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in Nürnberg
Nürnberg
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt
im 19./20. Jahrhundert (bis nach 1933)
Hier: Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde (Schwerpunkt:
Hauptgemeinde)
Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit
Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Nürnberg wurden in jüdischen Periodika
gefunden.
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt. Neueste Einstellung am
22.9.2011.
Hinweis: ein Teil der Texte auf dieser Seite
muss noch abgeschrieben und teilweise mit Anmerkungen versehen werden, kann jedoch durch Anklicken der Textabbildungen bereits gelesen
werden.
Übersicht:
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde (Schwerpunkt
Hauptgemeinde;
Personen aus der Adas Israel siehe dortige
Seite)
Kriegsauszeichnung für den Korporal Raphael Fried
(1870)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
26. Oktober 1870: "Nürnberg, den 16. Oktober (1870). Unter
den in Folge jüngst erschienenen Armeebefehls Dekorierten befindet sich
auch der Korporal im 14. bayerischen Infanterieregiment, Raphael Fried.
Derselbe, ein Sohn des verstorbenen hochverdienten Lehrers Fried dahier,
erhielt obige Auszeichnung wegen seiner hervorragenden Leistungen in der Schlacht
bei Sedan. C...t." |
Drei
Israeliten wurden in die bayerische Abgeordnetenkammer gewählt, darunter Dr.
Frankenburger aus Nürnberg (1875)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. August 1875:
"Fürth, 25. Juli (1875). Zum ersten Male seit den großen
Ereignissen der Jahre 1870/71 war Bayern berufen, allgemeine Wahlen für
den Landtag vorzunehmen. Soweit nun solche festgestellt sind, treten drei
Israeliten in die bayerische Abgeordnetenkammer ein und zwar Dr.
Frankenburger in Nürnberg, Dr. Gunzenhäuser in Fürth und Dr. Henle
in München. Neugewählt ist Dr. Gunzenhäuser in Fürth, während die
beiden übrigen Herren schon während und zwischen der vorigen 6-jährigen
Legislaturperiode diejenigen Städte vertraten, von welchen sie auch
diesmal gewählt wurden. Abgelehnt haben schon vor der Wahl die bisherigen
pfälzischen Abgeordneten, Rentier Levy und Notar Dr. Adler. Sämtliche
drei Abgeordnete gehören der bayerischen Fortschrittspartei an, die für
die deutsch-nationale Idee wirkt. Die Vertretung von drei Israeliten
übersteigt das numerische Verhältnis insofern, als bei einer
Einwohnerzahl von 4.824.421 Seelen, worunter 49.840 Israeliten bei einer
Gesamtzahl von 156 Abgeordneten auf die Juden nicht einmal zwei
träfen." |
Hopfenhändler Obermeyer stiftet einen Betrag für
Stipendien für jüdische Studierende -
Gedenkfeiern zum 100. Geburtstag Mendelssohns (1886)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 23. März 1886: "Nürnberg, im März (1886). Mit Recht
wird der Mangel an Stipendien für jüdische Jünglinge tief beklagt. Bei
den Christen dahier existieren deren so viele, besonders für
Theologie-Studierende, dass viele damit ihre ganzen Studien durchzumachen
vermögen, ohne den Geldbeutel ihrer Eltern stark in Anspruch nehmen zu
müssen. Umso mehr ist rühmlich zu berichten, dass der kürzlich hier
verstorbene Hopfenhändler Obermeyer einen Betrag von über 30.000
Mark für gedachte Zwecke testamentierte, die bereits an den Vorstand der
hiesigen Kultusgemeinde zur Verwaltung überantwortet sind. Gehet hin und
tut ein Gleiches, möchten wir unseren Reichen zurufen.
Bei dieser Gelegenheit sei auch berichtet, dass der hundertjährige
Geburtstag Mendelssohns in der hiesigen Synagoge gefeiert worden,
wobei unser allverehrter Rabbiner, Herr Dr. Ziemlich, eine sachgemäße
erhebende Rede gehalten hat. Dass auch Fürth den Manen Mendelssohns den
schuldigen Tribut gebracht, kann umso sicherer vorausgesetzt werden, als
seiner Zeit der damalige Rabbiner in Fürth, R. Hirsch gegen die
Bibelübersetzung des 'Mosche Dessau' förmlich den Cherem (= Bann)
geschleudert hat." |
Stiftung der Witwe Frankenburger zur Einrichtung eines
Altersheimes (1890)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 8. Mai 1890: "Nürnberg. Die Witwe des Abgeordneten
Frankenburger spendete zur Erinnerung an ihren Mann 20.000 Mark für eine
Stiftung, welche zur Errichtung eines Heims für ale Leute ohne
Unterschied der Konfession verwendet werden soll." |
Zum Tod von Oberamtsrichter Dr. Berlin
(1892)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
20. Oktober 1892: "Nürnberg, 14. Oktober (1892). Der
israelitische Friedhof hat seit dem Leichenbegängnis Frankenburger's wohl
keine so große Trauerversammlung mehr gesehen, wie sie sich heute bei dem
Begräbnis des hochgeachteten, in allen Bevölkerungskreisen beliebten, so
plötzlich aus dem Leben abgerufenen Herrn Oberamtsrichter Dr. Berlin
eingefunden hatte. In der Trauerversammlung befanden sich die Beamten des
Oberlandesgerichts, des Landgerichts, der Kammer für Handelssachen und
des königlichen Amtsgerichts, an welcher Gerichtsstelle Herr Dr. Berlin
seit einer Reihe von Jahren das Richteramt ausgeübt hatte. Ferner waren
anwesend Herr Bürgermeister Dr. Schuh, Mitglieder des Magistrats und
Gemeindekollegiums usw. Nach dem Gebete im Leichenhause bewegte sich der
Zug, voran der einfache mit einem schwarzen Tuche umhüllte Sarg, nach der
Gruft.
Herr Oberlandesgerichtsrat und Vorstand des königlichen Amtsgerichts
Geigel gab als ältester Kollege dem Schmerze und der Wehmut Ausdruck, die
das Richterkollegium über das Hinscheiden seines Mitgliedes empfunden
habe, der stets als ein gewissenhafter geistig hoch veranlagter,
kenntnisreicher Richter seines Amtes gewaltet habe: er lege dem
Dahingeschiedenen den verdienten Lorbeer auf die Gruft. - Die überaus
zahlreiche Beteiligung von Angehörigen aller Bekenntnisse und Stände war
wohl ein beweis, wie großer Beliebtheit sich Dr. Berlin in allen Schichten
der Bevölkerung erfreute. Seine Freundlichkeit und Nachsicht, die er in
seinem Berufe gegen die streitenden Parteien stets übte, sein
Gerechtigkeitssinn und sein Wohlwollen, wo er wirkliche Armut vor sich
sah, hatten ihm alle Herzen gewonnen." |
Zum Tod des Wohltäters Lazarus Schwarz
(1897)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. September
1897: "Nürnberg, 18. September (1897). Der vor einigen Wochen
in Wildbad verstorbene, auch
zu Lebzeiten als Wohltäter bekannte Privatier Lazarus Schwarz hat
in seinem nunmehr veröffentlichten Testamente den weitaus größten Teil
seines Vermögens für wohltätige und gemeinnützige, konfessionelle und
interkonfessionelle Zwecke bestimmt. Insbesondere hat er in Anbetracht des
Umstandes, dass dürftige Israeliten in derartige allgemeine Anstalten
nicht aufgenommen werden, mit 400.000 Mark eine Altersversorgungsanstalt
gegründet und weitere 124.000 Mark der israelitischen
Kultusgemeindeverwaltung Nürnberg für bestimmt vorgesehene
Wohltätigkeitszwecke vermacht. Weiter hat er zugewendet: 2000 Mark der
religiösen Vereinigung, deren Vorstand er war, 1000 Mark dem hiesigen
israelitischen Armenunterstützungsverein, je 1000 Mark den Lehrerbildungsanstalten
Würzburg und Burgpreppach,
1000 Mark der Alliance Israélite Universelle, 500 Mark der
Lehrerbildungsanstalt Schwabach, 500
Mark dem Verein Merkur, 500 Mark dem Jugendhort, 500 Mark dem Komitee für
Ferienkolonien für arme, kranke Schulkinder, 500 Mark für Wärmstuben,
500 Mark dem Verein Frauenwohl, 500 Mark dem Verein für Krankenpflege
(Hallerwiese), 500 Mark dem Kinderspital, 500 Mark der
Maximilians-Augenheilanstalt, 500 Mark der Blindenerziehungsanstalt. Die
Sammlung von Gold- und Silbermünzen, die er besaß, soll nach der Anordnung
des Verstorbenen durch den Testamentsvollstrecker, Herrn Justizrat
Josephthal, dem Germanischen Museum ausgeantwortet
werden." |
Zum Tod von Rabbiner Moses Lebrecht
(1897)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 8. Oktober 1897: "In Nürnberg ist am 30. vorigen Monats der
frühere hessische Kreisrabbiner Moses Lebrecht im Alter von 87 Jahren gestorben." |
| Anmerkung: Rabbiner Moses Lebrecht ist nicht identisch mit dem
Rabbiner Mayer Lebrecht (1808-1894), Rabbiner seit 1840 in Niederwerrn,
dann in Schweinfurt. Der oben genannte Rabbiner Moses Lebrecht (geb. 1810)
studierte in Adelsdorf, Fürth und Würzburg. Er war zunächst
Religionslehrer in Birkenfeld, seit 1840 in Bingen.
1869 wurde er in Offenbach von Rabbiner Formstecher zum Rabbiner
ordiniert. Seit 1875 war er Rabbiner in Bingen, wo er bis zu seiner
Zurruhesetzung im März 1889 geblieben ist. |
Zum Tod von Rechtsanwalt Dr. Josef Mohr
(1900)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 23. März 1900: "Nürnberg, 14. März (1900). Selten noch
hat sich auf dem israelitischen Friedhofe eine so zahlreiche
Trauerversammlung zusammengefunden, als bei der gestrigen Beerdigung des
am 11. dieses Monats so jäh im besten Mannesalter von 41 Jahren in Folge
eines Schlaganfalls hingeschiedenen Rechtsanwaltes Dr. Josef Mohr.
Die Unterstandshalle vermöchte die Trauerversammlung nicht zu fassen, in
deren Mitte wir eine große Anzahl Mitglieder des Gerichts mit Herrn
Oberlandesgerichtspräsidenten von Endres an der Spitze und viele
Landwehroffiziere bemerkten. Nach der ergreifenden Rede des Geistlichen
(Rabbiners Ziemlich) legte Herr Regierungsrat Kolbmann mit einer tief
empfundenen Ansprache einen Krank namens des Philisterverbandes der
akademischen Gesangsvereine nieder, Herr Justizrat Merzbacher, der einen
Kranz im Auftrage des Anwaltsvereins niederlegte, hob den mit tiefem
Wissen gepaarten idealen Sinn des Verstorbenen hervor, ein
Vorstandsmitglied des Vereins ehemaliger Angehöriger des 5.
Infanterie-Regiments, erwies dem dahingeschiedenen Ehrenmitgliede des
Vereins, der auch Oberleutnant der Landwehr war, durch Niederlegen eines
Kranzes die letzte Ehrung. Als der Trauerzug unter den Klängen
gedämpfter Trommelwirbel am Grabe angelangt und der Sarg hinabgesenkt
war, wurde die Grabstätte durch unzählige Blumenspenden, darunter ein
Kranz der Gesellschaft des Offizierskorps des Bezirkskommandos,
vollständig verdeckt." |
Kommerzienrat
Ludwig Gerngros wird zum Ehrenbürger ernannt (1901)
Über
Ludwig Gerngros (ab 1902: Ludwig Ritter von Gerngroß; geb. 1839 in Baiersdorf,
gest. 1916 in Nürnberg) informiert der Wikipedia-Artikel
"Ludwig von Gerngros" (Quelle des Portraits links: der
genannten Wikipedia-Artikel) |
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Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. September 1901: "Nürnberg,
17. September (1901). Zum Ehrenbürger der Stadt Nürnberg, welche zur
Zeit nur deren vier besitzt, wurde Kommerzienrat Ludwig Gerngros
hier ernannt. Mehrere andere ehrenvolle Auszeichnungen sind demselben
bereits früher von der königlichen bayerischen Regierung zuteil
geworden. So im Jahre 1889 die Verleihung des Titels Kommerzienrat, 1891
der Michaelsorden OV. Klasse und 1901 anlässlich des 80. Geburtsfestes
der Prinz-Regenten Luitpold von Bayern der Michaelsorden III. Klasse.
Kommerzienrat Gerngros, der begabt mit großer Geschäftskenntnis und
weitschauendem Blicke, sich strebsamen Geistes aus eigener Kraft
emporgearbeitet, hat niemals gezögert, dort seine Hand zu öffnen, wenn
es galt, menschliches Leid und Elend zu lindern, wo künstlerische
Interessen, ideale Bestrebungen, ein größeres Opfer erheischten. Die
Wiedererstehung des sogenannten 'Neptunbrunnens', eines seinerzeit der
alten Reichsstadt verloren gegangenen Kleinodes der bildenden Kunst, ist
des Genannten neueste Stiftung, die er gemeinschaftlich mit seiner im Wohl tun
mit ihm wetteifernden Gattin, der Stadt Nürnberg
gewidmet." |
70.
Geburtstag von Justizrat Gustav Josephthal (1901)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. September 1901: "Nürnberg,
17. September (1901). Justizrat Gustav Josephthal, Königlicher
Geheimer Hofrat, der langjährige erste Vorstand unserer Gemeinde, feierte
am 8. dieses Monats seinen 70. Geburtstag. Von der Beliebtheit und hohen
Verehrung, deren sich der Jubilar in Stadt und Land und weit über deren
Grenzen hinaus erfreut, legte dieser Tag beredtes Zeugnis ab. Freunde und
Bekannte, Private und Korporationen, wetteiferten vom frühen Morgen an,
um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. Post und Telegraph sandten
Hunderte von Gratulationen ins festlich geschmückte Haus. Die Mitglieder
der Kultusverwaltung waren vollzählig erschienen und brachten ihre
Glückwünsche durch den Mund des zweiten Vorstandes, Herrn Martin
Fechheimer, in warmen Worten zum Ausdruck. Als Festgabe überreichten
sie eine Adresse, die, von dem Direktor des Gewerbemuseums mit seltenem
Geschmack ausgeführt, in einem Schreine ruht, den Frank Stuck's
Künstlerhand mit dem Bildnis des Moses geziert. Nach einer Ansprache, die
der geistliche Vertreter der Gemeinde, Rabbiner Dr. Ziemlich, im
Namen der Gemeinde und ihrer Beamten, im Namen der Konferenz der
bayerischen Rabbiner und nicht zuletzt als Freund des Hauses gehalten, kam
eine Reihe von Adressen, welche angesehene jüdische Vereinigungen ihrem
allezeit tätigen und rührigen Mitgliede gewidmet, zur Verlesung: vom
'Deutsch-Israelitischen Gemeindebund', vom 'Centralverein deutscher
Staatsbürger jüdischen Glaubens' - beide Gesellschaften machten den
Jubilar zu ihrem Ehrenmitgliede - vom 'Bayerischen Landesverein', von der
'Alliance israelite universelle' etc. Sämtliche jüdischen Vereine
gratulierten durch ihre Vertreter, die Anwaltskammer, deren Vorsitzender
Gemeinrat Josephtal ist, war durch eine Abordnung von vier Mitgliedern
vertreten, die städtischen Kollegien hatten schriftliche Glückwünsche gesandt,
kurz Alles wetteiferte, den verdienten Mann zu ehren und zu feiern.
Bewundernswert war die Frische und Kraft, mit welcher der Jubilar diesem
Sturm von Glückwünschen, Ansprachen, Vorlesungen usw. Stand hielt, noch
bewundernswerter die Lebhaftigkeit und Unermüdlichkeit, mit welcher er zu
wiederholten Malen das Wort ergriff, um allen zu danken, die ihn zu ehren
gekommen waren." |
Zum Tod von Kommerzienrat und Magistratsrat Michael Kohn
(1902)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
14. August 1902: "Nürnberg, 11. August (1902). Seit dem Tode des Justizrates
Frankenberger dürfte der israelitische Friedhof keine so zahlreiche
Trauerversammlung gesehen haben, wie bei der gestern stattgehabten
Beerdigung des Herrn Kommerzienrates und Magistratsrates Michael Kohn.
Nachdem der einfache Holzsarg in das Grab gesenkt war, gab Herr Rabbiner
Dr. Deutsch von Fürth in erhebenden Worten ein Bild von dem Lebensgang
des Verblichenen. 1836 in Markt Erlbach geboren, besuchte er später in
Nürnberg die Handelsschule und erwarb sich eine Summe von Kenntnissen und
Wissen, sodass er im Jahre 1861 das väterliche Geschäft übernehmen
konnte. Im Jahre 1862 gründete er sich sein eigenes Heim, das er, im
Verein mit seiner bereits verstorbenen, verständnisvollen Gattin, 37
Jahre lang zu einer Wohnstätte des Friedens und des Glückes machte.
Klar, lauter und edel war sein Charakter, liebenswürdig, leutselig und
ein hingebender Menschenfreund war er stets; er verstand es, wie selten
Einer, den Egoismus des gesättigten Reichtums von sich zu weisen, sein
Glück fand er in der Arbeit. Das Interesse der Gesamtheit war sein
Leitstern, er verstand es, sich seine ehrenvollen Auszeichnungen, die
Bürgerkrone, durch Bürgertugenden zu erwerben. Ein freisinniger,
sozialer Zug ging durch sein Leben, wie seine Stiftungen beweisen; er
hatte ein warmes Herz für die arbeitende Bevölkerung, war ein Förderer
freiheitlicher Bestrebungen und der Wissenschaft, ein Mäzen der Kunst;
sein selbstloses Wirken stand im Dienste der Allgemeinheit; Liebe,
Dankbarkeit, die Achtung der Besten hat er sich errungen. dann gab Herr
Hofrat Bürgermeister Dr. v. Schuh in formvollendeter markiger Rede ein
Bild von der Tätigkeit des Verlebten, der sich in mehr als zehnjähriger
Tätigkeit durch den reichen schatz seiner Erfahrungen nutzbar gemacht; so
einfach seine äußere Erscheinung, so ritterlich war seine Gesinnung;
ideal war sein Bestreben, für die Armut hatte er stets eine offene Hand,
die Stadt betrauert ihren besten Sohn, die Kollegien einen treu besorgten
Mitarbeiter. Redner legte sodann unter den Worten: 'Sein Andenken wird
bleiben! Empfange die letzten Grüße von Deinen Kollegen, Mitbürgern und
Freunden,' einen prachtvollen Kranz auf das Grab nieder.
Mit tief gefühlten Worten des Dankes und der Liebe wurden sodann noch
Kränze niedergelegt vom Lokalausschuss der Freisinnigen Partei, namens
des Vereins Freisinn, vom Verein Jugendhort-Steinbühl durch einen
Schüler, dem Verein für Geisteskranke, dem Verein südlicher Vorstädte,
vom Künstlerverein, von den Bediensteten des städtischen Gaswerkes und
von seinem Arbeiterpersonal. Ein Gebet des Rabbiners schloss die tief
ergreifende Feier." |
Persönlicher
Adel für Kommerzienrat Ludwig Ritter von Gerngroß (1902)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 27. November 1902: "Sulzbürg (Oberpfalz), 17.
November (1902). Dem Adelsmatrikel des Königsreiches wurde einverleibt,
der Kommerzienrat Ludwig Ritter von Gerngroß, Rentier in
Nürnberg, für seine Person, als Ritter des Verdienstordens der
bayerischen Krone". |
Über den von Kommerzienrat
Ludwig Gerngros gestifteten
Brunnen (1902 1903)
Anmerkung:
es handelt sich um den "Neptun-Brunnen", zu dessen Geschichte
ein Wikipedia-Artikel
"Neptunbrunnen (Nürnberg)" nähere Informationen enthält.
Foto links: aus diesem
Wikipedia-Artikel. |
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Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 14. Oktober 1902: |
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Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 19. Juni 1903: "Wen übrigens der Sommer nach Süddeutschland
führt, der darf sich einen Aufenthalt in Nürnberg gönnen, um den auf
dem Marktplatze errichteten Kunstbrunnen anzusehen. Angesichts der
Marienkirche, die einstmals vor mehr als 500 Jahren das Bethaus der Juden
war, umsäumt von den Häusern des Marktes, an denen vielfach die in dem
protestantischen Nürnberg sonst seltenen Marienbilder dem Kenner der
Nürnberger Geschichte bezeugen, dass es alte Judenhäuser waren, die nach
der Judenvertreibung der Kaiser der Stadt geschenkt hatte, steht der
herrliche Brunnen, den zu sehen allein schon einen Aufenthalt in dem
Schatzkästlein Nürnberg verlohnen würde. Wie ich mir dieser Tage den
herrlichen Brunnen, wie es gleich schönere auf der Welt nicht allzu viele
geben wird, betrachtete, habe ich doch ein großes Vergnügen gehabt, dass
eine bescheidene Tafel an der Außenseite des Brunnenbassins dem Beschauer
besagt, dass der Brunnen von dem Kommerzienrat von Gerngros und
seiner Frau gestiftet sei. Die Nürnberger haben übrigens bekanntermaßen
den Stifter, der durch seine Stiftung viel Menschenkinder erfreut und in
den fernsten Zeiten noch erfreuen wird, auch durch die Ernennung zum
Ehrenbürger, eine sehr seltene und hohe Auszeichnung, seinerzeit
geehrt." |
Silberne
Hochzeit von Jakob Plaut und Johanna geb. Bemsel (1902)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 23. Dezember 1902: "Nürnberg, 23. Dezember (1902).
Nächsten Donnerstag feiern Herr Jakob Plaut und Frau Johanna geb.
Bensel, ihre silberne Hochzeit. Herr Plaut ist nicht nur hier, sondern
auch bei fast sämtlichen Israeliten in Bayern und darüber hinaus eine
ebenso bekannte wie beliebte Persönlichkeit." |
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Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 23. Dezember 1902: "Zur silbernen Hochzeit des Herrn
Jakob Plaut und Frau Johanna geb. Bemsel
am 25. Dezember 1902.
Gedichtet von Sigmund Steinhäuser. Mit zaghaft ernsten Schritten
Ging Jedes eig'nen Pfad,
Erst auf der Freunde Bitten Sind sie sich scheu
genaht.
Doch als voll Ehewonne Ihr Weg zur Stadt sich wand,
Da lächelte die Sonne. Da ging man Hand in Hand.
Der Menschheit Hunger stillen Ward fest als Ziel gesetzt.
Bei treuem Pflichterfüllen Das 'Koscher' nie verletzt.
Wie Kapitän auf Brücke Frau Platz am Herde steht,
Tranchiert die schwersten Stücke mit Virtuosität.
Und Vielen, die sich jähe In 'süßes Joch' gestürzt.
Hat sie beim Schluss die Ehe Das Hochzeitsmahl
gewürzt.
Dem Stand 'Garküchbesitzer' Sagt längst Herr Plaut Adieu;
Er ward dem Gast Beschützer: Ist heute - Hotelier!
Am Hallplatz Nummer sieben Hat er frisch umgebaut,
Dann wurde angeschrieben Weit sichtbar: 'Hotel Plaut'.
Als sie erreicht bedächtig Dies imposante Haus,
Da ging ja alles prächtig, Auch Nachwuchs blieb nicht
aus.
Ihr Wohlstand konnt sich mehren Sie sind emporgekommen
Und gelten heut' in Ehren Als Frömmste aller
Frommen.
Der Jahre fünfundzwanzig Sind nun dahingeflossen,
Und noch zeigt dieses Band sich So fest, wie einst
geschlossen.
So mög' es weiter halten Bei dauernder Gesundheit
Und Beide rüstig warten, Bis einst die - gold'ne Hochzeit! |
Stiftung des Ehepaares Max und Elise Heim zur
Einrichtung eines israelitischen Mädchenstiftes (1903)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
29. Oktober 1903: "Nürnberg. Unsere jüdische Kultusgemeinde
wurde durch die Hochherzigkeit des verstorbenen Herrn Max Heim und
seiner noch lebenden Gemahlin, Frau Elise Heim in Frankfurt am
Main, um eine gemeinnützige Institution reicher.
Aus dem Nachlasse des Herrn Max Heim wurde durch Testamentsbestimmung der
jüdischen Gemeinde ein Kapital von Mark 125.000 zur Errichtung eines
israelitischen Mädchenstiftes übergeben, welches den Zweck hat,
herangewachsenen und einer geeigneten Häuslichkeit entbehrenden
israelitischen Mädchen, die sich in Nürnberg oder in näherer Umgebung
dieser Stadt einem ehrenhaften Berufe widmen, den Schutz eines gesitteten
und geordneten Hauswesens zu gewähren, sowie auch, falls die Mittel dazu
ausreichen, die Gelegenheit zur Fortbildung zu
verschaffen.
Da die Kultusgemeinde aus naheliegenden Gründen sich nicht entschließen
konnte, das Stift von Gemeinde wegen ins Leben zu rufen, wurde zur
Verwirklichung des Stiftungszweckes ein Verein gegründet, welcher die
Anstalt nunmehr stiftungsgemäß gegründet hat und verwaltet. Das
Kuratorium besteht aus 15 Mitgliedern, 10 Herren und 5 Damen, an dessen
Spitze Realschuldirektor Gombrich steht, unter dessen Leitung die Anstalt
mit Gottes Hilfe einer gedeihlichen Entwicklung
entgegengeht.
Die Stifträume sind in der Mitte der Stadt gelegen, einfach, aber
praktisch und zweckentsprechend eingerichtet. Bis jetzt beherbergen sie
sieben Pfleglinge, welche in Nürnberger Geschäften in Stellung sind und
im Stift gegen ein Entgelt von Mark 25 per Monat Wohnung und vollständige
rituelle Verpflegung genießen. Den Pfleglingen ist in der Anstalt ein
wahres Heim geboten, wo sie in ihren freien Stunden gleichsam wie in einer
Familie verkehren, und sich gegenseitig als Familienmitglieder betrachten.
Hier finden sie Erholung nach der Arbeit, Aufmunterung und Anregung zum
Guten und Schönen, kurz ein wirkliches Heim, das ihnen nahezu das
elterliche Haus ersetzt.
Durch diese Anstalt ist einem sozialen Bedürfnis, wenn auch nur in
beschränktem Maße entsprochen, und es ist zu wünschen, dass dieselbe in
die Lage versetzt wird, ihren Wirkungskreis zu vergrößern, was durch
Beitritt zahlreicher Mitglieder zum Verein leicht ermöglicht werden kann.
Der Verein zählt heute etwa 300 Mitglieder.
Des edlen Stifterpaares sei an dieser Stelle
gedacht." |
Zum Tod von Salomon Forchheimer
(1904)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
25. Februar 1904: "Nürnberg. Zum Hinscheiden des Herrn
Salomon Forchheimer ist noch Folgendes nachzutragen:
Auf dem israelitischen Friedhofe wurde unter einer Beteiligung wie selten,
der Chef der großen Holzhandlung Forchheimer & Co. zur letzten
Ruhestätte getragen, der durch seine geschäftliche Tätigkeit, durch
sein gemeinnütziges Wirken, durch eine stets offene Hand sich die
Hochachtung weitester Kreise erworben hatte. Nach der Rede des Herrn Rabbiners
Dr. Ziemlich, welcher die edlen Eigenschaften des Dahingeschiedenen
rühmte und u.a. erwähnte. dass der Verstorbene vor einigen Jahren
Tausende rumänischer Flüchtlinge bei ihrer Durchreise durch Passau auf
seine Kosten speiste, ergriff Herr Rechtsrat Fleischmann das Wort
namens der Stadtgemeinde, zu deren Armenpflegschaftsrat der Verblichene
gehörte. Es sprachen noch: Herr Kommerzienrat Soldan im Auftrage
der Mittelfränkischen Handels- und Gewerbekammern, sowie des deutschen Handelsvertragsvereins,
Herr Kaufmann Jung für die israelitische Kultusgemeinde, zu deren
Verwaltung der Verstorbene zählte, Herr Regierungsrat Michel im Auftrage
des Wohltätigkeits- und Wärmestubenvereins, dessen opferwilliges
Vorstandsmitglied der Dahingeschiedene war. Eine große Zahl von Rednern reihte
sich den Vorstehenden an, und wurde verschiedentlich betont, dass
Forchheimer, der aus Wallhausen gebürtig war, Tausenden von Personen im
Bayerischen Walde Beschäftigung gab und das Ideal eines Arbeitsgebers
war." |
Josef
Grünstein rettet ein Menschenleben (1904)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. April 1904:
"Nürnberg. Ein bei der Firma S. Wechsler & Co. dahier,
angestellter jüdischer junger Mann, mit Namen Josef Grünstein, rettete
unter eigener Lebensgefahr einen 60-jährigen verheirateten Maurerpolier,
der von der Kleinweidenmühle herkommend, vom Wege abgeriet, und in die
Pegnitz fiel. Grünstein ist erst 17 Jahr alt und seine Tat findet große
Anerkennung sowohl bei Behörden wie bei dem
Publikum." |
Auszeichnung
für den Konsul Bernhard Lang (1905)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Februar 1905:
"Der schwedische Konsul und dänische Vizekonsul Herr Bernhard
Lang in Nürnberg erhielt in Anerkennung langjähriger Verdienste im
Amte vom König von Dänemark das Ritterkreuz des Danebrog-Odens, nachdem
derselbe schon vorher mit dem schwedischen Wasa-Orden und dem norwegischen
St. Olafs-Oden von dem König von Schweden ausgezeichnet wurde. Konsul
Lang ist seit Jahren Mitglied der israelitischen Kultusverwaltung und
verschiedenen anderen wohltätigen Anstalten in
Nürnberg." |
Mit Hilfe einer Stiftung durch Kommerzienrat
Berolzheimer und seine Söhne soll ein Volksbildungsheim in Nürnberg errichtet
werden (1905)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 23. Juni 1905: "München, 16. Juni (1905). Die Stelle
eines Rates am Oberlandesgericht Bamberg
wurde dem Oberlandesgerichtsrate am Landgericht Bamberg, Julius Ulrich,
verliehen. - Im Anschluss an diese Notiz sei auf verschiedenen Anfragen
betr. die sehr interessanten Mitteilungen unseres geschätzten Münchener Korrespondenten hier
noch nachzutragen, dass Kommerzienrat Berolzheimer, welcher in Gemeinschaft
mit seinen in Amerika lebendigen Söhnen 300.000 Mark für Errichtung
eines Volksbildungsheims in Nürnberg bestimmt hat, neuerdings die
Summe auf 320.000 Mark erhöhte. Nach Wunsch des Stifters erhält das
Gebäude den Namen 'Luitpoldhaus'. Die Stadtgemeinde überlässt
unentgeltlich einen Bauplatz. Es wird jetzt unter bayerischen und in
Bayern lebenden Architekten ein Preisausschreiben zur Einsendung von
Konkurrenzarbeiten für Erbauung des Gebäudes
erlassen." |
Zum
Tod des Nürnberger und Fürther Ehrenbürgers Kommerzienrat Heinrich
Berolzheimer (1906)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 20. April
1906: "Nürnberg, 17. April (1904). Bei Beginn der heutigen
Sitzung des Stadtmagistrats widmete der Vorsitzende dem vorgestern im 70.
Lebensjahre verstorbenen Kommerzienrat Heinrich Berolzheimer,
Ehrenbürger der Städte Nürnberg und Fürth, einen Nachruf. Er betonte,
dass der Verstorbene sich nicht nur durch Wohltätigkeit ausgezeichnet
habe, sondern auch besonders für die Interessen der Allgemeinheit
Hervorragendes leistete, so habe er für den Bau des Künstlerheims einen
großen Betrag gestiftet und der Naturhistorischen Gesellschaft, der
Volksbildungsgesellschaft und dem Ärztlichen Verein auf seine Kosten
eigene Heime errichtet." |
Erster
Preis für Siegfried Rothenberger an der Technischen Hochschule in München
(1906)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 28. Dezember
1906: "München. Bei den Preisbewerbungen der Technischen
Hochschule in München errangen 2 Juden erste Preise. Nämlich der Lehramtskandidat
Siegfried Rothenberg aus Nürnberg und der Student Fritz Landauer aus
Augsburg." |
Zum Tod von Martin Lebrecht sen. (1910)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 5. August 1910: "Nürnberg, 29. Juli (1910). Eine
weit über Nürnbergs Grenzen hinaus bekannte Persönlichkeit, Herr
Martin Lebrecht senior, der sich auf allen Gebieten jüdischen
Gemeinschaftslebens hervorragend betätigte, ist dieser Tage gestorben. Er
war der Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied des
'Zentralvereins Fürth-Nürnberg und der angeschlossenen Gemeinden zur
Unterstützung armer durchreisender Israeliten', Mitglied des 'Ausschusses
des Landesvereins für israelitische Kultusgemeinden in Bayern',
Delegierter zum 'Deutsch-Israelitischen Gemeindebund', Vertrauensmann für
Nürnberg-Fürth des 'Hilfsvereins der Deutschen Juden', Förderer des
'Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens' und zugleich
unermüdlicher und erfolgreicher Förderer aller jüdischen Wohlfahrts-
und Gemeinsamkeitsbestrebungen. Die großen sozialen Institutionen des
Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes verdanken ihm außerordentlich viel
Er wirkte für die Erstarkung der Mitgliederzahl der Arbeiterkolonie
Weißensee, der israelitischen Erziehungsanstalt für geistig
zurückgebliebene Kinder in Beelitz und war ungemein regsam auf dem
Gebiete der Wanderarmenfürsorge. Er ist der Schöpfer der sogenannten
schwarzen Listen, in die er mit minutiöser Gewissenhaftigkeit alle
diejenigen als Schwindler und Brandschatzer der jüdischen Armenkassen
einzeichnete, denen das Schwindlertum nachgewiesen worden war. Sie, diese
schwarzen Listen, sollen bekanntlich von der jetzt begründeten 'Deutschen
Zentralstelle für jüdische Wanderarmenfürsorge' weitergeführt werden.
An dem Zustandekommen dieser 'Deutschen Zentralstelle' hat auch er
mitgewirkt und noch in der entscheidenden Sitzung im Dezember vorigen
Jahres dieses Interesse durch seine persönliche Anwesenheit bekundet.
Damals freilich stand auch er auf dem Standpunkt, von dem er aber später
wohl abkam, dass eine zweite Zentrale für Süddeutschland wünschenswert
wäre. Zu seinem in Nürnberg stattgefundenen Begräbnis, an dem eine sehr
große Anzahl von Leidtragenden aus nah und fern teilgenommen hatte, war
u.a. auch vom 'Deutsch-israelitischen Gemeindebund' ein prächtiger Kranz
gesandt worden und mit der Vertretung des 'Deutsch-israelitischen
Gemeindebundes' Herr Gemeiner Hofrat Josephsthal
beauftragt." |
80. Geburtstag des Geheimen Hofrates
Josephthal
(1911)
Anmerkung: bei "rijo research" gibt es einen biographischen Beitrag
"Gustav Josephthal, Nürnberg": Link zur pdf-Datei.
Gustav Josephthal ist am 8. September 1931 in Ansbach geboren und am 15. Oktober
1914 in Nürnberg gestorben.
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 15. September 1911: "Nürnberg, 9. September (1911). Am
gestrigen Tage feierte Herr Geheimer Hofrat Josephsthal in seltener
geistiger Frische seinen 80.- Geburtstag. Der Genannte, welcher 40 Jahre
lang an der Spitze der israelitischen Kultusverwaltung stand und in dieser
Eigenschaft eine ausgezeichnete und geradezu vorbildliche Tätigkeit
entfaltete, gehört zu den hervorragendsten Führern des deutschen
Judentums und dessen Organisationen. So hat er den 'Deutsch-Israelitischen
Gemeinde-Tag' sowie den 'Bayerischen Landesverband' viele Jahre als
Vorsitzender geleitet. Herr Geheimrat Josephsthal war ferner auch
jahrelang 1. Vorsitzender der Anwaltskammer von Mittelfranken. Es war
daher begreiflich, dass er an seinem 80. Geburtstag in außerordentlicher
Weise geehrt und gefeiert wurde. Abgesehen von den zahllosen Briefen und
Depeschen, welche an diesem Tage von den bedeutendsten Männern aller
Konfessionen aus unserem engeren und weiteren Vaterlande eintragen, haben
die Israelitische Kultusverwaltung unter Führung des Herrn Justizrat Dr.
Held sowie die Anwaltskammer von Mittelfranken ihrem langjährigen
verdienstvollen 1. Vorsitzenden durch Deputationen ihre Glückwünsche
aussprechen lassen. Möge es Herrn Geheimrat Josephsthal vergönnt
sein, nach den vielen Jahren seiner erfolg- und segensreichen Tätigkeit
noch viele Jahre in beschaulicher Ruhe seinen Lebensabend genießen zu
können." |
Zum Tod von Direktor Martin Sachs (1912)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 17. Mai 1912: "Nürnberg, Am 10. Mai (1912) wurde hier der
bisherige 1. Direktor des Grandbazar zum Strauß (einer Zweigniederlassung
der belgischen Société Anonyme des Grand-Bazars
Lüttich-Brüssel-Frankfurt am Main usw.) Martin Sachs
beerdigt.
Der Verstorbene hat nur ein Alter von 35 Jahren erreicht und ist einem vor
etwa 3 Jahren aufgetretenen tückischen Leiden erlegen. Vor 7 Jahren
übernahm Herr Sachs die Nürnberger Filiale, die damals erst im Entstehen
war und brachte durch seine Tatkraft und sein geradezu geniales Organisationstalent
das Geschäft zu großer Blüte. Wie sehr sein Wirken und seine
Tüchtigkeit von der Lütticher Gesellschaft anerkannt wurde, geht daraus
hervor, dass man ihn in den letzten Jahren während seines schweren
Leidens stets durch monatelange Urlaube in jeder Hinsicht entgegenkam; ein
Fall, der in den Annalen der Geschäftswelt nicht allzu oft
vorkommt.
An seinem Grabe sprachen neben dem Rabbiner Dr. Freudenthal noch
ein Abgeordneter des Aufsichtsrats der Lütticher Gesellschaft in warmen
Worten, ebenso sein bisheriger Kollege und Nachfolger, Direktor Ed.
Kahl, sowie Direktor Mandello vom Frankfurter Haus und
andere.
Herr Sachs stammte aus Kattowitz in Schlesien und wird von seiner Mutter
und Geschwistern tief betrauert." |
Zum Tod von Oberarzt Dr. Jos. Neuberger
(1912)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 23. August 1912: "Nürnberg, 16. August (1912). Am 11.
dieses Monats wurde in Gegenwart einer überaus großen Trauerversammlung,
unter welcher sich in erster Linie zahlreiche Vertreter der Stadt und
Ärzte befanden, der so plötzlich verstorbene Gemeindebevollmächtigte
und Oberarzt am städtischen Krankenhause, Herr Dr. Jos. Neuberger,
auf dem israelitischen Friedhof zur irdischen Ruhe bestattet. Herr Rabbiner
Dr. Heilbronn führte in seiner Gedächtnisrede, die in der Halle
gehalten wurde, aus, dass die Trauer um den Verblichenen weit über dessen
Familie hinausgehe, denn um ihn trauern die Berufsgenossen und die
Gemeindevertretung der Stadt, da er im Rate derer saß, welche das Wohl
der Gemeinde beraten, und er seine ärztliche Kunst voll und ganz in den
Dienst des Gemeinwesens gestellt hatte. Man kann von dem Verstorbenen mit
Jesajas sagen: Er war ein Edler, der Edles ersann, und der das edle Werk,
das er ersann, auch ausführte. Er war aber auch der Arzt der Hilfe, der
überall da, wo Armut und Elend die Hand entgegenstreckten, nicht nur mit
ärztlichem Beistand zur Seite war, sondern auch die Mittel bereitstellte,
das Elend zu lindern. Es dürfe aber ferner nicht vergessen werden, dass
der Verewigte den Bestrebungen des modernen Judentums das regeste
Interesse entgegenbrachte. Der zweite Vorstand des Gemeindekollegiums, Herr
Dorn, schilderte die uneigennützige Tätigkeit des Dahingeschiedenen
in den Ausschüssen sowohl wie in dem Gemeindekollegium überhaupt.
Besondere Verdienste aber müssten dem Verstorbenen auf dem
sozial-hygienischen Gebiet zugesprochen werden, woselbst er für alles
eintrat, was er als Arzt und Mensch für notwendig hielt. Der Leiter des
städtischen Krankenhauses Herr Professor Dr. Müller rühmte die
rasche Auffassungsgabe und Opferwilligkeit des Verstorbenen, der für
jedes der Allgemeinheit dienende Unternehmen leicht zu gewinnen war.
Wärmster Dank gebühre ihm für all das segensreiche Wirken an und für
die Anstalt, in deren sowie im Namen der Oberärzte vom Redner ein Kranz
an der Bahre niedergelegt wurde. Herr Krankenhausverwalter Link
legte namens der Verwaltung des städtischen Krankenhauses und deren
Beamten einen Kranz nieder und rühmte das überaus freundliche und
dienstbereite Entgegenkommen des Entschlafenen, der den Dienstverkehr zu
einer Freude machte. Herr Hofrat Dr. Goldschmidt widmete dem
Kämpfer für Standesehre und den Zusammenschluss der Ärzte namens des
Präsidiums der Ärztekammer von Mittelfranken einen Kranz und legte einen
weiteren im Auftrag des Vorstandes und der Mitglieder des ärztlichen
Vereins nieder. Herr Dr. Mainzer sprach namens des Ärztlichen
Bezirksvereins Nürnberg sowie des Vorstandes des Verbandes deutscher
Ärzte zu Leipzig, welch letztere Korporation fast nur sein Werk gewesen
und für das er lebte bis zu seinem Ende. Herr Gemeindebevollmächtigter
Dr. Herbst widmete im Namen des Lokalausschusses der Fortschrittlichen
Volkspartei dem Förderer des liberalen Gedankens einen Kranz. Von dem
Verstorbenen konnte der Satz gelten: Ich verbrauche mich, indem ich
anderen diene. Herr Rechtsanwalt Dr. Chr. Kühn legte im Auftrag
des Vorstandes der Fortschrittlichen Volkspartei einen Kranz nieder und
führte aus, dass Selbstlosigkeit, Aufrichtigkeit, Opferfreudigkeit und
Treue, diese in unserer kalt berechnenden Zeit so seltenen Eigenschaften,
die Grundpfeiler von Dr. Neubergers Wesen waren. Er war ein feuriger
Kämpfer mit einem warmen, blühenden Herzen. Der Verewigte liegt auf der
Wahlstatt. Mögen alle als Zeichen der Dankbarkeit in seinem Sinne weiter
arbeiten an dem großen Werk des Ausbaues des Liberalismus. Zum Schluss
sprach noch Herr M. Spath im Namen des Fortschrittlichen
Arbeitervereins und rühmte die ersprießliche Tätigkeit des Verstorbenen
in diesem Verein. Unter dem üblichen Zeremoniell erfolgte dann die
Beisetzung." |
Stiftung
der Adolf Schwarzschen Eheleute für ein israelitisches Kinderheim (1913)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 3. Januar 1913: "Nürnberg, 27. Dezember (1913). Die Adolf
Schwarz'schen Eheleute hier haben eine Stiftung von 33.000 Mark für
ein israelitisches Ferienheim errichtet und sich verpflichtet, außerdem
einen jährlichen Zuschuss von 1.000 Mark hierzu zu leisten. Die Stiftung
führt den Namen 'Israelitisches Ferienheim in Nürnberg'. Das Kuratorium
setzt sich zusammen aus den Stiftern, dem Rabbiner der Kultusgemeinde
Nürnberg, je einem Vertreter der Kultusgemeinde Nürnberg, des
Israelitischen Wohltätigkeits- und des Israelitischen Frauenvereins sowie
aus zwei Vertretern der Maimonidesloge in Nürnberg." |
70. Geburtstag von Kommerzienrat Wilhelm von Gerngroß
(1913)
Anmerkung: Philipp Wilhelm Gerngros (später Wilhelm Ritter von Gerngroß)
ist am 28.9.1843 in Baiersdorf geboren und
am 5.6.1925 in Nürnberg gestorben. Er war ein Bruder von Ludwig Gerngros (ab
1902: Ludwig Ritter von Gerngroß).
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 22. Oktober 1913: "Nürnberg, 15. Oktober (1913). Am
letzten Montag fand die feierliche Überreichung der durch Beschlüsse der
städtischen Kollegien dem Herrn Kommerzeinrat Wilhelm von Gerngroß anlässlich
seines 70. Geburtstages und in Würdigung seiner großen Verdienste um die
Förderung aller gemeinnützigen, wohltätigen und künstlerischen
Unternehmungen verliehenen goldenen Medaille der Stadt Nürnberg
durch eine städtische Abordnung in der Wohnung des Geehrten statt. Herr
Oberbürgermeister Dr. von Schuh würdigte in einer Ansprache das überaus
verdienstvolle Wirken des Herrn Kommerzienrats Wilhelm von Gerngroß in
der Stadt Nürnberg, übermittelte die Glückwünsche der städtischen
Kollegien und sprach den Wunsch aus, dass der Geehrte noch recht lange
sich voller Gesundheit erfreuen möge. Herr Kommerzienrat Wilhelm von
Gerngroß dankte in bewegten Worten für die ihm erwiesene hohe Ehrung und
Auszeichnung. Herr von Gerngroß hat anlässlich seines 70. Geburtstages
u.a. auch die jüdischen Wohlfahrtsvereine Nürnbergs reich
bedacht." |
Beförderungen
jüdischer Militärangehöriger (1914)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 2. Januar 1914: |
Auszeichnungen
von Staatsbürgern jüdischen Glaubens in Bayern aus Anlassen des Geburtstages
von König Ludwig III. (1914)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 16. Januar 1914: |
Zum Tod
von Hofrat Dr. Maas (1914)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 13. Februar 1914: |
Auszeichnungen für jüdische Kriegsteilnehmer
(1917)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 9. März 1917: "Nürnberg, 2. März (1917): Das Eiserne
Kreuz zweiter Klasse erhielten: Dr. med. Hugo Löw, Oberarzt in
einem bayerischen Feldlazarett. Vizefeldwebel und Offiziersaspirant Willy
Schottländer; es ist dies der dritte Sohn der Frau Elise Schottländer,
welcher das Eiserne Kreuz erhält. Kaufmann August Mainzer, Leutnant d.L.
im 13. Reserveinfanterieregiment. Schulhöfer, Feldwebelleutnant beim
Landsturnbataillon Nürnberg, welcher, obwohl derselbe über das
militärdienstpflichtige Alter hinaus, sich bei Kriegsbeginn freiwillig
meldete. Großkaufmann Siegfried Ullmann, Mitinhaber der Fa. Ullmann &
Engelmann (Fürth), Fabrikbesitzer. Unteroffizier Oskar Marx (Fürth),
Oberstabsarzt Dr. M. L. Meyer (Nürnberg) erhielten den bayerischen
Militärverdienstorden 4. Klasse und die Herzogliche Meiningensche
Verdienstmedaille für Kriegsverdienste. Max Kaufmann, Sohn des
Bäckermeisters Eduard Kaufmann (Nürnberg) erhielt die preußische
Rote-Kreuz-Medaille." |
Konrektor Dr. Isak Bacharach wird ausgezeichnet
(1918)
Anmerkung: bei "rijo research" gibt es einen Beitrag über
"Dr. Isaak Bacharach, Konrektor des Technikums Nürnberg
(Georg-Simon-Ohm-Hochschule)": Link zur pdf-Datei.
Dr. Isak Bacharach ist am 2. Dezember 1854 in Seligenstadt
geboren und am 22. September 1942 im KZ Theresienstadt umgekommen.
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 25. Januar 1918: "Nürnberg. Dr. Isak Bacharach, Konrektor
des Königlichen Technikums, erhielt für vierzigjährige Dienstzeit das Luitpoldkreuz."
|
Ernennungen von Amtsrichter Joseph Hesselburger zum
Oberamtsrichter und von Hofrat Emil Fechheimer zum Handelsrichter
(1918)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 1. März 1918: "Nürnberg. Amtsrichter Joseph Hesselberger
wurde zum Oberamtsrichter und Hofrat Emil Fechheimer zum
Handelsrichter ernannt." |
Stiftungen jüdischer Familien (1918)
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt"
vom 1. März 1918: |
Zum Tod von Karl Dessauer (in Überlingen,
1918)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 24. Mai 1918: |
Auszeichnungen für jüdische Kriegsteilnehmer
(1918)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 24. Mai 1918: |
Zum Tod von David Gallinger (1918)
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums"
vom 7. Juni 1918: " |
Beisetzung
des stellvertretenden Landgerichtsdirektors Samuel Bernheimer (1921)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. August 1921:
"Auf dem neuen Israelitischen Friedhof zu Nürnberg fand die
Beisetzungsfeier des stellvertretenden Landgerichtsdirektors Samuel
Bernheimer von dort statt. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr.
Freudenthal. Der Vorstand des Landgerichts, Herr Landgerichtspräsident
Dröber, widmete dem Verstorbenen unter Niederlegung eines Kranzes einen
ehrenden Nachruf." |
Zum Tod des Geheimen Justizrates Emil Josephtal
(1923)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 7. Juni 1923: |
Zum Tod von Amalie Wollenreich geb. Bermann
(1923)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom
18. Oktober 1923: |
Zum Tod des Wohltäters Adolf Schwarz (1927)
Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung"
vom 7. Januar 1927: "Nürnberg. Ein ganz hervorragender
Wohltäter und Wohlfahrtsorganisator, Herr Adolf Schwarz, wurde am
29. November 1926 von einer großen Menge von Trauergästen aus allen
Konfessionen zur letzten Ruhe geleitet. Der Verlebte hatte nicht nur hier
in Nürnberg, sondern in ganz Deutschland sich einen großartigen Namen
gemacht durch seine Gebefreudigkeit und durch seine nimmermüde Schaffenskraft.
Er war Mitbegründer und langjähriger Vorstand der Kinderheilstätte
in Kissingen, deren Aufblühen zum großen Teil seiner Rührigkeit zu
verdanken ist. Er hat ferner in Forth bei Nürnberg ein
Kindererholungsheim geschaffen und hat in dem Lazarus und Berta
Schwarz'schen Altersheim als Kurator eine segensreiche Tätigkeit
entfaltet. Adolf Schwarz hat in Verbindung mit der Kinderheilstätte am
gleichen Platze für im Erwerb stehende Mädchen und Frauen Gelegenheit zu
einer Erholungs- und Badereise geschaffen. Auch im Dienste der Stadt, wie
in außerjüdischen Organisationen war Adolf Schwarz lange Jahre tätig
und als städtischer Waisenrat, wie als Vorstandsmitglied des
kaufmännischen Vereins 'Merkur' viel geleistet und großes Ansehen
genossen. Sein Hauptlebenswerk galt der israelitischen
Kinderheilstätte Kissingen, für welche Anstalt er tatsächlich bis
zu seinem Lebensende von früh bis spät arbeitete, und für welche er
stets neue Freunde zu gewinnen verstand. Er konnte auch die hohe
Befriedigung ernten, dass in dieser Anstalt mehr als 1000 Kindern Erholung,
Gesundheit und neue Kraft gespendet wurde. Bei der Einsegnungsfeier
gedachte Herr Rabbiner Dr. Freudenthal in beredter Weise der großen
Verdienste, die sich der Verstorbene um die Nürnberger Gemeinde und um
die vielen fürsorgebedürftigen Menschen erworben hat, denen er sein
gutes Herz und seine allzeit offene Hand widmete. Für die Maimonides-Loge
bracht Herr Expräsident Dr. med. Sommer, für die Kinderheilstätte Bad
Kissingen Herr Bankier Ottensoosser, für den kaufmännischen Verein
'Merkur' Herr Amtsrichter Lipper die letzten Abschiedsgrüße. Das
Andenken eines so edlen Menschen und großzügigen Wohltäters wie es
Adolf Schwarz war, wird dauernd in der Nürnberger Gemeinde und darüber
hinaus fortleben." |
Zum Tod von Dr. David Grünbaum (1928)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 3. Mai 1928: |
70. Geburtstag von Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig
(1931)
Anmerkung: bei "rijo research" gibt es einen
biographischen Beitrag: Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig, Nürnberg", Link
zur pdf-Datei.
Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig ist am 25. März 1861 in Nürnberg geboren und
am 29. Oktober in Glarus, Schweiz gestorben.
Artikel in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung"
vom 15. April 1931: |
Zum
Tod von Babette Sohn geb. Hamburger (1934)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1934: "Nürnberg,
16. Januar (1934). In der frühen Morgenstunde des 22. Tewet (=
9.Januar 1934) ist Frau Babette Sohn geb. Hamburger, nach kurzer
Krankheit von dieser Welt gegangen. Einem altfränkischen Geschlecht der
Gemeinde Burgsinn entstammend, hat sie zeit ihres Lebens die
Grundsätze echt jüdischer Lebensführung hochgehalten und in ihrem
eigenen Leben verwirklicht. Die Obliegenheiten der jüdischen Frau und
Mutter hat sie mit ergreifender Innigkeit und dem strengen Ernst eines
verantwortungsvollen Pflichtbewusstseins erfüllt. In den 45 Jahren ihrer
Ansässigkeit min Würzburg stand sie unablässig im Dienst von Krankenbesuch
(Bikkur Cholim) und Wohltätigkeit, keine Tages- und Nachtstunde
scheuend, das heilige Amt auszuüben. Ein klarer Wirklichkeitssinn und die
überlegene Art, die Dinge der Welt zu beurteilen und dem jüdischen
Bewusstseinsinhalt einzufügen, ließen sie groß und verehrungswürdig
erscheinen. Dabei war sie bescheiden und anspruchslos, eine Frau, die
still durchs Leben zog und auch in den Jahren der Ruhe ein stilles
Leuchten verbreitete. Sie hat das Leben gemeistert; sie trug die starke Wahrheit
herüber von einem innerlich gefestigten Zeitalter in die Zeit, in der wir
so vieles fest Geglaubte dahinschwinden sehen. Ihr Verdienst sei
und sei uns ein Helfer vor dem Allmächtigen. Ihre Seele sei
eingebunden in den Bund des Lebens." |
60.
Geburtstag von Dr. Is. Bamberger (1934)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 22. März 1934: "Kitzingen, 15. März (1934). Herr Dr. Is.
Bamberger, Nürnberg, Knauerstraße 15, begeht am 22. März seinen
60. Geburtstag. (Alles Gute) bis 120 Jahre." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige der Konditorei Max Hellmann
(1908)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom |
Verlobungsanzeige
von Helene Marx und Leopold Desser (1923)
Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des
"Central-Vereins") vom 31. Januar 1924:
"Helene Marx - Leopold Desser.
Verlobte.
Eichstätt - Nürnberg.
Dezember 1923". |
Geburtsanzeige
von Gerhard Julius Wilmersdörfer (1924)
Anzeige in der "CV-Zeitung" vom 16. Juni 1924: "Gerhard
Julius:
Ludwig und Senta Wilmersdörfer-Rieser zeigen die glückliche Geburt
eines
gesunden Jungen an.
Nürnberg, Pfingstmontag 1924 Schleiermacherstraße 2." |
Verlobungsanzeige
von Friedl Goldberg und Benno Goldschmidt (1930)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 19. Juni 1930:
"Friedl Goldberg - Benno Goldschmidt. Verlobte.
Ichenhausen Juni 1930 - Siwan
5690 - Nürnberg". |
Weitere Dokumente
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim / Ries)
Bestellungen
bei der Hopfenhandlung
von Mich. A. Erlanger in Nürnberg
(1887 / 1906) |
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Die Karte wurde
von Isaak Reiter in Buttenwiesen
am 21. Oktober 1887 an die
Hopfenhandlung von Michael A. Erlanger in Nürnberg geschickt;
es geht um die Bestellung von neun Hopfensäcken. |
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19 Jahre später
(vgl. obere Karte) bestehen noch dieselben Handelsbeziehungen;
dieses Mal bestellt Isaak Reiter in Nürnberg 20 Hopfensäcke.
Die Hopfenhandlung von Michael A. Erlanger war in Nürnberg noch
1930
in der Vorderen Ledergasse 12. |
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