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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Freiburg im Breisgau
Betsaal/Synagoge nach 1945
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde nach 1945
Die Hauptgemeinde
Bereits 1945 konnte eine - im Verhältnis zur Vorkriegszeit
- zunächst sehr kleine jüdische Gemeinde wieder begründet werden, die seit
den 1990er-Jahren vor allem durch Emigranten aus den GUS-Ländern stark
gewachsen ist. 2007 gehören etwa 750 Personen der jüdischen Gemeinde an.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten nur wenige
Juden nach Freiburg zurück. Als am 7. September 1945 zum ersten Mal wieder seit
fünf Jahren in Freiburg ein jüdischer Gottesdienst stattfand, stellte die
Stadt den Kaufhaussaal hierfür zur Verfügung. Ende 1945 konstituierte
sich eine jüdische Religionsgemeinde, die zunächst die Bezeichnung "Israelitische
Landesgemeinde Südbaden" führte. Anfang 1946 lebten 45 jüdische Personen
in der Stadt. Das Stadtbauamt hatte schon 1945 einen geeigneten Platz für den
Neubau einer Synagoge im Rahmen des Wiederaufbaues der Stadt gesucht. Im
Austausch für das ehemalige Synagogengrundstück übernahm die Stadt die
Wiederherstellung des jüdischen Friedhofes, die Errichtung eines Wärterhauses
mit einer Friedhofshalle und die Ummauerung des gesamtes Areals. Später kam das
Grundstück an die Universität zum Bau des neuen Kollegiengebäudes. Nach
Fertigstellung des Baus griff das akademische Rektorat eine Anregung des
Gemeinderates auf und ließ von dem Freiburger Bildhauer Rissler eine
Gedenktafel anfertigen. Am 10. November 1962 enthüllte der Rektor der Universität
im Beisein der Dekane aller Fakultäten und zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen
und kulturellen Lebens die runde Bronzetafel am ehemaligen Synagogenplatz vor
dem Kollegiengebäude II (seit 1996 "Platz der Alten Synagoge").
1946 befanden sich die Einrichtungen der neuen Gemeinde in
der Hansjakobstraße 8. 1953 wurde ein Betsaal in der Holbeinstraße
25 eingerichtet. Der französische Militärrabbiner stand der Gemeinde zur
Seite.
Eine neue Synagoge wurde 1985/87 Ecke Nußmann-/Engelstraße
in enger Nachbarschaft zum Münster erbaut. Das Grundstück hierfür wurde der jüdischen
Gemeinde von der Stadt kostenlos überlassen. Sie gab überdies für den Bau
einen Zuschuss von einer Million Mark. Das Land beteiligte sich mit 3,5
Millionen Mark an den Baukosten, die insgesamt auf 7 Millionen Mark kamen. Die
Grundsteinlegung war am 16. Juni 1985 in Anwesenheit von zahlreichen Vertretern
des öffentlichen Lebens, darunter Landesrabbiner Levinson und Oberbürgermeister
Böhme. Vertreter der Gemeinderatsfraktionen enthüllten dabei zwei eichene Türflügel
mit wertvollen Schnitzarbeiten aus der alten Synagoge, die später in den Neubau
integriert wurden. Am 5. November 1987 wurde die neue Synagoge feierlich
eingeweiht.
Mit einem Festprogramm wurde im
November 2007 das 20jährige Bestehen der neuen Synagoge gefeiert.
Die liberale Gemeinde
Neben der jüdischen Hauptgemeinde besteht seit Juli 2004 eine kleinere liberale
jüdische Gemeinde: Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher e.V,,
die der Union progressiver Juden angehört.
Fotos: