Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Nürnberg  
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt 
im 19./20. Jahrhundert (bis nach 1933)  
    
Hier: Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde (Schwerpunkt: Hauptgemeinde)  

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Nürnberg wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am 22.9.2011.     
    
Hinweis: ein Teil der Texte auf dieser Seite muss noch abgeschrieben und teilweise mit Anmerkungen versehen werden, kann jedoch durch Anklicken der Textabbildungen bereits gelesen werden.       
    

  
Übersicht:

Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde (Schwerpunkt: Hauptgemeinde; Personen aus der Adas Israel siehe dortige Seite)     
-  Kriegsauszeichnung für den Korporal Raphael Fried (1870)   
Drei Israeliten wurden in die bayerische Abgeordnetenkammer gewählt, darunter Dr. Frankenburger aus Nürnberg (1875)    
-  Hopfenhändler Obermeyer stiftet einen Betrag für Stipendien für jüdische Studierende - Gedenkfeiern zum 100. Geburtstag Mendelssohns (1886)   
-  Stiftung der Witwe Frankenburger zur Einrichtung eines Altersheimes (1890)    
-  Zum Tod von Oberamtsrichter Dr. Berlin (1892)    
Zum Tod des Wohltäters Lazarus Schwarz (1897)      
-  Zum Tod von Rabbiner Moses Lebrecht (1897)      
-  Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Josef Mohr (1900)    
-  Kommerzienrat Ludwig Gerngros wird zum Ehrenbürger ernannt (1901)  
70. Geburtstag von Justizrat Gustav Josephthal (1901)  
Zum Tod von Kommerzienrat und Magistratsrat Michael Kohn (1902) 
Persönlicher Adel für Kommerzienrat Ludwig Ritter von Gerngroß (1902) 
Über den von Kommerzienrat Ludwig Gerngros gestifteten Brunnen (1903)   
Silberne Hochzeit von Jakob Plaut und Johanna geb. Bemsel (1902)    
Stiftung des Ehepaares Max und Elise Heim zur Einrichtung eines israelitischen Mädchenstiftes (1903) 
Zum Tod von Salomon Forchheimer (1904) 
Josef Grünstein rettet ein Menschenleben (1904) 
Auszeichnung für den Konsul Bernhard Lang (1905)      
Mit Hilfe einer Stiftung durch Kommerzienrat Berolzheimer und seiner Söhne soll ein Volksbildungsheim in Nürnberg errichtet werden (1905)   
Zum Tod des Nürnberger und Fürther Ehrenbürgers Kommerzienrat Heinrich Berolzheimer (1906)    
Erster Preis für Siegfried Rothenberger an der Technischen Hochschule in München (1906)  
Zum Tod von Martin Lebrecht sen. (1910)    
80. Geburtstag des Geheimen Hofrates Josephsthal (1911) 
Zum Tod von Direktor Martin Sachs (1912)  
Zum Tod von Oberarzt Dr. Jos. Neuberger (1912) 
Stiftung der Adolf Schwarz'schen Eheleute für ein israelitisches Kinderheim (1913)   
70. Geburtstag von Kommerzienrat Wilhelm von Gerngros (1913) 
Be
förderungen jüdischer Militärangehöriger (1914   
Auszeichnungen von Staatsbürgern jüdischen Glaubens in Bayern aus Anlassen des Geburtstages von König Ludwig III. (1914)  
Zum Tod von Hofrat Dr. Maas (1914)    
Auszeichnungen für jüdische Kriegsteilnehmer (1917)    
Konrektor Dr. Isak Bacharach wird ausgezeichnet (1918)    
Ernennungen von Amtsrichter Joseph Hesselburger zum Oberamtsrichter und von Hofrat Emil Fechheimer zum Handelsrichter (1918) 
Stiftungen jüdischer Familien (1918)    
Zum Tod von Karl Dessauer (in Überlingen, 1918)     
Auszeichnungen für jüdische Kriegsteilnehmer (1918)  
Zum Tod von David Gallinger (1918)   
Beisetzung des stellvertretenden Landgerichtsdirektors Samuel Bernheimer (1921)   
Zum Tod des Geheimen Justizrates Emil Josephtal (1923) 
Zum Tod von Amalie Wollenreich geb. Bermann (1923)  
Zum Tod des Wohltäters Adolf Schwarz (1927)   
Zum Tod von Dr. David Grünbaum (1928)     
70. Geburtstag von Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig (1931)  
Zum Tod von Babette Sohn geb. Hamburger (1934)  
60. Geburtstag von Dr. Is. Bamberger (1934)            
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
Anzeige der Konditorei Max Hellmann (1908)  
Verlobungsanzeige von Helene Marx und Leopold Desser (1923)   
Geburtsanzeige von Gerhard Julius Wilmersdörfer (1924) 
Verlobungsanzeige von Friedl Goldberg und Benno Goldschmidt (1930)     
Weitere Dokumente  
Bestellungen bei der Hopfenhandlung von Mich. A. Erlanger in Nürnberg (1887 / 1906)  
Geschäftskarte der Nürnberger Metall- und Lackierwarenfabrik vorm. Gebrüder Bing (1898)  
Hinweis auf die "Binghöhle" in Streitberg     
     
    

       

Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde (Schwerpunkt Hauptgemeinde; Personen aus der Adas Israel siehe dortige Seite)  
   
Kriegsauszeichnung für den Korporal Raphael Fried (1870)   

Nuernberg Israelit 26101870.jpg (39566 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Oktober 1870: "Nürnberg, den 16. Oktober (1870). Unter den in Folge jüngst erschienenen Armeebefehls Dekorierten befindet sich auch der Korporal im 14. bayerischen Infanterieregiment, Raphael Fried. Derselbe, ein Sohn des verstorbenen hochverdienten Lehrers Fried dahier, erhielt obige Auszeichnung wegen seiner hervorragenden Leistungen in der Schlacht bei Sedan.  C...t."        

    
Drei Israeliten wurden in die bayerische Abgeordnetenkammer gewählt, darunter Dr. Frankenburger aus Nürnberg (1875)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. August 1875: "Fürth, 25. Juli (1875). Zum ersten Male seit den großen Ereignissen der Jahre 1870/71 war Bayern berufen, allgemeine Wahlen für den Landtag vorzunehmen. Soweit nun solche festgestellt sind, treten drei Israeliten in die bayerische Abgeordnetenkammer ein und zwar Dr. Frankenburger in Nürnberg, Dr. Gunzenhäuser in Fürth und Dr. Henle in München. Neugewählt ist Dr. Gunzenhäuser in Fürth, während die beiden übrigen Herren schon während und zwischen der vorigen 6-jährigen Legislaturperiode diejenigen Städte vertraten, von welchen sie auch diesmal gewählt wurden. Abgelehnt haben schon vor der Wahl die bisherigen pfälzischen Abgeordneten, Rentier Levy und Notar Dr. Adler. Sämtliche drei Abgeordnete gehören der bayerischen Fortschrittspartei an, die für die deutsch-nationale Idee wirkt. Die Vertretung von drei Israeliten übersteigt das numerische Verhältnis insofern, als bei einer Einwohnerzahl von 4.824.421 Seelen, worunter 49.840 Israeliten bei einer Gesamtzahl von 156 Abgeordneten auf die Juden nicht einmal zwei träfen."         

   
Hopfenhändler Obermeyer stiftet einen Betrag für Stipendien für jüdische Studierende - 
Gedenkfeiern zum 100. Geburtstag Mendelssohns (1886)
    

Nuernberg AZJ 23031886.jpg (105007 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. März 1886: "Nürnberg, im März (1886). Mit Recht wird der Mangel an Stipendien für jüdische Jünglinge tief beklagt. Bei den Christen dahier existieren deren so viele, besonders für Theologie-Studierende, dass viele damit ihre ganzen Studien durchzumachen vermögen, ohne den Geldbeutel ihrer Eltern stark in Anspruch nehmen zu müssen. Umso mehr ist rühmlich zu berichten, dass der kürzlich hier verstorbene Hopfenhändler Obermeyer einen Betrag von über 30.000 Mark für gedachte Zwecke testamentierte, die bereits an den Vorstand der hiesigen Kultusgemeinde zur Verwaltung überantwortet sind. Gehet hin und tut ein Gleiches, möchten wir unseren Reichen zurufen. 
Bei dieser Gelegenheit sei auch berichtet, dass der hundertjährige Geburtstag Mendelssohns in der hiesigen Synagoge gefeiert worden, wobei unser allverehrter Rabbiner, Herr Dr. Ziemlich, eine sachgemäße erhebende Rede gehalten hat. Dass auch Fürth den Manen Mendelssohns den schuldigen Tribut gebracht, kann umso sicherer vorausgesetzt werden, als seiner Zeit der damalige Rabbiner in Fürth, R. Hirsch gegen die Bibelübersetzung des 'Mosche Dessau' förmlich den Cherem (= Bann) geschleudert hat."            

   
Stiftung der Witwe Frankenburger zur Einrichtung eines Altersheimes (1890)     

Nuernberg Israelit 08051890.jpg (26302 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Mai 1890: "Nürnberg. Die Witwe des Abgeordneten Frankenburger spendete zur Erinnerung an ihren Mann 20.000 Mark für eine Stiftung, welche zur Errichtung eines Heims für ale Leute ohne Unterschied der Konfession verwendet werden soll."        

   
Zum Tod von Oberamtsrichter Dr. Berlin (1892)     

Nuernberg Israelit 20101892.jpg (143969 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Oktober 1892: "Nürnberg, 14. Oktober (1892). Der israelitische Friedhof hat seit dem Leichenbegängnis Frankenburger's wohl keine so große Trauerversammlung mehr gesehen, wie sie sich heute bei dem Begräbnis des hochgeachteten, in allen Bevölkerungskreisen beliebten, so plötzlich aus dem Leben abgerufenen Herrn Oberamtsrichter Dr. Berlin eingefunden hatte. In der Trauerversammlung befanden sich die Beamten des Oberlandesgerichts, des Landgerichts, der Kammer für Handelssachen und des königlichen Amtsgerichts, an welcher Gerichtsstelle Herr Dr. Berlin seit einer Reihe von Jahren das Richteramt ausgeübt hatte. Ferner waren anwesend Herr Bürgermeister Dr. Schuh, Mitglieder des Magistrats und Gemeindekollegiums usw. Nach dem Gebete im Leichenhause bewegte sich der Zug, voran der einfache mit einem schwarzen Tuche umhüllte Sarg, nach der Gruft.  
Herr Oberlandesgerichtsrat und Vorstand des königlichen Amtsgerichts Geigel gab als ältester Kollege dem Schmerze und der Wehmut Ausdruck, die das Richterkollegium über das Hinscheiden seines Mitgliedes empfunden habe, der stets als ein gewissenhafter geistig hoch veranlagter, kenntnisreicher Richter seines Amtes gewaltet habe: er lege dem Dahingeschiedenen den verdienten Lorbeer auf die Gruft. - Die überaus zahlreiche Beteiligung von Angehörigen aller Bekenntnisse und Stände war wohl ein beweis, wie großer Beliebtheit sich Dr. Berlin in allen Schichten der Bevölkerung erfreute. Seine Freundlichkeit und Nachsicht, die er in seinem Berufe gegen die streitenden Parteien stets übte, sein Gerechtigkeitssinn und sein Wohlwollen, wo er wirkliche Armut vor sich sah, hatten ihm alle Herzen gewonnen."           

    
Zum Tod des Wohltäters Lazarus Schwarz (1897)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. September 1897: "Nürnberg, 18. September (1897). Der vor einigen Wochen in Wildbad verstorbene, auch zu Lebzeiten als Wohltäter bekannte Privatier Lazarus Schwarz hat in seinem nunmehr veröffentlichten Testamente den weitaus größten Teil seines Vermögens für wohltätige und gemeinnützige, konfessionelle und interkonfessionelle Zwecke bestimmt. Insbesondere hat er in Anbetracht des Umstandes, dass dürftige Israeliten in derartige allgemeine Anstalten nicht aufgenommen werden, mit 400.000 Mark eine Altersversorgungsanstalt gegründet und weitere 124.000 Mark der israelitischen Kultusgemeindeverwaltung Nürnberg für bestimmt vorgesehene Wohltätigkeitszwecke vermacht. Weiter hat er zugewendet: 2000 Mark der religiösen Vereinigung, deren Vorstand er war, 1000 Mark dem hiesigen israelitischen Armenunterstützungsverein, je 1000 Mark den Lehrerbildungsanstalten Würzburg und Burgpreppach, 1000 Mark der Alliance Israélite Universelle, 500 Mark der Lehrerbildungsanstalt Schwabach, 500 Mark dem Verein Merkur, 500 Mark dem Jugendhort, 500 Mark dem Komitee für Ferienkolonien für arme, kranke Schulkinder, 500 Mark für Wärmstuben, 500 Mark dem Verein Frauenwohl, 500 Mark dem Verein für Krankenpflege (Hallerwiese), 500 Mark dem Kinderspital, 500 Mark der Maximilians-Augenheilanstalt, 500 Mark der Blindenerziehungsanstalt. Die Sammlung von Gold- und Silbermünzen, die er besaß, soll nach der Anordnung des Verstorbenen durch den Testamentsvollstrecker, Herrn Justizrat Josephthal, dem Germanischen Museum ausgeantwortet werden."        

   
Zum Tod von Rabbiner Moses Lebrecht (1897) 
   

Nuernberg AZJ 08101897.jpg (17625 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Oktober 1897: "In Nürnberg ist am 30. vorigen Monats der frühere hessische Kreisrabbiner Moses Lebrecht im Alter von 87 Jahren gestorben."     
Anmerkung: Rabbiner Moses Lebrecht ist nicht identisch mit dem Rabbiner Mayer Lebrecht (1808-1894), Rabbiner seit 1840 in Niederwerrn, dann in Schweinfurt. Der oben genannte Rabbiner Moses Lebrecht (geb. 1810) studierte in Adelsdorf, Fürth und Würzburg. Er war zunächst Religionslehrer in Birkenfeld, seit 1840 in Bingen. 1869 wurde er in Offenbach von Rabbiner Formstecher zum Rabbiner ordiniert. Seit 1875 war er Rabbiner in Bingen, wo er bis zu seiner Zurruhesetzung im März 1889 geblieben ist.    

   
Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Josef Mohr (1900)   

Nuernberg AZJ 23031900.jpg (135231 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. März 1900: "Nürnberg, 14. März (1900). Selten noch hat sich auf dem israelitischen Friedhofe eine so zahlreiche Trauerversammlung zusammengefunden, als bei der gestrigen Beerdigung des am 11. dieses Monats so jäh im besten Mannesalter von 41 Jahren in Folge eines Schlaganfalls hingeschiedenen Rechtsanwaltes Dr. Josef Mohr. Die Unterstandshalle vermöchte die Trauerversammlung nicht zu fassen, in deren Mitte wir eine große Anzahl Mitglieder des Gerichts mit Herrn Oberlandesgerichtspräsidenten von Endres an der Spitze und viele Landwehroffiziere bemerkten. Nach der ergreifenden Rede des Geistlichen (Rabbiners Ziemlich) legte Herr Regierungsrat Kolbmann mit einer tief empfundenen Ansprache einen Krank namens des Philisterverbandes der akademischen Gesangsvereine nieder, Herr Justizrat Merzbacher, der einen Kranz im Auftrage des Anwaltsvereins niederlegte, hob den mit tiefem Wissen gepaarten idealen Sinn des Verstorbenen hervor, ein Vorstandsmitglied des Vereins ehemaliger Angehöriger des 5. Infanterie-Regiments, erwies dem dahingeschiedenen Ehrenmitgliede des Vereins, der auch Oberleutnant der Landwehr war, durch Niederlegen eines Kranzes die letzte Ehrung. Als der Trauerzug unter den Klängen gedämpfter Trommelwirbel am Grabe angelangt und der Sarg hinabgesenkt war, wurde die Grabstätte durch unzählige Blumenspenden, darunter ein Kranz der Gesellschaft des Offizierskorps des Bezirkskommandos, vollständig verdeckt."            

   
Kommerzienrat Ludwig Gerngros wird zum Ehrenbürger ernannt (1901)     

Ritter_von_Gerngross.jpg (28914 Byte)Über Ludwig Gerngros (ab 1902: Ludwig Ritter von Gerngroß; geb. 1839 in Baiersdorf, gest. 1916 in Nürnberg) informiert der Wikipedia-Artikel "Ludwig von Gerngros" (Quelle des Portraits links: der genannten Wikipedia-Artikel)     
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. September 1901: "Nürnberg, 17. September (1901). Zum Ehrenbürger der Stadt Nürnberg, welche zur Zeit nur deren vier besitzt, wurde Kommerzienrat Ludwig Gerngros hier ernannt. Mehrere andere ehrenvolle Auszeichnungen sind demselben bereits früher von der königlichen bayerischen Regierung zuteil geworden. So im Jahre 1889 die Verleihung des Titels Kommerzienrat, 1891 der Michaelsorden OV. Klasse und 1901 anlässlich des 80. Geburtsfestes der Prinz-Regenten Luitpold von Bayern der Michaelsorden III. Klasse. Kommerzienrat Gerngros, der begabt mit großer Geschäftskenntnis und weitschauendem Blicke, sich strebsamen Geistes aus eigener Kraft emporgearbeitet, hat niemals gezögert, dort seine Hand zu öffnen, wenn es galt, menschliches Leid und Elend zu lindern, wo künstlerische Interessen, ideale Bestrebungen, ein größeres Opfer erheischten. Die Wiedererstehung des sogenannten 'Neptunbrunnens', eines seinerzeit der alten Reichsstadt verloren gegangenen Kleinodes der bildenden Kunst, ist des Genannten neueste Stiftung, die er gemeinschaftlich mit seiner im Wohl tun mit ihm wetteifernden Gattin, der Stadt Nürnberg gewidmet."    

 
70. Geburtstag von Justizrat Gustav Josephthal (1901)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. September 1901: "Nürnberg, 17. September (1901). Justizrat Gustav Josephthal, Königlicher Geheimer Hofrat, der langjährige erste Vorstand unserer Gemeinde, feierte am 8. dieses Monats seinen 70. Geburtstag. Von der Beliebtheit und hohen Verehrung, deren sich der Jubilar in Stadt und Land und weit über deren Grenzen hinaus erfreut, legte dieser Tag beredtes Zeugnis ab. Freunde und Bekannte, Private und Korporationen, wetteiferten vom frühen Morgen an, um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. Post und Telegraph sandten Hunderte von Gratulationen ins festlich geschmückte Haus. Die Mitglieder der Kultusverwaltung waren vollzählig erschienen und brachten ihre Glückwünsche durch den Mund des zweiten Vorstandes, Herrn Martin Fechheimer, in warmen Worten zum Ausdruck. Als Festgabe überreichten sie eine Adresse, die, von dem Direktor des Gewerbemuseums mit seltenem Geschmack ausgeführt, in einem Schreine ruht, den Frank Stuck's Künstlerhand mit dem Bildnis des Moses geziert. Nach einer Ansprache, die der geistliche Vertreter der Gemeinde, Rabbiner Dr. Ziemlich, im Namen der Gemeinde und ihrer Beamten, im Namen der Konferenz der bayerischen Rabbiner und nicht zuletzt als Freund des Hauses gehalten, kam eine Reihe von Adressen, welche angesehene jüdische Vereinigungen ihrem allezeit tätigen und rührigen Mitgliede gewidmet, zur Verlesung: vom 'Deutsch-Israelitischen Gemeindebund', vom 'Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens' - beide Gesellschaften machten den Jubilar zu ihrem Ehrenmitgliede - vom 'Bayerischen Landesverein', von der 'Alliance israelite universelle' etc. Sämtliche jüdischen Vereine gratulierten durch ihre Vertreter, die Anwaltskammer, deren Vorsitzender Gemeinrat Josephtal ist, war durch eine Abordnung von vier Mitgliedern vertreten, die städtischen Kollegien hatten schriftliche Glückwünsche gesandt, kurz Alles wetteiferte, den verdienten Mann zu ehren und zu feiern. Bewundernswert war die Frische und Kraft, mit welcher der Jubilar diesem Sturm von Glückwünschen, Ansprachen, Vorlesungen usw. Stand hielt, noch bewundernswerter die Lebhaftigkeit und Unermüdlichkeit, mit welcher er zu wiederholten Malen das Wort ergriff, um allen zu danken, die ihn zu ehren gekommen waren."     

    
Zum Tod von Kommerzienrat und Magistratsrat Michael Kohn (1902)     

Nuernberg Israelit 14081902.jpg (226838 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. August 1902: "Nürnberg, 11. August (1902). Seit dem Tode des Justizrates Frankenberger dürfte der israelitische Friedhof keine so zahlreiche Trauerversammlung gesehen haben, wie bei der gestern stattgehabten Beerdigung des Herrn Kommerzienrates und Magistratsrates Michael Kohn. Nachdem der einfache Holzsarg in das Grab gesenkt war, gab Herr Rabbiner Dr. Deutsch von Fürth in erhebenden Worten ein Bild von dem Lebensgang des Verblichenen. 1836 in Markt Erlbach geboren, besuchte er später in Nürnberg die Handelsschule und erwarb sich eine Summe von Kenntnissen und Wissen, sodass er im Jahre 1861 das väterliche Geschäft übernehmen konnte. Im Jahre 1862 gründete er sich sein eigenes Heim, das er, im Verein mit seiner bereits verstorbenen, verständnisvollen Gattin, 37 Jahre lang zu einer Wohnstätte des Friedens und des Glückes machte. Klar, lauter und edel war sein Charakter, liebenswürdig, leutselig und ein hingebender Menschenfreund war er stets; er verstand es, wie selten Einer, den Egoismus des gesättigten Reichtums von sich zu weisen, sein Glück fand er in der Arbeit. Das Interesse der Gesamtheit war sein Leitstern, er verstand es, sich seine ehrenvollen Auszeichnungen, die Bürgerkrone, durch Bürgertugenden zu erwerben.  Ein freisinniger, sozialer Zug ging durch sein Leben, wie seine Stiftungen beweisen; er hatte ein warmes Herz für die arbeitende Bevölkerung, war ein Förderer freiheitlicher Bestrebungen und der Wissenschaft, ein Mäzen der Kunst; sein selbstloses Wirken stand im Dienste der Allgemeinheit; Liebe, Dankbarkeit, die Achtung der Besten hat er sich errungen. dann gab Herr Hofrat Bürgermeister Dr. v. Schuh in formvollendeter markiger Rede ein Bild von der Tätigkeit des Verlebten, der sich in mehr als zehnjähriger Tätigkeit durch den reichen schatz seiner Erfahrungen nutzbar gemacht; so einfach seine äußere Erscheinung, so ritterlich war seine Gesinnung; ideal war sein Bestreben, für die Armut hatte er stets eine offene Hand, die Stadt betrauert ihren besten Sohn, die Kollegien einen treu besorgten Mitarbeiter. Redner legte sodann unter den Worten: 'Sein Andenken wird bleiben! Empfange die letzten Grüße von Deinen Kollegen, Mitbürgern und Freunden,' einen prachtvollen Kranz auf das Grab nieder. 
Mit tief gefühlten Worten des Dankes und der Liebe wurden sodann noch Kränze niedergelegt vom Lokalausschuss der Freisinnigen Partei, namens des Vereins Freisinn, vom Verein Jugendhort-Steinbühl durch einen Schüler, dem Verein für Geisteskranke, dem Verein südlicher Vorstädte, vom Künstlerverein, von den Bediensteten des städtischen Gaswerkes und von seinem Arbeiterpersonal. Ein Gebet des Rabbiners schloss die tief ergreifende Feier."       

 
Persönlicher Adel für Kommerzienrat Ludwig Ritter von Gerngroß (1902)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1902: "Sulzbürg (Oberpfalz), 17. November (1902). Dem Adelsmatrikel des Königsreiches wurde einverleibt, der Kommerzienrat Ludwig Ritter von Gerngroß, Rentier in Nürnberg, für seine Person, als Ritter des Verdienstordens der bayerischen Krone".    

 
Über den von Kommerzienrat Ludwig Gerngros gestifteten Brunnen (1902  1903)   

Nuernberg Neptunbrunnen 101.jpg (266336 Byte)Anmerkung: es handelt sich um den "Neptun-Brunnen", zu dessen Geschichte ein Wikipedia-Artikel "Neptunbrunnen (Nürnberg)" nähere Informationen enthält. Foto links: aus diesem Wikipedia-Artikel.        
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Oktober 1902:    
  
Nuernberg AZJ 19061903.jpg (110592 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Juni 1903: "Wen übrigens der Sommer nach Süddeutschland führt, der darf sich einen Aufenthalt in Nürnberg gönnen, um den auf dem Marktplatze errichteten Kunstbrunnen anzusehen. Angesichts der Marienkirche, die einstmals vor mehr als 500 Jahren das Bethaus der Juden war, umsäumt von den Häusern des Marktes, an denen vielfach die in dem protestantischen Nürnberg sonst seltenen Marienbilder dem Kenner der Nürnberger Geschichte bezeugen, dass es alte Judenhäuser waren, die nach der Judenvertreibung der Kaiser der Stadt geschenkt hatte, steht der herrliche Brunnen, den zu sehen allein schon einen Aufenthalt in dem Schatzkästlein Nürnberg verlohnen würde. Wie ich mir dieser Tage den herrlichen Brunnen, wie es gleich schönere auf der Welt nicht allzu viele geben wird, betrachtete, habe ich doch ein großes Vergnügen gehabt, dass eine bescheidene Tafel an der Außenseite des Brunnenbassins dem Beschauer besagt, dass der Brunnen von dem Kommerzienrat von Gerngros und seiner Frau gestiftet sei. Die Nürnberger haben übrigens bekanntermaßen den Stifter, der durch seine Stiftung viel Menschenkinder erfreut und in den fernsten Zeiten noch erfreuen wird, auch durch die Ernennung zum Ehrenbürger, eine sehr seltene und hohe Auszeichnung, seinerzeit geehrt."           

   
Silberne Hochzeit von Jakob Plaut und Johanna geb. Bemsel (1902)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Dezember 1902: "Nürnberg, 23. Dezember (1902). Nächsten Donnerstag feiern Herr Jakob Plaut und Frau Johanna geb. Bensel, ihre silberne Hochzeit. Herr Plaut ist nicht nur hier, sondern auch bei fast sämtlichen Israeliten in Bayern und darüber hinaus eine ebenso bekannte wie beliebte Persönlichkeit."      
   
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Dezember 1902: "Zur silbernen Hochzeit des Herrn Jakob Plaut und Frau Johanna geb. Bemsel 
am 25. Dezember 1902. 
Gedichtet von Sigmund Steinhäuser.  Mit zaghaft ernsten Schritten  Ging Jedes eig'nen Pfad,  
Erst auf der Freunde Bitten  Sind sie sich scheu genaht.   
Doch als voll Ehewonne  Ihr Weg zur Stadt sich wand,  
Da lächelte die Sonne. Da ging man Hand in Hand.   
Der Menschheit Hunger stillen Ward fest als Ziel gesetzt.  
Bei treuem Pflichterfüllen  Das 'Koscher' nie verletzt.  
Wie Kapitän auf Brücke  Frau Platz am Herde steht,  
Tranchiert die schwersten Stücke mit Virtuosität.   
Und Vielen, die sich jähe  In 'süßes Joch' gestürzt.  
Hat sie beim Schluss die Ehe  Das Hochzeitsmahl gewürzt.   
Dem Stand 'Garküchbesitzer' Sagt längst Herr Plaut Adieu; 
Er ward dem Gast Beschützer: Ist heute - Hotelier!  
Am Hallplatz Nummer sieben  Hat er frisch umgebaut,  
Dann wurde angeschrieben  Weit sichtbar: 'Hotel Plaut'.  
Als sie erreicht bedächtig  Dies imposante Haus, 
Da ging ja alles prächtig, Auch Nachwuchs blieb nicht aus.   
Ihr Wohlstand konnt sich mehren  Sie sind emporgekommen  
Und gelten heut' in Ehren   Als Frömmste aller Frommen.  
Der Jahre fünfundzwanzig  Sind nun dahingeflossen,  
Und noch zeigt dieses Band sich  So fest, wie einst geschlossen.   
So mög' es weiter halten  Bei dauernder Gesundheit  
Und Beide rüstig warten, Bis einst die - gold'ne Hochzeit!  

 
Stiftung des Ehepaares Max und Elise Heim zur Einrichtung eines israelitischen Mädchenstiftes (1903)   

Nuernberg Israelit 29101903.jpg (197463 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Oktober 1903: "Nürnberg. Unsere jüdische Kultusgemeinde wurde durch die Hochherzigkeit des verstorbenen Herrn Max Heim und seiner noch lebenden Gemahlin, Frau Elise Heim in Frankfurt am Main, um eine gemeinnützige Institution reicher. 
Aus dem Nachlasse des Herrn Max Heim wurde durch Testamentsbestimmung der jüdischen Gemeinde ein Kapital von Mark 125.000 zur Errichtung eines israelitischen Mädchenstiftes übergeben, welches den Zweck hat, herangewachsenen und einer geeigneten Häuslichkeit entbehrenden israelitischen Mädchen, die sich in Nürnberg oder in näherer Umgebung dieser Stadt einem ehrenhaften Berufe widmen, den Schutz eines gesitteten und geordneten Hauswesens zu gewähren, sowie auch, falls die Mittel dazu ausreichen, die Gelegenheit zur Fortbildung zu verschaffen.   
Da die Kultusgemeinde aus naheliegenden Gründen sich nicht entschließen konnte, das Stift von Gemeinde wegen ins Leben zu rufen, wurde zur Verwirklichung des Stiftungszweckes ein Verein gegründet, welcher die Anstalt nunmehr stiftungsgemäß gegründet hat und verwaltet. Das Kuratorium besteht aus 15 Mitgliedern, 10 Herren und 5 Damen, an dessen Spitze Realschuldirektor Gombrich steht, unter dessen Leitung die Anstalt mit Gottes Hilfe einer gedeihlichen Entwicklung entgegengeht.   
Die Stifträume sind in der Mitte der Stadt gelegen, einfach, aber praktisch und zweckentsprechend eingerichtet. Bis jetzt beherbergen sie sieben Pfleglinge, welche in Nürnberger Geschäften in Stellung sind und im Stift gegen ein Entgelt von Mark 25 per Monat Wohnung und vollständige rituelle Verpflegung genießen. Den Pfleglingen ist in der Anstalt ein wahres Heim geboten, wo sie in ihren freien Stunden gleichsam wie in einer Familie verkehren, und sich gegenseitig als Familienmitglieder betrachten. Hier finden sie Erholung nach der Arbeit, Aufmunterung und Anregung zum Guten und Schönen, kurz ein wirkliches Heim, das ihnen nahezu das elterliche Haus ersetzt.   
Durch diese Anstalt ist einem sozialen Bedürfnis, wenn auch nur in beschränktem Maße entsprochen, und es ist zu wünschen, dass dieselbe in die Lage versetzt wird, ihren Wirkungskreis zu vergrößern, was durch Beitritt zahlreicher Mitglieder zum Verein leicht ermöglicht werden kann. Der Verein zählt heute etwa 300 Mitglieder.  
Des edlen Stifterpaares sei an dieser Stelle gedacht."          

   
Zum Tod von Salomon Forchheimer (1904)   

Nuernberg Israelit 25021904.jpg (122261 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Februar 1904: "Nürnberg. Zum Hinscheiden des Herrn Salomon Forchheimer ist noch Folgendes nachzutragen: 
Auf dem israelitischen Friedhofe wurde unter einer Beteiligung wie selten, der Chef der großen Holzhandlung Forchheimer & Co. zur letzten Ruhestätte getragen, der durch seine geschäftliche Tätigkeit, durch sein gemeinnütziges Wirken, durch eine stets offene Hand sich die Hochachtung weitester Kreise erworben hatte. Nach der Rede des Herrn Rabbiners Dr. Ziemlich, welcher die edlen Eigenschaften des Dahingeschiedenen rühmte und u.a. erwähnte. dass der Verstorbene vor einigen Jahren Tausende rumänischer Flüchtlinge bei ihrer Durchreise durch Passau auf seine Kosten speiste, ergriff Herr Rechtsrat Fleischmann das Wort namens der Stadtgemeinde, zu deren Armenpflegschaftsrat der Verblichene gehörte. Es sprachen noch: Herr Kommerzienrat Soldan im Auftrage der Mittelfränkischen Handels- und Gewerbekammern, sowie des deutschen Handelsvertragsvereins, Herr Kaufmann Jung für die israelitische Kultusgemeinde, zu deren Verwaltung der Verstorbene zählte, Herr Regierungsrat Michel im Auftrage des Wohltätigkeits- und Wärmestubenvereins, dessen opferwilliges Vorstandsmitglied der Dahingeschiedene war. Eine große Zahl von Rednern reihte sich den Vorstehenden an, und wurde verschiedentlich betont, dass Forchheimer, der aus Wallhausen gebürtig war, Tausenden von Personen im Bayerischen Walde Beschäftigung gab und das Ideal eines Arbeitsgebers war."          

   
Josef Grünstein rettet ein Menschenleben (1904)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. April 1904: "Nürnberg. Ein bei der Firma S. Wechsler & Co. dahier, angestellter jüdischer junger Mann, mit Namen Josef Grünstein, rettete unter eigener Lebensgefahr einen 60-jährigen verheirateten Maurerpolier, der von der Kleinweidenmühle herkommend, vom Wege abgeriet, und in die Pegnitz fiel. Grünstein ist erst 17 Jahr alt und seine Tat findet große Anerkennung sowohl bei Behörden wie bei dem Publikum."       

  
Auszeichnung für den Konsul Bernhard Lang (1905)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Februar 1905: "Der schwedische Konsul und dänische Vizekonsul Herr Bernhard Lang in Nürnberg erhielt in Anerkennung langjähriger Verdienste im Amte vom König von Dänemark das Ritterkreuz des Danebrog-Odens, nachdem derselbe schon vorher mit dem schwedischen Wasa-Orden und dem norwegischen St. Olafs-Oden von dem König von Schweden ausgezeichnet wurde. Konsul Lang ist seit Jahren Mitglied der israelitischen Kultusverwaltung und verschiedenen anderen wohltätigen Anstalten in Nürnberg."      

 
Mit Hilfe einer Stiftung durch Kommerzienrat Berolzheimer und seine Söhne soll ein Volksbildungsheim in Nürnberg errichtet werden (1905)    

Nuernberg AZJ 23061905.jpg (80778 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1905: "München, 16. Juni (1905). Die Stelle eines Rates am Oberlandesgericht Bamberg wurde dem Oberlandesgerichtsrate am Landgericht Bamberg, Julius Ulrich, verliehen. - Im Anschluss an diese Notiz sei auf verschiedenen Anfragen betr. die sehr interessanten Mitteilungen unseres geschätzten Münchener Korrespondenten  hier noch nachzutragen, dass Kommerzienrat Berolzheimer, welcher in Gemeinschaft mit seinen in Amerika lebendigen Söhnen 300.000 Mark für Errichtung eines Volksbildungsheims in Nürnberg bestimmt hat, neuerdings die Summe auf 320.000 Mark erhöhte. Nach Wunsch des Stifters erhält das Gebäude den Namen 'Luitpoldhaus'. Die Stadtgemeinde überlässt unentgeltlich einen Bauplatz. Es wird jetzt unter bayerischen und in Bayern lebenden Architekten ein Preisausschreiben zur Einsendung von Konkurrenzarbeiten für Erbauung des Gebäudes erlassen."          

  
Zum Tod des Nürnberger und Fürther Ehrenbürgers Kommerzienrat Heinrich Berolzheimer (1906)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. April 1906: "Nürnberg, 17. April (1904). Bei Beginn der heutigen Sitzung des Stadtmagistrats widmete der Vorsitzende dem vorgestern im 70. Lebensjahre verstorbenen Kommerzienrat Heinrich Berolzheimer, Ehrenbürger der Städte Nürnberg und Fürth, einen Nachruf. Er betonte, dass der Verstorbene sich nicht nur durch Wohltätigkeit ausgezeichnet habe, sondern auch besonders für die Interessen der Allgemeinheit Hervorragendes leistete, so habe er für den Bau des Künstlerheims einen großen Betrag gestiftet und der Naturhistorischen Gesellschaft, der Volksbildungsgesellschaft und dem Ärztlichen Verein auf seine Kosten eigene Heime errichtet."     

 
Erster Preis für Siegfried Rothenberger an der Technischen Hochschule in München (1906)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. Dezember 1906: "München. Bei den Preisbewerbungen der Technischen Hochschule in München errangen 2 Juden erste Preise. Nämlich der Lehramtskandidat Siegfried Rothenberg aus Nürnberg und der Student Fritz Landauer aus Augsburg."    

  
Zum Tod von Martin Lebrecht sen. (1910)   

Nuernberg AZJ 05081910.jpg (183772 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. August 1910: "Nürnberg, 29. Juli (1910). Eine weit über Nürnbergs Grenzen hinaus bekannte Persönlichkeit, Herr Martin Lebrecht senior, der sich auf allen Gebieten jüdischen Gemeinschaftslebens hervorragend betätigte, ist dieser Tage gestorben. Er war der Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied des 'Zentralvereins Fürth-Nürnberg und der angeschlossenen Gemeinden zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten', Mitglied des 'Ausschusses des Landesvereins für israelitische Kultusgemeinden in Bayern', Delegierter zum 'Deutsch-Israelitischen Gemeindebund', Vertrauensmann für Nürnberg-Fürth des 'Hilfsvereins der Deutschen Juden', Förderer des 'Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens' und zugleich unermüdlicher und erfolgreicher Förderer aller jüdischen Wohlfahrts- und Gemeinsamkeitsbestrebungen. Die großen sozialen Institutionen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes verdanken ihm außerordentlich viel Er wirkte für die Erstarkung der Mitgliederzahl der Arbeiterkolonie Weißensee, der israelitischen Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder in Beelitz und war ungemein regsam auf dem Gebiete der Wanderarmenfürsorge. Er ist der Schöpfer der sogenannten schwarzen Listen, in die er mit minutiöser Gewissenhaftigkeit alle diejenigen als Schwindler und Brandschatzer der jüdischen Armenkassen einzeichnete, denen das Schwindlertum nachgewiesen worden war. Sie, diese schwarzen Listen, sollen bekanntlich von der jetzt begründeten 'Deutschen Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge' weitergeführt werden. An dem Zustandekommen dieser 'Deutschen Zentralstelle' hat auch er mitgewirkt und noch in der entscheidenden Sitzung im Dezember vorigen Jahres dieses Interesse durch seine persönliche Anwesenheit bekundet. Damals freilich stand auch er auf dem Standpunkt, von dem er aber später wohl abkam, dass eine zweite Zentrale für Süddeutschland wünschenswert wäre. Zu seinem in Nürnberg stattgefundenen Begräbnis, an dem eine sehr große Anzahl von Leidtragenden aus nah und fern teilgenommen hatte, war u.a. auch vom 'Deutsch-israelitischen Gemeindebund' ein prächtiger Kranz gesandt worden und mit der Vertretung des 'Deutsch-israelitischen Gemeindebundes' Herr Gemeiner Hofrat Josephsthal beauftragt."        

    
80. Geburtstag des Geheimen Hofrates Josephthal (1911)   
Anmerkung: bei "rijo research" gibt es einen biographischen Beitrag "Gustav Josephthal, Nürnberg": Link zur pdf-Datei.
Gustav Josephthal ist am 8. September 1931 in Ansbach geboren und am 15. Oktober 1914 in Nürnberg gestorben.      

Nuernberg AZJ 15091911.jpg (109702 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. September 1911: "Nürnberg, 9. September (1911). Am gestrigen Tage feierte Herr Geheimer Hofrat Josephsthal in seltener geistiger Frische seinen 80.- Geburtstag. Der Genannte, welcher 40 Jahre lang an der Spitze der israelitischen Kultusverwaltung stand und in dieser Eigenschaft eine ausgezeichnete und geradezu vorbildliche Tätigkeit entfaltete, gehört zu den hervorragendsten Führern des deutschen Judentums und dessen Organisationen. So hat er den 'Deutsch-Israelitischen Gemeinde-Tag' sowie den 'Bayerischen Landesverband' viele Jahre als Vorsitzender geleitet. Herr Geheimrat Josephsthal war ferner auch jahrelang 1. Vorsitzender der Anwaltskammer von Mittelfranken. Es war daher begreiflich, dass er an seinem 80. Geburtstag in außerordentlicher Weise geehrt und gefeiert wurde. Abgesehen von den zahllosen Briefen und Depeschen, welche an diesem Tage von den bedeutendsten Männern aller Konfessionen aus unserem engeren und weiteren Vaterlande eintragen, haben die Israelitische Kultusverwaltung unter Führung des Herrn Justizrat Dr. Held sowie die Anwaltskammer von Mittelfranken ihrem langjährigen verdienstvollen 1. Vorsitzenden durch Deputationen ihre Glückwünsche aussprechen lassen. Möge es Herrn Geheimrat Josephsthal vergönnt sein, nach den vielen Jahren seiner erfolg- und segensreichen Tätigkeit noch viele Jahre in beschaulicher Ruhe seinen Lebensabend genießen zu können."         

   
Zum Tod von Direktor Martin Sachs (1912)   

Nuernberg FrfIsrFambl 17051912.jpg (113821 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Mai 1912: "Nürnberg, Am 10. Mai (1912) wurde hier der bisherige 1. Direktor des Grandbazar zum Strauß (einer Zweigniederlassung der belgischen Société Anonyme des Grand-Bazars Lüttich-Brüssel-Frankfurt am Main usw.) Martin Sachs beerdigt.  
Der Verstorbene hat nur ein Alter von 35 Jahren erreicht und ist einem vor etwa 3 Jahren aufgetretenen tückischen Leiden erlegen. Vor 7 Jahren übernahm Herr Sachs die Nürnberger Filiale, die damals erst im Entstehen war und brachte durch seine Tatkraft und sein geradezu geniales Organisationstalent das Geschäft zu großer Blüte. Wie sehr sein Wirken und seine Tüchtigkeit von der Lütticher Gesellschaft anerkannt wurde, geht daraus hervor, dass man ihn in den letzten Jahren während seines schweren Leidens stets durch monatelange Urlaube in jeder Hinsicht entgegenkam; ein Fall, der in den Annalen der Geschäftswelt nicht allzu oft vorkommt.   
An seinem Grabe sprachen neben dem Rabbiner Dr. Freudenthal noch ein Abgeordneter des Aufsichtsrats der Lütticher Gesellschaft in warmen Worten, ebenso sein bisheriger Kollege und Nachfolger, Direktor Ed. Kahl, sowie Direktor Mandello vom Frankfurter Haus und andere.  
Herr Sachs stammte aus Kattowitz in Schlesien und wird von seiner Mutter und Geschwistern tief betrauert."         

  
Zum Tod von Oberarzt Dr. Jos. Neuberger (1912)   

Nuernberg AZJ 23081912.jpg (288423 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. August 1912: "Nürnberg, 16. August (1912). Am 11. dieses Monats wurde in Gegenwart einer überaus großen Trauerversammlung, unter welcher sich in erster Linie zahlreiche Vertreter der Stadt und Ärzte befanden, der so plötzlich verstorbene Gemeindebevollmächtigte und Oberarzt am städtischen Krankenhause, Herr Dr. Jos. Neuberger, auf dem israelitischen Friedhof zur irdischen Ruhe bestattet. Herr Rabbiner Dr. Heilbronn führte in seiner Gedächtnisrede, die in der Halle gehalten wurde, aus, dass die Trauer um den Verblichenen weit über dessen Familie hinausgehe, denn um ihn trauern die Berufsgenossen und die Gemeindevertretung der Stadt, da er im Rate derer saß, welche das Wohl der Gemeinde beraten, und er seine ärztliche Kunst voll und ganz in den Dienst des Gemeinwesens gestellt hatte. Man kann von dem Verstorbenen mit Jesajas sagen: Er war ein Edler, der Edles ersann, und der das edle Werk, das er ersann, auch ausführte. Er war aber auch der Arzt der Hilfe, der überall da, wo Armut und Elend die Hand entgegenstreckten, nicht nur mit ärztlichem Beistand zur Seite war, sondern auch die Mittel bereitstellte, das Elend zu lindern. Es dürfe aber ferner nicht vergessen werden, dass der Verewigte den Bestrebungen des modernen Judentums das regeste Interesse entgegenbrachte. Der zweite Vorstand des Gemeindekollegiums, Herr Dorn, schilderte die uneigennützige Tätigkeit des Dahingeschiedenen in den Ausschüssen sowohl wie in dem Gemeindekollegium überhaupt. Besondere Verdienste aber müssten dem Verstorbenen auf dem sozial-hygienischen Gebiet zugesprochen werden, woselbst er für alles eintrat, was er als Arzt und Mensch für notwendig hielt. Der Leiter des städtischen Krankenhauses Herr Professor Dr. Müller rühmte die rasche Auffassungsgabe und Opferwilligkeit des Verstorbenen, der für jedes der Allgemeinheit dienende Unternehmen leicht zu gewinnen war. Wärmster Dank gebühre ihm für all das segensreiche Wirken an und für die Anstalt, in deren sowie im Namen der Oberärzte vom Redner ein Kranz an der Bahre niedergelegt wurde. Herr Krankenhausverwalter Link legte namens der Verwaltung des städtischen Krankenhauses und deren Beamten einen Kranz nieder und rühmte das überaus freundliche und dienstbereite Entgegenkommen des Entschlafenen, der den Dienstverkehr zu einer Freude machte. Herr Hofrat Dr. Goldschmidt widmete dem Kämpfer für Standesehre und den Zusammenschluss der Ärzte namens des Präsidiums der Ärztekammer von Mittelfranken einen Kranz und legte einen weiteren im Auftrag des Vorstandes und der Mitglieder des ärztlichen Vereins nieder. Herr Dr. Mainzer sprach namens des Ärztlichen Bezirksvereins Nürnberg sowie des Vorstandes des Verbandes deutscher Ärzte zu Leipzig, welch letztere Korporation fast nur sein Werk gewesen und für das er lebte bis zu seinem Ende. Herr Gemeindebevollmächtigter Dr. Herbst widmete im Namen des Lokalausschusses der Fortschrittlichen Volkspartei dem Förderer des liberalen Gedankens einen Kranz. Von dem Verstorbenen konnte der Satz gelten: Ich verbrauche mich, indem ich anderen diene. Herr Rechtsanwalt Dr. Chr. Kühn legte im Auftrag des Vorstandes der Fortschrittlichen Volkspartei einen Kranz nieder und führte aus, dass Selbstlosigkeit, Aufrichtigkeit, Opferfreudigkeit und Treue, diese in unserer kalt berechnenden Zeit so seltenen Eigenschaften, die Grundpfeiler von Dr. Neubergers Wesen waren. Er war ein feuriger Kämpfer mit einem warmen, blühenden Herzen. Der Verewigte liegt auf der Wahlstatt. Mögen alle als Zeichen der Dankbarkeit in seinem Sinne weiter arbeiten an dem großen Werk des Ausbaues des Liberalismus. Zum Schluss sprach noch Herr M. Spath im Namen des Fortschrittlichen Arbeitervereins und rühmte die ersprießliche Tätigkeit des Verstorbenen in diesem Verein. Unter dem üblichen Zeremoniell erfolgte dann die Beisetzung."            

  
Stiftung der Adolf Schwarzschen Eheleute für ein israelitisches Kinderheim (1913)
     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Januar 1913: "Nürnberg, 27. Dezember (1913). Die Adolf Schwarz'schen Eheleute hier haben eine Stiftung von 33.000 Mark für ein israelitisches Ferienheim errichtet und sich verpflichtet, außerdem einen jährlichen Zuschuss von 1.000 Mark hierzu zu leisten. Die Stiftung führt den Namen 'Israelitisches Ferienheim in Nürnberg'. Das Kuratorium setzt sich zusammen aus den Stiftern, dem Rabbiner der Kultusgemeinde Nürnberg, je einem Vertreter der Kultusgemeinde Nürnberg, des Israelitischen Wohltätigkeits- und des Israelitischen Frauenvereins sowie aus zwei Vertretern der Maimonidesloge in Nürnberg."     

 
70. Geburtstag von Kommerzienrat Wilhelm von Gerngroß (1913) 
Anmerkung: Philipp Wilhelm Gerngros (später Wilhelm Ritter von Gerngroß) ist am 28.9.1843 in Baiersdorf geboren und am 5.6.1925 in Nürnberg gestorben. Er war ein Bruder von Ludwig Gerngros (ab 1902: Ludwig Ritter von Gerngroß).   

Nuernberg AZJ 22101913.jpg (92534 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Oktober 1913: "Nürnberg, 15. Oktober (1913). Am letzten Montag fand die feierliche Überreichung der durch Beschlüsse der städtischen Kollegien dem Herrn Kommerzeinrat Wilhelm von Gerngroß anlässlich seines 70. Geburtstages und in Würdigung seiner großen Verdienste um die Förderung aller gemeinnützigen, wohltätigen und künstlerischen Unternehmungen verliehenen goldenen Medaille der Stadt Nürnberg durch eine städtische Abordnung in der Wohnung des Geehrten statt. Herr Oberbürgermeister Dr. von Schuh würdigte in einer Ansprache das überaus verdienstvolle Wirken des Herrn Kommerzienrats Wilhelm von Gerngroß in der Stadt Nürnberg, übermittelte die Glückwünsche der städtischen Kollegien und sprach den Wunsch aus, dass der Geehrte noch recht lange sich voller Gesundheit erfreuen möge. Herr Kommerzienrat Wilhelm von Gerngroß dankte in bewegten Worten für die ihm erwiesene hohe Ehrung und Auszeichnung. Herr von Gerngroß hat anlässlich seines 70. Geburtstages u.a. auch die jüdischen Wohlfahrtsvereine Nürnbergs reich bedacht."          

    
 Beförderungen jüdischer Militärangehöriger (1914)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Januar 1914:       

   
Auszeichnungen von Staatsbürgern jüdischen Glaubens in Bayern aus Anlassen des Geburtstages von König Ludwig III. (1914)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. Januar 1914:      

    
Zum Tod von Hofrat Dr. Maas (1914)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Februar 1914:     

 
Auszeichnungen für jüdische Kriegsteilnehmer (1917)    

Nuernberg AZJ 09031917.jpg (77989 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. März 1917: "Nürnberg, 2. März (1917): Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Dr. med. Hugo Löw, Oberarzt in einem bayerischen Feldlazarett. Vizefeldwebel und Offiziersaspirant Willy Schottländer; es ist dies der dritte Sohn der Frau Elise Schottländer, welcher das Eiserne Kreuz erhält. Kaufmann August Mainzer, Leutnant d.L. im 13. Reserveinfanterieregiment. Schulhöfer, Feldwebelleutnant beim Landsturnbataillon Nürnberg, welcher, obwohl derselbe über das militärdienstpflichtige Alter hinaus, sich bei Kriegsbeginn freiwillig meldete. Großkaufmann Siegfried Ullmann, Mitinhaber der Fa. Ullmann & Engelmann (Fürth), Fabrikbesitzer. Unteroffizier Oskar Marx (Fürth), Oberstabsarzt Dr. M. L. Meyer (Nürnberg) erhielten den bayerischen Militärverdienstorden 4. Klasse und die Herzogliche Meiningensche Verdienstmedaille für Kriegsverdienste. Max Kaufmann, Sohn des Bäckermeisters Eduard Kaufmann (Nürnberg) erhielt die preußische Rote-Kreuz-Medaille."          

   
Konrektor Dr. Isak Bacharach wird ausgezeichnet (1918)  
Anmerkung: bei "rijo research" gibt es einen Beitrag über "Dr. Isaak Bacharach, Konrektor des Technikums Nürnberg (Georg-Simon-Ohm-Hochschule)": Link zur pdf-Datei. Dr. Isak Bacharach ist am 2. Dezember 1854 in Seligenstadt geboren und am 22. September 1942 im KZ Theresienstadt umgekommen.  

Nuernberg FrfIsrFambl 25011918.jpg (16719 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. Januar 1918: "Nürnberg. Dr. Isak Bacharach, Konrektor des Königlichen Technikums, erhielt für vierzigjährige Dienstzeit das Luitpoldkreuz."         

  
Ernennungen von Amtsrichter Joseph Hesselburger zum Oberamtsrichter und von Hofrat Emil Fechheimer zum Handelsrichter (1918)   

Nuernberg FrfIsrFambl 01031918d.jpg (15502 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. März 1918: "Nürnberg. Amtsrichter Joseph Hesselberger wurde zum Oberamtsrichter und Hofrat Emil Fechheimer zum Handelsrichter ernannt."         

    
Stiftungen jüdischer Familien (1918)    

Nuernberg FrfIsrFambl 01031918.jpg (35163 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. März 1918:        

  
Zum Tod von Karl Dessauer (in Überlingen, 1918)   

Nuernberg AZJ 24051918.jpg (193610 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Mai 1918:      

  
Auszeichnungen für jüdische Kriegsteilnehmer (1918)   

Nuernberg AZJ 24051918a.jpg (51783 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Mai 1918:       

   
Zum Tod von David Gallinger (1918)   

Nuernberg AZJ 07061918.jpg (136159 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Juni 1918: "   

    
Beisetzung des stellvertretenden Landgerichtsdirektors Samuel Bernheimer (1921)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. August 1921: "Auf dem neuen Israelitischen Friedhof zu Nürnberg fand die Beisetzungsfeier des stellvertretenden Landgerichtsdirektors Samuel Bernheimer von dort statt. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. Freudenthal. Der Vorstand des Landgerichts, Herr Landgerichtspräsident Dröber, widmete dem Verstorbenen unter Niederlegung eines Kranzes einen ehrenden Nachruf."    

 
Zum Tod des Geheimen Justizrates Emil Josephtal (1923)   

Nuernberg Israelit 07061923.jpg (62015 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Juni 1923:      

 
Zum Tod von Amalie Wollenreich geb. Bermann (1923)   

Nuernberg Israelit 18101923.jpg (154919 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Oktober 1923:      

         
Zum Tod des Wohltäters Adolf Schwarz (1927)  

Bad Kissingen BayrGZ 07011927.jpg (139084 Byte) Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 7. Januar 1927: "Nürnberg. Ein ganz hervorragender Wohltäter und Wohlfahrtsorganisator, Herr Adolf Schwarz, wurde am 29. November 1926 von einer großen Menge von Trauergästen aus allen Konfessionen zur letzten Ruhe geleitet. Der Verlebte hatte nicht nur hier in Nürnberg, sondern in ganz Deutschland sich einen großartigen Namen gemacht durch seine Gebefreudigkeit und durch seine nimmermüde Schaffenskraft. Er war Mitbegründer und langjähriger Vorstand der Kinderheilstätte in Kissingen, deren Aufblühen zum großen Teil seiner Rührigkeit zu verdanken ist. Er hat ferner in Forth bei Nürnberg ein Kindererholungsheim geschaffen und hat in dem Lazarus und Berta Schwarz'schen Altersheim als Kurator eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. Adolf Schwarz hat in Verbindung mit der Kinderheilstätte am gleichen Platze für im Erwerb stehende Mädchen und Frauen Gelegenheit zu einer Erholungs- und Badereise geschaffen. Auch im Dienste der Stadt, wie in außerjüdischen Organisationen war Adolf Schwarz lange Jahre tätig und als städtischer Waisenrat, wie als Vorstandsmitglied des kaufmännischen Vereins 'Merkur' viel geleistet und großes Ansehen genossen. Sein Hauptlebenswerk galt der israelitischen Kinderheilstätte Kissingen, für welche Anstalt er tatsächlich bis zu seinem Lebensende von früh bis spät arbeitete, und für welche er stets neue Freunde zu gewinnen verstand. Er konnte auch die hohe Befriedigung ernten, dass in dieser Anstalt mehr als 1000 Kindern Erholung, Gesundheit und neue Kraft gespendet wurde. Bei der Einsegnungsfeier gedachte Herr Rabbiner Dr. Freudenthal in beredter Weise der großen Verdienste, die sich der Verstorbene um die Nürnberger Gemeinde und um die vielen fürsorgebedürftigen Menschen erworben hat, denen er sein gutes Herz und seine allzeit offene Hand widmete. Für die Maimonides-Loge bracht Herr Expräsident Dr. med. Sommer, für die Kinderheilstätte Bad Kissingen Herr Bankier Ottensoosser, für den kaufmännischen Verein 'Merkur' Herr Amtsrichter Lipper die letzten Abschiedsgrüße. Das Andenken eines so edlen Menschen und großzügigen Wohltäters wie es Adolf Schwarz war, wird dauernd in der Nürnberger Gemeinde und darüber hinaus fortleben."      

 
Zum Tod von Dr. David Grünbaum (1928)    

Nuernberg Israelit 03051928.jpg (137105 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Mai 1928:       

   
70. Geburtstag von Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig (1931) 
Anmerkung: bei "rijo research" gibt es einen biographischen Beitrag: Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig, Nürnberg", Link zur pdf-Datei
Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig ist am 25. März 1861 in Nürnberg geboren und am 29. Oktober in Glarus, Schweiz gestorben.   

Nuernberg BayrGZ 15041931.jpg (234350 Byte)Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. April 1931:      

   
Zum Tod von Babette Sohn geb. Hamburger (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1934: "Nürnberg, 16. Januar (1934). In der frühen Morgenstunde des 22. Tewet (= 9.Januar 1934) ist Frau Babette Sohn geb. Hamburger, nach kurzer Krankheit von dieser Welt gegangen. Einem altfränkischen Geschlecht der Gemeinde Burgsinn entstammend, hat sie zeit ihres Lebens die Grundsätze echt jüdischer Lebensführung hochgehalten und in ihrem eigenen Leben verwirklicht. Die Obliegenheiten der jüdischen Frau und Mutter hat sie mit ergreifender Innigkeit und dem strengen Ernst eines verantwortungsvollen Pflichtbewusstseins erfüllt. In den 45 Jahren ihrer Ansässigkeit min Würzburg stand sie unablässig im Dienst von Krankenbesuch (Bikkur Cholim) und Wohltätigkeit, keine Tages- und Nachtstunde scheuend, das heilige Amt auszuüben. Ein klarer Wirklichkeitssinn und die überlegene Art, die Dinge der Welt zu beurteilen und dem jüdischen Bewusstseinsinhalt einzufügen, ließen sie groß und verehrungswürdig erscheinen. Dabei war sie bescheiden und anspruchslos, eine Frau, die still durchs Leben zog und auch in den Jahren der Ruhe ein stilles Leuchten verbreitete. Sie hat das Leben gemeistert; sie trug die starke Wahrheit herüber von einem innerlich gefestigten Zeitalter in die Zeit, in der wir so vieles fest Geglaubte dahinschwinden sehen. Ihr Verdienst sei und sei uns ein Helfer vor dem Allmächtigen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."    

  
60. Geburtstag von Dr. Is. Bamberger (1934)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. März 1934: "Kitzingen, 15. März (1934). Herr Dr. Is. Bamberger, Nürnberg, Knauerstraße 15, begeht am 22. März seinen 60. Geburtstag. (Alles Gute) bis 120 Jahre."          

  
  
  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
Anzeige der Konditorei Max Hellmann (1908)
   

Nuernberg Israelit 26031908.jpg (84976 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom    

     
Verlobungsanzeige von Helene Marx und Leopold Desser (1923)    

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 31. Januar 1924:  
"Helene Marx  -  Leopold Desser. Verlobte.  
Eichstätt - Nürnberg.  Dezember 1923".      


Geburtsanzeige von Gerhard Julius Wilmersdörfer (1924)     

Anzeige in der "CV-Zeitung" vom 16. Juni 1924: "Gerhard Julius:    
Ludwig und Senta Wilmersdörfer-Rieser
zeigen die glückliche Geburt eines 
gesunden Jungen
an. 
Nürnberg, Pfingstmontag 1924  Schleiermacherstraße 2."   

    
Verlobungsanzeige von Friedl Goldberg und Benno Goldschmidt (1930)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Juni 1930: 
"Friedl Goldberg - Benno Goldschmidt. Verlobte. 
Ichenhausen  Juni 1930 - Siwan 5690 - Nürnberg".            

 
  
  
Weitere Dokumente  
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries) 

Bestellungen bei der Hopfenhandlung 
von Mich. A. Erlanger in Nürnberg 
(1887 / 1906)
Buttenwiesen Dok 186.jpg (124429 Byte) Buttenwiesen Dok 186a.jpg (109972 Byte)
  Die Karte wurde von Isaak Reiter in Buttenwiesen am 21. Oktober 1887 an die 
Hopfenhandlung von Michael A. Erlanger in Nürnberg geschickt; 
es geht um die Bestellung von neun Hopfensäcken.  
     
   Buttenwiesen Dok 185.jpg (107032 Byte) Buttenwiesen Dok 185a.jpg (114136 Byte)
  19 Jahre später (vgl. obere Karte) bestehen noch dieselben Handelsbeziehungen; 
dieses Mal bestellt Isaak Reiter in Nürnberg 20 Hopfensäcke. 
Die Hopfenhandlung von Michael A. Erlanger war in Nürnberg noch 1930 
in der Vorderen Ledergasse 12. 
   
Geschäftskarte der Nürnberger Metall- 
und Lackierwarenfabrik 
vorm. Gebrüder Bing (1898) 
Nuernberg Dok 8505.jpg (136299 Byte) Nuernberg Dok 8505a.jpg (137451 Byte)
  Die Geschäftskarte wurde am 31. März 1898 nach Erlangen geschickt. Zur Firmengeschichte: 1863 gründeten Ignaz und Adolf Bing die Fa. Gebr. Bing als reines Handelsunternehmen zum Vertrieb von Spiel- und Haushaltswaren. 1879 begann die Errichtung eines eigenen Werks, das zwei Jahre später in Betrieb ging ("Nürnberger Spielwarenfabrik Gebr. Bing"). Anfang 1890 wurden weitere Produktionsstätten errichtet ("Nürnberger Metall- und Lackierwaarenfabrik vorm. Gebr. Bing"). Ab 1919 zeichnete das Unternehmen als "Bing-Werke AG". Um 1923 waren die Bing-Werke die größte Spielzeugwarenfabrik der Welt mit ca. 23.000 Beschäftigten. Nach Turbulenzen in der Weltwirtschaftskrise 1932 wurde die "Bing Spielwaren GmbH Nürnberg" 1934 aufgelöst und liquidiert.
Link zur Firmengeschichte mit zahlreichen Abbildungen von Katalogen usw. 
Wikipedia-Artikel über "Bing (Unternehmen)"  
Historisches Lexikon Bayerns zur Firma Bing 
Seite zu den Bing-Werken bei Nuernberginfos.de 
Link zum Spielzeugmuseum in Freinsheim  
     
Hinweis auf die "Binghöhle" 
in Streitberg 
Nuernberg Bing D010a.jpg (199659 Byte) Nuernberg Bing D010.jpg (68117 Byte) Nuernberg Bing D010b.jpg (169490 Byte)
  1905 wurde durch Ignaz Bing aus Nürnberg (Teilhaber der o.g. Metallwarenfabrik; geb. 1840 
in Memmelsdorf, gest. 1918 in Nürnberg) eine Tropfstein-Galerie-Höhle in Streitberg (Fränkische Schweiz) entdeckt. Er ließ sie als Schauhöhle ausbauen und beleuchten. Die Höhle heißt seitdem "Bing-Höhle" (in der NS-Zeit "Streitberger Höhle"). 
Website www.binghoehle.de
   
     

  

    

  

 

 

 

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Stand: 23. Mai 2012