|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia
Judaica
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und
bestehende) Synagogen
Übersicht:
Jüdische Kulturdenkmale in der Region
Bestehende
jüdische Gemeinden in der Region
Jüdische
Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur
und Presseartikel
Adressliste
Digitale
Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Oberpfalz"
Regensburg
Jüdische Geschichte
Zur jüdischen Geschichte in Regensburg und
zu aktuellen Berichten aus der Jüdischen Gemeinde siehe
vor allem die
Website der Jüdischen Gemeinde Regensburg: www.jg-regensburg.de
Bei "Alemannia Judaica" finden Sie:
Spuren der mittelalterlichen
jüdischen Geschichte
(Historische
Abbildungen aus dem Buch von Isaak Meyer 1913 s. Lit.)
Texte und Abbildungen
zur Geschichte
der Synagogen in Regensburg vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Synagoge des 18.
Jahrhunderts
Gedenktafel an einem Haus
in der
Straße "Hinter der Grieb"
(Foto: Hanke) |
 |
|
Inschrift: "Dieses
spätgotische Haus beherbergte im 18. Jahrhundert eine Synagoge.
In ihr
wirkte der Philosoph und Frühaufklärer Isaak Alexander 1722-1902 als
erster Rabbiner seit der Vertreibung der Juden im Jahre 1519. |
Die
alte Synagoge (1841 bis 1907)
Die "alte Synagoge" wurde 1840/41 in dem hierzu umgebauten Turm des
mittelalterlichen Patrizierhauses in der Unteren Bachgasse 3 eingerichtet. Die
Einweihung der Synagoge war am 2. April 1841. Das gotische Haus aus dem
14. Jahrhundert gehörte zunächst zusammen mit dem ehemaligen Nachbaranwesen,
Untere Bachgasse 5, der Ratsherrnfamilie Woller. Um 1400 begann der
wirtschaftliche Niedergang der Wollers. Das Haus wechselte in den Besitz der
Familie Steyrer, im 16. Jahrhundert in das Eigentum der Flettacher.
|
Bericht
zur Einweihung aus einem Artikel in der " Allgemeinen Zeitung des
Judentums" vom 31. Juli 1841 (siehe den ganzen
Artikel hier):
"Am 2. April dieses Jahres (1841) fand die feierliche Einweihung der Synagoge
statt. Um 2 Uhr Nachmittag versammelten sich die sämtlichen Gemeindeglieder im
Gemeindehaus wo die Toras herrlich geschmückt aufgestellt waren; nach
beendigtem Micha-Gebet setzte sich der Zug in Bewegung. Voran schritten die
beiden Rabbinatsverweser in ihrer Amtskleidung, ihnen folgten die beiden
Kultus-Vorstände und die sämtlichen Gemeindeglieder Paar und Paar, jeder eine
Tora tragend, den Zug schlossen die Jünglinge festlich geschmückt, welche
brennende Wachskerzen trugen. In der Synagoge angelangt, stimmte der Chor,
welcher auf der Galerie der Frauen errichtet und größtenteils aus der
Schuljugend gebildet war, unter dem Schall der Posaunen ein feierliche Halleluja
an. Die Tora tragenden, sowie die Jünglinge mit ihren Wachskerzen stellten sich
zu den beiden Seiten auf.
Die beiden Rabbinatsverweser rezitierten abwechselnd das Gebet Mah towu
sowie den 84. Psalm: hierauf sang der Chor unter Musikbegleitung das Lied No.
208 Johlsohns Gesangbuch, während dem bestiegen die beiden Rabbinatsverweser
die Stufen s zu dieser Feier
verfassten Hymnus (Schir) in hebräischer Sprache. Nachdem sofort Herr
Dr. Schlenker das Gebet für König und Vaterland gesprochen, endigte noch ein
Choralgesang den Gottesdienst.
Repräsentanten der königlichen Zivil- und Militärbehörden, des
Stadtmagistrates, sowie der Geistlichkeit der beiden christlichen Konfessionen
wohnten dieser Feier an, welche in freudigem und bleibendem Andenken sich
immerdar erhalten wird und den schönen Beweis lieferte, was auch geringe Kräfte
vermögen, wenn es sich um die höchsten Interessen des menschlichen Gemütes,
um den ehrwürdigen Glauben der Väter und um das heilige Vermächtnis der von
ihnen überkommenen Gottesverehrung handelt." |
| |
 |
 |
|
Außen- und
Innenansicht der alten Synagoge in Regensburg (1841-1907),
untere
Bachgasse 3. |
|
| |
|
 |
 |
 |
Blick auf das
Synagogengrundstück in der Gegenwart - von der Synagoge ist
nichts mehr
erhalten. |
Hinweistafel seit Anfang
2012
(Foto: Stadt Regensburg) |
Die Synagoge in der Unteren Bachgasse 3 musste 1907 wegen
Einsturzgefahr geschlossen werden. Das gesamte Anwesen wurde im Oktober 1938
abgebrochen. An die ehemalige Synagoge erinnert seit Anfang 2012 eine Gedenktafel.
Sie trägt die Inschrift: "Ehemalige Synagoge - An dieser Stelle im Turm
des gotischen Wollerhauses befand sich von 1841 bis 1907 die Regensburger
Synagoge. 1938 wurde das mittelalterliche Anwesen abgerissen". Die
Gedenktafel wurde durch eine Privatspende finanziert.
Die neue Synagoge (1912 bis 1938)
Zum Bau einer neuen Synagoge konnte ein Grundstück
erworben werden (1905)
Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 2. Juni 1905:
"Regensburg. Zum Bau einer neuen Synagoge erwarb die
israelitische Kultusgemeinde von der Stadt das alte
Amtsgerichtsgebäude." |
Berichte zur Einweihung der Synagoge (1912)
Meldung
im '"Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 6. September
1912: "Regensburg. Die mit einem Kostenaufwand von 300.000 Mark
erbaute neue Synagoge ist letzten Samstag feierlichst ihrer Bestimmung
übergeben worden." |
| |
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 11. September
1912: "Regensburg, 6. September 1912. Die Einweihung der neu erbauten
Synagoge der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde fand in feierlicher
Weise statt. Der erste Vorstand der Kultusgemeinde, Rechtsanwalt Dr.
Heidecker, überreichte den Schlüssel der Synagoge dem rechtskundigen
Bürgermeister Dr. Geßler und dieser dem Distriktsrabbiner Dr. Meyer, der
dann das Gotteshaus eröffnete. Rechtsanwalt Dr. Heidecker, ferner die
beiden Rabbiner von Neumarkt und Nürnberg sowie der rechtskundige
Bürgermeister hielten Ansprachen. Die Haupt- und Festrede hielt der
Distriktsrabbiner. An der Feier nehmen die Spitzen der Behörden, die
städtischen Kollegien sowie eine große Anzahl von Festgästen von hier
und auswärts teil. An die Einweihungsfeier reihte sich noch ein Festessen
an, bei welchem sich der größte Teil der Mitglieder der Kultusgemeinde
Regensburg beteiligte und das in der animiertesten Stimmung verlief.
Während des Festes wurde nachstehendes Huldigungstelegramm an den
Prinzregenten gerichtet: 'Die israelitische Kultusgemeinde Regensburg,
anlässlich ihrer heutigen Synagogeneinweihung festlich vereint, blickt
dankbaren Herzens zu Eurer Königlichen Hoheit empor und bittet die
Versicherung unwandelbarer Treue und Ergebenheit huldvollst entgegennehmen
zu wollen.' - Zur großen Freude aller Teilnehmer traf noch abends
folgende Antwort ein: 'Seine Königliche Hoheit der Prinzregent haben die
treu empfundene Huldigung der zur Einweihungsfeier festlich versammelten
israelitischen Kultusgemeinde Regensburg gern entgegengenommen und
entbieten allen Teilnehmern freundlichen Dank. Im allerhöchsten Auftrag:
Freiherr von Wiedemann, Generaladjutant." |
Darstellungen / Fotos:
 |
 |
 |
Außenansicht der
Synagoge von
1912 |
Festakt zur Einweihung der
Synagoge
1912: die Torarollenträger nehmen
Aufstellung vor dem Portal
der Synagoge; |
der 1. Bürgermeister Dr.
Geßler
übergibt Herrn Distriktsrabbiner Dr. Meyer
den Schlüssel der
Synagoge |
| |
| |
|
|
 |
 |
 |
Festakt zur Einweihung der
Synagoge 1912:
Ansprache des 1. Kultusvorstandes
Rechtsanwalt Dr.
Heidecker |
Blick in den Innenraum der
Synagoge von 1912 |
Blick auf den Almemor und den
Aron Hakodesch der Neuen Synagoge |
| |
|
| |
|
|
 |
 |
 |
Distriktsrabbiner
Dr.
Seligmann Meyer |
Rechtsanwalt Dr. David
Heidecker
(1912 1. Vorstand) |
Großhändler und
Gemeindebevollmächtigter David Rosenblatt (1912 2. Vorstand) |
| |
|
|
 |
 |
 |
| Marke zur Einweihung der
Synagoge |
Historische
Aufnahmen der Synagoge von 1912 |
| |
|
 |
 |
 |
Blick auf das
Synagogengrundstück in der Gegenwart; auf dem rechten Foto ist das
jüdische Gemeindehaus erkennbar, in dem sich der derzeitige Betsaal
befindet |
Gedenktafel für die
1938
zerstörte Synagoge |
| |
|
 |
 |
 |
| |
Teil des jüdischen
Gemeindehauses
mit dem heutigen Betsaal |
Inschrift "...denn mein
Haus wird ein
Bethaus sein für alle Völker" Jesaja 56,7 |
Weitere Erinnerungen an die jüdische Geschichte
 |
 |
 |
Faksimile eines Freipasses des
Fürsten
Karl Anselm von Thurn und Taxis für den
Hoffaktor Philipp
Reichenberger, Vorsteher
der jüdischen Gemeinde Regensburg 1789 |
Blick auf das durch den
Vorsteher
der israelitischen Gemeinde
Philipp Reichenberger 1804/05
erbaute
Gebäude in der Kumpfmühlerstraße |
Blick auf Regensburg von den
Winzerer Höhen |
| |
Der derzeitige
Betsaal der jüdischen Gemeinde
(Fotos: Jürgen Hanke, Kronach)
 |
 |
 |
Eingang zum
Gemeindezentrum |
Innenhof |
Fenster des
Betsaales
(Standort des Toraschreines) |
| |
| |
|
|
 |
 |
 |
 |
Blick in den
Betsaal |
Deckenlampe in Form
eines
"Davidsternes" |
Toraschrein mit
Toravorhang (Parochet) |
| |
|
|
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Juni 2009: In
Regensburg werden weitere 16 "Stolpersteine" verlegt |
Artikel vom 22. Juni 2009 in der "Mittelbayerischen Zeitung" (Artikel)
Zeichen gegen das Vergessen setzen.
Die Aktion 'Stolpersteine' ist eine der wichtigsten Initiativen der 'Neuen Formen des
Gedenkens': In über 240 deutschen und mehreren europäischen Städten sind bisher ca. 12000
'Stolpersteine' verlegt worden – am Samstag kamen in Regensburg 16 neue Steine hinzu, darunter auch einer für Gisela Löwy, die einst in Neunburg gelebt hat.
Diese Stolpersteine sollen Erinnerungszeichen sein, die unmittelbar am Ort des Geschehens auf die damaligen Verbrechen hinweisen und den berühren, der sich von ihrer Botschaft berühren lassen will, informiert die
"Initiative Stolpersteine für Regensburg". Unter dem Dach des Evangelischen Bildungswerkes Regensburg e.V. (EBW) hat diese rund 20-köpfige Gruppe anno 2007 die erste Verlegung von Stolpersteinen realisiert.
Gisela Löwy geb. Bloch wurde 1942 von den Nazis ins Lager Piaski verschleppt, wo sie vermutlich den Tod fand. 1878 in Cham geboren kam Gisela 1898 mit ihren Eltern nach Neunburg, wo ihr Vater, Jakob Bloch, in der unteren Hauptstraße ein Spezerei- und Schnittwarengeschäft betrieb. 1904 heiratete sie den aus Böhmen stammenden Kaufmann Rudolf Löwy. Als ihr Gatte Rudolf 1933 in Neunburg an den Folgen einer Blinddarmentzündung stirbt, verkauft sie zwei Jahre später ihr Anwesen an den Seilermeister Andreas Schönberger aus Nabburg, verlässt die Pfalzgrafenstadt und zieht nach Regensburg in die Obere Bachgasse 18. Gisela wird mit dem gleichen Transport wie ihr Bruder und ihre Schwägerin ins Todeslager Piaski verschleppt. Ihre beiden Töchter Ida (*1910), später verheiratete Monroe, und Hildegard (*1905), verheiratete Grünhut, überleben den Holocaust und wandern nach den USA aus." |
|
|
| Juli 2010: Weitere
15 "Stolpersteine" werden verlegt |
Artikel von Markus Rother in der "Mittelbayerischen
Zeitung" (Artikel
mit Video):
"15 weitere Stolpersteine für NS-Opfer
Die Stadt bekam am Montag weitere Gedenksteine. Um die Gravuren zu lesen, muss man sich verneigen – vor den Opfern.
Regensburg. 'Erst stolpern die Augen, dann die Gedanken', so das Motto der Stolpersteine-Initiative Regensburg. An über 500 Orten in Deutschland und Europa wurden die Stolpersteine aus Messing schon in die Gehsteige eingelassen. Mittlerweile sind es über 25 000 Steine, 70 davon in Regensburg.
Mit den Steinen wird den Opfern des Nationalsozialismus gedacht. Deren Namen, Geburtsjahr sowie Jahr und Ort der Deportation sind in die Messingplatten eingraviert. Die Steine werden dann in den Gehsteigen unmittelbar vor den Wohnhäusern der Verfolgten eingelassen.
Am Montag wurden in Regensburg 15 Steine, unter anderem am Haidplatz, in die Gehsteige betoniert. Bei der Zeremonie war auch der Zeitzeuge Ernst Holzinger anwesend, der eigens aus Israel angereist war. Seine Eltern hatten bis zu ihrer Deportation 1942 in einem Haus in der Weißenburgstraße gewohnt.
'Die Steine sind ein Geschenk von den Bürgern an die Kommune', sagte Gunter Demnig, der Gründer des Kunstprojekts. In Regensburg gibt es einen kleinen Kreis von engagierten Bürgern, die in ehrenamtlicher Arbeit nach Opfern recherchieren, um dann in Zusammenarbeit mit Hinterbliebenen, dem Künstler
Demnig und der Stadtverwaltung die Stolpersteine zu verbauen." |
| Weitere Informationen: www.stolpersteine-regensburg.de |
| |
| November 2011:
Weitere 19 "Stolpersteine" werden im
November verlegt |
Artikel von Christian Eckl im
"Wochenblatt" (Regensburg) vom 2. November 2011: "Regensburg
tut sich mit Nazi-Opfern schwer.
Regensburg tut sich mit dem Gedenken an die Nazi-Zeit nicht immer leicht.
Eine Aktion, die gegen das Vergessen helfen soll, ist die Verlegung von
Stolpersteinen in das Straßenpflaster der Stadt. Jetzt ist es wieder so
weit...
Link
zum Artikel - auch eingearbeitet
als pdf-Datei. |
| |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | "Mehr als
Steine...." Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I:
Oberfranken - Oberpfalz - Niederbayern - Oberbayern - Schwaben.
Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager. Hg.
von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz.
Reihe: Gedenkbuch der Synagogen in Deutschen. Begründet und
herausgegeben von Meier Schwarz. Synagogue Memorial Jerusalem. Bd. 3:
Bayern. Kunstverlag Josef Fink Lindenberg im
Allgäu.
ISBN 978-3-98870-411-3.
Abschnitt zu Regensburg S. 261-185 (die Forschungsergebnisse
konnten auf dieser Seite von "Alemannia Judaica" noch
nicht eingearbeitet werden). |
 | Siegfried
Wittmer: Regensburger Juden - Jüdisches Leben von 1519 bis
1990. Reihe: Regensburger Studien und Quellen zur Kulturgeschichte
Band 6. 1. Aufl. 1996, 2. Aufl. 2002.
Mit umfassenden Literaturangaben. |
 | Beitrag
zu den Funden am Neupfarrplatz:
Herbert E. Brekle: Das Regensburger Ghetto - Foto-Impressionen
der Ausgrabung. Regensburg 1997.
|
 | Der
Klassiker mit der Darstellung der Geschichte bis zur Einweihung der neuen Synagoge
1912:
Isaak Meyer: Zur Geschichte der Juden in Regensburg.
Gedenkschrift zum Jahrestage der Einweihung der neuen Synagoge. Berlin
1913. |
 | Hans-Peter
Süss: Jüdische Archäologie im nördlichen Bayern. Franken und
Oberfranken. Verlag Dr. Faustus Büchenbach 2010 (Reihe: Arbeiten zur
Archäologie Süddeutschlands Band 25). Zu Regensburg S. 109-121.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Der
Artikel zu Regensburg wird noch eingetragen.

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
diese Links sind noch nicht aktiviert
|