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Sommerhausen am Main (Kreis
Würzburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Sommerhausen bestand eine jüdische Gemeinde seit der
Mitte des
18. Jahrhunderts. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts
zurück: 1532 werden in einer Urkunde die Juden "Samvuel vnd Abraham
zu Sumerhausen" genannt (Urkunde auf der Seite zu Goßmannsdorf).
1813
wurde die Zahl der Matrikelstellen (Zahl der am Ort erlaubten
jüdischen Familien) auf 19 festgesetzt (s.u.). Die Zahl der jüdischen Einwohner im
19. Jahrhundert entwickelte sich wie folgt: 1816 105 jüdische Einwohner
(8,9 % von insgesamt 1.180 Einwohnern), 1867 78 (6,5 % von 1.201), 1890 62 (5,2
% von 1.201), 1900 59(5,1 % von 1.155), 1910 37 (3,2 % von 1.150). Seit der Mitte des 19.
Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Einwohner durch Ab- und Auswanderung
somit stark zurück. Die jüdischen Familien lebten insbesondere vom Handel mit
Wein.
Bei der Erstellung der Matrikellisten 1817 werden in Sommerhausen auf
insgesamt 19 Matrikelstellen die folgenden jüdischen Familienvorstände
genannt (mit neuem Familiennamen, das Gewerbe wird nur in einem Fall angegeben):
Moses Samuel Adler, Seeligmann Jacob Traub, Schmai Isaac Stopp, Benedikt Moses
Rosenfelder, Abraham Jakob Stern, Elias Beer Stahl, Abraham Salomon Dorn, Nathan
Samuel Grünkorn, David Jonas Franck, Jacob Wolf Strauß (Kleinhändler), Hertz
Benjamin Baum, Nathan Beer Adler, Isaac Wolf Strauß, Aron Seeligmann Traub,
Benjamin Isaac Schloß, Aron Levy Adler, Feifel Jüdlein Palm, Abraham Wolf
Strauß, Joseph Benedikt Rosenfelder. Nicht in die Matrikel wurden aufgenommen,
aber am Ort toleriert: Joseph Aron Barth, Samuel Aron
Barth.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.) mit
einer
Religionsschule und der Lehrerwohnung sowie ein rituelles Bad.
Die Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof Allersheim
beigesetzt. Die jüdischen Kinder besuchten die
allgemeine Ortsschule; nach einem Bericht des Herrschaftsgerichtes von 1820 gab
es damit keine Probleme. Für den Religionsunterricht und die Besorgung
religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schächter tätig war (vgl. unten die Anzeigen zur
Ausschreibung der Stelle). Unter den Lehrern ist in besonderer Erinnerung Philipp
Mandelbaum, der seit 1900 in Sommerhausen angestellt war. Von
seinem Sohn Hugo Mandelbaum (1901-1997) liegen die Lebenserinnerungen und damit
auch Beschreibungen des jüdischen Lebens in Sommerhausen Anfang des 20.
Jahrhunderts vor (s.Lit. und Text). Die Gemeinde gehörte zum Distriktsrabbinat Kitzingen.
Um 1925, als noch
24 jüdische Gemeindeglieder gezählt wurden (2 % von ca. 1.200 Einwohnern) waren die
Vorsteher der Gemeinde E. Stahl, R. Landecker und Max Strauss. 1932 ist
Richard
Landecker als einziger Vorsteher vermerkt. Er blieb dies bis zur Auflösung der
Gemeinde (1938, siehe Bericht unten zu seinem 80. Geburtstag 1937).
1933 lebten noch 21 jüdische Personen in Sommerhausen. Am 28. Juli 1938
wurde die Gemeinde offiziell aufgelöst. Damals lebten nur noch sechs jüdische
Personen am Ort. Die anderen waren bis dahin emigriert oder in andere Orte
verzogen. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Wohnungen der letzten jüdischen
Einwohner demoliert. Anfang 1941 wurden noch drei jüdische Einwohner gezählt.
Sie verließen am 6. Februar 1941 den Ort, darunter Mathilde Landecker, die bis
zuletzt in der Lehrerwohnung der Synagoge lebte.
Von den in
Sommerhausen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Paula Adler geb. Lindo (1882), Sofie Adler geb.
Strauss (1881),
Isidor Buchmann (1875), Max Buchmann (1879), Philipp Buchmann (1882), Martha Heinemann geb.
Klaber (1900), Emma Jüngster geb.
Stahl (1887), Grete Klaber (1907), Martha Klaber geb. Klaber (1900), Pauline
Klaber geb. Strauss (1871), Mathilde Landecker geb. Strauss (1875), Ermestine
Lichtenstein geb. Buchmann (1878), Leopold Löwenthal (1871), Rina (Rica) Lucas
geb. Strauß (1869), Berta Malsch (1876), Elise Mantel geb. Palm (1865), Julius Palm (1869),
Moritz Palm (1889), Lina Rapp geb. Adler (1872), Grete Rosenzweig geb. Stahl
(1888), Hede Rosenzweig (1924), Karl Stahl (1882), Lazarus Stahl (1881), Paula
Stahl geb. Östreicher (1889), Ernst Strauss (1896), Hedwig Strauss (1897),
Jenny Strauss (1894), Luise Therese Strauss (1911), Mary
Strauss geb. Dessauer (1885), Milton Strauss (1899), Samuel Siegfried Strauss
(1878), Selma Sundheimer geb.
Gallinger (1903), Sigmund Sundheimer (1885), Therese Gertrud Sundheimer (1927), Frieda
Wolff geb. Buchmann (1873), Helene Wolf geb. Buchmann (1872).
Berichte aus
der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der
Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungstexte für die Stelle des Religionslehrers,
Vorsängers und Schächters 1879 / 1891 / 1892 / 1898 / 1900
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1879: "Vakanz.
Durch Berufung unseres Herrn Lehrers nach Frankfurt am Main ist die
Religionslehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle dahier erledigt.
Dieselbe trägt: Persönlichen festen Gehalt Mk. 470, Beheizung der
Schule Mk 50, Wohnungs-Anschlag im neugebauten Gemeindehause Mk 100,
Erträgnisse der Schächterfunktion ohne Garantie ca. Mk. 400 und noch
besondere Nebenverdienste.
Gesuche sind franco zu richten an den Vorstand
der israelitischen Kultgemeinde zu Sommerhausen bei
Würzburg." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. August 1891: "Die
Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle dahier ist vakant. Der
Gehalt ist 400 Mark freue Wohnung nebst 25 Mark Entschädigung für
Heizung des Schullokales. Das Erträgnis der Schächterfunktion beträgt
mit den sonstigen Nebenverdiensten ca. 4-500 Mark. Bewerber wollen sich
innerhalb 14 Tagen anher melden.
Sommerhausen, 26. August 1891. Der Israelitische Kultus-Vorstand." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1892: "Die
Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle dahier ist in Folge
Ablebens der seitherigen Inhabers vakant.
Der Gehalt ist 400 Mark, freie Wohnung nebst 250 Mark Entschädigung für
Heizung des Schullokales.
Das Erträgnis der Schächterfunktion beträgt mit den sonstigen
Nebenverdiensten ca. 4-500 Mark.
Dem Gewählten ist die Aussicht geboten, wahrscheinlich die
Schächterfunktion und die Erteilung des Religionsunterrichtes einer
Nachbargemeinde übertragen, zu erhalten.
Bewerber wollen sich innerhalb 14 Tag anher melden. Sommerhausen, 6. Mai
1892.
Der Israelitische Kultus-Vorstand: Julius Sichel". |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. September 1898:
"Die Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle dahier
ist vakant. Der Gehalt ist Mark 425, bei freier Wohnung. Material zur
Beheizung des Schullokales wird von der politischen Gemeinde verabreicht.
Das Erträgnis der Schächterfunktion beträgt mit den sonstigen
Nebenverdiensten ca. 5 - 600 Mark. Bewerber, wovon verheiratet mit kleiner
Familie den Vorzug erhalten, wollen sich innerhalb 14 Tagen anher
melden.
Sommerhausen, 11. September (1898).
Julius Sichel, Kultusvorstand." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. September 1900:
"Die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle ist
vakant. Das Erträgnis derselben beläuft sich auf ca. 1.200 Mark.
Reflektanten (wovon verheiratete bevorzugt werden), belieben Zeugnisse
einzusenden an
Julius Sichel,
Kultusvorstand, Sommerhausen am Main." |
Ergebnis einer Spendensammlung für die
Lehrerwitwe Bischkowitz (1884)
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Links: Aus der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 1. Dezember 1884: Ergebnis einer Spendensammlung für
die in Not geratene Lehrerwitwe Bischkowitz - ein Musterbeispiel
hervorragender jüdischer Solidarität und gegenseitiger
Wohltätigkeit. |
Zum Tod von Amalie Löwenthal, Witwe des
Lehrers J. Löwenthal (1928)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. August 1928: "Frau
Amalie Löwenthal - sie ruhe in Frieden. Im hohen Alter von
fast 87 Jahren verschied plötzlich am ersten Tag der sieben Wochen des
Trostes (erster Tag ist der 10. Aw = 27. Juli 1928) Frau Amalie
Löwenthal, die Gattin des ihr um etwa zwei Jahrzehnte im Tode
vorausgegangenen, als besonders gottesfürchtiger Mann allbekannten
Lehrers und Schochets J. Löwenthal - seligen Andenkens.
Unermüdlich war sie darauf bedacht, ihr Haus zu einem kleinen Heiligtum
zu gestalten und die von ihr und ihrem Gatten gehegten Ideale zur
Entfaltung zu bringen, was ihr auch gelungen ist. In den Gemeinden Karbach,
Lohr und Sommerhausen in Bayern
hatte sie reichlich Gelegenheit, mustergültig und beispielgebend zu
wirken. Später zog sie mit ihrem Gatten hierher (= Frankfurt). Nach dem
Heimgang ihres Gatten und der Verheiratung ihrer Kinder zog sie sich
zurück, sich an dem Gedeihen ihrer Kinder und Enkel erfreuend. Möge
ihnen allen der Verdienst der frommen Frau beistehen. Ihre Seele
sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Berichte zu einzelnen Personen der Gemeinde
Zum Tod von Fanni Strauß geb. Flamm (1876)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1876:
"Sommerhausen, 4. September (1876). Wohl nur, weil ein solches Wesen
zu gut für diese Welt, hat es der Allgütigen Vorsehung gefallen, Frau
Fanni Strauß, geb. Flamm von Nenzenheim, Gemahlin des Seligmann Strauß
in Sommerhausen abzuberufen, nachdem es ihr kaum vergönnt war, die
Freuden des Lebens kennen zu lernen, sterbend, nachdem sie kaum ihr neugeborenes
Knäblein, die Frucht ihrer bloß 1 1/2jährigen Ehe, an ihr brechendes
Herz drücken konnte, scheidend einen Tag bevor ihr Allerliebstes in den
Abrahamsbund aufgenommen.
Wohl selten wird der Beschneidungsakt in solcher Traurigkeit vollzogen
worden sein, als hier. Dieses Biederweib - eine tüchtige Frau -
lebte als Israelitin fest nach den Satzungen, als Gattin treue Liebe und
Milde spendend, als Frau bescheiden, anspruchslos und überaus mildtätig.
Durch ihr bescheidenes anspruchsloses Wesen sowie durch ihre
Nächstenliebe und Leutseligkeit hatte sie die Herzen aller gewonnen und
wurde ihr die Liebe und Achtung in reichstem Maße erwiesen, sodass ihr
Scheiden allseitig die schmerzlichste Teilnahme von allen Konfessionen
hat. (hebräisch und deutsch:) Hinweg ist der Glanz, geschwunden
die Pracht, dahin ist die Herrlichkeit! Doch ihr besseres Ich lebt in
jenen höheren Sphären als Schutzgeist ihres leider nur allzu früh
verwaisten Söhnchens fort. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens. J.L." |
Zum Tod von Babette Stahl (1908)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. April 1908: "Sommerhausen,
12. März (1908). Heute wölbte sich der Grabeshügel über die irdischen
Reste einer Frau, die sich durch ihre Frömmigkeit und Herzensgüte ein
unvergängliches Denkmal im Herzen aller, die sie kannten, gesetzt hat.
Frau Babette Stahl erreichte nur ein Alter von 54 Jahren und erfreute sich
allgemeiner Verehrung und Wertschätzung, was sich bei der überaus
großen Beteiligung an der Beisetzung zeigte. Die Herren
Distriktsrabbiner Adler aus Kitzingen
und Lehrer Goldstein aus Heidingsfeld
gaben der allgemeinen Trauer beredten Ausdruck. Das Andenken der Frommen
wird ein gesegnetes sein! Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
Zum 80. Geburtstag des Kultusvorstehers Richard Landecker (1937!)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Juni 1937: "Sommerhausen,
30. Mai (1937). Am 9. Juni begeht der Kultusvorsteher, Herr Richard
Landecker, seinen 80. Geburtstag. Nach einem arbeitsreichen Leben
übernahm er als Siebzigjähriger die Leitung der alten fränkischen
Kleingemeinde und konnte sie bis heute vor dem Verfall retten. Obwohl seit
einiger Zeit nur noch wenige Familien hier wohnen, hat er es, unterstützt
vom Verband bayerischer israelitischer Gemeinden und der Israelitischen
Lehrerbildungsanstalt Würzburg, fertig gebracht, den Gottesdienst an den
Feiertagen aufrecht zu erhalten und den Religionsunterricht den Kindern zu
sichern. Dass ihm das gelingen konnte, ist ein Erfolg seiner überragenden
Persönlichkeit. Möge seine sichere Hand noch lange die Geschicke der
Gemeinde zum Guten lenken. (Alles Gute) bis 120 Jahre." |
Über Hugo (Chaim) Mandelbaum (1901-1997)
Aus dem Buch von Hugo Mandelbaum: Jewish Life in the Village Communities of
Southern Germany (Auszug)
Anmerkung zur Person von Hugo Mandelbaum
(nach Strätz: Biographisches Handbuch der Würzburger Juden I,368): geb.
19. Oktober 1901 in Sommerhausen als Sohn des Lehrers Philipp Mandelheim aus
Platz/Ufr. und der Rachel geb. Berlinger aus Braunsbach; aufgewachsen in
Sommerhausen, wo sein Vater 1916 starb, Lehrerausbildung an der Israelitischen
Präparandenschule in Höchberg. Unterrichtete dann an der Israelitischen
Präparandenschule Burgpreppach, ab 1923 an der Talmud-Tora-Schule in Hamburg.
In Hamburg nebenher Studium und 1934 Promotion in Geophysik; die
wissenschaftliche Laufbahn wurde durch die NS-Zeit unterbrochen, im März 1939
nach Großbritannien emigriert, 1940 in die USA, 1940-1948 Lehrer und Direktor
der Yeshivah Bet Yehuda in Detroit, 1948-1971 Professor für Geologie der Wayne
State University in Detroit, Spezialist für Ozeanographie; lebte 1981 im
Ruhestand in Jerusalem; starb am 25. Oktober 1997 in den USA).
Memories of Early Childhood. S. 7-8: I was born in Sommerhausen,
a walled townlet on the River Main in the South of Germany. Indeed the majority
of the Jews in that part of the country were concentrated in small communities,
each consisting of a few families living togeter in a close personal
relationship, intensely interested in one another's well-being. All the people I
know cared for each other, and this warm personal concern exerted a strong
influence upon the younger generation.
We lived in the Lehrer's (teacher's) house which belonged to the local
Jewish community. It housed, on the ground floor, a synagogue on the right and a
schoolroom on the left, while we occupied the apartment upstairs. It stood in
the Hetchegass, a narrow side street paved with cobblestones. In front of the
building was a narrow courtyard, surrounded by a wall, thus cutting us off from
our neighbors completely. Broad stone steps led from the yard to the front
entrance.
A few elderly ladies were our next-door neighbors. One of them was hunchbacked.
She would pat me gently whenever she met me in the Hetchegass. I loved this
gesture, as well as the flowers on her windowsill on the first floor. Yet I felt
a strange awe in her presence because of her misshapen body. To me she seemed to
have some type of fairytale air about her. I had the eerie feeling that it would
bode no good to dabble with such forces. Our sukkah was very near her
house, on the inside corner of our yard, and I can still hear her gentle voice
floating down from her window into our sukkah at night, 'Hugo, did you
finish your soup?' This stimulated me more than my mother's urging. I would
finish quickly to be able to reply affirmatively to her next call. She never
needed to verify my reply by looking into my plate. I did not dare contemplate
what consequences could result from such an inspection. Would the gentle
hunchback change into a witch before coming to investigate? Or would her kindly
smile disappear when I would next look at the flowers framing her window? Or
would she stop patting my curly hair when we would meet again in the street?
.....
S. 13-14 My family's living quarters were, as previously mentioned, on the upper
floor of the schoolhouse. In the frontroom, facing the street, stood my father's
writing table and my mother's dresser. Between the dresser and the writing table
was the Fensterbank, on which a chair was set for my mother. Its seat was
level with the window. My mother kept all the things that needed to be repaired
in a drawer of her dresser, and sitting in that chair at the window, she would
do her sewing, mending, knitting, needlework and reading. She had a commanding
view of the Hetchegass and could follow whatever was happening there.
In the corner facing the window stood the black iron stove. It reached from the
floor to the ceiling. The wall between the kitchen and the front room was open
where the stove stood, so that it stood half in one room and half in the other.
The door for the firewood opened into the kitchen, and one of the stove's sides
warmed the bedroom behind the living room. In winter, the food was cooked in
this oven, partly in the kitchen where there was space for two pots and party in
the living room where there was space for another two.
In the middle of the living room, over the table, hung a large kerosene lamp as
well as our beautiful brass Shabbos-lamp. The highly polished, shiny brass of
the Shabbos-lamp reflected the lights of its eight pointed star. Its quiet
dignity and warm holiness permeated the room on Shabbath.
I don't know how and when I learned to read. I do remember when I could not read
but pretended to know how. In the synagogue, which was attached to the
schoolhouse, I would sit on the bench behind the Almemor (bimah).
Holding a small Benshele in my hand, I would pretend to daven. The
synagogue was comparatively small. Yet its high windows reaching to the cealing,
the aron kodesh and the Almemor of finely chiselled stone dreated
a picture of splendor for my childish eyes....
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Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige der Eisenhandlung E. Stahl (1906)
Anzeige
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Juni 1906:
"Für mein Kurz- und Grobeisenwaren-Geschäft (Samstag und
israelitische Feiertage geschlossen) suche ich einen branchekundigen,
jungen Mann als
Kommis, der auch kleinere Touren besorgen kann. Kost und Logis
frei.
Genaue Offerten mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen
an
E. Stahl, Eisenhandlung, Sommerhausen am Main bei
Würzburg." |
Zur Geschichte der Synagoge
Um 1819 wurde
eine Synagoge erbaut; zuvor waren nach Angaben der Gemeindechronik von
Sommerhausen schon zwei frühere Synagogen vorhanden, wovon die ältere 1705
abgebrochen werden musste und erst 1749 durch einen Neubau ersetzt werden konnte. Im
Synagogengebäude befanden sich der Unterrichtsraum für den Religionsunterricht
sowie die Lehrerwohnung (beschrieben bei Mandelbaum, siehe Text). Durch die
zurückgegangene Zahl der jüdischen Einwohner fanden schon seit 1928 keine
Gottesdienste mehr in der Synagoge statt. Bereits 1938 wurde das Gebäude als
Getreidespeicher verwendet (seit 1941 als Unterkunft für Arbeiterinnen, später
als Möbellager). Die jüdische Gemeinde wurde am 28. Juli 1938 aufgelöst. Beim
Novemberpogrom 1938 wurde das
Synagogengebäude beschädigt (Fenster eingeschlagen).
Nach 1945 kam das Synagogengebäude in den Besitz der katholischen Kirche und
wird seit 1953 als Kirche verwendet. Viele Teile der alten Synagoge sind bis
heute erhalten (Fenster, Eingangstür, Frauenempore, Aaron Hakodesch hinter dem
Altar gut erkennbar).
Adresse/Standort der Synagoge: Casparigasse 2 (frühere Anschrift
Hetschengasse 100).
Fotos
(Fotos Hans-Werner Büscher, Bad Oeynhausen, Aufnahmedatum 2005)
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Die ehemalige Synagoge
von
Sommerhausen |
Seitenansichten |
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| Gedenk- und
Hinweistafel |
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Blick zum Bereich
des
früheren Toraschreines
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Blick in den
ehemaligen
Betsaal
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Menora |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern.
Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit A 85. 1988 S. 114. |
 | Baruch Z. Ophir/Falk Wiesemann: Die jüdischen Gemeinden in
Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979 S. 403. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany -
Bavaria. Hg. von Yad Vashem 1972 (hebräisch) S. 499-500. |
 | Jutta Sporck-Pfitzer: Die ehemaligen jüdischen
Gemeinden im Landkreis Würzburg. Hg. vom Landkreis Würzburg. Würzburg
1988 S. 53-54. |
 | Hugo Mandelbaum: Jewish Life in the Village
Communities of Southern Germany. Feldheim Publications. Jerusalem 1985.
|
 | Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen
Judenmatrikeln von 1817. Eine namenkundliche und sozialgeschichtliche
Quelle. Reihe: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg Band 13.
Würzburg 2008. S. 236-237 .
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Sommerhausen Lower
Franconia. A Jewish community is known from the mid-18th century with a
synagogue and school in the 19th. The Jews numbered 105 in 1816 and 21 in 1933
(total 1,109). Ten emigrated and nine left for other German cities in 1936-41.
Jewish homes were wrecked on Kristallnacht (9-10 November 1938) and the
last two Jews were deported to the Theresienstadt ghetto and Auschwitz,
respectively, in 1942-43.

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