Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Sulzburg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
vgl. weitere Seite "Texte zur jüdischen Geschichte in Sulzburg"
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen
Links und Literatur    

      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  (english version)

Die Geschichte der Sulzburger jüdischen Gemeinde geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1528 Juden am Ort genannt. Die Stadt wird vor allem Zuzug durch einige der aus Orten um Freiburg 1523 vertriebenen Juden erhalten haben (u.a. Krozingen, Gottenheim). Unter Markgraf Georg Friedrich (1604-1622) wurden die Juden vertrieben.   

1716 waren wieder vier Familien in der Stadt. Von da an war Sulzburg bis ins 19. Jahrhundert geistiges und kultisches Zentrum der Juden in der Markgrafschaft. Obwohl die Sulzburger Juden bis ins 19. Jahrhundert hinein von dem ihnen erlaubten Getreide-, Wein-, Tabak- und Viehhandel unter durchaus armseligen Bedingungen lebten, war ihr Anteil am Leben und an der Kultur der Stadt schon damals beträchtlich. 1864 umfasste die jüdische Gemeinde mit 416 Personen ein Drittel der Stadtbevölkerung. 

Aus Sulzburg stammte Gustav Weil (1808-1889), der als Professor für orientalische Sprachen in Heidelberg vor allem durch seine Übersetzung von "Tausendundeiner Nacht" bekannt wurde. Bis 1887 bestand ein Rabbinat in Sulzburg, dann wurde es nach Freiburg verlegt.   
 
Nach den Deportationen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Sulzburg wohnhaften 94 jüdischen Personen mindestens 22 ums Leben. 

Sulzburg Synagoge 660.jpg (55882 Byte)Links: Gedenken in der Synagoge mit den Namen der 1933 in Sulzburg wohnhaften jüdischen Personen und ihrem weiteren Schicksal. 

 

Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge

1543/44 erhielten die beiden damals aufgenommen Juden Isayas und Jössli in ihren Schutzbriefen die Erlaubnis, in ihren Wohnungen "eines jeden Jahres auf den langen Tag (gemeint der Versöhnungstag) eine Schul oder Synagoge aufzurichten und dazu einen Vorsinger oder Schulmeister zu halten, der sie, ihre Weiber, Kinder und Gesinde, nach ihrem Gebrauch und ihrer Gewohnheit lehre, samt des Vorsingers Weib und Kinder in ihren Behausungen bis zum Ausgang ihrer Schutzzeit". Auf Sonntag Exaudi 1546 bewilligte Markgraf Ernst allen Sulzburger Juden dieses Recht. Vermutlich wurde daraufhin ein Betsaal eingerichtet. 
      
Nach der Wiederansiedlung im 18. Jahrhundert war wiederum ein Betsaal vorhanden, bis 1822 eine Synagoge in der Mühlbachstrasse (im Volksmund "Judengasse") erbaut werden konnte. Architekt dieser Synagoge war Johann Ludwig Weinbrenner, ein Neffe des badischen Architekten Friedrich Weinbrenner (Karlsruhe). Sie wurde in einem spätbarock-klassizistischen Mischstil erbaut. Im Innern überwiegen klassizistische Stilmerkmale; die großen Rundfenster im Obergeschoss nehmen ein barockes Elemente auf. Der Eingangsbereich ist geprägt von einem vorgestellten, giebelbekrönten Portikus. Der Innenraum wurde an drei Seiten von Emporen eingefasst, die durch zwei im Innern des Gebäudes liegende hölzerne Wendeltreppen erschlossen sind. Zwischen den Emporen ist der Innenraum mit einer hölzernen Tonne überwölbt. Da die Empore durch eine regelmäßige Reihe von Pfeilern mit Kapitellen gestützt wird, entsteht ein dreischiffiger Raum. Nach dem Urteil des Freiburger Professors und Kreisbaumeisters Christoph Arnold vom 12. Oktober 1822 war die neue Synagoge in Sulzburg "solid und meistermäßig" hergestellt, deren "gründliche Ausführung" dem "Entrepreneur" zur Ehre gereiche.   
      
1876/77 wurde die Synagoge renoviert. Dabei wurde im Untergeschoss ein rituelles Bad eingebaut. Der Sternenhimmel des Tonnengewölbes verschwand zugunsten einer kassettenförmigen Deckenfassung. Auch die Scherengitter der Emporen wurden entfernt. Mit einem Festgottesdienst feierte die gesamte Sulzburger Bürgerschaft mit der israelitischen Gemeinde das in neuem Glanz erstandene Gotteshaus. Auch in den folgenden Jahrzehnten wurden immer wieder Renovierungen oder bauliche Verbesserungen durchgeführt. 1920 erhielt die Synagoge elektrisches Licht. Während der Wintermonate wurden die Gottesdienste – um Heizmaterial zu sparen - teilweise im Israelitischen Gemeindehaus (Mühlbachstraße 1) abgehalten, wo im Erdgeschoss zwei Räume zur Nutzung als Betsaal eingerichtet waren. 
      
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge schwer demoliert. Über die Vorgänge an diesem Tag in Sulzburg liegen nähere Informationen aus den Prozessakten der II. Strafkammer des Landgerichts Freiburg vor. Bei diesem Prozess am 15. Dezember 1947 wurde der frühere Müllheimer Kreisleiter Hugo Grüner als Drahtzieher der Aktionen in Abwesenheit verurteilt. Schon am Nachmittag des 9. November 1938 hatte die Gendarmeriestation Heitersheim, zu deren Postenbereich Sulzburg gehörte, vom Gendarmeriekreis Müllheim den Auftrag erhalten, sämtliche Beamte am kommenden Morgen um 8 Uhr zum Rathaus in Sulzburg zu beordern. Noch vor 6 Uhr fuhren am Morgen des 10. November etliche Beteiligte des Pogroms, darunter zwei Gestapobeamte aus Müllheim, in Sulzburg ein. Auch Kreisleiter Grüner erschien zusammen mit einigen "politischen Leitern" und gab bekannt, dass etwas gegen die Juden geschehen müsse. Zwischen 7.00 und 7.30 Uhr kamen mehrere Omnibusse von Westwallarbeitern zur Durchführung der "Judenrazzia" nach Sulzburg. Nachdem die jüdischen Männer inzwischen verhaftet und auf das Rathaus gebracht worden waren, drangen die Westwallarbeiter in die jüdischen Häuser ein und begannen ihr Zerstörungs- und Plünderungswerk. Sämtliche jüdischen Häuser sowie die Synagoge und die jüdische Schule wurden schwer beschädigt und geplündert. Glücklicherweise konnte die Synagoge nicht angezündet werden, da die Nachbarhäuser zu eng daneben standen. 1939 erwarb die politische Gemeinde das Synagogengebäude. Eine Turnhalle sollte in ihr eingerichtet werden. Zeitweise wurde das Gebäude jedoch als Depot der Universitätsbibliothek Freiburg genutzt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude beschlagnahmt und kam über die jüdische Vermögensverwaltung JRSO zunächst an die jüdische Kultusgemeinde Südbaden zurück. 1954 wurde sie an einen Privatmann für gewerbliche Zwecke verkauft. Danach diente das einstige Gotteshaus als Lagerraum und Fabrikhalle. 
      
Die Bemühungen um den Erhalt der Sulzburger Synagoge gehen in die Zeit Anfang der 1960er-Jahre zurück. 1964 nahm sich ein Freundeskreis um den aus Sulzburg stammenden jüdischen Bürger Hugo Bloch, München, der Synagoge an. Es wurde vorgeschlagen, einen Betsaal, einen Vortragssaal und ein Heimatmuseum in dem Gebäude einzurichten. Erste Besprechungen mit dem Landratsamt und dem Landesdenkmalamt 1964 kamen ein Jahr später ins Stocken, da sich der Besitzer weigerte, das Synagogengebäude zu verkaufen. 1974 sollte das Gebäude wegen seines schlechten Zustandes abgebrochen werden. Das Landesdenkmalamt, das bereits für 1965 einen Zuschuss vorgemerkt hatte, ergriff die Initiative zum Erhalt der Synagoge. 1976 war der Besitzer zum Verkauf bereit. 1977 kaufte die Gemeinde Sulzburg das Gebäude. Unter den Architekten Edi Guggenheim und Wolfgang Hertel wurden die Restaurierungsarbeiten begonnen. Intensive Überlegungen fanden zur künftigen Nutzung des Gebäudes statt. 1978 wurde die Anna-Hugo-Bloch-Stiftung mit der Aufgabe begründet, die israelitische Kultusgemeinde in Sulzburg wieder zu beleben. Aus der ehemaligen Synagoge sollte wieder ein jüdisches Gemeindezentrum werden. Da damals jedoch keine Aussichten bestanden, dass in Sulzburg wieder eine jüdische Gemeinde entstehen konnte, wurde der Plan nicht verwirklicht.   
      
1979 wurde die ehemalige Synagoge in das Schwerpunktprogramm Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg aufgenommen und für ihre Wiederherstellung ein Zuschuss von 1,6 Millionen DM (= ca. 800.000 €) bewilligt. Bei den Restaurierungsarbeiten, die unter Federführung von Prof. Wolfgang Stopfel vom Landesdenkmalamt Freiburg durchgeführt wurden, sollte das Haus möglichst in den alten Zustand vor 1938 versetzt werden. Restauriert wurden insbesondere die Außenfassade und der Eingangsbereich sowie das rituelle Bad. Mit besonderer Sorgfalt wurden die Malereien im Innern nachgezeichnet, insbesondere das mit Sternen ausgemalte blaue Himmelsgewölbe der Decke. Ausstattungstücke wie Toraschrein und Lesepult wurden rekonstruiert. Die Restaurierungsarbeiten konnten 1984 vorläufig abgeschlossen werden. Im November 1984 wurde in einer Gedenkstunde das Haus als ein Haus der Begegnung für Stadt und Umgebung eingeweiht. Weitere Restaurierungsarbeiten wurden bis Anfang 1995 schrittweise durchgeführt. Bei einer Veranstaltung zum Abschluss der Renovierung Anfang Februar 1995 war auch der baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel anwesend. Seit 1989 besteht der "Freundeskreis ehemalige Synagoge Sulzburg", der für die inhaltliche Arbeit in der ehemaligen Synagoge verantwortlich ist.  
      
   
Fotos 
Historische Fotos 
(Quellen: links Ziwes, Badische Synagogen S. 41; Mitte: L.D. Kahn, Geschichte bei S. 57)

Sulzburg 001.jpg (85101 Byte) Sulzburg Synagoge 243.jpg (82265 Byte)
Die Synagoge vor 1900  Innenansicht der Synagoge um 1920  


Fotos nach 1945 und bis zur Gegenwart:  

Fotos aus den 1950er- bis 1970er-Jahren Sulzburg Synagoge 100.jpg (50785 Byte) Sulzburg Synagoge 200.jpg (69081 Byte)
   Die ehemalige Synagoge um 1950 (Quelle: Ziwes, Badische Synagogen S.82) Die ehemalige Synagoge in den 1960er-Jahren 
     
   Sulzburg Synagoge 242.jpg (92150 Byte) Sulzburg Synagoge 240.jpg (37900 Byte)
   Synagoge in Sulzburg; rechts ehemalige jüdische Gastwirtschaft "Zum wilden Mann" Bauaufnahme 1977/78: Reste der Zwischendecke und Empore (Quelle: "Ich bin doch..." von I. Hecht S. 31)
     
Fotos 1987 nach der Restaurierung: 
(Quelle Sammlung Hahn, Fotos: R. Rasemann)
Sulzburg Synagoge 181.jpg (39181 Byte) Sulzburg Synagoge 004.jpg (61138 Byte) Sulzburg Synagoge 003.jpg (85810 Byte)
 Außenansichten der ehemaligen Synagoge
 
Sulzburg Synagoge 180.jpg (57365 Byte) Sulzburg Synagoge 002.jpg (88914 Byte) Sulzburg Synagoge 101.jpg (113367 Byte)
Die renovierte Synagoge 1987 Die Gebotstafeln über dem First des westlichen Giebels
   
Fotos Juli/August 2002 (Fotos F) bzw. Januar 2003:
* Die mit (F) markierten Fotos sind mit freundlicher Genehmigung von Norbert Floerken übernommen aus der Seite http://www.floerken.de/sulzburg/ 
Zum Bericht über die Exkursion Freiburger Studenten siehe Seite: http://omnibus.uni-freiburg.de/~post/szbg.html
Sulzburg Synagoge F020.jpg (41188 Byte) Sulzburg Synagoge F021.jpg (44166 Byte) Sulzburg Synagoge F027.jpg (44912 Byte)
 Eingang zur Synagoge (F)*  Seitenfassade (F)*  Blick zum Toraschrein (F)*
        
 Sulzburg Synagoge F029.jpg (155967 Byte)  Sulzburg Synagoge F030.jpg (55923 Byte) Sulzburg Synagoge F031.jpg (56307 Byte)
 Seitenfenster zur Straßenseite (F)*   Decke - "Sternenhimmel" (F)* Frauenempore (F)*
     
sulzburg_Synagoge04.jpg (50833 Byte) sulzburg Synagoge05.jpg (50721 Byte) Sulzburg Synagoge 102.jpg (105522 Byte)
Oberer Teil des ehemaligen Toraschreines mit den Gebotstafeln Gruppe von Studierenden aus Freiburg beim gemeinsamen Foto in der Synagoge Der Sternenhimmel über dem Betsaal
     
sulzburg_Synagoge03.jpg (37782 Byte) Sulzburg Synagoge06.jpg (39173 Byte)     
Blick auf ehemaligen Toraschrein Erklärungen in der ehemaligen Synagoge durch Jost Grosspietzsch     
     
Fotos 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003)
Sulzburg Synagoge 150.jpg (44827 Byte) Sulzburg Synagoge 151.jpg (42277 Byte)
  Ansichten der ehemaligen Synagoge von der Straße
   
Sulzburg Synagoge 152.jpg (42765 Byte) Sulzburg Synagoge 153.jpg (31037 Byte) Sulzburg Synagoge 154.jpg (45827 Byte)
    Die Gebotstafeln Das Eingangsportal
     
Fotos 2007 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 21.3.2007)
   
Sulzburg Synagoge 650.jpg (67804 Byte) Sulzburg Stadt 660.jpg (74123 Byte) Sulzburg Synagoge 652.jpg (64188 Byte)
Schilder zur Synagoge und zur ehemaligen jüdischen Gaststätte "Zum Wilden Mann" "Gustav-Weil-Straße" als Erinnerung an den aus Sulzburg stammenden Orientalisten Hinweise zur Geschichte der Synagoge gegenüber dem Gebäude
     
Sulzburg Synagoge 655.jpg (85945 Byte) Sulzburg Synagoge 653.jpg (70896 Byte) Sulzburg Synagoge 654.jpg (70160 Byte)
Blick von Norden Die Synagoge in der Abendsonne Das Eingangsportal
     
Sulzburg Synagoge 657.jpg (85205 Byte) Sulzburg Synagoge 656.jpg (72327 Byte) Sulzburg Synagoge 658.jpg (62892 Byte)
Der Sternenhimmel auf dem Tonnengewölbe Blick zum Bereich des Toraschreines und dem darüber befindlichen Rundfenster Der Giebel über dem säulengetragenen Vordach vor dem Toraschrein
     
Sulzburg Synagoge 661.jpg (66046 Byte) Sulzburg Synagoge 662.jpg (53756 Byte) Sulzburg Synagoge 663.jpg (76381 Byte)
Auf der Empore mit den Gittern Kapitell über den Säulen In der Ausstellung: Plan der ehemaligen jüdischen Häuser der Stadt
     
Sulzburg Synagoge 664.jpg (72603 Byte) Sulzburg Synagoge 665.jpg (74687 Byte) Sulzburg Synagoge 666.jpg (78863 Byte)
Aufnahmen von der Frauenempore mit Blick zum ehemaligen Betsaal der Männer und zum Bereich des Toraschreines
 
   Sulzburg Synagoge 667.jpg (70121 Byte)   
   Gäste bei der Veranstaltung am 21. März 2007 (Vorstellung des Buches "Synagogen in Baden-Württemberg"  
     
Sulzburg Synagoge 651.jpg (59376 Byte) Sulzburg WMann 650.jpg (77650 Byte) Sulzburg WMann 651.jpg (65360 Byte)
Blick von der Gaststätte "Zum Wilden Mann" (rechts) zur ehemaligen Synagoge Hinweistafel "Zum Wilden Mann" Hinweise am Eingang "Zum Wilden Mann"
     
Sulzburg Israelit 23061904.jpg (83047 Byte)  
Werbung für den Gasthof "Zum Wilden Mann" und für für Sulzburg - Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juni 1904: "Koscher (hebräische Buchstaben links und rechts obere Zeile).
Sulzburg bei Badenweiler
(Luftkurort).
Gasthof z. Wilden Mann. Inh.: Frau Levi Witwe.
Derselbe ist mit dichten Tannenwäldern umgeben und ist daher zur schnellsten Genesung für Brustleidende, Nervenkranke etc. etc. sehr geeignet. Näheres durch
Die Obige."
 

   
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Sulzburg
Kurzvorstellung der jüdischen Gemeinde Sulzburg bei jgm-net.de: hier anklicken 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Sulzburg (interner Link)

Literatur:

Germania Judaica III,2 S. 1446.
Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 266ff.
Ludwig David Kahn: Die Geschichte der Juden von Sulzburg. Müllheim 1969.
Ingeborg Hecht: Sulzburg. Ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart. Freiburg 1985 (Reihe: Heimat im Bild).
Bernd Michaelis: Die Geschichte der Juden in Sulzburg. 1987.
Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg. 1987. S. 68ff.
Martin Bier: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung". Eine Ausarbeitung des Freundeskreises Ehemalige Synagoge Sulzburg für die Besucher von ehemaliger Synagoge und Friedhof. 1991.
Der Jüdische Friedhof in Sulzburg. Katalog zur Ausstellung. Hg.: Freie Künstlergruppe Freiburg e.V., 1990.
Haus-Bild-Stein: Skulpturen und Bilder von Bernd Völkle. Fotografien der früheren Synagoge. Katalog zur Ausstellung mit Textbeiträgen von Gabriel Heim, Wolfgang Heidenreich und Jost Grosspietsch. Sulzburg o.J.
Spuren. Katalog zur Ausstellung J. Brodwolf 1990 in Sulzburg. Mit Beiträgen über die Deportation der Sulzburger und Müllheimer Juden am 22.10.1940 von Rolf Schuhbauer, Jost Grosspietsch und Wolfgang Heidenreich.
Jacob Picard 1883-1967. Dichter des deutschen Landjudentums. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Sulzburg. Erarbeitet von Manfred Bosch und Jost Grosspietsch. Freiburg 1992.

Die Stimme der Wörter der Bilder. Arbeiten von Gerta Haller, Nikolaus Cybinski, Wolfgang Heidenreich und Jost Grosspietsch. 1996.

"Ich bin doch geborener Sulzburger und Deutscher". Text von Ingeborg Hecht. Hg. vom Freundeskreis Ehemalige Synagoge Sulzburg e.V. 1994. 

Franz-Josef Ziwes (Hg.): Badische Synagogen. 1997 S. 40f (Abschnitt zur Synagoge Sulzburg von Jost Grosspietsch).

Jüdisches Leben in Sulzburg 1900-1940. Eine Materialsammlung. Hrsg.: Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Sulzburg e.V.   

synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Sulzburg  Baden. Jews arrived in the early 16th century and were expelled in 1615 with the rest of the Jews of the region. The Jewish settlement was renewed in 1716 by four families expelled from Switzerland and Alsace. From 1727 to 1827, Sulzburg was the seat of the chief rabbinate of Upper Baden. Throughout the 18th and 19th centuries the Kahn and Weil families stood at the head of the community. Gustav Weil (1798-1889), the noted Orientalist, was the first Jewish lecturer to receive tenure at Heidelberg University without converting. In 1823 a synagogue was consecrated and at the Jewish elementary school English was taught to prepare the young for emigration to the United States. Anti-Jewish rioting occured during the revolutionary disturbances of 1848 and on the eve of Jewish emancipation in 1862. The Jewish population grew steadily to a peak of 416 in 1864 (total 1,296) but then declined sharply, numbering 84 in 1933. Under the Nazis the economic boycott was systematically enforced, with the licences of Jewish cattle traders revoked and Jews forced to liquidate their businesses. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue and cemetery were vandalized and Jews were sent to the Dachau concentration camp. In all, 47 Jews emigrated and ten moved to ohter German cities. The last 27 Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. Eight others were sent to concentration camps after leaving Sulzburg. In all, 24 perished.  
    

  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. Januar 2010