Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zeckendorf (Stadt Scheßlitz, Kreis Bamberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

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Aus der Geschichte des Rabbinates in Zeckendorf     
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Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
    
In Zeckendorf bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Auch im 15./16. Jahrhundert könnten schon einzelne Juden am Ort gelebt haben, wenngleich eine angebliche Ersterwähnung im Jahr 1483 nicht eindeutig bestätigt werden kann. Die erste sichere Nennung ist von 1586. Die Juden standen unter dem Schutz des Klosters Langheim und der Freiherren von Künßberg. 
  
Mitte des 17. Jahrhunderts gab es bereits 30 jüdische Familien im Ort, 1699 noch 21. Bei den Unruhen des Jahres 1699 kam es am 22. Mai dieses Jahres zu Überfällen der jüdischen Häuser und Einwohner des Ortes durch räuberische Banden aus der Umgebung (vgl. Seite zu Demmelsdorf).
 
Zeitweilig lebten in Zeckendorf mehr jüdische als christliche Familien in Zeckendorf. Auf Grund der zentralen Lage und Größe der Gemeinde wurde Zeckendorf 1654 als Sitz des Landesrabbinates für das Hochstift Bamberg bestimmt. Erster Landesrabbiner in Zeckendorf war von etwa 1658/61 bis 1665 R. Samuel ben David Moses haLevi Meseritz. Weitere bekannte Rabbiner und talmudische Gelehrte waren in der Folgezeit R. Moses ben Elchanan Fürth (Rabbiner 1665-1667), R. Henoch Levi (als Wiener Exulant Rabbiner von 1674-1678), der Kabbalist R. Simon Akiba Baer (vor 1688), Meir Halevi und Moses Meyer und andere mehr. -
In der Talmudhochschule Fürth (Beth haMidrasch) wirkte R. Isaak Seligmann aus Zeckendorf, der im Jahr 1664 in Fürth verschiedene Werke kabbalistischen Inhalts kopierte und ein Anhänger des Sabbatianers Nathan Gazati war (in "Jahrbuch der Jüdisch-literarischen Gesellschaft" 1911 S. 143). 1706 heiratete Bela, Tochter des Schwabacher/Fürther Moshe Katzenellenbogen Rabbiners den Meir ben Isaak Seligmann in Zeckendorf (also einen Sohn des R. Isaak Seligmann; ebd. S. 120). 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1810 134 jüdische Einwohner (48,9 % von insgesamt 276), 1837 166 (58,2 % von 285), 1840 151 (43,3 % von 188), 1852 133 (43,6 % von 305), 1875 52 (18,8 % von 277) und 1900 50 (in 14 Haushaltungen, 17,7 % von 282). Nach der Statistik ging - wie in anderen "Judendörfern" auch - seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Zahl der jüdischen Einwohner durch Aus- und Abwanderung stark zurück.   
   
Die jüdischen Familien lebten bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts überwiegend vom Handel mit Vieh und Waren aller Art (Lumpenhandel, Hausierhandel). Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts kamen auch mehrere Handwerksberufe dazu, darunter mehrere Weber, ein Schneider, ein Schuhmacher und ein Metzger.         
  
An Einrichtungen waren eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und - gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Demmelsdorf - ein Friedhof vorhanden.  Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorsänger und Schächter tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Von den Lehrern ist u.a. bekannt: Moses Hofmann (u.a. in "Allgemeine Zeitung des Judentums" vom 19.11.1872 S. 938), der 1875 nach Rothenburg wechselte und dort noch über 50 Jahre lang wirkte (bis 1926, gest. 1929). Um 1876/84 wird Lehrer Emanuel Wertheimer genannt (in: "Der Israelit" vom 15.11.1876, "Der Israelit" vom 2.3.1881, AZJ 13.2.1883); um 1887/1905 Carl Kaufmann (erstmals: "Statistisches Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" 1887 S. 20; unterrichtete nach dem "Statistischen Jahrbuch" 1903 noch 14, 1905 noch 10 [6 Jungen, 4 Mädchen]); um 1909/11 I. Bick (nach der Ausschreibung 1908 siehe unten; genannt in "Der Israelit" vom 5.4.1909). 
 
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1887 E. Kirschbaum, um 1905/11 Isaak Gerst. 
 
Vereine: Auf Grund des zwischen den Gemeinden Demmelsdorf und Zeckendorf gelegenen Friedhofes und der traditionellen Verbundenheit der beiden Gemeinden war eine gemeinsame Chewra Kadischa vorhanden (von 1738, vgl. Pokal bei den Abbildungen, Wohltätigkeits- und Bestattungsverein, um 1900/05 Vorsitzender J. Gerst in Zeckendorf). 1903/05 wird auch ein "Jünglings-Verein" (Chewrat Neorim, unter dem Vorsitz von J. Gerst) genannt, der religiöse Sabbat-Vorträge organisierte ("Statistisches Jahrbuch deutscher Juden" 1905 S. 175).  
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Jakob Gerst (geb. 19.12.1885 in Zeckendorf, gef. 12.4.1917). David Heimann (geb. 26.12.1890 in Zeckendorf, gef. 29.7.1916), Gefreiter Heinrich Heimann (geb. 6.5.1887 in Zeckendorf, gef. 26.8.1914), Unteroffizier Max Heimann (geb. 13.12.1886 in Zeckendorf, gef. 31.10.1915), Karl Rosenbaum (geb. 3.12.1897 in Zeckendorf, gef. 9.6.1917).    
   
Um 1924, als noch 20 jüdische Einwohner in acht Haushaltungen gezählt wurden, waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde Gerson Gerst, Samuel Rosenbaum, Karl Hermann und Max Welt. Der jüdische Lehrer aus Demmelsdorf unterrichtete damals die noch vier schulpflichtigen Kinder in Religion (1932 fünf Kinder). Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat in Bamberg. 1932 waren die Gemeindevorsteher Max Reis, Gerson Gerst und Gustav Gerst. 
    
1933 lebten 22 jüdische Personen in Zeckendorf (9,4 % von insgesamt 235). Trotz der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien entschlossen sich nur wenige von ihnen in den folgenden Jahren zum Verlassen des Ortes beziehungsweise zur Auswanderung. Am 1. November 1938 wurden noch 20 jüdische Einwohner gezählt. Die letzten 18 wurden am 25. April 1942 von Bamberg nach Izbica bei Lublin deportiert. 
   
Von den in Zeckendorf geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Leo Ansbacher (1887), Clara (Klara) Berg geb. Satzmann (1879), Jettchen Brückmann geb. Kirschbaum (1881), Flora Gerst (1910), Gerson Gerst (1877), Gustav (Gerson) Gerst (1890), Justin Gerst (1926), Rosa Gerst geb. Stern (1883), Selma Gerst geb. Heimann (1899), Senta Gerst (1923), Gutta Hausmann (1885), Salomon Hausmann (1880), Regina Herrmann geb. Heimann (1885), Klara Herz geb. Gerst (1888), Heinrich Kaufmann (1896), Frieda Lauer geb. Satzmann (1876), Gisela Liffgens geb. Rosenbaum (1893), Heinz Reis (1925), Inge Irene Reis (1933), Mina Reis geb. Hausmann (1888), Robert Reis (1923), Siegfried Reis (1927), Gretchen Rollmann geb. Satzmann (1885), Rosalie Rollmann geb. Satzmann (1877), Alice Rosenbaum (1929), Cäcilie (Cilli) Rosenbaum geb. Herrmann (1873), Elise Rosenbaum geb. Eckmann (1859), Felix Rosenbaum (1885), Hedwig Rosenbaum geb. Liffgens (1892), Ilse Rosenbaum (1924), Samuel Rosenbaum (1866), Rosa (Ryfka) Sachs geb. Eisenberg (1886), Josef Satzmann (1874), Hedwig Weinstock geb. Kaufmann (1900). 
  
Auf dem Gedenkstein am jüdischen Friedhof sind folgende Namen festgehalten:  Gerson Gerst / Rosa Gerst / Flora Gerst / Gustav Gerst / Selma Gerst / Justin Gerst / Senta Gerst / Salomon Hausmann / Minna Reiss / Robert Reiss / Heinz Reiss / Inge Reiss / Siegfried Reiss / Samuel Rosenbaum / Ziv Rosenbaum / Elise Rosenbaum / Felix Rosenbaum / Hedwig Rosenbaum / Ilse Rosenbaum / Alice Rosenbaum.
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde    
   
Aus der Geschichte des Rabbinates in Zeckendorf  
Zu den Rabbinern: erster Rabbiner war:
- 1658/61 bis 1665: Samuel ben David Moses haLevi Meseritz (= Międzyrzecz, war auf Grund des Chmielnicki-Pogroms aus Polen geflüchtet, Rabbiner in Halberstadt, ab 1670 in Kleinsteinach, wo er 1681 gestorben ist): vgl. https://www.jewishencyclopedia.com/articles/13094-samuel-ben-david-moses-ha-levi-of-meseritz    
 
Beitrag von Rabbiner Adolf Eckstein zur Entstehung des Rabbinates in Zeckendorf  
Anmerkung: Rabbiner Adolf Eckstein (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Eckstein_(Historiker)) stellt in diesem Artikel einige neuere Erkenntnisse zusammen, die seine Beiträge von 1898 und 1899 (s.u.) ergänzen sollen.     

Artikel in der "Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" von 1924 S. 308-311:
"Neue Beiträge zur Geschichte der Juden in Bamberg. Von A. Eckstein in Bamberg.
Im Dezember 1908 erhielt ich von meinem inzwischen verewigten Amtsvorgänger Dr. Joseph Kobak, dem gelehrten und verdienstvollen Herausgeber des Jeschurun, Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums, und der Ginse nistaroth, der von 1862—1882 als Distriktsrabbiner von Bamberg wirkte, von Lemberg eine Sammlung hebräischer Akten, denen ich die nachfolgenden, zur Ergänzung meiner i. J. 1898 erschienenen 'Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg' und der 'Nachträge' dazu v.J. 1899 dienenden Mitteilungen entnommen habe.
I. Zur Geschichte des Landesrabbinats (Anmerkung: vgl. dazu meine Geschichte S. 152ff).
Fast 1 1/2 Jahrhunderte waren verflossen, seitdem Moses Minz, in welchem die talmudische Gelehrsamkeit der deutschen Rabbiner des Mittelalters ihren letzten bedeutenden Vertreter hatte, i.J. 1474 seinen Amtssitz in Bamberg verlassen hatte, um dem seiner Gemeinde damals drohenden Schicksal der gewaltsamen Vertreibung aus der Heimat zuvorzukommen, da vereinigten sich etwa gegen Ende des Jahres 1618 die gesamten Juden des Hochstifts zu einer an die  fürstbischöfliche Regierung gerichteten Bittschrift des Inhalts: es möge ihnen gestattet werden, einen 'wol qualificirten Juden zu ihrem Paumeister und obristen Rabbi' zu kiesen. Damit tauchte zum ersten Male der Plan der Errichtung eines Landesrabbinats Bamberg auf. Die Verwirklichung dieses Planes aber, obgleich von der Landesregierung mit wohlwollender Zustimmung aufgenommen, wurde durch Interessengegensätze zwischen einerseits der stiftischen und andererseits der ritterschaftlichen Judenschaft aufgehalten, deren Ausgleichung langwierige Verhandlungen der beiden Verbände erforderlich machten. Man wandte sich zu diesem Zwecke zunächst an das damalige Rabbinat von Frankfurt am Main (Anmerkung: Vorsitzender: Menachem Mendlin, d.i. Rabbiner Mendel Baß aus Krakau, Beisitzer: Meier ben Gerson, d.i. Rabbiner Meir Stern [vgl. über dieselben Horovitz: Frankfurter Rabbiner S. 40-49] und Löb Saul Jehuda ben Moses Naphtali), welches einen inhaltlich nicht bekannten Entscheid vom 22. Juni 1643 ergehen ließ, der eine befriedigende Lösung der wichtigen Frage nicht herbeizuführen vermochte. Vermutlich handelte es sich bei diesen immer neu ausbrechenden Differenzen neben der Frage des Wahlrechts hauptsächlich um die Verteilung der entstehenden Lasten, die unter den Drangsalen des 30jährigen Krieges als zu drückend nicht getragen werden konnten. Am 9. März 1654 erhielt dann die gesamte schutzverwandte Judenschaft auf Ansuchen abermals die fürstbischöfliche Genehmigung zur Berufung eines Rabbiners mit dem Sitze in Zeckendorf, einem kleinen Orte, der mit Rücksicht auf seine zentrale Lage im Lande gewählt wurde (Anmerkung: danach ist meine auf S. 154 unten in meiner Geschichte gegebene Auffassung der Verhältnisse zu berichtigen). Darauf wurden neue Verhandlungen zwischen den Vertretern der beiden Judenschaftsverbände geführt, die am 1. September 1655 zu dem glücklichen Ergebnis gelangten, bei günstiger gewordenen Zeitverhältnissen auf Kosten der Gesamtheit ein gemeinsames geistliches Oberhaupt wählen und berufen zu wollen. Aber noch eine Zeitdauer von 3 Jahren des unerquicklichen Zögerns und Haderns sollte dahingehen, bis es endlich gelungen war, ein von zwei Schiedsrichtern ausgearbeitetes Übereinkommen zustande zu bringen, das in der Form einer Vertragsurkunde vom 2. Aw 418 = 1. Aug. 1658 die Frage des Landrabbinats zur endgültigen Lösung förderte.
Auf S. 156 meiner Geschichte ist ein kurzer Auszug aus dieser Urkunde, der sich in einer deutschen Übersetzung bei den Rabbinatsakten vorgefunden hatte, mitgeteilt. In den neuen Akten, auf welche eingangs dieser Abhandlung hingewiesen ist, hat sich die hebräische Urschrift der ganzen Urkunde in ausgezeichnet erhaltenem Zustande vorgefunden, ein umfangreicher Schriftsatz von 6 1/2 Folioseiten, der in 23 Punkten alle Einzelheiten des Abkommens regelt und die eigenhändige Unterschrift der beiden beauftragten Schiedsrichter: Isak ben Elieser Sußmann Brilin, Rabbiner in Hammelburg, und Elieser ben Josef aus Fulda trägt. Aus dem Inhalt der Urkunde sei als bemerkenswert Folgendes hervorgehoben: der Wahlkörper soll aus 18 Männern bestehen, nämlich je 4 Parnosim der stiftischen und ritterschaftlichen Landjudenschaft und je 5 durch Urnenlos aus beiden Teilen hervorgehenden Mitgliedern aus der Mitte der Gemeinden. Die Wahlhandlung soll mit feierlichem Ernste wie eine gottesdienstliche Handlung vor sich gehen. Der Leiter derselben soll die Verhandlungen stehend eröffnen und mit dem mosaischen Fünfbuch (= Tora) in der Hand eine Ansprache etwa folgenden Inhalts an die Versammelten richten: Wir sind im Begriffe, einen gemeinschaftlichen Rabbiner ins Land zu berufen, der zur Ehre Gottes und seiner Tora furchtlos einem Jeglichen den rechten Weg weisen soll in religiösen und weltlichen Angelegenheiten, so lasst uns einen unparteiischen und weisen, einen frommen und gelehrten Mann, mit Hintansetzung jedes persönlichen Interesses, zu unserem Führer erwählen. Ich für meine Person versichere Unter Eid und Bann, dass einzig und allein die Ehre Gottes und das Heil der Gesamtheit der Leitstern meiner Entschließung sein soll. — Und sämtliche Mitglieder des versammelten Wahlkörpers sollen durch ein feierliches Amen sich in gleichem Sinne verpflichten. Sodann solle man auf Grund eines Meinungsaustausches die Namen von 4 oder höchstens 5 geeigneten Kandidaten 'auf das Brett' oder 'auf den Tisch' schreiben und durch geheime Zettelwahl einen Mehrheitsbeschluss erzielen.
Aus den weitern Bestimmungen ist noch Folgendes bemerkenswert: die gesamte Judenschaft des Landes ist auf die Dauer von 10 Jahren verpflichtet, 10 Knaben und 4 Jünglinge, die beim Rabbiner lernen und studieren werden, auf ihre Kosten verpflegen zu lassen. Die Wahl des ersten Landesrabbiners, dessen feste Besoldung nicht weniger als 50 rh. Goldgulden, den Gulden zu 3 Kopfstück, betragen muss, bei freier Dienstwohnung in Zeckendorf oder allenfalls in Kunstadt, soll so vorbereitet werden, dass derselbe bis zum Neujahrsfeste 1660 seinen Einzug halten könne. Die Aufrechthaltung der in dieser Urkunde für ewige Zeiten vereinbarten Satzungen wird durch Androhung einer Strafe von 100 Rth., je die Hälfte zur Herrschaft und zum Almosen, für jeden Übertretungsfall gesichert (Anmerkung: Durch Beschluss der Landesdeputierten unter Leitung des Dajan Nathan aus Bamberg ... wurde die Vertragsurkunde am 3. Jan. 1668 in einigen Punkten abgeändert).
Als ersten auf dem Sitze des neugeschaffenen Landesrabbinats haben wir bereits Sam. Meseritz (etwa 1661-65), den Verfasser 
des Nachlath Schiw'a, und als dessen Nachfolger Mos. Fürth kennen gelernt, der nur 2 Jahre das Rabbinat inne hatte (Anmerkung: vgl. Geschichte S. 160 ff). Während der nun folgenden Vakanz wurden, nach Mitteilung der neuen Akten, von den Landesdeputierten einige Beschlüsse gefasst, die hier nachgetragen werden mögen: am 26. Dezember 1669 wurde beschlossen, den Bann über all diejenigen auszurufen, welche 'Schißlich-Heller', d. h. minderwertige, ins Land bringen würden. Interessanter sind einige gegen den Kleiderluxus am 27. Cheschwan 1671 gerichtete Beschlüsse, die dahin lauten: niemand darf, wie es gegenwärtig die Mode verlangt, ein mit Silberknöpfen besetztes Kleidungsstück tragen, nur ein Gewand mit vorne herunter einer einzigen Reihe von Silberknöpfen soll gestattet sein; ferner darf eine Dame nicht einen golddurchwirkten Schleier tragen, es sei denn als Gevatterin oder Brautführerin, und nicht mehr als 4 Goldringe an die Finger stecken; auch das Tragen von Samtkleidern war verpönt, alles bei Strafe von 4 Rth.
Der nächstfolgende Landesrabbiner Henoch Levi (von etwa 1674—1678) hat sich während seiner kurzen Amtsdauer durch organisatorische Verordnungen, die er unter seinem Vorsitz von den Vertretern des Landesverbands der Judenschaft beschließen ließ zur Förderung von Jugendunterricht, Gottesdienst und Wohltätigkeit, sowie zur Befestigung des Rechtes, der Wahrheit und des Friedens, ein bleibendes Denkmal in der Geschichte der Landesgemeinde errichtet. Diese vom 21. August 1678 datierten Verordnungen sind in einem Landesgemeindebuch (Pinkas) niedergelegt, das sich aus der Merzbacheriana cod. 115 gegenwärtig im Besitze der Stadtbibliothek von Frankfurt a.M. befindet (Anmerkung: vgl. Geschichte S. 66 u. 163). Auch in der Stadtgemeinde Bamberg hat derselbe am 14. August 1675 ein Gedenkbuch angelegt, das ursprünglich 116 Halbblätter in der Form eines Kontobuchs enthielt, von welchem sich aber leider nur ein Bruchstück von 6 Halbblättern erhalten hat. Die Aufschrift dieses Gedenkbuches lautet:
ב״ה, זה ספר הזכרונות, לכל דברי הקהל והתקנית, כמסטורות נטועות • וכדרבונות, חדשות וגם ישנות, למשמרת עם מה שיהיו לאחרונות, וכל המשנה ידיו על התחתונות,. והי יצילנו משגיאות דורונות, ונוכה לעלות ציו! בשכחות ותנות, ויש בו' קט״ו דפין בלי חסרון אשר .לא יוכל להימנות: אנכי תכנתי. עמודי׳ פה באמבורק תל שהכל אליהם פונות, יום חמישי שנים ועשרים למנחם שנת תאו למד' הא לפ״ק. חנוך סגל מפראג כו׳ וחד׳ פה באמבורק יום הנ״ל.

In diesem Gedenkbuche sind an erster Stelle Gemeindebeschlüsse vom 14. August 1675 enthalten, die sich auf Fürsorge für durchreisende Arme beziehen (Anmerkung: vgl. Geschichte S. 93ff). Hervorzuheben sind ferner Beschlüsse v. J. 1679 zur Hintanhaltung groben Unfugs, der insbesondere am Purim dadurch entstand, dass Leute an diesem Tage sogar in der Synagoge oder wenigstens im Vorhofe derselben bewaffnet mit Bogen und Büchsen erschienen oder gar Pulver in die Lichter streuten, um Knalleffekte zu erzielen; es wurde verordnet, dass nur Knaben im Alter von unter 13 Jahren nur an 3 Stellen der verlesenen Megilla Haman klopfen dürfen. Ferner musste verboten werden, dass sich die Andächtigen am Feste der Gesetzesfreude in der Synagoge zum Zwecke der Unterhaltung mit Gegenständen bewarfen und die Frauen in ihrer Abteilung die heitere Feststimmung durch Essen und Trinken zu heben suchten."  

    
Über den Kabbalisten Rabbiner Simon Akiba ben Joseph Bär (aus Wien, vor 1688 sechs Jahre Rabbiner in Zeckendorf, danach in Burgpreppach, Schnaittach, 1698-1724 in Gunzenhausen) 
Aus einem Beitrag von David Kaufmann: "Die letzte Vertreibung der Juden aus Wien und Niederösterreich, ihre Vorgeschichte (1625-1670) und ihre Opfer. Im unten genannten "Jahresbericht...", in dem sich u.a. die Kapitel finden: "Leopold I. und die Vertreibung der Juden aus Wien und Niederösterreich" S. 65-166 und innerhalb des Beitrages "Die Vertriebenen in der neuen Heimat" ein Abschnitt zu "Bayern" S. 191-206. Zum gesamten Beitrag siehe unter https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/titleinfo/703401  
Allgemein: vgl. Wikipedia-Artikel  https://de.wikipedia.org/wiki/Vertreibung_der_Wiener_Juden_1670   
Zu Rabbiner Simon Akiba ben Joseph Bär:  https://www.jewishencyclopedia.com/articles/1029-akiba-baer-ben-joseph-simon-akiba-baer und https://grokipedia.com/page/akiva_baer_ben_joseph
Literatur: Susanne Talabardon: Auf schmalem Grat: Leben und Wirken des Simon Akiba Baer (gest. 1724). In: Jüdisches Leben in der Region (hrsg. von Michaela Schmolz-Häberlein. Würzburg 2018 S. 321-347.  
Der Text unten wird ohne den teilweise ausführlichen wissenschaftlichen Anmerkungen wiedergegeben.  

Aus einem Artikel im "Jahresbericht der Landes-Rabbiner-Schule in Budapest" 1888 S. 202-205: "Zu den Wiener Exulanten, welche durch Heranbildung von Schülern und Pflege des aus dem Ghetto von Wien mitgebrachten Wissens das Talmudstudium in den bayerischen Gemeinden verbreiteten, gehörte nicht im letzten Grade auch Simon Akiba Bär, Sohn Josef B. Henochs. Der Schwiegersohn des Veitel B. Isserls, des hochgelehrten Rabbiners von Kremsier, und durch diese Verbindung der Neffe R. Gerson Aschkenasi’s und R. David b. Isserls in Trebitsch, den angesehensten Rabbinern Deutschlands wie dem Wiener R. Aron Teomim in Worms und Menachem Mendl Bacharach in Bamberg verwandt, vom Hause aus angesehen,von talmudischer und kabbalistischer Gelehrsamkeit erfüllt, hatte er überall entgegenkommende Aufnahme gefunden, wenn er in Böhmen und in deutschen Landen lehrend und predigend von Ort zu Ort zog. In Zeckendorf bei Bamberg als Rabbiner aufgenommen, verblieb er sechs Jahre in der kleinen Gemeinde, die ihn und die Seinen kümmerlich ernährte. Ein Denkmal des innigen Verkehrs, den er hier täglich mit dem gelehrten Vorsteher Isak Seligmann b. Meir Lewi pflegte, hat er nachmals in dem Werke herausgegeben, zu dem beide sich verbanden, nachdem sie selbstständig in dem gleichen Plane sich begegnet waren. 1688 finden wir ihn in der Gemeinde seines wohl ebenfalls aus Wien stammenden Freundes R. Mose b. Henoch Lipschütz zu Burgpreppach in Unterfranken, wo er ein Jahr lang nur der Ausführung eines literarischen Lieblingsgedankens sich widmete.
Die Not hatte ihn wie die Mehrzahl seiner als Autoren auftretenden Wiener Leidensbrüder zum Schriftsteller gemacht. Hervorragend beredt, in der Literatur der Predigt, des Midrasch und der Kabbala heimisch, der Geistesrichtung der Wiener Kabbalistenschule folgend, fasste er den Gedanken, ein Popularkabbalist zu werden, mit einer Erläuterung des Tiefsinns und der Geheimnisse in den täglichen Gebeten die Autorenlaufbahn zu betreten. Er fand die begeisterte Zustimmung aller spruchbefugten Stimmführer der deutschen Judenheit und so durchschlagenden Erfolg in weiten Kreisen, dass er 1707 nach einer zweiten Auflage in Berlin 1700 eine um die Erklärung der Sabbat- und Festgebete erweiterte und bereicherte Ausgabe unter erneuter Billigung der hervorragendsten Autoritäten veranstalten konnte. Wohl durch dieses Buch war die Aufmerksamkeit seines Anverwandten B. Bärmann, der bereits an der Spitze des Ansbachschen Oberrabbinates stand, auf ihn gefallen. Durch B. Bärmann zum Rabbiner in Schnaittach eingesetzt, fand er hier Gelegenheit, zu lehren und zu wirken, des so lange entbehrten Friedens sich zu erfreuen, als er das unschuldige Opfer einer Verleumdung wurde. Wohl ward er, da seine Schuldlosigkeit zu Tage kam, bald enthaftet, allein in Schnaittach, das überdies durch die Kriegswirren zerrüttet war, konnte er nicht bleiben; es war ihm beschieden, ein zweites Mal ins Exil zu gehen. Wieder war B. Bärmann sein Retter. Er verlieh ihm das Rabbinat von Gunzenhausen und den Beisitz im Rabbinate von Ansbach, wo er an dem Todfeinde Elkan Fränkels, an dem begüterten Hofjuden Model Marx, einen hilfsbereiten Gönner hatte. Er blieb literarisch der Richtung treu, die er erwählt hatte, ein fruchtbarer Volksschriftsteller, der die Perlen der Agada, die Erzählungen des Talmud, die gemeinverständlichen Sätze der Kabbala sogar in deutschem Gewande unter das Volk brachte. Seinen Sohn Josef sah er in jungen Jahren das Rabbinat von Schafa und Gewitsch in Mähren bekleiden, von wo ihn Salman Gomperz nach Cleve zu seinem Klausrabbiner berief."    

   
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers, Vorbeters und Schochet 1875 / 1908 / 1911   
Anmerkung: die Ausschreibung der Stelle 1875 erfolgte nach dem Weggang von Lehrer Moses Hofmann.  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1875: "Die Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle in der hiesigen israelitischen Gemeinde ist vakant und soll möglichst bald wieder besetzt werden. Der fixe Gehalt beträgt 300 fl., die Gebühren für die Schechita übersteigen 150 fl , andere Nebenverdienste wenigstens 100 fl.
Bewerber wollen sich an den Unterzeichneten wenden.
Zeckendorf bei Bamberg, im August 1875.
Isaak Heimann
, Vorstand."   
 
Zeckendorf Israelit 27081908.jpg (50130 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. August 1908: "Vakanz
Die hiesige Religionslehrer-, Vorsänger- und Schochetstelle ist zum 15. September dieses Jahres wieder 
zu besetzen.
 
Fixum 600 Mark Nebenverdienste etwa 400 Mark. Unverheiratete, seminaristisch gebildete Herren wollen ihre Offerten nebst Zeugnisabschriften baldigst an den Unterzeichneten richten. Ebendaselbst wird für die hohen Feiertage ein Hilfsvorbeter gesucht.
Zeckendorf bei Bamberg
Isaak Gerst
, Kultusvorstand."   
  
Zeckendorf Israelit 09021911.jpg (28340 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Februar 1911: "Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter und Schächterstelle ist per 1. März zu besetzen. Garantiertes Einkommen Mark 1000.-. Auch Ausländer, welche die deutsche Sprache beherrschen, können Berücksichtigung finden. Meldungen sind zu richten an Herrn 
Isaak Gerst,
Kultusvorstand, 
Zeckendorf, Oberfranken".
 
Die obige Anzeige vom 1911 erschien - etwas verändert - auch im "Israelitischen Familienblatt" vom 1. Juni 1911 S. 14: "Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter und Schächterstelle ist sofort neu zu besetzten. Garantiertes Einkommen."  ... Bewerbungen sind zu richten an Herrn Isaak Gerst, Kultusvorstand, Zeckendorf (Oberfranken)."

  
Zu Lehrer Carl Kaufmann - Bericht zum Tod seines Vaters Simon Kaufmann in Memmelsdorf (1903)  

Lehrer Carl Kaufmann ist wahrscheinlich noch in Altenstein geboren. Nach dem Bericht zum Tod seines Vaters ist die Familie um 1883 von Altenstein nach Memmelsdorf gezogen. Carl Kaufmann hatte mindestens eine Schwester, die mit Lehrer Moses Katz (um 1903 in Hagenbach) verheiratet war. 

Memmelsdorf Israelit 12011903.jpg (139445 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1903: "Memmelsdorf i.J., 4. Januar (1903). Die hiesige jüdische Gemeinde hat einen schweren Verlust erlitten. Im Alter von 73 Jahren, nach kurzem, aber sehr schmerzlichen Leiden, wurde Herr Simon Kaufmann am Erew Schabbat Koddesch Wejidasch (d.h. Freitag vor dem Schabbat mit der Toralesung Wajigasch = 1. Mose 44, 18 - 47,27, das war Freitag, 2. Januar 1903) in die ewige Heimat abberufen, und heute wurde seine irdische Hülle der Erde zurückgegeben. Der Verblichene, der vor etwa 20 Jahren aus Altenstein, wo sich die jüdische Gemeinde auflöste, hierher gezogen, war eine der Hauptstützen des hiesigen Gemeindewesens. Treu hing er an allen Einrichtungen unserer Religion, gewissenhaft erfüllte er die göttlichen Gebote, und zeichnete sich besonders aus durch hervorragende Wohltätigkeit. An seiner Bahre trauern seine Witwe und 12 Kinder, nebst zahlreichen Enkeln. Von des Verstorbenen Ansehen und Beliebtheit in weitesten Kreisen zeugte die imposante Beteiligung an seinem Leichenzug. Aus Nah und Fern waren seine Freunde herbeigeeilt, Glaubensbrüder wie Andersgläubige, um ihm den letzten Tribut der Liebe und Verehrung zu zollen. 
Den eigentlichen Hesped (Trauerrede) hielt Herr Lehrer Leopold Anfänger - Memmelsdorf, unter Anlehnung an Jesaja 55,10-12 etc. 'Denn wie Regen und Schnee herabkommt vom Himmel, dahin aber nicht zurückkehrt...' Die Rede wird demnächst im Drucke erscheinen. Herr Lehrer Carl Kaufmann - Zeckendorf, Sohn des Verblichenen, sowie Herr Lehrer Moses Katz - Hagenbach, als Schwiegersohn, widmeten tief empfundene Worte des Nachrufes und Abschiedes. Die Lokalblätter der Gegend widmeten dem Heimgegangenen ebenfalls die ehrendsten Nachrufe. H.S."

    
Über den Lehrer I. Bick
Über den Lehrer I. Bick (oder auch J. Bick) liegen bisher kaum Informationen vor. Er war Lehrer in Zeckendorf zwischen den Ausschreibungen 1908 und 1911 (siehe oben, da er in dieser Zeit mehrfach in jüdischen Periodika genannt wird). Er könnte ein Bruder des Lehrers Aron (Arno) Bick sein, der aus Preßburg stammt und 1904 sein Studium an der ILBA in Würzburg abgeschlossen hatte und danach Religionslehrer in Georgensgmünd, von 1912 bis 1922 in Michelstadt war (Zusammenstellung der Information in der Datenbank jüdischer Lehrer in Bayern, ab 1922 war Arno Bick Lehrer der Erweiterten Mittelschule in Michelstadt). Falls dieser Arno Bick identisch mit dem im Familienstammbaum bei ancestry.com genannten Arno Bick aus Preßburg ist, hatte dieser einen Bruder Jakob (geb. 1883, umgekommen 1943 im Ghetto Theresienstadt, Gedenkbuch Bundesarchib) wie auch einen Bruder Ignatz (später Dr.; geb. 1891 in Preßburg. Einer von diesen könnte der in Zeckendorf genannte Lehrer gewesen sein.    
 
 
Aus der Geschichte der Gemeinde 
Judenmission führt zur Taufe eines Sohnes des Gemeindevorstehers (Geschichte aus der 2.Hälfte des 18. Jahrhunderts; Artikel von 1870) 

Anmerkung: erwähnt ist der Tod des Historikers und Philologen, Professor Philipp Jaffé: gemeint ist https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Jaffé, geb. 1819 aus einer jüdischen Familie in Posen, gest. an Suizid am 3. April 1870 in Wittenberg. - Der Name des Vorstehers der jüdischen Gemeinde Zeckendorf bzw. seines Sohnes, wird nicht genannt.        

  Aus einem Artikel in "Der Israelit" vom 4. Mai 1870 über "Der Banquerott der Missionäre.
...  Bei dieser Gelegenheit wollen wir doch den Lesern ein wahrhaftes Geschichtchen nicht vorenthalten, das dem Herausgeber dieser Blätter sein seliger Vater, der es als Augenzeuge miterlebte, oftmals erzählt hat.
In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts fuhr einst der Fürstbischof von Bamberg durch den Wald in der Nähe von Zeckendorf. Hier fand er einen schönen, elfjährigen Knaben, den Sohn des Vorstehers der jüdischen Gemeinde zu Zeckendorf. Der Knabe gefiel dem vornehmen Herrn; er ließ ihn in seinen Wagen steigen und fand viel Gefallen an den raschen, geistvollen Antworten des aufgeweckten Kindes. Der Knabe kehrte nicht zu seinen Eltern zurück; er wurde im Kloster erzogen und erhielt, herangewachsen und zum Priester geweiht, von seinem Gönner, dem Bischof, eine höchst einträgliche Propstei. Nachdem der getaufte Jude viele Jahre lang als Propst in Ehre, Reichtum und Ansehen gelebt hatte, war er eines Tages verschwunden. In seinem Privatkabinett hatte er auf den Tisch mit Kreide eine Katze und eine Maus gezeichnet und darunter die folgenden, schlechten aber darum nicht minder wahren Verse geschrieben:
'Sowenig diese Katze diese Maus frisst, sowenig stirbt je ein Jude als ein Christ.'
Vor einigen Wochen hat Professor Jaffé aus Reue wegen seines Übertrittes zum Christentum seinem Leben gewaltsam ein Ende gemacht. Wir wollen Herrn Professor Cassel ein solches Ende nicht wünschen, aber vielleicht vernehmen wir eines Tages die erfreuliche Neuigkeit, dass Herr Professor Paulus Cassel, um selig zu werden, wieder Selig geworden..

   
Ergebnisse von Spendensammlungen in der Gemeinde (1881 / 1911)  
Anmerkung: in jeder jüdischen Gemeinde wurden regelmäßig Spendensammlungen für bestimmte Zwecke durchgeführt; die Ergebnisse wurden immer wieder in jüdischen Periodika mitgeteilt.

Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Juni 1881: "Zeckendorf. Durch Lehrer E. Wertheimer: S. L. Ansbacher 2, aus der Synagogenbüchse 2, E. Rosenbaum 2, Wwe. Marschütz 1, I. Gerst 2, H. Gerst 1, S. Gerst 1, S. Satzmann 1, H. Hausmann 1, A. Künstler 0.50, Kirschbaum 2.10, Lengfelder Wwe. 0.40, Lehrer Wertheimer 1, zus. 17 M."   
 
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Januar 1911 - Spenden "zur Unterstützung unserer Glaubensbrüder im Heiligen Land": "Zeckendorf. Durch Lehrer I. Bick, Synagogen-Spenden von den Herrn Gerson Gerst 3, Gustav Gerst 1, Gers. Gerst 1, Felix Rosenbaum 1, Bick, Bick, Sam. Rosenbaum, Jak. Rosenbaum, Gerson Gerst je 0.60, Jacob Gerst 1, Gustav Geist 1, Gerson Gerst, 1.50, Felix Rosenbaum 1, David Heimann 1, Bick 0,50, zusammen abzüglich Porto 14.30."  

 
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Zum Tod von Isaac Langfeld aus Zeckendorf (gest. in Philadelphia, USA, 1906)  
Hinweis: nach der Todesanzeige on der "New York Times" vom 17. November 1906 war Isaac Langfeld "founder of the firm of Langfeld Brothers & Co., leather good manufacturers of Philadelphia". Isaac Langfeld war auch Präsident der Chewra Kadischa seiner im Artikel genannten jüdischen Gemeinde B'rith Shalom an der Ecke 6th Avenue/Girard Avenue.        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 7. Dezember 1905: "In Philadelphia starb - 92 Jahre alt - Isaac Langfeld, der Gründer und Präsident der dortigen kleinen orthodoxen Gemeinde in der Girard avenue. Langfeld, der bereits im Alter von 20 Jahren aus Zweckendorf in Bayern nach Amerika kam, war der Gründer der ersten B'nai-Berith-Loge in den Vereinigten Staaten).          

  
Kleine Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 

-  1868: Hochzeit von S. Engländer aus Hainsfarth mit Fanny Hausmann aus Zeckendorf - Spendensammlung erbracht 4 fl. 30 kr.  (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. November 1868 S. 902). 
-  1897: Goldene Hochzeit am 10. November 1897 des "Heimann'schen Ehepaares in Zeckendorf" (Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. November 1897 S. 1728).
- 1909: Verlobung von Babette Rosenbaum aus Zeckendorf mit Carl Heimann aus Demmelsdorf - Spendensammlung "für allgemeine wohltätige Zwecke" erbrachte 36.70 Mark (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. April 1909 S. 10).  
- 1914: Verlobung von Isak Fleischmann in Altenmuhr mit Clara Gerst in Zeckendorf (in "Das jüdische Blatt" vom 2. Januar 1914 S. 10).  

  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge         
   
Die erste Synagoge, eine einfache Betstube, befand sich auf dem vom Kloster Langheim zur Verfügung gestellten Grundstück. Sie wurde 1660 eingerichtet, war jedoch nach wenigen Jahrzehnten zu klein und baufällig. 1723 konnte mit dem Bau einer neuen Synagoge begonnen werden. Sie wurde nach dem Modell der Synagoge von Bamberg gebaut und 1727 eingeweiht. Auch die Juden aus Demmelsdorf besuchten danach für einige Jahre die Synagoge in Zeckendorf (vermutlich auch bereits vor dem Bau dieser Synagoge). 1742 brannte allerdings die Synagoge in Zeckendorf ab. 
Am 1. Juli 1743 wurde durch ein Dekret verordnet, dass eine neue, 50 Männer- und 45 Frauenstühle umfassende Synagoge auf einem dem Bamberger Hochstift gehörenden Grundstück gebaut werden sollte. Das Grundstück mit der Plan-Nr. 86 war dafür bestimmt worden. Die Plätze in der Synagoge wurden an die Gemeindeglieder vermietet. Die "Stuhlgelder" mussten an das Kloster Langheim abgeführt werden. Je nach Nähe zum Toraschrein wurde der Wert des Betstuhles bestimmt. 1765 wurde unmittelbar bei der Synagoge ein Haus für den Lehrer/Vorbeter erbaut.
An Ritualien aus der Synagoge waren bis in die 1930er-Jahre vorhanden: ein Pokal aus dem Besitz der Chewra Kaddischa von 1738, 1 Tora-Vorhang von 1717, 1 hellblauer Toravorhang mit Schulchandecke, 1 grüner Toravorhang mit Schulchandecke, 1 weißer Toravorhang in Häkelarbeit, 3 silberne Tassim (Toraschilde), 2 silberne Jadim (Torazeiger), 1 paar silberne Ezchajim (Aufwickelstäbe für die Torarolle). 
   
Um 1900, als noch 50 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden, gab es weiterhin jeden Schabbat Gottesdienste in der Synagoge ("Statistisches Jahrbuch" von 1905 S. 84)
    
Nach 1933 richteten sich gewaltsame Aktionen alsbald auch gegen die Synagoge. Im November 1936 wurden 25 Fenster des Synagogengebäudes durch Dorfkinder eingeworfen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge von SA- und SS-Leuten (davon zwei aus Scheßlitz) zerstört. Um die Synagoge hatten sich während der Aktion etwa 100 Dorfbewohner versammelt, Kinder und Jugendliche warfen Steine durch die Fenster in das Gebäude. Die Inneneinrichtung der Synagoge wurde auf einem Feld verbrannt. Für die Beseitigung des Schutts musste die jüdische Gemeinde 200 RM bezahlen. Im Herbst 1939 wurde die Synagoge auf Anweisung des Landrates von Bamberg vollständig zerstört. An Stelle der Synagoge wurde ein Gemüsegarten angelegt.    
     
Gegen acht der am Novemberpogrom 1938 in Zeckendorf Beteiligten fand im Juni 1948 ein Prozess vor dem Landgericht Bamberg statt. Sieben erhielten Freiheitsstrafen von zwei Wochen bis zu einem Jahr, einer wurde freigesprochen.  
     
     
Adresse/Standort der SynagogeGarten gegenüber der Schule beziehungsweise Grundstück zwischen den Häusern Nr. 17 und 19.  
    
    
Fotos
(Historische Fotos der Ritualien von Theodor Harburger, Aufnahmen 1927/30; Quelle: Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem; veröffentlicht in Th. Harburger: "Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern. 1998 Bd. 3 S. 796-799).

Ritualien aus der ehemaligen
Synagoge Zeckendorf 
Zeckendorf Synagoge 205.jpg (68721 Byte) Zeckendorf Synagoge 208.jpg (83196 Byte)
  Pokal des Wohltätigkeits- und Bestattungsvereines
Chewra Kadischa von 1738 (Silber, innen vergoldet,
 seit 1938 verschollen)
Tora-Schild (Tass, 1. Hälfte des 
19. Jahrhunderts, heute im 
Israel Museum Jerusalem)
       
  Zeckendorf Synagoge 207.jpg (98613 Byte) Zeckendorf Synagoge 206.jpg (68603 Byte)
  Tora-Schild (Tass, von 1774, hergestellt in
 Oettingen, heute im Israel-Museum, Jerusalem)
Chanukka-Leuchter aus der Synagoge 
(87 cm hoch, 78 cm breit, 
seit 1938 verschollen)
    
           
Das Synagogengrundstück
 in der Gegenwart
Zeckendorf Synagoge 200.jpg (51410 Byte)
  Gemüsegarten an Stelle der ehemaligen Synagoge (Foto: Jürgen Hanke, Kronach 2004 
aus www.synagogen.info)
      

    
    
Einzelne Presseberichte    

Februar 2010: Zum Tod des 1947 in einem PD-Lager bei Zeckendorf geborenen Chef-Historikers von Yad Vashem David Bankier    
Artikel von Ulrich Sahm im "Israel Newsletter" vom 1. März 2010 (www.israelnetz.com): 
"Chefhistoriker von Yad Vashem gestorben. 
JERUSALEM (inn)
- David Bankier, Chefhistoriker der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, ist am Wochenende infolge einer langen schweren Krankheit gestorben. Der 1947 in einem Lager jüdischer Holocaustüberlebender in Zeckendorf nahe Bamberg geborene Bankier galt als einer der wichtigsten Forscher der deutschen Gesellschaft und des Antisemitismus unter den Nazis.
Er leitete das Internationale Institut für Holocaustforschung in Yad Vashem. Zudem war Bankier unter anderem Gastprofessor an verschiedenen amerikanischen Universitäten, in London, Südafrika und in weiteren Ländern. In Südamerika baute er Institute für Jüdische Studien auf. Bankier konzentrierte sich auf die Erforschung der Verfolger und Mitläufer in Europa.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Studien war die Frage, wie der Antisemitismus zu einem zentralen und wirksamen Mittel der Nazis geworden war, um die Massen zu mobilisieren. Bankier veröffentlichte mehrere Bücher zu dem Thema, darunter "Die Deutschen und die Endlösung: Öffentliche Meinung unter den Nazis".
In einer Trauermitteilung von Yad Vashem bezeichnete der Leiter der Gedenkstätte, Avner Schalev, den verstorbenen Forscher als einen "Eckstein der modernen akademischen Erforschung von Nazi-Deutschland". Bei einem seiner letzten Vorträge sagte Bankier, dass die Juden für Antisemiten eine "mysteriöse, mythische und böse Macht darstellen, die mit Allmacht eine finstere Rolle in der Weltgeschichte spielen".
Für Hitler sei der Nazismus eine Doktrin gewesen, um die Menschheit von der jüdisch-christlich-marxistischen Doktrin zu erlösen. Die Vorherrschaft der deutschen Rasse konnte aus Hitlers Sicht nur durch einen totalen Krieg der Deutschen gegen die Juden erlangt werden. In einem Interview mit der "New York Times" sagte Bankier, dass die Rolle der Mitläufer und untätigen Nachbarn bei zahlreichen kleineren Massenmorden in der früheren Sowjetunion Anfang der vierziger Jahre einen großen Einfluss auf heutige Völkermorde in Afrika und an anderen Orten in der Welt hatte. Infolge der Verbrechen der Nazis habe sich die Welt gewandelt. Wenn heute irgendwo ein Genozid begangen werde, reagierten die Menschen schockiert, weil ihnen so viele Details über den Holocaust bekannt seien."  
Englischer Artikel aus der "Jerusalem Post" vom 1. März 2010 als pdf-Datei (mit Foto von David Bankier)     

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Oktober 2024: Verlegung von "Stolpersteinen" in "ZeDeSch" - Zeckendorf, Demmelsdorf und Scheßlitz     
32 Stolpersteine für ehemalige jüdische Bewohner der drei Ortschaften verlegte Künstler Gunter Demnig am 14. Oktober 2024 im Rahmen einer Veranstaltung der VHS Bamberg-Land - in einer Kooperation mit der Stadt Scheßlitz, der Mittelschule Scheßlitz, der Willy-Aron-Gesellschaft und der Jüd. Gemeinde Bamberg.
Mit großem Engagement verfolgt Maria Becker mit Unterstützung von Joachim Schön von der VHS Bamberg-Land seit einigen Jahren die Idee, die Namen und Schicksale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger in diesen drei Landgemeinden sichtbar zu machen, um so zu verdeutlichen, wie sehr das Leben in den Dörfern von Jüdinnen und Juden mitgestaltet und geprägt wurde. In mehreren Vorträgen an der VHS konnte so ein großer Teil der Spenden für die Steine generiert werden. Aber es ist erst ein Anfang, dem viele Stolpersteine noch folgen werden.
Die Veranstaltung wurde gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms 'Demokratie leben!' des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Bamberg sowie von der Amadeu Antonio Stiftung. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2024 statt.
Film: erstellt von Björn Göttlicher, Link zu Youtube: https://youtu.be/eKwMn_BDlyk     
 
 
 Presseberichte  Rechts: Artikel von Joseph Beck und Andreas Kirchhof im "Heinrichsblatt"
vom 27. Oktober 2024: "Erstmals Stolpersteinverlegung in Zeckendorf,
 Demmelsdorf und Scheßlitz. Es bedarf auch heute der Zivilcourage...
"
Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildungen anklicken    
dazu Bericht von Sebastian Quenzer im "Stadtecho - Die Lektüre für Bamberg" vom Februar 2024 S. 6-9
über "Projekt 'ZeDeSch' - Sichtbarkeit für frühere jüdische Bevölkerung" (eingestellt als pdf-Datei)   

   
   

Links und Literatur

Links:

bulletWebsite der Stadt Scheßlitz    
bulletWebsite des Stadtteiles Zeckendorf  
bulletInformationsseiten von www.juden-in-bamberg.de zu "Zeckendorf" (bei Suchfunktion eingeben)   
bulletÜbersicht über die in den Central Archives Jerusalem zur Geschichte der Israelitischen Kultusgemeinde Zeckendorf vorhandenen Dokumente (pdf-Datei)
bulletHartmut Heller / Herbert Popp: Kulturlandschaftliche Relikte jüdischen Lebens in der Fränkischen Schweiz. Erstellt 09/2019.  http://landschaften-in-deutschland.de/exkursionen/81_e_504-kulturlandschaftliche-relikte-juedischen-lebens-in-der-fraenkis.../   

Literatur:  

bulletAdolf Eckstein: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg, bearbeitet auf Grund von Archivalien nebst urkundlichen Beilagen. Bamberg 1898 (Reprint 1985).
bulletders.: Nachträge zur Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg. Bamberg 1899 (Reprint 1985). 
bulletders.: Zur Geschichte der Juden in Zeckendorf. In: Die Hohe Warte. Blätter zur Erbauung und Belehrung. Unterhaltungsbeilage zum Bamberger Tagblatt, 3. Jahrgang, Nr. 22 vom 25. November 1922, S. 85–86, Nr. 23 vom 2. Dezember 1922, S. 89–90, Nr. 24 vom 9. Dezember 1922, S. 93–94, Nr. 25 vom 16. Dezember 1922, S. 97–98. 
bulletBaruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 152-153.
bulletIsrael Schwierz:  Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988 S. 225-226.
bulletPinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany - Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 246-248.
bulletKlaus Guth (Hg.) u.a.: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800-1942). Ein historisch-topographisches Handbuch. Bamberg 1988. Zu Zeckendorf S. 343-351 (mit weiteren Quellenangaben).   
bulletSynagogengedenkbuch BY 01.jpg (49758 Byte)"Mehr als Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I: Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3: Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im Allgäu
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Zeckendorf S. 221-227 (die Forschungsergebnisse konnten auf dieser Seite von "Alemannia Judaica"  noch nicht eingearbeitet werden).
bulletEs erschienen in der Publikation von Michaela Schmölz-Häberlein (Hrsg.): Jüdisches Leben in der Region. Herrschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Süden des Alten Reiches. Ergon Verlag 2017:
Diese Publikation ist online zugänglich:    
bulletMichaela Schmölz-Häberlein: Jüdisches Leben in fränkischen Landgemeinden: Zeckendorf und Demmelsdorf im 17. und 18. Jahrhundert. S. 267-321.
bulletSusanne Talabardon: Auf schmalem Grat: Leben und Werk des Simon Akiba Baer (gest. 1724). S. 321-349.
bulletCarsten Schliwski: Anmerkungen zum Sefer Nahalat Shiv'ah des Zeckendorfer Rabbiners Samuel ben David Moses Halevi - Versuch einer Einordnung S. 349-361.  

     
       


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Zeckendorf Upper Franconia. The community was founded in 1654 and was the first seat of the Bamberg regional chief rabbinate. R. Shemuel of Mezrich (Poland) was the first chief rabbi (1658-1665). In 1742 the synagogue burned down and a new one was built the following year. The Jewish population numbered 166 in 1837 (total 285), declining to 22 in 1933. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was vandalized. All but one of the 18 Jews remaining in 1942 were deported to Izbica in the Lublin district (Poland) via Bamberg on 25 April.  
     
      

                   
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Stand: 31. Januar 2026