Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Memmelsdorf (Gemeinde Untermerzbach, Kreis Haßberge) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 
   

Zur jüdischen Geschichte in Memmelsdorf siehe die Seiten bei  
www.synagoge-memmelsdorf.de 

  

Bei "Alemannia Judaica" finden Sie:

Eine Seite zum jüdischen Friedhof in Memmelsdorf (interner Link)  
Einige Berichte / Anzeigen zu Memmelsdorf aus jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhundert  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen    
Links   
A short english article on the jewish history of Memmelsdorf  


  

Einige Berichte / Anzeigen zu Memmelsdorf aus jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts 

Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     
Ausschreibungen der Stelle des jüdischen Lehrers / Vorbeters / Schochet 1884 / 1889 / 1921   

Memmelsdorf Israelit 28081884.jpg (70950 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1884: "Die hiesige israelitische Elementar-Schulverweserstelle mit Vorsänger- und Schächterstelle wird hiermit zur Bewerbung ausgeschrieben. 
Die Stelle trägt nebst freier Wohnung und freier Beheizung: a) von der Kultusgemeinde inklusive Staatszuschusses Mark 600, b) Zur Ausübung der Schächterfunktion Mark 300, c) weitere Nebenverdienste circa Mark 200,  d) für wöchentlich 2maligen Religionsunterricht in dem ¼ Stunde entfernten Untermerzbach Mark 120. 
Außerdem steht einem tüchtigen Lehrer noch eine weitere Zulage aus Privatmitteln zu Gebote. Gesuche sind bis zum 15. September dieses Jahres an den unterzeichneten Vorstand einzusenden.
Memmelsdorf (Amts-Ebern), den 23. August 1884. Ab. Nordheimer, Kultus-Vorstand".  
      
Memmelsdorf Israelit 20061889.jpg (58680 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Juni 1889: "Die hiesige israelitische Elementar- und Schulverweserstelle mit Vorsänger- und Schächterstelle wird hiermit zur Bewerbung ausgeschrieben. 
Die Stelle trägt nebst freier Wohnung und Heizung:  a) Von der Kultusgemeinde inklusive Staatszuschusses 600 Mark, b. für die Ausübung der Schächterfunktion hier und Merzbach ca. 300 Mark, c. weitere Nebenverdienste ca. 200 Mark, d. für wöchentlich 2maligen Religionsunterricht in dem ¼ Stunde entfernten Untermerzbach 120 Mark, außerdem steht einem tüchtigen Lehrer noch eine weitere Zulage aus Privatmitteln zu Gebote. 
Gesuche sind bis zum 1. Juli dieses Jahres an den unterzeichneten Vorstand einzureichen. 
Memmelsdorf (Amt Ebern). J. Langstädter, Kultusvorstand."  
   
Memmelsdorf Israelit 19051921.jpg (40795 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Mai 1921: "Die Israelitische Kultusgemeinde Memmelsdorf (Unterfranken) sucht zu sofortigen Eintritt einen guten Vorbeter und Schochet, der auch Religionsunterricht erteilen kann. Schöne Wohnung vorhanden. Angebote an Vorstand Lauchheimer." 

      
Zum Tod des Lehrers Moses Mack (1899)

Aufhausen Israelit 14121899.jpg (72384 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Dezember 1899: "Aufhausen bei Bopfingen. Lehrer Moses Mack, welcher seit 12 Jahren in der hiesigen Gemeinde lebte und sich einer allgemeinen Achtung erfreuen durfte, wurde heute zu Grabe getragen. Lehrer B. Adler widmete dem im Schulamte ergrauten Lehrer eine erhebende Grabrede. Der sanft Entschlummerte, welcher nahezu das selten hohe Alter von 85 Jahren erreicht, wirkte 51 Jahre in den bayrischen Gemeinden Memmelsdorf (bis 1868) und Reckendorf als Elementarlehrer. Dem Verblichenen wurde die hohe Auszeichnung zuteil, dass er bei seinem 50jährigen Lehrerjubiläum von der königlichen Regierung Bayerns die Verdienstmedaille des Ludwigsordens verliehen bekam."

    
Aus der Zeit des Lehrers Leopold Anfänger (Lehrer in Memmelsdorf von 1900 bis 1905)

Auch in Memmelsdorf war eine prägende Gestalt des jüdischen Gemeindelebens der Religionslehrer, der zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war. Die Stelle wurde bei anstehenden Neubesetzungen immer wieder neu ausgeschrieben (s.o.).
In besonderer Erinnerung in der Gemeinde blieb Lehrer Leopold Anfänger, dessen pädagogisches Geschick und dessen Wille zu einem guten christlich-jüdischen Miteinander vor Ort auch in mehreren in der Zeitschrift "Der Israelit" erschienenen Artikeln zum Ausdruck kamen. In seinem Beitrag über ‚Kleinigkeiten’ hebt er hervor, wie die oft unscheinbaren religiösen Traditionen in Haus und Synagoge für eine anschauliche religiöse Erziehung von Bedeutung sein können.  Im Aufsatz über das "Schächten und die Sonntagsruhe" setzt er sich für ein Beachten der Sonntagsruhe auch durch Juden ein – eine Einstellung, die wohl kaum einmal von Seiten der christlichen Bevölkerung eine entsprechende Reaktion im Blick auf die Respektierung der Sabbatruhe gefunden hat. 
 
Zur Biographie von Leopold Anfänger (nach Reiner Strätz: Biographisches Handbuch Würzburger Juden 1900-1945. 1989 S. 57-58): 
   
Leopold Anfänger, geb. 9. August 1868 in Waltershausen/Unterfranken
als Sohn von Jakob Anfänger und der Rosa geb. Fleischmann. Leopold Anfänger war nach der Ausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg (Examen 1888), Religions- und Volksschullehrer in Schonungen, Willmars und Memmelsdorf, bis er 1905 als Nachfolger von Jakob Weißbart an die Israelitische Lehrerbildungsanstalt nach Würzburg berufen wurde. Hier wirkte er fast drei Jahrzehnte (zuletzt als Seminar-Oberlehrer), bis er 1933 pensioniert wurde und nach Köln verzog, wo er am 24. Juli 1936 verstorben ist. Er wurde in Köln beigesetzt. 
Leopold Anfänger war seit 1895 (in Schonungen) verheiratet mit Hedwig geb. Steinberger (geb. 6. Dezember 1875 in Schonungen als Tochter des Viehhändlers Lazarus Steinberger und der Eva geb. Linz). Aus der Ehe stammten die Kinder Karl Anfänger (geb. 21. April 1896 in Willmars, später als Kaufmann in Halberstadt, Stockholm, ab 1924 in Köln tätig, emigrierte in die USA, gest. Juli 1979 in Miami Beach), Herbert Anfänger (geb. 26. Juli 1897 Willmars, gefallen 17. April 1917 in Frankreich), Ludwig Anfänger (geb. 1899 in Willmars, nach Studium der Medizin ab 1926 als Arzt in Berlin tätig, emigrierte 1933 oder danach nach Zürich), Berta verh. Kaufmann (geb. 1901 in Memmelsdorf, lebte mit ihrem Mann Moritz Kaufmann später in Dortmund, emigrierte in die USA), Rosa verh. Grünert (geb. 16. September 1908 in Würzburg)
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"Kleinigkeiten. Pädagogische Plauderei" von Leopold Anfänger in Memmelsdorf in "Der Israelit" vom 13. Februar 1902

Memmelsdorf Israelit 13021902.jpg (289861 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Februar 1902: "Kleinigkeiten. Pädagogische Plauderei von Leopold Anfänger in Memmelsdorf. 
Es ist eine erfreuliche Tatsache, dass im Prinzip die Rückkehr zum altüberlieferten Väterglauben, zur Rechtgläubigkeit, als großer Zug durchs ganze Judentum geht. Umso betrübender und befremdender Ist aber andererseits die Tatsache, dass in Bezug aufs religiöse Leben und die vielen hierbei zu beobachtenden Regeln, Gebräuche und Observanzen oft die krasseste Unwissenheit herrscht, die verkehrtesten Ansichten und Anschauungen zutage treten. Es ist ein großes Unrecht, hierfür allein die Schule und ihre Organe verantwortlich zu machen, was leider nur zu oft geschieht; ohne Selbstüberschätzung darf es ausgesprochen werden, dass die große Mehrheit des jüdischen Lehrerstandes mit heiligem Eifer bemüht ist, die Jugend Israels zu festigen in Torakenntnis und Gottesfurcht. Einige Hinweise und Andeutungen auf wertvolle Hilfsmittel zur Förderung dieses Strebens möchte diese kleine Plauderei bieten.
Der Unterricht entbehrt vielfach der Anschaulichkeit, die reichlich vorhandenen Anschauungsmittel werden nicht ausgenützt, sie erscheinen zu sehr als ‚Kleinigkeiten’.
Man bemüht sich, Pläne und Modelle des Stiftszeltes und seiner Einrichtung etc. zu konstruieren, um sie dem kindlichen Geiste verständlich zu machen, ganz schön, - aber welchen Vorteil hat das ‚religiöse Leben’ der Jetztzeit davon? Andererseits klagt man über den Mangel an Veranschaulichungsmittel, die als begründende Anknüpfungspunkte dienen könnten und schreibt häufig diesem vermeintlichen Mangel den oft geringen ‚praktischen’ Erfolg des religiösen Unterrichts zu, und bedenkt nicht, dass Synagoge und Schule, Haus und leben uns eine Fülle der Anschauung bieten, die nur der Ausnützung harren. Hatte wohl das alte ‚Cheder’ (Lernstube) solch’ eine reiche Ausstattung an ‚modernen’ Anschauungsmitteln, dass es uns in seinen praktischen Erfolgen bzw. religiösen Wissens und religiösen Lebens heutzutage kaum erreichbar scheint? Nein, aber es kannte und nützte jene ‚Kleinigkeiten’. Sehen auch wir uns ein wenig nach ihnen um!

Wohl jedes jüdische Haus hat seinen jüdischen Kalender, Luach. – Wie viele Kinder sind imstande, aus diesem umfassenden ‚Religionsbuch’ zu lesen, seine Zeichen und Abbreviaturen, seine Andeutungen und Tabellen zu lesen, zu verstehen, zu deuten? Es sind ja nur ‚Kleinigkeiten!’
Jedes Kind hat ein Gebetbuch, eine Tefila, und fast bei jedem Gebete finden wir angaben über ‚was, wann, warum, wie’, bald in rabbinischer, bald in jüdisch-deutscher Schrift, bald in Abkürzungen; wie viele kennen sie, wissen davon, beachten sie? ‚Kleinigkeiten!’
Gehen wir zum Gotteshause! Neben der Eingangspforte fällt uns eine Quarder (gemeint der Hochzeitsstein, Chuppa-Stein) ins Auge, die eingemeißelt einen Davidsstern, einen Kelch und die Buchstaben ‚M’T’ zeigt. Wie viele wissen heutzutage, da man die Trauungen in Gasthaussälen stattfinden lässt, von der sinnigen Zeremonie, die sich an diese Quarder knüpft, der sie diente? ‚Kleinigkeiten!’
Wir treten ein in das Gotteshauses heilige Räume: "erkenne, vor wem du stehst", leuchtet es uns in goldenen Lettern vom Aron haKodesch (Toraschrein) her entgegen, die Keter Tora (Torakrone) und eine Krone sehen wir auf dem Parochet (Toraschreinvorhang), dasselbe auf den Toramäntelchen. Kann es herrlichere Veranschaulichungsmittel geben für die Heiligkeit und Würde des Gotteshauses, für die Bedeutung der Tora, für die Wertschützung der Tora und ihrer Träger, - aber wie viele können jene Buchstaben enträtseln, jene Zeichen deuten, ja wie viele gehen achtlos an ihnen vorüber, ohne eine Ahnung von ihrem Vorhandensein, wie viele, die an Sabbaten und Festen die Torarollen mit den silbernen, sog. Ez Chaiim schmücken, sind des Verses eingedenk: ‚Der Lebensbaum ist es um…’ wie viele beherzigen ihn? ‚Kleinigkeiten!’
Es ist in manchen Gegenden fromme Sitte, das Linnenstück, auf dem das Kind beim heiligen Akte der Miloh (Bescheinigung) ruhte, später zur Umwickelung der Torarollen zu verwenden und mit dem bekannten Inhalt, Namen und Geburtszeit des Kindes und dem Wunsche, es möge heranwachsen zur Tora und zu guten Taten zu bemalen oder zu besticken. Spricht dieser Gebrauch und dieser Inhalt nicht mehr als Bücher und Bände über Elternpflichten und Kindererziehung? Und doch, Hand aufs Herz, wie viele Eltern kennen Sinn und Bedeutung der Worte, die sie wohl gar selbst nach Vorzeichnung gemacht oder gestickt haben? ‚Kleinigkeiten!’
Es ist Gottesdienst! Mit Zylindern und Feierkleidern stehen die Gemeindeglieder da, jeder hat seinen Talis (Gebetsschal) und jeder hat die Berocho (Segensspruch) gesprochen ‚um zu tragen die Zizit’; aber gar Manche haben sich nicht in den Talis gehüllt, sondern – sit venia verbo – ein Halstuch umschlungen! *Kleinigkeiten’.
Und so würde sich noch gar Vieles und Vielerlei finden, das in seiner Anschaulichkeit als Ausgangspunkt für praktisch-religiöse Belehrung dienen könnte, und dann erst ist ein wirklicher Erfolg erzielt, wenn es zur allgemeinen Überzeugung geworden ist: Im religiösen Leben gibt es keine ‚Kleinigkeiten!’."

  
"Das Schächten und die Sonntagsruhe" von Leopold Anfänger in Memmelsdorf in "Der Israelit" vom 17. April 1902

Memmelsdorf Israelit 17041902.jpg (325851 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. April 1902: "Das Schächten und die Sonntagsruhe. Von Leopold Anfänger – Memmelsdorf. 
Die heilige und geheiligte Institution der Schechita mag wohl zur Zeit die am heftigsten befehdete Einrichtung des Judentums sein. Allerdings ließe sich auch hier interpretieren: ‚Viel Feind’ – viel Ehr’! – Gerade durch die maßlosen Angriffe gegen die jüdische Schlachtmethode wurden ja auch jene monumentalen Gutachten der größten Kapazitäten auf den einschlägigen gebieten veranlasst, die für jeden, der sehen und hören will, die Vorzüglichkeit des Schächtens als Tötungsart kipp und klar erweisen. Aber fortwährend gilt es, auf der Warte zu sein, denn offen und heimlich wird gegen das Schächten weiter gewütet und gewühlt, und insbesondere sollte von jüdischer Seite sorgfältig alles vermieden werden, was ohne eigentlich mit der Schechita als Gottesgebot im Zusammenhang zu stehen, doch auf Schächten und Schächter und Schächtinteressenten irgend ein Odium werden könnte, was bei der andersgläubigen Bevölkerung Befremden, Ärgernis erregen dürfte und hier möchte ich besonders vor dem Schächten an den Sonntagen und christlichen Feiertagen warnen.
Vor einigen Wochen brachte erst ein solches Vorkommnis – Schächten am Sonntag, mehrere beteiligte Personen in Berührung mit dem Strafrichter. Ein Lehrer, zugleich Schochet, hatte in seiner Filialgemeinde, die er in der Regel am Sonntag besucht, um Religionsunterricht zu erteilen, bei einer solchen Gelegenheit auch für einige Privatleute Großvieh geschlachtet und erhielt nun, ebenso die betr. Privaten, sowie einige weitere jüdische Einwohner, die zugeschaut und vielleicht durch einige Handgriffe aus Gefälligkeit Beihilfe geleistet hatten, staatsanwaltliches Strafmandat nebst Kostenbelastung. Auf die natürlich eingelegte Berufung kam es zur Verhandlung und das Schöffengericht verurteilte alle Beteiligten zu Geldstrafen von 5-25 Mark nebst Kostenbelastung. Jedenfalls eine ‚teure Schechita’ und eine harte Lehre.
In einem anderen Falle hatte ein Metzger am Sonntages schlachten lassen, wurde aber vom Schöffengerichte freigesprochen, da er glaubwürdig nachweisen konnte, dass er unbedingt Fleisch gebraucht habe, als jüdischer Metzger dies aber auf keine andere Weise als durchs Schächtenlassen erlangen könne.
In verschiedenen Gegenden besteht die Auffassung – jedenfalls hervorgerufen durch darauf bezügliche Entscheidungen der Versicherungskammern – dass das Schächten ein Gewerbebetrieb sei und demnach die Ladenstunden der offenen Geschäfte auch als Schächtstunden zu gelten hätten. Ob aus dieser Praxis sich nicht ebenfalls Kollisionen mit der richterlichen Auffassung vom Wesen der Sonntagsruhe ergeben dürften oder vielleicht schon ergeben haben, ist mir nicht bekannt.
Sp verschiedenartig nun auch die herrschende Praxis sowohl als die individuelle Rechtsanschauung oder Rechtsauffassung sein mag: man sollte sich stets hüten, in diesem Punkte, wo ja in den allermeisten Fällen ein Ausweg ohne große Müh und Beschwerde gangbar sich bietet, einen Anstoß zu erregen; der ins Wasser geworfene Stein zieht eben immer weitere Kreise. Selbst wenn wir überzeugt wären, das Recht auf unserer Seite zu haben, möchte ich in diesem Punkte zur äußersten Vorsicht, zum weitesten nachgeben raten, um nicht durch einen zweifelhaften kleinen Erfolg Größeres und Wichtigeres aufs Spiel zu setzen. Im Wesentlichen werden wohl nur die Landgemeinden von dieser Angelegenheit berührt werden, denn die größeren Städte haben ja ihre Schlachthäuser und Schlachthöfe mit genau regulierten Schlachtzeiten, auf dem lande aber wird und sollte sich umso leichter und eher die feste Maxime einfügen und durchführen lassen: ‚Am Sonntag wird nicht geschächtet.’
Am Schluss an Vorstehendes kann ich nicht umhin, noch auf einen weiteren Überstand hinzuweisen, der namentlich bezüglich des Geflügelschächtens leider in gar vielen Landgemeinden anzutreffen ist, wo man eines entsprechenden Schächtraumes für Geflügel ermangelt. Da wird gar oft im offenen Hofe vor aller Augen, mitunter in Gegenwart zahlreicher Kinder als Zuschauer, geschlachtet und die schnell versammelte Gassenjugend gaudiert sich an de Todeszuckungen.
Im Winter, zur so genannten Gänsezeit, wird nicht selten der Schochet ins Haus der Interessenten zitiert und in diesem Falle muss mitunter selbst der Garten oder gar die Dorfstraße als Schächtplatz herhalten; an Zuschauern, die ihre Witze reißen, fehlt es da natürlich erst recht nicht, und in der Regel werden noch einige christliche Nachbarinnen und gute Freundinnen aufgefordert, mit Schüsselchen und Töpfchen das Blut aufzufangen, und was dergleichen Annehmlichkeiten mehr sind. Dass dadurch die Schechita profanisiert, ihres heiligen Charakters entkleidet wird – natürlich nicht in ihrem Wesen, nur in der Meinung der Menge – wer wollte da wohl bestreiten?
Ich hatte vor nunmehr ca. 5 Jahren Gelegenheit, mit dem leider viel zu früh heimgegangenen Distriktsrabbiner von Kissingen, M.L. Bamberger s.A., über diese Angelegenheit eingehend zu konferieren und er erschien bald darauf eine Zirkularverfügung für den Rabbinatsbezirk (ca. 30 Gemeinden), deren wesentlichste Punkte ich aus dem Gedächtnis zitierte: 1) Das Schäch-
Memmelsdorf Israelit 17041902a.jpg (49117 Byte)ten darf nur in vollständig abgeschlossenem Raum stattfinden. 2) Der Transport der Schlachttiere hat stets in Säcken, Körben und dergleichen zu geschehen; wo solche fehlen, ist die Schechita zu verweigern. 3) Kein Tier darf, ehe es völlig tot und verblutet ist, weggetragen werden.
Die strikte Befolgung und Einhaltung dieser Vorschriften kann unendlich viel Gutes stiften. Der Kampf gegen die bewegten Missstände erfordert wohl viel Energie, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, und der beabsichtigte Zweck .- die Anerkennung und Wertschätzung der Schechita als Ausübung eines heiligen Gottesgebotes vor der Welt - ist wohl des 'Schweißes der Edlen wert."
  
Memmelsdorf Israelit 24071902.jpg (92702 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juli 1902: "Etwas vom Kollektieren." Der von L. Anfänger verfasste Artikel ist nur teilweise abgebildet. 

      
"Die großen Schritte - Betrachtung zu Paraschat Mischpotim" von Leopold Anfänger in Memmelsdorf in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1903     
Anmerkung: Paraschat Mischpotim (= Mischpatim) ist der Toraabschnitt zum Schabbat Paraschat Mischpatim, der am 21. Februar 1903 war. 

Memmelsdorf Israelit 19021903.jpg (247238 Byte)Artikel wird nicht abgeschrieben - bei Interesse: zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.  
Memmelsdorf Israelit 19021903a.jpg (260853 Byte)   
   
Memmelsdorf FrfIsrFambl 03071903.jpg (79479 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Juli 1903: "Ernste Zeiten - ernste Mahnungen. (Leopold Anfänger - Memmelsdorf.)  Links ist nur der Anfang dieses längeren Artikels wiedergegeben.

   
Gedicht von Leopold Anfänger (1904) 

Memmelsdorf Israelit 28011904.jpg (137740 Byte)

Zum 15. Sch'wat. Von Leopold Anfänger - Memmelsdorf. 
Noch hält des dräuenden Winters Macht 
Die Erde in Banden geschlagen, 
Doch tief im Innern, da keimts und träumts 
Von kommenden, schöneren Tagen. 
Es steigen die Säfte, sie füllen die Zellen, 
Und lassen allmählich die Knospen schwellen. 
Und wie nach dem Winter der Lenz erscheint 
Und eisige Fesseln löset, 
Und Freude dem Schmerz folgt - und Leben dem Tod, Da die Seele ja nimmer verweset. 
So wird auch einst Israels Schicksal sich wenden: 
Es kommt der Erlöser - das Golus muss enden.
Wenn Not und Unglück den Menschen trifft, 
Sein Leben sich trübe gestaltet: 
Ein Glauben und Ahnen im Herzen spricht, 
Dass ewig die Vorsehung waltet. 
Verdecken den Himmel auch trübe Wolken, 
Auf Regen muss doch der Sonnenschein folgen.
Drum lass in düsterer Golusnacht 
Den Lebenssaft nicht erstarren, 
Volk Juda! Die Tora, Dein Lebensborn 
Bei ihr sollst Du treulich verharren. 
Wirst treu Du nach ihren Satzungen leben, 
So wird sie Dir stets neue Lebenskraft geben. 
Und wenn des lauernden Todes Hand 
Ein liebendes Herz uns entrissen, 
Gar tief im Innern, da glaubt's und hofft's 
Ob wir's auch hienieden vermissen: 
Am Ende der Zeiten - ein neues Erstehen, 
Im ewigen Jenseits - ein Wiedersehen. 
Die Pflanzensäfte, gestiegen empor, 
Trotz Wintersdunkel und Kälte, 
Erzeugen Blüten- und Früchtepracht 
Auf weitem, sonnigen Felde. 
Die Liebe, der Friede im Weltenraume, 
Sind Früchte am jüdischen Lebensbaume. 
Auch Du, Volks Israel, liegst gebannt 
Im Golus, von Hassern umgeben; 
Und doch, wie pulsieret so stark in Dir 
Ein herrliches, geistiges Leben: 
Die Heileszukunft, sie winkt in der Ferne, 
Das Golus erhellend wie nächtliche Sterne.

         
"Das Andenken Amaleks" - von Leopold Anfänger in Memmelsdorf (1904)    

Memmelsdorf Israelit 01021904.jpg (380158 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1904  
Artikel wird nicht abgeschrieben - bei Interesse: zum Lesen bitte Textabbildung anklicken. 


"Die Bundestafeln als Einheit, Betrachtung zu Ki Tissa - von Leopold Anfänger in Memmelsdorf (1904)  
(Ki Tissa ist der Wochenabschnitt aus der Tora des dem Erscheinungstag der Zeitung folgenden Schabbat: Schabbat Paraschat Ki Tissa = 5. März 1904; Ki Tissa umfasst 2. Mose 30,11-34,35 

Memmelsdorf Israelit 29021904.jpg (325088 Byte)Artikel - beginnend auf der Titelseite - der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Februar 1904 
Artikel wird nicht abgeschrieben - bei Interesse: zum Lesen bitte Textabbildung anklicken. 


Todesanzeige und Nachruf für Leopold Anfänger (1936)

Memmelsdorf Israelit 30071936.jpg (44616 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Juli 1936: "Mein innigstgeliebter Mann, unser gütigster Vater und Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Leopold Anfänger Seminaroberlehrer i.R. ist im 68. Lebensjahre am 5. Aw kurz von Kabbalat Schabbat verschieden. Köln-Lindenthal, den 24. Juli 1936. Leichtensternstr. 19. Im Namen der Trauernden Hedwig Anfänger geb. Steinberger. Köln-Sülz, Zürich, Essen, Berlin."
  
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. September 1936: "Leopold Anfänger seligen Andenkens. Am 24. Juli starb in Köln nach längerem Krankenlager Herr Seminaroberlehrer Leopold Anfänger. Just vor 50 Jahren verließ der Verblichene die Israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg, wirkte dann als Religions- und Volksschullehrer in Schonungen, dann in Willmars in der Rhön, in Schlesien, in Memmelsdorf und seit 1905 annähernd 3 Jahrzehnte in hingebungsvoller Treue an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg im Dienste der Lehrerbildung. Generationen von Lehrern, die nun in aller Welt wirken, hat Leopold Anfänger heranbilden helfen. Reich begabt mit jüdischem und profanem Wissen, dabei unermüdlich weiterstrebend, verstand er es meisterhaft, seine Schüler zu bilden und zu formen und ihnen das Rüstzeug für die spätere Praxis zu vermitteln. Sein Unterricht in Deutsch und Geschichte erfüllte schon vor Jahrzehnten die Forderung. Durchdringung profanen Bildungsgutes mit jüdischem Geist; sein Bibelunterricht vermochte nicht nur Begeisterung zu erwecken für die erhabenen Ideen der Propheten und die klassische Schönheit ihrer Sprache, er führte seine Schüler auch in den Gebrauch alter und neuerer Kommentare ein und seine originelle, streng wissenschaftliche Art der Darbietung erzog sie zur selbständigen Erarbeitung der biblischen Quellen. 
Für seine Schüler war er nicht nur der Lehrer, zu dem sie mit Ehrfurcht emporblickten, er war ihnen auch ein väterlicher Freund und Berater, dessen goldenes Herz ihn jederzeit bereit sein ließ, sich auch für ihre persönlichen Belange tatkräftig einzusetzen. Seine tiefe Gerechtigkeitsliebe, seine unerbittliche Strenge, wenn es galt, ein Schülervergehen zu ahnden, waren stets gepaart mit der edlen Tugend einer Entscheidung zugunsten von jemandem und dies sicherte ihm die Liebe und Wertschätzung all seiner Schüler, denen die ehrwürdige Gestalt mit dem gütigen, stets Wohlwollen ausstrahlenden Antlitz unvergesslich bleiben wird. 
Mit Leopold Anfänger wurde eine edle Persönlichkeit und ein tüchtiger Schulmann, dessen Wirksamkeit auch stets die Anerkennung der staatlichen Behörden gefunden hatte, zu Grabe getragen und sein Andenken wird fortleben in den Herzen aller derer, die das Glück hatten, seine Schüler zu sein. 
Bei der am 26. Juli auf dem Friedhof der Adass Jeschurun in Köln stattgefundenen Beerdigung zeichnete Herr Rabbiner Dr. Siegmund Stein ein getreues Lebensbild des Verstorbenen und umriss in tief empfundenen Worten die schmerzvolle Trauer der Familie und darüber hinaus eines großen Kreises von Freunden und Verehrern. Für die Familie und auch im Namen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern sprachen Lehrer Marx (Speyer) und Steinberger (Bad Kissingen) herzliche Worte des Abschieds, für die Israelitische Lehrerbildungsanstalt und die früheren Schüler Seminarlehrer Stolberg. S."   

  

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zum Tod von Abraham Nordheimer (1891)   

Memmelsdorf Israelit 11051891.jpg (78142 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Mai 1891: "Memmelsdorf (Bayern). Nach längerem Krankenlager hauchte H. Abraham Nordheimer Parascha Schemini (gemeint wohl am Schabbat mit der Toralesung Schemini = 3. Mose 9,1 - 11,47, das war 4. April 1891) seine reine Seele aus. 
Die hiesige Gemeinde verliert in dem Verblichenen eines ihrer würdigsten Mitglieder, einen Mann von edlen Eigenschaften und großem Wohltätigkeitssinn. Während einer langen Reihe von Jahren war er Vorstand der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, in deren Dienste er viele Stunden seines Lebens opferte. An den Traditionen des alten, unverfälschten Judentums hing der Verstorbene mit jeder Faser seines Herzens. Strenge, Rechtschaffenheit, ungeschmückte Wahrhaftigkeit und ungeheuchelte Aufrichtigkeit schmückten sein ehrwürdiges Haut mit der (hebräisch und deutsch) Krone eines guten Namens. 
Vor dem Trauerhause schilderte Lehrer Freudenberger in längerer Rede den Lebensgang, die Tugenden und die vielfachen Verdienste des Entschlafenen."

  
Zum Tod von Simon Kaufmann (1903)

Memmelsdorf Israelit 12011903.jpg (139445 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1903: "Memmelsdorf i.J., 4. Januar (1903). Die hiesige jüdische Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten. Im Alter von 73 Jahren, nach kurzem, aber sehr schmerzlichen Leiden, wurde Herr Simon Kaufmann am Erew Schabbat Koddesch Wejidasch (d.h. Freitag vor dem Schabbat mit der Toralesung Wajigasch = 1. Mose 44, 18 - 47,27, das war Freitag, 2. Januar 1903) in die ewige Heimat abberufen, und heute wurde seine irdische Hülle der Erde zurückgegeben. Der Verblichene, der vor etwa 20 Jahren aus Altenstein, wo sich die jüdische Gemeinde auflöste, hierher gezogen, war eine der Hauptstützen des hiesigen Gemeindewesens. Treu hing er an allen Einrichtungen unserer Religion, gewissenhaft erfüllte er die göttlichen Gebote, und zeichnete sich besonders aus durch hervorragende Wohltätigkeit. An seiner Bahre trauern seine Witwe und 12 Kinder, nebst zahlreichen Enkeln. Von des Verstorbenen Ansehen und Beliebtheit in weitesten Kreisen zeugte die imposante Beteiligung an seinem Leichenzug. Aus Nah und Fern waren seine Freunde herbeigeeilt, Glaubensbrüder wie Andersgläubige, um ihm den letzten Tribut der Liebe und Verehrung zu zollen. 
Den eigentlichen Hesped (Trauerrede) hielt Herr Lehrer Leopold Anfänger - Memmelsdorf, unter Anlehnung an Jesaja 55,10-12 etc. 'Denn wie Regen und Schnee herabkommt vom Himmel, dahin aber nicht zurückkehrt...' Die Rede wird demnächst im Drucke erscheinen. Herr Lehrer Carl Kaufmann - Zeckendorf, Sohn des Verblichenen, sowie Herr Lehrer Moses Katz - Hagenbach, als Schwiegersohn, widmeten tief empfundene Worte des Nachrufes und Abschiedes. Die Lokalblätter der Gegend widmeten dem Heimgegangenen ebenfalls die ehrendsten Nachrufe. H.S."

 
Zum Tod von Jacob Nordheim (1908)  

Memmelsdorf FrfIsrFambl 04121908.jpg (44204 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Dezember 1908: "Memmelsdorf in Bayern. In Hamburg verschied der von hier gebürtige Kaufmann Jacob Nordheim im Alter von 84 Jahren. Der Verstorbene genoss wegen seiner Wohltätigkeit, die auch seiner Heimatgemeinde zugute kam, großes Ansehen; besonders durch seine Gründung seines Seemannshauses wurde sein Name in Hamburg allgemein bekannt."

    
Auszeichnung von Siegfried Landstädter mit dem Eisernern Kreuz (1915) 

Memmelsdorf Israelit 22071915.jpg (44814 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juli 1915: "Würzburg, 9. Juli (1915). Der Armierungssoldat Siegfried Landstädter, Sohn des Isidor Landstädter in Memmelsdorf, Lehrer an der Israelitischen Volksschule Venningen (Pfalz), früherer Schüler der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, 'weil er seinen Kameraden durch Fleiß und Unerschrockenheit ein leuchtendes Vorbild ward.' Er befindet sich zur Zeit als Verwundeter im Israelitischen Verwundetenlazarett zu Würzburg."  

     

Anzeigen  
Der Torarollenschreiber Zeitin bietet seine Dienste an (1929)   

Memmelsdorf Israelit 22081929.jpg (72758 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. August 1929: "Bund gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns. Wir setzen hiermit unsere Mitgliedsgemeinden davon in Kenntnis, dass der Sopher Herr Zeitin aus Mainz ab 1. September mit dem Sitz in Memmelsdorf in unsere Dienste tritt. Herr Zeitin ist verpflichtet zur Instandsetzung von Tefillin, Mesusoth und Siphrethoroth (Torarollen) auf Weisung des Bundes gesetzestreuer israelitischer Gemeinden Bayerns nach den einzelnen Orten zu gehen und die Arbeiten nach einem mäßigen, mit uns festgesetzten Tarif auszuführen. Gemeinden, die den Besuch des Sophers wünschen, wollen sich an den Vorsitzenden des Bundes: Rabbiner Dr. Stein, Schweinfurt wenden. Schweinfurt, August 1929. Die Vorstandschaft: Dr. Stein."

 

 

Links:

www.synagoge-memmelsdorf.de  
Website der Gemeinde Untermerzbach              
        


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Memmelsdorf, Lower Franconia.  Jews first arrived during the Thirty Yeas War (1608-1648). A synagogue was built in the first third of the 19th century, a cemetery was consecrated in 1835, and a Jewish public school operated from 1819 to 1912. The Jewish population reached a peak of 97 in 1890 (total 596) and fell to 25 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized. In 1933-1939, 24 Jews left for other German cities, 11 of them for Munich.     
        
               

     

                   
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Stand: 19. Februar 2010