Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer       
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen      
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)        
    
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Ritterkanton Odenwald gehörenden und im Besitz der Familie Rüdt von Collenberg-Bödigheim befindlichen Bödigheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in das 14. Jahrhundert zurück. Erstmals werden 1345 Juden am Ort genannt. Möglicherweise haben seitdem ununterbrochen bis in die NS-Zeit Juden in Bödigheim gelebt. Besonders zahlreich waren im 16. und 17. Jahrhundert Juden am Ort.  
 
Das jüdische Wohngebiet konzentrierte sich vor allem auf die ehemalige "Judengasse" (heute Hindenburgstraße, Teilstück ab der Kreuzgasse). 
     
Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war Bödigheim Sitz eines ritterschaftlichen Unterrabbiners, der dem würzburgischen Oberrabbinat Heidingsfeld untergeordnet war. Die letzten Bödigheimer Rabbiner waren Samuel Dellheimer (Hirsch Samuel Delem, gest. vor 1796) und Daniel Jakob Rothenburg (bzw. Gedalja Rothenburg oder Gedalja Metz genannt, gest. 1846) aus der Familie des R. Meir von Rothenburg (siehe Bericht zu seinem Tod und zu seiner Beisetzung unten). Nach dem Tod von Rabbiner Rothenburg (seit 1843 hatte er mit Rabbinatskandidat Dreifuß einen Amtsgehilfen) wurde das Bezirksrabbinat Bödigheim aufgelöst und die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Merchingen zugeteilt. 
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 91 jüdische Einwohner (11,7 % von insgesamt 777 Einwohnern), 1836 Höchstzahl mit 119 Personen, 1875 89 (10,3 % von 867), 1887 93, 1900 66 (8,9 % von 745), 1910 55 (7,5 % von 735). Die jüdischen Familien lebten vom Handel mit Vieh und Waren aller Art.
 
Über Einrichtungen bis Anfang des 19. Jahrhundert ist nichts bekannt (zur Synagoge siehe unten), doch waren solche mit Sicherheit vorhanden. Neben der Synagoge befand sich ein Badhaus mit rituellem Bad und einem Brunnen (besteht nicht mehr). Eine israelitische Konfessionsschule bestand bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Auf dem Anwesen Hindenburgstraße 12 stand das jüdische Schlachthaus (besteht nicht mehr). Vermutlich aus dem Mittelalter stammt der große jüdische Verbandsfriedhof an der Straße nach Waldhausen. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Von den Lehrern ist insbesondere zu nennen: Samuel Steinhardt (Lehrer von 1839 bis 1878) und Seligmann Fleischmann (Lehrer von 1878 bis um 1915), danach Lehrer Samuel Schwarzenberger.    
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Ferdinand Haas (geb. 31.12.1886 in Bödigheim, gef. 26.8.1914) und Edmund Salm (geb. 1.10.1898 in Bödigheim, gef. 10.8.1918). Ihre Namen finden sich auf den Gefallenendenkmalen des jüdischen wie auch des christlichen Friedhofes. Auch auf dem Gefallenendenkmal 1870/71 auf dem Kirchplatz finden sich Namen jüdischer Gefallener auf Bödigheim.  
   
Um 1925 (damals noch 35 Gemeindeglieder) waren die Vorsteher der jüdischen Gemeinde Aaron Messinger und Julius Bravmann. Als Lehrer, Kantor und Schochet wirkte Samuel Schwarzenberger. Er unterrichtete noch drei Kinder im Religionsunterricht, dazu die Kinder in Sindolsheim und Eberstadt. 1932 war Gemeindevorsitzender Salomon Salm.     
    
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Personen / Familien sind bekannt: Metzger und Viehhändler Julius Bravmann (Hauptstraße 45), Gemischtwarenladen Michael Eisenmann (Hausemer Weg 16), Leder- und Fellhandlung Ferdinand Haas (Hauptstraße 43), Gemischtwarenhandlung und Tankstelle Max Neumann (Hauptstraße 26), Krämerladen Salomon Salm (Hindenburgstraße 6).          
      
1933
lebten noch 16 jüdische Personen in Bödigheim. Zu Übergriffen und Gewalttaten gegen die jüdischen Einwohner kam es nach vorliegenden Berichten vor 1938 nicht, da der größere Teil von ihnen als ehemalige Mitglieder des Gesang-, Fußball- oder Militärvereins in freundschaftlichem Verhältnis zur christlichen Bevölkerung stand. Über die Ereignisse beim Novemberpogrom 1938 siehe unten. In den Jahren nach 1933 verzogen drei der jüdischen Einwohner in eine andere Wohngemeinde, sieben emigrierten nach England und den USA; die letzten sechs jüdischen Einwohner wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert. Dort starb nach wenigen Wochen 1940 Ferdinand Haas. Ludwig Neumann, damals erst sechs Jahre alt, wurde aus dem Lager befreit und konnte in die USA gelangen. Seine Eltern Max und Rosa Neumann, sowie Edwin und Stefanie Haas wurden im August 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.      
        
Von den in Bödigheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Edwin Haas (1904), Philipp Ferdinand Haas (1871), Stefanie Haas (1899), Ferdinand Hamburger (1879), Moses Hamburger (1880), Leopold Krauskopf (1895), Jeanette Ladenburger geb. Marx (1883), Max Ludwig Marx (1896), Moses Marx (1896), Siegmund Marx (1895), Max Neumann (1901), Rosa Neumann geb. Marx (1899), Lina Rödelsheimer geb. Fleischmann (1883), Karoline Schlesinger geb. Marx (1873).  
    
    
Weitere Spuren der jüdischen Geschichte: Außer den beim Friedhof bestehenden FN gab es die Bezeichnungen "Vorderer" und "Hinterer Judenbuckel" (heute Weinbergstraße und Hausemer Weg). Unweit der Kirche heißt ein alter Schöpfbrunnen im Volksmund "Judenbrunnen"
.  
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
  
Anerkennung für den seit 1839 wirkenden Lehrer Samuel Steinhardt in Bödigheim (1875)  

Boedigheim Israelit 03111875.jpg (54401 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. November 1875: "Bödigheim in Baden. Die israelitische Gemeinde zu Bödigheim hat jüngst auf eine erfreuliche Weise kundgegeben, wie sie treue Pflichterfüllung, sowie tüchtige Leistungen im Unterrichtsfache, zu würdigen und anzuerkennen versteht. Dorten wirkt seit 26 Jahren mit unermüdetem Eifer Herr Samuel Steinhardt als Lehrer. Die Gemeinde wollte ihrem Lehrer auch durch ein äußeres Zeichen ihre Liebe und Verehrung für sein langjähriges, verdienstliches Wirken beweisen. Am 13. dieses Monats versammelte sich der Synagogenvorstand, an ihrer Spitze Herr Elias Lindheimer, um Herrn Steinhardt im Namen der Gemeinde ihre Anerkennung auszusprechen, bei welcher Gelegenheit ihm ein schöner silberner Pokal aus Dankbarkeit überreicht wurde."  

  
Artikel zum Tod von Lehrer Samuel Steinhardt (1878)  

Boedigheim Israelit 30101878.jpg (74457 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1878: "Bödigheim. Ein schwerer Verlust hat unsere Gemeinde, ja unsere ganze Gegend betroffen. Am 17. Oktober laufenden Jahres starb dahier unerwartet schnell an einem Hirnschlage Herr Lehrer Steinhard. Derselbe war in Dittigheim geboren, widmete sich von frühester Jugend an dem Torastudium. 39 Jahre war er Lehrer am hiesigen Platze, seine Liebe zu seinem Berufe, seine großen Kenntnisse, sein liebevolles Benehmen gegen Jedermann, verschafften ihm ein hohes ansehen und Achtung in der ganzen Gemeinde und Umgegend. Die Beerdigung fand Freitag den 18. statt, die Beteiligung war eine sehr große; nicht allein seitens der israelitischen Einwohner der ganzen Umgegend, auch die angesehensten christlichen Bürger gaben ihm das letzte Geleite. Möge der Allgütige die trauernde Familie trösten und ihr seinen Schutz und Beistand nicht versagen. An den Dahingeschiedenen mögen sich die Worte unserer heiligen Schrift erfüllen: Deine Frömmigkeit wird vor Dir hergehen und die Herrlichkeit Gottes Dich aufnehmen. Einer seiner Schüler."   

     
Lehrer Seligmann Fleischmann wirbt für seine Knabenpension (1884)  

Boedigheim Israelit 10031884.jpg (50213 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. März 1884: "Annonce
2 Knaben, welche sich für den kaufmännischen Beruf vorbereiten wollen, finden auf Ostern unter sorgfältiger Ausbildung Aufnahme in meiner Schule. Gute und sehr billige Pension im Privathause. Beste Referenzen. S. Fleischmann, Lehrer, Bödigheim (Baden)."  
 

   
Berichte über Prüfungen an der israelitischen Schule in Bödigheim durch Rabbiner Dr. Löwenstein (1892/1893)

Boedigheim Israelit 05051892.jpg (63497 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Mai 1892: "Bödigheim, 27. April (1892). Heute wurde von Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein in Mosbach die alljährliche Prüfung der hiesigen Religionsschule vorgenommen; sowohl hier als auch im Nachbarort Eberstadt (Filiale) war das Ergebnis ein befriedigendes und wurde unser Lehrer Herr Fleischmann, welcher bereits seit 10 Jahren in hiesiger Gemeinde segensreich wirkt, von dem Herrn Rabbiner öffentlich belobt. Wir verdanken den Bemühungen des Herrn Fleischmann, dass unsere Synagoge und unser großer Bezirksfriedhof restauriert worden sind.   M—r."    
 
Boedigheim Israelit 15051893.jpg (53868 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Mai 1893: "Bödigheim, 7. Mai (1893). Am verflossenen Montag fand dahier und dem Filialort Eberstadt die Prüfung der israelitischen Religionsschule durch unseren Rabbiner Herrn Dr. Löwenstein aus Mosbach statt. Das Resultat war ein sehr günstiges. Herr Dr. Löwenstein tat am Ende derselben den Ausspruch: Ich wünsche, dass alle Schulen meines großen Bezirks so wären wie hier und Eberstadt, dann stände es gut um die jüdische Jugend. Bemerken will ich noch, dass unser Lehrer schon zum wiederholten Male von der obersten Schulbehörde öffentlich belobt wurde. M..r."  

   
50-jähriges Dienstjubiläum von Lehrer Seligmann Fleischmann (1912)  

Boedigheim FrfIsrFambl 31051912.jpg (16834 Byte)Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 31. Mai 1912: "Bödigheim. Am 25. Mai (1912) feierte unter Teilnahme der gesamten Gemeinde Lehrer Seligmann Fleischmann sein 50-jähriges Dienstjubiläum."

  
Vorträge von Lehrer Samuel Schwarzenberger aus Bödigheim (in Hainstadt, 1934)  

Hainstadt Hardheim JuedRundschau 30011934.jpg (10217 Byte)Mitteilung in der "Jüdischen Rundschau" vom 30. Januar 1934: "Hainstadt. Lehrer Schwarzenberger (Bödigheim) hielt hier einen Vortrag über ‚Jüdischer Geist zu Chanukkah’."   
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Februar 1934: "Hainstadt, 14. Januar (1934). In unserer Gemeinde sprach Lehrer Schwarzenberger, Bödigheim über das Thema 'Jüdischer Geist und jüdische Geschichte'. Umrahmt wurde der Vortrag von Darbietungen des Jugendbundes Mosbach unter bewährter Führung von Herrn Baracker jun. 

    
Zum Tod von Lehrer Samuel Schwarzenberger (1934)     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20.Dezember 1934: "Bödigheim in Baden, 12. Dezember (1934). Lehrer Schwarzenberger, der seit 15 Jahren hier und in den Filialgemeinden Eberstadt und Sindolsheim amtierte, starb im Alter von 67 Jahren und wurde in Ladenburg am Neckar zur letzten Ruhe gebracht. Herr Bezirksrabbiner Greilsheimer, Mosbach sprach Dankesworte im Auftrag des Oberrats der Israeliten, des Bezirksrabbinats, der Gemeinden und der Chewra und würdigte die Verdienste des Entschlafenen als Forscher des Gesetzes, als Lehrer und Verwalter des altehrwürdigen Bezirksfriedhofes Bödigheim. Lehrer Kaufmann, Tauberbischofsheim sprach Dankes- und Abschiedsworte im Namen der Kollegen. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."     
Ladenburg Friedhof 100304.jpg (144295 Byte)Links: Grabstein für Lehrer Samuel Schwarzenberger auf dem jüdischen Friedhof in Ladenburg 

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Rabbiner Daniel Jakob (Gedalja) Rothenburg (1846)  

Boedigheim DtrZionsw 09061846.jpg (364535 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 9. Juni 1846: "Nekrolog. Bödigheim, den 26. April 1846. In der Nacht vom 22. - 23. dieses Monats entschlief der bisherige Bezirksrabbiner Daniel Jakob Rothenburger dahier, nachdem er bis zu den letzten Lebensstunden sein glaubensvolles Bewusststein bewahrt, sanft ohne den geringsten Kampf und vollkommen vorbereitet in ein besseres Leben beim Ewigen, den er stets bei seinem ganzen Leben liebte. Er starb den Tod der Gerechten. Wahrlich es ist ein beneidenswerter Schrecken, der sich auf die Kunde des Hinscheidens dieses Glaubenshelden, der Herzen aller Israeliten dieser Umgegend bemächtigte; denn es war der Schrecken braver treuliebender Kinder ob des Verlustes ihres vielgeliebten Erziehers und Vaters. 
Der Dahingeschiedene war nach seiner eigenen Angabe im Jahre 1761 von armen Eltern zu Metz geboren und hatte seinen seligen Vater Jakob, aus der berühmten Familie Rothenburg, in frühester Jugend schon verloren. Seine selige Mutter ließ ihn mit Aufbietung ihrer geringen Mittel, nach damaligem frommen Bedürfnisse in Bibel und Talmud unterrichten. Von seinem 16. Lebensjahre an erlangte derselbe durch Unterricht und Vorlesen bei dem großen Rabbiner Arjeh Löb zu Metz eine so bedeutende Belesenheit im Talmud, dass diese in Verbindung mit seinem ausgezeichneten Gedächtnisse den Grund zu der Größe in seinem Fache legte, die er später erlangt hatte und die bis über die Grenzen Deutschlands ruhmvollst anerkannt ist. In seinem 21. Lebensjahre hatte er sich nach Fürth begeben, wo er 15 Jahre lang ununterbrochen, bei ausgezeichneten geistigen Anlagen, mit unglaublichem Fleiße das Studium der talmudischen und rabbinischen Schriften, der hebräischen Sprache und Literatur, natürlich mit dem besten Erfolge betrieb. Im Winter 1795 zum hiesigen Rabbiner berufen, trat er im Frühjahr 1796, nachdem er sich mit der Witwe seines Vorgängers, des seligen Rabbiners Hirsch Delem verehelicht und daran zwei Töchter aus erster Ehe als die seinigen übernommen, seinen Dienst dahier an, woselbst er nun fast ein halbes Jahrhundert segensreich gewirkt hat. Sein Wirken während dieser Zeit, im Amte nicht bloß, sondern auch sein ganzes Leben war von dem wahrhaften, lebendigen und historisch-entwickelnden Offenbarungsglauben durchweht und getragen, und er war wiederum ein selbstbewusster, unerschütterlicher Träger desselben. So strenge er sich einerseits an das Zeremonialgesetz hielt, so geistig hatte er aber auch andererseits dasselbe aufgefasst, und mit erleuchtetem, geweihtem Blicke, mit der ganzen Natureinfalt eines Kinder, war er heimisch in der Tiefe des menschlichen Herzens, wo die Religion ihr Heiligtum hat. Seine jüdisch-theologische Gelehrsamkeit war ungewöhnlich groß; denn nicht nur die ganze Bibel, sowie jedes einzelne Wort darin, waren seinem Gedächtnisse und seinem Herzen unvergesslich eingeprägt, weswegen auch sein hebräischer Stil ausgezeichnet klassisch war, sondern in gleichem Maße war auch der ganze bändereiche Talmud, die Midraschim (erbauliche Exegesen und Homilien) und die zahllosen Bücher rabbinischer Gelehrsamkeit seines Geistes Eigentum. Seine Vorträge, besonders in seinen letzten 30 Dienstjahren, waren mehr moralischer Tendenz, lebhaft, geistreich und meistens von der Bibel ausgehend und zu ihr zurückkehrend, seine Ermahnungen in gleichsam patriarchalischem Tone gehalten, kräftig, scharf und stark. Im geselligen Verkehre war er, so lange er nicht von körperlichen Leiden so häufig heimgesucht war, äußerst unterhaltend und liebreich, stets Friede suchend und stiftend, außerordentlich anspruchslos und demütig wie wenige; wie dies namentlich auch aus der Grabschrift zu entnehmen ist, die er schon vor 22 Jahren sich eigenhändig aufgezeichnet hatte. Gleichwohl konnte es ihm nicht entgangen sein, dass die seiner geistigen Obhut Empfohlenen, wie alle, die in freundschaftlicher Beziehung zu ihm standen, ihn nicht bloß in nicht gewöhnlichem Maße hochachteten und verehrten, sondern sich mit freudiger Unterwerfung und unbedingter Liebe ganz sich ihm hingegeben hatten. 
Was er von zeitlichen Gütern zu erwerben strebte, war nur bestimmt, auf dem Altare der Vaterliebe niedergelegt zu werden; denn wahrlich, mit mehr als Vaterliebe war er für seine Stiefkinder und Stiefenkel besorgt: Sie waren wohl nicht sein Fleisch und Blut, aber sie waren sein Herz, das Zentrum seiner Erdenwünsche. Darum hat auch natürlich sein Hinscheiden wie ein Donner betrübend und erschütternd das Herz seiner um ihn trauernden Enkel getroffen; denn ihr liebevollster Vater, ihr eifrigster Beschützer und Versorgen steht ihnen nicht mehr zur Seite. 
Doch sie stehen nicht allein mit ihrer Trauer - viele Hunderte, die ihn ebenfalls wie einen Vater verehrten und liebten, teilten ihren Schmerz.
Davon gab die am Freitag den 24. dieses Monats stattgehabte Beerdigung der teuren Dahingeschiedenen Zeugnis. Aus fast allen Gemeinden der Umgegend traf an jenem Tage schon Frühe eine bedeutende mit jeder Stunde sich mehrende Menschenmasse hier ein, um dem edlen Frommen die letzte Ehre zu erweisen. Vor Abgang des Leichenzuges sprachen im Sterbehause Herr Rabbiner Stadecker von Merchingen, Herr Rabbiner Hirsch von Berlichingen, sowie der            
Boedigheim DtrZionsw 09061846b.jpg (216625 Byte)ausgezeichnete Herr Rabbiner Friedberg von Mosbach herzliche, tief ergreifende Worte, sie sprachen mit Tränen und mit Tränenströmen erwiderte die anwesende Trauerversammlung. Um 12 Uhr setzte sich der Zug, durch die lobenswerten Bemühungen des wackern Bezirksältesten Moses Sondheimer von Buchen, eines Herzensfreundes des Verstorbenen, mit würdevoller Ordnung in Bewegung. Der eben erwähnte treffliche Herr Bezirksälteste (der achtungswürdige Herr Bezirksälteste Arnstein zu Wertheim, ebenfalls treuer Freund des Verewigten, war wegen Unwohlsein verhindert, dem Leichenbegängnisse anzuwohnen), sowie die Mitglieder des hiesigen Begräbnisvereins und Synagogenvorsteher trugen zunächst abwechselnd die Bahre, die ihnen auch jetzt noch ein Heiligtum enthielt. Dem Sarge folgten zuförderst die Herren Rabbiner von Mosbach und Merchingen, dann Herr Rabbiner Hirsch von Berlichingen und Herr Rabbinatskandidat Dreifuß, seit drei Jahren Amtsgehilfe des Verstorbenen, alsdann die Herren Vorsänger und Lehrer, begleitet von der Schuljugend mehrerer Gemeinden, und hernach ein unabsehbarer Zug von Männern und Frauen, von Jungen und Alten. 
Auf dem Friedhofe angelangt, hielt Herr Rabbiner Friedberg von Mosbach eine nach Form und Inhalt ausgezeichnete Leichenrede, er sprach die Sprache des Herzens und in die Herzen aller drang sie, seine Rede atmete Teilnahme und Liebe, und mit Tränen des Dankes und der Liebe wurde ihm von allen Zuhörern ohne Unterschied des Glaubens erwidert. Darum musste nun auch das niederdrückende Gefühl des Schmerzes über den tief empfundenen Verlust, dem der Wehmut weichen und ein Balsam göttlicher Heilung fiel unvermerkt in die verwundeten Gemüter, zumal als auch der sehr gelehrte und beredte ehrwürdige evangelische Ortspfarrer dahier, Herr Adolph Schwarz vor den Sarg hintrat und mit solcher Innigkeit und Freundschaft gegen den seligen Rabbiner Rothenburger sprach, dass kein Herz ungerührt, kein Auge tränenleer blieb - Seine Worte atmete edle Toleranz und Humanität. Ja dieser hochachtungswürdige christliche Geistliche hat durch seine musterhafte Rede dargetan, dass man ganz in und mit seinem Bekenntnisglauben leben - und doch den würdigen Mann eines anderen Bekenntnisses, der treulich seines Glaubens lebte, als einen Frommen vor Gott achten und lieben könne: er hat durch diesen Akt selbst zur Wahrheit gemacht die erhabenen von ihm gesprochenen Worte des Weisen 'das Andenken des Frommen gereicht zum Segen'. Denn wo von den Hirten der Christenheit eine so duldsam liebevolle Sprache gesprochen wird, da wird Liebe gesät, aus der der Friede und die Versöhnung keimt und wächst. - Und so hat der edle Dahingeschiedene, der bei seinem Leben so viele Tugenden besaß, so viel Gutes übte und in so kalter Zeit noch so viele Hunderte für Religion warm erhalten hat, noch bei seinem Ganz zum Grabe die himmlische Saat des Friedens und der Versöhnung ausstreuen helfen. - Wohl ihm, sein Andenken ist und bleibt ein Segen! Ihm ist die Erde leicht, er feiert nun die ewige Sabbatruhe, zu der er eingegangen, er lebt bei dem offenbarten lebendigen Gott, denn die wahrhaft Frommen sterben nicht. D."       

       
Zum Tod von Herrn Bernhard Messinger (1894)  

Boedigheim Israelit 22011894.jpg (47041 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Januar 1894: "Bödigheim, 1. Januar (1894). Am 23. Tewet hauchte Herr Bernhard Messinger dahier seine reine fromme Seele aus. Der Verlebte erreichte ein Alter von 79 Jahren, er gehörte noch zu den alten genossen des letzten hiesigen Rabbiners, Rabbi Gedalje Metz. Von seiner Beliebtheit gab dessen großartiges Leichenbegängnis Zeugnis. Von Nah und Fern, Jung und Alt, auch viele Christen, die Ortsbehörde nahmen daran Teil. Auf dem Friedhof hielt unser Rabbiner Dr. Löwenstein aus Mosbach – sein Licht leuchte – eine ergreifende Leichenrede und rühmte in herrlichen Worten die guten Eigenschaften des nun zum ewigen Frieden eingegangenen Toten."   

 
Erinnerung an Rabbiner Gedalja Rothenburg (1902)  

Boedigheim Israelit 30041902.jpg (63366 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1902: "WochenchronikSabbat Achre. Erster Perek. Elfter Omertag. Samstag, 26. Nissan. An diesem Tage ….  Gedalja Rothenburg, Rabbiner in Bödigheim Verfasser mehrerer handschriftlicher Werke, gest. 26. Nissan 5606 (22. April 1846)." 

  
Zum Tod von Dina Marx (1920)   

Boedigheim Israelit 11111920.jpg (113784 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. November 1920: "Bödigheim (Baden), 7. November (1920). Am vergangenen Mittwoch wurde im Alter von nahezu 68 Jahren Frau Dina Marx, Gattin des J. Salomon Marx, zur letzten Ruhe bestattet. Mir ihr erleidet nicht nur ihre Familie einen schweren Verlust, sondern auch die hiesige Gemeinde. Mit ihrem gleich gesinnten Manne hatte sie ein echt jüdisches Haus gegründet, in dem sie ihre Kinder zu braven Menschen und frommen Jehudim heranzog. Mit hoher Befriedigung konnte sie auf die Erreichung dieses ihres Lebenszieles zurückblicken. Ihre Kinder nehmen nicht nur eine geachtete Stellung ein – die drei Söhne sind Lehrer, die einzige Tochter an einen Lehrer verheiratet – sondern stehen auch in Lehre und Leben auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums. Die außergewöhnliche rege Beteiligung bei der Beerdigung aus allen Schichten der Bevölkerung, ohne Unterschied der Konfession, war ein beredtes Zeugnis für die Wertschätzung der Heimgegangenen. Vor dem Trauerhause hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein aus Mosbach einen tief empfundenen Hesped (Trauerrede) und auf dem Friedhofe sprachen Lehrer Schwarzenberger von hier und der älteste Sohn, Waisenhaus-Verwalter in Frankfurt am Main, der tief ergriffen der innigst geliebten Mutter die letzten Abschiedsworte zurief. Das Andenken der Frau Dina Marx wird zum Segen sein. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

   
Julius Bravmann wird Verwalter des Bezirksfriedhofes (1935)  

Boedigheim Israelit 07021935.jpg (12417 Byte)Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. Februar 1935: "Bödigheim in Baden, 31. Januar (1935). Herr Julius Bravmann wurde zum Verwalter unseres Bezirksfriedhofes ernannt." 

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen  
Die Witwe von Josef Strauß verpachtet ihre Wirtschaft und Bäckerei (mit Mazzot-Bäckerei) (1886 / 1891)  

Boedigheim Israelit 29041886.jpg (81729 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. April 1886: "Wirtschaft und Bäckerei zu verpachten. Ich beabsichtige, meine Wirtschaft und Bäckerei nebst gut eingerichteter Mazzoth-Bäckerei mit guter und fester Kundschaft sofort unter sehr günstigen Bedingungen zu verpachten. Da in aller Bälde mit dem Bau der Eisenbahn von Seckach nach Walldürn beginnen wird und das geräumige Anwesen in unmittelbarer Nähe des zu erbauenden Bahnhofs liegt, so wäre einem tüchtigen Geschäftsmanne zu einer guten Existenz Gelegenheit geboren. 
Bödigheim bei Buchen (in Baden), 12. April 1886. Joseph Strauß Witwe."     
  
Boedigheim Israelit 23031891.jpg (36430 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. März 1891: "Eine gangbare Wirtschaft und Bäckerei nebst eingerichteter Mazzoth-Bäckerei in der Nähe des Bahnhofes ist unter sehr günstigen Bedingungen per 1. Juli laufenden Jahres zu verpachten. 
Bödigheim (Baden), 20. März 1891. Josef Strauß Witwe."

       
Verlobungsanzeige für Klara Marx und Lehrer Michael Eisemann (1920)    

Gruensfeld Israelit 25031920.jpg (26995 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1920: "Klara Marx - Lehrer Michael Eisemann
Verlobte. Bödigheim Baden - Grünsfeld Baden. 
Nissan 5680". 

      
     
     
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge             
     
Das jüdische Wohngebiet konzentrierte sich vor allem auf die ehemalige "Judengasse" (heute Hindenburgstraße, Teilstück ab der Kreuzgasse). 
  
Über Einrichtungen bis Anfang des 19. Jahrhundert ist nichts bekannt. Die Gemeinde verfügte vermutlich über eine Synagoge oder zumindest einen Betsaal

Um 1820 begannen Überlegungen zum Bau einer neuen Synagoge, verbunden mit einer jüdischen Schule und einem beheizbaren rituellen Bad. Die behördliche Genehmigung zum Bau wurde im Herbst 1823 erteilt. Dennoch verging nochmals einige Zeit, bis man mit dem Bau beginnen konnte. Die Pläne wurden von einem "Werkmeister Huber" ausgeführt. 1828 wurde der Grundstein zu der neuen Synagoge gelegt. Dieser Grundstein ist bis heute mit folgender Inschrift erhalten: "Diese Sinagog wurde Erbaut unter der Regierung der Durchlaucht Grosherzog Ludwig von Baden dem Israelitischen Vorsteher Ms. Behr durch Werckmeister Huber 1828", Mit dem Großherzog ist Ludwig I. Wilhelm August von Baden gemeint, der von 1818 bis 1830 regierte. Da auch in Bödigheim die finanziellen Mittel der jüdischen Gemeinde zum Bau nicht ausreichten, bat man bei den Behörden um die Genehmigung einer Kollekte bei den jüdischen Gemeinden des Landes. Sie wurde Ende Oktober 1829 bewilligt und in den folgenden Monaten durchgeführt. Ob die Synagoge noch 1829 oder erst 1830 eingeweiht wurde, ist nicht bekannt (Standort in der heutigen Hindenburgstraße 14). Im Synagogengebäude war auch ein Unterrichtsraum für die Kinder und die Lehrerwohnung untergebracht. 
  
Im Laufe des Sommers 1911 wurde die Synagoge gründlich renoviert und zählte danach "zu den schönsten Gotteshäusern des Mosbacher Rabbinatsbezirks" (siehe unten: Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26.10.1911). Bis dahin waren noch die traditionellen Ständer in der Synagoge vorhanden, die nun durch Bänke ersetzt wurden. Zu den hohen Feiertagen im Herbst 1911 konnten wieder Gottesdienste in der Synagoge stattfinden. Wenig später wurde die Synagoge offenbar auch mit elektrischem Licht ausgestattet. Für die Finanzierung der Umbauten hatte sich vor allem Lehrer Fleischmann verdient gemacht
.  

Boedigheim Israelit 26101911.jpg (49380 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Oktober 1911: "Bödigheim, 16. Oktober (1911). Im Laufe des Sommers wurde unsere Synagoge einer gründlichen Renovierung unterzogen und zählt jetzt zu den schönsten Gotteshäusern des Mosbacher Rabbinatsbezirks. Seither hatten wir noch die alte Einrichtung mit den alten, einzelnen Ständen, die jetzt durch schön moderne Bänke ersetzt sind. Zu den ehrfurchtgebietenden Tagen konnten wir wieder Gottesdienst in der Synagoge abhalten, welcher während der Arbeiten im Schulsaale stattfand. In nächster Zeit bekommen wir auch elektrisches Licht, dann wir unsere Synagoge auch mit solchem versehen. Die sehr bedeutenden Renovierungskosten wurden durch Liebesgaben aufgebracht. Um das Zusammenkommen der Gelder hat sich ganz besonders unser Lehrer, Herr Fleischmann, verdient gemacht, und sei ihm und allen, die sich an dem schönen Werke beteiligt haben, auch an dieser Stelle öffentlich Dank ausgesprochen." 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge demoliert. Ein Gendarm aus Waldhausen schlug die Fenster und die Betpulte zusammen. Die Torarollen waren zu dieser Zeit bereits dem Oberrat der Israeliten in Karlsruhe übergeben worden, da die Gemeinde in Auflösung begriffen war. Bis 1945 stand das Gebäude leer. Nach gewerblicher Nutzung des Synagogenraums und zur Unterbringung von Flüchtlingsfamilien 1946 bis 1950 wurde das ganze Gebäude 1951 zu einem bis heute bestehenden Wohnhaus umgebaut. Durch den Umbau wurde die ehemalige Synagoge völlig unkenntlich gemacht. Erhalten blieb der beschriftete Grundstein am Gebäude.  
    
    
    
Fotos 
Historische Fotos:  

Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an
den Webmaster, E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite 

   
Fotos nach 1945/Gegenwart (1985 bis 2013):  

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)  
Boedigheim Synagoge 007.jpg (81899 Byte) Boedigheim Synagoge 006.jpg (97929 Byte)
     Die ehemalige Synagoge - umgebaut 
zu einem Wohnhaus  
Grundstein der Synagoge von 1828 
mit Inschrift (s.u.)*   
        
    Boedigheim Synagoge 008.jpg (98148 Byte) Boedigheim Synagoge 005.jpg (56435 Byte)
       Südansicht des Synagogengebäudes   Eingang  
            

 Fotos 2003/05:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 19.3.2005, mit * vom 5.9.2003)  

    
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Blick in die Hindenburgstraße, frühere "Judengasse" (Synagoge im Hintergrund links) Die ehemalige Synagoge  
 
      
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Grundstein der Synagoge von 1828 
mit Inschrift (s.u.)* 
Eingang mit Ritze 
für die Mesusa*
Eingang zur ehemaligen Synagoge; 
über dem Eingang war vermutlich 
eine Inschrift vorhanden
     
        
    Boedigheim Synagoge 236.jpg (58444 Byte)    
    Südansicht des Synagogengebäudes    
     
Fotos 2013 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 20.10.2013)   
    
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Das Gebäude der ehemaligen Synagoge    Grundstein der Synagoge von 1828*  
   

Gefallenendenkmal am christlichen Friedhof 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 20.10.2013)  

  
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Das Gefallenendenkmal der bürgerlichen Gemeinde Bödigheim am christlichen Friedhof mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen 
jüdischen Gemeindegliedern Edmund Salm und Ferdinand Haas  

*Inschrift auf dem Synagogen-Grundstein: "Diese Sinagog wurde Erbaut unter der Regierung der Durchlaucht Grosherzog Ludwig von Baden dem Israelitischen Vorsteher Ms. Behr durch Werckmeister Huber 1828".   
   
    

Links und Literatur 

Links: 

Website der Stadt Buchen  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Bödigheim (interner Link)    

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 47-49.
Germania Judaica II,1 S. 90-91.
Karl Schimpf: Bödigheim, in: 700 Jahre Buchen. 1980. S. 343ff.
M. Walter: Die Volkskunst im badischen Frankenland, in: Heimatblätter, Vom Bodensee zum Main 33 (1926) S. 85.
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 259-261.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
Rudolf Landauer, Reinhart Lochmann: Spuren jüdischen Lebens im Neckar-Odenwald-Kreis. Herausgegeben vom Landratsamt NOK, 2008, ISBN: 978-3-00-025363-8. 200 S., 284 Fotos, 19,90 Euro.  

       
      
 


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Boedigheim  Baden. The Jewish settlement began in 1345 and continued to grow thanks to the favorable attitude of the nobility to Jewish refugees from Wuerzburg. In the early 18th century, the Jews lived in a separate quarter and enjoyed extensive trade rights. A synagogue was erected in 1818 and the local cemetery served more than 30 communities for hundreds of years. The 1848 revolution was accompanied by anti-Jewish violence. Jews maintained a stable population of around 90 through the 19th century (10 % of the total) but dropped to 14 in 1933. Eight left by 1939 and six were deported to the Gurs concentration camp in 1940.
        
         

                   
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Stand: 01. April 2014