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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Sandhausen (Rhein-Neckar-Kreis)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts
zur Kurpfalz gehörenden Sandhausen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938.
Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhundert zurück. Erstmals wird 1743
ein Jude namens Lazarus genannt. 1765 lebten vier jüdische Familien in
Sandhausen, 1802 drei.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner
wie folgt: 1825 34 jüdische Einwohner (3,3 % von insgesamt 1.034 Einwohnern),
1875 100 (3,9 % von 2.583), Höchstzahl
um 1871 mit 104 Personen. Im letzten Viertel des 19.
Jahrhunderts verzogen viele Familien nach Heidelberg, sodass 1900 nur noch 42
(1,3 % von 3.184), 1910 30 jüdische Einwohner (0,8 % von 3.838) gezählt wurden.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule und ein rituelles Bad (bis Mitte des 19. Jahrhunderts; das
Badhäuschen stand auf einer tief- und abseitsgelegenen Wiese; der genaue
Standort lässt sich nicht mehr ausmachen - es war bereits 1870 in baulich
schlechtem Zustand). 1823 wird erstmals ein Religionslehrer der jüdischen
Kinder genannt. Die Schule war seit 1845 im Gebäude der ersten Synagoge
in der Bahnhofstraße (siehe unten). vermutlich blieb auch nach der
Einrichtung der neuen Synagoge das Schulzimmer im alten Synagogengebäude, da
dieses zum Wohnhaus des Lehrers/Vorsängers umgebaut wurde. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der
Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und
Schochet tätig war (siehe Ausschreibungen der Stelle unten). Die Toten der
Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in
Wiesloch beigesetzt. 1827 wurde die Gemeinde
dem Rabbinatsbezirk Heidelberg zugeteilt.
Die jüdischen Familien verdienten
ihr Einkommen bis um 1850 vor allem als Vieh- und Landesproduktenhändler. Als
Wein-, Hopfen- und Tabakhändler sowie als Inhaber oder Teilhaber von
Zigarrenfabriken hatten sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der
wirtschaftlichen Entwicklung des Ortes maßgebenden Anteil.
1933 gab es noch an Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer
Familien / Personen: Viehhandlung Max Freund I (Hauptstraße 119), Wein-, Hopfen- und Tabakhandlung Kaufmann Freund
(Hauptstraße 141), Viehhandlung Max Freund II und Textilvertretung Heinrich Freund
(Bahnhofstraße 2, abgebrochen), Gasthaus "Pfälzer Hof", Inh. Fam. Marx
(Hauptstraße 96), Zigarrenfabrik Fam. Marx (Schulstraße 15, Vereinshaus), Zigarrenfabrik Gebr. Mayer
(Hauptstraße 92, abgebrochen), Viehhandlung Julius Wahl (Hauptstraße 108, abgebrochen).
.
1933 lebten noch 18 jüdische Personen in Sandhausen (0,3 % von 4.831
Einwohnern). In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert.
Von den in Sandhausen geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emma Freund geb.
Geismar (1868), Kaufmann Freund (1865), Bertha Hecht geb. Marx (1867), Berta
Kahnheimer geb. Marob (1890), Friederike Kaufmann geb. Marx (1877), Emilie
Löwenstein geb. Heumann (1882), Ida Marx (1888), Isaac Marx (1867), Moritz Marx
(1865), Sara Marx (1875), Herta Wahl geb. Gümbel (1902), Julius Wahl (1880),
Ludwig Wahl (1907), Mina Wahl geb. Lorsch (1873), Max Wünsch
(1900).
Unter den acht Ehrenbürgern Sandhausen
sind drei jüdische Personen:
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die Zigarrenfabrikanten Lehmann Mayer und Max
Mayer (Ehrenbürger seit 1863)
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Alexander Kann (aus Essen), um 1885 Lehrer in Sandhausen,
später Bankier in Essen, der im Kriegsjahr 1917 nach Sandhausen 100
Kohlenwaggons als Brennmaterial schickte.
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Weitere bekannte Persönlichkeiten
der jüdischen Gemeinde waren:
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Ludwig Marx (1891 in Sandhausen -
1964), Dichter und Lehrer; 1920 bis 1927 Vorsteher der Bürgerschule von St.
Georgen im Schwarzwald; 1927 bis 1933 Gymnasial-Professor in
Bruchsal. |
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Emil Mayer (1848-1910), Chef der
Zigarrenfabriken der Gebrüder Mayer (/Wohnhaft in Mannheim); verhalf den
Arbeitern seiner Zigarrenfabrik zu eigenen Wohnhäusern in der Gemarkung
'Großes Loch'. 1909 stiftete er einen ansehnlichen Betrag zur Errichtung
der Gemeindebibliothek. Nach ihm beziehungsweise den genannten Ehrenbürgern
Lehmann Mayer und Max Mayer ist die "Mayerstraße"
genannt.
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Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1884 /
1889 / 1890 / 1893
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Juli 1884:
"Auskündigung einer Religionsschulstelle.
(Nr. 463). Die israelitische Religionsschul- und Vorsängerstelle in
Sandhausen bei Heidelberg, mit welcher ein fester Gehalt von 750 Mark,
freie Wohnung und ansehnliche Gefälle verbunden sind, ist auf 1.
September laufenden Jahres, womöglich mit einem Bewerber ledigen Standes,
zu besetzen. Mit Zeugnissen belegte Meldungen sind binnen 14 Tagen
einzureichen bei der
Bezirks-Synagoge Heidelberg." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. April 1889:
"Auskündigung einer Religionsschulstelle. Die israelitische
Religionsschul-, Vorsänger- und Schächterstelle in Sandhausen bei
Heidelberg, mit welcher ein fester Gehalt von 650 Mark, freie Wohnung und
ansehnliche Gefälle verbunden sind, ist alsbald neu zu besetzen.
Berechtigte Bewerber - Schulkandidaten - wollen ihre mit
Zeugnisabschriften belegten Meldungen baldigst gelangen lassen an
die
Bezirks-Synagoge Heidelberg. Heidelberg, 25. April
1889." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1890: "Alsbald
zu besetzen ist die mit dem Vorsänger- und Schächterdienst
verbundene israelitische Religionsschulstelle Sandhausen bei
Heidelberg durch einen geprüften Schulkandidaten. Gehalt 6509 Mark bei
freier Wohnung für einen ledigen, oder Beitrag zur Wohnungsmiete für
einen verheirateten Bewerber; Gefälle etwa 300 Mark. Mit
Zeugnisabschriften versehene Meldungen sind zu richtigen an den Synagogen-Rat
in Sandhausen." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juni 1893:
"Auskündigung einer Religionsschulstelle. Die israelitische
Religionsschul-, Vorsänger- und Schächterstelle Sandhausen bei
Heidelberg, mit welcher ein fester Gehalt von 650 Mark Schulgeld, freie Wohnung
für einen ledigen Lehrer, und ansehnliche Gefälle verbunden sind, ist
mit September laufenden Jahres neu zu besetzen.
Schulkandidaten belieben ihre mit Zeugnisabschriften versehenen Meldungen
baldigst an den Synagogenrat in Sandhausen zu richten. |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der Gemeinde
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Oktober 1877: "Wiesloch,
20. September (1877). Am Tag nach Jom Kippur ereignete sich in dem
eine Stunde von hier entfernten Dorf Mühlhausen ein sehr bedauernswerter
Fall. Der allgemein geachtete und beliebte Bürger Heinrich Wahl von
Sandhausen, Amts Heidelberg, ging Morgens 6 Uhr wohl und munter von seiner
Familie nach Mühlhausen, um Hopfen einzukaufen, kam auf einen Speicher,
der in Verbindung mit der Scheune steht, um Muster zu sehen; kaum dort,
tat er einen Fehltritt und stürzte 25 Fuß hoch so unglücklich herunter,
dass er sofort bewusstlos weggetragen werden musste und trotz aller
ärztlichen Hilfe, nachts 12 Uhr, seinen Leiden erlag.
Heute nun bewegte sich ein unübersehbarer Leichenzug durch hiesige Stadt
um die irdischen Überreste des Verewigten auf den hiesigen Friedhof
(Wiesloch) zu verbringen. Von Nah und Fern kamen Leute herbei, besonders
viele Christen, darunter der ganze Gemeinderat von Sandhausen, um dem
Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Eine große Beteiligung an der Beisetzung
fand schon in Mühlhausen statt, und ist hier das Zeugnis für den
Verstorbenen abgelegt worden, mit welcher Anhänglichkeit die Bauern an
dem Verstorbenen hingen, wegen seines aufrichtigen Handelns. Herr
Hauptlehrer Weil aus Michelfeld gedachte in schönen Worten des
Unglücklichen.
Der zur Beisetzung hierher berufene Bezirksrabbiner Dr. Sondheimer
aus Heidelberg sprach am Grabe über die Worte Jeremia 14, Vers 17. Er war
sichtlich gerührt und entwarf in sehr ergreifenden Worten ein kurzes
Lebensbild des Verstorbenen und seines Wirkens, sodass kein Auge
tränenleer blieb.
Der Unglückliche erreichte ein Alter von 44 Jahren, war
Synagogenratsvorstand, auch war er aushilfsweise an den ehrfurchtgebietenden
Tagen schon seit mehreren Jahren ehrenamtlicher Vorbeter. Er
hinterlässt eine tief trauernde Witwe mit 6 noch kleinen, unmündigen
Kindern.
Möge der Allgütige, der da ist der Vater der Waisen und der Witwen
der schwer heimgesuchten Gattin und den lieben Kleinen seinen himmlischen
Trost senden, damit sie den Willen Gottes hoch achten und das Andenken des
Verblichenen ehren. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens. Ackermann,
Lehrer." |
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
1823 besaßen die Sandhausener
Juden noch keinen gemeinsamen Bet- oder Versammlungsraum. Damals hatten sie
jedoch für die Erziehung ihrer Kinder bereits einen Religionslehrer angestellt.
Die Synagoge besuchten sie in Leimen und Wiesloch.
Eine erste Synagoge (Betsaal) in Sandhausen wurde in dem um 1845 erworbenen Gebäude Bahnhofstraße 2 eingerichtet. Hierin wurde auch die jüdische Schule untergebracht. Die finanziell schwach gestellte Gemeinde konnte die Einrichtung dieser ersten Synagoge nur über eine Spendensammlung verwirklichen. Doch noch 1850 klagte der Synagogenrat darüber, "dass ihre mit so großen Opfern erworbene Synagoge nicht vollständig bezahlt und auch aus eigenen Mitteln nicht so hergestellt werden könne, wie es dem Zwecke nach geschehen sollte". Man befürchtete, dass das Haus in der Bahnhofstraße der jüdischen Gemeinde wieder
"entwunden werden wird". Einige Jahre später bestanden diese Probleme offensichtlich nicht mehr. Im Gegenteil genügte in den 1860er-Jahren der wachsenden Gemeinde das bisherige Bet- und Versammlungshaus nicht mehr.
Eine neue Synagoge konnte in der 1867 von der jüdischen Gemeinde für 2.000 Gulden erworbenen, 1755 bis 1757 erbauten ehemaligen reformierten Kirche in der Hauptstraße 115 eingerichtet werden (Abb. s. Bd. I, S. █). Es handelte sich um ein in einem schlichten barocken Stil erbautes Gebäude. Der Grundbucheintrag vom 12. März 1867 lautet: Die evangelische Kirchengemeinde
"überlässt an die israelitische Gemeinde Sandhausen die alte evangelische Kirche mit Turm und Kirchenumfassungsplatz zum Zweck des Umbaus für eine
Synagoge". Bei der Einweihung der Synagoge hielt Bezirksrabbiner Salomon Fürst aus Heidelberg die Weiherede. Dabei führte er aus:
"Wie alles auf Erden dem Wechsel unterworfen ist, so war es auch die Bestimmung dieses Hauses. Als evangelische Kirche wurde es erbaut, bestimmt und geweiht, als israelitische Synagoge wurde es erworben, eingerichtet und eingeweiht. Dieses Haus war nichts anderes als ein Gotteshaus und die Himmelspforte. Oder wie? Sollte der Israelit dieses Haus, als es noch Kirche war, nicht als Gotteshaus betrachtet haben, weil unser aller Vater auf eine andere Weise darin verehrt wurde, wie Israel ihn in der Synagoge verehrt?
[...]".
Der Betsaal in der Bahnhofstraße wurde zum Wohnhaus des Lehrers/Vorsängers umgebaut (Gebäude nach 1945 abgebrochen; das Grundstück ist neu bebaut). Als
1891 eine gründliche Renovierung der evangelischen Kirche Sandhausens durchgeführt wurde, teilten sich die jüdische und die evangelische Gemeinde das Gebäude der Synagoge: die evangelischen Gottesdienste konnten einige Monate in der Synagoge gefeiert
werden:
Bericht
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. November
1891: "Aus dem Großherzogtum Baden, im November (1891). In
den Badischen Blättern lesen wir: In der Gemeinde Sandhausen bei
Heidelberg wurde seinerzeit die alte Evangelische Kirche an die
Israelitische Gemeinde verkauft, welche eine Synagoge daraus machte. Da
nun gegenwärtige die neue Evangelische Kirche daselbst einer Reparatur
bedarf, so hat die Israelitische Gemeinde ein Genehmigung des Rabbiners
die Synagoge bereitwilligst den Evangelischen zur Abhaltung ihrer
Gottesdienste überlassen." |
Bis 1938 diente die Synagoge in der Hauptstraße der jüdischen Gemeinde als gottesdienstliches Zentrum. Da die Zahl der Juden in Sandhausen nach 1933 so stark zurückgegangen war, dass die Zehnzahl der Männer kaum mehr erreicht wurde, bot der Weinhändler Kaufmann Freund der politischen Gemeinde 1938 den Kauf der Synagoge an. Während sich die Beigeordneten und die Gemeinderäte gegen einen Erwerb aussprachen, entschloss sich der Bürgermeister zum Ankauf durch die Gemeinde zum Preis von 3.000 Reichsmark. Der notarielle Kaufvertrag wurde am 25. Oktober 1938 im Rathaus abgeschlossen. Durch den Verkauf blieb die Synagoge in der Pogromnacht von einer Brandstiftung verschont. Dennoch kam es auch in Sandhausen zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden durch SA-Leute aus Heidelberg.
Nach 1938 diente die im Innern völlig demolierte Synagoge als Abstellraum.
Nach 1945 wurde ihr Zustand immer bedrohlicher, sodass das Landratsamt am 4. Mai 1951 den Abbruch genehmigte. Auch der Gemeinderat wollte die ruinöse Kirche abreißen lassen, um an dieser Stelle eine bessere Straßenführung der Hauptstraße zu erreichen. Engagierte Bürger wie der Arzt Dr. Haas sowie das Landesdenkmalamt und die jüdische Gemeinde in Heidelberg lehnten dieses Vorhaben ab. Zu einer gründlichen Renovierung war die politische Gemeinde damals jedoch aus finanziellen Gründen nicht in der Lage. 1955 setzte sich auch die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit für eine Wiederherstellung der Synagoge ein. Nach langem Tauziehen war der Oberrat der Israeliten Badens damit einverstanden, an Stelle einer reinen Gedenkstätte im ehemaligen Betsaal eine öffentliche Bibliothek unterzubringen und dabei auch auf die Geschichte des Kirchenbaus und das Schicksal der Synagoge hinzuweisen. Die Renovierung wurde
1960 bis 1962 durchgeführt. Am 10. Mai 1962 wurde das Gebäude als Ort der Besinnung und Begegnung der Gemeinde Sandhausen übergeben. Seitdem werden im Haus (zunächst unter der Bezeichnung "Alte Kirche/Synagoge", dann "Ehemalige Synagoge") regelmäßig kulturelle Veranstaltungen abgehalten. Unmittelbar neben dem Gebäude erinnert seit 1961 ein Gedenkstein an die jüdische Gemeinde. Die Inschrift lautet:
"Denn Tag und Nacht beweine ich die Toten, Jer. 8,23. Den Juden Sandhausens und ihrer Synagoge zum Gedenken. Verfolgt durch die Nationalsozialisten kamen sie in den Jahren 1933-45 ums Leben oder wurden ihrer Heimat
beraubt".
Fotos
Historisches Foto:

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Vorbeimarsch der SA am
Gebäude der Synagoge (rechts) in der NS-Zeit |
Fotos nach 1945/Gegenwart:
Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn) |
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Die ehemalige "Alte Kirche / Synagoge" in Sandhausen |
Seitenansicht des Gebäudes |
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Auf dem Vorplatz befindet sich ein Gedenkstein für die
ehemalige jüdische Gemeinde |
Der Gedenkstein Sandhausen (1961) war einer der ersten für
eine jüdische Gemeinde in Baden-Württemberg |
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Neue Fotos:
(Fotos: Hahn,
Aufnahmedatum 25.6.2004) |
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Der - inzwischen
kaum mehr lesbare - Gedenkstein für die ehemalige jüdische Gemeinde |
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| Unterschiedliche
Ansichten der ehemaligen Kirche / Synagoge |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 251-252. |
 | Emil Lacroix: Die ehemalige reformierte Kirche, spätere Synagoge zu
Sandhausen (Kreis Heidelberg), Instandsetzung und Umbau, in:
Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg 6 (1963) Heft 1. S.
20-24. |
 | Rudi Dorsch: Die israelitische Gemeinde, in: Heimatbuch Sandhausen. 1985. |
 | Heidrun Dorsch: Alltag im Nationalsozialismus – Unterdrückung und Verfolgung
der Juden in Sandhausen. Preisausschreiben des Bundespräsidenten 1981 (maschinenschriftlich). |
 | Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern -
Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from
their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem
1986. S. 342-343. |
 | Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007.
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Sandhausen Baden. The first Jewish
family settled in 1743 but a community was only formed in the 19th century,
reaching a population of 100 in 1875 (total 2,583). In 1933, 17 Jews remained.
By fall 1938, four had emigrated to the United States and five to other German
cities. On Kristallnacht (9-10 November 1938), Jewish homes were
destroyed and the men sent to the Dachau concentration camp. The last seven Jews
were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940; all perished.

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