Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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zu den Synagogen in Baden-Württemberg 


Sulzburg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge 
(erstellt unter Mitarbeit von Sibylle Höschele, Sulzburg) 

      
Übersicht: 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
vgl. weitere Seite "Texte zur jüdischen Geschichte in Sulzburg"
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur    

      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  (english version)      
    
Die Geschichte der Sulzburger jüdischen Gemeinde geht möglicherweise in die Zeit des frühen 15. Jahrhunderts zurück. Eine Quelle aus Colmar von 1409, in der von "den Juden ze Sultzberg" die Rede ist, wird als Hinweis hierfür gewertet. Sicher waren Juden im 16. Jahrhundert in der Stadt: 1528 wird über einen "in Sulzburg wohnenden Ysayas" berichtet. 1540 gab es drei jüdische Familien in der Stadt. In Geleitbriefen der vorderösterreichischen Regierung aus den Jahren 1543 bis 1545 werden gleichfalls Juden aus Sulzburg genannt. Sie lebten unter anderem vom Geldverleih. 1546 wurde die Erlaubnis erteilt, "ein Schul oder Sinagog uffrichten" zu dürfen. 1576 wird ein Rabbiner namens David genannt. Bald nach dem Tod des 1577 verstorbenen Markgrafen Karl II. von Baden-Durlach beziehungsweise spätestens unter Margraf Georg Friedrich (1604-1622) wurden die Juden jedoch aus Sulzburg vertrieben.    
  
Erst unter der Regierung des Markgrafen Karl III. Wilhelm (1679-1738) entstand in Sulzburg dank der von Joseph Günzburger, dem einflussreichen Vorsteher der Breisacher Juden, erwirkten Aufnahme mehrerer jüdischen Familien im badischen Oberland und in der Markgrafschaft Hochberg wiederum eine jüdische Gemeinde. 1716 gab es vier Familien in der Stadt, 1739 waren es bereits dreizehn jüdische Haushaltungen. Von da an war Sulzburg bis ins 19. Jahrhundert geistiges und kultisches Zentrum der Juden in der Markgrafschaft. Seit 1727 war Sulzburg Rabbinatssitz: in diesem Jahr zog der Rabbiner David Kahn aus Breisach nach Sulzburg, wo er und seine Nachfolger bis 1886 als Landrabbiner der oberbadischen Juden amtierten.  
   
Obwohl die Sulzburger Juden bis ins 19. Jahrhundert hinein von dem ihnen erlaubten Getreide-, Wein-, Tabak- und Viehhandel unter durchaus armseligen Bedingungen lebten, war ihr Anteil am Leben und an der Kultur der Stadt schon damals beträchtlich. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 207 jüdische Einwohner, 1832 307, 1836 295, 1839 322, 1864 Höchstzahl von 416 Personen (ein Drittel der Stadtbevölkerung), 1871 349, 1875 313, 1880 296, 1885 261, 1890 253, 1895 208, 1900 191, 1910 136. 
    
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde u.a. eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (im "Israelitischen Gemeindehaus", Gustav-Weil-Straße 1 mit Wohnung des Kantors und Lehrers; die Gustav-Weil-Straße hieß zunächst und weiterhin im Volksmund "Judengasse"; in der NS-Zeit Mühlbachstraße), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war neben dem Rabbiner ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle auf der Textseite). Lehrer in Sulzburg waren u.a. Simon Metzger (bis 1905), Samuel Strauß 1905 bis 1908 (danach bis 1937 Lehrer in Freiburg), Josef Bruchsaler (bis 1911). Eine jüdische Konfessionsschule wurde 1837 eingerichtet; die jüdische Gemeinde erwarb hierzu das Haus Gustav Weil-Straße 1 (frühere "Judengasse", vorher markgräflicher Marstall). Die jüdische Konfessionsschule bestand bis 1866 (heute Wohnhaus).   
   
Von 1827 bis 1887 bestand ein Bezirksrabbinat in Sulzburg (zuständig für die Gemeinden Kirchen, Lörrach, Müllheim und Sulzburg), dann wurde es nach Freiburg verlegt. Das Rabbinat war zuletzt im Haus Hauptstraße 64, dem ersten Haus oberhalb des Marktplatzes. 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Max Bloch (geb. 7.12.1896 in Sulzburg, gef. 26.9.1916) und Hermann Kahn (geb. 25.5.1887 in Sulzburg, gest. 20.2.1919 in Gefangenschaft). Auf den Gefallenendenkmalen der Kriege 1870/71 und 1914 bis 1918 auf dem "Graben" unterhalb des Stadttores südlich der Hauptstraße befinden sich auch die Namen der jüdischen Gefallenen.  
  
Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde noch etwa 120 Personen gehörten (dazu 4 in Staufen), waren die Gemeindevorsteher Gustav Bloch, Max Weil, Hans Dukas und Harry Weil. Lehrer, Kantor und Schochet war David Baracker. An jüdischen Vereinen bestanden u.a. der Israelitische Frauenverein (1886 gegründet; 1924/32 unter Leitung von Auguste Dukas mit 48 Mitgliedern, 1932 29 Mitglieder; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung Ortsansässiger und Kranker), die Jugendgruppe zur Pflege jüdischer Geschichte und Literatur (1924 unter Leitung von Leopold Jeremias mit 25 Mitgliedern) und eine Ortsgruppe des Central-Vereins (1924 unter Leitung von Leopold Jeremias mit 30 Mitgliedern). 1932 waren die Gemeindevorsteher Simon Dukas (1. Vors.), Hermann Dukas (2. Vors. und Schatzmeister), Gustav Bloch (3. Vors.). Als Lehrer, Kantor und Schochet war inzwischen Hugo Alperowitz in der Gemeinde tätig.
    
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben in jüdischem Besitz sind bekannt (Auswahl): Lebensmittel und Wollgeschäft der Familie Max Bloch, "Wolljüdele" (Hauptstraße 46), Fischgeschäft von Familie Adolf Bloch, der "Fischjud" (Hauptstraße 52), jüdische Wirtschaft "Zum wilden Mann" (bis 1926; Ecke Gustav-Weil-Straße/Ernst-Bark-Gasse 4), Textilgeschäft von Familie Leo Weil (Hauptstraße 61), Textilgeschäft von Familie Samuel Kahn und Viehhandel (Hauptstraße 66), Bauer Henri Weil und Kolonialwarenladen der Familie Henri Weil (Hauptstraße 72),  Textilgeschäft von Mathilde Kaufmann (Hauptstraße 75), Bäckerei der Familie Berthold Bloch, der "Bloch-Beck" (Gustav-Weil-Straße 10). Viehhandlung der Familie Leo Louis Kahn (Gustav-Weil-Straße 20), Viehhandlung der Familie Gustav Bloch I (Hauptstraße 55), Viehhandlung der Familie Luzian Günzburger (Hauptstraße 53), Familie Moses Bloch, zeitweise auch Zahnarztpraxis von Sohn Gustav Bloch (Hauptstraße 70), Haus der Familie Leopold Kahn (Gustav-Weil-Straße zwischen 4 und 8, Haus existiert nicht mehr), Weinhandlung der Familie Jonas Dukas (Hauptstraße 17), Weinhandlung der Familie Salomon Bloch (Hauptstraße 70), Weinhandlung der Familie Simon Dukas (Hauptstraße 29), Weinhandlung der Familien Gustav und Max Weil (Hauptstraße 43).        
      
1933 wurden etwa 94 jüdische Einwohner gezählt. In den folgenden Jahren ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien ausgewandert oder von Sulzburg verzogen. Im Juli 1938 wurden noch etwa 57 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die jüdischen Männer verhaftet. Die unter 65-jährigen Männer mussten zu Fuß nach Müllheim ins Gefängnis marschieren, von dort aus kamen sie in das KZ Dachau. Einer von ihnen, Simon Dukas, wurde in Dachau schwer misshandelt, aber ziemlich schnell entlassen, weil er die französische Staatsbürgerschaft erworben hatte. Beim Novemberpogrom wurden sämtliche jüdischen Wohn- und Geschäftshäuser sowie die Synagoge und das jüdische Schulhaus - vor allem durch in Bussen herbeigebrachte Westwallarbeiter - schwer beschädigt und geplündert. Am 22. Oktober 1940 wurden 27 Sulzburger Juden in das KZ Gurs deportiert. 
    
Nach den Deportationen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Sulzburg wohnhaften etwa 94 jüdischen Personen mindestens 22 ums Leben. 

Sulzburg Synagoge 660.jpg (55882 Byte)Links: Gedenken in der Synagoge mit den Namen der 1933 in Sulzburg wohnhaften jüdischen Personen und ihrem weiteren Schicksal. 

   
Persönlichkeiten
Gustav Weil
(1808 Sulzburg - 1889 Freiburg), Orientalist, 1831 an der ägyptischen Ärzteschule in Kairo; 1835 Privatdozent, seit 1845 außerordentlicher Prof. in Heidelberg, 1861 ordentlicher Professor ebd; verfasste zahlreiche Untersuchungen zur arabischen Literatur und islamischen Geschichte (insbesondere auch die bedeutendste Übersetzung von "Tausendundeiner Nacht". Nach ihm ist die "Gustav-Weil-Straße" benannt. Das Elternhaus von Gustav Weil war in der Hauptstraße 67. Vgl. Wikipedia-Artikel zu Gustav Weil 
Ludwig David Kahn: Verfasser von "Die Geschichte der Juden von Sulzburg"; sein Elternhaus (bis 1912) war in der Hauptstraße 28a. 

   
   
   
Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge        
   
1543/44 erhielten die beiden damals aufgenommen Juden Isayas und Jössli in ihren Schutzbriefen die Erlaubnis, in ihren Wohnungen "eines jeden Jahres auf den langen Tag (gemeint der Versöhnungstag) eine Schul oder Synagoge aufzurichten und dazu einen Vorsinger oder Schulmeister zu halten, der sie, ihre Weiber, Kinder und Gesinde, nach ihrem Gebrauch und ihrer Gewohnheit lehre, samt des Vorsingers Weib und Kinder in ihren Behausungen bis zum Ausgang ihrer Schutzzeit". Auf Sonntag Exaudi 1546 bewilligte Markgraf Ernst allen Sulzburger Juden dieses Recht. Vermutlich wurde daraufhin ein Betsaal eingerichtet. 
      
Nach der Wiederansiedlung im 18. Jahrhundert war wiederum ein Betsaal vorhanden, bis 1822 eine Synagoge in der Gustav-Weil-Straße (im Volksmund: "Judengasse", in der NS-Zeit Mühlbachstraße) erbaut werden konnte. Architekt dieser Synagoge war Johann Ludwig Weinbrenner, ein Neffe des badischen Architekten Friedrich Weinbrenner (Karlsruhe). Sie wurde in einem spätbarock-klassizistischen Mischstil erbaut. Im Innern überwiegen klassizistische Stilmerkmale; die großen Rundfenster im Obergeschoss nehmen ein barockes Elemente auf. Der Eingangsbereich ist geprägt von einem vorgestellten, giebelbekrönten Portikus. Der Innenraum wurde an drei Seiten von Emporen eingefasst, die durch zwei im Innern des Gebäudes liegende hölzerne Wendeltreppen erschlossen sind. Zwischen den Emporen ist der Innenraum mit einer hölzernen Tonne überwölbt. Da die Empore durch eine regelmäßige Reihe von Pfeilern mit Kapitellen gestützt wird, entsteht ein dreischiffiger Raum. Nach dem Urteil des Freiburger Professors und Kreisbaumeisters Christoph Arnold vom 12. Oktober 1822 war die neue Synagoge in Sulzburg "solid und meistermäßig" hergestellt, deren "gründliche Ausführung" dem "Entrepreneur" zur Ehre gereiche.     
      
1876/77 wurde die Synagoge renoviert. Dabei wurde im Untergeschoss ein rituelles Bad eingebaut. Der Sternenhimmel des Tonnengewölbes verschwand zugunsten einer kassettenförmigen Deckenfassung. Auch die Scherengitter der Emporen wurden entfernt. Mit einem Festgottesdienst feierte die gesamte Sulzburger Bürgerschaft mit der israelitischen Gemeinde das in neuem Glanz erstandene Gotteshaus. Auch in den folgenden Jahrzehnten wurden immer wieder Renovierungen oder bauliche Verbesserungen durchgeführt. 1920 erhielt die Synagoge elektrisches Licht. Während der Wintermonate wurden die Gottesdienste – um Heizmaterial zu sparen - teilweise im Israelitischen Gemeindehaus (Gustav-Weil-Straße 1) abgehalten, wo im Erdgeschoss zwei Räume zur Nutzung als Betsaal eingerichtet waren. 
        
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge schwer demoliert. Über die Vorgänge an diesem Tag in Sulzburg liegen nähere Informationen aus den Prozessakten der II. Strafkammer des Landgerichts Freiburg vor. Bei diesem Prozess am 15. Dezember 1947 wurde der frühere Müllheimer Kreisleiter Hugo Grüner als Drahtzieher der Aktionen in Abwesenheit verurteilt. Schon am Nachmittag des 9. November 1938 hatte die Gendarmeriestation Heitersheim, zu deren Postenbereich Sulzburg gehörte, vom Gendarmeriekreis Müllheim den Auftrag erhalten, sämtliche Beamte am kommenden Morgen um 8 Uhr zum Rathaus in Sulzburg zu beordern. Noch vor 6 Uhr fuhren am Morgen des 10. November etliche Beteiligte des Pogroms, darunter zwei Gestapobeamte aus Müllheim, in Sulzburg ein. Auch Kreisleiter Grüner erschien zusammen mit einigen "politischen Leitern" und gab bekannt, dass etwas gegen die Juden geschehen müsse. Zwischen 7.00 und 7.30 Uhr kamen mehrere Omnibusse von Westwallarbeitern zur Durchführung der "Judenrazzia" nach Sulzburg. Nachdem die jüdischen Männer inzwischen verhaftet und auf das Rathaus gebracht worden waren, drangen die Westwallarbeiter in die jüdischen Häuser ein und begannen ihr Zerstörungs- und Plünderungswerk. Sämtliche jüdischen Häuser sowie die Synagoge und die jüdische Schule wurden schwer beschädigt und geplündert. Glücklicherweise konnte die Synagoge nicht angezündet werden, da die Nachbarhäuser zu eng daneben standen. 1939 erwarb die politische Gemeinde das Synagogengebäude. Eine Turnhalle sollte in ihr eingerichtet werden. Zeitweise wurde das Gebäude jedoch als Depot der Universitätsbibliothek Freiburg genutzt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude beschlagnahmt und kam über die jüdische Vermögensverwaltung JRSO zunächst an die jüdische Kultusgemeinde Südbaden zurück. 1954 wurde sie an einen Privatmann für gewerbliche Zwecke verkauft. Danach diente das einstige Gotteshaus als Lagerraum und Fabrikhalle. 
        
Die Bemühungen um die Erhaltung der Sulzburger Synagoge gehen in die Zeit Anfang der 1960er-Jahre zurück. 1964 nahm sich ein Freundeskreis um den aus Sulzburg stammenden jüdischen Bürger Hugo Bloch, München, der Synagoge an. Es wurde vorgeschlagen, einen Betsaal, einen Vortragssaal und ein Heimatmuseum in dem Gebäude einzurichten. Erste Besprechungen mit dem Landratsamt und dem Landesdenkmalamt 1964 kamen ein Jahr später ins Stocken, da sich der Besitzer weigerte, das Synagogengebäude zu verkaufen. 1974 sollte das Gebäude wegen seines schlechten Zustandes abgebrochen werden. Das Landesdenkmalamt, das bereits für 1965 einen Zuschuss vorgemerkt hatte, ergriff die Initiative zur Erhaltung der Synagoge. 1976 war der Besitzer zum Verkauf bereit. 1977 kaufte die Gemeinde Sulzburg das Gebäude. Unter den Architekten Edi Guggenheim und Wolfgang Hertel wurden die Restaurierungsarbeiten begonnen. Intensive Überlegungen fanden zur künftigen Nutzung des Gebäudes statt. 1978 wurde die Anna-Hugo-Bloch-Stiftung mit der Aufgabe begründet, die israelitische Kultusgemeinde in Sulzburg wieder zu beleben. Aus der ehemaligen Synagoge sollte wieder ein jüdisches Gemeindezentrum werden. Da damals jedoch keine Aussichten bestanden, dass in Sulzburg wieder eine jüdische Gemeinde entstehen konnte, wurde der Plan nicht verwirklicht.  
      
1979 wurde die ehemalige Synagoge in das Schwerpunktprogramm Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg aufgenommen und für ihre Wiederherstellung ein Zuschuss von 1,6 Millionen DM (= ca. 800.000 €) bewilligt. Bei den Restaurierungsarbeiten, die unter Federführung von Prof. Wolfgang Stopfel vom Landesdenkmalamt Freiburg durchgeführt wurden, sollte das Haus möglichst in den alten Zustand vor 1938 versetzt werden. Restauriert wurden insbesondere die Außenfassade und der Eingangsbereich sowie das rituelle Bad. Mit besonderer Sorgfalt wurden die Malereien im Innern nachgezeichnet, insbesondere das mit Sternen ausgemalte blaue Himmelsgewölbe der Decke (eine Rekonstruktion des Zustandes von 1822; seit der Renovierung und Ausmalung 1879 war die Decke im gleichen Stil bemalt wie die Wände). Die Restaurierungsarbeiten konnten 1984 vorläufig abgeschlossen werden. Im November 1984 wurde in einer Gedenkstunde das Haus als ein Haus der Begegnung für Stadt und Umgebung eingeweiht. Weitere Restaurierungsarbeiten wurden bis Anfang 1995 schrittweise durchgeführt, darunter die Rekonstruktion des Toraschreines (nach 1989). Bei einer Veranstaltung zum Abschluss der Renovierung Anfang Februar 1995 war auch der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel anwesend. Seit 1989 besteht der "Freundeskreis ehemalige Synagoge Sulzburg", der für die inhaltliche Arbeit in der ehemaligen Synagoge verantwortlich ist.  
     
Jüdische Gottesdienste gab es in der ehemaligen Synagoge Sulzburgs erstmals nach 1945 wieder im Herbst 2011, als die liberale jüdische Gemeinde "Gescher" aus Freiburg zu Jom Kippur Gottesdienste in Sulzburg abgehalten hat. Auch 2012 wurden zu Jom Kippur Gottesdienste abgehalten; auch für 2013 ist dies geplant.  
    
    
    
Fotos 
Historische Fotos 
(Quellen: links Ziwes, Badische Synagogen S. 41; Mitte: L.D. Kahn, Geschichte bei S. 57)

Sulzburg Synagoge 175.jpg (308609 Byte) Sulzburg Synagoge 243.jpg (82265 Byte)
Die Synagoge vor 1900  Innenansicht der Synagoge um 1920  


Fotos nach 1945 und bis zur Gegenwart:  

Fotos aus den 1950er- 
bis 1970er-Jahren 
Sulzburg Synagoge 100.jpg (50785 Byte) Sulzburg Synagoge 200.jpg (69081 Byte)
    Die ehemalige Synagoge um 1950 
(Quelle: Ziwes, Badische Synagogen S.82)
Die ehemalige Synagoge 
in den 1960er-Jahren 
     
   Sulzburg Synagoge 242.jpg (92150 Byte) Sulzburg Synagoge 240.jpg (37900 Byte)
   Synagoge in Sulzburg; rechts 
ehemalige jüdische Gastwirtschaft 
"Zum wilden Mann"
Bauaufnahme 1977/78: Reste der
 Zwischendecke und Empore (Quelle: 
"Ich bin doch..." von I. Hecht S. 31)
     
Fotos 1987 nach der Restaurierung: 
(Quelle Sammlung Hahn, Fotos: R. Rasemann)  
Sulzburg Synagoge 181.jpg (39181 Byte) Sulzburg Synagoge 004.jpg (61138 Byte) Sulzburg Synagoge 003.jpg (85810 Byte)
 Außenansichten der ehemaligen Synagoge
 
Sulzburg Synagoge 180.jpg (57365 Byte) Sulzburg Synagoge 002.jpg (88914 Byte) Sulzburg Synagoge 101.jpg (113367 Byte)
Die renovierte Synagoge 1987  Die Gebotstafeln über dem First des
 westlichen Giebels  
   
   
Fotos Juli/August 2002 (Fotos F) bzw. Januar 2003:
* Die mit (F) markierten Fotos sind mit freundlicher Genehmigung von Norbert Floerken übernommen aus der Seite http://www.floerken.de/sulzburg/ 
Zum Bericht über die Exkursion Freiburger Studenten siehe Seite: http://omnibus.uni-freiburg.de/~post/szbg.html
Sulzburg Synagoge F020.jpg (41188 Byte) Sulzburg Synagoge F021.jpg (44166 Byte) Sulzburg Synagoge F027.jpg (44912 Byte)
 Eingang zur Synagoge (F)*  Seitenfassade (F)*  Blick zum Toraschrein (F)*
        
 Sulzburg Synagoge F029.jpg (155967 Byte)  Sulzburg Synagoge F030.jpg (55923 Byte) Sulzburg Synagoge F031.jpg (56307 Byte)
 Seitenfenster zur Straßenseite (F)*   Decke - "Sternenhimmel" (F)* Frauenempore (F)*
     
sulzburg_Synagoge04.jpg (50833 Byte) sulzburg Synagoge05.jpg (50721 Byte) Sulzburg Synagoge 102.jpg (105522 Byte)
Oberer Teil des ehemaligen 
Toraschreines mit den Gebotstafeln
Gruppe von Studierenden aus Freiburg
 beim gemeinsamen Foto in der Synagoge
Der Sternenhimmel 
über dem Betsaal
     
sulzburg_Synagoge03.jpg (37782 Byte) Sulzburg Synagoge06.jpg (39173 Byte)      
Blick auf ehemaligen 
Toraschrein
Erklärungen in der ehemaligen Synagoge
 durch Jost Grosspietzsch
     
     
Fotos 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003)
Sulzburg Synagoge 150.jpg (44827 Byte) Sulzburg Synagoge 151.jpg (42277 Byte)
  Ansichten der ehemaligen Synagoge von der Straße
   
Sulzburg Synagoge 152.jpg (42765 Byte) Sulzburg Synagoge 153.jpg (31037 Byte) Sulzburg Synagoge 154.jpg (45827 Byte)
    Die Gebotstafeln Das Eingangsportal
     
Fotos 2007 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 21.3.2007)
   
Sulzburg Synagoge 650.jpg (67804 Byte) Sulzburg Stadt 660.jpg (74123 Byte) Sulzburg Synagoge 652.jpg (64188 Byte)
Schilder zur Synagoge und zur 
ehemaligen jüdischen Gaststätte 
"Zum Wilden Mann"
"Gustav-Weil-Straße" als Erinnerung 
an den aus Sulzburg stammenden
 Orientalisten
Hinweise zur Geschichte der 
Synagoge gegenüber dem Gebäude
   
     
Sulzburg Synagoge 655.jpg (85945 Byte) Sulzburg Synagoge 653.jpg (70896 Byte) Sulzburg Synagoge 654.jpg (70160 Byte)
Blick von Norden Die Synagoge in der Abendsonne Das Eingangsportal
     
Sulzburg Synagoge 657.jpg (85205 Byte) Sulzburg Synagoge 656.jpg (72327 Byte) Sulzburg Synagoge 658.jpg (62892 Byte)
Der Sternenhimmel auf dem
 Tonnengewölbe
Blick zum Bereich des Toraschreines und
 dem darüber befindlichen Rundfenster
Der Giebel über dem säulengetragenen
 Vordach vor dem Toraschrein
     
Sulzburg Synagoge 661.jpg (66046 Byte) Sulzburg Synagoge 662.jpg (53756 Byte) Sulzburg Synagoge 663.jpg (76381 Byte)
Auf der Empore mit 
den Gittern
Kapitell über 
den Säulen
In der Ausstellung: Plan der ehemaligen
 jüdischen Häuser der Stadt
     
Sulzburg Synagoge 664.jpg (72603 Byte) Sulzburg Synagoge 665.jpg (74687 Byte) Sulzburg Synagoge 666.jpg (78863 Byte)
Aufnahmen von der Frauenempore mit Blick zum ehemaligen Betsaal der Männer und zum Bereich des Toraschreines
 
   Sulzburg Synagoge 667.jpg (70121 Byte)   
   Gäste bei der Veranstaltung am 
21. März 2007 (Vorstellung des Buches
 "Synagogen in Baden-Württemberg"
 
     
Sulzburg Synagoge 651.jpg (59376 Byte) Sulzburg WMann 650.jpg (77650 Byte) Sulzburg WMann 651.jpg (65360 Byte)
Blick von der Gaststätte "Zum Wilden
 Mann"
(rechts) zur ehemaligen Synagoge
Hinweistafel 
"Zum Wilden Mann"
Hinweise am Eingang
 "Zum Wilden Mann"
     
Sulzburg Israelit 23061904.jpg (83047 Byte)  
Werbung für den Gasthof "Zum Wilden Mann" und für für Sulzburg - Anzeige in der
 Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juni 1904: 
"Koscher (hebräische Buchstaben links und
rechts obere Zeile).
Sulzburg bei Badenweiler
(Luftkurort).
Gasthof z. Wilden Mann. Inh.: Frau Levi Witwe.
Derselbe ist mit dichten Tannenwäldern umgeben und ist daher zur schnellsten
 Genesung für Brustleidende, Nervenkranke etc. etc. sehr geeignet. Näheres durch
Die Obige."
 

   
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Februar 2011: Neue Einladung ehemaliger Sulzburger Juden für Oktober 2011   
Artikel von Volker Münch in der "Badischen Zeitung" vom 12. Februar 2011 (Artikel): "Viel Raum für Begegnungen
Die Stadt Sulzburg hat erneut ehemalige jüdische Mitbürger eingeladen / Treffen im Oktober / Kein starres Programm.   
SULZBURG.
Die Sulzburger erinnern sich gerne an die Begegnung mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern vor 23 Jahren. Auf Wunsch einiger Bürger und Stadträte wurden jetzt noch lebende ehemalige jüdische Sulzburger zu einem erneuten Aufenthalt im Oktober nach Sulzburg eingeladen..."     
   
März 2011: Bundestagsvizepräsidentin Kathrin Göring-Eckardt besucht die ehemalige Synagoge   
Artikel in der "Badischen Zeitung" vom März 2011 (Artikel): "Verhindern durch Erinnern. Vizepräsidentin in Synagoge. 
SULZBURG (mps). Prominenten Besuch hatte das alte Residenzstädtchen Sulzburg am Donnerstag: Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), nutzte ihren Aufenthalt in Südbaden zu einer Besichtigung der alten Synagoge. Sie betonte, wie wichtig besonders für die Nachfolgegenerationen eine lebendige Erinnerungskultur sei..."  
    
September 2011: Auf der Suche nach der Geschichte der Familie und ihrer Vorfahren in Sulzburg (Familie Kahn)   
Artikel  von Dorothea Scherle in der "Badischen Zeitung" vom 3. September 2011 (Link zum Artikel): "Auf der Suche nach Anna. Aus einer verwickelten Familiengeschichte, die tief in die Abgründe des 20. Jahrhunderts hineinreicht". (Artikel auch als pdf-Datei eingestellt). 
Ergänzend zum Artikel teilt uns Dorothea Scherle am 1.10.2011 mit, dass sie die Todeserklärung ihres Großonkels Julius Kahn erhalten hat: "Er wurde in Theresienstadt von SS erschlagen (eine Zeugin, die selbst in der Festung von Theresienstadt inhaftiert war und es bei der Arbeit in der Küche beobachtete, hat es meiner Tante nach dem Krieg berichtet)". Julius Kahn war demnach in der Festung und nicht im Ghetto Theresienstadt. Dies hatte seinen Grund darin, dass der Transport am 4. Oktober 1944 aus dem Rheinland versehentlich in der Kleinen Festung und nicht im Ghetto ankam, wodurch sich die brutale Art des Mordens erklärt.   
 
Januar 2012: Vorstellung einer neuen Publikation der "Initiative Jüdische Spuren in Sulzburg"   
Sulzburg 29012012a.jpg (126655 Byte) "Initiative Jüdische Spuren in Sulzburg:  
Einladung 
zur Vorstellung unseres ersten Heftes 'Ein Stadtrundgang' 
aus der neuen Heftreihe Jüdische Spuren in Sulzburg  

am Sonntag, 29. Januar 2012, um 11.30 Uhr 
im Evangelischen Gemeindehaus in Sulzburg 
mit Gesprächen bei Kaffee und Suppe." 
  
März 2012: Rundgang zu den "Jüdischen Spuren in Sulzburg"     
Sulzburg 04032012a.jpg (143492 Byte)Artikel in der "Badischen Zeitung" vom 13. März 2012: "Ein überwältigendes Echo. 
Beim Rundgang auf jüdischen Spuren durch die Stadt Sulzburg..."  
Link zum Artikel.   
Foto links (von Helga Posselt, erhalten über Günter Boll): "Mit so viel Andrang hatte die Initiative 'Jüdische Spuren in Sulzburg nicht gerechnet: Rund 150 Menschen kamen zum ersten Rundgang durch die Stadt).    
 
September 2013: Die liberal-jüdischen Gemeinden von Freiburg und Basel begehen den Jom Kippur in der Sulzburger Synagoge  
Artikel von Martin Pfefferle in der "Badischen Zeitung" vom 16. September 2013: "Vorfreude auf den Verzicht. Eine Basler und eine Freiburger jüdische Gemeinde haben in Sulzburg Jom Kippur gefeiert.
SULZBURG. Jom Kippur ist im jüdischen Kalender der höchste Feiertag. In diesem Jahr wurde das Fest von Freitagabend bis Samstag gefeiert – auch in der Synagoge in Sulzburg. Etwa 60 Jüdinnen und Juden der Basler Gemeinde Ofek und der Freiburger Egalitären Gemeinde Gescher versammelten sich zu den gemeinsamen fünf Gottesdiensten. Viele verbrachten die Nacht bei Sulzburger Familien, die sich nach einer Meldung im evangelischen Gemeindeblatt gemeldet hatten. Es ist Freitagabend und auf den ersten Blick ist klar: Hier wird etwas gefeiert. Vor der Synagoge in einer der schmalen Gassen Sulzburgs versammeln sich immer mehr fröhliche Menschen, die meisten weiß gekleidet, umarmen sich, lachen miteinander. Einige essen noch eine Kleinigkeit. Denn wenig später beginnt der erste Gottesdienst und mit ihm eine 25-stündige Fastenzeit. Dann nehmen gläubige Juden, Kranke und Schwangere ausgenommen, nichts mehr zu sich. Und so kann Guerino Pizzo, der Wirt des "Wilden Mann" gegenüber der Synagoge, schnell beruhigt werden. Er hatte schon befürchtet, dass das Festmahl schon für diesen Abend gebraucht wird. Aber nein, er hat noch genügend Zeit, um Tomatencremesuppe, Wirsinglasagne und Früchtebecher vorzubereiten. Dass die Gläubigen bei ihm das Fastenbrechen, das "Anbeißen" feiern wollen, ist kein Zufall. Der "Wilde Mann" war früher ein jüdisches Lokal. Eine koschere Küche, mit Trennung von Milch- und Fleischverarbeitung, gibt es bei Wirt Pizzo nicht, deshalb bereitet er Vegetarisches für die große Festgesellschaft vor. 
Schon am Freitagabend ist die Stimmung gelöst, obwohl die vielen Stunden Gottesdienste und Fasten noch bevor stehen. "Das Fasten verstärkt die Intensität", sagt Heide Fischer, die im Vorstand der jüdischen Gemeinde Gescher aus Freiburg ist. Gescher ist wie auch Ofek eine liberale Gemeinde. Das bedeutet auch, dass hier Frauen dieselben Rechte und Pflichten wie Männer haben – wie zum Beispiel am Schabatmorgen aus der Tora zu lesen. Die Leitung des Gottesdiensts liegt bei Kantorin Annette Böckler, die sich das Gewand anlegt, das ein ein Totenhemd erinnern soll. Für sie ist es in Sulzburg eine besondere Atmosphäre, sie lebt in London. Dort gebe es Viertel mit Juden und Hindus, in denen ihre Religion ganz normal gelebt wird. In Deutschland ist das anders: "Wir waren immer eine Minderheit", sagt Richard Ernst und lächelt. Bis 1938 lebten sie in Sulzburg damit gut." 
Link zum Artikel     
 
Juni 2014: Verlegung von "Stolpersteinen" in Sulzburg  
Artikel von Martin Pfefferle in der "Badischen Zeitung" vom 30. Juni 2014: "Stolpersteine sollen Anstoß geben
Die Erinnerung an das reiche jüdische Leben in Sulzburg vor der NS-Zeit wird durch Gedenkblöcke neu entfacht.
SULZBURG
. Im groben Asphalt mit Kieselsteinen leuchten jetzt zwei Messingblöcke. Die beiden Schmuckstücke, die in den Boden vor dem Haus in der Gustav-Weil-Straße 20 eingelassen sind, erinnern aber an ein alles andere als glänzendes Kapitel deutscher und auch Sulzburger Geschichte. In die beiden Steine sind die Namen von jüdischen Mitbürgern eingelassen, die 1940 deportiert wurden.
Stolpersteine nennt der aus Berlin stammende Künstler Gunter Demnig die Messingblöcke, die in ihrer Form an Pflastersteine erinnern. Für Demnig ist das Verlegen der Stolpersteine zur Lebensaufgabe geworden, wie er am Rande seiner Arbeit in Sulzburg betonte."  
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Anmerkung: die beiden "Stolpersteine" wurden zum Gedenken an Elfriede und Leo Louis Kahn verlegt.   

     
 

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Sulzburg   
Kurzvorstellung der jüdischen Gemeinde Sulzburg bei jgm-net.de: hier anklicken 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Sulzburg  (interner Link)  

Literatur:

Germania Judaica III,2 S. 1446.
Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 266ff.
Ludwig David Kahn: Die Geschichte der Juden von Sulzburg. Müllheim 1969.
Ingeborg Hecht: Sulzburg. Ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart. Freiburg 1985 (Reihe: Heimat im Bild).
Bernd Michaelis: Die Geschichte der Juden in Sulzburg. 1987.
Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg. 1987. S. 68ff.
Martin Bier: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung". Eine Ausarbeitung des Freundeskreises Ehemalige Synagoge Sulzburg für die Besucher von ehemaliger Synagoge und Friedhof. 1991.
Der Jüdische Friedhof in Sulzburg. Katalog zur Ausstellung. Hg.: Freie Künstlergruppe Freiburg e.V., 1990.
Haus-Bild-Stein: Skulpturen und Bilder von Bernd Völkle. Fotografien der früheren Synagoge. Katalog zur Ausstellung mit Textbeiträgen von Gabriel Heim, Wolfgang Heidenreich und Jost Grosspietsch. Sulzburg o.J.
Spuren. Katalog zur Ausstellung J. Brodwolf 1990 in Sulzburg. Mit Beiträgen über die Deportation der Sulzburger und Müllheimer Juden am 22.10.1940 von Rolf Schuhbauer, Jost Grosspietsch und Wolfgang Heidenreich.
Jacob Picard 1883-1967. Dichter des deutschen Landjudentums. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Sulzburg. Erarbeitet von Manfred Bosch und Jost Grosspietsch. Freiburg 1992.

Die Stimme der Wörter der Bilder. Arbeiten von Gerta Haller, Nikolaus Cybinski, Wolfgang Heidenreich und Jost Grosspietsch. 1996.

"Ich bin doch geborener Sulzburger und Deutscher". Text von Ingeborg Hecht. Hg. vom Freundeskreis Ehemalige Synagoge Sulzburg e.V. 1994. 

Franz-Josef Ziwes (Hg.): Badische Synagogen. 1997 S. 40-41 (Abschnitt zur Synagoge Sulzburg von Jost Grosspietsch).

Jüdisches Leben in Sulzburg 1900-1940. Eine Materialsammlung. Hrsg.: Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Sulzburg e.V.   

synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007. 

Günter Boll (unveröffentlicht): Hinweis auf ein 1725 in Frankfurt erschienenes hebräisches Gebetbuch "Slichot für das ganze Jahr nach dem elsässischen Ritus", in dem Rabbiner David Blum von Sulzburg als Gewährsmann genannt wird: eingestellt als pdf-Datei.  

Sulzburg Lit 2012a.jpg (111576 Byte)Jüdische Spuren in Sulzburg. Ein Stadtrundgang durch das Sulzburg der 30er-Jahre. Heft I der Heftreihe "Jüdische Spuren in Sulzburg". Hrsg. von der Initiative Jüdische Spuren in Sulzburg 2011. Dazu Artikel in der "Badischen Zeitung":  
Namen, Biografien und Schicksale (veröffentlicht am 25. Februar 2012 auf badische-zeitung.de)  

Sulzburg LitFrie 010.jpg (118744 Byte)Der jüdische Friedhof im Sulzbachtal. Heft II der Reihe "Jüdische Spuren in Sulzburg". Hrsg. von der Initiative Jüdische Spuren in Sulzburg. Sulzburg 2013. 82 S. Zahlr. Abbildungen und Pläne.  
Presseartikel von Ingeborg Grziwa zur Vorstellung der Publikation: 
Ein Zauberwald im Dornröschenschlaf (veröffentlicht am Do, 11. Juli 2013 auf badische-zeitung.de)  
Bezug der Publikation (Preis: € 7,50 plus Porto) über Sibylle Höschele (sibylle.hoeschele[et]t-online.de).  
Presseartikel vom 23. August 2013: Besondere Spurensuche (veröffentlicht am Fr, 23. August 2013 auf badische-zeitung.de)  

          
            


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Sulzburg  Baden. Jews arrived in the early 16th century and were expelled in 1615 with the rest of the Jews of the region. The Jewish settlement was renewed in 1716 by four families expelled from Switzerland and Alsace. From 1727 to 1827, Sulzburg was the seat of the chief rabbinate of Upper Baden. Throughout the 18th and 19th centuries the Kahn and Weil families stood at the head of the community. Gustav Weil (1798-1889), the noted Orientalist, was the first Jewish lecturer to receive tenure at Heidelberg University without converting. In 1823 a synagogue was consecrated and at the Jewish elementary school English was taught to prepare the young for emigration to the United States. Anti-Jewish rioting occured during the revolutionary disturbances of 1848 and on the eve of Jewish emancipation in 1862. The Jewish population grew steadily to a peak of 416 in 1864 (total 1,296) but then declined sharply, numbering 84 in 1933. Under the Nazis the economic boycott was systematically enforced, with the licences of Jewish cattle traders revoked and Jews forced to liquidate their businesses. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue and cemetery were vandalized and Jews were sent to the Dachau concentration camp. In all, 47 Jews emigrated and ten moved to ohter German cities. The last 27 Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. Eight others were sent to concentration camps after leaving Sulzburg. In all, 24 perished.  
  
      

                   
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Stand: 30. Juni 2014