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Bayreuth (Kreisstadt,
Oberfranken)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
Text wird noch erstellt - bitte schauen Sie bei Gelegenheit wieder
vorbei.
Bitte besuchen Sie auch die Seiten
der Geschichtswerkstatt Bayreuth e.V. zur jüdischen Geschichte in der Stadt
Zur Geschichte der Synagoge
Text wird noch erstellt - bitte schauen Sie bei Gelegenheit
wieder vorbei.
Adresse/Standort der Synagoge: Münzgasse
2
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum im August 2007)
| Erinnerung an die
mittelalterliche Geschichte: Tafel an der Kirche anstelle der früher hier
angebrachten "Judensau" |
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An der Stadtkirche
Bayreuth befand sich bis 2004 die mittelalterliche, antijüdische
Darstellung einer sogenannten "Judensau", die 2005 entfernt
wurde. Es dauerte freilich viereinhalb Jahre, bis die Verantwortlichen in
der Kirchengemeinde von der Notwendigkeit einer Entfernung überzeugt
werden konnten. Der sich in dieser Richtung engagierende Pfarrer Klaus
Rettig wurde als "Bilderstürmer" und "Taliban"
diffamiert. Der Text auf der Tafel wurde von Dekan Peetz in Abstimmung mit
dem Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth formuliert. |
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| Die Synagoge in Bayreuth |
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Blick auf die
unmittelbar neben dem markgräflichen Opernhaus erstellte Synagoge |
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Blick von Osten
auf das Gebäude, erkennbar ist die kleine Apsis des Toraschreines |
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Eingangsbericht
mit Eingang und Portalinschrift: "Dies ist das Tor zum Herrn, Gerechte gehen durch es
hinein"
(Foto links von Inge Sturm, Marburg) |
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| Raum der
Erinnerung an die ermordeten Juden aus Bamberg im Historischen Museum |
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| Steine
der Erinnerung und Hinweistafel mit Text: "Nur durch die Erinnerung
an Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung kann verhindert werden, dass so
etwas wieder geschieht. Die Denk-Stein-Sammlung zeigt, dass Auschwitz
nicht in Auschwitz, sondern dass es in der eigenen Straße, im gleichen
Haus oder im Nachbarhaus begonnen hat. Durch das Nachforschen und die
einfache Geste des Steineaufhebens und -zusammentragens haben die an
dieser Aktion beteiligten Schüler und Schülerinnen die Toten der
Anonymität entrissen, sie vor dem Vergessen gewahrt und ihnen ein
würdiges Denkmal gesetzt. Irene Hammel, Initiatorin" |
Von SchülerInnen gestaltete
Tafeln zur Erinnerung an jüdische Personen sowie (unten) Namenstafeln |
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| Weitere Erinnerungen im
Historischen Museum |
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Fotos ehemaliger
jüdischer Gewerbebetriebe in Bayreuth |
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Pressemitteilungen
2008/09
| Aktuell April 2009
(Pressemitteilung vom 17. April 2009 [epd]) |
Bayreuther Synagoge soll restauriert werden
- Kultusgemeinde plant auch neues Kultur- und Gemeindezentrum in der Stadtmitte
Bayreuth (epd). Die Bayreuther Synagoge soll grundlegend restauriert werden. Zudem will die Israelitische Kultusgemeinde ein Kultur- und Gemeindezentrum in der Stadtmitte errichten. Das Bauvorhaben und die Renovierungspläne stellte der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Felix Gothart, gemeinsam mit Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning und Bayreuths Oberbürgermeister Michael Hohl vor.
Als ein "Jahrhundert Vorhaben für unsere Stadt" bezeichnete Oberbürgermeister Hohl die Planungen. Sie eröffneten zugleich eine neue Dimension des Miteinanders von Stadtgesellschaft und jüdischer Gemeinde. Vor dem Hintergrund der historischen Schuld in der NS-Diktatur sei das Projekt ein weiterer wichtiger Schritt der Aussöhnung und Verständigung.
Der Vorsitzende der Kultusgemeinde Gothart dankte für die breite Unterstützung des Vorhabens. Die Geschichte habe gelehrt: "Immer wenn die jüdische Gemeinde und die Stadt in Einklang miteinander lebten, stand die Stadt in hoher Blüte."
Die in der Reichspogromnacht verwüstete Bayreuther Synagoge wurde in den 60er Jahren notdürftig renoviert. Sie soll nun unter Berücksichtigung alter Pläne, aber mit avantgardistischer Handschrift, restauriert werden. Der Sakralbau ist eine der wenigen noch erhaltenen Synagogen aus der Zeit des Spätbarocks.
Das neue Kultur- und Gemeindezentrum soll nach Worten Gotharts in unmittelbarer Nachbarschaft zur Synagoge und zum Markgräflichen Opernhaus entstehen. Mit der Planung wurde das Saarbrücker Architekturbüro Wandel-Hoefer-Lorch-Hirsch ? Träger des Deutschen Städtebaupreises 2008 ? beauftragt. Vom Architektenteam stammen auch die Pläne für die Neubauten der Dresdner und der Münchner Synagoge sowie für die in Bau befindliche Kölner Synagoge.
Das benachbarte historische Münzgebäude wird künftig nach seiner Umgestaltung Sitz des jüdischen Kultur- und Gemeindezentrums sein. Das dort bisher angesiedelte Afrika-Zentrum erhält nach einem Gebäudetausch ein neues weitaus größeres Domizil in einem repräsentativen ehemaligen Bankgebäude, hieß es weiter. Geplant ist außerdem eine Mikwe, ein rituelles Tauchbad, das mit einer Gartenanlage verbunden ist. Es soll mit Grundwasser gespeist werden. Alle Planungen sollen bis zum Jahr 2013 verwirklicht werden.
Nach Mitteilung von Regierungspräsident Wenning werden sich voraussichtlich der Freistaat Bayern, die Bayerische Landesstiftung, die Oberfranken-Stiftung, die Stadt Bayreuth und weitere Institutionen an der Finanzierung beteiligen.
Bayreuths jüdische Gemeinde hat ihre Wurzeln im 13. Jahrhundert. Im nächsten Jahr blickt die Israelitische Kultusgemeinde auf ihr 250-jähriges Bestehen zurück. Sie ist damit einer der ältesten jüdischen Gemeinden in Bayern. (0690/17.04.09). |
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| Dezember 2009:
Genisa in der Synagoge entdeckt |
Pressemitteilung vom 9. Dezember
2009:
"Bei Sanierungsarbeiten entdeckt:
Wertvolle Schriften in Bayreuther Synagoge gefunden
Spektakulärer Fund in der Bayreuther Synagoge: Bei Sanierungsarbeiten sind in der Synagoge alte, religiöse Schriften und Kulturgegenstände gefunden worden.
Sie waren in einem Hohlraum unter Brettern des Dachbodens versteckt gewesen. Laut der Regierung von Oberfranken sind die in hebräischer und deutscher Sprache verfassten Schriften seit langem von Menschenhand unberührt gewesen und haben auch den Nationalsozialismus unbeschadet überstanden. Fachleute sollen die kostbaren Schriften demnächst bergen, restaurieren und historisch auswerten." |
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| Dezember 2009:
Vorstellung der Funde aus der Genisa |
Foto
links: Einen Thoragürtel präsentiert Felix Gothart, der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth. Der Gürtel gehört zu den religiösen Kultgegenständen, die jetzt auf dem Dachboden der Synagoge gefunden wurden.
Artikel von Stephan Herbert Fuchs in der "Frankenpost" vom 17.
Dezember 2009 (Artikel):
"Sensationsfund in Bayreuther Synagoge.
Schatz | Bei Renovierungen sind Arbeiter auf 250 Jahre alte Schriften gestoßen. Jetzt wartet viel Arbeit.
Bayreuth - Die Israelitische Kultusgemeinde in Bayreuth hat auf dem Dachboden ihrer Synagoge einen bedeutenden Genisa-Fund gemacht. Dabei handelt es sich unter anderem um religiöse Schriften und Kultgegenstände, deren Ursprung bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Die in hebräischer und deutscher Sprache verfassten Dokumente sind offenbar seit zweieinhalb Jahrhunderten nicht mehr von Menschenhand berührt worden und haben selbst die Schändung der Synagoge durch die Nationalsozialisten unbehelligt überstanden.
Bei der Regierung von Oberfranken spricht man von einer kleinen Sensation, der Vorsitzende der Kultusgemeinde, Felix
Gothart, bezeichnet die Dokumente als großen historischen Fund. Grund dafür ist, dass die Schriftstücke und Ritualgegenstände am Originalort in einer aktiven Synagoge aufgefunden wurden. Darüber hinaus ist eines der bereits entzifferten Dokumente auf das Jahr 1762 datiert, ungefähr das Jahr der Gründung der Bayreuther Synagoge durch den damaligen Markgrafen Friedrich. Schriftstücke und religiöse Gegenstände, die nicht mehr benötigt wurden, seien früher häufig auf Dachböden abgelegt worden, erläutert
Gothart. Hintergrund war, dass religiöse Dinge nicht einfach entsorgt oder gewaltsam zerstört werden sollten, sondern häufig regelrecht "bestattet" wurden. Deshalb habe man ähnliche Funde auch bereits auf Friedhöfen machen können.
Aufgearbeitet wird der Schatz nun vom Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim, das in der Vergangenheit bereits mehrere derartige Funde analysiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Bereits 1986 sei bei der Renovierung der dortigen Synagoge eine ähnliche Entdeckung gemacht worden, erläutert Martina Edelmann vom Museum Veitshöchheim. Viele hebräische Bücher und Stofffetzen, die heute im dortigen Museum gezeigt werden, seien damals gerade noch aus Abfallcontainern gerettet worden.
Die Entdeckung, die Felix Gothart Anfang Dezember bei einer notwendig gewordenen Freilegung von Dachbalken zusammen mit zwei Dachdeckern gemacht hatte, kommt für die jüdische Gemeinde in Bayreuth gerade rechtzeitig zu ihrem 250. Geburtstag im kommenden Jahr. Auf die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Elisabeth Singer und Beate Weinhold vom Kulturmuseum in Veitshöchheim wartet jetzt viel Arbeit. Bislang sieht der Fund nämlich relativ unspektakulär aus und gleicht eher einem staubigen Haufen. "Wir erwarten uns Schriftgut aus über 150 Jahren, das über die besondere Struktur einer städtischen Gemeinde Aussagen verspricht", so Bezirksheimatpfleger Günter
Dippold.
Museumsleiterin Edelmann weiß, dass bei Genisa-Funden immer wieder auch profane Dinge auftauchen, etwa Rechnungen, Quittungen, Schreibübungen in hebräischer Sprache bis hin zu Einkaufszetteln, die sich in die religiöse Literatur verirrt haben, aber großen Aufschluss über das alltägliche Leben der damaligen Zeit geben." |
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| März 2010:
Die Genisafunde werden ausgewertet |
Foto
links (epd-Bayern): Bergung der Schätze aus der Bayreuther Geniza: Mitarbeiterinnen des
jüdischen Kulturmuseums Veitshöchheim im Dachgebälk der barocken Synagoge.
Artikel im "Sonntagsblatt Bayern" vom 28.2.2010 (Artikel):
"Eulenspiegel und Lottoschein
Fundort Bayreuth: Was eine jüdische Gemeinde in Jahrhunderten abgelegt hat.
Was eine jüdische Gemeinde in Franken über Jahrhunderte hinweg im Dachstuhl abgelegt hat - das ist jetzt in einer
'Geniza' der Bayreuther Synagoge zum Vorschein gekommen. Selbst die Nazis haben diesen historischen Schatz nicht bemerkt, als sie in der sogenannten Reichskristallnacht wie die Vandalen über das Gotteshaus herfielen', sagt Felix Gothart, der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Bayreuth.
Seit zweieinhalb Monaten sind Spezialistinnen des jüdischen Kulturmuseums Veitshöchheim dabei, die Fundstücke aus der Geniza zu bergen. Eine Geniza ist ein verborgener Raum in alten Synagogen zur Aufbewahrung schadhaft gewordener Handschriften und Kultgegenstände. Inzwischen hat Gothart dank der Unterstützung durch den Rabbiner Senter Gaber (Bayreuth) einen ersten Überblick über die Fundstücke aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert.
König Salomon und der Buddhist. Die Bandbreite reicht von König Salomons Disput mit einem buddhistischen Mönch (etwa im Jahr 1260 in Erzählform ins Hebräische übersetzt) über kabbalistische Texte bis hin zur Trivialliteratur.
'Wir haben zum Beispiel Till Eulenspiegel und die Märchen aus Tausend und einer Nacht auf Jiddisch entdeckt', so die wissenschaftliche Mitarbeiterin Elisabeth Singer (Veitshöchheim).
Unter den Reliquien sind auch Taschenkalender aus den Jahren 1754 bis 1784, ein Judenzoll aus dem oberfränkischen Ebermannstadt und sogar ein
'hochfürstlich Anspachischer' Lottoschein aus dem 18. Jahrhundert. Eine Besonderheit stellt auch ein mystisches Amulett dar, das einer Wöchnerin ins Bett gelegt wurde, um böse Geister abzuhalten."
Foto links (epd Bayern): Hebräische Schrift auf der Rückseite eines 'höchfürstlichen
Anspachischen' Lottoscheines. |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Bayreuth Upper Franconia.
Jews appeared in 1348 after receiving permanent residence rights from the
Hohenzollern burgrave Friedrich III. The community was virtually destroyed in
the Black Death persecutions of 1348-49 and renewed after receiving a letter of
protection from Friedrich V. Bayreuth was also made the seat of the chief rabbi
(Hochmeister) of the principality. Jews engaged mainly in moneylending
and moneychanging and over the next two centuries were forced to remit debts and
leave the city a number of times in the face of local pressure. The were finally
expelled in 1564.
The community was renewed in the mid-18th century by Court Jews facing similar
threats of expulsion and various measures to limit the Jewish population, which
nonetheless grew to 79 families by 1771. A magnificent synagogue was consecrated
in 1760 and a cemetery in 1787. Conditions improved after the annexation of the
principality of Bavaria in 1810. In 1824 a Jewish public school was opened. The
population increased to a peak of 530 (total 13.530) in 1837, declining to 261
in 1933. During the Nazi era the Jews suffered from the economic boycott and in
1936, all Jewish girls were expelled from the municipal high school. Thirty-nine
Jews are known to have emigrated in the period, 25 to the United States. In
November 1938, 120 Jews remained. On Kristallnacht (9-10 November 1938)
the synagogue was vandalized and Jewish stores and homes were looted. In late
1939, 80 Jews were evicted from their apartments and crowded into a ghetto. In
27 November 1941, 60 were deported to the Riga ghetto via Bamberg; another 11
were sent to the Theresienstadt ghetto on 9 September 1942 after being expelled
to Bamberg on 12 January.
After the war, 350 refugees organized a new community in Bayreuth. Over the
years most left for Israel or the United States.

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