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in Bayreuth
Bayreuth (Kreisstadt,
Oberfranken)
Texte zur Geschichte der jüdischen Gemeinde im 19./20. Jahrhundert (bis nach
1933)
Hinweis: Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit
Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bayreuth wurden in jüdischen Periodika
gefunden; weitere Texte werden bei Gelegenheit ergänzt. Letzte Ergänzung
am 1. Januar 2012.
Übersicht:
Allgemeine Berichte zur jüdischen Gemeinde
Beschreibung und Charakterisierung der
jüdischen Gemeinde Bayreuth (1851)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" von 10. Oktober 1851: "Mein
nächstes Ziel war die Kreishauptstadt
Bayreuth, welche eine zahlreiche
gebildete israelitische Gemeinde in ihrem Mauern hat. Herr Rabbiner Dr.
Aub, früher von der Orthodoxie angeklagt und verfolgt, erfreut sich jetzt
der ungeteilten Hochachtung und des vollen Vertrauens seiner ganzen
Gemeinde. Ein konsequentes ernstes Streben mit Rechtschaffenheit gepaart
und von einem guten Charakter getragen, findet am Ende immer Anerkennung,
während religiöse Wackelmännerei allem Gute die Grube gräbt. Dr. Aub
erteilt am dortigen Gymnasium Unterricht und wird, wie mir von einer
treffenden christlichen Persönlichkeit mitgeteilt ward, in die engeren
Zirkel und Kränzchen der dortigen Professoren etc. gezogen. In der Person
des Herr Ebert besitzt die Gemeinde einen so geschickten Lehrer wie
ausgezeichneten Vorsänger, und mag noch als Kuriosum erwähnt werden,
dass die Kantoren der vier in der Stadt lebenden Konfessionen häufig mit
einander Quartette in gebildeten kreisen singen. (Anm.: Bei einem solchen
Vortrag im Kasino machte ein hochgestellter Beamter den Witz: ‚Der Jude
ist doch überall der Erste!’ Herr Ebert sing nämlich ersten Tenor")
Bei der am andern Tage meiner Anwesenheit stattgefundenen Schulprüfung
wurden unter Anderem auch drei Exemplare von Krämers ‚jüdischen Erzählungen’
als Preisbücher verteilt. – Die Synagoge, großartig, jedoch finster
und verfallen aussehend, wird demnächst einer umfassenden Verschönerung
unterworfen werden. Auf der nahen ‚Eremitage’ hat Seine Majestät
gerade zu jener Zeit das Gesetz über die Abschaffung der juridischen
Ausnahmsgesetze gegen die Juden durch seine Unterschrift sanktioniert. Bei
der allgemeinen Vorstellung war auch Dr. Aub zugezogen worden, und Seine
Majestät geruhten sieben Fragen über persönliche und allgemeine Verhältnisse
an denselben zu richten." |
Antisemitismus in
Bayreuth (1880 / 1925)
Auseinandersetzung mit antisemitischen
Regungen in Bayreuth
(1880)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. September 1880: "Bayreuth, 1. September (1880). Die ‚Germania’ vom 30. August enthält
einen Artikel, den sie ‚Zur Judenherrschaft’ betitelt. Man erwartet
natürlich irgendetwas Schreckliches, das die Herrschaft der Juden über
das deutsche Reich dokumentiert. Es ist übrigens weiter nichts, als dass
der Magistrat zu Bayreuth den Viehmarkt vom 6. September, dem jüdischen
Neujahrsfeste, auf den 8. auf Gesuch einiger israelitischer Handelsleute
verlegt hat. Ist dies nicht eine unerträgliche Judenherrschaft?! Schade
nur, dass die Juden diese Herrschaft bereits vor 100 und 200 Jahren ausübten,
ohne dass daraus der geringste Schade entstand. Die Sache liegt nämlich
ebenso im Vorteil der christlichen Viehbesitzer, wie der jüdischen Viehhändler.
Bekanntlich hat der deutsche Reichstag etwas mehr Bedeutung als der
Bayreuther Viehmarkt und Niemand findet, wenn der Reichstag an einem
katholischen Feiertag keine Sitzung hält, hierin eine
‚Katholikenherrschaft,’ sondern nur eine natürliche Billigkeit und Rücksichtnahme.
Wir würden hiervon gar keine Erwähnung tun, wenn es nicht zu
charakteristisch wäre, wie weit der Fanatismus die Verblendung bis ins
Kleinste treibt!" |
Kritisches
zu Richard Wagner und seinen "Jüngern" (1880)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14.
Dezember 1880: "Bayreuth, im November (1880). Wenn die
eifrigen Jünger Richard Wagners noch nicht von dem Geisteszustande ihres
Meisters überzeugt sind, so können sie es reichlich durch einen Aufsatz
werden, welcher das zehnte Stück der 'Bayreuther Blätter' vom gedachten
Dichterkomponisten über 'Religion und Kunst' enthält, und der auch als
Broschüre erscheinen soll und erschienen ist. Wie Richard Wagner bis
jetzt als Regenerator der Musik, wenigstens der deutschen Musik und
Dramatik, aufgetreten, so spielt er sich jetzt als Regenerator des ganzen
Menschengeschlechts auf. Diese Wiedergeburt in religiöser, sittlicher und
sozialer Beziehung sieht er im - Vegetarianismus, d.h. in der alleinigen
Ernährung Pflanzenkost. Die Führung bei dieser Wiedergeburt soll deshalb
der Verein der Vegetarianer mit den Mäßigkeits- und Tierschutz-Vereinen
in Verbindung mit gut geleiteten sozialistischen Arbeitervereinen
übernehmen. Judentum und Christentum sind nach Richard Wagner dem
Untergange verfallen, weil sie die Sünde an den Genuss einer Frucht
knüpfen und Gott mehr Wohlgefallen an den Opferlämmern Abels als an den
Früchten Kains gehabt haben soll. Jesus habe die menschlichen Genüsse
auf Brot und Wein beschränken wollen, (und das Passahkamm, von dem er
genoss?), aber seine Jünger folgten ihm nicht. Pythagoras war der einzige
richtige Philosoph des Altertums, da er die Pflanzennahrung empfiehlt. Er
frägt: was einem fleischessenden Publikum die Pastoralsymphonie sein
könne? (aber Beethoven aß doch Fleisch'?). Es ist vorauszusetzen, dass
Richard Wagner kein Fleisch genießt; dies hat ihn aber nicht vor
fleischlichen Sünden geschützt, auch nicht vor dem Gelüste,
fleischliche Verbrechen, z.B. Blutschande, auf den Brettern zur
Darstellung zu bringen. Vielleicht hält er dies für ein Element der
zukünftigen Sittlichkeit." |
Der Begründer des Rassenantisemitismus Houston Stewart Chamberlain feiert seinen 70.
Geburtstag in Bayreuth (1925)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. November
1925: "(Das Jubiläum des Rassenantisemitismus). Am 9. September
(1925) beging in Bayreuth der Begründer des Rassenantisemitismus H. St.
Chamberlain seinen 70. Geburtstag und mit ihm der Rassenantisemitismus
selbst sein Jubiläum. Die Zeitungen stellten fest, dass der Lärm, der
seinerzeit beim Erscheinen von Chamberlains Hauptwerk 'Grundlagen des 19.
Jahrhunderts' entstanden war, nunmehr verrauscht ist, und dass es um
diesen Mann, der Europa sein Weltbild aufoktroyieren wollte, still geworden
ist. Sein ganzes System habe sich als verstiegener Journalismus entpuppt.
Die 'Vossische Zeitung' schreibt: 'Die Maßlosigkeit dieses Engländers,
der sich 1916 in Bayern naturalisieren ließ und den alldeutschesten
Alldeutschen an Beschränktheit in seinen politischen Einsichten
übertraf, hat manchen Verehrer seiner schwungvollen Darstellung großer
Männer und Epochen abgekühlt. Der Geist dieses Mannes trug von
vornherein Scheuklappen, die ihn am fachlichen Segen hinderten. Die
Rasse-Idee verwirrte seinen Kopf, er wurde Germanomane.'" |
Berichte zum Rabbinat in Bayreuth
Bereits im 18. Jahrhundert war Bayreuth Sitz eines Rabbiner. Die bis in die
1820er-Jahre hier tätigen Rabbiner waren jedoch als "Vize-Rabbiner"
dem Landesrabbiner in Baiersdorf
unterstellt. Darunter waren der Ende des 18. Jahrhundert in Bayreuth tätige Rabbiner
Samuel Kohn und der 1827 in Bayreuth verstorbene Rabbiner Wolf Schwab
(genannt Wolf Fellheimer). 1827 war Rabbiner Uri Löw Veitel Rabbinatsverweser
in Bayreuth, jedoch von der Regierung nicht bestätigt, da er kein
Universitätsstudium hatte (ab 1833 Rabbiner in Dittenheim).
Seit 1829 war Bayreuth Sitz eines bayerischen Distriktsrabbinat.
Distriktsrabbiner in Bayreuth waren:
 | 1829 bis 1852 Rabbiner Dr. Joseph Aub (geb. 1804 in Baiersdorf,
gest. 1880 in Berlin): studierte an der Jeschiwa in Fürth, danach an den
Universitäten Erlangen und München; 1829 bis 1852 Distriktsrabbiner in
Bayreuth; 1852 bis 1866 Rabbiner in Mainz (Einweihung der dortigen Synagoge
am 24. März 1853); 1866 Rabbiner in Berlin, zugleich Dozent an der
Veitel-Heine-Ephraimschen Lehranstalt; 1879 Ruhestand. |
 | 1853 bis 1857 Rabbiner Dr. Israel Schwarz (geb. 1828
in Hürben, gest. 1875 in Köln): studierte bei verschiedenen Rabbinern
(darunter bei seinem Vater Rabbiner Hayum Schwarz), 1846 an der Universität
Heidelberg, Promotion 1851 in Jena; 1853 Distriktsrabbiner in Bayreuth, 1857
Rabbiner in Köln (1861 Einweihung der Synagoge in der Glockengasse). |
 | 1859 bis 1873 Rabbiner Dr. Julius Fürst (geb. 1826
in Mannheim, gest. 1899 ebd.): studierte in Heidelberg; 1848 Stelle an der
Mannheimer Klaus und Lehrer an der höheren Bürgerschule; 1854 Rabbiner in Endingen
(Schweiz), 1858 Rabbiner in Merchingen,
1859 Distriktsrabbiner in Bayreuth, 1873 Prediger und Religionslehrer in
Mainz, September 1880 Klausrabbiner in Mannheim. |
 | 1880 bis 1911 Rabbiner Dr. Salomon Kusnitzki (geb.
1846 in Kempen, Posen, gest. 1917 in Breslau): studierte 1864 bis 1874 in
Breslau; 1874 Rabbinatsassessor und Leiter der Religionsschule in
Braunschweig, 1880 bis 1911 Rabbiner in Bayreuth, seit 1897 zugleich
Rabbiner von Sulzbach und ab
1902 Hof; 1911 Ruhestand; lebte danach in Breslau. |
 | 1912 bis 1936 Rabbiner Dr. Benjamin Falk Felix Salomon
(geb. 1876 in Breslau, gest. 1940 in London): studierte in Berlin und
Breslau; 1909 bis 1912 Rabbiner in Laubenburg, Pommern, 1912 bis 1936
Distriktsrabbiner in Bayreuth; nach Auflösung des Bezirksrabbinates
Bayreuth und Zusammenlegung mit dem Rabbinat Regensburg-Neumark ab April
1939 Dienst- und Wohnsitz in Regenburg; 1939 Emigration nach England, kam
bei einem Luftangriff ums
Leben. |
Überlegungen anlässlich des Wegzuges von Dr. Aub (1852),
"wodurch Bayern einen seiner intelligentesten Rabbinen verliert"
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung der Judentums" vom 15. November 1852: "Herr
Rabbiner Dr. Aub in Bayreuth erhält das Rabbinat in Mainz, wodurch Bayern
einen seiner intelligentesten Rabbinen verliert. Dem sichern Vernehmen
nach beabsichtigt die Gemeinde Bayreuth, die Religionsschullehrerstelle
mit der des Rabbinats zu verbinden, was in solchen Gemeinden, welche
keinen eigenen deutsch-israelitischen Lehrer besolden können oder mögen,
Nachahmung verdient. Von dem Ertrag beider Stellen vermag doch eine
Familie auskömmlich zu leben, und die Klagen über die ‚Beschäftigungslosigkeit’
der Rabbinern und die Belastung der Gemeinde mit ‚Brödlingen’ hat ein
Ende. Ein Doppeltes aber möchten wir hierbei zu bedenken geben. Einmal:
Die Pädagogik ist eine Wissenschaft und ihre Ausübung eine Kunst, was
man Alles nicht zum Zusehen, noch weniger als Inspektor einer Schule
lernt, und wenn auch Einzelne ohne berufliche Vorbereitung Alles leisten,
wie denn auch die Leistungen des Herrn Dr. Aub während seiner Verwesung
der dortigen Schule das Motiv zu der projektierten Vereinigung wurden, so
möchte es doch gerechten Bedenken unterliegen, Theologen so brevi manu zu
Jugendlehrern zu machen. Zum andern möchte noch zu erwägen sein, dass
ein solcher Rabbiner-Lehrer zugleich sein eigener Schulinspektor wäre,
wie er auch als Rabbiner keinen Vorgesetzten hat." |
Neubesetzung der Rabbinatsstelle 1852
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Dezember 1852: "Aus
Bayern, Ende November (1852). In Bayreuth werden in den nachfolgenden drei
Sabbaten die Herren DD. Guggenheimer und Schwarz, Söhne der Rabbinen von
Kriegshaber und Hürben, und Herr Dr. Werner, Substitut in
Adelsdorf,
Probepredigten halten. Letzterer war auch Bewerber um Kissingen, blieb
aber mit 147 Stimmen in der Minorität gegen Herrn Dr. Lippmann, für
welchen die ‚Frauen’ ihre vielvermögende, mittelreiche Tätigkeit
einsetzten. Die Wahl wird übrigens bedeutend angestritten. Gott gebe nur,
dass wir nicht eine zweite Auflage der Welbhäuser Rabbinatswahl –
bestechlichen Andenkens – erleben. Dr. Lippmann, dermalen im Auslande
lebende, und irren wir nicht, Herausgeber |
einiger Schriften Aben Esra’s
ist übrigens jener Bewerber nicht, von welchem ich früher berichtete, er
werde der Anforderung, verderblicher Neologie nicht zu huldigen, vor Allem
entsprechen. Es war darunter ein schwäbischer Rabbi gemeint, der sich
jenes Rabbinat selbst zugeteilt hatte. |
Zum
Tod von Rabbiner Dr. Joseph Aub (Rabbiner in Bayreuth von 1830 bis 1850; Bericht
von 1880)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Juni 1880:
"Berlin, 25. Mai (1880). So ist abermals ein Veteran des
zeitgenössischen Rabbinismus heimgegangen! Am 22. verschied sanft
Rabbiner Dr. Joseph Aub im 76. Lebensjahre. Geboren 1805 zu Baiersdorf
bei Erlangen, fungierte er zuerst als Rabbiner in Bayreuth (1829-1852),
sodann in Mainz und seiner 1866 in Berlin, wo er vor einigen Jahren in den
Ruhestand trat. Seine literarischen Arbeiten sind nicht umfänglich,
zeugen aber von der Gesinnungstätigkeit und Sachkenntnis ihres
Verfassers. Sie sind wie seine 'Betrachtungen und Widerlegungen', 2 Hefte
(1839) und spätere Broschüren polemischen Inhalts auf
theologischem und staatsrechtlichem Gebiete. Im Jahre 1846 gab er eine
Wochenschrift 'Sinai' heraus, die er jedoch bald wieder aufgab. Seine
letzte Schrift, eine Religionslehre auf wissenschaftlichem Grunde hat
Wert. Aub gehörte zu der Schule der Reformer, welche bei aller
Selbständigkeit doch die Reformen an das Herkommen und an Aussprüche der
Talmudisten anzuknüpfen suchen. Er nahm, an den Rabbinerversammlungen
keinen Anteil, desto lebhafteren an den beiden Synagoge, wo er als
Referent tätig war. Bei allem Ernst seines Strebens hatte er einen
humoristischen Zug, der ihn im geselligen Verkehre sehr liebenswürdig
machte. - Gestern Vormittag fand die Beerdigung statt. In der großen
Synagoge unter Teilnahme einer die weiten Räume dich füllenden |
Besetzung der Rabbinatsstelle mit Rabbiner Dr.
Israel Schwarz
(1853)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Januar 1853: "Die
Stelle des Herrn Rabbinen Dr. Aub in Bayreuth – welchem seine Gemeinde
vor seinem Abgang ein großartiges Diner veranstaltete und mit einem sehr
anerkennenden Dankschreiben ein silbernes Brettspiel übergeben hatte –
erhielt der Kandidat Herr Dr. Schwarz aus Hürben auf ein Jahr – wie
fürsichtig!
– und mit der Religionslehrerstelle verbunden. Herr Dr. Guggenheimer,
welcher auch probepredigen sollte, wurde abtelegrafiert. Auch Herr Dr.
Aub hatte seinerzeit etliche telegraphische Depeschen aus Mainz
erhalten. Bei einem anderen Rabbinen ist die erwartete Wahldepesche
ausgeblieben. Sie sehen, Herr Redakteur, unsere rabbinischen
Angelegenheiten gehen nolens volens per Telegraph und das ist gut, denn
nun ist Hoffnung vorhanden, dass auch andere rabbinische … wieder mehr
gang und gäbe werden. Wir machen daher den unmaßgeblichen Vorschlag, auf
jedem rabbinischen Studierzimmer ein kleines Telegraphenbüro zu
errichten, dessen Drähte nach den entfernten Filialen in die Hintergebäude
der Gemeindevorsteher zu leiten wären. Dirigieren und inspizieren kann ja
jeder Rabbine ex officio ; auch die allerkonservativsten sind dies gern, und die Kosten könnten aus den Ersparnissen der beliebten Anschließungen,
sowie aus dem Erlös für koscher gesprochene Hühner etc. bestritten
werden." |
Rabbiner Dr. Joseph Aub wechselte von Mainz nach
Berlin 1866
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. März 1866: "Mainz, den 25. März
(1866). Die israelitische Gemeinde zu Berlin hat dem ersten Rabbiner der
hiesigen (Reform-)Gemeinde, Herrn Dr. Joseph Aub, die dort erledigte
Predigerstelle übertragen.
Herr Dr. Aub, der vor seinem Amtsantritte in Mainz bereits 23 Jahre in dem
bayerischen Städtchen Bayreuth fungiert hat, ist einer der ältesten
Reformrabbinen. Schon im Jahre 1836 wollte er, wie ein in Altona
herausgegebenes jüdisches Blatt berichtete, bei Gelegenheit einer Synode
das Sabbatgesetz bedeutend modifiziert wissen, und den Staatsangestellten
erlauben, am Sabbat zu schreiben. In den wenigen von ihm edierten
Schriften und Aufsätzen spielt die Verhöhnung und Verspottung des
Talmuds und der Talmudisten eine Hauptrolle.". |
Ausschreibung der Stelle des Rabbiners (1880)
Anzeige in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. September 1880: "Rabbiner-Vakanz.
Die Rabbiner- und Predigerstelle in unserer Gemeinde
soll wieder besetzt werden. Bewerber, welche geeignet befähigt und den
Nachweis über religiösen Lebenswandel und Diplome von glaubwürdigen
Autoritäten, sowie des akademischen Triennians liefern können, wollen
sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse baldigst bei uns melden. Der
festgesetzte Jahresgehalt beträgt 2.100 Mark, Kasualien sind nicht mit
eingerechnet.
Bayreuth, 14. September 1880. Die
Vorsteher". |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Oktober
1880: "Rabbiner-Vakanz.
Die Rabbiner- und Predigerstelle in unserer Gemeinde soll wieder besetzt
werden. Bewerber, welche geeignet befähigt und den Nachweis über
religiösen Lebenswandel und Diplome von glaubwürdigen Autoritäten,
sowie des akademischen Triennians liefern könnten, wollen sich unter
Einreichung ihrer Zeugnisse baldigst bei uns melden. Der festgesetzte
Jahresgehalt beträgt 2.100 Mark, Kasualien sind nicht mit
eingerechnet.
Bayreuth, 14. September 1880. Die Vorsteher."
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25-jähriges Amtsjubiläum von Rabbiner Dr. Salomon Kusnitzky (1906)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. März 1906: "Bayreuth, 2. März (1906). Gestern hat unter lebhafter Anteilnahme
nicht nur der israelitischen Gemeinde, sondern auch der weitesten kreise
der Bayreuther Bevölkerung, Rabbiner Dr. Salomon Kusnitzky sein 25jähriges
Amtsjubiläum gefeiert. Die allgemeine Verehrung und das hohe Ansehen,
dessen sich der Jubilar mit Recht erfreut, kamen sehr lebhaft zum
Ausdruck. Vor allem bei dem Gottesdienst in der Synagoge, zu dem außer
der israelitischen auch die Vertreter der Stadtgemeinde zahlreich
erschienen waren. In der Predigt gab der Jubilar, seinen Worten den
gleichen Text unterlegend, mit dem er sich vor 25 Jahren in der hiesigen
Gemeinde eingeführt hatte, ein Bild seiner reichen und gesegneten Tätigkeit.
Der Dank, den er für die Unterstützung seiner Bestrebungen der Gemeinde
aussprach, mag ihm füglich von der Gemeinde verdoppelt zurückgegeben
werden. Im Laufe des Tages folgten der Feier in der Synagoge eine lange
Reihe von Ehrungen, viele Glückwunschschreiben und Telegramme, darunter
auch jenes des Bürgermeisters Dr. Casselmann, der zurzeit in München
weilt. Regierungspräsident Freiherr von Roman hatte in einem
Handschreiben namens der Regierung von Oberfranken besonders warm und
herzlich gratuliert. Im Laufe des Vormittags erschien dann zur Gratulation
und zur Überreichung eines wundervollen Blumenarrangements die Deputation
der beiden städtischen Kollegien mit Rechtsrat Preu an der Spitze. Sodann
überbrachte die Deputation der israelitischen Gemeindeverwaltung ihre Glückwünsche
und Festgabe. Antiquar Seligsberg verlieh als Führer der Deputation den
Gefühlen Ausdruck, von denen die Gemeinde für ihren Rabbiner beseelt
ist. Eine Deputation der städtischen höheren Mädchenschule mit dem
Lehrerkollegium überreichte einprächtige Blumenspende, die Deputationen
der übrigen Schulen, an denen der Jubilar wirkt, schlossen sich an. Mit
einem silbernen Pokal als Ehrengabe erschien eine Abordnung der dem
hiesigen Rabbinate angeschlossenen auswärtigen Gemeinden. Persönlich
erschienen zum Glückwunsch die Vorstände der Schulen, an denen der
Jubilar lehrt. Auch die Direktion der Gefangenenanstalten, an denen dem
Jubilar die Seelsorge übertragen ist, brachte ihren Glückwunsch dar. Am
Abend war eine Familienunterhaltung zu Ehren des Jubilars im Ankersaal
arrangiert worden. Auch hierbei waren die städtischen Kollegien
vertreten. Manches herzliche Wort ward da gesprochen. Die Herren Dr.
Holzinger und Dr. Klein dankten in warmen Worten dem verehrten früheren
Lehrer. Dr. Kusnitzky selbst erhob sein Glas auf das Blühen und Gedeihen
der ihm anvertrauten und am Herzen liegenden Jugend und dankte dann den
staatlichen und städtischen Behörden für ihre warme Anteilnahme nicht
nur an diesem Fest, sondern auch überhaupt an der israelitischen
Kultusgemeinde. Rechtsanwalt Fröhlich wiederholte namens der
Stadtgemeinde die herzlichsten Glückwünsche und verwies mit recht auf
die bewährte Toleranz, die in Bayreuth herrsche und wohl für immer
erhalten bleiben möge. So klang das schöne Fest ebenso würdig aus, wie
es begonnen hatte." |
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Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 23. Februar
1906: "Bayreuth. Herr Rabbiner Dr. Kusnitzki begeht am 1.
März sein 25-jähriges Jubiläum als Rabbiner unserer Gemeinde. Der
Jubilar ist ein Zögling des Breslauer Rabbiner-Seminars und fungierte von
1874-81 als zweiter Rabbiner in Braunschweig." |
Rabbiner Dr. Kusnitzky verlässt Bayreuth (1911)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Oktober 1911: "Nach 30jähriger Tätigkeit in der israelitischen Kultusgemeinde
Bayreuth scheidet Rabbiner Dr. Kusnitzky. Er gedenkt mit seiner Familie
nach Breslau überzusiedeln. Dr. Kusnitzky hat sich als Seelsorger wie
auch sonst hier allgemeines Vertrauen und Wertschätzung erworben." |
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Artikel im
"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. Oktober 1911: "Bayreuth. Rabbiner Dr. Kusnitzky geht nach 30jähriger Tätigkeit in
Pension und zieht nach Breslau". |
Einführung
von Rabbiner Dr. Felix Salomon in das Rabbineramt in Bayreuth (1912)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25.
September 1912: "Bayreuth. Rabbiner Dr. Salomon, bisher
in Lauenburg (Lębork) in Pommern, ist in sein hiesiges Amt feierlichst eingeführt
worden." |
Das Rabbinat Bayreuth wird aufgelöst
beziehungsweise mit dem Rabbinat Regensburg - Neumarkt verbunden (1936)
Artikel
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Mai
1936: Aus der Gemeinde Bayreuth. Veränderung des
Rabbinats. Dem Zuge der Zeit folgend hat nun auch das seit mehr als 100
Jahren bestandene Stadtrabbinat Bayreuth infolge der durch die
Verhältnisse herbeigeführten geschwächten Leistungsfähigkeit der
Gemeinde Bayreuth zu bestehen aufgehört. Das Rabbinat hat sich mit dem
ebenfalls erst seit einigen Jahren als einheitliches Bezirksrabbinat
bestandenen Rabbinate Regensburg - Neumarkt i.O. zu einem neuen
Bezirksrabbinate verschmolzen.
Herr Rabbiner Dr. F. Salomon hat als neugewählter Rabbiner des
erweiterten Bezirkes seinen Wohnsitz nach Regensburg verlegt. 24 Jahre
lang hatte er in gesegneter Tätigkeit in seiner bisherigen Gemeinde
gewirkt, in der er sich in jeder Weise, auch durch enge persönliche und
seelsorgerische Fühlungnahme mit den Gemeindemitgliedern und als von
seinen Schülern sehr verehrter Lehrer, bewährt hatte.
Die Gemeinde, zu der er übrigens auch von Regensburg aus zukünftig in
näherer Fühlung bleiben soll, sah ihn mit allseitigem lebhaftem Bedauern
scheiden. Ihre besten Wünsche begleiten ihn in seinen neuen erweiterten
Wirkungskreis." |
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer und anderer Angestellten der Gemeinde
25-jähriges Dienstjubiläum des Lehrers und Kantors Simon
Dachauer (1894)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1894: "Bayreuth, 6.
August (1894). Die am Samstag stattgehabte Feier zu Ehren des 25jährigen
Dienstjubiläums des Herrn Lehrers und Kantors Simon Dachauer gestaltete
sich zu einer sehr erhebenden. Dieselbe nahm mit einem Gottesdienste in
der Synagoge ihren Anfang. Das Vorbeterpult war mit einem Kranze lebender
Blumen geschmückt, zu beiden Seiten der Kanzel Blattpflanzen aufgestellt.
Ein der Feier angepasster Choral wurde hierauf gesungen. Herr Rabbiner Dr.
Kusnitzky sprach sodann, anschließend an den verlesenen Abschnitt aus der
Tora (hebräisch und deutsch) ‚So jemand ein Gelübde tut dem Ewigen
oder schwört einen Schwur, seine Seele zu binden, soll er sein Wort nicht
entheiligen’, Worte der höchsten Anerkennung für die segensreiche
Wirksamkeit des Herrn Jubilars, der sein Wort im wahrsten Sinne des Wortes
voll eingelöst habe. Im weiteren Verlaufe seiner tief empfundenen Rede
wandte Herr Dr. Kusnitzky die Worte aus Daniel 12,3 auf den Gefeierten an:
(hebräisch und deutsch) ‚Die weiser machen, werden glänzen, wie der
Glanz des Himmels; die, welche Viele tugendhafter machen, wie die Sterne
immer und ewig.’
Nach Schluss des Gottesdienstes begab sich eine Deputation der
Kultusgemeinde, bestehend aus den beiden Herren Vorständen und zwei
Verwaltungsmitgliedern in die Wohnung des Herrn Jubilars, worauf Herr
Seligsberg eine Ansprache an denselben hielt, in der er ausführte, es
gereiche ihm zur besonderen Ehre, im Auftrage der Kultusgemeinde die
besten Wünsche zu überbringen. Namentlich hob Herr Seligsberg als die größte
Tugend des Herrn Jubilar hervor, dessen friedliches Zusammenwirken mit der
Gemeinde, das während dessen langer Wirksamkeit durch keinen Hauch getrübt
worden sei. Herr Redner überreichte sodann in verschlossenem Kuvert Herrn
Dachauer ein ansehnliches Geldgeschenk der Kultusgemeinde. Der Jubilar
dankte tief gerührt für die ihm erwiesenen Ehren. Bald darauf erschien
Herr Rabbiner Dr. |
Kusnitzky
in der Wohnung des Herrn Jubilars und sprach im Namen der Eltern, der Schüler
und Schülerinnen den wärmsten Dank aus und ließ durch seine Tochter
Zilli Herrn Dachauer einen wertvollen silbernen Tafelaufsatz und eine
prachtvolle Tischdecke überreichen. Auf dem Tafelaufsatze sind die Worte
eingraviert: ‚Dem geliebten Lehrer von seinen Schülern und Schülerinnen.’
Auch verschiedene Glückwunschschreiben wurden Herrn Dachauer überbracht,
so vom Stadtmagistrate Bayreuth, dem Bezirkslehrerverein Bayreuth und
anderen Kollegen.
Abends sechs Uhr fand in der Schobert’schen Wirtschaft ein von der
Kultusgemeinde gegebenes Souper statt, bei welchem es an ehrenden Toasten
für den Herrn Jubilar nicht fehlte. Herr Dr. Kusnitzky und der Vorstand
der Gemeinde Herr Luitpold Kurzmann eröffneten den Reigen. Beide würdigten
die Verdienste des Herrn Jubilars als Lehrer und Kantor in der wärmsten
Weise, sein bescheidenes friedfertiges Wesen nochmals besonders betonend.
Herr Dachauer dankte innig für alle ihm widerfahrenen Ehrungen. Eine
Reihe von Toasten folgt noch, und die Versammlung blieb bis zu später
Stunde in gemütlicher Vereinigung beisammen. Es war in der Tat ein schönes
Fest, welches dem Gefeierten sowohl, als der Kultusgemeinde zur hohen Ehre
gereichte.
M. Silberschmidt." |
Ausschreibungen der Stelle des Schächters
und Synagogendieners / Hilfsvorbeters 1875 / 1902
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. Juni 1875: "Annonce. Die Stelle eines Schächters, der die Funktion eines
Synagogendieners mit zu versehen hat, wird bis zum 1. August dieses Jahres
in hiesiger Gemeinde vakant. Geeignete Bewerber, die aber nur von
anerkannten Autoritäten auf den Schächterdienst geprüft sind, wollen
sich sofort unter Einrichtung ihrer Zeugnisse an den unterzeichneten
Vorstand wenden. Fier Gehalt 945 Reichsmark mit nicht unbedeutendem
Nebeneinkommen.
Bayreuth, am 25. Mai 1875. Der Vorstand der israelitischen
Kultusgemeinde". |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. September 1902: "Zur
Vertretung des hiesigen zeitweise verhinderten Schochets, suchen wir zum
sofortigen Antritt einen mit der nötigen Qualifikation versehenen Schochet, der erforderlichenfalls an den hohen Feiertagen Vorbeterdienst
versehen kann. Vorstandschaft der israelitischen Kultusgemeinde.
Bayreuth". |
Zum 61. Geburtstag des langjährigen Vorstehers und
ehrenamtlichen Vorbeters D. W. Wilmersdörfer ( 1879)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1879: "Bayreuth, 1. Juni
(1879). Die hiesige Gemeinde hat ihren langjährigen Vorsteher und
ehrenamtlichen Vorbeters an hohen Festtagen, Herrn D. W. Wilmersdörffer
zu seinem 61. Geburtstage einen schön gearbeiteten Pokal mit Untersatz,
beide von Silber, gewidmet. – Auch Erew
Schawuot wurde diese Ehrengabe dem Gefeierten durch eine Deputation
von Vorstands- und Ausschussmitgliedern überreicht. Herr Vorsteher und
Fabrikant Bettmann sprach in beredten Worten Herrn Wilmersdörffer den
Dank der Gemeinde für seine seltene Hingebung und Förderung aller
Gemeinde-Interessen aus und schilderte die vielseitigen verdienst, die er
sich während seiner Funktionszeit als Vorsteher und ehrenamtlicher
Vorbeter in hiesiger Gemeinde erworben hat.
Mögen Herrn Wilmersdörffer noch viele Jahre gegönnt sein, zum Heile der
Gemeinde wirken zu können, und möge ihm Gott in seiner Gnade hiezu Kraft
und Gesundheit im reichen Maße verleihen!
D….r." |
Der Kultusbedienstete M. Silberstein feiert sein 25-jähriges
Dienstjubiläum (1900)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. August
1900: "Bayreuth, 8. August (1900). Am 1. August feierte Herr
M. Silberstein sein 25-jähriges Jubiläum als Kultusbediensteter der
hiesigen israelitischen Kultusgemeinde. Aus Anlass dieser Feier war der
Platz des Jubilars in der Synagoge mit Blumen geschmückt. Am Samstag
überbrachten ihm in der Wohnung Herr Rabbiner Dr. Kusnitzky sowie eine
Deputation der Kultusgemeinde die Glückwünsche der Gemeinde und sprachen
ihm unter Worten ehrender Anerkennung den Dank für die allzeit bewiesene
treue Pflichterfüllung aus, wofür der Gefeierte bewegten Herzens dankte.
Die Kultusgemeinde ließ ihm mehrere Geschenke überreichen: einen Pokal
und eine Prachtbibel, ein Meisterstück an Ausstattung und
Illustration". |
Lehrer Dachauer tritt in
den Ruhestand (1910)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 11. November 1910: "In Bayreuth trat nach 40-jähriger
Dienstzeit Lehrer Dachauer in den Ruhestand."
|
Lehrer und Kantor
Simon Rau
verlässt Bayreuth (1927)
Anmerkung: es handelt sich um den Lehrer Simon Rau, ein Sohn des Lehrers
Abraham Rau in Hirschaid war; Simon Rau war
1925 bis 1927 Lehrer in Bayreuth, danach bis 1939 in Weißenfels. Ende 1939
konnte er über Holland in die USA emigrieren. Zur Erinnerung an ihn besteht in
Weißenfels seit 2008 das "Simon-Rau-Zentrum".
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. Juli 1927: "Lehrer und Kantor Rau in Bayreuth verließ
nach zweijähriger Dienstzeit seine dortige Stelle, um einem an ihn
gelangten Ruf nach Weißenfels an der Saale zu
folgen." |
Bezirkskonferenz der Lehrer des Bezirkes Nordoberfranken unter
Leitung von Bezirksrabbiner Dr. Salomon (1929)
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. März 1929: "Bezirkskonferenz Nordoberfranken. Seit
etwa zwei Jahren besteht auch in Nordoberfranken eine Bezirkskonferenz,
deren wissenschaftliche Leitung in den Händen des Herrn Bezirksrabbiners
Dr. Salomon (Bayreuth) liegt. Trotz der Schwierigkeit, die durch die
große räumliche Entfernung verursacht ist, finden regelmäßig jeden
Monat die Konferenzen in Bayreuth statt. Den Mittelpunkt der
Konferenzen bildet selbstverständlich das 'Lernen'. In abwechselndem
Vortrag der Mitglieder werden Mischnah und Chaje odom behandelt. Aus dem
ersten Gebiete wurden im abgelaufenen Jahre die Traktate 'Psochim' und 'Brochaus'
gelernt, während aus dem zweiten die Dinim über Chanukkah und Pesach zur
Behandlung standen. Daneben stehen auf jeder Tagung
pädagogisch-methodische Fragen, in Form von Referaten, zur Erörterung.
Es sprachen, Bezirksrabbiner Dr. Salomon (Bayreuth) mit großer
Sachkenntnis und Gründlichkeit über das Thema 'Die Entstehung des
Christentums als Unterrichtsstoff im jüdischen Geschichtsunterricht'. Steinbock,
Burgkunstadt erfreute die
Teilnehmer des öfteren durch den tiefgründigen Vortrag eines Blattes
Gemoro. Seeliger (Lichtenfels)
zeigte durch Ausarbeitung von Schiur-Vorträgen, wie dieses Gebiet
erfolgreich gestaltet werden kann und der Unterzeichnete hielt ein Referat
über den hebräischen Sprachunterricht und unterzog anschließend daran
die Fibeln von Mandelbaum (Hamburg) und Abraham (Berlin) einer eingehenden
Kritik. Die Besprechungen von jüdischen Gegenwartsproblemen und Standes-
und Berufsfragen bereichern den Verhandlungsstoff in angenehmer Weise. Dem
Herrn Bezirksrabbiner Dr. Salomon sei auch an dieser Stelle für seine
vortreffliche Leitung herzlicher Dank ausgesprochen. Leopold Weil."
|
Berichte aus
dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben
Gründung eines "Lesevereines" durch Rabbiner
Dr. Aub (1838)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. März 1838: "Bayreuth, 14. Februar (1838). Endlich ist es unserem Herrn Rabbinen,
Dr. Aub, gelungen, einen Leseverein zu bilden, der sich auf populäre
Zeitschriften und auf das Judentum Bezug habende Bücher beschränken
wird. Dass wir eines solchen Vereines bis auf diese Stunde entbehrten,
darf Sie nicht sehr befremden; denn trotz dem, dass die hiesige
israelitische Gemeinde über 70 Familien zählt, ist der Gemeinsinn unter
den hiesigen Israeliten so dünne gesät, dass in vielen Jahren kaum noch
auf diesem Felde eine segensreiche Ernte zu erwarten steht. Möge diese
neue Gründung recht lange Bestand haben und das erwünschteste Resultat
erzielen. Dem Leseverein zu Floß, dessen
in dieser Zeitung schon Erwähnung geschehen, hat sich nun auch ein
Gesellschafts- und Wohltätigkeits-Verein angeschlossen, der jedoch erst
provisorisch aufzuleben begonnen, aber gewiss wohl seinen definitiven
Geburtstag feiern wird. Das dasige königliche Landgericht, dem der erwählte
Vorstand die Statuten zur gesetzlichen Bestätigung vorgelegt, verweigert
diese; da sich jedoch jener an die königliche Regierung gewendet, so
werde ich Ihnen bald über die Zweckmäßigkeit der Statuten nachrichten
geben können. Die Juden in Floß haben leider die bemerkenswertesten Übelstände
zu ertragen, die ich Ihnen ein anderes Mal schildern werde." |
Trauer in der jüdischen Gemeinde anlässlich des Todes von König Max mit
Gottesdienst in der Synagoge (1864)
Anmerkung: am 10. März 1864 war in München König Maximilian II. Joseph,
König von Bayern gestorben.
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom
12. April 1864: "Bayreuth, 24. März (1864). Ein tiefes
Gefühl der Wehmut und des Schmerzes durchzieht unser Vaterland, eine
allgemeine ungeheuchelte Trauer zeigt sich vom Palaste bis zur Hütte.
Überall vernimmt man nur die innigste Klage um den Verlust unseres guten,
höchstseligen Königs Max, der so unerwartet von uns gerissen
worden ist. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, wie aufrichtig diese
Klage ist, wie sehr man den Dahingegangenen beweint, so könnte die
allgemeine Teilnahme an den Trauergottesdiensten, die in allen
Gotteshäusern abgehalten wurden, den besten Beweis liefern, wie groß der
Kummer über unseren Verlust das Land ergriffen hat. Auch in unserer
Synagoge wurde am 23. dieses Monats abends ein Trauergottesdienst
abgehalten, nachdem in der katholischen und protestantischen Kirche eine
gleiche Feier schon stattgefunden hatte. Das Innere der Synagoge, welche
mit schwarzen Draperien reich ausgestattet und durch Gasflammen tageshell
erleuchtet war, verfehlte nicht, auf die Versammlung den tiefsten Eindruck
zu machen. Seien Exzellenz der Herr Präsident der Regierung, sämtliche
Regierungsräte, der Magistrat, die Gemeindebevollmächtigen und die
übrigen Zivilbehörden sowie sämtliche Militärbehörden der Stadt
wohnten der Feier bei. Nach einer Trauermusik wurde ein hebräischer
Gesang vom Liederkranze vorgetragen. Hierauf betrat Herr Rabbiner Dr.
Fürst die Kanzel. Derselbe gab in einer ausgezeichneten Predigt unter
Zugrundelegung des Textes Psalm 16, Verse 10-11 dem tiefen Schmerze wie
dem göttlichen Troste der Verheißung der Seligkeit einen ergreifenden
Ausdruck. Mit beredten Worten hob er die großen Verdienste unseres
höchstseligen Königs, die sich derselbe in so hohem Grade um die
Wissenschaften sowie um das engere und weitere Vaterland erworben, hervor.
Die hohe Versammlung war tief ergriffen von der meisterhaft ausgeführten
Predigt, was für Herrn Dr. Fürst umso ehrender ist, da in den zuvor
abgehaltenen Trauergottesdiensten der beiden christlichen Konfessionen
ebenfalls ausgezeichnete Predigten gehört worden. Gesang und Trauermusik
bildeten den Schluss dieser in jeder Beziehung gelungenen Feier.
Anerkennend wollen wir noch hervorheben, dass auf Befehl der städtischen
Behörden sämtliche Verkaufsläden der Stadt während des Gottesdienstes
geschlossen bleiben mussten." |
Trauergottesdienst
zum Tod des Regenten Luitpold in der Synagoge (1913)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10.
Januar 1913: "Bayreuth, 3. Januar (1913). Die
Trauergottesdienste, die am Tage nach der Beisetzung unseres Regenten
Luitpold in den hiesigen Kirchen stattfanden, waren von vielen
Hunderten besucht, die Beamtenschaft, das Militär, die Stadtvertretungen,
die Schulen und viele Andächtige aus allen Schichten der Einwohnerschaft
füllten die der ersten Feier entsprechend mit Trauerschmuck
ausgestatteten Gotteshäuser. Dem Trauergottesdienst in der Synagoge, bei
welchem Rabbiner Dr. Salomon gleichfalls in tief empfundener
ergreifender Gedächtnisrede des hohen Entschlafenen gedachte, wohnten
u.a. Regierungsdirektor Hübscher, Konsistorialrat Dr. Vogtherr,
Bürgermeister Preu, Schulrat Keßelring usw. bei; auch hier wurde die
Trauerfeier gehoben durch sehr schöne Gesänge des Chors und ganz
besonders durch das geradezu hervorragend gesungene Solo des Herrn
Westheimer. 'Mein Herr und Gott, ja immerdar'. Sämtliche
Gottesdienste waren würdige Trauerfeiern für unseren vielgeliebten, nun
in Gott ruhenden Prinz-Regenten Luitpold." |
Vortragszyklus
über 50 Jahre deutsche Dichtung (1930)
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. Juni 1930: "Bayreuth. Vortragszyklus über die
letzten fünfzig Jahre deutscher Dichtung. In sechs Vorträgen gab in
den letzten Wochen Dr. Willy Meyer (Nürnberg) einen Überblick
über die Haupttendenzen der deutschen Dichtung in der Vergangenheit und
verglich damit die Hauptströmungen in der gegenwärtigen Literatur. Der
Vortragszyklus erfreute sich des lebhaften und sich steigernden Interesses
der zahlreichen Zuhörerschaft. Nach Beendigung der Vorträge schlossen
sich die meisten Zuhörer zu einem neuen vierstündigen Vortragskurse des
Redners über Psychoanalyse zusammen. Die Berufung des Herrn Dr. Meyer
kann für ähnliche Veranstaltungen allen Gemeinden auf das wärmste
empfohlen werden. Justizrat Klein (Bayreuth)." |
Vortragszyklus im
Winterhalbjahr 1931/32 (1931)
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. Dezember 1931: "Bayreuth. Herr Gemeinderabbiner Dr.
Salomon eröffnete jüngst die Reihe der Vorträge für das Winterhalbjahr
1931/32 durch einen aufschlussreichen und allgemein fesselnden Vortrag
über 'Unsere Synagoge, ihre Geschichte und
Einrichtung'." |
Besondere Einrichtungen
Anzeigen des "Asyls für gemüts- und nervenkranke Israeliten" 1862/ 1864/ 1866 / 1883 / 1897 ("Herzoghöhe")
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. November 1862:
"Asyl für nerven- und gemütskranke Israeliten.
In meiner seit einiger Zeit erweiterten Anstalt finden auch männliche
Kranke Aufnahme.
Bayreuth (Bayern), den 3. November 1862. Dr. Würzburger." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Dezember 1864:
"Asyl für gemüts- und nervenkranke Israeliten.
In meiner Anstalt, die sich seit ihrem dreijährigen bestehen allseitiger
Anerkennung erfreut. Können Kranke beiderlei Geschlechts Aufnahme finden.
Für die Angehörigen solcher Leidenden möge es zur besonderen Beruhigung
dienen, dass alle Kranken, deren Zustand es nur irgend erlaubt, an dem
Familienleben des Unterzeichneten Anteil nehmen.
Bayreuth (Bayern), 15. November 1864. Dr. Würzburger." |
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Anzeige in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Mai 1866:
"Heil- & Pflege-Anstalt für israelitische Gemüts- &
Nervenleidende. Dem Bedürfnisse entsprechend habe ich meine Anstalt
durch einen vollständigen Neubau bedeutend vergrößert und dieselbe so
eingerichtet, dass sie den Anforderungen der Wissenschaft vollständige
genügt.
Gesunde, freundliche Lage. Kost und sonstige Einrichtung nach jüdischem
Ritus. Billige Pension. Näheres durch den Vorstand der Anstalt.
Bayreuth (Bayern), im April 1866. Dr.
Würzburger". |
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Anzeige
in "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. April 1883:
"Asyl für gemüts- und nervenkranke Israeliten. Aufnahme
finden sowohl weibliche wie männliche Kranke; Kranke, die Heilung als
auch solche, die für ihr Leiden ein ruhiges Asyl suchen. Bestand der
Anstalt seit dem Jahre 1861. Gesunde ruhige Lage, allen gerechten
Anforderungen entsprechende Einrichtung. Prospekte auf Verlangen.
Bayreuth (Bayern), im März 1883. Dr. Würzburger dir.
Arzt." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Dezember 1897:
"Heil- und Pflege-Anstalt 'Herzoghöhe'
für Gemüts- und Nervenkranke beiderlei Geschlechts.
Gegründet 1861 zu Bayreuth. Neuerbaut 1894. Näheres durch den
Prospekt. - Telephon Nr. 70.
Dr. Albert Würzburger. Dr. Heinrich Kuehr." |
Über die Einrichtung des Asyls
für gemüts- und geisteskranke Israeliten in Bayreuth (1875)
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1875: "Aus Bayern. Es
ist eine vom Standpunkte der Psychiatrie sowohl als von jenem der
allgemeinen Psychologie nicht zu verkennende Tatsache, dass bei der
Behandlung und Kur geistiger Erkrankungen das religiöse Element einen
seiner Wichtigkeit entsprechenden Rang einzunehmen berufen ist.
Diese Tatsache fällt umso mehr in die Augen, je mehr es in unseren Tagen
Irrenasyle gibt, in denen ein von wahrer Humanität und Menschenliebe
getragener Geist waltet und gedeiht, je seltener auf der anderen Seite
heutzutage jene Irrenanstalten geworden sind, welche einer Zuchtanstalt näher
standen, als einem friedlichen Genesungshaus.
In allen größeren und kleineren Irrenheilanstalten wird daher dem religiösen
Bedürfnisse der Pfleglinge, insoweit sie dem katholischen oder
protestantischen Bekenntnisse angehören, in ausgedehntester Weise
Rechnung getragen; Kranke des jüdischen Kultus mussten dagegen bisher im
Allgemeinen von der Befriedigung dieses Bedürfnisses selbstverständlich
ausgeschlossen bleiben, da dieselben selbst in großen Anstalten gewöhnlich
in sehr geringer Anzahl vorhanden, eben deshalb eine solche Berücksichtigung
nicht zu finden vermochten. Und doch musste dieser gänzliche Mangel des
religiösen Kultus, eines Kultus, welcher so viele Beziehungen und Anknüpfungspunkte
für das tägliche Leben (namentlich auch in Bezug auf die Kostverhältnisse)
bietet, in allen seinen Teilen so sehr von den Gebräuchen, selbst von der
zeitlichen Einteilung des Kirchenjahres der anderen Konfessionen sich
unterscheidet, von den Kranken jüdischen Bekenntnisses wohl am
empfindlichsten gefühlt werden, musste dem aus einer gläubigen Familie
in eine öffentliche Anstalt versetzten Kranken, durch den Mangel selbst
einer häuslichen Feier der Festtage, die Schwere seines Leidens doppelt fühlen
lassen, die psychische und somatische Behandlung dem Anstaltsarzte zum
Mindesten sehr erschweren. |
Dieses
sind die Erwägungen, von denen Herr Dr. Würzburger zu Bayreuth (Bayern)
bei Gründung eines ‚Asyles für gemüts- und geisteskranke Israeliten
in Bayreuth’ ausging.
Wenn nun dieses Institut schon bei seinem Entstehen von den
Glaubensgenossen mit Freude begrüßt wurde, so kann sich heute Herr Dr. Würzburger
sagen, dass er den in seinem Programme aufgestellten guten Zweck, jenes
edle Ziel, erreicht hat.
Aus allen Gegenden Bayerns und Deutschlands haben gemüts- und
geisteskranke Israeliten dort Zuflucht und – Heilung gefunden und Herr
Dr. Würzburger kann sich vieler glücklichen Erfolge auf dem Gebiete
dieser seiner Tätigkeit rühmen, wofür auch als deutlicher Beleg die
starke Frequenz dieser Anstalt spricht.
Die schöne Lage Bayreuths, dessen gesundes Klima, die aufopfernde Tätigkeit
des dirigierenden Arztes und seiner Gattin, welche die schwierige Aufgabe
mit ihrem Gatten in der Weise teilt, dass sie in fortwährendem Verkehre
mit den weiblichen und so weit tunlich auch mit den männlichen kranken
steht; die Befriedigung aller religiösen Bedürfnisse in der Anstalt
selbst – alle diese Momente bieten jedem unserer Glaubensgenossen, der
in die traurige Lage versetzt sein sollte, einen seiner Angehörigen in
einer derartigen Anstalt unterzubringen – volle Veranlassung, diesen
Kranken dem ‚Asyle für gemüts- und geisteskranke Israeliten’ des
Herrn Dr. Würzburger zu Bayreuth (Bayern) anzuvertrauen". |
Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Emanuel Osmund (1842)
(geb. 1766 in Altenkunstadt, nach Bayreuth übersiedelt, hier als Geld- und
Immobilienmakler tätig, gest. 1842 in Bayreuth)
war seit 1795 in Bayreuth eng mit dem Dichter Jean Paul befreundet, enge
Beziehungen bestanden auch u.a. mit Johann Gottfried Herder, Paul Emil Thieriot,
Karl August Freiherr von Wangenheim u.a.m.
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts" vom 25. Dezember
1842: "In Bayreuth starb kürzlich Emanuel Osmund, der vertraute Freund
Herders, Thierots, Wangenheims und vor allem Jean Pauls, welcher Letztere
in Osmunds Armen den letzten Atemzug getan. Er war Israelit und ein Mann
von großartiger Empfindung und Weltanschauung, was schon aus dem Umgange
mit oben genannten Männern hervorgeht. Mit den meisten von ihnen hat er
lange Jahre, mit den ihm in den Tod Vorausgegangenen bis zu ihrem Ende in
ununterbrochenem brieflichen Verkehr gestanden; Ansichten über religiöses
und sittliches Leben bildeten den Hauptinhalt solcher Mitteilungen." |
Zur
Beisetzung der Frau von Bataillonsarzt Dr. Stein (1866)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Januar 1866:
"Bayreuth, 12. Dezember (1865). Von dem schönen Geist der Eintracht
unter den Konfessionen in unserer Stadt hatten wir vor Kurzem wieder einen
glänzenden Beweis. Die Gattin des königlichen Bataillonsarztes Herrn Dr.
Stein, eine durch Geistesbildung und Tüchtigkeit, durch edle Einfachheit,
Tätigkeit, Wohlwollen und Frömmigkeit ausgezeichnete Dame, war
plötzlich gestorben, und ward hierdurch ein tiefer Riss in ein echt
patriarchalisches Familienleben gemacht. Die innigste Teilnahme gab sich
auch unter allen Ständen kund. - Denn Herr Dr. Stein hat sich durch seine
Berufstüchtigkeit, sein Wohlwollen und seine Uneigennützigkeit die
allgemeinste Hochachtung erworben. Im Leichenzug waren auch alle Stände
vertreten. Das gesamte Offiziercorps vom General abwärts, sehr viele
Regierungs- und Gerichtsbeamte, die Geistlichkeit, der Bürgerstand, kurz,
ein unabsehbares Gefolge. Der Rabbiner Herr Dr. Fürst hielt nach dem
Texte Psalm 68,20 eine sehr ergreifende Grabrede, welche allgemein einen
tiefen Eindruck machte." |
Die
beiden Bayreuther Ärzte Dr. Karpeles und Dr. Stein wurden ausgezeichnet (1871)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. April 1871:
"Bayreuth, im März (1871). Die beiden im bayrischen Heere
dienenden jüdischen Ärzte von hier haben sich Auszeichnung erworben;
Herr Dr. Karpeles erhielt das Ritterkreuz des königlich bayrischen
Max-Josephordens, Herr Dr. Stein die goldene Sanitätsmedaille des
Max-Josephordens; mit letzterer ist ein jährlicher Bezug von 300 fl. aus
dem Ordensvermögen verbunden." |
Unfall nach einer Hochzeit mit mehreren Verletzten
(1893)
Artikel in
der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1893: "Auf
eine traurige Weise wurde in Bayreuth eine israelitische Hochzeit gestört.
Vier Hochzeitsgäste unternahmen in einem Zweispänner einen Ausflug na
dem Wagnertheater. Auf dem Rückwege riss an einer stark abschüssigen
Stelle die Bremsvorrichtung, die Pferde fielen und der Kutscher stürzte
kopfüber vom Bock. Er brach beide Beine und erlitt auch schwere
innerliche Verletzungen, während zwei Insassen schwer, die übrigen
leicht verletzt wurden." |
| |
Artikel in
der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juni 1893. "Bayreuth, 14.
Juni (1893). Auf eine traurige Weise wurde heute Mittag hier eine
israelitische Hochzeit gestört. Vier Hochzeitsgäste unternahmen in einem
Zweispänner einen Ausflug nach dem Wagnertheater. Auf dem Rückwege riss
an einer stark abschüssigen Stelle die Bremsvorrichtung, die Pferde
fielen und der Kutscher stürzte kopfüber vom Bock. Er brach beide Beine
und erlitte auch schwere innerliche Verletzungen, während zwei Insassen
schwer, die übrigen leicht verletzt wurden. Der Kutscher, ein äußerst nüchterner
Mann, wurde sterbend in das Krankenhaus gebracht, während die vier
Insassen in das Hotel ‚Reichsadler’, dem Hochzeitslokal, transportiert
wurden." |
Tod von Generalarzt Dr. Stein (1908)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14.
Februar 1908: "Bayreuth. Generalarzt Dr. Stein, Inhaber
des Eisernen Kreuzes, ist im Alter von 85 Jahren
gestorben." |
Über
den in Bayreuth geborenen Senatspräsidenten und Universitätsprofessor in
München Dr. Heinrich Harburger (Bericht von 1916)
Anmerkung: Der Jurist Dr. Heinrich Harburger ist 1851 in Bayreuth geboren
(Kämmereigasse 9); er starb 1916 in München.
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. April
1916: "Dr. Heinrich Harburger. Senatspräsident und
Universitätsprofessor in München. Unter der ausgedehnten Menge
hervorragender deutscher Juristen der letztverflossenen Jahrzehnte einen
allgemein anerkannten Namen zu erwerben, ja sich zu einer unbestrittenen
europäischen Berühmtheit emporzuschwingen, war nur wenigen vergönnt, in
der Regel nur Männern von ungewöhnlich repräsentativem Wesen neben
großem fachlichem Wissen, zumal solchem mit reger Nutzbarkeit für die unmittelbare
Praxis. Umso auffälliger berührt eigentlich dann der weite Ruhm Heinrich
Harburgers, des am 29. Februar 1916 zu München, seiner zweiten Heimat,
verstorbenen ausgezeichneten Rechtsgelehrten internationalen Rufes und
hochgestiegenen Rechtspraktikers seines engeren Vaterlandes Bayern. Denn
dem bei allem warmen Interesse für die hohe Mutter Wissenschaft stets auf
gewaltige Menschheitsprobleme rechtlicher Art hinzielenden genialen Kopf
lag jedes bewusste Hervortreten in die Öffentlichkeit gar fern, und er
musste wiederholt in allsichtbare bedeutsame Posten halb und halb
hineingedrängt werden. Dass ihm dabei seine Konfession natürlich weit
eher hinderlich als förderlich war, liegt auf der Hand.
Heinrich Harburger war am 2. Oktober 1851 in Bayreuth geboren. Er
bestand nach fleißig durchgeführten juristischen Studien zu München im
Jahre 1876 die erste bayerische Staatsprüfung mit Note 1. Seine amtliche
Laufbahn machte er in folgenden Stufen durch: Im Oktober 1879 als
Amtsrichter am Amtsgericht München I angestellt, wurde er im Opfer 1885
Zweiter Staatsanwalt am Landgericht München II, November 1890
Landgerichtsrat ebenda, Januar 1898 Staatsanwalt am Oberlandesgericht
München, im November 1899 Rat an eben diesem, im Januar 1905 Rat am
Obersten Landesgericht in Bayern, endlich im März 1912 Senatspräsident
am Oberlandesgericht zu München. Er war damit - dies nebenbei bemerkt -
zu einer Stelle als Richterbeamter emporgelangt, die im Deutschen Reiche
sonst niemals ein Mann israelitischen Bekenntnisses bisher erreicht
hat.
Daneben war er schon seit 1878 im akademischen Lehramt tätig, in das er
also noch vor Ernennung zum Amtsrichter eingetreten ist. Damals
habilitierte er sich, nachdem er 1875 in seiner Doktordissertation 'Die
renumeratorische Schenkung', eine Frage des bürgerlichen Rechts
behandelt, an der Universität München mit einer Schrift: 'Über den
strafrechtlichen Begriff 'Inland' und seine Beziehungen zum Völkerrecht
und Staatsrecht', die, 1882 als Buch erschienen, wie mehrere seiner
späteren Arbeiten das Grenzgebiet zwischen Völkerrecht und Strafrecht
beackert. In zweiter Linie widmete sich nämlich seine wissenschaftliche
Tätigkeit der letzteren. Die reifste Frucht der kriminalistischen Studien
des vielerfahrenen Prozessualisten wurde eine umfassende
rechtsvergleichende Abhandlung über Diebstahl und Unterschlagung, welche
er auf Anregung des Reichsjustizamts zur Vorbereitung eines neuen Strafgesetzbuches
verfasste. Auch ein 'Strafrechtspraktikum' (1892) erwuchs daraus. August
Geyers kleinere Schriften strafrechtlichen Inhalts hat er 1889
herausgegeben. Als Hochschullehrer pflegte Harburger außer Straf- und
Staatsrecht eindringlich das Völkerrecht, wie auch schriftstellerisch.
Seit Juli 1896 bekleidete er an der Münchener Universität die Stellung
eines ordentlichen Honorarprofessors. Diese verdankte er sowohl seiner
wissenschaftlichen Wirksamkeit als seiner hingebenden Lehrfähigkeit, die
ihn mannigfaltige Befriedigung in Kolleg und Seminar finden ließ.
Sein Herz gehörte der Wissenschaft, sagt ein genauer fachmännischer
Kenner des Verstorbenen. So schrieb er eine Festgabe zum Jubiläum seines
großen Berufsgenossen Planck und verfasste eine ganze Reihe gründlicher
Beiträge als beliebter Mitarbeiter an Georg Hirths Annalen des Deutschen
Reiches, dem Jahrbuch für Gesetzgebung, der Zeitschrift für die gesamte
Strafwissenschaft und anderen Fachorganen. Der ausgebreiteten
literarischen Tätigkeit Harburgers können wir hier nicht im einzelnen
nachgehen. Einen großen Teil seiner einschlägigen Leistungen deckt das
Amtsgeheimnis: nämlich den, den er als Richter am Oberlandes- und
Obersten Landesgericht entfaltet hat. Nur gelegentlich lüftet sich der
Schleier: so wenn Harburger in Hirths und Seidels Annalen gegen den
unglücklichen Begriff des Formaldelikts zu Felde ziehend zu erkennen
gibt, dass er die bayerische Rechtsprechung auf diesem Gebiete mit dem
gesunden Rechtsempfinden in Einklang gebracht hat. Besondere Aufmerksamkeit
wendete er der strafrechtlichen Reformbewegung zu. Wie er 1904 Mitglied
des geschäftsführenden Ausschusses für Vorschläge betreffend eine Strafrechtsreform
im Deutschen Reich wurde, so gehörte er im Kreise der Internationalen
kriminalistischen Vereinigung zu den führenden Persönlichkeiten. Sien
Verständnis des praktischen Lebens schützte ihn vor allen Utopien, ließ
ihn aber auch mit feinem Takt herausfühlen, welche Ideen neuer Richtung
sich zur Verwertung in der Gesetzgebung eignen. In diesem Sinne trat er
für die bedingte Verurteilung ein.
In allererster Linie war Harburgers innere Teilnahme der Wissenschaft des
Völkerrecht geweiht, die er im größten Maßstabe und mit weit ausgreifendem
Geiste umfasste. Die höchste Anerkennung wurde ihm zuteil, indem er im
Jahre 1913 zum Präsidenten des Völkerrechtlichen Instituts gewählt
wurde, jener internationalen Vereinigung, die einen so starken Einfluss
auf die moderne Fortentwicklung des Völkerrechts gewonnen hat. ein Jahr
später sollte sie in München, dem Wohnsitze ihres Präsidenten
Harburger, Tagen. Schon waren |
eingehende
Vorbereitungen getroffen - da brach der Weltkrieg aus, und der ganze
Geschäftsgang des Instituts geriet nun natürlich ins Stocken. 'Wird es
nach dem Krieg seine Tätigkeiten neu aufnehmen können? Oder ist
Harburger sein letzter Hochmeister gewesen? Da ist eine der Fragen, die
jetzt den Kreis der Fachleute bewegen. Ihre Beantwortund steht dahin. Das
aber wissen wir, dass Harburgers ruhige und sichere Persönlichkeit die
Verhandlungen in einem Sinne geleitet hätte, von der man für die
Berücksichtigung der deutschen Interessen das Beste erwarten dufte. Und
deshalb bedeutet sein Tod nicht nur einen Verlust für die Wissenschaft,
sondern auch für das Vaterland.' Mit diesen Worten schließt Professor
Dr. Reinhard von Franks (Protestant), des fachgenössischen Ordinarius an
der Universität Tübingen, warmherziger Nachruf, der unmittelbar nach
Harburgers Ableben in den 'Münchner Neuesten Nachrichten' erschien. Wie
oben verschiedene Angaben über die berufliche Bedeutung des zu früh
Verblichenen dieser feinsinnigen Würdigung entstammen, so entlehne ich
ihr auch einen kleinen Abschnitt zur Kenntnis seiner Persönlichkeit. Als
Mitglied führender in- und ausländischer wissenschaftlichen
Gesellschaften 'stand Harburger in Beziehung zu vielen internationalen
Persönlichkeiten, und es war ihm eine Freude, neben seinen inländischen
gelegentlich auch seine ausländischen Bekannten bei sich zu sehen. Kam
dann das Gespräch auf wissenschaftliche Fragen, so zeigte es sich, dass
ihm seine Gattin nicht nur als Hausfrau, sondern auch als
verständnisvolle Mitarbeiterin zu Seite stand. So werden die Stunden
herzlicher und anregender Gastfreundschaft im Hause Harburger allen, die
sie genießen durften, unvergesslich bleiben".
Jetzt hat der Tod dies schöne Gemeinschaftsleben zerstört. Der
musterhafte Hausvater hinterläst in diesem gemütlichen Hei m in der
vorderen Karlstraße, wo so viele geistige Größen Münchens seit länger
als einem halben Jahrhundert ihren Sitz aufgeschlagen, eine innigvertraute
Gattin und eine Tochter: der Sohn, Dr.iur. und Rechtpraktikant, steht beim
Heere. Am 2. März, nachmittags, wurde die Leiche des hoch angesehenen
Gelehrten und Staatsbeamten auf dem Münchener Ostfriedhof feuerbestattet.
Bei der Abschiedsfeier, die sich zu einer die Verdienste des Verstorbenen
würdig ehrenden Trauerkundgebung gestaltete, waren anwesend der
Justizminister mit seinen Ministerialräten, der Präsident des Obersten
Landesgerichts und derjenige des Oberlandesgerichts mit dessen
Senatspräsidenten und Räten, der Präsident des Amtsgerichts München I
und viele Richter; sodann der Rektor Magnificus der Universität mit dem
gesamten Lehrkörper der juristischen Fakultät und andere Professoren,
Offiziere und Mitglieder des Akademischen Gesangvereins München. Harmoniumsspiel
und Violinsolo leiteten die ernste Handlung ein. Darauf hielt Reichsrat
von Heinzelmann, der Präsident des Münchener Oberlandesgerichts, die
Gedächtnisrede, an deren Ende er für den von ihm vertretenen hohen
Gerichtshof einen Kranz auf die Bahre neiderlegte. Darin folgten, zugleich
mit Nachrufen, die Vertreter der Universität, der juristischen Fakultät,
der Kriminalistischen Sektion, der Orientalischen Gesellschaft, der
Aktivitas und des Philisterverbandes des Akademischen Gesangvereins. Es
war, alles in allem, eine offizielle Totenfeier, wie sie nur Hochschullehrern
ersten Ranges und Rufes, Richterbeamten aber sonst wohl nie ausgerichtet
werden. Zumal einem Manne jüdischen Blutes. Einem Manne, welcher seiner
ganzen Natur nach zwar nicht auf diese Seite seiner Persönlichkeit
ausdrücklich hinzuweisen pflegte, aber auch nirgends verheimlicht hat, wo
etwa seine Herkunft in Frage kam. Und diese Herkunft musste er ja doch schließlich
während seiner ganzen von vielen beneideten Laufbahn in seinem Doppelamt,
dem richterlichen wie dem akademischen, spüren. Denn ebenso wenig wie er,
ungeachtet aller ehrenden Stellungen, je einen Gerichtshof als Vorstand zu
leiten anvertraut erhielt, ist er in der Universitätshierarchie zum
ordentlichen Professor befördert worden. Er, den nicht nur die
Forschungsgenossen wie einen Fürsten ehrten, sondern auch die Fürsten
mit hohen Orden auszeichneten. L.F." |
Stiftung von Max Harburger (1916)
Anmerkung: es handelt sich um den Kaufmann Max Harburger (geb. 1857 in
Bayreuth, gest. 27.9.1916 in Bayreuth; "Wäschehaus Max Harburger). Er war
ein großer Wohltäter der Armen. An Max Harburger erinnert in Bayreuth die
"Harburgerstraße".
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 27.
Oktober 1916: "Max Harburger vermachte 25.000 Mark für eine
Stiftung zu Gunsten armer Näherinnen und Arbeiterinnen, 25.000 Mark für
invalide Kriegsteilnehmer usw. Haupterbin ist die jüdische
Gemeinde." |
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige der Seligsberg'schen Antiquariatsbuchhandlung
(1850)
Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. September
1850: "Die Seligsberg'sche Antiquariatsbuchhandlung in
Bayreuth besitzt den Rest des Vorrats von dem anerkannt gediegenen
Werke:
Tiferet Jisrael Hebräische Chrestomathie der biblischen und neueren
Literatur, von Dr. A. Martinet. Bamberg, 1847. 26 1/4 Bogen gr. 8.
(Ladenpreis 1 Thaler 6 Neugroschen)
und liefert dasselbe für den geringen Preis von nur 10 Neugroschen
(neu, ungebunden) franco Leipzig;
sowie auch: Martinet's Tabellen der hebräischen Zeitwörter in 4. à 2
1/2 Neugroschen.
Alle Buchhandlungen neben Bestellungen an und bei Übernahme einer
größeren Zahl wird ein angemessener Rabatt
bewilligt." |
Anzeige von Otto
Friede (1890)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Dezember
1890:
"Wer liefert prima fette koschere pommer. Gänse, und zu
welchem Preise?
Otto Friede, Bayreuth." |
Anzeige der Wurstwarenfabrik Adolf Fleischner (1901)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März
1901: "Koscher zu Pessach - Koscher zu Pessach.
Die Erste koschere Wurstwarenfabrik in Bayreuth
empfiehlt für Pessach alle Sorten In- und Ausländer Wurstwaren,
sowie Pökel- und Rauchfleisch und feinsten Aufschnitt
zu den billigsten Preisen. Bei größerer Abnahme wird franko
versendet.
Wiederverkäufer erhalten bedeutenden Rabatt. Preiscourant gratis.
Adolf Fleischner, Wurstwarenfabrikant Bayreuth." |
Weitere Dokumente
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries; die Erläuterungen
gleichfalls nach den Recherchen von Peter Karl Müller)
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