Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Büchenbach (Stadt Erlangen)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Persönlichkeiten     
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur    

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde         
    
In dem bis 1803 zum Bistum Bamberg gehörenden Büchenbach gestattete der Bamberger Domprobst 1681 Juden die Niederlassung. Die Juden in Büchenbach unterstanden wie auch diejenigen in Fürth, Hirschaid, Burgellern und Maineck von nun an direkt dem Domkapitel und damit dem Domprobst. Der Fürstbischof selbst hatte auf diese Juden geringeren Einfluss. Die ersten Juden am Ort hießen Jacob und Salomon. Sie stammten aus Herzogenaurach und hatten bereits zuvor Handelsbeziehungen (Vieh und Krämereiwaren) nach Büchenbach unterhalten. Da es im Interesse der Büchenbacher Bevölkerung war, Händler am Ort zu haben, die ihnen Vieh und andere Waren besorgen konnten, stimmte dies der Ansiedlung von Juden für zunächst drei Jahre zu. Die Aufenthaltszeit wurde verlängert. Die beiden jüdischen Familien konnten alsbald in eigenen Häusern leben (Jacob in dem noch erhaltenen Gebäude Dorfstraße 19, Salomon Holzweg 1)  

1763
lebten zwei jüdische Familien am Ort. Insgesamt waren es 17 Personen, unter ihnen neun Kinder, drei Dienstknechte und Mägde sowie ein jüdischer Schulmeister.

In den folgenden Jahrzehnten entstand eine kleine jüdische Gemeinde, die 1811 74 und 1833 die vermutliche Höchstzahl von 103 Personen umfasste. 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde im 19. Jahrhundert eine Synagoge beziehungsweise einen Betsaal (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. 
  
Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam durch Aus- und Abwanderung (insbesondere nach Erlangen) ein schnelles Ende der jüdischen Gemeinde: 1874 wurde sie aufgelöst.
  
  
  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde       
  
 
Persönlichkeiten  
Erinnerung an Dr. David Morgenstern (geb. 1814 in Büchenbach, gest. 1882 in Fürth): 
1848 einer der ersten beiden jüdischen Abgeordneten im bayerischen Landtag  

Buechenbach AZJ 26121882a.jpg (132392 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 26. Dezember 1882: "Erinnerungen an Dr. Morgenstern. Fürth, den 12. Dezember 1882: Vor 28 Jahren vollzog sich in der bayerischen Landtagskammer ein für das Judentum denkwürdiges Ereignis. Die geschichtlichen Vorgänge sind der jetzigen Generation wenig bekannt, sie genießt die Früchte, die Ahnen führten den Kampf; vernachlässigt wird über dem widerlichen Parteikampfe des Tages der verlassene Boden früherer Schlachten um die Freiheit und Gleichheit der Konfessionen. Der Sturm, der in Frankreich den Thron Louis Philipps zertrümmerte, hatte auch die lang gärende Unzufriedenheit in Bayern zum Ausbruche kommen lassen, der glühende Funke loderte zur hellen Flamme empor und drohte Alles in Brand setzen zu wollen. der bis zum 27. Mai 1848 tagende bayerische Landtag erledigte eine Reihe freisinniger Gesetze; die gesetzlichen Verhältnisse der Juden in Bayern wurden dadurch verbessert, dass die Wählbarkeit zum Abgeordneten für unabhängig von der Konfession erklärt wurde. Zwei Wahlkreis machten sogleich von ihrem Rechte Gebrauch, der Wahlkreis Fürth-Nürnberg wählte unter drei Abgeordneten den Dr. Morgenstern, der Wahlkreis Hof-Münchberg den Dr. Arnheim, beide Israeliten. Die Wahl Arnheims war desto merkwürdiger, als im ganzen Wahlkreis kein einziger Jude wohnte. 
Dr. Morgenstern war am 7. März 1814 in Büchenbach bei Erlangen geboren, studierte die Rechte und praktizierte an einem Landgericht und bei mehreren Anwälten. Im Jahre 1848 kam er hierher, nahm eifrigen Anteil an den politischen Bestrebungen, entwickelte eine tüchtige Rednergabe bei strenger Konsequenz und großem Scharfblicke, machte sich durch klare Besonnenheit bemerklich und trat 1848 in den bayerischen Landtag ein. Das reaktionäre Ministerium v.d. Pfordten verlangte den provisorischen Ausschluss der pfälzischen Abgeordneten, wenn sie am Aufstande auch nicht beteiligt waren. Morgenstern mit der gesamten Linken traten energisch gegen diesen Gewaltakt auf... 
der weitere Text wurde an dieser Stelle nicht wiedergegeben, kann aber im Original eingesehen werden.
 Buechenbach Morgenstern.jpg (9514 Byte) Buechenbach AZJ 26121882b.jpg (385226 Byte) Buechenbach AZJ 26121882c.jpg (175343 Byte)  
Abbildung oben: David Morgenstern (Quelle: br-online s.u.)    

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge            
   
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Zahl der jüdischen Einwohner in Büchenbach für die Einrichtung eines eigenen Betsaales beziehungsweise einer Synagoge zu gering. Man ging zu den Gottesdiensten nach Bruck

1813 konnte eine Synagoge eingerichtet oder erbaut werden. Über die weitere Geschichte der Synagoge beziehungsweise des Betsaales liegen noch keine Informationen vor.

Über die baulichen Reste von Schule und Mikwe schreibt I. Schwierz 1988: "Die Schule mit der Mikwe im Keller ist heute noch erhalten. Sie befindet sich, nachdem sie 1912 renoviert worden war und gegenwärtig wieder einer Renovierung unterzogen wird, in Privatbesitz und ist Wohnhaus. Die Mikwe im Keller ist in Rudimenten (Wandnische im Kellerraum, zugemauerter Wassereinlass für die im Hofe heute noch vorhandene Quelle, Reste blauer Fresken) heute noch existent."  
   
  
Adresse/Standort der Synagogeauf Grundstück Kolpingweg 1a 
   

  
Darstellungen / Fotos    

Abbildungen / Fotos liegen noch nicht vor. Über Zusendungen / Hinweise freut sich der Webmaster von "Alemannia Judaica", Adresse siehe Eingangsseite.  
     

   
  

Links und Literatur 

Links:

Website der Stadt Erlangen  
Seite zu Dr. David Morgenstern bei br-online.de  

Literatur:  

Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 153. 
Die Zahlen für 1763 aus: A. Eckstein: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg. Bamberg 1898 S. 323 (Reprint 1985).

       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 25. November 2012