Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Adelsdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte des Rabbinates in Adelsdorf  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
Sonstiges    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

       

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
    
In Adelsdorf bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16./17. Jahrhunderts zurück. Der jüdische Friedhof bei Zeckern unweit von Adelsdorf wurde möglicherweise bereits im 14. Jahrhundert angelegt. 1448 wird erstmals ein Jude am Ort genannt. Im Bamberger Lehensbuch des Bischofs Anton von Rotenhan ist zu lesen: "Im Jahre 1448 hat der zu Ottolsdorff [=Adelsdorf] gesessene fürstlich bambergisch Rat und Hausvogt Heintz Haut u.a. ein Gütlein daselbsten Kauffmann Jude uffsitzt." 1525 werden die beiden Juden Selig und Leb genannt. 1598 gab es am Ort vier Judenhäuser, die zur Herrschaft der Familie Stiebar gehörten. 
  
1630
werden in der Adelsdorfer Gemeindeordnung die Gebühren für den Zuzug jüdischer Personen/Familien geregelt. 1631 ließ sich ein Salomon aus Adelsdorf in Höchstadt taufen. 1671 (oder 1677) wurde vom Pfarrer in Adelsdorf ein Jude in seinen Schutz aufgenommen, was allerdings dem Pfarrer auf bischöflichen Befehl eine Untersuchung einbrachte. 1685 lebten 70 jüdische Personen am Ort (24,5 % von 286 Einwohnern) unter den bis zu sechs unterschiedlichen Ortsherrschaften (u.a. Herren von Bibra seit 1696, zuvor die Herrschaft von Künsberg; Freiherren von Crailsheim, Familien Wiesenthau und Siebar, Gräflich Hohenloh'sche Herrschaft). Auch 1699 werden Juden am Ort genannt. Damals kam es in Oberfranken zu Pogromen gegen jüdische Gemeinden auf Grund der allgemeinen Teuerung und Getreidenot, die man Juden anlastete. Dabei werden "jüdische Häuser" in Adelsdorf genannt, die nach dem Protokoll des Höchstadter Amtmannes vollkommen zerstört und ausgeraubt wurden. 1709 und 1771 gab es jeweils drei jüdische Haushaltungen am Ort. Danach nahm die Zahl der jüdischen Einwohner wieder schnell zu: 1735 wurden 161 jüdische Einwohner gezählt (32,2 % von insgesamt 500). 
  
Ihre Blütezeit erlebte die Gemeinde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Zahlen der jüdischen Einwohner am Ort waren: 1809 223 jüdische Einwohner (30,1 % von insgesamt 740 Personen), 1812 260 (31,2 % von 833), 1824 283 (30,6 % von 924), 1837 265 (30,5 % von 870), 1840 216 (24,2 % von 892), 1852 183 (20,0 von 913). In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl durch Aus- und Abwanderung zurück: 1867 115 (13,2 % von 871), 1880 89 (9,8 % von 905), 1900 72 (7,3 % von 836). 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, eine Mikwe und einen Friedhof bei Zeckern
 
Adelsdorf Orient 05031847.jpg (16089 Byte)Bis um 1845 war Adelsdorf Sitz eines eigenen Rabbinates. Dieses wurde vermutlich Mitte oder Ende des 17. Jahrhundert eingerichtet. 1660 wird ein Räbba Judt genannt, 1675 Maschia (Mosche) Jud Reba, 1684 Rebber Beer Jud. 1732 lebte Rabbi Scholem Löwe in einer für den Rabbiner vorgesehenen Wohnung. 1769-1800 war Meier Heller Pretzfelder Unterrabbiner, danach Joseph Simon Wiener (1801-1815). Nach dessen Tod folgte Abraham Loeb Stein aus Sulzdorf an der Lederhecke (bis 1816 Lehrer in Burgpreppach). Zu seinem Bezirk gehörten 1816 die Gemeinden Adelsdorf, Lonnerstadt, Frensdorf, Buttenheim, Hirschaid, Gunzendorf, Sassanfahrt und Hallerndorf (im damaligen Obermain-Kreis) sowie Büchenbach, Weisendorf und Kairlindach (im damaligen Rezat-Kreis). Mit seinem Tod 1845 (beziehungsweise bereits seit dem Anschluss von Adelsdorf an das Rabbinat Burgebrach 1829) wurde das Rabbinat Adelsdorf aufgelöst beziehungsweise nur noch provisorisch besetzt. Einige der Gemeinden des Rabbinatsbezirkes kamen zum Bezirk Uehlfeld. Die Zeitschrift "Der Orient" berichtete in der Ausgabe vom 5. März 1847: "Ein bisher bestandenes Rabbinat zu Adelsdorf hat sich durch den Tod des Rabbiner Stein aufgelöst". In den folgenden Jahren hatte Adelsdorf in Dr. Hartwig Werner noch einen "Rabbinatssubstituten" (Rabbinatsvertreter). Er führte seit seinem Stellenantritt 1852 Reformen in der Synagogenordnung durch und sorgte damit zugleich für eine umfassende Renovierung der Synagoge (s.u.). 1860 erfolgte - nach dem Wegzug von Dr. Werner nach Reckendorf - die endgültige Auflösung des Rabbinatsdistriktes Adelsdorf und die Zuteilung der jüdischen Gemeinde Adelsdorf zum Rabbinat Burgebrach, 1907 zum Rabbinat Bamberg. 
    
Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war nach Beendigung des Rabbinates ein Religionslehrer angestellt, der auch als Vorbeter und Schächter tätig war. Die Stelle wurde bei Neubesetzungen immer wieder ausgeschrieben (siehe Anzeigen unten). Aus den Ausschreibungstexten der verschiedenen Jahre gehen auch teilweise die Namen der jeweils tätigen Gemeindevorsteher hervor: um 1876/82 Bernhard Gunzenhauser, um 1901/11 Jacob Strauß.   
        
Die jüdischen Familien waren spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im Leben des Dorfes völlig integriert. Ein Beispiel ist die Freiwillige Feuerwehr in Adelsdorf. Zu ihren Gründungsmitgliedern 1878 gehörten von den jüdischen Einwohner u.a. Simon Löwi, Nathan Regensburger, Abraham Salomon, Jakob Strauss, Abraham Wassermann, Simon Strauss, Salomon Wassermann. 1888 waren von den fünf Vertrauensmännern der Feuerwehr drei jüdische Männer: Simon Löwi, Sigmund Strauss und Abraham Wassermann. Jüdische Gewerbetreibende waren über viele Jahrzehnte von größter Bedeutung für das wirtschaftliche Leben von Adelsdorf.
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Adolf Aufseeser (geb. 2.5.1892 in Aufseß, gef. 15.9.1916).   

      
Um 1925, als 74 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (6,72 % der Gesamtbevölkerung von etwa 1.100 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Ludwig Wassermann, Otto Strauß und Heinrich Lindo. Die Lehrerstelle der Gemeinde war damals vakant. Als Religionslehrer der noch sechs schulpflichtigen jüdischen Kinder und als Schochet kam Lehrer S. Hammelburger aus Mühlhausen in die Gemeinde (auch 1932: sechs Kinder). Die Gemeinde gehörte - wie oben genannt - bereits seit 1907 zum Distriktsrabbinat Bamberg. Auch 1932 waren die Vorsteher Ludwig Wassermann, Otto Strauß und Heinrich Lindo. 
     
1933 lebten noch 60 jüdische Personen am Ort. In den Jahren darauf sind viele der jüdischen Bewohner auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechung und der Repressalien in andere Orte verzogen oder konnten emigrieren, insbesondere nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938, als SS-Leute zusammen mit Mitgliedern der NSDAP-Ortsgruppe und Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes alle Häuser jüdischer Familien demolierten, Fenster, Türen und Möbel zerschlugen. Weitere Ausschreitungen gegen die Adelsdorfer Juden gab es nach dem Attentatsversuch auf Hitler am 9. November 1939 in München. 1942 wurden die letzten in Adelsdorf lebenden Juden deportiert.   
       
Von den in Adelsdorf geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Babette Bernet geb. Kaltenbacher (1867), Rosa Bernheimer geb. Buchheim (1880), Martha Borchardt geb. Löwi (1907), Dina David geb. Regensburger (1874), Meta David (1901), Nathan David (1902), Salomon David (1870), Berta Fleischhauer (1879), Bertha Fleischhauer geb. Fränkel (1898), Erna Fleischhauer (1929), Ignatz Fleischhauer (1877), Justin Fleischhauer (1894), Marie Fleischhauer geb. Oppenheimer (1869), Selma Gold geb. Falk (1890), Ricka Goldschmidt geb. Grünbaum (1878), Ida Justus geb. Fleischhauer (1887; mit ihrem Mann Ferdinand Justus und der Tochter Hannelore 1941 von Hamburg deportiert und ermordet), Selma Krämer geb. Fleischhauer (1893), Jakob Kahn (1860), Selma Krämer geb. Fleischhauer (1893),  Heinrich Lindo (1875), Lina Lindo geb. Sussmann (1883), Anton Löwi (1897), Friedericke (Friederika) Löwi (1898), Henri Löwi (1885), Jakob Löwi (1884), Klara Löwi (1895), Samuel Löwi (1901), Paula Maschkowski geb. Fleischhauer (1891), Rosa Mittereder geb. Löwi (1891), Friedericka (Ricka, Rebekka) Rheinauer geb. Strauß (1867), Felix Rindsberg (1891), Rudolf Rindsberg (1932), Selma Rindsberg geb. Stühler (1894), Rosa Schleicher geb. Fleischhauer (1875), Frieda Stein geb. Riegelmann (1879), Jakob Stein (1870), Friedrich Strauß (1889), Ida Strauß geb. Blättner (1884), Karl Strauß (1875), Babette Stühler (1921), Berthold Stühler (1929), Hildegard Stühler (1924), Jakob Stühler (1890), Lina Stühler geb. Stühler (1892), Martha Stühler (1932), Max Stühler (1938), Rosa Stühler (1902).      
     
     
     
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
   
  
Aus der Geschichte des Rabbinates in Adelsdorf   
Nachruf auf den nach Reckendorf wechselnden Rabbiner Dr. Hartwig Werner (1860)        

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. April 1860: "Nachruf
Am 22. dieses Monats verließ uns der seit 8 Jahren unter uns so segensreich wirkende Rabbinats-Substitut 
Herr Dr. Werner, 
um dem an ihn ergangenen Rufe auf den Rabbinatssitz in Reckendorf zu folgen. Wir fühlen uns gedrungen, unserem Schmerze über dessen Verlust Worte zu leihen, denn unvergesslich bleiben uns seine unübertrefflichen, den hehren Geist den Judentums in jeder Zeile atmenden, höchst erbaulichen Kanzelvorträge, wodurch es ihm schon im ersten Jahre seines hiesigen Wirkens gelang, die Gemeinde zu einer würdigen Renovation der Synagoge zu bewegen, den Kultus zeitgemäß zu gestalten und eine zum wahren Seelengenusse gereichende Konfirmationsfeier einzuführen; unvergesslich bleibt uns sein herzgewinnendes, liebevolles und anspruchsloses Wesen, seine durch innig religiösen Sinn getragene Wohltätigkeit für die Armen. Daher kam es, dass seine Abschiedsrede kein Auge trocken ließ, dass man Greise von 80 Jahren von Rührung überwältigt sah. - Möchte ihm am Orte seines jetzigen Wirkungskreises dieselbe Liebe und Verehrung zuteil werden und er unser Andenken bewahren, wie wir das seinige!  
Adelsdorf, den 26. März 1860. 
Der Kultusvorstand im Namen der Gemeinde. Abraham Kohn."        

 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet  1876 / 1877 / 1882 / 1901 / 1909 / 1911   

Adelsdorf Israelit 28061876.jpg (44479 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1876: "Offene Lehrerstelle.  
Mit dem 1. Juli (1876) wird die hiesige Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle vakant. Der fixe Gehalt als Lehrer beträgt MK 700, für Holz- und Wohnungsbeitrag RM 200, als Schächter und Neben-Akzidenzen kann sicher gerechnet werden RM 400, Summe: 1.300 RM. 
Bewerber um diese Stelle wollen ihre Qualifikations-Noten über erstandene Prüfung portofrei an Unterzeichneten einsenden. 
Adelsdorf bei Forchheim, den 26. Juni 1876.
 Bernhard Gunzendorfer,
Kultus-Vorstand". 
    
Adelsdorf Israelit 21021877.jpg (41682 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Februar 1877: "Offene Lehrerstelle. Bei der Kultusgemeinde Adelsdorf ist die Religions- und Vorsängerstelle erledigt. Die Gehaltsbezüge sind folgende: a) als Lehrer und Vorsänger 700 Mark Fixum; b) als Holz- und Wohnungsbeitrag 300 Mark: c) als Schächter und Nebenakzidenzien kann circa gerechnet werden 400 Mark. Hierauf Reflektierende wollen ihre Qualifikations-Noten portofrei an Unterzeichneten wenden. Adelsdorf, 12. Februar 1877. 
Bernhard Gunzendorfer. Kultus-Vorstand". 
 
Adelsdorf Israelit 22031882a.jpg (30275 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. März 1882: "Offene Lehrerstelle. Bei der Kultusgemeinde Adelsdorf ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und Schächters erledigt. Die Gehaltsbezüge sind folgende: Als Lehrer und Vorsänger 700 Mark Fixum. Für Holz und Wohnungsbeitrag 200 Mark alljährig. Die Schächterfunktion beträgt 400 Mark alljährig. 
Bemerkt wird, dass nur solche Lehrer berücksichtigt werden, die eine seminaristische Bildung erlangt haben, und wollen ihre Zeugnisse portofrei an Unterzeichneten senden. Adelsdorf bei Forchheim, 12. März. 
Bernhard Gunzendorfer
. Vorstand"
  
Adelsdorf Israelit 18071901.jpg (56483 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juli 1901: "Die hiesige Religionslehrerstelle
verbunden mit Vorsänger- und Schächterdienst ist spätestens bis 1. September dieses Jahres zu besetzen. Fixer Gehalt 800 Mark, Nebenverdienste, einschließlich Schechita ca. 600 bis 700 Mark. 
Qualifizierte, seminaristisch gebildete Bewerber wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse bei dem unterfertigten Vorstand melden.
Adelsdorf a. Aisch in Unterfranken, 14. Juli. 
Jacob Strauß
, Kultusvorstand."
  
Adelsdorf Israelit 11021909.jpg (31773 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Februar 1909: "Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle ist per 1. März dieses Jahres zu besetzen. Festes Gehalt Mark 900.-, sowie ein nicht garantiertes Nebeneinkommen von circa Mark 500.-; qualifizierte Bewerber wollen sich baldigst mit Beifügung von Zeugnissen melden. 
Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Adelsdorf (Oberfranken, Bayern)".
   
Adelsdorf Israelit 10081911.jpg (30351 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. August 1911: "Die Kultusgemeinde Adelsdorf in Oberfranken, hat die Stelle eines Religions-Lehrers, Vorbeters und Schochets per 1. Oktober zu vergeben. Gehalt 1.000 Mark und 500 Mark Nebenverdienste, ferner 60 Mark als Wohnungsentschädigung. - Reflektanten belieben ihre Gesuche nebst Zeugnisse an den Vorstand, Jacob Strauß, einzusenden."   

    
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
 
Zum Tod des aus Adelsdorf stammenden Fürther Oberrabbiners Dr. Isaak Löwy  (geb. 1803 in Adelsdorf, gest. 1873 in Fürth)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Januar 1874: "Leichenbegängnis des Oberrabbiners der jüdischen Gemeinde in Fürth, Herrn Dr. Isaak Löwy, Ritter des Verdienstordens vom heiligen Michael 1. Klasse. Fürth, 28. Dezember 1873. 
Heute Nachmittag fand die Beerdigung des Dr. Löwy unter außerordentlicher Teilnahme von Angehörigen aller Stände und aller Konfessionen statt. Löwy ist am 31. Januar 1803 in Adelsdorf bei Erlangen geboren, und hat sonach sein 71. Lebensjahr erreicht. Im Jahr 1827 als Rabbiner nach Uehlfeld berufen, verblieb er seit 1831 in seiner hiesigen Stellung bis zu seinem Tode. Am 31. Dezember 1830 bestätigte die bayrische Regierung Löwy als Rabbiner in Fürth, fertigte bereits dessen Bestallungsdekrete aus, und ordnete seine Installation an, als auf erhobene Beanstandung, - die hier gegenwärtig herrschenden religiösen Verhältnisse lassen es nicht opportun erscheinen, auf die damaligen Vorgänge zurückzukommen, - erst am 10. März 1831 die allerhöchste Entscheidung erfolgte, wonach die Wahl des Dr. Löwy selbst höchsten Ortes sanktioniert, und worauf Montag, den 21. März 1831 Löwy in seine neue Gemeinde eingeführt wurde, der er nun fast 43 Jahre vorstand.  
Während der Verbringung der Leiche nach dem Gottesacker war ein großer Teil der jüdischen Läden geschlossen, und die Leichenfeierlichkeiten nahmen in der Hauptsynagoge ihren Anfang. Dieselbe war in allen ihren Räumen so überfüllt, - die Zahl der Anwesenden betrug wohl 2.000, - dass nur Wenige im Verhältnis zu den Einlass Begehrenden Platz finden konnten. Nach einem ergreifenden Orgelpräludium, dem ein an erhebenden Melodien reicher Gesang des Kantors Ebert und des trefflich geschulten Synagogenchors folgte, hielt Substitut Dr. Neubürger die nach Form und Inhalt gleich ausgezeichnete Gedächtnisrede auf den Verstorbenen. Redner würdigte die Verdienste, die Löwy um die Emanzipation der Juden nicht nur nach außen, sondern auch nach innen sich erwarb, wie er zu deren Hebung in der öffentlichen Meinung beigetragen, und betonte hauptsächlich jene, die Löwy um die Förderung des Fortschrittes der Menschheit und Entwicklung der Menschlichkeit sich errungen. Er schilderte die milde Auffassung des Verstorbenen, sodass sein von herzgewinnender Persönlichkeit unterstütztes Wesen selbst auf seine Gegner versöhnend wirkte. Schließlich gedachte Dr. Neubürger, dass der Frieden und die Eintracht in der Gemeinde auch das Werk des Verblichenen gewesen, und nach beendigter Predigt, der wieder ein Trauergesang folgte, bewegte sich der Leichenzug nach dem Friedhofe. Dem Zuge folgte eine unabsehbare Menschenmenge, der Magistrat, der aus eigenem Beschluss die Glocken sämtlicher 
Kirchen läuten ließ, das Kollegien der Gemeindebevollmächtigen, der Verein Casino, der Gewerbeverein. - Löwy, der um öffentliche und gemeindliche Angelegenheiten vielfaches Interesse bekundete, war Mitbegründer des für die Entwicklung der Industrie der Stadt so wohltätig wirkenden Gewerbevereins, - die königlichen Beamten des Stadt-, Land-, Handels- und Bezirksgerichtes, des Bezirksamtes, des Post-, Zoll- und Rentamtes, die Geistlichkeit aller Konfessionen, sämtliche Lehrer, der ärztliche Verein, die Vorstände der zum Rabbinatsbezirke gehörigen Gemeinden, die Rabbiner von Nürnberg und Baiersdorf, eine Deputation der Schwestergemeinde Nürnberg und sonstige Honoratioren, Alles begegnete sich einmütig in dem Streben, dem Andenken des bescheidenen Mannes die letzte Ehre zu erweisen, und so gestaltete sich die Feier zu einer so imposanten, wie solche hier noch nie gesehen worden sein dürfte. Am Grabe angelangt, sprach Vorstand Dr. Ortenau namens der Gemeinde einige tief empfundene, das Andenken des Verstorbenen ehrende Worte, und betrauerte die Größe des Verlustes des würdigen Geistlichen. Hierauf hielt Rabbiner Dr. Lewin aus Nürnberg die Grabrede. Tief ergriffen schilderte Redner den Verblichenen als Lehrer und Mensch. Als ersterer habe er nur der Gemeinde gelebt, manch' edler Samenkorn habe er gepflanzt, das als Blüte und Frucht aufgegangen, durch seine hinreißende Beredsamkeit die reinen Lehren des Glaubens im Gegensatz zum Aberglauben verkündet, oft dadurch gezündet und die Herzen angefacht, während er als letzterer seine Einfachheit, Liebenswürdigkeit und Bescheidenheit rühmte, und damit schloss Redner die durch Präzision des Gedankenausdrucks und Gemütswärme charakteristische Rede, ein letztes Lebewohl Namens der Gemeinde Nürnberg, die bis vor wenigen Jahren zum hiesigen Rabbinat gehörte, zurufend. 
Wir glauben dem allgemeinen Wunsche Ausdruck zu geben, diese gediegenen Reden möchten veröffentlicht werden. Hierauf wurde der Sarg ins Grab gesenkt, und der Zug begab sich nach dem Leichenhause, wo der älteste Schwiegersohn des nun selig Entschlafenen, Herr Dr. Koref aus Prag, das Kaddisch der Waisen verrichtete. 
Möge das Andenken Löwy's fortwalten, dem Vaterland zur Ehre, der Menschheit zum Gewinne!"

    
Hinweis zu Rabbiner Dr. Moses Dreifuss (1806 - 1879)     
  
Aus Adelsdorf stammt auch Dr. Moses Dreifuß (geb. 1806 in Adelsdorf, gest. 1879 in Meiningen): studierte in Würzburg; nach 1838 auf verschiedenen Stellen als Lehrer und Prediger; seit 1847 Landesrabbiner für Sachsen-Meiningen mit Sitz in Walldorf an der Werra; zum 1. April 1871 Verlegung des Rabbinatssitzes nach Meiningen.
     
     
Sonstiges        
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: 
Grabsteine in New York für Doris Hagenbacher (1828-1884
) und Emma Loewi (1844-1897), beide aus Adelsdorf     
Anmerkung: die Gräber befinden sich auf einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn.      

Adelsdorf New York Salem 1673.jpg (102449 Byte)   

Adelsdorf New York Salem 1673a.jpg (166391 Byte)Grabstein für 
"...Doris, beloved Wife of
Salomon Hagenbacher. 
Native of Adelsdorf, Bavaria.
Born December 8th 1828  
Died February 27th 1884  
Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens..."   
Adelsdorf New York Salem 1699.jpg (80550 Byte) Adelsdorf New York Salem 1699a.jpg (168734 Byte)Grabstein für 
"...Emma Loewi  
Born in Adelsdorf Bavaria  
March 4, 1844  
Died April 17, 1897  
Aged 53 Years..."   

      
      
      
Zur Geschichte der Synagoge     
       
Eine Synagoge  wurde Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Grundstück Adelshardsgasse 3 erstellt. Im Bereich der Synagoge standen mehrere jüdische Wohnhäuser. 1679 ließ der Dorfherr Georg-Friedrich von Künsberg die Synagoge schließen, da er wegen des Geschreis" in seinem Haus "Turbiert" sei. Er drohte mit dem Abbruch der Synagoge. Bei einem antijüdischen Pogrom 1699 wurde die Synagoge zerstört. Schon einige Jahre zuvor hatten einige junge Männer die Synagoge mit Steinen beworfen und gestürmt. Das Einwerfen der Synagogenfenster war offenbar auch bei durch den Ort ziehenden Wallfahrern oder im Zusammenhang mit christlichen Prozessionen beliebt. 
  
Sicher wurde eine Synagoge wieder im 18. Jahrhundert eingerichtet, doch fehlen hierfür urkundliche Belege. Nach einer Überlieferung am Ort sollen sich die Juden - zumindest eine Zeitlang - mit dem Rabbiner an einer überdachten Stelle gleich links nach dem Eingang im Schloss der Familie von Bibra zum Gebet gesammelt haben. 1822 wurde die Synagoge neu gebaut. Das Grundstück gehörte bereits 1811 der jüdischen Gemeinde. Nach dem Grundsteuerkataster von 1847 befand sich im Synagogengebäude auch die Vorsängerwohnung.
 
1852 erfolgte eine umfassende Renovierung der Synagoge, die mit der festlichen Wiedereinweihung am 2. Juli 1852 durch den Rabbinatsvertreter Dr. Hartwig Werner (Rabbiner-Substitut in Adelsdorf von 1851 bis 1860, danach Rabbiner in Burgebrach) abgeschlossen wurde.  

Adelsdorf AZJ 16081852.JPG (162704 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. August 1852: "Adelsdorf bei Erlangen*, 6. Juli (1852). Die hiesige israelitische Gemeinde, 40 Familien stark, hatte eine sehr verwahrloste Synagogenordnung und Einrichtung. Dies fühlte ein großer Teil der Bewohner, aber es fehlte sowohl an den Mitteln als an der nötigen Übereinstimmung, beiden Übeln abzuhelfen. Seit der glücklichen Acquisitation unseres im vergangenen Herbste einstimmig gewählten Rabbinatssubstituten Herrn Dr. Werner gewinnt alles eine bessere Gestaltung. Seine wahrhaft oratorischen Vorträge, seine salbungsvollen Predigten gaben den unwiderstehlichsten Impuls, und so steht die mit großen Opfern von Seiten der Gemeinde renovierte Synagoge ganz im Geschmacke der Neuzeit fertig da, und ward Freitag den 2.d. unter Teilnahme der ganzen Umgegend eingeweiht. Gegen 6 Uhr bewegte sich der Festzug mit den geschmückten Torarollen nach der Synagoge, woselbst mehrere hebräische und deutsche Psalmen unter Musikbegleitung vom Chor gesungen oder von Vorsänger und Gemeinde rezitiert wurden. Den Glanzpunkt bei dieser solennen Festlichkeit bildeten wiederum zwei Predigten des Herrn Dr. Werner, die eine gehalten Freitag Abends, die andere Sabbat Morgens.  In Ersterer besprach er den Gegenstand der Feier und die Vorzüge der israelitischen Religion; in der zweiten, welche eine volle Stunde dauerte, kämpfte er mit allen Waffen des Geistes und der Wissenschaft gegen den Indifferentismus sowohl als gegen die Formheiligkeit, und seine Begeisterung riss alles mit sich fort, sodass es ihm gelungen ist, einen großen Teil der projektierten Synagogenordnung sogleich einzuführen. 
Möge es diesem allgemein beliebten Ehrenmanne vergönnt sein, bei den seiner geistlichen Leitung anvertrauten Gemeinde echte Religiosität und Gesittung einheimisch zu machen, und der Bergelter alles Guten sein edles Streben mit dem besten Segen krönen. 
L. Buchmann, Religionslehrer. 
* Anm. Adelsdorf ist der Geburtsort der drei Rabbinen Leopold Stein, Dr. Löwi in Fürth und Dr. Dreifuß in Walldorf." 
   
Hinweis: Die zitierte Anmerkung enthält eine falsche Angabe: Rabbiner Dr. Leopold Stein ist am 5. November 1810 in Burgpreppach geboren, wenn auch seit 1816 hier aufgewachsen, da sein Vater Abraham Stein hier Rabbiner wurde; Hinweis von Rainer Domke). Die Angaben zu den beiden anderen genannten Rabbiner sind richtig: Rabbiner Dr. Isaak Löwi (später zeitweise Oberrabbiner in Fürth) wurde am 31.1.1903 in Adelsdorf geboren, Rabbiner Dr.Moses Dreifuss (später Landesrabbiner für Sachsen-Meiningen mit Sitz in Walldorf an der Werra, danach Meiningen) wurde am 9.3.1806 in Adelsdorf geboren.      

Im Synagogengebäude fand von 1826 bis etwa 1935 auch der Religionsunterricht für die jüdischen Kinder statt. Im April 1914 wurde das Synagogengrundstück um 2 qm erweitert.
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge durch SS-Männer, Mitglieder der NSDAP-Ortsgruppe und Angehörige des Reichsarbeitsdienstes zerstört und mit den Ritualien auf dem Marktplatz verbrannt. Am 16. Oktober 1939 wurde das Gebäude für 120 RM an Kaufmann Georg Katz verkauft, von dem es am 13. März 1941 die Adelsdorfer Gemeinde für 500 RM erwarb und es schließlich als Feuerwehrhaus zweckentfremdete. Nach dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses wurde die ehemalige Synagoge an eine ortsansässige Metzgerei verkauft, die das Gebäude 1979 abreißen ließ. An ihrer Stelle befinden sich heute Garagen und ein Hof. 

In unmittelbarer Nähe - am Parkplatz Adelhardsgasse - wurde im November 2000 ein Gedenkstein für die aus Adelsdorf in der NS-Zeit ermordeten jüdischen Personen und die ehemalige Synagoge aufgestellt. 
Die Inschrift des Gedenksteines lautet: "Zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger, die durch die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten unterdrückt, verschleppt, geschunden und ermordet wurden". 

Adelsdorf Synagoge 305.jpg (137378 Byte)Artikel aus den "Nürnberger Nachrichten" Nr. 266 vom 17.11.2000: "Mahnmal gegen das Vergessen: Zur Erinnerung an die Bürger jüdischen Glaubens, die zur Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verschleppt und ermordet worden sind, ist in Adelsdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt) ein Gedenkstein enthüllt worden. Dieser stammt aus den Steinbrüchen von Flossenbürg und trägt nun die Namen der 30 Opfer der Nazi-Diktatur. Das Werk des Bildhauers Herbert Böller steht in unmittelbarer Nähe des Platzes, wo sich früher die Synagoge befand"

    
Adresse/Standort der SynagogeAdelhardsgasse - neben Haus Nr. 10 (früheres Haus Nr. 56)
    
    
Fotos
(Foto der ehemaligen Synagoge aus der Website der Freiwilligen Feuerwehr Adelsdorf; Foto des Toraschildes von Theodor Harburger, Aufnahmedatum 21. Juni 1928; Quelle: Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem; veröffentlicht in Th. Harburger: "Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. 1998 S. 1; der Toraschild befindet sich heute in The Jewish Museum New York).

Die ehemalige Synagoge und 
ein Toraschild aus Adelsdorf  
Adelsdorf Synagoge 101.jpg (16146 Byte) Adelsdorf Synagoge 100.jpg (82757 Byte)
    Die ehemalige Synagoge 
als Feuerwehrgerätehaus 
vor dem Abbruch 
Toraschild (Schmuck der Torarolle) aus 
dem Privatbesitz der Witwe Regensburger 
in Adelsdorf (hergestellt in Augsburg
 1695-1705)
   
           
Der im Jahr 2000 
errichtete Gedenkstein 
(Foto: Jürgen Hanke, Kronach) 
  Adelsdorf Synagoge 120.jpg (45016 Byte)
  Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in Adelsdorf - 
geschmückt und mit Gedenksteinen versehen    
       
       
Denkmal und Synagogenplatz 
im September 2009
(Fotos: Hahn,
 Aufnahmedatum 6.09.2009)  
Adelsdorf Synagoge 270.jpg (66673 Byte) Adelsdorf Synagoge 273.jpg (68442 Byte)
  Foto links: Denkmal (rechts) und Synagogengrundstück (links im Hintergrund) an der
 Adelhardsgasse; zum Foto rechts: die Synagoge stand links im Bereich der Garagen; im
 noch erhaltenen Haus Adelhardsgasse 10 (rechts) war vermutlich die Wohnung des Lehrers  
     
        
Das Denkmal für die aus Adelsdorf
 deportierten und ermordeten
 jüdischen Personen  
Adelsdorf Synagoge 275.jpg (98787 Byte)
   "Zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger, die durch die Gewaltherrschaft der
 Nationalsozialisten unterdrückt, verschleppt, geschunden und ermordet wurden". 
      
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 Namen: Dina David geb. Regensburger, Meta David, Nathan David, Salomon David, Berta Fleischhauer geb. Fränkel, Erna Fleischhauer, Justin Fleischhauer, Marie Fleischhauer, Selma Kraemer geb. Fleischhauer, Heinrich Lindo, Linda Lindo geb. Sussmann, Friederika Loewi, Jakob Loew, Klara Loewi, Felix Rindsberg, Rudolf Rindsberg, Selma Rindsberg geb. Stühler, Frieda Stein geb. Riegelmann, Jakob Stein, Friedrich Strauss, Ida Strauss geb. Blaettner, Babette Stühler, Berthold Stühler, Hildegard Stühler, Jakob Stühler, Lina Stühler geb. Stühler, Martha Stühler, Max Stühler, Rosa Stühler, Martha Borcchardt geb. Loewi. 
     
     

    
    

Links und Literatur  

Links: 

Website der Gemeinde Adelsdorf  
Website des Arbeitskreises "Jüdische Landgemeinden an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach" www.mesusa.de  

Literatur:  

Adolf Eckstein: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg. Bamberg 1898 (Reprint 1985) S. 33.60  
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 103-104.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 143.
Klaus Guth (Hg.): Jüdische Landgemeinden in Oberfranken 1800-1942. Ein historisch-topographisches Handbuch. Reihe: Landjudentum in Oberfranken - Geschichte und Volkskultur. Bamberg 1988. Zu Adelsdorf S. 51-62.
Eva Groiss-Lau: Jüdisches Kulturgut auf dem Land. München/Berlin 1995.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 197-198.
adelsdorf_Buch.jpg (35806 Byte)Spuren jüdischer Vergangenheit in Adelsdorf. Hg. vom Arbeitskreis jüdische Landgemeinden an Aisch und Ebrach. 191 Seiten. 1996. Nähere Informationen. Die Angaben aus diesem Buch konnten noch nicht in obige Texte eingearbeitet werden. 
Johann Fleischmann: Mesusa 2. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Mühlhausen 2000. passim.
ders.: Mesusa 3. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Die jüdischen Friedhöfe von Zeckern usw. Mühlhausen 2002. passim.
ders.: Mesusa 4. Lebensbeschreibungen und Schicksale. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Mühlhausen 2004. passim.
Adelsdorf Lit Mesusa7.jpg (35937 Byte)ders.: Mesusa 7. Der Tag, an dem meine Schoah begann. Die Geschichte des Baruch Ron. Ins Deutsche übertragen von Sylvia und Heribert Schmitz. Mühlhausen 2010.    
Informationen zu diesem Buch auf der Website www.mesusa.de 
Als Berthold Rindsberg wurde der Baruch Ron in Adelsdorf geboren. Im siebten Mesusa-Band ist seine Lebensgeschichte nachzulesen. 30 Exemplare wurden in hebräischer Sprache gedruckt. Zur Buchvorstellung waren sieben Nachkommen der Familie nach Franken gereist.
   
Michael Schneeberger: Die Juden von Adelsdorf. Reihe: Jüdische Landgemeinden in Bayern Nr. 15. In: Jüdisches Leben in Bayern. Mitteilungsblatt des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 20. Jg. Nr. 101 vom September 2006 S. 38-43.
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Adelsdorf S. 29-38.. 

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Adelsdorf. The community is first mentioned in 1669 as a victim of peasant riots. Few Jews lived there in the 18th century. Subsequently the Jews reached a peak population of 265 in 1837 (total 870) before steadily declining through emigration to the larger cities of Bavaria; in 1933, 60 remained. All 12 Jewish homes were vandalized on Kristallnacht (9-10 November 1938), and the interior of the synagogue was destroyed. Jews were again attacked after an attempt on Hitler's life in Munich (9 November 1939). Nine Jews under the definition of Germany's racial laws remained in Adelsdorf after 25 April 1942.   
    

                   
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Stand: 17. Juli 2014