Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) 
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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)

In der im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlichen Herrschaften gehörenden und von einem wechselvollen Schicksal gezeichneten Stadt Breisach bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. 1301 werden erstmals Juden genannt. Während der Judenverfolgung in der Pestzeit 1349 wurde die Gemeinde vernichtet. Seit 1376 ließen sich erneut Juden nieder. 1424 wurden sie ausgewiesen. 
  
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Nach der Eroberung der Festung Breisach durch Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar im Dezember 1638 konnten Juden wieder in Breisach zuziehen. 1710 wurden bereits 30 jüdische Familien gezählt, die eine Gemeinde mit Rabbiner, Vorsänger und anderen Gemeindebediensteten bildeten. Bei der Zerstörung der Stadt durch die Franzosen brannten alle jüdischen Häuser nieder, was für einige Jahre zur völligen Verarmung der jüdischen Familien führte. 

1809 lebten wieder 85 jüdische Familien in der Stadt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1839 Höchstzahl mit 572 Personen (15,5 % von insgesamt 3.050 Einwohnern), 1855 558 jüdische Einwohner, 1880 564 (17,3 % von 3.258), 1900 434 (12,3 % von 3.537), 1910 405 (11,5 % von 3.537). 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof (zum alten und neuen Friedhof). Das rituelle Bad war im 18. Jahrhundert in einem Nebengebäude zur Synagoge untergebracht, später im Untergeschoss der Synagoge. Eine jüdische Konfessionsschule bestand von 1835 bis 1876. Sie wurde im ehemaligen Wirtshaus "Zum Sankt Peter" (Rheintorstraße 3) eingerichtet. Das Gebäude diente zeitweise als jüdisches Armenspital und als jüdisches Gemeindehaus und als Kantorswohnung, zuletzt war nach der Zerstörung der Synagoge von 1938-40 hierin auch ein Betsaal eingerichtet. Nach 1940 wurde das Gebäude als Werkstatt, nach 1955 als Wohnhaus genutzt. Das 2000 vom "Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus" erworbene Gebäude ist seit 2003 als Gedenk- und Begegnungsstätte hergerichtet (siehe unten).  
  
Seit 1827 war Breisach Sitz eines Bezirksrabbinates, das 1885 nach Freiburg verlegt wurde. 

Im 20. Jahrhundert und bis nach 1933 waren zahlreiche Gewerbebetriebe am Ort im Besitz jüdischer Einwohner, darunter waren 1933 noch Eisenhandlungen, Holz- und Kohlenhandlungen, drei Haushaltswaren-, vier Textil-, zwei Kolonialwarengeschäfte, fünf Metzgereien, drei Mehl- und Getreidehandlungen, drei Gastwirtschaften und einige kleinere Läden. Im Einzelnen handelte es sich bei den ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden jüdischen Handels- und Gewerbebetrieben um die folgenden (großenteils kriegszerstört): Eisengroßhandlung Gebr. Bär (abgebrannt, Neutorstr.), Gasthaus „Zum Schiff“, Inh. David Bergheimer (Kupfertorplatz), Holz- und Kohlenhandlung Hermann Blozheimer (Kupfertorstraße), Holz- und Kohlenhandlung Salomon Blozheimer (Kupfertorstraße), Woll- und Weißwarengroßhandel Breisacher und Geismar (Rheintorstraße), Lebensmittelgeschäft und Haushaltwaren Leopold Breisacher (Fischerhalde), Lebensmittelgeschäft Luise Breisacher (Rheintorstraße), Textilgeschäft Karl Dreyfuß (zerstört, Rheinstraße), Herrenkonfektion Leopold Dreyfuß (abgebrannt, Marktplatz), Textilgeschäft Julius Dreyfuß (abgebrannt, Kupfertorstraße), Schuhgeschäft M. Dreyfuß Wwe. (abgebrannt, Kupfertorstraße), Metzgerei Josef Frank (abgebrannt, Neutorstraße), Lederhandlung Geismar-Offenheimer (Rheintorstraße), Eisengroßhandlung Alfred Geismar (Muggensturmstraße), Textil- und Reise-Versandgeschäft Hugo Geismar (Poststraße), Textilgeschäft Herbert Greilsamer (Rheintorstraße), Schneidermeister Hermann Greilsamer (abgebrannt, Bergstraße), Metzgerei Gustav Günzburger (Neutorstraße), Mehl- und Getreidehandlung Salomon Levy (abgebrannt, Richard-Müller-Straße), Metzgerei Max Levy (abgebrannt, Rheinstraße), Mehl- und Getreidehandlung Berthold Ley (Rheintorstraße), Mehl- und Getreidehandlung Abraham Mock (Rheintorstraße), Gasthaus "Zum Adler", Inh. Abraham Mock (Rheintorstraße), Gasthaus "Zum Bären", Inh. Emilie Schwab (Rheintorstraße), Spirituosenhandlung Emil Weil (abgebrannt, Gutgesellentorplatz), Textil- und Reisegeschäft Moritz Weil (Rheintorstraße), Eisenwaren Siegfried Weil (abgebrannt, Gutgesellentorplatz), Ledergroßhandlung Julius Weill (Rheintorstraße), Metzgerei David Wurmser (Kupfertorplatz).   
      

Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 231 hier lebenden jüdischen Einwohnern mindestens 68 ums Leben.   
    
Von den in Breisach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hermann Bähr (1878), David Bergheimer (1877), Emilie Bergheimer (1880), Jenny Bergheimer geb. Levi (1879), Jakob Bernheim (1867), Sabine Bernheim geb. Wurmser (1880), Auguste Bloch geb. Weil (1884), Ludwig Blozheimer (1895), Gustav Blum (1872) Ludwig Blum (1871), Benjamin Breisacher (1872), Fanny Breisacher (1876), Frieda Breisacher (1880), Korina Breisach (1885), Luise Breisacher (1878), Mathilde Breisacher (1872), Melanie Breisacher geb. Blozheimer (1881), Melanie Breisacher (1903), Robert Burgheimer (1882), Else Dreyfuß (1908), Marie Dreyfuß geb. Model (1863), Michael Eisemann (1894), Hedwig Helena Felsenstein (1884), Robertine Felsenstein geb. Uffenheimer (1879), Salomon Felsenstein (1871), Siegfried Fleursheimer (1864), Edmund Geismar (1889), Emma Geismar (1900), Hans Geismar (1858), Heinrich Geismar (1879), Hugo Geismar (1894), Lina Geismar geb. Josef (1889), Lina Geismar geb. Geismar (1889), Ludwig Geismar (1896), Max Geismar (1858), Max Geismar (1884), Rosalie (Rosa) Geismar geb. Uffenheimer (1879), Siegfried Geismar (1879), Theodor Geismar (1869), Theodor Geismar (1873), Theodor Geismar (1881), Wilhelm Geismar (1873), Wilhelm Geismar (1882), Camilla Greilsamer geb. Breisacher (1880), Fanny Greilsamer (1885), Julius Greilsamer (1805), Max Greilsamer (1877), Emil Grumbach (1868), Fanny Grumbach (), Ferdinand Grumbach (1871), Flora Grumbach (1903), Karoline Guggenheimer geb. Geismar (1878), Rosa Günzburger geb. Kleefeld (1876), Hilda Haberer geb. Wurmser (1886), Fanny Hecht geb. Bodenheimer (1889), Charlotte Heymann geb. Geismar (1885), Margot Edi Hochherr geb. Bähr (1911), Selma Hoffmann geb. Weinberg (1889), Claire (Cläre) Kahn geb. Geismar (1888), Selma Kassewitz geb. Greilsamer (1881), Hermann Kaufmann (1874), Jenny Kaufmann geb. Rothschild (1887), Babette Kindermann geb. Kahn (1885), Siegfried Kindermann (1879), Johanna Kleefeld (1904), Fanny Levi (1899), Bella Levy (1880), Erich Levy (1915), Hermann Levy (1879), Julie Levy geb. Epstein (1877), Julie Levy geb. Kahn (1883), Marie Levy (1875), Max Levy (1874), Rina Levy (1904), Rosa Levy (1905), Lina Lippmann geb. Kleefeld (1872), Erna Maier geb. Geismar (1903), Bella Mayer geb. Strauss (1890), Bertha Mayer geb. Geismar (1882), Abraham Mock (1870), Jenny Mock geb. Karlebach (1875), Lydia Model (1889), Simon Model (1874), Moses Müller (1856), Florine Nachmann geb. Blum (1874), Marie Mathilde Platz geb. Röderer (1880), Johanna Rosenberg geb. Rosenberger (1870), Julius Rosenberg (1900), Rosa Rosenberg (1861), Sophie Roth geb. Wurmser (1882), Hilda Strauß (1889), Josefin Strauß geb. Mock (1861), Julius Strauss (1892), Adolf Uffenheimer (1864), Anna Uffenheimer geb. Roos (1873), Flora Uffenheimer (1899), Jakob Uffenheimer (1860), Sitta Uffenheimer geb. Kaufmann (1893), Alfred Weil (1923), Berta Weil geb. Uffenheimer (1870), Bertha Weil geb. Greilsamer (1882), Betty Weil geb. Friedberger (1888), Elsa Weil geb. Wurmser (1890), Emil Weil (1883), Klara Weil geb. Model (1872), Leopoldine Weil geb. Kleefeld (1862), Luise Weil geb. Greilsheimer (1888), Melanie Weil (1885), Moritz Weil (1879), Siegfried Weil (1883), Max Weinberg (1884), Frieda Wertheimer geb. Uffenheimer (1872), Friedrich Wertheimer (1873), Helene Wertheimer geb. Kollmann (1888), Irma (Ida) Wertheimer geb. Geismar (1889), Klara Wertheimer geb. Geismar (1894), Balbine Wurmser geb. Levi (1897), Salomon Wurmser (1884), Tilly Wurmser (1891).                
   

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (aus einem Beitrag von Berthold Rosenthal, 1926)  


Bezirksrabbiner Reiß aus Breisach nimmt an der Frankfurter Rabbinerversammlung teil (1845)  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1845: "Aus Baden, 30. Mai (1845). Die Mitglieder des Synagogenbezirks Breisach und Emmendingen, welche bereits in ihrer unterm 26. März vorigen Jahres an die hohe zweite Ständekammer eingereichten und von letzterer mit verdientem Beifalle aufgenommenen Petition das dringende Bedürfnis einer zeitgemäßen Reform im Judentum ausgesprochen, haben nun auch unterm 18. dieses Monats mit Beizug sämtlicher israelitischer Vorsteher des Bezirks den Herrn Bezirksrabbiner Reiß von Breisach schriftlich aufgefordert, der im Juli dieses Jahres in Frankfurt am Main stattfindenden Rabbinerversammlung anzuwohnen. Derselbe hat unterm 26. dieses Monats seine Bereitwilligkeit zur Teilnahme an besagter Versammlung schriftlich zugesagt und zugleich beim großherzoglichen Oberrate um Urlaub zu diesem Behufe nachgesucht."   

    


 

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge 

Im Mittelalter gab es kein separates Wohngebiet der jüdischen Familien. Um 1319/25 standen zehn jüdische Häuser in der Oberstadt (die meisten an der Ostseite der heutigen Radbrunnenallee zwischen Pfarrgasse und Tullagasse) und vier Häuser in der Unterstadt. Eine erste Synagoge (die 1533 erwähnte "Judenschule") lag am Westrand der Oberstadt in der heutigen Schulgasse. Da im 16. Jahrhundert keine Juden in der Stadt lebten, ist unklar, ob es sich um ein Bethaus aus der Zeit vor 1349 oder erst um 1400 handelt. 

Nach 1638 lebten die jüdischen Familien noch teilweise in der Oberstadt, zunehmend jedoch im Bereich der "Judengasse" (heutige Rheintorstraße) mit dem Gebiet um den Kupfertorplatz sowie der Sternenhofgasse. Um 1680 konnte wieder eine Synagoge eingerichtet werden. Sie wird in einer Beschwerde der Zünfte der Stadt über die Zunahme der Juden in Breisach 1681 erwähnt ("la Synagogue nouvellement Erigée à Brisac"). Möglicherweise ist diese Synagoge identisch mit dem auch im 18. Jahrhundert benützten Gotteshaus, das bereits am heutigen Synagogenplatz stand (früher Ecke Judengasse/Synagogengasse; die Judengasse wurde in der NS-Zeit zur "Rheintorstraße", die Synagogengasse zum "Klösterle"; 1998 umbenannt in "Am Synagogenplatz"). Bei der Zerstörung Breisachs durch die Franzosen 1793 wurde mit allen Judenhäusern auch die Synagoge ein Raub der Flammen. 

1803/04 wurde eine neue Synagoge gebaut, deren Pläne in den 1930er-Jahren noch im jüdischen Gemeindearchiv in Breisach lagen. Diese Synagoge war nach einigen Jahren für die stark wachsende Gemeinde zu klein und überdies reparaturbedürftig. Um 1830/40 wurde eine neue Synagoge erbaut, die um 1870/75 nochmals umgebaut und vergrößert. Zur Baugeschichte der Synagoge konnten keine Quellen gefunden werden. 

Beim Novemberpogrom 1938 brannte eine aus Freiburg kommende Sturmabteilung unter Leitung eines SA-Standartenführers die Synagoge nieder. Wenig später musste die Ruine auf Kosten der jüdischen Gemeinde abgebrochen werden. 
1938 bis 1940 konnte noch im jüdischen Gemeindehaus (s.u.) ein Betsaal eingerichtet werden.

Am 20. Mai 1959 wurde am Synagogenplatz ein Gedenkstein eingeweiht. Bei der Veranstaltung sprachen Rabbiner Dr. Lothar Rothschild aus St. Gallen, Bürgermeister Bueb, ein Vertreter des Israelitischen Oberrates in Baden sowie Alexander Wurmser, einer der ehemaligen jüdischen Breisacher. Die Anlage des Synagogenplatzes als Gedenkstätte war ein gemeinsames Projekt der Breisacher Stadtverwaltung und des Oberrates der Israeliten Badens. 1968 wurde der Synagogenplatz zum 30. Jahrestag der Pogromnacht neu gestaltet. Auch zum 60. Jahrestag 1998 wurde der Platz nochmals völlig neu hergerichtet zu einer Gedenkstätte mit Markierungen und Hinweistafeln. Die Einweihung war am 10. November 1998.   
   

   

Fotos
1. Die Synagoge in der Judengasse    

Breisach Synagoge 180.jpg (52006 Byte) Breisach Synagoge 015.jpg (56472 Byte)
Judengasse in Breisach in den 1920er-Jahren. Links die Synagoge. Daran schließen sich die Häuser der Familien Levi, Moch, Burgheimer, Greilsheimer, Blum, S. Geismar und T. Geismar an. (Foto: D. Blum, Quelle: Frank, Legacy S.139). Die Judengasse (heute "Rheintorstraße") um 1925, links die Synagoge 
(Quelle: Fahrer, Rundgang S. 36)
   
Breisach Synagoge 009.jpg (64411 Byte) Breisach Synagoge 008.jpg (65811 Byte) Breisach Synagoge 016.jpg (63374 Byte)
Beim Gottesdienst in der Synagoge (Quelle: Hundsnurscher/Taddey Abb. 22) Breisach vor 1933: festlich gekleidete Gottesdienstbesucher verlassen die Synagoge (Quelle Foto links: Hundsnurscher/Taddey Abb. 25; Foto rechts: Fahrer, Rundgang S. 36)
   
Breisach Synagoge 181.jpg (83369 Byte) Die Zerstörung im November 1938 Breisach Synagoge 020.jpg (75116 Byte)
In der Synagoge
(Quelle: Frank, Legacy S. 6)
     Synagogenbrand in Breisach in der Pogromnacht 1938 
(Quelle: Huggle S. 1)


Fotos nach 1945/Gegenwart:

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Breisach Synagoge 100.jpg (108438 Byte) Breisach Synagoge 101.jpg (106041 Byte)
  Der Synagogenplatz mit der Gestaltung von 1968 Der Gedenkstein von 1959
     
Fotos von 2001: Besichtigung des 1998 neu gestalteten Synagogenplatzes bei der Jahrestagung von Alemannia Judaica ajbrei7.jpg (94963 Byte) ajbrei10.jpg (93450 Byte)
(Fotos: Hahn) Schild am "Synagogenplatz" Blick über den Synagogenplatz
     
ajbrei12.jpg (86089 Byte) ajbrei11.jpg (78452 Byte) ajbrei8.jpg (68553 Byte)
Gedenksteine am ehemaligen Synagogenplatz Hinweistafel zur Geschichte der Synagoge Darstellung der ehemaligen Breisacher Synagoge
     
Fotos 2003/04:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003; mit *: J. Krüger, Karlsruhe, 2004)
Breisach Synagoge 150.jpg (103512 Byte) Breisach Synplatz 011.jpg (53269 Byte)
   Schild am "Synagogenplatz" Blick über den Synagogenplatz*
     
   Breisach Synplatz 010.jpg (57756 Byte) Breisach Synagoge 153.jpg (61595 Byte)
  Gedenkstein Hinweistafel


2. Das ehemalige jüdische Gemeindehaus ("Blaues Haus")

Zwei historische Aufnahmen aus den Jahren 1938/40 mit dem Betsaal sind erhalten 
(Quelle: Förderverein)
Breisach105.jpg (97748 Byte) Breisach106.jpg (117660 Byte)
  Foto von 1940 Foto von 1940
     
Zwei Fotos des ehemaligen jüdischen Gemeindehauses um 1985
 
(Fotos: Hahn)
BreisachGh1.jpg (83865 Byte) BreisachGh2.jpg (65623 Byte)
    Blick von der Rheintorstraße (Judengasse)   Eingang 
     
Fotos 2003: 
Einweihung des restaurierten Gemeindehauses 
(Quelle: Förderverein; Fotos untere Zeile: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003)
Breisach Ghaus 060.jpg (123343 Byte) Breisach Ghaus 061.jpg (108085 Byte)
    Das Gemeindehaus nach Abschluss der Restaurierung Bei der Einweihungsfeier im Juni 2003 vor dem Gemeindehaus
     
Breisach BlHaus 150.jpg (47840 Byte) Breisach BlHaus 152.jpg (57680 Byte) Breisach BlHaus 151.jpg (45124 Byte)
        Eingangstür
           
Fotos von 2007 siehe bei den Fotos von der Jahrestagung der "Alemannia Judaica" am 6. und 7. Oktober 2007  

  
Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Breisach    

Website des Fördervereins: www.juedisches-leben-in-breisach.de   

Die Geschichte von Ralph Eisemann: hier anklicken, Näheres unter "Schicksale und Lebenswege" 

Zur Seite über den alten jüdischen Friedhof in Breisach (interner Link)  

Zur Seite über den neuen jüdischen Friedhof in Breisach (interner Link) 

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 49-53.
Germania Judaica II,1 S. 124f. 
Günther Haselier: Geschichte der Stadt Breisach am Rhein in drei Bänden, jeweils Abschnitte in den Bänden II (Der Niedergang Breisachs: 1700 bis 1890, bes. S. 340ff: Anfänge der Judenemanzipation) und III (Der Sturz in den Abgrund. 1890 bis 1945). Breisach 1971 (Bd. II) und 1985 (Bd. III).

Michael Longerich: Judenverfolgungen in Baden im 14. Jh. Am Beispiel von Breisach, Endingen, Freiburg und Waldkirch, in: "s’Eige zeige". Jahrbuch des Landeskreises Emmendingen 4/1990 S. 33-46.

Louis Dreyfuss: Emigration – nur ein Wort? Konstanz 1991.

Gebhard Klein: Breisach im Dritten Reich. Ein Versuch. 1995.

Elisabeth Kallfaß: Breisach Judengasse. Breisach 1993.

Ursula Huggle: Urteile zu Gunsten der Angeklagten. Ein Prozess der Nachkriegszeit über die Pogromnacht von 1938 in Südbaden. in: Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg. Dezember 1999.

Hans David Blum: Juden in Breisach. Hg. Erhard Roy Wiehn. Konstanz 1998.
Uwe Fahrer: Ein Rundgang durch das alte Breisach. Gudensberg-Gleichen 1999)
Günter Boll: Die erste jüdische Gemeinde in Breisach am Rhein. in: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins "Schau-ins-Land". 119. Jahresheft 2000. S. 55-60.
ders.: Die Entstehung der letzten jüdischen Gemeinde in Breisach am Rhein. In: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins "Schau-ins-Land". 119. Jahresheft 2000. S. 61-69.
ders. /Josef Arie Kornweitz: Das jüdische Gemeindehaus in Breisach am Rhein. Eine Annäherung. Hg. Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach am Rhein e.V., Breisach 2000.
Josef Arie Kornweitz/Christiane Walesch-Schneller/Günter Boll: Zone 30 - Rückkehr aus dem Exil. Hg. vom Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach e.V.  2003.
Frank Buch 01.jpg (51127 Byte)Werner L. Frank: Legacy: the Saga of a German-Jewish Family Across Time and Circumstance. Avotaynu Foundation, Inc. Bergenfield, N.J. 2003 (Chaper 4, Section 2: The History of the Families from Breisach p. 139-160) 

  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Breisach (in Jewish sourced, Bizach, Brizche) Baden.  The Jewish settlement probably began in the early 14th century. All the Jews were burned alive in the Black Death persecutions of 1348-49. A letter of protection was granted by Duke Albert in 1446 and remained in effect for hundreds of years. The revived Jewish community, the only one in the region, maintained continous settlement until Worldwar II. The Jewish quarter was heavily damaged in the French invasion of 1793. In 1827-86, Breisach was the seat of the district rabbinate. A new synagogue and a second cemetery were opend in the 1830s, when the Jewish population reached a peak of 572 (total 3,050), and a Jewish elementary school operated in 1835-76. The majority of Jews were cattle traders. After Worldwar I the Jewish population dropped sharply, standing at 231 in 1933. By 1940, 157 Jews had left the town, most emigrating (many to nearby France). On Kristallnacht (9-10 November) the synagogue was burned down and 30 Jews were taken to the Dachau concentration camp. The last 34 Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. Another 29 were deported from ther places of refuge after leaving Breisach. All perished, 31 of them in Auschwitz.
  

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 22. November 2008