern ab sofort verboten sei, den Viehmarkt zu betreten, falls sie keine Lizenz der NSDAP vorweisen könnten. Im April 1934 waren unter den 51 Viehhändlern der Stadt nur noch vier Juden. Auch aus dem allgemeinen Leben der Stadt wurden die jüdischen Einwohner systematisch verdrängt: der Besuch von Konzerten, Stadtanlagen, Schwimmhallen usw. wurde ihnen verboten. Auf Grund dieser zahlreichen antijüdischen Maßnahmen lebten im September 1938 nur noch 96 jüdische Personen in der Stadt, über 100 waren inzwischen in andere Städte verzogen und ausgewandert, darunter auch Bezirksrabbiner Dr. Eli Munk, der im April 1937 nach Frankreich emigriert war. 1938 klebten schon Wochen vor dem Novemberpogrom an den jüdischen Häusern Plakate mit dem Text "Jud hau ab bis 1.1.1939!" Beim Novemberpogrom 1938 wurden jüdische Wohnungen verwüstet, die Synagoge geschändet und ihre Inneneinrichtung teilweise zerstört (s.u.). Zahlreiche Juden wurden in einen Autobus gedrängt und genötigt, ihre Unterschrift zum Verkauf ihrer Häuser zu 20 bis 50 Prozent des Wertes zu leisten. Mehrere der männlichen Juden wurden in das KZ Dachau verbracht.
    
Von den in Ansbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945") (Anmerkung: eine Recherche nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem ist zu Ansbach leider nicht möglich, da bei Eingabe des Namens Ansbach zu viele Namen (über 1000) aus dem Gesamtdistrikt Ansbach angezeigt werden und keine eingeschränkte Suche im Blick auf die Stadt Ansbach möglich ist):   Erna Aaron geb. Moses (1890), Hermann Adler (1912), Mirjam Adler (1888), Jeanette Berg geb. Hirschmann (1861), Alexander Bermann (1883), Hedwig Bermann (1888), Marie Bermann (1880), Marianne Bing (1909), Lotte Bleinstein geb. Stein (1877), Mordechai Bohrer (1885), Helene Bollack geb. Wittowsky (1892), Regina Braude geb. Rosenstein (1874), Henriette Eisfeld geb. Heilbrunn (1903), Heinz Eschwege (1924), Rosa Thekla Farntrog geb. Jochsberger (1895), Sofie Fenichel geb. Behrer (1901), Emma Frankenbacher geb. Hirschmann (1875), Martin Frankenburger (1908), Wilhelm Gutmann (1885), Hugo Hausmann (1885), Ella Heimann (1919), Fanny Heimann geb. Eisenmann (1887), Julius Israel (1892), Blanka Kammelgarn geb. Meyer (1905), Frieda Karpf geb. Bermann (1876), Moses Kohn (1899), Frieda Krämer geb. Hirschmann (1873), Emma Königshöfer (1862), Betty Landauer (1889), Setta Lang geb. Steiner (1871), Camilla Liebermann geb. Lebrecht (1890), Irma Löwenthal geb. Lobstein (1882), Bertha Meyer geb. Rosenfeld (1864), Ilse Michelsohn (1929), Karl Michelsohn (1896), Ilse Oppenheim (1920), Max Rindsberg (1899), Marie Schendel geb. Sander (1898), Bertha Schild geb. Jochsberger (1900), Elfriede Schild (1921), Herbert Jakob Schild (1925), Paula Schild geb. Jochsberger (1893), Karoline (Lina) Schloss geb. Steiner (1862), Bertha Schneider geb. Hahn (1872), Babette Strauss geb. Hamburger (1891), Elise Strauss geb. Röder (1864), Anne Wandewart geb. Marcus (1885), Hugo Weil (1863), Paula Weil (1890), Emil Weinstock (1886), Armin Weiss (1894), Fritz Wurzinger (1870).       
        
Nach 1945: Eine neue jüdische Gemeinde entstand nach 1945 mit dem Zuzug zahlreicher jüdischer "Displaced Persons" (KZ-Überlebende, jüdische Flüchtlinge aus Osteuropa) im Bereich der Bleidorn-Kaserne, wo das jüdische DP-Lager eingerichtet wurde. Im November 1946 lebten hier mehr als 1.200 Personen. Auch wenn nach Gründung des Staates Israel 1948 die Zahl der DPs schnell zurückging, bestand in der Bleidorn-Kaserne bis 1956 auch eine jüdische Gemeinde mit einem hier eingerichteten Betsaal.   
In der Stadt selbst hatten sich Anfang 1946 80 jüdische DP's in Ansbach zum "Jüdischen Komitee Ansbach" zusammengeschlossen. Im Mai 1946 fand in der Synagoge eine Gedenkfeier für die in der NS-Zeit ermordeten Juden statt. Seitdem wurde die Synagoge auch immer wieder für gottesdienstliche Feiern genutzt, Anfang Juli 1949 wurde die Synagoge nach Abschluss einer umfassenden Renovierung wieder offiziell als Gottesdienstraum eingeweiht. Dennoch kam es in der Stadt selbst nicht zur Gründung eines neuen Gemeinde, auch auf Grund der in der Stadt damals weiterhin starken antijüdischen Atmosphäre. Wichtigste Person für das jüdische Leben bis in die 1960er-Jahre war in der Stadt Julius Ceslanski. 
    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge         
     
Eine Synagoge oder ein Betsaal war bereits im Mittelalter vorhanden, da im 15. Jahrhundert unter den jüdischen Einwohnern ein "Schulklopfer" erwähnt wird sowie ein "Judenschulhof" (Hof um die "Judenschule" = Synagoge) erwähnt wird.   

Im 17. Jahrhundert fand bis 1675 der Gottesdienst in einem Kämmerlein des Hauses von Amson Model, einem wohlhabenden Hofjuden statt. Nach einem Streit während der Gebetszeit, der immerhin so bedeutend war, dass er eine Bestrafung auf dem Rathaus und den markgräflichen Befehl zur Folge hatte, keine Streitereien in der Synagoge mehr zu veranstalten, entstanden zwei Privatsynagogen, neben derjenigen im Haus des Juden Amson Model auch eine in dem des Simon Model. Seit 1732 gab es Bestrebungen, nur noch eine Synagoge in der Stadt zu haben. Hoffaktor Löw Israel bot 1743 ein ihm gehörendes Anwesen der jüdischen Gemeinde zum Kauf an. Diese musste auf Grund der Interventionen des Hoffaktors beim Markgrafen das Anwesen für 1.500 Gulden erwerben und kaufte schließlich von Metzger Friedrich Weber ein Nachbarhaus dazu. In den folgenden drei Jahren wurde nach den Bauplänen des damaligen italienischen Stararchitekten Leopoldo Retti (Link zum Wikipedia-Artikel) eine Synagoge erstellt, die am 2. September 1746 feierlich eingeweiht werden konnte. Insgesamt hatte sie 13.000 Gulden gekostet und der jüdischen Gemeinde einen großen Schuldenberg besorgt.  

Einige Hintergrundinformationen zum Synagogenbau auf Grund der intensiven Durchsicht der Ratsakten der Stadt und anderer Quellen gibt S. Haenle s.Lit. S. 142-144: "Als 1743 durch die Neumann'sche Untersuchung ein Synagogenbau in Ansbach angeregt wurde, benützte Löw Israel die Gelegenheit, seine zwei baufälligen Häuser gut an den Mann zu bringen, und richtete deshalb eine Eingabe angeblich nach gepflogenem Benehmen - welches aber in Wirklichkeit nicht stattfand - mit dem Landrabbiner, den Barnossen und den meisten Ansbach Juden an den Markgrafen. Die Juden remonstrierten hiergegen, indem sie behaupteten, die Löw Israel'schen Häuser wären zu abgelegen und zu teuer. Ein markgräfliches Dekret gestattet ihnen nun, einen Platz zu erwählen, ohne auf dieses Anwesen zu reflektieren, worauf auch die Juden einen Ausschuss von vier Personen ernannten, um einen Platz auszusuchen. Löw Israel und Michael Simon, die beiden damaligen Hofjuden, und wie gewöhnlich in bitterster Feindschaft miteinander, waren nicht in den Ausschuss gewählt worden. Ersterer widerstrebte den Schritten dieses Ausschusses, ohne ihn, den Löw Israel, dürfe nichts geschehen. Trotzdem gingen die Beratungen weiter, und 16 bevollmächtige Personen schlossen vorbehaltlich der herrschaftlichen Genehmigung einen Kaufvertrag mit dem Schneider Siebel ab, wonach dieser sein Haus auf der Schütt ihnen um 750 Gulden verkaufte. Löw Israel war aber inzwischen nicht untätig, und überraschte seine Glaubensgenossen 1744 mit einem heimlich erwirkten Dekrete, wonach die neue Synagoge auf seinem Hausplatze gegen Bezahlung von 1.000 Gulden Konzessionsgeldern und die Verabreichung eines jährlich Kanon von 9 Gulden, nebst der Steuer von dem Hausplatze, herzustellen, oder vielmehr mit den Worten des Dekrets zu reden, 'zu erlauben sei.'
Die Juden remonstrierten abermals, Löw Israel akkordierte aber inzwischen eigenmächtig mit den Handwerksleuten, ließ sogar die jüdischen Feiertage über arbeiten, und kümmerte sich um alle gegenteiligen Schritte nichts, bis 1745 ein herrschaftliche Inhibitorium einlief. Da ruhte die Sache einstweilen und im Jahre 1746 berichtet Barabau: Serenissimus habe ihn nach Gunzenhausen befohlen, dort angekommen, habe er Audienz erhalten und der Markgraf habe gegen ihn geäußert: es solle die epinöse Judenschulsache zu Ende gebracht werden. 'Höchstdieselben haben in dieser mit der Neumänn'schen Inquisition konnexen Sache, und im gnädigsten Anbetracht der gespielten jüdischen Intrigen gegen mich geäußert, dass Sie in causa quaestionis wieder viel Verdruss gehabt, anjetzt aber inkliniert wären, die neuerbaute Judenschule der hiesigen Judenschaft in Konformität des erteilten Konzessionsdekretes zu überlassen, mit dem Annexo, dass auf eine gute Art mit Konservierung Serenissimi Höchsten Respekts der Bedacht dahin genommen werden solle, von dieser Konzessionserteilung noch ein proportionierliches freiwilliges Geldquantum von der Judenschaft allhier zu erheben'. Barabau bemerkt weiter: 'Es wäre nicht schwer gefallen, die Sache vollends auszumachen, allein wie er getrachtet, seinen geringen pas zu mensuieren, so sei die Sache beruhend geblieben und habe Serenissimus ihm befohlen, diese Intention Eurer Hochfreiherrlichen Exzellenz mit dem Anfügen zu hinterbringen, Eurer Exzellenz Meinung bei der Hieherkunft nach Gunzenhausen zu vernehmen.' In einem Postskriptum heißt es endlich: 'Vielleicht gibt dieses Gelegenheit, mich in die Gnade des Herrn Geheimrats, Präsidenten Hochfreiherrlicher Exzellenz wieder etwas mehr zu rekommandieren. Herrn Oberhofmarschall Exzellenz habe sofort meine untertänigste Aufwartung gemacht, und sind dieselben mit meinen Verrichtungen ganz zufrieden gewesen.' Seckendorf verhielt sich aber passiv in dieser Angelegenheit, er erklärte trotz mehrerer Schreiben des Barabau, in welchen unter Anderem gesagt ist, dass Löw Israel 'superos Acheronta movire,' er (Seckendorf) meliere sich in die Sache nicht. Löw Israeli, gleichfalls von dem markgräflichen Entschlusse in Kenntnis gesetzt, fürchtete das 'Lamentieren und die Beschwerden der Juden von wegen des geforderten freiwilligen Geldquantums.' Nun kommen in den Akten die Konzepte der Finalentschließung des Serenissimus, es müssen noch 1.000 Gulden gezahlt werden, und wer den Synagogenbau hindern wolle, verfalle in eine Strafe von 100 Dukaten. Den von Löw Israel gefürchteten Lamentationen wurde demnach vorgebaut.

Welch ein Widerspiel der verschiedensten Motive wirkte demnach bei diesem Baue mit! Bei dem Markgrafen der Wunsch, noch ein proportionierliches Geldquantum zu erlangen, bei Barabau das Bestreben, auf der einen Seite sich bei 'Herrn' zu insinuieren, andererseits dem Minister, mit dem er damals auf gespanntem Fuße gelebt zu haben schien, sich wieder 'etwa mehr zu rekommandieren'; bei Löw Israel endlich der Wunsch nach einem rentierlichen Verkaufe seines Anwesens. 
Es musste die Synagoge damals als eine besonders schöne gegolten haben, da sogar der Herzog von Glocester 1782 sie während des Gottesdienstes in Augenschein nahm. 
Dieser Bau stürzte die Gemeinde in eine ziemliche Schuldenlast, die ihr um so drückender fiel, als der Wohlstand derselben bedeutend im Sinken begriffen war, und deshalb die Abzahlung sich nicht ermöglichte. Man griff, da direkte Besteuerung Einzelnen zu wehe tat, zu einer indirekten, und es musste behufs Aufbringen der Zinsen und der sonstigen Lasten der jüdischen Gemeinde dahier ein sogenannter Fleischkreuzer, d.i. bei jedem Pfund Fleisch 1 Kreuzer mehr gezahlt werden.
Wie schnell übrigens der Wohlstand bei den Juden damals wechselte, haben wir bereits an dem Beispiele der Isaak Nathan'schen Familie gesehen, und es lässt sich von der Nachkommenschaft fast aller Hofjuden dasselbe nachweisen. Ein Enkel der Model, Model Neuburger, war zur Zeit der Einweihung der Synagoge in so schlechten Verhältnissen, dass ihm in Anbetracht derselben und dass seine Vorfahren zu den ältesten jüdischen Bewohnern der Stadt gehörten, ein Synagogenplatz gratis gewährt wurde, die Fränkel wurden bankrott, dasselbe widerfuhr dem Löw Israel und auch der letzte Resident Seligmann kam noch bei Lebzeiten in höchst zerrüttete Finanzverhältnisse". 

Die Angelegenheit des Synagogenbaus war somit ziemlich kompliziert. Dennoch entstand, letztlich auf Grund des Drängesn des Markgrafen Karl Wilhelm Friedrich durch den Oberbaudirektor Leopold Retti eine Synagoge in charakteristischem Barockstil, die mit ihren hohen Rundbogenfenstern und die Gliederung durch breite, flache Pilaster an das südliche Langhaus der Kirche St. Gumbertus in Ansbach erinnert. Im Inneren der Synagoge lassen sich italienische, insbesondere venezianische Einflüsse erkennen.        
    
Am 9. September 1846 feierte die jüdische Gemeinde das 100jährige Bestehen der Synagoge:

Ansbach AZJ 10081846s.jpg (32172 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. August 1846: "Am 9. September dieses Jahres feiert die Gemeinde in Ansbach den 100jährigen bestand ihrer Synagoge und sind bereits freiwillige Beiträge zur angemessenen feierlichen Begehung dieses Tages gezeichnet worden."

Mehrere Umbauten und Renovierungen hat das Synagogengebäude erlebt. Um 1840 wurde im Innenraum eine Kanzel eingebaut. Anlässlich der Amtseinsetzung des Rabbiners Grünbaum im Juli 1841 ist jedenfalls von einer "neu erbauten Kanzel" die Rede (zum Text). Auch die Frauenempore wurde mehrfach umgebaut / vergrößert. 

Von Gerhard W. Mühlinghaus liegt folgende Baubeschreibung vor (in: Die Architektur der Synagoge S. 146): "Es handelt sich um einen zweigeschossigen Bau auf rechteckigem Grundriss. Die Fassade wird bestimmt von fünf Fensterachsen mit Rundbogenabschlüssen. Die an der Straße liegende Front weist eine breite Eckquaderung mit horizontalen Lagen auf. Die Fenster sind mit stark hervorgehobenen Kämpferquadern versehen, dazwischen befinden sich erhabene hochrechteckige Wandkompartimente. Den Bau schließt nach oben ein schmales Traufgesims ab; darüber befindet sich das Mansarddach mit Gauben.
Westlich der Synagoge befindet sich ein von Nord (Haupteingang) nach Süd (Gemeindehaus) laufender Gang. Durch Erweiterung bis zum ersten Geschoss (über dem Gang) wurde das Frauenhaus baulich verändert. 
Das Innere ist bis auf Bima und Aron Hakodesch ein relativ schmuckloser Raum. Im unteren Drittel verkleidet alle Wände eine hohe Wandvertäfelung, die als oberen Abschluss ein schmales Leuchtergesims besitzt. Die Westwand wird durch die über einer schmalen Vorhalle liegende Frauenempore bestimmt, die über die Eingangswand zum Männerbetraum etwas hervorragt. An dieser Stelle wird sie im Erdgeschoss von schmalen Säulen mit Kompositkapitellen gestützt. Darüber liegt ein breites, durchlaufendes Gebälk, auf dem eine kassettierte Holzbrüstung steht. Über dieser befinden sich große Korbbogenöffnungen, jeweils von schmalen Stützen nach unten getragen. Das kräftige Wandgesims, das zu einem Muldengewölbe überleitet, sitzt dicht auf den Rundbogenfenstern der Südwand und der Westwand auf. Die Proportionen über dem Aron Hakodesch und über den Öffnungen der Frauenempore sind etwas günstiger. Im Männerbetraum stehen heute mit östlicher Blickrichtung für die Betenden angebaute Bänke. Den Aufgang zum Aron Hakodesch flankieren zwei schmale Vorbeterpulte. In der Mitte über dem Aron Hakodesch befindet sich ein Fenster, das durch einen das Spiegelgewölbe mit steilen Kalotten durchschneidenden Lichtschacht aus der Dachmansarde Licht gibt. 
Der Aron Hakodesch steht auf einem hohen Podest, zu dem vier Stufen führen und hat einen Aufbau von über sechs Metern. Die Bima ist ein mächtiger Aufbau auf achteckigem Grundriss in der Mitte des Hauptraumes. Auf diesem erhebt sich die nach Süden und Norden offene Steinbalustrade mit schönem eisernem Gitter
."

   
Bis nach 1933 blieb die Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens. Zu einem schweren Anschlag kam es am 27. Oktober 1938, als während des Gottesdienstes eine Tränengasbombe in die Synagoge geworfen wurde. Beim Novemberpogrom 1938 wurde dem Oberbürgermeister von der Gauleitung der NSDAP in Nürnberg befohlen, die Synagoge niederbrennen zu lassen. Der Oberbürgermeister hat die Aktion offenbar nur widerwillig oder auf Grund der Rücksichtnahme auf die angrenzenden "arischen" Wohnhäuser durchführen lassen (ein Nachbar wollte die Synagoge als Lagerraum nutzen). So inszenierten auf Grund des Befehls zwei SA-Leute nur einen "symbolischen Brand" der Synagoge. Sie zerschlugen einige Bänke, warfen Torarollen und andere religiöse Schriften zu den Trümmern und steckten den Haufen an, worauf - wiederum im Auftrag des Oberbürgermeisters - die Feuerwehr erschien und die Flammen schnell löschte. Zwei Säulen des Almemors, ein Vorhang und einige Torarollen waren verkohlt. Beschädigt wurden auch Toraschrein-Vorhänge und zwei Kronleuchter aus Kupfer. Dennoch war die geschändete Synagoge nicht mehr für Gottesdienste der jüdischen Gemeinde verwendbar.  

1939 bis 1945 wurde die Synagoge als Lebensmittellager zweckentfremdet. Nach 1945 wurde die Synagoge wiederum als jüdisches Gotteshaus verwendet, in dem einige Zeit Gottesdienste für amerikanische Soldaten, aber auch für "Displaced Persons" (DPs) abgehalten wurden (s.o.). Eine Renovierung ist 1948/49 durchgeführt,  die Synagoge Anfang Juli 1949 wieder eingeweiht worden. Da in den 1950er- und 1960er-Jahren die Zahl der jüdischen Einwohner in Ansbach ständig zurückging und ein Wiederentstehen einer jüdischen Gemeinde nicht erwartet werden konnte, wurde die Synagoge 1964 zu einem "musealen und symbolischen Gotteshaus" erklärt und unter die Obhut des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern gestellt. Die Innenausstattung mit dem Almemor (Bima) und der Toraschrein (Aron haKodesch) aus der Erbauungszeit blieben durch alle Veränderungen und Umnutzungen erhalten. Im Süden der Synagoge schließt sich das ehemalige Haus des Synagogendieners an, sowie das ehemalige Haus des Schächters. Auch das Ritualbad (Mikwe) im Keller sind erhalten. 
      
Von 1985 an wurde über mehrere Jahre eine umfassende Renovierung des Synagogengebäudes vorgenommen. Während der Arbeiten erschien nachstehender Presseartikel (ca. 1986), der über die aufgetretenen Schwierigkeiten bei der Sanierung informiert:    

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Die Synagoge ist seit Abschluss der Renovierungen eines der herausragenden Kulturdenkmäler der Stadt. Sie kann nach Anmeldung über die Stadt besichtigt werden (vgl. Links unten zur Stadtverwaltung).
  
Adresse/Standort der SynagogeRosenbadstraße 3  
  
Aktuelle Öffnungszeiten (ab 11. Mai 2014): Die Synagoge mit den Ritualbädern und dem Info-Zentrum ist bis Ende September an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat in der Zeit von 15.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. 
Aktuelle Ausstellung in 2014:  "Jüdische Ansbacher im Ersten Weltkrieg".     
    
   
   
Fotos / Grundrisse
(Historische Aufnahmen von Theodor Harburger 1928 und Karl Michelsohn, Ansbach, veröffentlicht in Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem und dem Jüdischen Museum Franken - Fürth & Schnaittach. 1998. Bd. 2 S. 10-13; Grundrisse aus: C. H. Krinsky s.Lit. S. 256 Abb. 120-121; 
Neuere Fotos: Außenaufnahmen: Hahn, Aufnahmedatum 9.7.2007 und 8.1.2011; Hinweis- und Gedenktafel: Jürgen Hanke, Kronach aus: www.synagogen.info; Innenaufnahmen aus: Schwarz (Hrsg.), Architektur der Synagoge s. Lit. S. 147). 

Historische Aufnahmen
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Bima mit Vorlespult  Blick zum Toraschein  Toraschrein 
     
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Toraschrein mit Torarollen; 
rechts Ausschnittvergrößerungen 
Inschrift am Toraschrein: "Erkenne, 
vor dem du stehst" 
Torarollen (Ausschnittvergrößerung 
der Aufnahme links) 
     
Grundrisse des 
Synagogengebäudes
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  Grundriss  Querschnitt 
     
     
Neuere Fotos
(Juli 2007) 
   
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Blick auf die Synagoge in der Rosenbadstraße  Hinweistafel 
   
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Blick zum Eingangstor    Blick auf das ehemalige jüdische Gemeindehaus mit Rabbinerwohnung 
und Schulräumen und rituellem Bad in der Reuterstraße
   
     
         
Neuere Fotos 
(Januar 2011) 
     
Ansbach Synagoge 11010.jpg (103680 Byte) Ansbach Synagoge 11011.jpg (68709 Byte) Ansbach Synagoge 11012.jpg (115090 Byte)
Blick auf die Synagoge - 
das Dach wird erneuert 
Hinweistafel 
am Eingang 
 Führung einer Gruppe durch
Alexander Biernoth 
     
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Innenansichten des Betsaales 
diese Fotos in hoher Auflösung: Foto links - Foto rechts   
Blick zur 
Frauenempore 
     
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Blick zum Toraschrein; 
dieses Foto in hoher Auflösung 
Parochet (Toraschrein-Vorhang) 
dieses Foto in hoher Auflösung  
Gebotstafeln und 
ewiges Licht 
      
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Inmitten des Betsaales: die Bima mit dem Vorlesepult für die Tora (Schulchan)    
     
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Einer der Leuchter 
des Betsaales 
Kapitell einer Säule 
unter der Frauenempore 
Waschbecken 
  
     
Ansbach Synagoge 11014.jpg (91312 Byte) Ansbach Synagoge 11013.jpg (87862 Byte)   
Im Ausstellungsbereich: Tafeln zur
 jüdischen Geschichte in Ansbach 
Gedenktafel für die in der Zeit der 
Shoa umgekommenen Ansbacher Juden 
  
     
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Im Synagogenhof  Blick auf das Gebäude 
des (neuen) rituellen Bades 
Hochzeitsstein (Chuppa-Stein) 
im Synagogenhof  
  
      
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Im Gebäude des neuen rituellen Bades: das Tauchbecken      
       
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Im Untergeschoss: Raum der alten Mikwe, von der kaum mehr etwas erhalten ist   

    
     
Einzelne Presseartikel aus jüngerer Zeit      

Juli 2012Das neue Informationszentrum ist eröffnet    
Pressemitteilung vom 20. Juli 2012 (aus den Informationen der Studio Franken des Bayerischen Rundfunks: Mitteilung vom 20.7.2012): 
"Synagoge Ansbach: Neues Infozentrum über jüdisches Alltagsleben 
Im Gebäude der Ansbacher Synagoge ist ein neues Infozentrum eröffnet worden. Es informiert über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Ansbach, aber auch über jüdisches Alltagsleben heute. 

Die Ausstellung zeigt Alltagsgegenstände, wie sie in jeder jüdischen Familie zu finden sind. Die neue Schau will damit den Besuchern der Synagoge das Judentum näherbringen. Das Info-Zentrum kann im Rahmen einer Synagogen-Führung besichtigt werden. Es gibt aber auch Info-Tafeln, die den Besuchern entsprechende Erläuterungen bieten. Zu den unten genannten Öffnungszeiten können sich Interessierte also auch ohne Führung umschauen. 
Das kleine Museum ist im ehemaligen Dienerhaus der Synagoge in der Rosenbadstraße untergebracht. Der "Frankenbund - Gruppe Ansbach" initiierte das Infozentrum. Die Ansbacher Synagoge aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wirkt von außen relativ unscheinbar, ist aber eine der bedeutendsten, original erhaltenen barocken Synagogen in Süddeutschland. Das jüdische Bethaus überstand die Reichskristallnacht unbeschadet und wird seit der Nachkriegszeit als musealer Raum für kulturelle Zwecke genutzt. Eine jüdische Gemeinde gibt es heute nicht mehr, die Synagoge kann aber besichtigt werden. 
Weitere Informationen und Öffnungszeiten
Die Synagoge in Ansbach ist seit Mai auf vielfachen Wunsch von Touristen auch wieder ohne gebuchte Führungen zugänglich. Noch bis Ende September ist sie an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat zwischen 15.00 und 17.00 Uhr geöffnet. Besucher können dann den Gebetsraum, das Dienerhaus mit dem neuen Infozentrum, den Synagogenhof und eines der beiden Ritualbäder besichtigen. Während dieser zwei Stunden ist dann auch ein Stadtführer oder eine Stadtführerin anwesend und kann auf Wunsch Auskunft geben."  
 

     
      

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Ansbach    
Website http://www.synagoge-ansbach.de/     
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Ansbach (interner Link) 
Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges nach Angaben zu Ansbach auf der Website des Hauses der Bayerischen Geschichte   
Über die Beziehungen der Familie Abramowitz zur Ansbacher Synagoge (englische Seite) 
Ansbach Synagoge Sala.jpg (186880 Byte) Die Geschichte von Sala Gamcarz (1945 als KZ-Überlebende in Ansbach)   -  Buch "Letters to Sala"  
(das Foto links zeigt Sala Gamcarz 1945 vor der Ansbacher Synagoge mit Hinweisen für amerikanisches Militärpersonal und den möglichen Erhalt von Eintrittskarten für Gottesdienste an den Feiertagen; Foto aus Sala Gamcarz Kirschner Collection).
Buch von Ann Kirschner: Die Geschichte meiner Mutter. Verlag S. Fischer 2008.  http://www.amazon.de/Salas-Geheimnis-Geschichte-meiner-Mutter/dp/3100383109 
Interview  http://www.fischerverlage.de/interview/Interview_mit_Ann_Kirschner_zu_%C2%BBSalas_Geheimnis%C2%AB/1047768    

Literatur (Auswahl):  

Germania Judaica II,1 S. 17-18; III,1 S. 23.  
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979. 
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988.  
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch).  
Harold Hammer-Schenk: Synagogen in Deutschland. Geschichte einer Baugattung im 19. und 20. Jahrhundert. 1981. Bd. I S. 31-32.  
Carol Herselle Krinsky: Europas Synagogen. Architektur, Geschichte und Bedeutung. Stuttgart 1988. Insbesondere S. 255-256 und passim.  
Hans-Peter Schwarz (Hrsg.): Die Architektur der Synagoge. Stuttgart 1988.    
Alexander Biernoth: Ansbachs jüdische Gemeinde im 19. Jahrhundert. In. Juden in Franken 1806 bis heute. Ansbach 2007 S. 111-130. 
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Ansbach S. 45-68.
Franken Obpf Lit 010.jpg (75915 Byte)Hans-Peter Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Ansbach S. 44-47.   
Ansbach Lit 085.jpg (39016 Byte)Isak Nethanel Gath: Der Hexenmeister von Schwabach. Der Prozess gegen den Ansbachischen Landesrabbiner Hirsch Fränkel. Reihe: Mittelfränkische Studien Bd. 21. Hrsg.: Historischer Verein für Mittelfranken. 2011. ISBN 978-3-87707-812-9.   19,90 €.   
Anmerkung von Christof Eberstadt zu diesem Buch: "Der Verfasser hat sämtliche zur Zeit ihm verfügbaren Quellen zur Geschichte der Prozesse gegen den Ansbacher Hofjuden Elkan Fränkel und seinen Bruder, den Landesrabbiner Zwi Hirsch Fränkel ausgewertet, und eine Vielzahl neuer Erkenntnisse zu den Personen, ihren Familien und ihrem Umfeld gefunden, und vor allem eine ganze Menge tradierter Überlieferungen in den Bereich der Fabel verwiesen, und korrigiert. Ein wahrer Gewinn!" 
 

      
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Ansbach, Middle Franconia. Jews first settled in the early 14th century. Most were murdered in the Black Death persecutions of 1348-49. The community reestablished itself in the second half of the 14th century under the protection of the margrave Friedrich V. A Jewish quarter and synagogue are known from the 1470s. Anti-Jewish agitation intensified in the early 16th century, leading to the explusion of the Jews in 1560. 
In 1609 they were again permitted to settle and quickly came to dominate trade, expecially in cattle and horses. The community played a leading role in the Landjudenschaft organization of the 48 Jewish communities (as of 1714) in the Ansbach principality. In the 18th century the Model and Fraenkel families were prominent as Court Jews. However, the prosecution of one of the Fraenkels on charges of wischcraft led to the impoundment of Jewish religious books throughout the principality. Restrictions and disabilities lasting until the Emancipation were introduced on the 18th century, though the community remained one of the wealthiest in the region, with 30 merchants visiting the Leipzig fair each year. In 1837 the Jewish population was 450 (total 14.100). A Jewish public school was opened in 1828 and a small yeshiva in the 1850s. From 1896 to 1916, R. Pinchas Kohn, one of the leaders of Agudat Israel, served as rabbi. Antisemitism was widespread in the post-Wordwar period, with Nazi propaganca stirring up anti-Jewish feelings. The Jewish cemetery was desecrated in 1927 and 1932. In 1933 there were 197 Jews in Ansbach. Communal property included a synagogue built in the baroque style in 1744-46 by the well-known Italian architect leopold Retty. The Zionist Organization and Central Union (C.V.) were active. In 1933 Jewish traders were banned from the livestock market and Jews were also banned from various public places. The community reacted by maintaining welfare services and cultural activities (through the Juedischer Kulturbund). All the Jews of Ansbach were arrested by local SA troops on Kristallnacht (9-10 November 1938) but largely through the efforts of the mayor no physical harm came to them and the damage to Jewish property was minimal. He saved the synagogue by symbolically lighting a fire and quickly extinguishing it. The synagogue was soon after sold to the municipality. Until that time, 87 Jews had left the city. In December, another 84 were expelled and 17 more left in 1939-40, bringing the community to an end. Of the total, 44 left Germany, 19 of them to the United States. After the war, 191 Jews gathered in the city but most soon emigrated.  
      
       

                   
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Stand: 25. Januar 2016