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Karbach (Landkreis
Main-Spessart)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(Seite erstellt unter Mitarbeit von Leonhard
Scherg, Marktheidenfeld)
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Karbach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1942. Ihre Entstehung geht in
die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. 1699 waren bereits sieben jüdische
Familien mit zusammen 42 Personen am Ort, davon vier Familien (26 Personen) als
Würzburger Schutzjuden und zwei Familien (12 Personen) als adelige Schutzjuden,
dazu die Familie eines Rabbiners (vier Personen). Sie bewohnten mehrere Häuser auf den Ort verteilt.
Ihre Blütezeit erlebte die jüdische Gemeinde in der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts, als über 100 Einwohner der jüdischen Gemeinde angehörten.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1820 werden für Karbach 23
Matrikelstellen für die folgenden Familienvorstände festgeschrieben (mit
neuem Familiennamen und Erwerbszweig): Salomon Bernay (Nothandel mit
Ellenwaren), Joseph Bernay (dito), Seligmann Bernay (dito), Feist Bernay (dito),
Mayer Löb Braunold (Spezerei- und Eisenhandel, Vorsteher), Isaak Braunold
(Nothandel, Makler), Faibel Tannewald (Nothandel, Makler), Isaac Tannewald
(Nothandel mit Ellenwaren), Jacob Tannewald (Nothandel mit Ellenwaren), Sußmann
Trepp (Nothandel, Makler), Samuel Gutmann (Nothandel mit Vieh), Abraham Gutmann
(Metzgermeister), Isaac Grünewald (Nothandel mit Ellenwaren), Moses Grünewald
(Nothandel mit Ellenwaren, Makler), Juda Heippert (Nothandel mit Ellenwaren,
Seifensiederei), Jacob Mandelbaum (Nothandel mit Vieh), Oscher Rosenband
(Nothandel mit Vieh), Juda Rosenband (Nothandel mit Ellenwaren), Feiber Samuel
(Nothandel mit Ellenwaren), Juda Scheuermann (Nothandel mit Vieh), Feiber
Sternhard (Nothandel, Makler, Nathan Weinberg (Nothandel mit
Ellenwaren).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der
jüdischen Einwohner durch Aus- und
Abwanderung zurück: 1867 wurden 98 jüdische Einwohner gezählt
(7,7 % von insgesamt 1.275 Personen), 1900 83 (7,0 % von insgesamt 1.191), 1910
57 (4,7 % von 1.212).
An Einrichtungen hatte die Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische
Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof.
Zur
Besorgung der religiösen Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schächter (Schochet) tätig war. 1820 wird als
"Ortsrabbiner und Judenschullehrer" Lazarus Rosenbusch genannt. In besonderer
Erinnerung blieb Lehrer Hirsch Eschwege, der 1896 nach 31jähriger Wirksamkeit verstarb
(siehe Artikel unten). Die
Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat Würzburg, zuletzt seit Frühjahr 1938 zum
Bezirksrabbinat Aschaffenburg. 1910 lebten 57 jüdische Einwohner in
Karbach (4,7 % der Gesamteinwohnerschaft von 1.212 Personen).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der Gemeinde Jakob Adler (geb. 28.4.1894
in Karbach, vor 1914 in Straubing wohnhaft,
gef. 22.6.1915), Leutnant Hermann Samuel (geb. 24.2.1892 in Karbach, vor 1914 in
Fürth wohnhaft, gef. 27.11.1914) und Gefreiter Siegmund Samuel (geb. 17.2.1893
in Karbach, vor 1914 in Urspringen
wohnhaft, gef. 18.8.1918).
Um 1925, als in Karbach noch 36 jüdische Einwohner gezählt wurden (3,0 %
von insgesamt 1.188 Einwohnern), waren die Vorsteher der Kultusgemeinde die Herren Julius
Guttmann und Samuel Berney. Damals unterrichtete Hauptlehrer Simon Kissinger aus
Urspringen auch die vier
schulpflichtigen jüdischen Kinder aus Karbach. Im Schuljahr 1932/33 erhielten noch acht Kinder
Religionsunterricht, vermutlich weiterhin durch den Lehrer aus Urspringen. An
Stiftungen war in der Gemeinde die 1890 genehmigte Löb und Schifa Adlersche
Brautaussteuerstiftung vorhanden. Regelmäßig wurde in den überregionalen
jüdischen Zeitschriften eine Ausschreibung der der Stiftung gemacht (siehe Texte
von Ausschreibungen unten).
1933 lebten noch 45 jüdische Personen in Karbach (4,0 % von insgesamt
1.115 Einwohnern). In den folgenden vier
Jahren verzogen 20 von ihnen vom Ort oder wanderten aus (1937 25 jüdische
Einwohner). Durch den wirtschaftlichen Boykott verarmten die Familien schnell:
1937 war ein Drittel der Gemeindemitglieder unterstützungsbedürftig. Beim Novemberpogrom
1938 drangen SS-Leute aus Marktheidenfeld und anderen Orten zusammen mit
HJ-Angehörigen in die jüdischen Häuser ein und demolierten diese. 1939 wurden
nochmals 30 jüdische Einwohner gezählt, die überwiegend am Ort geblieben sind
(7. Februar 1942: 29 jüdische Einwohner). Mit dem 23. April 1942 kam das Ende der jüdischen Gemeinde. Damals wurden die
letzten 27 am Ort lebenden Juden nach Würzburg verbracht und von dort zwei Tage
später in das Vernichtungslager Izbica bei Lublin.
Von den in Karbach geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Alfred Aron (1873), Flora Aron geb. Thalheimer (1892),
Bär Berney (1865), Berta Berney geb. Grünbaum (1881), Berta Berney geb. Kahn
(1893), Berthold Berney (1925), David Berney (1891), Dina Berney (1881), Eliahu Berney (1886),
Elsa Berney geb. Wolf (1889), Getta
Berney (1911), Hans Berney (1931), Karolina Berney (1879), Max Berney (1883),
Moses Berney (1875), Salomon Berney (1877), Samuel Berney (1875), Suse Berney
(1925), Siegfried Berney (1881), Sophie Berney (1881), Dina Friedmann geb.
Berney (1881), Sabena Gottlieb geb. Schild (1859), Helene Grünebaum geb. Samuel
(1881), Ida Guttmann (1887), Inge(borg) Guttmann (1926), Josef Guttmann (1889),
Margot Guttmann (1927), Mathilde Guttmann (1891), Meta Guttmann geb. Hirsch (1891), Hermann Guttmann (?),
Julius Guttmann (1883), Ida Heimann (1873), Abraham Heippert (1883), Jenny
Heippert geb. Schulmann (1894), Martha Heippert (1928), Hermann Heippert (1884),
Hannchen Heippert geb. Gottlieb (1889), Senta Heippert (1925), Siegmund Heippert
(1888), Emma Heippert geb. Berney (1889), Selma Heippert (1928), Ilse Lustgarten geb. Berney
(1907), Mina Ottensoser geb. Heippert (1897), Resi Rauner (1902), Mathilde
Schuster (1864), Zwi Schnitzer
(1885), Fanny Stein geb. Samuel (1876).
Anmerkung: Ein großer Teil dieser Personen lebte schon einige Zeit bis lange
vor 1933 nicht mehr in Karbach.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet
1902
Anzeige
in der Zeitschrift
"Der Israelit" vom 27. Februar 1902:
"Die hiesige Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle, ist mit
einem seminaristisch gebildeten Lehrer sofort zu besetzen. Die fixen
Erträgnisse belaufen sich auf Mark 700 exklusive Schechitoh und
sonstigen Nebengefällen. Meldungen mit Zeugnisabschriften, die nicht
zurückgeschickt werden, wollen bis längstens 10. März an Unterzeichneten
eingereicht werden.
Karbach bei Marktheidenfeld, Unterfranken, 21. Februar
(1902).
Abraham Guttmann, Kultusvorstand." |
Zum Tod von Amalie Löwenthal (1928), Witwe des Lehrers
J. Löwenthal (gest. um 1908)
Anmerkung: es ist nicht klar wann J. Löwenthal als
Lehrer in Karbach tätig war, sicher vor Lehrer Eschwege, der 1865 nach Karbach
kam.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1928:
(Frankfurt). "Frau
Amalie Löwenthal - sie ruhe in Frieden. Im hohen Alter von
fast 87 Jahren verschied plötzlich am ersten Tag der sieben Wochen des
Trostes (erster Tag ist der 10. Aw = 27. Juli 1928) Frau Amalie
Löwenthal, die Gattin des ihr um etwa zwei Jahrzehnte im Tode
vorausgegangenen, als besonders gottesfürchtiger Mann allbekannten
Lehrers und Schochets J. Löwenthal - seligen Andenkens.
Unermüdlich war sie darauf bedacht, ihr Haus zu einem kleinen Heiligtum
zu gestalten und die von ihr und ihrem Gatten gehegten Ideale zur
Entfaltung zu bringen, was ihr auch gelungen ist. In den Gemeinden Karbach,
Lohr und Sommerhausen
in Bayern hatte sie reichlich Gelegenheit, mustergültig und
beispielgebend zu wirken. Später zog sie mit ihrem Gatten hierher (=
Frankfurt). Nach dem Heimgang ihres Gatten und der Verheiratung ihrer
Kinder zog sie sich zurück, sich an dem Gedeihen ihrer Kinder und Enkel
erfreuend. Möge ihnen allen der Verdienst der frommen Frau
beistehen. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Unter Lehrer Hirsch Eschwege - Besuch seines Sohnes in Karbach
(1872)
Anmerkung: Lehrer Hirsch Eschwege ist nach den Recherchen von Leonhard Scherg
in Fulda als Sohn des Kaufmanns Simon Eschwege und seiner Frau Bertha geb. Lion
geboren. Als er am 12. Mai 1896 in Karbach starb, war er 76 Jahre und 8 Monate
alt. Vor seiner Zeit in Karbach war er in Bad
Neuhaus als Lehrer tätig.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. Januar 1872: "Karbach.
Vor einiger Zeit ward in Ihrer sehr geschätzten Zeitschrift die
israelitische Lehrer-Bildungsanstalt Würzburg rühmlichst erwähnt. Im
Interesse dieser Anstalt glaube ich zu handeln, wenn ich von einer
Tatsache berichte, die genügend bezeugt, wie die in ihr gebildeten Lehrer
in allen Beziehungen tüchtig ausgebildet werden.
Herr Lehrer Eschwege zu Zeitlofs, der in erwähnter Anstalt seine
Ausbildung genoss, erfreute vor einigen Wochen seine Eltern dahier durch
seinen Besuch und verweilte bei denselben über Schabbat
Paraschat wajigasch (Schabbat mit der Toralesung wajigasch = 1. Mose
44,18 - 47,27, es war am Schabbat 23. Dezember 1871). Sein Herr Vater,
Lehrer dahier, der jeden Sabbat zwei Vorträge im Beisein sämtlicher
Gemeindemitglieder hält, war jenen Sabbat durch Katarrh verhindert, den
Nachmittagsvortrag abzuhalten und forderte seinen würdigen Sohn auf,
statt seiner einen solchen zu halten. Wiewohl unvorbereitet, genügte
letzterer dieser Aufforderung, und gelang es ihm, durch einen freien,
gediegenen Vortrag religiösen Inhalts die Zuhörer zu fesseln und den
ungeteilten Beifall aller Anwesenden zu ernten.
Das nun sind die Früchte einer Anstalt, die stets bestrebt war und ist,
Lehrer auszubilden, die vermögend sind durch Wort und Tat zu wirken, um
unsere heilige Religion, die unverfälschte, zu kräftigen und zu heben.
Solche Tatsachen sind die besten Beweise und Zeugnisse, dass durch
genannte Anstalt erzielt wird, was die Welt von ihr verlangen kann, dass
der verehrliche Vorstand derselben, der ehrwürdige Herr Rabbiner
Bamberger – sein Licht leuchte – gerade der Welt sendet, was fürs
Judentum und die Jetztzeit so notwendig: ordentlich und tüchtig gebildete
Lehrer; wir können ihm dafür nicht genug Danke zollen.
Gott lohne seine Arbeit." |
Enge christlich-jüdische Dorfgemeinschaft beim Tod von Lehrer Hirsch Eschwege im Mai
1896
Karbach. Ein schwerer Schlag traf die israelitische
Gemeinde durch das Dahinscheiden ihres allgemein bekannten und verehrten Lehrers
H. Eschwege. Derselbe hat fast 31 Jahre in derselben als geistiges Oberhaupt
segensreich gewirkt. Nicht nur bei den jüdischen, sondern auch bei den
nichtjüdischen Bürgern erfreute sich der Verblichene einer allgemeinen
Beliebtheit. Diese verschafften ihm seine Leutseligkeit, seine Liebe zu jedem
Nebenmenschen. Diese Beliebtheit erhielt ihren vollen Ausdruck bei dem
Trauerzug, der am Donnerstag stattfand. Von Nah und Fern hatten sich Leute
eingefunden, um dem Dahingeschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Um 3/4 11 Uhr
fand der Trauerzug vom Leichenhaus aus statt. Vor dem Leichenhause war ohne
Unterschied der Konfession die ganze Gemeinde Karbach und die übrigen Leute,
welche aus der Ferne herbeigeeilt waren, versammelt. Vor dem Sarge sprach der
älteste Sohn des Verblichenen, Herr Lehrer Eschwege aus Thüngen, der die
Eigenschaften seines verstorbenen Vaters in ergreifendster Weise geschildert,
wie es demselben namentlich am Herzen lag, wie es sich derselbe zur Hauptaufgabe
seines Lebens machte, der Jugend die Religion einzupflanzen, damit sie später
als würdige Glieder des Judentums und der Menschheit dastünden, wie er
namentlich auch stets seine Gemeinde ermahnte, das Hauptgebot der Israeliten,
die Nächstenliebe, nach Vorschrift zu beobachten und hat diese Mahnung auch in
Wirklichkeit in der Gemeinde, die fast sämtlich Schüler des Verblichenen sind,
reichliche Früchte getragen. Mit rednerischer Begabung wusste Herr Eschwege
einige Momente aus dem leben seines allgemein verehrten Vaters hervorzuheben,
die den Charakter des Dahingeschiedenen durchschauen ließen. Kein Auge der
Anwesenden blieb unbenetzt, ein jeder fühlte so recht die Größe und
Unausfüllbarkeit der Lücke, welche durch das Dahinscheiden des großen Mannes
gerissen wurde. Nachdem Herr Eschwege geendet, dankte der Schwiegersohn des
Verblichenen, Herr Rothschild aus Frankfurt im Namen der Hinterbliebenen
sämtlichen Anwesenden für die liebevolle Beileidsbezeigung in herzlichen
Worten. Sodann ergriff Herr Josef Fromm von Frankfurt a.M.. das Wort. Nach
Beendigung seiner Rede stimmte der Gesangverein einen Choral an unter der
vortrefflichen Leitung des Herrn Lehrers Apfelbacher. |
Hierauf bewegte sich der
Trauerzug, der fast die Straße des Dorfes ausfüllte. Wohl selten hat ein
Trauerzug auf einem Dorfe mit einer solch' zahlreichen Beteiligung
stattgefunden. Auf dem Friedhofe angelangt, ergriff zunächst Herr Rabbiner
Bamberger von Würzburg das Wort und betonte in inhaltsreichen Worten die
zahlreichen Eigenschaften, die der Verblichene in sich vereinigt hatte. Hierauf
sprach abermals Herr Rothschild und hob hervor, wie seine Gattin, die Tochter
des Verschiedenen, nur der verständigen Erziehung ihres Vaters es zu verdanken
hat, dass ihre Brust ein eisernes Kreuz ziert, welches sie nebst einem
Dankschreiben vom huldvollen Kaiser Wilhelm erhielt wegen den hervorragenden
Leistungen bei der Krankenpflege des siegreichen 1870er-Krieges. Ihm reihte sich
die vortreffliche Rede des Herrn Hauptlehrers Eschwege von Höchberg
(= Nathan Eschwege), des
zweiten Sohnes des Verblichenen an, Derselbe hob besonders hervor, dass sein
Vater, um das Gebot der Nächstenliebe zu erfüllen, sein eigenes Leben der
Todesgefahr aussetzte, dass derselbe nicht weniger denn drei Menschenleben vor
dem Tode des Ertrinkens gerettet. Zwei Menschen rettete er aus den
Mecklenburgischen Seen, da kein anderer hilfebereit war und einen aus der
angeschwollenen Saale, wofür er vom König Ludwig durch Verleihung des
bayerischen Heimatrechts, da der Verblichene von Fulda stimmt, belohnt wurde.
Ferner sprachen noch Herr Lehrer Blumenthal von Homburg im Namen der anwesenden
Kollegen und Herr Simon Eschwege - Höchberg als ältester Enkel des
Verschiedenen. Nach Beendigung der Reden folgte abermals ein ergreifender
Trauerchoral von dem Karbacher Gesangverein. Hierauf, um 1 1/2 Uhr, wurden die
sterblichen Überreste dem Schoße der Erde übergeben. Wenn wir es hier
unterlassen, auf die Eigenschaften und Tugenden des Verblichenen näher
einzugehen, so geschieht dies deshalb, weil die großartige wohl auf einem so
kleinen Orte noch nie dagewesene Beteiligung am Trauerzug volles Zeugnis ablegt
von der Trefflichkeit des Dahingegangenen. S.W.E."
Anmerkung: Lehrer Hirsch Eschwege dürfte identisch sein mit dem Lehrer
Hirsch Eschwege, der 1864 in Bad Neuhaus
genannt wird. |
Neujahrsgrüße von Salomon Eschwege (1898, Lehrer in Karbach seit 1896)
Anmerkung: 'Ein vom 6. 9. 1896 erstellter Schuldienstvertrag lautet:
'Dienstvertrag zwischen der israelitischen Cultusgemeinde dahier, vertreten durch die unterzeichneten Cultusverwaltungsmitglieder und Herrn Lehrer Eschwege aus
Thüngen ist heute folgender Vertrag abgeschlossen worden:
Die hiesige Cultusgemeinde nimmt den Herrn Lehrer Salomon Eschwege als Religionslehrer und Vorsänger auf und übernimmt derselbe auch die Schächterfunktion. 1. Herr Lehrer Eschwege hat die Stelle eines Lehrers und Vorsängers pflichtgemäß zu versehen mit der Bemerkung, dass am Neujahrs- und Versöhnungstage ein Gehilfe als Vorbeter beigegeben wird. 2. Die Gemeindeschreiberei und die einschlägigen Publikationen zu besorgen. 3. Die Beaufsichtigung des Friedhofs zu geeigneten Zeiten. 4. Einen passenden Vortrag an Sabbat und Feiertagen zu halten..."
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1898:
"Allen Verwandten, Freunden und Bekannten wünscht herzlichst ein
gutes Neues Jahr (wörtlich eine gute Einschreibung und Versiegelung).
Salomon Eschwege, Karbach, zur Zeit Lehrerkompanie
Eichstätt." |
Zum Tod von Nathan Eschwege, Lehrer an der
Präparandenschule in Höchberg, Sohn des Lehrers Hirsch Eschwege in
Karbach (1908)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. Mai 1908: Artikel
ist noch nicht ausgeschrieben. |
Hinweis auf Lehrer Samuel Silbermann (gest. 1912)
Nach Angaben von L. Scherg starb in Karbach am 24. Januar 1912 der Lehrer Samuel
Silbermann (geb. November 1853). Er war verheiratet mit Eva geb. Lion aus
Westheim bei Haßfurt.
Jüdischer Wanderlehrer gesucht (1926)
Anzeige
in der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 7.
Oktober 1926: "Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden
beabsichtigt in Unterfranken für die Gemeinden Karbach, Marktheidenfeld
und Homburg einen Wanderlehrer anzustellen, der den
Religionsunterricht und die Schechita in diesen drei Gemeinden zu
übernehmen und abwechselnd in jeder dieser Gemeinden als Vorbeter zu
wirken hat. Seminaristische Vorbildung, wenn auch ohne
Anstellungsprüfung, wird verlangt. Die Besoldung erfolgt nach den
Leitsätzen des Verbandes in Anlehnung an die Reichsbesoldungsordnung. Die
durch die Betreuung mehrerer Gemeinden erwachsenden Unkosten werden
gesondert vergütet. Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeugnissen an den
Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden, München, Herzog-Max-Str.
7/I." |
Ausschreibung der Lehrerstelle in Urspringen mit Betreuung der Gemeinde Karbach
(1929)
Zeitschrift "Der
Israelit" am 13. Juni 1929: "Die Israelitische Kultusgemeinde
Urspringen (Unterfranken) beabsichtigt möglichst sofort ihre frei
gewordene Lehrerstelle wieder zu besetzen. Bewerber, die der
gesetzestreuen Richtung angehören, die Schlussprüfung an einem
staatlichen anerkannten Lehrerseminar abgelegt haben und das Kantorat
sowie den Schächtdienst zu übernehmen in der Lage sind, werden ersucht
Bewerbungen unter Vorlage von Zeugnissen bei dem unterfertigten Vorstand
einzureichen. Der Gehalt bemisst sich nach der Besoldungsordnung des
Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Dem Beamten obliegt neben
dienstlichen Verpflichtungen in der Gemeinde Urspringen auch der
Religionsunterricht, die Schechita sowie die religiöse Betreuung der
Gemeinden Karbach und Marktheidenfeld nach Maßgabe näherer Vereinbarung.
Urspringen, den 7. Juni 1929. Der Vorstand der Israelitischen
Kultusgemeinde Urspringen. Bernhard Dillenberger. |
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Dieselbe
Ausschreibung in der "Bayerischen Israelitischen
Gemeindezeitung" vom 15. Juni 1929. |
Aus dem jüdischen
Gemeinde- und Vereinsleben
Schwierigkeiten im christlich-jüdischen Miteinander im Sommer 1860
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Oktober 1862:
"Aus Unterfranken. In dem Orte Karbach in Unterfranken, wo die
israelitische Jugend die katholische Elementarschule besucht, ereignete sich
jüngstens Folgendes: Am 12. August suchte der Lehrer Dorsch ein jüdisches
sechsjähriges Knäbchen zu bewegen, seine Hände während des Gebetes nach
christlicher Sitte zusammen zu legen, als aber dieses nicht Folge leistete, so
misshandelte derselbe das zart gebaute Kind derart, dass es 11 Tage weder sitzen
noch liegen konnte, ja auch jetzt noch sich übel befindet. In den nächsten Tagen
schon wird diese Tyrannei, wie die dabei geäußerten intoleranten Invektiven
vor den Schranken des Königlichen Bezirksgerichts Lohr zur öffentlichen
Verhandlung kommen." |
Ausschreibung der Löb und Schifa Adler'schen Brautaussteuerstiftung 1920
Über viele Jahrzehnte war die Löb und Schifa Adlersche
Brautaussteuerstiftung eine für arme jüdische Bräute in Bayern eine
großartige Möglichkeit der Unterstützung.
Anzeige in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Februar 1920:
"Bekanntmachung. Aus der Löb und Schifa Adler'schen
Brautaussteuerstiftung in Karbach sind pro 1920 die Rentenanfälle im Betrage
von ungefähr Mk. 800-900 an eine israelitische Braut, welche in Bayern ihnen
Wohnsitz hat und deren sittliches und religiöses Verhalten ein gutes ist, zu
vergeben. Unter den Stiftungsberechtigten haben Doppelwaisen, nach diesen
einfache Waisen den Vorzug.
Bewerberinnen haben ihr schriftliches Gesuch bis zum 31. Mai dieses Jahres bei
der unterfertigten Kultusverwaltung einzureichen. Dem Gesuche sind beizufügen:
1. ein Geburtszeugnis, 2. eine Bescheinigung über die Zugehörigkeit zur
israelitischen Religionsgemeinschaft, 3. der Nachweis über rechtskräftige
Verlobung unter Angabe der Personalien des Verlobten und des Zeitpunktes der in
Aussicht genommenen Verehelichung, 4. ein Nachweis über den Wohnsitz in Bayern,
5. ein vom Kultusvorstand ausgestelltes und von dem zuständigen
Distrikts-Rabbiner beglaubigtes Zeugnis über sittliche und religiöse Führung,
6. der Nachweis, ob die Eltern noch leben, verneinendenfalls die Sterbeurkunden,
7. ein Geldbetrag von 1 Mark.
Gesuche, welche später als am 31. Mai dieses Jahres einlaufen, werden nur dann
berücksichtigt, wenn sie vollständig sind, oder wenn ihre Vervollständigung
bis zur Beleihung des Rentenanspruchs tunlich ist. Die Rentenverleihung erfolgt
nur unter der Voraussetzung der vollzogenen Eheschließung im Kalenderjahr der
Gesuchstellung. Es wird ferner darauf aufmerksam gemacht, dass nur diejenige
Bewerberin einen Anspruch auf eine Rente machen kann, deren Verehelichung erst
nach Ablauf des Monats Juni stattfindet.
Karbach, Bezirksamt Marktheidenfeld (Unterfranken), 4. Februar 1920. Die
Israelitische Kultusverwaltung J.A.Jul. Guttmann"
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| Weitere Ausschreibungen der
Löb und Schifa Adler'schen Brautaussteuerstiftungen aus den Jahren 1890 /
1915 / 1927 / 1928 / 1919 / 1930 / 1936 / 1937 (!) sowie Titelblatt der
Satzungen der Stiftung von 1901: |
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Aus der Zeitschrift "Der
Israelit"
vom 17. Juli 1890 |
Aus der
Zeitschrift "Der Israelit"
vom 18. Februar 1915 |
Aus der Zeitschrift "Der
Israelit"
vom 10. März 1927 |
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Aus der
Zeitschrift "Der Israelit"
vom 22. März 1928 |
Aus der
Zeitschrift "Der Israelit"
vom 14. März 1929 |
Aus der
Zeitschrift "Der Israelit"
vom 13. März 1930 |
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| Aus der
"Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 15. August 1936 |
Aus der "Bayerischen
Israelitischen Gemeindezeitung" vom 1. Mai 1937 |
Titelblatt
der "Satzungen der Braut-Aussteuer-Stiftung der Eheleute Löb und
Schifa Adler von Karbach. Druck von B. Dürr in Marktheidenfeld,
1891" (erhalten von L. Scherg) |
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Berichte zu einzelnen
Personen aus der Gemeinde
Zum Tod von Amalia Grünewald (1907)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1907:
"Karbach, 23. März (1907). Am 10. Adar schied hier Frau Amalia
Grünewald im Alter von 80 Jahren aus dem Leben. Sie war eine edle Frau im
wahren Sinne des Wortes. Ihr ganzer Lebenswandel war ausgezeichnet durch
echte, innige Frömmigkeit und unerschütterliches Gottvertrauen. Wo sich
ihr die Möglichkeit bot, suchte sie sich an Werken der Liebe anregend und
beispielgebend zu beteiligen. Am Grabe gab ihr Sohn, Lehrer Grünewald aus
Neumagen an der Mosel, seinem und seiner Geschwister Verlust in
schmerzbewegten Worten Ausdruck. Ihre Seele sei eingebunden in
den Bund des Lebens." |
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge
Seit dem 18. Jahrhundert war in einem der jüdischen Häuser war ein Betsaal ("Judenschule")
eingerichtet. Aus dem Jahr 1829
sind Dokumente vorhanden, die die Mitbenutzung der Synagoge durch die Juden aus
dem benachbarten Bergrothenfels regeln.
1844 kaufte die Gemeinde ein Haus, das für 1.000 Gulden zu einer
Synagoge mit Schulzimmer und Lehrerwohnung umgebaut wurde. 1903 wurde die Synagoge renoviert. Am
3. September 1903 wurde die Synagoge durch Distriktsrabbiner Nathan Bamberger
aus Würzburg feierlich eingeweiht:
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1903:
"Karbach. Am 3. September (1903) fand dahier die Einweihung der
vollständig umgebauten Synagoge statt. Von der Heippertschen Wohnung
bewegte sich ein Festzug durch das Dorf zur Synagoge, an welchem der Herr
Distriktsrabbiner N. Bamberger aus Würzburg, der Herr Bezirksamtsassessor
von Marktheidenfeld, die Ortsbehörde und ein zahlreiches, aus der Ferne
herbeigeeiltes Publikum teilnahm. Vor der Synagoge hielt der Herr
Bezirksamtsassessor eine Ansprache, die er mit einem Hoch auf den
allwärts beliebten Regenten, Prinz Luitpold, schloss. Hierauf sprach die
Schülerin Dora Adler einen Festprolog und überreichte den Schlüssel dem
Herrn Rabbiner. Dieser öffnete das Gotteshaus und ein Chor sang mehrere
jüdische Melodien. Der Herr Distriktsrabbiner sprach das Königsgebet und
hielt eine Festrede. Ein Jigdal-Chor beendete die erhebende Feier. Am
Schabbat den 5. dieses Monats fand ein Festgottesdienst statt, bei dem
Herr Lehrer Silbermann die Festrede hielt. Last not least waren auch zwei
Bankette auf dem Programm.
Der 31jährigen Tätigkeit des in weiten Kreisen bekannten Lehrers Mauroh
Haurooh Hirsch Eschwege an hiesigem Orte ist es zu verdanken, dass man
dahier noch Tauroh (Tora), Awaudo (Gottesdienst) und Gemilus
Chesed (Wohltätigkeit) zu üben versteht und dass ein Chilul
Schabbot (Entweihung des Schabbat) fast nicht vorkommt. Möge des
genannten Zadik (Gerechten) Vorbild auch weiter der Gemeinde im
Gedächtnis bleiben und jede Uneinigkeit in derselben bannen. Ein
Mann aus dem Hause Levi." |
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Artikel
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. September
1903: "Karbach. Die feierliche Einweihung der Synagoge fand
bei herrlichem Wetter am Donnerstag, den 3. und Samstag, den 6. September
unter Anwesenheit einer zahlreichen Bevölkerung von in- und auswärts in
freudiger und gehobener Stimmung statt, Alles prangte in Festschmuck. Die
Synagoge war prachtvoll mit Kränzen, Fahnen und Wappen dekoriert. Seine
Ehrwürden, Herr Distriktsrabbiner Nathan Bamberger in Würzburg hielt die
Festpredigt. Seitens der Königlichen Regierung war Königlicher
Bezirks-Amts-Assessor Korn, Marktheidenfeld erschienen. Die Sologesänge,
sowie das Dirigieren des geschulten Chores hatte Herr Lehrer Kissinger, Urspringen,
in liebenswürdiger Weise übernommen.
Bei dem sehr feierlichen Sabbatgottesdienst hielt Herr Lehrer Silbermann
eine ergreifende und zu Herzen gehende Festrede, welche allgemeinen
Beifall fand." |
Beim Novemberpogrom 1938 zerstörten die aus Marktheidenfeld
und anderen Orten nach Karbach gekommenen SS-Leute die Inneneinrichtung der Synagoge.
Das Gebäude blieb jedoch erhalten.
Die ehemalige Synagoge ist noch
vorhanden und wird als Rathaus der Gemeinde Karbach verwendet. Eine Gedenktafel wurde
an der Treppenseite des Rathauses im Frühjahr 2002 angebracht.
Neben der Synagoge befand sich das jüdische Ritualbad (Mikwe).
Das 1826 errichtete Badehäuschen wurde nach Verfüllung des Zugangs und des
Tauchbeckens als Milchsammelstelle genutzt. 2006 wurden die Zugangstreppe und
das Tauchbecken im Rahmen der Dorferneuerung freigelegt und in Leichtbauweise
ein Gebäude darüber errichtet, in dem nicht nur die Funktion des Tauchbads
erläutert, sondern auch die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Karbach
dargestellt wird.
Standort der Synagoge: Marktplatz Nr. 1 (früher Marktplatz 181)
Fotos:
(Pläne erhalten über Leonhard Scherg - Quelle: StA
Würzburg, LRA Marktheidenfeld, Baupläne, 1902/253; Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 1.10.2006)
Umbaupläne der
Synagoge
in Karbach von 1902 |
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West- und Südansicht des
Synagogengebäudes |
Längen- und Querschnitt des
Synagogengebäudes |
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Grundriss des Erdgeschoss mit
dem Betraum der Männer (linke Seite) und dem "Lehrsaal" und
einem weiteren Zimmer der jüdischen Schule (rechte Seite) |
Grundriss der Ersten Stockes
mit der Frauenempore (linke Seite) und der Lehrerwohnung (rechte Seite),
dazwischen der Platz der Laubhütte |
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| Das
Gebäude der ehemaligen Synagoge im Oktober 2006 |
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Blick über den 2006 neu
gestalteten Marktplatz |
Die ehemalige Synagoge von
Süden,
jetzt Rathaus der Gemeinde |
Ehemalige hohe
Rundbogenfenster des Betsaales |
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Die im Frühjahr 2002
angebrachte
Gedenktafel an der Treppenseite |
Blick auf die
"Treppenseite"
(Westseite) mit angebautem Aufgang |
Oben und unten: Ansicht der
ehemaligen Synagoge von Osten |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern.
Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit. A 85. 1988. S. 71-72. |
 | Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Karbach. In: Der
Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Jg. 1998 13.Jg. Nr.
77 vom September 1998 S. 29-30. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in
Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 327f.
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 | Michaela Juhr: Das Leben der jüdischen Gemeinde in Karbach und
ihre Vernichtung im Dritten Reich. Fachwissenschaftliche Grundlegung und
Umsetzung in einer Unterrichtseinheit für das historische Lernen in der
vierten Klasse der Grundschule. Schriftliche Hausarbeit für das Lehramt an
Grundschulen. Universität Würzburg 1999. |
 | Leonhard Scherg: Jüdische Gemeinden und Einrichtungen. In: Juden
im Landkreis Marktheidenfeld. Marktheidenfeld 1993 (=Schriftenreihe des
Historischen Vereins Marktheidenfeld und Umgebung Bd. 13.) S. 7-70. |
 | ders.: Jüdisches
Leben im Main-Spessart-Kreis. Reihe: Orte, Schauplätze, Spuren. Verlag
Medien und Dialog. Haigerloch 2000 (mit weiterer Literatur). |
 | Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen
Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche
Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13.
Würzburg 2008. S. 192-193.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Karbach. Jews are mentioned in 1699 and 1729, with an organized community existing in the early 19th century and a synagogue
dating from 1844. The Jewish population was 98 in 1867 (total 1,275) and 45 in
1933. Owing to generally good relations with the local population, no Jews left
until 1936. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue and Jewish
homes were vandalized. Eleven Jews left in 1936-39 and 27 were deported to
Izbica in the Lublin district (Poland) via Wuerzburg on 25 April 1942.

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