Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Freiburg im Breisgau 
Betsaal/Synagoge bis 1938/40

Aktuell 2008: Zur Neugestaltung des Synagogenplatzes siehe unten
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In Freiburg bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. Erstmals werden 1281 (möglicherweise bereits 1230) Juden in der Stadt genannt. Die Judenverfolgung in der Pestzeit am 1349 (Verbrennung der Juden am 30. Januar 1349) vernichtete die Gemeinde. Einige Jahre später zogen wieder einige Juden in der Stadt zu, bis sie zunächst 1401, dann wiederum 1424 ausgewiesen wurden.  
   
Erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts konnten sich Juden wieder in der Stadt niederlassen. 1863 wurde eine neue Gemeinde gegründet. Zunächst wurde die Gemeinde der Bezirkssynagoge Breisach zugeteilt, bis deren Sitz im Dezember 1885 nach Freiburg verlegt wurde. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1925 mit 1.399 Personen erreicht. In den wenigen Jahrzehnten ihres Bestehens haben die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Freiburgs zahlreiche, zum Teil bedeutende wirtschaftliche Unternehmen gegründet. Dazu gehörten an Produktionsbetrieben u.a. eine Nährmittelfabrik, eine Möbelfabrik, eine Kartonagenfabrik, eine Zigarrenfabrik, eine Pharmazeutische Fabrik und mehrere Brennereien. An Handelsbetrieben sind u.a. zu nennen Textilgeschäfte, Eisenwarenhandlungen, Leder- und Lederwarenhandlungen, Schuhgeschäfte, Häute-, Darm- und Metzgereibedarfsartikelhandlungen, Mehl-, Getreide- und Futtermittelgeschäfte, Tabakwarengroßhandlungen, Möbelgeschäfte sowie Maschinenhandlungen. Auch ein Bankhaus und ein großes Warenhaus gehörten jüdischen Familien. Vor 1933 praktizierte etwa ein Dutzend jüdischer Ärzte in der Stadt, gleichfalls Zahnärzte und Rechtsanwälte. An der Universität lehrten 1933 sechs ordentliche und sieben außerordentliche Professoren sowie acht Privatdozenten, die der jüdischen Gemeinde angehörten.   
  
Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Freiburg wohnhaften 1.138 jüdischen Personen mindestens 314 ums Leben.   
    
Zu den bekannten jüdischen Persönlichkeiten der Stadt gehörten: der Mediziner Ernst Bloch (1847-1920, Prof. der Ohrenheilkunde), der Kunsthistoriker Walter Friedländer (1873-1966, 1914-33 an der Universität), der Chemiker und Nobelpreisträger Georg von Hevesy (1885-1966, 1926-1934 an der Universität), der Philosoph Edmund Husserl (1859-1938), der Jurist Hermann Kantorowicz (1877-1940), der Mediziner Max Landau (1886-1915), der Rechtshistoriker Otto Lenel (1849-1935), der Rechtshistoriker Fritz Pringsheim (1882-1967), der Staatsrechtler Heinrich Rosin (1855-1927), der Althistoriker Bernhard von Simson (1840-1915, 1874-1905 an der Universität). Der erste Präsident des Staates Israel, Dr. Chaim Weizmann (1874-1952) hatte 1899 an der Universität Freiburg promoviert.
   
Zur Seite über die Gemeinde nach 1945 (interner Link)  
   

  
Zur Geschichte der Synagogen

Mittelalter - Vermutlich hatte die mittelalterliche jüdische Gemeinde bereits um 1300 eine Synagoge, wofür jedoch keine Beweise vorliegen. Erst im Jahr der Judenverfolgung während der Pestzeit 1349 wird eine Synagoge genannt, die ihren Platz in der Wasserstraße hatte. Auch die Mitglieder der Gemeinde wohnten bis dahin zum Teil in dieser Straße oder in der benachbarten Weberstraße. Insgesamt lassen sich in diesem Bereich zehn jüdische Wohnhäuser nachweisen. Die Ermordung fast aller Juden am 30. Januar 1349 vernichtete die Gemeinde. 

Seit etwa 1360 lebten wieder Juden in der Stadt, teilweise in den alten Häusern in der Wasserstraße. 1385 wird eine Synagoge an der südwestlichen Ecke Weberstraße/Raustraße genannt; damals wurden 60 jüdische Einwohner in Freiburg gezählt, unter ihnen ein Judenschulmeister. Es ist unklar, in welchem Verhältnis zur mittelalterlichen Ansiedlung die noch zu Beginn des 18. Jahrhundert (1708) sogenannte "Judengasse" (für den zwischen Bertholdstraße und Franziskanerplatz liegenden Teil der heutigen Universitätsstraße) steht. 

19./20. Jahrhundert. Betsaal/Synagoge. Im Februar 1863 schlossen sich die bis dahin zugezogenen Juden in Freiburg unter dem Vorsitz von Heinrich Zivi-Lang zur "Israelitischen Religionsgesellschaft" zusammen, mieteten ein Betlokal und stellten einen Kantor ein, der gleichzeitig das Amt des Schächters und Religionslehrers versah. 1864 wurde dieser erste Betsaal erstmals im Freiburger Adressbuch verzeichnet. Auch die "Allgemeine Zeitung des Judentums" berichtet im September 1864 erstmals von einer Synagoge in Freiburg für die dortigen 35 jüdischen Familien, "in welcher an Schabbat- und Feiertagen Gottesdienst mit Orgelbegleitung abgehalten wird". Der Betsaal befand sich im damaligen Haus Nr. 838 am Münsterplatz, das Kaufmann Ludwig Stutz gehörte, das heutige Hinterhaus zum Schusterstraße 27 (früher Gebäude Nr. 838). 

Gleichzeitig mit der Einrichtung eines Betsaales wurde eine Synagogenbaukasse eingerichtet, in der Gemeindeeinnahmen und freiwillige Spenden für den Bau einer künftigen Synagoge gesammelt wurden. Hierfür hatte man wenige Jahre später ein Grundstück am Werthmannplatz (Werderstraße, heute Europaplatz) gefunden. Im Blick auf den Geländekauf und die Baubedingungen gab es noch einige Schwierigkeiten. Das Bürgermeisteramt wollte – im Zusammenhang mit der geplanten neuen Straßenanlage des Werderrings und der damit notwendig gewordenen Abtragung des Remparts – die israelitische Gemeinde verpflichten, alle dann notwendig werden Veränderungen bei der Anlage von Böschungen, Treppen usw. alleine zu tragen und das durch die Neuanlage der Straßen gegebenenfalls frei werdende Gelände zu einem vom Gemeinderat zu bestimmenden Preis zu übernehmen. Auf die zweite Bedingung konnte die Gemeinde auf Grund ihrer damals sehr schwierigen Finanzlage nicht eingehen und bat die Stadt darum, gegebenenfalls frei werdendes Gelände unentgeltlich zu erhalten. 

Mit finanzieller Unterstützung der israelitischen Gemeinde Mannheim wurde auf 25.000 Gulden veranschlagte Synagoge von Herbst 1869 an gebaut. Für den Entwurf und die Ausführung war Gewerbeschulhauptlehrer Prof. Georg Jakob Schneider verantwortlich, der 1859-61 auch das "Colombischlösschen" in Freiburg erbaut hatte. Am 23. September 1870 fand die feierliche Einweihung statt, zu der die israelitische Gemeinde auch den Gemeinderat eingeladen hatte. Die Freiburger Zeitung berichtete zwei Tage später über die Einweihung: 

"Die festliche Weihe des neuen israelitischen Gotteshauses auf dem Rempart wurde gestern abend programmmäßig begangen. Der schöne Bau, gleich der kleinen Gemeinde kühn aufstrebend in maurisch-byzantinischem Stil, ist ein lebendiges Beispiel, wie Gott mächtig ist im Kleinen. Durch die Ungunst der Zeit mannigfach verzögert, hat der Tempel dadurch nichts verloren: Baumeister (Herr Prof. Schneider) und Maler (Herr Fritz) haben für eine erkenntliche Gegenwart und eine dankbare Nachwelt gearbeitet. Die Farbenpracht von Wand und Decke ist gemildert durch die Reflexe dunkelgemalter Fenster; beide zusammen geben ein schönes Ensemble und wirken sehr wohlgefällig auf Augen und Sinne. Die Festpredigt von Herrn Rabbiner Reiß war würdig gehalten und der schöne sonore Brusttenor des Vorsängers Herrn Sommer füllte die sehr akustischen Räume des kleinen Gotteshauses entsprechend aus. Die von der ‚Concordia’ brav executierten beiden Choräle fanden großen Beifall. – Das aus den Mitgliedern der Gemeinde und einer Anzahl Ehrengäste, darunter die Vorstände der Behörden von Staat und Gemeinde, der protestantischen Geistlichkeit usw., bestehende Auditorium folgte dem erhebenden Gottesdienste mit hingebender Andacht. Des Vorstandes der Gemeinde, welcher dem Bau des Gotteshauses eine emsige Tätigkeit in schwierigen Verhältnissen gewidmet, ist schließlich noch ehrende Erwähnung getan; sein Werk ist der beste Preis einer unablässigen Arbeit!" Die städtische Beurbarungskommission hatte der jüdischen Gemeinde ein Darlehen von 20.000 Gulden bewilligt, das nach einem Tilgungsplan binnen 20 Jahren abgezahlt sein musste. 

Auf Grund der steigenden Zahl jüdischer Einwohner war die Synagoge bereits um die Jahrhundertwende zu klein geworden. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte eine schon 1912 geplante Vergrößerung. Erst 1925/26 konnte das Gebäude umgebaut und vergrößert werden. Durch eine großzügige Finanzierungshilfe der städtischen Sparkasse gefördert, wurde das neben dem neuen Stadttheater und dem Kollegiengebäude liegende Synagogengebäude auch äußerlich aufgewertet. 

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in der Werderstraße zerstört und abgebrochen. Bereits am frühen Morgen des 10. November gegen 3 Uhr wurde die Synagoge angezündet. Für die Brandstiftung waren der Freiburger SS-Standartenführer und der SA-Brigadeführer sowie der Freiburger SS- und Polizeiarzt, vermutlich mit einigen anderen SS- und SA-Leuten verantwortlich. Die Feuerwehr war zur Stelle, spritzte jedoch nur auf die Grundmauern und bekämpfte nicht das Feuer. Erst als die Synagoge niedergebrannt war, wurden die Reste abgelöscht. Am Vormittag des 10. November sprengten SS- und SA-Leute die Brandruine.   
  

Der Betsaal der orthodox-jüdischen Gemeinde 

Wie in vielen anderen größeren Städten gab es auch in Freiburg neben der liberal geprägten jüdischen Gemeinde eine orthodox-jüdische Gemeinschaft. In Freiburg kam es nicht zu einer Trennung der Gemeinde; die Orthodoxen waren nach wie vor Mitglieder der Gesamtgemeinde. Sie hatten jedoch einen eigenen Betsaal, der sich im Gemeindehaus neben der Synagoge befand. Er wurde 1938 nicht zerstört, sodass in ihm noch bis zur Deportation der badischen Juden im Oktober 1940 Gottesdienste gefeiert werden konnten.
   

 

Fotos 
Historische Fotos: 

Ansichten der Alten Synagoge 1870-1938
Freiburg Synagoge 001.jpg (81065 Byte) Freiburg Synagoge 003.jpg (94428 Byte) Freiburg Synagoge 005.jpg (64560 Byte)
       
     
Freiburg Synagoge 018.jpg (60772 Byte) Freiburg Synagoge 019.jpg (71253 Byte) Freiburg Synagoge 001.jpg (104336 Byte)
  Ansichtskarten mit der Freiburger Synagoge    
   
Die Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht 1938 Freiburg Synagoge 190.jpg (55983 Byte)   
  Die zerstörte Synagoge; am 10. November 1938 heimlich vom Kollegiengebäude der Universität aufgenommen   


Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Freiburg Synagoge 100.jpg (78545 Byte) Freiburg Synagoge 101.jpg (74437 Byte)
   Blick auf den Standort der ehemaligen Synagoge mit der Gedenktafel Die Gedenktafel von 1962 am Kollegiengebäude II der Universität
     
Fotos 2004:
(Fotos: Hahn)
Freiburg Synagoge 306.jpg (82315 Byte) Freiburg Synagoge 305.jpg (90662 Byte)
   Der "Platz der Alten Synagoge"; links das Wegzeichen 
"1027 nach Gurs" (Deportationsziel 1940)
   
Freiburg Synagoge 300.jpg (105984 Byte) Freiburg Synagoge 308.jpg (97705 Byte) Freiburg Synagoge 307.jpg (78603 Byte)
Gedenktafeln am Platz der Alten Synagoge  
     
     

Aktuell 2008: Die Neugestaltung des Synagogenplatzes in Freiburg 
Neuer Look für den Platz der Alten Synagoge  -  Artikel aus dem "fudder - neuigkeiten aus Freiburg" (Link)
Am Dienstagabend (5. Mai 2008) entschied der Gemeinderat über den Umbau des zwischen Uni, UB und Theater gelegenen Platz der Alten Synagoge: Nach einem Entwurf des Freiburger Architekten Volker Rosenstiel und dem Landschaftsarchitekturbüro Faktorgruen aus Denzlingen soll dort ein "urbaner, großer Platz" entstehen. Kritiker nannten den Entwurf eine "Steinwüste". Eine Mehrheit des Gemeinderats entschied sich nach einer fünfstündigen Sitzung damit für den Entwurf, der bereits im Wettbewerb um die Neugestaltung des Platzes im Oktober 2006 den ersten Platz erreicht hatte. 31 Architekturbüros aus ganz Europa hatten sich am Wettbewerb für eine Neugestaltung des Platzes beteiligt. Der Entwurf von Rosenstiel und Faktorgruen würde dem Platz der Alten Synagoge eine Betonfläche verpassen, die Kastanien vor dem Theater müssten weichen. Vor dem Kollegiengebäude II würde ein Infocenter in Form eines "Sprungbretts" gebaut, an dem auch ein Café denkbar wäre, sowie eine steinerne Sitzbank. An die alte Synagoge, die an der KG I-Seite des Platzes stand, soll durch eine Wasserfläche in Form ihres Grundrisses und einige Bäume erinnert werden. Die Entscheidung des Gemeinderats ist eine Grundsatzentscheidung: Wie der Platz letztendlich genau ausgebaut wird, ist dadurch noch nicht endgültig festgelegt. Der Beschluss war jedoch notwendig geworden, weil die Architekten der neuen UB wissen müssen, wie der Platz aussehen soll, von dem aus die UB ebenerdig betreten werden soll. Zunächst muss der Entwurf weiterentwickelt werden: Eine Darstellung mit Masten für die Straßenbahn, die dann über den Platz und den Rotteckring fahren soll, muss erstellt werden, Projekt- und Fachbeirat müssen einbezogen und das Kleinklima des umgestalteten Platzes analysiert werden. Danach steht der endgültige Beschluss im Gemeinderat an. Die Kosten des Umbaus werden auf 12 Millionen Euro für den Platzumbau und 30 Millionen Euro für die Straßenbahntrasse geschätzt. Ob der Platz im geplanten Zeitraum, passend zur Fertigstellung des UB-Neubaus im Jahr 2011, umgebaut sein wird, ist ungewiss.   

      
Die Entwürfe der Architekturbüros
Freiburg Synagoge 1100.jpg (41705 Byte) Freiburg Synagoge 1101.jpg (225844 Byte) Freiburg Synagoge 1102.jpg (66241 Byte)
Entwurf von Architektur und Stadtplanung Rosenstiel (Link) und faktorgruen (Link)
  
Freiburg Synagoge 1103.jpg (56175 Byte) Freiburg Synagoge 1104.jpg (148548 Byte)   
Platz 2 - Entwurf Henne, Korn, Meier & Sacker   
   
Freiburg Synagoge 1105.jpg (79908 Byte) Freiburg Synagoge 1106.jpg (89437 Byte) Freiburg Synagoge 1107.jpg (48031 Byte)
Platz 3 - Dänischer Entwurf Platz 4 - Arbeitsgemeinschaft 
Yellow Process
   

Freiburg Synagoge 1108.jpg (97685 Byte)Artikel in der "Badischen Zeitung" vom 24. April 2008: "Kontrast zum Stadtkern. Der siegreiche Entwurf will einen weitläufigen Platz moderner Prägung". 

  

   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Freiburg
Kurze Informationsseite zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Freiburg bei jgm-net.de: hier anklicken   weitere Info-Seite: hier anklicken  
Seite einer Freiburger Schule zur jüdischen Geschichte der Stadt: hier anklicken  
Postkarte vor 1938: Universität und Synagoge beim Verein www.alt-freiburg.de: hier anklicken
Dokumentation: "Überleben durch Emigration. Was geschah mit den Schülern der Freiburger Jüdischen Schule 1936-40": hier anklicken 
Bericht über die Lehrer der jüdischen Schule (insbesondere Alfred Kaufmann) in Freiburg bis 1939: hier anklicken  innerhalb der Beitrages der Geschichts-AG der Lessingschule Freiburg "Überleben durch Emigration"  

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 86-74.
Germania Judaica II,1 S. 253-257; III,1 S. 395ff.
Adolf Lewin: Juden in Freiburg i.Br. Trier 1890.
Berent Schwineköper/Franz Laubenberger: Geschichte und Schicksal der Freiburger Juden. Aus Anlass des 100jährigen Bestehens der israelitischen Gemeinde in Freiburg.  Freiburger Stadthefte 6 (1963).
Gabriele Blod: Die Entstehung der israelitischen Gemeinde Freiburg 1849-1941. In: Stadt und Geschichte. Neue Reihe des Stadtarchives Freiburg 12. 1988.
Ernst Otto Bräunche: Die "Reichskristallnacht" in Freiburg, in: Schau-ins-Land 103 (1984).
Lotte Paepcke: Ein kleiner Händler, der mein Vater war. Heilbronn 1972.
dies.: "Ich wurde vergessen". Bericht einer Jüdin, die das Dritte Reich überlebte. 1979.
Else R. (Elsbeth Rachel) Behrend-Rosenfeld: Ich stand nicht allein. Erlebnisse einer Jüdin in Deutschland 1933-1944. 1979 (Erstauflage Zürich 1945).
Das Schicksal der Freiburger Juden am Beispiel des Kaufmanns May Mayer und die Ereignisse des 9./10. November 1938. Mit Beiträgen von R. Böhme und H. Haumann. 1989.
Franz-Josef Ziwes (Hg.): Badische Synagogen. 1997 S. 42f.
David Mauer – Geburtsort Freiburg. Erinnerungen eines deutsch-jüdischen Engländers. 2001.
Andrea Brucher-Lembach: ...wie Hunde auf ein Stück Brot. Die Arisierung und der Versuch der Wiedergutmachung in Freiburg. Hg. vom Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V. (Reihe Alltag und Provinz Bd. 12) 2004. Donzelli-Kluckert Verlag Bremgarten. ISBN 3-933284-12-0 320 S. 19.80 €.  Pressetext 
Link zum Herausgeber: Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V.   
Reiner Haehling von Lanzenauer: Gertrud Luckner - Helferin der Bedrängten. In: Reinhold Schneider Blätter. Mitteilungen der Reinhold-Schneider-Gesellschaft. Heft 17. Mai 2005 S. 35-57.
Kathrin Clausing: Leben auf Abruf. Zur Geschichte der Freiburger Juden im Nationalsozialismus. Veröffentlichungen aus dem Archiv der Stadt Freiburg im Breisgau. Hg. von Ulrich P. Ecker, Christiane Pfanz-Sponagel und Hans-Peter Widmann. Freiburg 2005. 
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    

  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Freiburg  Baden. Jews are first mentioned in 1230 but probably traded there in the 12th century. In 1326 they numbered eight families, engaged in moneylending and controlling the grain trade. Most were burned alive over a well-poisoning libel during the Black Death persecutions of 1348-49. Those spared - 12 wealthy Jews, pregnant women, and children - were expelled, with the children baptized and the Jewish property expropriated. Jews were present again in the second half of the century under a letter of protection but conditions worsened as a "Jew Law" published in 1394 introduced new disabilities. The Jews were again expelled in 1401 and for a final time in 1424. 
During the Thirty Years War (1618-48), Jewish army suppliers set up offices in Freiburg and with the liberalization that followed annexation to Baden in 1805 Jews gradually began settling again. 
After emancipation in 1862 there was a large-scale influx of Jews to the city from the surrounding countryside. The Jewish population grew from 333 in 1871 to 1,013 in 1900 and 1,320 in 1910 (total 83,324). Jews became active in banking and industry and became part of the city's economic and intellectual elite. A magnificent synagogue was dedicated in 1870, a Reform service accompanied by an organ. In 1873, a cemetery was opened and in 1874 a Jewish orphanage. Freiburg became the seat of the district rabbinate in 1885. Its first chief rabbi, Adolf Lewin (1843-1910), was also the first historian of the Jews of Baden. In 1895 a separate Orthodox congregation was formed and in the early 20th century traditional forces began to gain ascendancy over the Liberals. Jews were first admitted to Freiburg University toward the end of the 18th century and despite unrelenting antisemitism ultimately grew to comprise 10 % of the student body, the majority in the medical faculty. The Zionist leader and first president of Israel, Chaim Weizmann, obtained his doctorate in chemistry there in 1899. After Worldwar I, Jews continued to play a leading economic role in the city, ensconced in its upper class as professionals and businessmen and running ten factories, a bank, and the big Knopf department store with its branches throughout south Germany. The community itself operated extensive social and cultural services with an active Zionist movement. In 1933, there were 1,138 Jews in the city. Anti-Jewish measures were immediately instituted and at the university all 21 Jewish professors and lecturers were dismissed in 1933-35. These included Hans Adolf Krebs, who moved to England and won the Nobel Prize for Medicine in 1953. In the same period the number of Jewish students was reduced from 183 to 54. Most Jewish businesses were liquidated by November 1938. The community responded by providing financial support, organizing job placement and vocational retraining services, and, to aid emigration, offering courses in English and Hebrew. On 28 October 1938, Jews of Polish origin were expelled to the Polish border. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was blown up by SS and SA stormtroopers and 100 Jewish men were sent to the Dachau concentration camp for prolonged detention, two perishing there. During the Nazi era, 657 Jews managed to emigrate, including about 200 to the United States, 100 to Palestine, 100 to France, 70 to Switzerland, and 70 to England; about 30 of the emigrants were subsequently arrested under the German occupation and deported to their deaths. Another 350 were deported from Freiburg to the Gurs concentration camp on 22 October 1940, of these, 273 perished. Of the 41 Jews remaining in Freiburg, about 20 were sent to the Theresienstadt ghetto on 23 August 1942. During the war a Catholic organization headed by Gertrud Luckner worked to save Jewish lives. She was recognized by Yad Vashem as one of the Righteous among the Nations. A new Jewish community was formed in Freiburg after the war by former residents and East European refugees. In 1977 it numbered 381.  
   

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. August 2009