Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Burgkunstadt mit -Weidnitz (Kreis Lichtenfels) 
Jüdische Geschichte / Synagoge

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
   
In Burgkunstadt bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht bis in spätmittelalterliche Zeiten zurück. Bereits im 13. Jahrhundert könnten Juden in der Stadt gelebt haben: bei der Judenverfolgung 1298 ("Rintfleisch-Verfolgung") kamen auch Juden aus "Kunstadt" ums Leben, womit  - wahrscheinlicher als Altenkunstadt - "Burgkunstadt" gemeint sein wird. Bei dieser Verfolgung sei die Familie des Jakob ben Jakob umgekommen. 1403 wird ein Jude genannt, der entweder in Alten- oder Burgkunstadt wohnte (im Rechnungsbuch des Bamberger Bischof steht der Name zwischen Einträgen über Einnahmen aus Altenkunstadt und Burgkunstadt). Auch 1448 wird ein Juden in der Stadt genannt. 1450 traten sieben Juden, einer davon aus Marktzeuln zugewandert, als Geldhändler in Burgkunstadt auf. Ein nach Burgkunstadt benannter Juden erhielt 1475 das Niederlassungsrecht in der Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach, ein anderer 1485 in Wonsees.
   
Möglicherweise haben auch über die Zeit des Dreißigjährigen Krieges Juden in der Stadt gelebt. Bei den Mai-Unruhen im Hungerjahr 1699 wurden in Burgkunstadt die jüdischen Häuser überfallen: die in die Stadt eingefallene Rotte stürmte am Samstag, 23. Mai 1699 14 jüdische Häuser und plünderte sie. Die jüdischen Familien kamen dadurch in eine große Notlage. In ihrer Klage hieß es: "Wir müssen wegen unserer gewalttätigerweise verwüsteten und ruinierten Wohnung in Stadeln und Scheuern in beständiger Furcht und Kümmernis uns aufhalten und haben dabei nicht das liebe Brot noch sonst etwas zu leben, mithin uns in dem äußersten Elend und Notstand befinden." Erst Soldaten aus Bamberg sorgten wieder für Ruhe im Ort.  
 
Im 18. Jahrhundert stieg die Zahl der in Burgkunstadt lebenden jüdischen Familien auf 49 (1749) beziehungsweise 204 Personen (1763). Eine Höchstzahl in diesem Jahrhundert wurde 1785 mit 327 jüdischen Einwohnern am Ort erreicht, die teils unter dem Schutz des Fürstbischofs von Bamberg, teils unter dem reichsritterschaftlicher Familien standen.   
        
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1809 283 jüdische Einwohner (24,8 % von insgesamt 1.139 Einwohnern), 1812 385 (32,8 % von insgesamt 1.175), 1837 420 (32,2 % von 1.305), 1867 282 (22,6 % von 1.250), 1890 189 (15,9 % von 1.187), 1900 150 (10,3 % von 1.454), 1910 103 (5,6 % von 1.839). Viele der jüdischen Einwohner sind seit den 1830er-Jahren nach Nordamerika ausgewandert. Nach 1861 verzogen viele in die ihnen nun offenen Städte.  
    
Im Revolutionsjahr 1848 kam es auch in Burgkunstadt - wie in vielen anderen Orten Süddeutschlands - zu antijüdischen Krawallen.   
  
Die am Ort verbliebenen jüdischen Familien hatten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung der Region: Der Essig- und Senffabrikant Leopold Lindner betrieb in seiner Senfmühle seit 1862 die erste 5 PS-Dampfkesselanlage in der Obermain-Region. Joseph Weiermann brachte mit seiner Schuhfabrikation die Schuhindustrie am Obermain in Schwung.    
 
An Einrichtungen bestanden insbesondere eine Synagoge (s.u.), eine Israelitische Schule (seit 1850 eigene israelitische Volksschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben war neben dem Rabbiner ein Lehrer / Schochet / Kultusbeamter angestellt. Lehrer Jonas Löbenstern wurde 1890 zum Ehrenbürger in Burgkunstadt ernannt; er blieb bis 1913 am Ort (vgl. Berichte auf der Textseite). Burgkunstadt war Sitz eines Bezirksrabbinates: von 1835 bis 1844 wirkte am Ort Dr. Leopold Stein, der 1844 nach Frankfurt wechselte und dort 1845 Vorsitzender der Zweiten Rabbinerversammlung war. Letzter Rabbiner in Burgkunstadt war - als Nachfolger von Rabbiner Dr. Joseph Cohn - seit 1896 Dr. Eduard Ezechiel Gotein (gest. 1914). Nach ihm wurde die Stelle allerdings nicht mehr besetzt, sondern durch den Distriktsrabbiner aus Bayreuth vertreten.
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Bernhard Bayer (geb. 25.7.1886 in Burgkunstadt, gef. 29.7.1916), Bernhard Bergmann (geb. 19.1.1894 in Völkersleier, gef. 13.8.1917), Fritz Siegfried Heimann (geb. 7.1.1900 in Sonneberg, gef. 26.10.1918), Unteroffizier Max Heimann (geb. 8.4.1894 in Kronach, gef. 13.11.1916), Gefreiter Richard Heimann (geb. 3.5.1891 in Kronach, gef. 6.5.1917). Außerdem ist gefallen: Gefreiter Heinrich Kraft (geb. 16.1.1889 in Burgkunstadt, vor 1914 in Kulmbach wohnhaft, gef. 19.10.1918).      
 
Um 1924, als zur Gemeinde noch etwa 60 Personen gehörten (3 % von insgesamt etwa 2.000 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher K. Lang, Max Rothschild, Max Thurnauer, Justin Zanemann, Max Possenheimer und Dr. med. Lazarus. Als Kultusbeamter (Lehrer und Kantor) war Ignaz Steinbock angestellt. Religionsunterricht in der Religionsschule der Gemeinde erhielten noch acht jüdische Kinder. An jüdischen Vereinen bestanden der Wohltätigkeitsverein Zedokoh, der Israelitische Frauenwohltätigkeitsverein (gegründet 1855; 1924 unter Leitung von Frau R. Kupfer, 1932 unter Leitung der Frau von Dr. Lazarus mit 18 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Kranker, Bestattungswesen) und der Begräbnisverein Chewra (1924 unter Leitung von Justin Zanemann, 1932 unter Leitung von Max Possenheimer). 1932 waren die Gemeindevorsteher Justin Baumann (1. Vors.), Max Rothschild (2. Vors. und Schriftführer) sowie Stefan Iglauer (3. Vors.). Weiterhin war Ignatz Steinbock als Kultusbeamter tätig. Er unterrichtete im Schuljahr 1931/32 in der Religionsschule der Gemeinde noch vier Kinder. Der Gemeinde in Burgkunstadt waren auch die in Hochstadt (3) und Redwitz (10) lebenden jüdischen Personen angeschlossen.     

1933 lebten noch 53 jüdische Personen am Ort (2,0 % von insgesamt 2.584 Einwohnern). In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurden nach der Demolierung der Synagoge (s.u.) und der jüdischen Wohnhäuser die jüdischen Familienväter verhaftet. Fünf von ihnen wurden in das Amtsgerichtsgefängnis Lichtenfels gebracht, wo sie bis Mitte Dezember 1938 inhaftiert blieben. Am 1. Januar 1939 wurden noch 32 jüdische Einwohner gezählt, am 1. Januar 1940 12. Die letzten jüdischen Einwohner wurden im April beziehungsweise November 1942 aus Burgkunstadt deportiert. Am Ort blieb nur eine in "Mischehe" lebenden jüdische Frau zurück, die die Kriegszeit überlebte.      
   
Von den in Burgkunstadt geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"):  Martha Apfelbaum geb. Iglana (1870), Rosa Bachmann geb. Pretzfelder (1865), Emilie Ida Bamberger geb. Kaumheimer (1870), Stefan Banemann (1891), Irma Bayer (1899), Therese Blaubaum geb. Banemann (1888), Ida Braun geb. Reckendorfer (1856), Berta Davidsohn geb. Marcus (1893), Sofie Dormitzer geb. Kupfer (1871), Hugo Ehrenberger (1877), Anna Fischel geb. Süssenguth (1890), Ella Fischer geb. Oppenheimer (1889), Julius Fleischmann (1883), Louis Friedmann (), Marie Friedmann geb. Rothschild (1876), Hedwig Haas geb. Lindner (1869), Jenny Haas geb. Lindner (1864), Albert Heimann (1873), Friedl Hellmann geb. Henn (), Lore Herzfeld geb. Rothschild (1874), Carola Hirsch geb. Kupfer (1892), Dora Hirschkind geb. Kupfer (1880), Lilli Hirschkind geb. Kupfer (1882), Berta Iglauer (1856), Olga Joelsohn geb. Pretzfelder (1876), Max Kaumheimer (1898), Ignaz Kohn (1886), Louis Kohn (1879), Heinrich Korn (1888), Hermann Kraft (1892), Eva Hildegard Kraus (1923), Max Kraus (1874), Mina Kraus geb. Bayer (1882), Selma Kupfer geb. Weiermann (1890), Dr. Siegfried Kupfer (1882, Oberamtsrichter in Nürnberg), Siegfried Kupfer (1888, später in Frankfurt), Dina Ledermann geb. Bamberger (1878), Fanni Liebenthal geb. Oppenheimer (1882), Bella Liebmann geb. Bauemann (1889), Ida Lindner geb. Pretzfelder (1873), Rosa Lidner (1863), Hedwig Loeb geb. Oppenheimer (1854), Paulina (Paula) Löwenthal geb. Fleischmann (1876), Doris Mändle geb. Ehrenberger (1878), Rosa Mannheimer geb. Steinhäuser (1873), Klara Merzbacher geb. Steinhäuser (1875), Günther Nebel (1927), Heinz Nebel (1938), Rosa Oppenheim geb. Pretzfelder (1883), Bella Possenheimer geb. Löwenstein (1885), Jakob Possenheimer (1887), Jette Possenheimer (1908), Max Possenheimer (), Rosa Possenheimer (1912), Gustav Pretzfelder (1871), Lilli Pretzfelder geb. Süßengut (1882), Max Pretzfelder (1866), Max Pretzfelder (1876), Flora Reichmannsdorfer geb. Steinhäuser (1883), Rosa Reinmann (1868), Berta Reis geb. Fellheim (1861), Mathilde Reis geb. Rothschild (1852), Rosa Reis geb. Pretzfelder (1868), Emma Rossheimer geb. Iglauer (1875), Agnes Steinbock (1907), Anni Steinbock (1903 oder 1907), Elisabeth (Betti, Betty) Steinbock (1902), Ignaz Steinbock (1868), Hans-Peter (bzw. Peter Josef) Steinbock (1937), Ignatz Steinbock (1868), Luise Elisabeth Steinbock (1902), Max Steinhäuser (1863), Moritz Steinhäuser (1874), Ida Süsser geb. Weiermann (1860), Albert Thurnauer (1892), Max Thurnauer (1858), Stefan Thurnauer (1890), Marie Uhlfelder geb. Steinhäuser (1876), Rosa Walter geb. Kohn (1884), Julius Weiermann (1892), Marie Weiermann geb. Steinhäuser (1868), Alice Wollenberg geb. Iglauer (1886), Karoline Wortsmann geb. Banemann (1892), Marie Zinn geb. Kupfer (1861).  
    
   
   
Zur Geschichte der Synagoge     
    
Eine Synagoge gab es in Burgkunstadt bereits im Mittelalter. 1434 wird in einem Teilungsvertrag der Freiherren von Schaumberg zu Strössendorf eine "Judenschule" in der Vorstadt genannt (heute Kulmbacher Straße 26). Im Dreißigjährigen Krieg dürfte die Synagoge zerstört oder zumindest verfallen sein. 1657 sei die "Judenschule " neu aufgebaut worden. 1679 wurde neben der Synagoge ein Gemeindehaus erbaut, die Jahreszahl war in den Schlussstein des Türsturzes eingemeißelt. 
   
1851 erwarben die Brüder Moses und Zacharias Sack das Anwesen Nr. 100 (heute Feuerweg 19) als Schul- und Gemeindehaus. 
  
Über die Geschichte der im 19. Jahrhundert und bis nach 1933 genutzten Synagoge liegen nur wenige Informationen vor. Sie wurde vermutlich noch im 18. Jahrhundert erstellt. Nach einem erhaltenen Foto aus den 1930er-Jahre (siehe unten) handelte es sich um einen Sandsteinquaderbau mit Halbwalmbach mit dem Giebel zur Kulmbacher Straße. Nach der Beschreibung von Theodor Harburger (1928) gab es im Inneren eine Frauenempore auf drei Seiten.
   
Aus der Geschichte der Synagoge liegen nur wenige Berichte vor. Einer Mitteilung von 1845, wonach eine Stiftung zur Einrichtung einer Orgel in der Synagoge geplant sei, wurde von Rabbiner Leopold Stein widersprochen.    
   
Gründung einer "Orgelstiftung" (1845)
   

Burgkunstadt AZJ 17111845.jpg (24555 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. November 1845: "Ein lediger Mensch aus Burgkunstadt hat für seinen Geburtsort eine Stiftung gegründet, aus deren Mitteln eine Orgel für die Synagoge dortselbst angeschafft werden soll."   

 Für die Synagoge Burgkunstadt besteht keine Orgelstiftung  (1845)    

Burgkunstadt AZJ 15121845.jpg (22321 Byte)"Bemerkung" in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Dezember 1845: "...Der Nachricht von der Schenkung einer Orgel in die Synagoge zu Burgkunstadt (Nr. 47) widerspricht der dortige Rabbiner in einem Schreiben an uns." 

 Einweihung einer Torarolle in einem festlichen Gottesdienst (1860)        

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Juni 1860: "Auch in Burgkunstadt, einer der größten Gemeinden Oberfrankens, wurde an Sabbat Ki Tisa (= 10. März 1860) ein Sepher Chinuch (Einweihung einer Torarolle) auf sehr solenne Weise begangen.  Der dortige Distriktsrabbiner Herr Traub, bekannt als tüchtiger Kanzelredner und Gelehrter, verstand es, auch bei dieser Gelegenheit durch seinen Vortrag (unter Zugrundelegung des Textes 2. Buch Mose 34,27), der, wie alle seine Predigten, sich kennzeichnend durch wohlgelungene Diktion und Gedankenfülle unter geschickter Anwendung treffender Midrasch- und Talmudbelege, einen tiefen - man sollte meinen bleibenden Eindruck auf die Zuhörer, deren sich sehr viele auch aus der Umgegend eingefunden hatten, hervorzurufen. Der musikalische Teil der gottesdienstlichen Feier, geleitet von dem Kantor Herrn Bergmann daselbst, war dem Zwecke sehr entsprechend; die vorgetragenen Lieder und Chöre, wie unter anderm auch Melodie 3. Ihres Gesangbuches, sämtlich mehrstimmig, wurden von den zahlreichen Sängern sehr präzis ausgeführt, und machen dem wackern Kantor Ehre. Es lässt sich erwarten, dass die Gemeinde dergleichen Leistungen gebührend schätze und anerkennt."        

  
 Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute und andere Nationalsozialisten unter Anführung des Kreisleiters aus Lichtenfels zerstört. Zunächst wurden die Fenster eingeworfen und die Inneneinrichtung zertrümmert. Torarollen, Gebetbücher und anderes mehr wurde in den Mühlbach geworfen, die wertvoll erscheinenden Ritualien (Silbergerät) wurde zur Stadtverwaltung gebracht. Die Synagoge wurde mit Rücksicht auf die enge Bebauung nicht angezündet. Noch am 10. November 1938 ging das Synagogengebäude als "Schenkung" in den Besitz der Stadt Burgkunstadt über. Zwei Tage später begann der Abbruch des Gebäudes.  
  
1987 wurde auf dem Platz der ehemaligen Synagoge ein Gedenkstein errichtet. 
    
    
Adresse/Standort der Synagoge:   Kulmbacher Straße 26 
  
  
Weidnitz  
    
Hinweis: Auch im Stadtteil von Burgkunstadt - Weidnitz - gab es einige jüdische Familien, die 1800 einen Betsaal einrichteten: 
Neubau der Synagoge in Weidnitz (1800)  

Weidnitz BayrIsrGZ 07011927.jpg (50895 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 7. Januar 1927: "Wie schließen diese kleine Nachlese mit der Mitteilung einer fürstbischöflichen Entschließung vom 21. August 1800 betreffend Synagoge in Weidnitz, die folgenden Wortlaut hat: '
Wenn einmal eine Religion toleriert wird, so dürfen deren Religionsverwandte in Ausübung ihrer gottesdienstlichen Verrichtungen nicht gestört werden. Von diesem Grundsatz überzeugt, bewilligt daher Seine Höchfürstliche Gnaden, dass von der Judenschaft zu Weidnitz auf dem dortselbst bestehenden kastenlehnbaren Hause gegen Entrichtung eines Kanons von jährlich 24 Kreuzer. fr... eine Judenschul, jedoch nur widerruflich, errichtet werde.'" 

    
    
Fotos

Die Synagoge in Burgkunstadt
(Quelle: Josef Motschmann)
Burgkunstadt Synagoge 210.jpg (63225 Byte)  Burgkunstadt Synagoge 211.jpg (83636 Byte)
   Das Foto wurde in den 
1930er-Jahren erstellt
  Tora-Schild (Tass) aus Gemeindebesitz -
 fotografiert am 15.10.1928 von
Theodor Harburger (s. Lit.)
  
     
     
Synagogengrundstück 
im Frühjahr 2007 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 11.4.2007)
Burgkunstadt Synagoge 503.jpg (104936 Byte)    
Blick auf den freien Platz 
mit der Gedenkstätte
 
      
Burgkunstadt Synagoge 500.jpg (137054 Byte) Burgkunstadt Synagoge 501.jpg (151310 Byte) Burgkunstadt Synagoge 502.jpg (74442 Byte)
Gedenkstein mit Inschrift: "Den Opfern der Gewalt 1933-1945 - Hier stand die Synagoge - zerstört in der Pogromnacht 1938 
und im gleichen Jahr abgebrochen"
     
 Rabbiner in Burgkunstadt  Burgkunstadt R Stein 0910.jpg (52156 Byte) Kulmbach Abb 180.jpg (77885 Byte) 
  Rabbiner Dr. Leopold Stein
(geb. 1819 in Burgpreppach, gest. 1882
 in Frankfurt am Main)
 Rabbiner Dr. Eduard Ezechiel Gotein 
(gest. 1914)
   
     

           
             

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Burgkunstadt  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Burgkunstadt (interner Link) 

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 146-147; III,1 S. 195-196.
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 122-123.  
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S.   1992² S. 211-212. 
Theodor Harburger: Die Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. Hrsg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem und dem Jüdischen Museum Franken - Fürth & Schnaittach. Fürth 1998. Zu Burgkunstadt Bd. 2 S. 117-130.   
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 221-223.    
Synagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Burgkunstadt S. 106-111 (hier auch zahlreiche weitere Literaturangaben)

           
            


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Burgkunstadt Upper Franconia. Jews are mentioned as victims of the Rindfleisch massacres of 1298. In 1620 the community consecrated a cemetery serving numerous settlements in the arrea for hundreds of years. In the Bamberg riots of 1699, the Jews fled the town as 14 of their homes were destroyed. Leopold Stein, one of the spokesmen of the Reform movement in Germany, served as rabbi in 1835-43. In 1837 the Jewish population reached a peak of 420 (total 1.305). In 1933, 53 Jews remained; 40 left in 1935-39, with 15 going abroad and 24 to other German cities. In 1937, the Jewish-owned shoe factory, employing 400, was impounded and on Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized. Of the remaining Jews, ten were deported to Izbica in the Lublin district (Poland), in April 1942. The four Jews in the attached community of Hochstadt am Main met similar fates.  
       
         

                   
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Stand: 15. Februar 2014