Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Mittelfranken"
     

Mühlhausen (Kreis Erlangen-Höchstadt)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Sonstiges    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen    
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)     
  
In Mühlhausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1942. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 15./17. Jahrhunderts zurück. 1464 wird erstmals ein Juden am Ort genannt, der als Kläger vor dem Landgericht Bamberg auftrat. Danach hört man wieder von Juden aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. In den Vogteirechnungen des Ortes von 1610/11 werden Schutzgelder der Juden Feustel, Amsel, Isaak Salamon und Abraham genannt. 1621 waren die jüdischen Familienhäupter Gerst, Amsel und Isaak. Auf Grund des Krieges flohen die jüdischen Einwohner 1631 von Mühlhausen nach Höchstadt, konnten jedoch nach dem Krieg zurückkehren. 1678 waren wieder acht jüdische Familien unter den Freiherren von Egloffstein am Ort. 

1709 und 1712 lebten neun jüdische Familien am Ort. Sowohl die Freiherren von Egloffstein wie auch die Bayreuther Markgrafen hatten Juden am Ort aufgenommen.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1809/10 178 jüdische Einwohner (24,0 % von insgesamt 741), 1811/12 187 (24,7 % von 758), 1817 45 Familien mit zusammen 196 Personen, davon 53 Jungen, 52 Mädchen sowie 6 jüdischen Dienstboten; 1824/25 208 (25,0 % von 833), 1867 150 (12,4 % von 1.212), 1880 112 (9,3 % von 1.206), 1890 111 (10,2 % von 1.086), 1900 77 (7,5 % von 1.029), 1910 66 (6,4 % von 1.035). Das Matrikelgesetz von 1813 räumte für Mühlhausen 45 Matrikeln ein. Zur jüdischen Gemeinde Mühlhausen gehörten nach der Auflösung der israelitischen Kultusgemeinde Vestenbergsgreuth auch die hier noch lebenden jüdischen Einwohner.

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Elementarschule (1869 bis 1920, zuletzt nur noch von den beiden Kindern des jüdischen Lehrers Hammelburger besucht, s.u.) beziehungsweise eine Religionsschule sowie ein rituelles Bad. Von mindestens 1754 bis 1835 war Mühlhausen Sitz eines Ortsrabbinates. Letzter Rabbiner war Wolf Jonas Steinacher (geb. 1764), der von 1796 bis 1835 als Rabbiner in Mühlhausen wirkte. Er wirkte zugleich als Vorsänger. Nach seinem Weggang wurde Mühlhausen zum Rabbinatsbezirk Burgebrach zugeteilt. Zur Besorgung der religiösen Aufgaben der Gemeinde wurde nun ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war (siehe Ausschreibungen der Stelle unten).     
        
Die jüdischen Lehrern Mühlhausens waren: 1869 bis 1871 Exspektant Meier Schmidt aus Weimarschmieden, 1871 bis 1876 sowie von 1880 bis 1906 Jakob Haas, dazwischen von 1876 bis 1879 Hieronymus Strupp von Memmelsdorf. Sein Nachfolger wurde Sigmund Hammelburger (1906-1928), der wie seine Vorgänger gleichfalls als Vorbeter in der Synagoge wirkte. Er wurde nach seiner festen Anstellung zum "Volksschullehrer" ernannt. Er hatte in den folgenden Jahren nur noch wenige Schüler zu unterrichten (1912 nur noch fünf), aber seine Unterrichtsergebnisse waren immer gut. Im Ersten Weltkrieg vertrat Hammelburger den zweiten Lehrer an der protestantischen Schule, da dieser ins Feld ziehen musste. 1920 wurde die israelitische Elementarschule aufgelöst. Hammelburger blieb zunächst als Religionslehrer, Vorbeter und Schächter und Mühlhausen. Dazuhin engagierte er sich in mehreren Vereinen des Ortes. 1928 bewarb er sich erfolgreich als Lehrer nach Ichenhausen. Hier blieb er bis zu seiner Emigration in die USA 1940 (gest. 1969).
   
Im Ersten Weltkrieg waren 13 jüdische Männer aus Mühlhausen Kriegsteilnehmer. Sie kamen mit teilweise hohen Auszeichnungen, teilweise jedoch auch schwer verwundet zurück. Von den jüdischen Kriegsteilnehmern ist Fritz Wahle gefallen (geb. 2.3.1878 in Mühlhausen, gef. 22.10.1916). Sein Name steht auf dem Gefallenendenkmal bei der Kirche. Unmittelbar daneben steht auch der Gedenkstein für die in der NS-Zeit ermordeten Juden aus Mühlhausen.   

Um 1924, als noch 50 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (5,8 % von insgesamt 850 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Theodor Bruckheim (seit 1920), H. Hellmann, Albert Schloß, J. Reinhold und G. Wassermann. Die Gemeinde gehörte seit 1924 zum Distriktsrabbiner Bamberg.  

1933 wurden noch 43 jüdische Gemeindeglieder gezählt (4,4 % von 977). Erster Gemeindevorsteher war weiterhin Theodor Bruckheim (vgl. unten Artikel zu seinem 60. Geburtstag 1935). Zunächst verzogen nur wenige der jüdischen Einwohner aus Mühlhausen. Im März 1936 schlugen Unbekannte bei zwei jüdischen Wohnungen die Fenster ein. Beim Novemberpogrom 1938 drangen auswärtige SS-Leute unter Mithilfe der örtlichen SA-Leitung in die 15 jüdischen Häuser des Ortes ein und beschädigten Türen, Fenster, Hausrat und Möbel. Die meisten der Männer wurden in das KZ Dachau gebracht. Zwischen 1938 und 1942 verließen 28 jüdische Personen den Ort (16 wanderten aus, zwölf verzogen innerhalb Deutschlands), acht verstarben in Mühlhausen. Zwei der vier letzten jüdischen Einwohner wurden von Mühlhausen aus am 25. April 1942 nach Izbica Polen deportiert. Danach lebten nur noch die beiden Frauen Luise Reizenstein geb. Wassermann und Auguste Wassermann am Ort. Sie wurden am 9. September 1942 in das KZ Theresienstadt verschickt.       
     
Von den in Mühlhausen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach dem Shoah-Mahnmal in Mühlhausen; ergänzt durch beziehungsweise verglichen mit den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Selma Bing (1892), Marie Brandis (1865), Hugo Bruckheim (1878), Julius Bruckheim (1872), Simon Bruckheim (1873), Anna (Nanny) Dingfelder geb. Löbstein (1868), Louise (Luise) Ehrlich geb. Reizenstein (1863), Lina Freudenthal geb. Hellmann (1861), Ludwig Fuld (1877), Bertha Guth geb. Blumenthal (1882), Dr. Manfred Moses Haas (1885), Julie Krämer geb. Wahle (1876), Jeanette Lehmann geb. Hammelburger, Hermann Lehmann (1923), Wilhelm (Willi) Lehmann (1893), Hugo Löbstein (1876), Ernst Reizenstein (1866), Louise (Luise) Reizenstein geb. Wassermann (1872), Luise Sachs geb. Offenbacher (1856), Emma Schloß geb. Löwenthal (1874), Rosa Wahle (1875), Meta Wahle (1880), Auguste (Gusta, Gusti) Wassermann (1874), Julius Wassermann (1926), Martha Wassermann geb. Kahn (1893), Margot Wassermann (1924).   
Anmerkung: Die Angaben bei Yad Vashem sind wenig hilfreich, da es mehrere Mühlhausen (insbesondere Mühlhausen in Thüringen) mit ehemaligen jüdischen Gemeinden gibt, zwischen denen oft nicht klar genug differenziert werden kann
.   
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1870 / 1871 / 1876  

Muehlhausen Israelit 09111870.jpg (54140 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. November 1870: "Offene Lehrer-Stelle. Die hiesige Elementar- und Religionslehrer-Stelle ist erledigt, der Gehalt beträgt 350 Gulden mit freier Wohnung, Nebenverdienste belaufen sich wenigstens auf 200 Gulden besondere Berücksichtigung finden diejenigen, welche Kenntnisse in Musik und in neueren Sprachen besitzen, und stellt sich in diesem Falle das Honorar für Privat-Unterricht dem Gehalt gleich heraus. Bewerber wollen sich innerhalb 3 Wochen an den Unterzeichneten wenden. 
Mühlhausen bei Bamberg, den 4. November 1870. Michael Reizenstein, Kultus-Vorstand."
  
Muehlhausen Israelit 05071871.jpg (45052 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Juli 1871: "Offene Lehrerstelle. Durch Erkrankung unseres Lehrers ist die hiesige Elementar-, Religionslehrer- und Vorbeterstelle in Erledigung gekommen. Der fixe Gehalt beträgt 350 Gulden nebst freier Wohnung. Die Nebenverdienste können sich, wenn in neueren Sprachen Unterricht erteilt werden kann, dem Gehalte gleich stellen. Bewerber wollen sich an Unterzeichneten wenden. 
Mühlhausen bei Bamberg. Michael Reizenstein, Vorstand."
  
Muehlhausen Israelit 28061876.jpg (47998 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Juni 1876: "Offene Lehrerstelle. Die hiesige Elementar-Lehrer- und Vorsänger-Stelle ist in Erledigung gekommen und soll so rasch als möglich wieder besetzt werden. Der fixe Gehalt beträgt inklusive des Staatszuschusses Mark 900, die Nebeneinkünfte entziffern jährlich ca. Mark 500, ferner kann auch die Schächterstelle damit angegeben werden, die ein jährliches Einkommen von Mark 300 bring nebst freier Wohnung. Summe Mark 1.700. Bewerber wollen ihre Gesuche unter Beilegung ihrer Zeugnisse baldmöglichst an den Unterfertigten einsehen. Mühlhauen bei Bamberg, 21. Juni 1876. Philipp Brandeis, Kultus-Vorstand."

   
Lehrer Sigmund Hammelburger übernimmt die Stelle in Ichenhausen (1929)

Muehlhausen BayrGZ 15011929.jpg (15640 Byte)Meldung in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Januar 1929: "Personalien. Die Volksschullehrerstelle Ichenhausen wurde dem Lehrer Sigmund Hammelburger, bisher Lehrer in Mühlhausen (Oberfranken), übertragen."

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Über Tobias Koen (1763-1849)  

Muehlhausen Koen 01.jpg (81029 Byte)Tobias Koen (geb. 1763 in Mühlhausen, gest. 1849 in Paris): seit 1793 in Paris als Chirurg, um 1800 oder bereits zuvor war er Pediküre von Joséphine de Beauharnais, der Ehefrau von Bonaparte, den er selbst auch bereits 1801 gepflegt hat. Seit 1810 war er Chirurg-Pediküre des Gesundheitsdiensts des Kaisers, 1811 auch einige Zeit Fußpfleger von Papst Pius VII. Er hatte einen hervorragenden Ruf und konnte sich später auch als Chirurg-Pediküre von Herzog und Herzogin von Berry (seit 1814), und später Königs Karl X. bezeichnen. Zahlreiche andere hochgestellte Persönlichkeiten ließen in diesen Jahren ihre Fußpflege von Tobias Koen vornehmen. Nach 1837 war Koen möglicherweise noch Fußpfleger des Dichters Victor Hugo.

   
Kaufmann Julius Wassermann ist Vorsteher des örtlichen Kriegervereins (1891)
   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1891: "In Mühlhausen (Oberfranken) bildete sich vor etwa einem halben Jahre ein Kriegerverein. Zum Vorstande dieses Vereins wurde ein Glaubensgenosse Herr Kaufmann Julius Wassermann, der als Feldwebel den Feldzug 1870/71 mitmachte und in demselben sich öfters auszeichnete, erwählt. Bei der am 14. Juni stattgefundenen Fahnenweihe repräsentierte er würdevoll diesen Ehrenposten und erwarb sich hierdurch die Sympathien aller Festversammelten. Zu bemerken ist noch, dass dem vereine nur zwei Israeliten angehören. - Gewiss ein schönes Zeichen des friedlichen Einvernehmens der Konfessionen. -k."    


60. Geburtstag von Theodor Bruckheim (1935)     

Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. Mai 1935: "Mühlhausen in Oberfranken. Herr Theodor Bruckheim in Mühlhausen in Oberfranken beging am 9. Mai seinen 60. Geburtstag. An diesem Freudentage nahm die Gemeinde, die Herrn Bruckheim zu größtem Dank verpflichtet ist, innigen Anteil, denn er bekleidet seit 16 Jahren das Amt des Kultusvorstandes in mustergültiger Weise und hat es verstanden, die Kultuseinrichtungen der Gemeinde trotz der schweren Zeiten bis zum heutigen Tage aufrecht zu erhalten."     

      
    
  
Sonstiges        
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert: 
Grabstein in New York für Sophia Uhlfelder aus Wachbach (1823?-1898)   
   
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn.      

Wachbach New York Salem 1673a.jpg (92204 Byte)   Wachbach New York Salem 1673.jpg (155086 Byte)Grabstein für "Our Beloved Parents  
Abraham Uhlfelder born in Mulhausen bei Bamberg Bavaria Died Nov. 20 1899 Aged 78 Years" und
"Sophia Uhlfelder Born in Wachbach bei Mergentheim Wurtemberg. Died July 25 1898 Aged 76 years"
 

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge             
    
Bereits vor 1686 war ein Betsaal beziehungsweise eine Synagoge vorhanden. In diesem Jahr (1686) war dieses Gebäude baufällig und nicht mehr anständig. Hierauf wies Albrecht von Egloffstein der Gemeinde einen zum Schlossgarten gehörigen Platz zu, auf dem ein Synagogenneubau ausgeführt werden konnte. 

1754
wurde am selben Platz eine neue Synagoge erbaut. 1833 wurde die Synagoge innerhalb von vier Monaten umfassend renoviert und am 6. September 1833 neu eingeweiht. Die Predigt des Rabbiners Wolf Jonas Steinacher zu diesem Anlass ("Synagogeneinweihungsrede vom Königlichen Rabbiner W. J. Steinacher in Mühlhausen gehalten am Abend des 6ten September 1833") ist noch erhalten, da Steinacher diese der Königlichen Regierung des Obermainkreises zur Kenntnisnahme übersandte.. Die Synagoge konnte renoviert werden u.a. auf Grund einer Spende des nach London ausgewanderte Mühlhausener Juden Salomon Abraham. Dieser hatte testamentarisch 30 Stück Karolin (ungefähr 330 Gulden) zur Verschönerung der Synagoge in Mühlhausen vermacht. Die übrigen Kosten hatte die jüdische Gemeinde auf Grund einer Kollekte unter den Gemeindegliedern übernommen. Im Zuge der Renovierung waren die bis dahin einzeln stehenden Betstühle neu hergerichtet und in zusammenhängenden Reihen aufgestellt worden. Der Fußboden war zur Trockenlegung des Gebäudes höher gelegt worden  

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und völlig verwüstet: SS-Leute, die zuvor die Juden in Adelsdorf überfallen hatten, waren von dort nach Mühlhausen gekommen. Sie brachen durch ein Fenster in die Synagoge ein und zerschlugen die Inneneinrichtung. Ein Teil der Inneneinrichtung und die Ritualien wurden auf den Marktplatz geschleppt und dort verbrannt. 
Im April/Mai 1949 fand vor dem Landgericht Bamberg ein Prozess gegen einige der am Novemberpogrom Beteiligten statt. 18 erhielten Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu vier Jahren, einer wurde freigesprochen.

Das Synagogengebäude blieb nach 1945 erhalten und wurde zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus - ein charakteristischer Walmdachbau mit gequaderten Eckpilastern - umgebaut.   
   
   
Adresse/Standort der SynagogeSchlossweg 5             
    
Besondere Gebäude: 1924 wurde eine von den beiden Brüdern Sigmund und Otto Reizenstein gestiftete "Kleinkinderbewahranstalt" eingeweiht. Die beiden Brüder Reizenstein wurden 1925 zur Ehrenbürgern der Gemeinde Mühlhausen ernannt. 
   

   
Fotos
(Historisches Foto von Theodor Harburger, Aufnahmedatum 11. Juni 1929; Quelle: Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem; veröffentlicht in Th. Harburger: "Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. 1998Bd. 3 S. 397) 

Historisches Foto  Muehlhausen Synagoge 011.jpg (68741 Byte) Muehlhausen Synagoge 010.jpg (93888 Byte)
  Blick zum Aron HaKodesch (Toraschrein);
 links die Kanzel
Ausschnittsvergrößerung: Chanukkaleuchter, 
Pult, dahinter Toravorhang (Parochet)
       
Neuere Fotos   Muehlhausen Synagoge 100.jpg (15048 Byte) Muehlhausen Synagoge 102.jpg (38465 Byte)
    Quelle: www.synagogenprojekt.de
  
Eingangstor mit dem Wappen derer von Egloffstein
 (Bärenkopf; Foto: Jürgen Hanke, Kronach)
     
Der Gedenkstein für die aus Mühlhausen in der NS-Zeit umgekommenen jüdischen Personen 
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach; Fotos vom Juli 2002)  
  
Muehlhausen Gedenkstein 010.jpg (166452 Byte) Muehlhausen Gedenkstein 011.jpg (182018 Byte) Muehlhausen Gedenkstein 012.jpg (158836 Byte)
Text der Vorderseite: 
WIR GEDENKEN
DER JÜDISCHEN MITBÜRGER
MÜHLHAUSENS
DIE WÄHREND DER
NATIONALSOZIALISTISCHEN DIKTATUR
GEDEMÜTIGT, VERFOLGT, VERTRIEBEN
UND ERMORDET WURDEN
Selma Bing, Marie Brandis, Hugo Bruckheim,
Julius Bruckheim, Simon Bruckheim, Lina
Freudenthal geb. Hellmann, Bertha Guth
geb. Blumenthal, Julie Krämer geb. Wahle,
Wilhelm Lehmann, Jeanette Lehmann
geb. Hammelburger, Hermann Lehmann,
Hugo Löbstein, Luise Reizenstein geb.
Wassermann, Emma Schloß geb. Löwenthal,
Rosa Wahle, Meta Wahle, Auguste
Wassermann, Martha Wassermann geb. Kahn,
Margot Wassermann, Julius Wassermann
WIR LERNEN NUR, WENN WIR NICHT VERGESSEN
Rückseite:
KZ Zamosc KZ Izbica/Lublin
KZ Theresienstadt KZ Auschwitz
KZ Izbica KZ Piaski
KZ Minsk KZ Lodz/Litzmannstadt. 
     

   
     

Links und Literatur   

Links:

Website des Marktes Mühlhausen  
Informationen zum jüdischen Friedhof in Mühlhausen (interner Link)

Literatur:  

Germania Judaica III,2 S. 893-894.
Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 144-146.
Israel Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 166-167.
Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 242-243.
Johann Fleischmann: Mesusa 2. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Mühlhausen 2000. passim. (Insbesondere: Mühlhausen 1833: Predigt des Ortsrabbiners Steinacher nach erfolgter Synagogenrenovierung S. 102-116; Mühlhausen 1919: Gemeinde feiert Kriegsheimkehrer S. 161-167; 1942: Mühlhausen ist "frei von Juden!" S. 205-208; 40 Jahre nach dem Novemberpogrom: Mühlhausener Pfarrer klagt wegen eigener Untätigkeit S. 215-218).
ders.: Mesusa 3. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Die jüdischen Friedhöfe von Zeckern usw. Mühlhausen 2002. passim. (Insbesondere: 1738 - Der jüdische Friedhof von Mühlhausen S. 239-278).
ders.: Mesusa 4. Lebensbeschreibungen und Schicksale. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Mühlhausen 2004. passim. (Insbesondere: 1763-1849 - Tobias Koen, geboren in Mühlhausen, Chirurg-Pédicure von Kaiser Napoleon S. 21-56; Christian Plätzer: Spuren des fränkisch-jüdischen Lehrers Sigmund Hammelburger und seine Familie S. 310-363).  
Muehlhausen Lit 015.jpg (52838 Byte) Johann Fleischmann: Dr. Manfred Moses Haas. geboren am 3. Januar 1885 in Mühlhausen. Erlangen - Würzburg - Westfront - München - Leipzig. 1942 nach Theresienstadt deportiert - 1944 in Auschwitz ermordet. 
Reihe Mesusa Bd. 6. Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. 2008. Hrsg. vom Arbeitskreis "Jüdische Landgemeinden an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach". 414 Seiten mit 241 z.T. farbigen Abbildungen. 
ISBN 978-3-933623-14-0  20 €    vgl. www.mesusa.de      
Bayern SynGedenkband II.jpg (63426 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band II: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager, unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern, Teilband 2: Mittelfranken. Lindenberg im Allgäu 2010. 
Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu

ISBN 978-3-89870-448-9.   Abschnitt zu Mühlhausen S. 434-447. 

    
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Muehlhausen  Upper Franconia. The community suffered grievously during the Thirty Years War (1618-1848), fleeing to Hoechstadt in 1631. In the early 18th century, it consecrated a cemetery and synagogue. The Jewish population reached 187 in 1812 (total 758), declining steadily to 43 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue and 15 Jewish homes were vandalized. On 14 May 1939, nearly all the tombstones in the cemetery were smashed. In 1938-42, 16 Jews emigrated, including 11 to the United States, and 12 left for other German cities. The last four Jews were deported to Izbica in the Lublin district (Poland) and to the Theresienstadt ghetto in 1942.     
          
           

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

               

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 04. Dezember 2013